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Kreisgemeinden Lehrbach, Erbenhausen,I Maulbach und Wahlen öffentlich zur Ver­gebung ausgeschrieben. Es handelt sich um Bach­regulierungen, Herstellung von Gräben usw. in einem Gesamtumfana von rund 100 000 Kubikmeter Bodenbewegungen, ferner um die Lieferung von Zementrohrmaterialien in größerem Ausmaße. Durch diese Arbeiten dürften wieder zahlreiche Volksgenossen auf längere Zeit Arbeit und Brot erhalten.

Landkreis Gießen.

£ Wieseck, 11. Juni. Am zweiten Pfingsttag feierte der GesangvereinEintracht" das Fest seines 40jährlgenBe stehens. Am Nach­mittag bewegte sich der Festzug durch den Ort. Der Vereinsvorsitzende Karl Werner hielt die An­sprache. Er gedachte der noch lebenden Gründer; Karl Kreiling wurde für 40jährige aktive Sän­gerschaft die silberne Nadel des Deutschen Sänger­bundes überreicht, Ludwig Balser und Philipp R o s i g n o l erhielten die Vereinsnadel für 25jährige aktive Sängerschaft. Für 25jährige Mitgliedschaft er­hielten folgende Mitglieder ein Gedenkblatt: Ludwig

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Die lleutfche Rrbertefront

Werner, Otto Jung, August Balser, Karl Rodenhausen, Heinrich Weller XV., Adolf Müller, Heinrich Weller XVII., Wilhelm Rausch, Heinrich Kreiling XII., Ferdinand Seibert, Ludwig Balser, Otto Seibert, Ludwig Deibel IX., Heinrich Römer, Heinrich D e ch, Heinrich Schnabel, Otto Reuter, Wil­helm O ß w a l d , Georg Keller und Friedrich Lotz. Nachdem die Gastvereine und der festgebende Verein noch einige gut gesungene Chöre zu Gehör gebracht hatten, setzte frohes Festtreiben ein. Mit Tanz wurde das Fest, das in kleinem Rahmen ge­feiert wurde, beschlossen.

ex) Eberstadt, 11. Juni. Am gestrigen 10. Juni wirkte unser Bürgermeister G ö r l a ch feit zwölf Jahren in unserem Bürger- m e i st e r a m t. In dieser langen Zeit hat er sich stets in vorbildlicher und erfolgreicher Weise für das Wohl der Gemeinde eingesetzt. Bei der Bevöl­kerung erfreut er sich daher überall größter Beliebt­heit. Am heutigen 11. Juni kann Frau Marie Bender Wwe., geb. Görlach, eine der ältesten Einwohnerinnen unseres Dorfes, im Kreise ihrer Familie ihren 8 2. Geburtstag begehen. Leider läßt der Gesundheitszustand der Greisin mancherlei zu wünschen übrig.

Kreis Bübingen.

* Nieder-Mock stabt, 10. Juni. Die in den siebziger Jahren stehende Witwe Margarete Kranz von hier stürzte so unglücklich, daß sie einen schweren Oberschenkelbruch davontrug und nach Gießen in die Klinik gebracht werden mußte.

Kreis Alsfeld.

* Alsfeld, 10. Juni. In dem Kreisort S t o r n d o r f wurde heute der Postschaffner i. R. Martin Stehr von einem Postomnibus an­gefahren und eine Strecke weit mitgeschleift, bevor der Wagen zum Stehen kam. Der Mann wurde so erheblich verletzt, daß er nach Gießen in die Klinik gebracht werden mußte.

Preußen.

Scharfschießen bei Erda.

In der Zeit vom 17. bis 18. Juni finden täglich von 717 Uhr auf der Schußbahn bei Erda Schießübungen mit scharfer Muni­tion statt. Gefährdet ist das Gelände im Raume Erda, Frankenbach, Krumbach, Fellingshausen, Oberförsterei Strupbach, Königsberg und Hohen­solms. Das gefährdete Gelände ist durch Posten abgesperrt und muß eine Stunde vor Beginn des Schießens bis eine Stunde nachher von jedem Verkehr freibleiben. Das Betreten des abgesperr­

ten Geländes, sowie der durchführenden öffent­lichen und privaten Wege wird für die Dauer der Absperrung wegen Lebensgefahr polizeilich ver­boten. Den Anordnungen der Absperrposten ist unbedingt Folge zu leisten. Die Absperrposten haben die Rechte und Pflichten eines Wachtpostens.

Kreis Biedenkopf.

LPD. G l a d e n b a ch , 10. Juni. Beim Rangieren auf der Eisengießerei Aurorahütte bei Erdhausen wurden, wie gemeldet, dem Arbeiter Debus beide Beine abgequetscht. Der Schwerverletzte ist nunmehr im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen.

Sommerspiele.

Obwohl sich heute die zeitlichen Grenzen zwischen Sommerspielen und Winterspielen stark verschoben haben und diese Bezeichnungen nicht mehr die Spielarten genügend kennzeichnen, sei doch dieser Ausdruck als Sammelbegriff für Schlagball, Faust­ball, Schleuderball und Tennis beibehalten.

