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40 Lahre Artillerie-Verein Gießen.

Im festlich geschmückten Saale des Cafs Leib, der die Fahnen des Dritten Reiches und das Sinn­bild der Artillerie trug, beging der Artillerie- Verein Gießen am gestrigen Sonntagabend seine 4 0. Gründungsfeier. Mit den Kame­raden des Artillerie-Vereins hatten sich unter Füh­rung ihres Kommandeurs, Hauptmann Welte, die Offiziere, das Trompeterkorps des Artillerie- Regiments 9, ferner zahlreiche Unteroffiziere und Mannschaften unserer Artillerie - Garnison, sowie sehr viele alte Soldaten des Gießener Soldaten­bundes mit ihren Angehörigen einaefunden, um in vorbildlicher soldatischer Kameradschaft die Jubi­läumsfeier zu begehen. Daß diese Feierstunde auch bei der politischen Führung unseres Kreises ver­ständnisvolle Sympathie gefunden hatte, ging aus der Anwesenheit eines Vertreters der Kreisleitung hervor. Der Saal war ein beredtes Zeugnis für die Wertschätzung des Artillerie-Vereins bis auf den letzten Platz besetzt.

Das Trompeterkorps des Art.-Regts. 9 unter Leitung von Musikmeister Rohde eröffnete den Abend mit prächtiger Marschmusik, bot aber auch ausgezeichnete künstlerische Leistungen aus dem Bereiche der klassischen Musik zur Verschönerung der Feier. Schon die ersten Darbietungen der Kapelle wurden mit ständig wachsender Freude und Be­geisterung ausgenommen und machten erneut er­kennbar, welcher großen Beliebtheit sich diese Ka­pelle in unserer Stadt bereits und mit Recht erfreut.

Rach dem Einmarsch der Fahnen der Vereine des Soldatenbundes Gießen gab der Vereinsführer, Kam. Müller, seiner Freude über den außer­ordentlich starken Besuch dieser Jubiläumsfeier Aus­druck. Er begrüßte besonders den Abteilungskom­mandeur, Hauptmann Welte, mit seinen Offi­zieren, Unteroffizieren und Mannschaften, und be­tonte baber die gute Kameradschaft, die stets bei der Artillerie gepflegt wurde und die zwischen den alten Artilleristen und den jungen aktiven Waffenbrü­dern zu erhalten und zu vertiefen der Verein als seine vornehmste Aufgabe ansehen werde Weiter­hin entbot er herzlichen Willkommengruß dem Vertreter der Kreisleitung und den alten Soldaten aus den anderen Vereinen des Sol­datenbundes. In großen Zügen deutete Kamerad Müller dann die Arbeit an, die der Artillerie- Verein Gießen in den vier Jahrzehnten seines Be­stehens geleistet hat, und die man als vorbildlich bezeichnen muß. Er wies dabei u. a. auf die gute Frontkameradschaft hin, erinnerte an die schmäh­liche Zeit des Verrats der deutschen Front durch die Üblen Drahtzieher in der Heimat, gedachte, während

sich alles erhob und die Musik das Lied vom guten Kameraden spielte, der Gefallenen, wies auf den furchtbaren deutschen Niedergang nach dem Kriege durch die Machenschaften fremdrassiger Menschen und entarteter Volksgenossen hin, hob aber auch den vortrefflichen soldatischen Geist hervor, der in der jungen deutschen Wehrmacht und in den Ver­einen der alten Soldaten trotz aller Widerstände und Schwierigkeiten lebendig geblieben war. In jener Zeit lernte der deutsche Soldat die Politik und die Politiker mit ihren krummen Wegen hassen, und er schloß sich mit gleichgesinnten Kameraden zu engster Gemeinschaft des deutschen Soldatentums zusammen in der Hoffnung auf den Ruf: Deutsch­land erwache?" Und dieser Ruf kam von einem Manne, der mit der Sprache des Frontsoldaten redete und dem die alten Soldaten gerne Gefolg­schaft leisteten Er ging den geraden Weg zu Deutschlands Ruhm und Ehre, und er hat die größte Eroberung gemacht, die jemals ein Mensch nur machen kann er hat d i e deutschen Her­zen erobert Dieser Mann ist unser Führer Adolf Hitler, der uns die deutsche Einheit, die Geschlossenheit des Volkes und zur größten Freude aller alten Soldaten auch wieder eine starke Wehr­macht auf der Grundlage der allgemeinen Wehr­pflicht gegeben hat und für dessen Werk die alten Soldaten sich immer in Opferbereitschaft und Be­geisterung einfetzen werden. Den herzlichen Dank der alten Soldaten und ihren aufrichtigen Gruß an den Führer und Frontkameraden Adolf Hitler brachte der Redner in dreimaligen, begeistert auf» genommenen Sieg-Heil-Rufen auf den Führer und Reichskanzler aus Anschließend wurden gemeinsam die ersten Verse des Deutschland- und des Horst- Wessel-Liedes gesungen

Sodann nahm Kamerad Müller die Ehrung von Jubilaren vor. Für 40jährige Mitgliedschaft im Artillerie-Verein erhielten die Kameraden Rau, Ruhl, Lynker, Schneider, Lembke je eine goldene Ehrennadel, für 25jährige Mitgliedschaft wurde den Kameraden Lampe, Kollmann und Kilbinger je eine silberne Ehrennadel überreicht. Die Jubilare ließen dem Verein mit herzlichen Worten Dank sagen. Die Frauen der Vereinsmitglieder überreich­ten als Jubiläumsgabe einen Fahnenschild für den Fahnenträger. Der Vereinsführer brachte dafür den herzlichen Dank des Vereins zum Ausdruck.

