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Sie in diesem Saale versammelt sind, gerichtet auf-

Volksgemeinschaft statt Ktastenkamps

maggisäm

den Blick wieder nach rückwärts wen­det; denn die Völker und die Menschen sind ver­geßlich. Nur zu leicht erscheint ihnen ein Zustand, an den sie sich erst einmal gewöhnt haben, als allzu selbstverständlich, ja natürlich.

Und nur zu leicht vergessen sie dann, daß dieser Zustand nicht immer war, und daß er auch von selbst nicht kam und durchaus nicht immer da sein muß. Ls gibt auch viele, die zwar das Angenehme eines solchen Zustandes begrüßen, aber nicht einsehen wollen, daß dieses Ange­nehme naturgemäß auch verbunden ist mit Opfern und Leistungen. Auch in Deutschland ist es wohl denkbar, daß der eine oder der andere sich gar nicht mehr dessen be­wußt wird, daß wir diesen inneren Frieden, in dem wir heute leben, ebenso als ein großes Glück empfinden müssen, wie wir bereit sein sollen, uns für ihn einzusehen und die von ihm geforderten Opfer zu bringen.

Der Blick in die Umwelt zeigt uns, daß sie, mit wenigen Ausnahmen, noch befangen ist i m Kampf der Klassen. Die Lehre, die Karl Marx einst verkündet hat, sie beherrscht auch heute noch, ja vielleicht in steigendem Maße, das Leben vieler Völker. Wir sehen die Auswirkungen dieser

Berlin, 10. Okt. (DNB.) Am Mittwoch er- klärte der Führer und Reichskanzler zur Eröffnung des WHW. des deutschen Volkes in oer Krolloper:

Meine deutschen Volksgenossen und Dolksgenossinnen!

Volkes und seinen Lebensnolwendigkeiten, sei­nen Lebensvoraussehungen und seinen Lebens­bedingungen.

Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen kam der Führer auf die inneren Zusammenhänge zwi­schen den Problemen des Klassenkampfes und der nationalsozialistischen Schicksals- und Volksgemein­schaft zu sprechen. Hierzu und zur Begründung der Pflichterfüllung für das große nationalsozialistische Opferwerk führte er u. a. folgendes aus:

1. Machtmäßig ist heute der Klassenkampf in Deutschland beseitigt, d. h. es ist niemand mehr da, der ihn zu führen in der Lage wäre. Die nationalsozialistische Bewegung wird ihren Orga­nisationen, die sich auf ganz anderen Ebenen als denen des Klassenkampfes aufbauen, niemals mehr dulden, daß ein solcher Versuch unter­nommen wird. Es soll sich keiner täuschen. Wir haben die Macht, das zu verhindern, und wir sind entschloßen, es unter allen Umständen zu verhindern, und zwar nach beiden Sei­ten hin.

2. Wir sind dabei, die diesem Klassenkampf zu­grundeliegenden Differenzen auch sachlich zu lösen. Wir sind in der glücklichen Lage, diese sach­liche Lösung durchführen zu können, weil wir selbst über diesen Differenzen stehen.

_____gemein) und muß diesen < Leben zu Fall gebracht hat, sofort __ Beine helfen, muß sie unterstützen und muß sie wieder e i n g l i e d e r n in einen neuen Pro­zeß des Lebens der Gemeinschaft.