Außer der zeitlichen Beschränkung auf die wär­mere Jahreszeit unterscheiden sie sich noch von den Winterspielen dadurch, daß bei ihnen der körper­liche Kampf Mann gegen Mann mit seinen unver­meidlichen Auswüchsen fehlt. Und trotzdem liegt auch in ihnen die Möglichkeit zum harten Kampf um den Sieg unter ganzem Einsatz aller Kräfte.

Als erstes taucht da aus der Schulzeit in der Erinnerung das Schlagballspiel auf. Wegen der eingeworfenen Fensterscheiben bei Schülern und Direktoren ungleich beliebt. Ein Spiel, das vielseitige Veranlagung erfordert, muß doch der Spieler ein guter Läufer, ein guter Fänger und Werfer und ein guter Schläger sein. Wir wissen, daß diese Eigenschaften selten alle miteinander in jedem der 12 Spieler vereint sind. Nur langjährige Uebung kann hier eine gute Mannschaft bilden. In den Vereinen unserer Gegend ist es daher in der Nachkriegszeit nicht mehr betrieben worden, und leider ist es heute in ganz Deutschland nicht besser, so daß man es zu den aussterbenden Spie­len rechnen muß. Die in kürzerer Zeit zu einem befriedigenden Ergebnis führenden Kampfspiele Fußball und Handball haben ihm den Todesstoß versetzt. Da helfen auch alle Versuche, die in den letzten Jahren zu seiner Belebung unternommen werden, nichts mehr. Wenige Spitzenmannschaften thronen einsam auf schwer erreichbarer Leistungs­höhe, mit denen wohl auch dieses urdeutsche Spiel verschwinden wird.

Man wundert sich daher, daß Faust ball im Gegensatz hierzu ständig an begeisterten Anhängern gewinnt. Es mag daran liegen, daß man selbst in den kleinsten Landvereinen heute von Anbeginn die richtige Schlagart erlernt, die schnell zu einem siche­ren Beherrschen führt. Ein Spiel für die Schule ist es nämlich wegen seiner geringen Teilnehmerzahl von 10 für zwei Mannschaften nicht. Ihm hat seit nunmehr einem Jahrzehnt die Pionierarbeit des langjährigen deutschen Meisters Licht - Luft - Bad Frankfurt und seines Lehrmeisters A. Rübenhagen eine ungeheure Kampfkraft verschafft. Einwand­freies Schlagen man schlägt nämlich heute nicht mehr der Bezeichnung Faustball gemäß mit der Faust, sondern mit der Innenseite des Unterarms und systemvolles Spiel haben sich durchgesetzt und damit das Spiel für Spieler und Zuschauer in gleicher Weise spannend werden lassen, wie man es sonst nur von den großen Kampfspielen kennt. Auch die körperliche Leistung, insbesondere Gewandtheit und blitzschnelles Denken, ist nicht minder groß, man darf vielleicht sogar behaupten, eher größer, da ein Faustballer an einem Tag oft fünf- sechs und mehr Spiele durchstehen muß. Den großen Vorzug aber hat es vor allen anderen Spielen, daß es von Klein auf bis ins hohe Alter von Männern und Frauen gespielt werden kann. Auch sind die zehn

Spieler für die zwei Mannschaften meist zur Stelle, so daß jede Uebungsstunde zu einem Wettspiel aus­gebaut werden kann.

So hat sich im Gegensatz zum Schlagball das Faustballspiel in Gießen und seiner weiteren Um­gebung eine große Schar begeisterter Anhänger ge­winnen können, die auch leistungsmäßig einen Ruf hat. Die Turnerinnen des Mto. und die 1846er Tur­ner find im vergangenen Jahre Gaumeister gewesen und haben auch sonst schon auf einer Reihe von großen Turnieren gegen die beste deutsche Klasse sehr gute Erfolge erzielt.

Völlig unbekannt ist leider in unserer Gegend das Schleuderballspiel. Hervorgegangen aus dem Hin- und Hertreiben beim Uebungswurf hat sich ein hartes Kampfspiel entwickelt, härter als Fußball und Handball, denn es gehört schon ein ganzer Kerl dazu einen 50 bis 60 Meter weit ge­schleuderten Ball an der Brust zu fangen oder den hart geschockten Ball abzustoppen. Es ist auch ein Spiel für die Zuschauer, da man, ähnlich dem Tor­erfolgt, den Sieg einer Partei an dem Ueberwerfen der 100 Meter auseinanderliegenden Hintergrenzen erkennen kann. Ganz vorzüglich aber ist dieses Spiel für Landvereine geeignet, die über keine ebenen und genügend großen Plätze für die anderen Spielarten verfügen. Schleuderball kann man auf einem Stoppelacker spielen, da der Ball nicht zu springen braucht. Vielleicht wirbt man mal im Ersatz für Schlagball lieber für dieses deutsches Spiel, als daß man etwa das fremde Baseball einführt.