Die herzlichen Grüße und Glückwünsche des Gie­ßener Soldatenbundes überbrachte als dessen Spre­cher Kam. B u r k h o l z , der als Andenken an den Jubiläumstag mit dreimaligem Hurra auf den Ar­tillerie-Verein einen Fahnennagel überreichte. Ka­merad Müller dankte für diese Gabe herzlichst.

Hieraus brachte der Abteilungskommandeur unse­rer Artillerie-Garnison, Hauptmann Welte, den Dank der aktiven Artilleristen für die Einladung zu dieser schönen Feier und die Versicherung ihrer Bereitwilligkeit zu steter guter Kameradschaft mit den alten Soldaten in herzlichen Worten zum Aus­druck. Er betonte, daß die jungen Artilleristen des aktiven Dienstes es mit besonderem Stolz emp­fänden, bei diesem Ehrentag der alten Artilleristen dabei sein zu dürfen, und er erinnerte als gemein­same Parole an die drei Wahlsprüche der Artille­risten: 1.Die Artillerie vom Alten Fritz erschaffen, sie lebe hoch die Krone aller Waffen: 2.Pro Gloria et Patria; 3. der Wahlfpruch, der einst auf den Kanonen eingegraben war:Ultima ratio regis, d. h.:Heute die letzte Entscheidung des Führers". Diesen drei Wahlsprüchen würden auch die jungen Soldaten des schwarzen Kragens treu bleiben, wie die alten Artilleristen. In diesem Sinne wünsche er dem Artillerieverein Gießen ferneres Wachsen, Blühen und Gedeihen. Mit ihrem Kom­mandeur brachten die Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften der Abteilung dem Artillerieverein und der Artillerie überhaupt ein kräftiges Hurra dar.

Im weiteren Verlaufe des Abends brachte Kam. A l b a ch vom Artillerie-Verein Hattenrod dessen herzliche Grüße und Wünsche zum Ausdruck. Das Trompeterkorps erfreute noch mit vielen ausgezeichneten Darbietungen, darunter auch mit dem von Musikmeister Rohde für die Stadt Gie­ßen als Einzugs-Festgabe komponierten Fanfaren- MarfchArtilleristen-Gruß". Der bekannte Ulanen- Mufikmeister a. D. Hermann Topp früher in Gießen, jetzt in Wetzlar wohnhaft, erhielt von Mu­sikmeister Rohde in kameradschaftlicher Weise die Möglichkeit, mit dem Trompeterkorps mehrere flotte I Militärmärsche zu Gehör bringen zu können, und er erntete dafür gemeinsam mit den Musikern, ebenso wie vorher und nachher der Musikmeister Rohde, den stürmischen, dankbaren Beifall der Zuhörer. Bei einem Liederpotpourri hatten die Besucher auch die Möglichkeit, die schönen alten Soldatenlieder kräftig mitfingen zu können.

Fräulein Enders, die Tochter eines Dereins- Pnnrraben erfreute sehr durch den vortteftlichen Gesang mehrerer Lieder von Schumann und von Brahms Auch dieser Sängerin und ihrer Beglei­terin am Klavier würbe mit starkem Beifall herz­lich gedankt.

Der Große Zapfenstreich gab dem Trompeter­korps die Gelegenheit zu einem sehr wirkungsvollen Abschluß des offiziellen Festprogramms. Anschlie­ßend vergnügte man sich noch einige Stunden lang in bester Weise mit deutschen Tänzen.

Der schöne Abend wird allen Teilnehmern un­vergeßlich in der Erinnerung bleiben.

DerLandessagdrat für das Land Hessen

Wie der Landesjägermeister für das Land Hessen, Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger, mit­teilt, wurde mit Zustimmung des Reichsjägermeisters für das Land Hessen ein Jagdrat berufen, der sich aus folgenden Mitgliedern zusammenfetzt:

Vorsitzender: Landesjägermeister Sprenger.

Mitglieder: Gaujägermeister Nicolaus- Gießen; Gaujägermeister Maul-Darmstadt, Ober­forstmeister Schlich-Darmstadt: Oberregierungsrat Bornscheuer-Darmstadt: Ministerialrat v. Zengen- Berlin: Landesbauernführer Dr. Wagner-Darm­stadt: Oberlandesgerichtsrat Hildebrand-Darmstadt; Büchsenmachermeister Hübner-Darmstadt: Profestor Dr. Schmidtgen-Mainz; Geh. Med.-Rat Prof. Dr. Olt-Wiesbaden: Generaldirektor Wilhelm Avieny- Wiesbaden: Landesobmann der NSBO. des Gaues Heffen-Naffau W. Becker-Frankfurt a. M.: Geh. Kommerzienrat Dr. h. c. Wilhelm v. Opel-Riiffels- heim.

Ein Geschenk des Führers.

LPD. Marburg, 10. Nov. Der gelähmte Junge einer Familie in Kappel schrieb an den Führer einen Brief und bat um Beihilfe zu einem Motorfahrstuhl. Der Führer hat dieser Bitte entsprochen und dem Jungen 400 Mark überweisen lassen. Das Marburger Landratscmst sowie eine weitere Stelle steuerten noch je 175 Mark bei, so daß sich der bedauernswerte Knabe jetzt mit Hilfe eines motorisierten Fahrstuhls im Freien bewegen kann.

Der neue Bürgermeister von Dillenburg.

LPD. Dillenburg, 9. Nov. Zum kommis­sarischen Bürgermeister der Stadt Dillenburg hat der Regierungspräsident in Wiesbaden den Ortsgruppenleiter der NSDAP, der Stadt Limburg, Richard S ch i e b e ck , berufen. Bürgermeister Schiebeck war bisher als Bürovor­steher bei einem Limburger Rechtsanwalt tätig.

Hauptfchriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. X. 35: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Stein­druckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen

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