dieser Klassenkampf noch eine andere Seite besitzt, nämlich eine ideelle. Was wäre die Welt ohne Ideale! Die große Mehrzahl der Menschen ist nicht befähigt, die Probleme des Lebens aus der tiefsten Erkenntnis heraus zu sehen und aus dieser heraus zu lösen und zu beantworten. Was sie nicht mit der Schärfe des Verstandes zu lösen vermögen, das finden sie mit der Kraft ihres Gemütes, mit der Innigkeit des Herzens. Der Philosophie des Denkers steht gegenüber der naturgegebene In­stinkt der breiten Masse. Hier ist deshalb auch keine Differenz zwischen dem Ideal und der Vernunft, zwischen dem Ideal und den realen Notwendig­keiten. Denn was nicht irgendwie den realen Not­wendigkeiten des Vülkerlebens entspricht, ist fast nie ein Ideal und wird vom Volk auch nicht als wirkliches Ideal empfunden. Der Weltkrieg war eine Realität. Und in diesem Weltkrieg haben Millionen Menschen gefochten, denen das mögliche reale Ergebnis in bezug auf ihre eigene Person sicherlich nicht klar gewesen sein konnte. Alle die Millionen Menschen, die, ohne selbst Nutznießer zu sein, dennoch ein solches Opfer bringen, handeln nicht nur als wahrhaftige Idealisten, sondern zugleich auch in her klarsten Empfindung der Notwendig

Ueber die Grenzen zwischen der freien Wirtschaft und der Planwirtschaft hat der frühere Preiskom­missar für Preisüberwachung Dr. Goerdeler bemer­kenswerte grundsätzliche Ausführungen gemacht. Er ging dabei von der Notwendigkeit aus, die Erzeu­gung immer dem Bedarf anzupassen. Gleichzeitig zeigte er aber die Schwierigkeiten, die einer Plan­wirtschaft a u f den Weltmärkten gegenüber« stehen. Schon innerhalb einer geschlossenen Volks­wirtschaft seien die Gefahren einer fehler­haften Schätzung nicht gering. Eine Planwirt­schaft aber, die die ganze Welt umfasse, erfordere eine mehrhundertjährige Erziehunff aller Menschen. Wenn also auch die Planwirtschaft auf den ver­schiedensten Teilgebieten der Weltwirtschaft Fort­schritte macht, so wird man hier das Gesetz von Angebot und Nachfrage wohl nicht ausschalten können. Innerhalb der nationalen Volkswirtschaft aber werden Ordnung und Planwirtschaft immer weiter ausgestaltet werden und von da aus nach und nach auch auf die Weltmärkte ausstrahlen, da­mit auch auf ihnen Recht und Währungssicherheit das freie Spiel der Kräfte begrenzen und lenken.

Hein, wer diese Bedingtheiten erkennt, der muß verstehen, daß die Lösung der stets vorhande­nen Differenzen zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, zwischen Lohn und Preis zweck­mäßigerweise nicht dem Spiel des Zufalles überlassen werden kann, sondern der Ent­scheidung einer höheren Ver­nunft, die kühl und klar das Für und Wider In diesem Streit zu prüfen, abzuwägen und damit zu entscheiden hat. Es war daher die Voraussetzung, daß eine neue Vasis gefun­den wurde, um eine Führung aufzubauen, die über den streitenden Teilen stehend aufori- t ä r über beide Entscheidungen fällen kann. Es ist natürlich, daß sich diese Führung dabei der höchsten wirtschaftlichen Einsicht bedient und an die Mitarbeit aller jener von wirklich wirtschaftlichen Fähigkeiten er­füllten Männer appelliert, die auch ihrerseits unabhängig sind und sich ihrem Volk nur allein verpflichtet fühlen. Die Führung besteht heute! Die nationalsozialistische Be­wegung hat sich bewußt nicht auf einzelnen Wirtschaftsorganisationen aufgebaut, sondern sie suchte nach einer Synthese des deutschen

Mmandemverpflichtel als meinem Gewissen und meinem Volk.

bensmöglichkeiten ist, der an allem teilnimmt, was die Nation zu bieten hat, wenn der vielleicht auch aus einer solchen Erkenntnis heraus für sein Volk eintritt. Aber diese These wird bewiesen von den Millionen derer, die an diesem Glück nicht teil« haben, von den Millionen anderen, die in Armut auf wachsen, die zu Hause nur Not und Elend kennen, von den Millionen, die kaum eine genügende Wohnung ihr eigen nennen, die so oft nicht in der Lage sind, Frau und Kinder richtig zu ernähren, von jenen Millionen, die vom Leben über­haupt nur d i e Schattenseiten erfahren und die dann trotzdem in dem Moment, in dem der gewaltigste Appell der Nation erfolgt, aus einen tiefinnersten Wissen und Erleben heraus plötzlich die tapfer st en und anständigsten Sol­daten gewesen sind. Diese große Schar der unbe­kannten Musketiere, der Grenadiere und Kano­niere, die ihre Pflicht erfüllten, treu und brav bis in den Tod, als ob sie damit einen Dank abstatten wollten für ein Leben des Glanzes, der Schönheit und des Reichtums, das sie aber vorher niemals gekannt haben, beweist die Lebendigkeit unseres Ideals! Und dies ist der Beweis der Macht dieses Ideals.

Das Ideal der Volksgemeinschaft eine gewallioe Realität

Wie aber würde ein solches Ideal erst wirksam sein, wenn eine Nation es nicht erst im Kriege, sondern schon im Frieden erlebt? Es in sich lebendig gestaltet? Wenn sie schon im Frie­den bemüht ist, den Geist der Gemeinschaft aufs äußerste zu pflegen und diesem Geist auch Opfer zu bringen? Das nationalsozialistische Ideal der Volksgemeinschaft ist eine gewal­tige Realität, von ihr hängt, glauben Sie mir, meine Volksgenossen, über diesen Saal weit hinaus das ganze Deutsche Reich, die Existenz und der Bestand des deutschen Volkes ab. Wenn wir alle nicht als eine treueste Ein­heit, miteinander verbunden auf Sein oder Nichtsein, unserer Arbeit nachgehen, dann wer­den wir in unserem Lebenskampf, der immer hart war und hart fein wird, nicht bestehen können gegenüber den Völkern, die vom Schick-

Ser Eintopssonntag ein Ehrentag der Nation.

Nun könnte man sagen: Wenn die Wirtschaft nicht alles lösen kann, warum lassen Sie das nicht durch den Staat lösen? Heben Sie doch Steuern ein! Wir haben natürlich auch die Mög­lichkeit erwogen, diese große Hilfsaktion für den Winter vom Staate durchführen zu lassen. Wir sind aber von diesen Erwägungen sofort wieder abgekommen, weil wir glauben, daß wir damit den einzelnen Deutschen freisprechen würden von seiner Verpflichtung. Er würde sich wieder denken, das ist die Aufgabe des Staates. Wir aber wollen ihm eine lebendige Gemeinschaft zeigen.

was heißt Staat? Volksgenosse, du bist der Staat! Nicht der Staat soll dich zwingen, daß du dieser natürlichen Pflicht genügst, sondern du sollst deiner Empfindung für deine Volksge­meinschaft selbst lebendigen Ausdruck geben! Du muht herantreten und freiwillig Opfer bringen. Du sollst dich nicht davon drücken und sagen, das ist unangenehm für mich. Mein lie­ber Volksgenosse, fei glücklich, wenn du im Rahmen deiner Volksgemeinschaft dein tägliches Brot verdienen kannst. Denn du verdienst es nicht, weil du da bist mit deiner eigenen Kraft, sondern du verdienst es, weil die ganze Volksgemeinschaft hinter dir steht. Alle die Millionen ermöglichen dir es, daß du dein Leben hast. (Stürmischer andauernder Bei­fall.) würdest du allein stehen, was wärest du denn auf dieser Welt? All deine Kulturhöhe, dein Einkommen, das Vermögen, Gehalt und Lohn, du erhältst es nur, weil du ein Glied die-

Wir erobern uns unser deutsches Volk!

Das Wort Volksgemeinschast eine innere Verpflichtung.-Oie Rede des Führers zur Eröffnung des Winterhilfswerks.

zufassen, sondern ich bitte Sie zu bedenken, daß ich darüber hinaus zum ganzen deutschen Volke spreche, zu den Millionen, die nicht hier anwesend sind, die aber doch irgendwo diese Stunde auch miterleben, und die erfaßt werden sollen von dem Auftrag, der der Nation gegeben werden muß.

Drei Jahre lebt Deutschland nun schon i n einem Zu st and sozialen Friedens. Was die andere Welt um uns herum nicht kennt, ist bei uns lebendige Wirklichkeit. Der innere Streit und der Hader, die wir überall um uns sehen, sind aus Deutschland verschwunden. Die Sorgen, denen die besten Männer und Frauen an«

Ich darf wohl sagen, daß ich mich als den un­abhängigsten Mann in dieser Richtung fühle, niemandem verpflichtet, niemand un­tertan, niemand zu Dank schuldig, sondern ausschließlich meinem Gewissen verantwortlich. Und dieses Gewissen hat nur einen einzigen Befehls- geber: Unser Volk ! Das deutsche Volk und seine Auslese, vereint in der Bewegung, in der Nationalsozialistischen Partei. Diesem Be­fehlsgeber allein fühle ich mich in allen meinen Handlungen verantwortlich, sonst niemand. Und genau so unabhängig sind unter mir und neben mir alle mein Mitkämpfer.

Wir sind daher in der Lage, diese Probleme, die dem Klassenkampf zugrunde liegen, r e i n fa chlich ,u erforschen und nach unserem besten Wissen und Gewissen auch zu lösen, unter Berücksichtigung nicht unserer innerdeutschen, sondern auch der außerhalb Deutschland liegenden Faktoren

3 Wenn wir daran sind, diese Probleme sachlich ,u lösen und wir können das dank der Autori­tät, die diese Führung besitzt, und dank ihrer Her- kunft dann müssen wir auch eingestehen, daß

derer Nationen angesichts der inneren Wirrnisse in ihren Völkern begegnen, kennen viele von uns kaum | mehr. Manchesmal ist es aber notwendig, daß man

in I Beiten. So setzen sie sich ein für ihr Volk, für ihre Gemeinschaft. Es ist natürlich kein Beweis für diese These, wenn ein Mann, der im Besitze aller Le-

Die sechs Gntopfsonntage.

Berlin, 10. Okt. (DNB.) Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda hat fol­gende Sonntage als Eintopfsonntage für das Winterhilfswerk 1935/36 bestimmt: 13. Okto­ber 1935, 10. November 1935, 8. Dezember 1935, 12. Januar 1936, 9. Februar 1936 und 8. März 1936. An diesen Tagen werden in jedem Haushalt, in jeder Gaststätte, in den Speisewagen der Deut­schen Reichsbahn und auf allen deutschen Schiffen nur Eintopfgerichte juber eitet und verabfolgt. In den G a ft ft ä 11 e n und Wirt­schaftsbetrieben dürfen zwischen 10 und 17 Uhr nur Eintopfgerichte verabfolgt werden.

Oer Bischof von Meißen wegen Devisenveraehens verhaftet.

8 e r l i n, 10. Okt. (DNB.) Die I U st i z p r e s s e - stelle Berlin teilt mit: Im Laufe der Straf- verfahren gegen katholische Geistliche und Ordens­angehörige wegen Devisenvergehens hat sich drin­gender Verdacht dafür ergeben, daß der Bischof von Meißen, Peter Segge, in Bautzen an den in seinem Bistum vorgekommenen Devi­senvergehen wesentlich beteiligt ist. Auf Grund des Ergebnisses der Ermittlungen hat der Generalstaatsanwalt beim Landgericht Berlin gegen den Bischof wegen zweier fortgesetzter Devisenver- gehen Anklage bei der Strafkammer des Land­gerichtes erhoben, die wegen dringenden Tatver­dachtes Haftbefehl erlassen hat. Der Bischof wurde gestern auf Grund des gerichtlichen Haft­befehles fest genommen und in das Unter­suchungsgefängnis Moabit übergeführt.

Wetterbericht

des Reichsweiterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Schon am frühen Nachmittag des gestrigen Tage« drang unter heftigen Böen (Windgeschwindigkeit über 20 Meter pro Sekunde) die erste Staffel kal­ter Luft bet uns ein. Durch Abkühlung der Warm­luft lösten sie verstärkte Niederschlage aus Anschlie­ßend stellte sich dann Beruhigung und Aufheiterung ein, die in der Nacht zum Freitag ^lge kräftiger Ausstrahlung weitere Abkühlung .brachte. Das Zen trum des Sturmwirbels hat sich in3roifd)enDon & Nordsee nach Norwegen verlagert, doch bleibt oei uns im Bereich der Süd- bis Weststromung trotz gelegentlicher Besserung auch weiterhin der unbe­ständige Witterungscharakter erhalten.

Aussichten für Samstag: Gelegentlich aufheiternd, doch überwiegend bewölkt und immer noch Seaenneigung, bei meist südlichen Wmdxn nnld.

Aussichten für Sonntag. Einzelheiten nicht absehbar, doch voraussichtlich auch Fortdauer des nicht durchweg unfreundlichen, aber unbestän­digen Witterungscharakters.

Lufttemperaturen am 10. Oktober: mittags 17 Grad Eelsius abens 8,7 Grad; am 11. Oktober: morgens 3,6 Grad. Maximum 17,3 Grad, Minimum 3 Grad. __Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 10. JJtober. nhpnM 11 7 Grad' am 11. Oktober: morgens 9,1 Grad Celsin- -Sonnenscheindauer /, Stunde. - Nieder, schlüge 6,3 mm. __

Lehre in der inneren Zerrissenheit, r dem Nichtverstehen der Menschen untereinander, in den fortgesetzten Kämpfen der Klassen und in den Folgen dieser traurigen Entwicklung. Wir Deutschen haben das einst auch erlebt. Vor wenigen Jahren noch, da hingen Millionen, vermutlich die über­wältigende Mehrheit des deutschen Volkes, an dem Gedanken, daß die Spannungen im Innern der Nation nur gelöst werden können durch den Kampf der Träger dieser Spannungen. Der Kampf der Klassen schien für Millionen unserer Volksgenossen natürlich, und viele konnten nicht verstehen, daß nun plötzlich eine Lehre erschien, die gerade diesen Kampf der.Klassen als unsinnig und auch als unwirksam bezeichnete. Wenn wir diesen Kampf der Klassen im heutigen Leben der Völker unter­suchen, dann kommen wir aber z u folgenden

Feststellungen:

1. Der Klassenkampf der vergangenen Zeit hat es nicht fertiggebracht, die Ursachen dieses Kampfes zu überwinden, sondern er hat nur von Fall zu Fall einen vorübergehenden Waf­fe n st i l l st a n d erreicht, wobei bald die eine, bald die andere Klasse als scheinbarer Sieger hervor­ging. Ja, es schien gar nicht im Interesse der Teil­nehmer und besonders der Führer dieses Kampfes zu liegen, daß durch eine grundsätzliche Lösung diese Ursachen für die Zukunft gänzlich beseitigt würden.

Und 2. ist einleuchtend, daß dieser Kampf durch­aus nicht entschieden wurde von der Vernunft oder gar vom Recht, sondern daß alle diese Kämpfe ent­schieden wurden durch die momentanen wirtschaftlichen Möglichkeiten der Be­teiligten. Bald sind es die gefüllten Streikkassen der Arheiter gewesen, bald wieder die gefüllteren Aus­sperrungskassen der Unternehmer. Bald war es die Geschicklichkeit der einen Seite, die bestimmte Argu­mente für den Sieg mobilisieren konnte, bald wie­der die Geschicklichkeit der anderen, die dies besser verstanden. Auf keinen Fall aber ist dieser Kampf irgendwie entschieden worden durch eine höhere Vernunft oder gar durch dasRecht".

Und 3.: Wir haben in diesen langen Jahren ge­sehen, daß, ganz gleich, wie auch im einzelnen diese Kämpfe ausgingen, sie dem erfolgreichen Teil trotz­dem keinen wirklichen Nutzen brachten, sondern daß am Ende das Resultat für beide Teile nur ein negativer war. Wir haben gesehen, wie die Sinnlosigkeit unserer Klassenkämpfe so weit ging, daß wir durch sie auch nach außen große Absatzmärkte einfach verloren haben, weil man glaubte, in Deutschland unab­hängig von der übrigen Welt Lohn und Preis selb st gestalten zu können.

Wenn ich hier zu Ihnen, meine Zuhörer und Zuhörerinnen, spreche, dann bitte ich Sie, diese Rede und diesen Appell nicht als nur an Sie, die

fal gesegneter sind als wir.

Täuschen wir uns nicht. Die Gefahr der Zer­reißung unseres Volkes ist auch heute gegeben. Der Bolschewismus bleibt stets so lange wirksam, so­lange die Völker im Innern nicht z u dem Ideal ihrer Volkserhaltung zurückfinden. Und es ist daher die Aufgabe der Partei und da­mit der Führung des heutigen Staates, daß sie alles das, was durch das Leben scheinbar getrennt wird, durch ihre Tätigkeit, ihre Lehre, ihre An­regungen und ihre Führung immer wieder zusammenfügt. Wir sind alle belastet von der Vergangenheit und viele unter uns Deutschen auch noch von der Gegenwart. Alle die Faktoren der Herkunft und des Vermögens, des Wissens, der Bildung usw., Traditionen vieler Art, sie zertren­nen die Menschen, sie sind geeignet, die Volksge­meinschaft immer wieder aufzulösen. Wehe, wenn diesen trennenden Momenten nicht etwas Eini­gendes entgegengestellt wird! Die Wirtschaft kann nicht alles lösen, es liegt in ihrem Wesen, daß schon aus der natürlichen und not­wendigen Auslese heraus ihr Weg stets immer wieder über Opfer führt. Wie einfach, diese Gefallenen dann liegen zu lassen! Hier muß d i e Volksgemeinschaft in Erscheinung treten einzelnen, die das wirtschaftliche wacht hat, sofort wieder auf di e

neu Tonnen jährlich errechnet. Auch wenn also, wie erfreulicherweise anzunehmen ist, oer deutsche Ze­mentabsatz in diesem Jahre den Vorjahrsabsatz um mindestens IV2 Millionen Zentner übersteigt und mehr als 8 Millionen Zentner betragen wird, reicht die Leistungsfähigkeit der Zementindustrie noch für lange Zeit aus, um den wachsenden Bedarf zu decken. Denn sie wird auch jetzt trotz der starken Verbrauchszunahme infolge der lebhaften Bau­konjunktur nur zu etwa 55 Prozent aus­genützt. Allerdings darf dabei nicht unberücksich­tigt bleiben, daß der Zementabsatz in den einzelnen Jahreszeiten außerordentlich stark schwankt. Er war Z.B. in den Sommermonaten in manchen Jahren zehnmal so groß als -in Monat Januar, in dem die Bautätigkeit zum Stillstand zu kommen pflegt. Auch in diesem Jahre betrug der Zementabsatz im Januar 277 000 Tonnen, während er in diesem Sommer auf mehr als eine Million Tonnen monatlich gestiegen ist. Aber auch wenn man diese Schwankungen des Bedarfs be­rücksichtigt, kommt man zu dem Ergebnis, daß die Zementindustrie selbst den Höchstbedarf in den Sommermonaten, der einem Jahresabsatz von 12 Millionen Tonnen entsprechen würde, wenn er das Elange Jahr hindurch auf dem sommerlichen Höchst- tanbe verharren würde, mit ihrem heutigen Pro- luftionsapparat zu bewältigen vermag. Es kommt hinzu, daß die Zemenkfabriken innerhalb gewisser Grenzen in der stillen Jahreszeit auf Vorrat zu produzieren vermögen, wenn dadurch erhöhte Kosten für die Lagerhaltung, die Zinsen des inve­stierten Kapitals, die Transporte usw. entstehen. Die Bauwirtschaft kann also sicher damit rechnen, daß ihr Zementbedarf, auch wenn er sich in ben ...........__D..

Sommermonaten stoßweise stark erhöht, stets be-1 mehr. Manchesmal friedigt werben kann. - - -