Und nun zuletzt zum Tennis, das man zu Unrecht lange als das Spiel der besser gestellten Volkskreis« bezeichnet hat. Glücklicherweise ist mit diesem Vorurteil, das weniger von feiten seiner jahrelangen Anhänger als von den überwundenen klassenkämpferischen Gedankengängen früherer Jahre errichtet wurde, heute gebrochen worden. Seit wenigen Jahren hat sich, auch Dank der Mitarbeit der Deutschen Turnerschaft, die Anhängerschaft un­geheuer vervielfacht und damit automatisch erreicht, daß die Preise für Spielgeräte und Plätze gesenkt wurden. So konnten immer weitere Kreise dem weißen Sport zugeführt werden, die nach Jahren auch zu einer Steigerung der Spitzenleistung führen werden. Nach Jahren, denn dieses Spiel setzt wie kein zweites zähes lieben voraus, bis man die ersten achtbaren Erfolge verbuchen kann. Man vergleiche ja nicht das sportliche Tennis mit dem der Tanz­stundenzeit. Dem Könner aber gibt es eine große Befriedigung, wenn er auf sich allein gestellt mit dem Einsatz aller körperlichen und geistigen Fähig­keiten den Sieg erringen will.

Damit sind die zu den Kampfspielen zu rechnen­den Sommerspiele besprochen. Es gibt zwar noch eine ganze Reihe von Unterhaltungsspielen, die man heute sogar in Wettkampfjahren betreibt. Sie wer­den aber immer hinter den ersteren zurückstehen müssen, da diese ganz andere Leistungen körperlicher Art verlangen und die daher mit Vorrang zu den besten deutschen Leibesübungen gezählt werden müssen. Wiloh.

Aus aller Wett.

Die pfingstfeierlage in Berlin.

Die beiden P f i n g st f e i e r t a g e standen in Berlin völlig.im Zeichen des schönen Wetters und der sommerlichen Hitze. Hunderttausende waren schon am Pfingstsamstag der Steinwuste entronnen, um die Feiertage an der See, im Walde oder llN Gebirge zu verbringen. Die Reichsbahn hatte nicht weniger als 250 Sonderzüge eingesetzt, in denen kaum ein freier Platz zu finden war. Am ersten Feiertag setzte dann der Hauptstrom der Aus­flügler nach den Ausflugsorten in der Umgebung Berlins ein. Starken Zuspruch wiesen auch die Pfingstfrühkonzerte auf. Ebenso hatten die Frei­bäder an beiden Feiertagen einen Rekordbesuch zu verzeichnen und auf den Seen und Flüssen in der Umgebung der Reichshauptstadt waren Zehntau­sende mit ihren Wasserfahrzeugen unterwegs, um Luft und Sonne voll zu genießen. Auch auf den Landstraßen in der näheren und weiteren Umge­bung Berlins war ein Riesenverkehr zu beobachten. Als am Abend des zweiten Feiertages die Berliner ausgeruht und braungebrannt wieder ihren Woh­nungen zustrebten, mußten alle verfügbaren Kräfte und Fahrzeuge der Verkehrslinien herangezogen werden, um den Riesenandrang zu bewältigen. Am Dienstag geht das arbeitende Berlin wieder mit neuen Kräften ans Werk.

Trauerfeier für Generaloberst von Linsingen.

Unter starker Beteiligung der Bevölkerung und Garnison Hannover wurde Generalober st Alexander von Linsingen zur letzten Ruhe getragen. Blumenschmuck füllte den Altar­raum wo der Sarg des Verewigten, umgeben von den Fahnen des Infanterieregiments 74, aufgestellt war. Vier Offiziere hielten die Totenwache. Im Mittelschiff der Kirche sah man neben den Familien­mitgliedern und den Vertretern der Behörden die Vertreter des Heeres und der alten Generalität, darunter Generalleutnant D o l l m a n n , der mit der Vertretung des Oberbefehlshabers des Heeres, General d. Art. Frhr. v. Fritsch, beauftragt war, ferner Ministerpräsident Klagges und Staats­minister Alpers. Divisionspfarrer Otto gedachte der erfolgreichen Lebensarbeit des Entschlafenen. Nach dem gemeinsamen Gesang eines Chorals trat der Oberbefehlshaber des Gruppenkommandos II, General der Artillerie Ritter von Leeb, an den Sarg, um im Auftrage des Obersten Befehls­habers der Wehrmacht, des Führers und Reichskanzlers, des Reichskriegsministers und des Gruppenkommandos II Kränze am Sarge des Entschlafenen niederzulegen. In einer kurzen Ansprache hob er die Verdienste des vorbildlichen Heerführer hervor. Ferner ließ der Oberbefehls­haber der Luftmacht, General Göring, einen Kranz niederlegen. Im Namen der SA. und der Provinz Hannover legte Stabschef Lutze einen Kranz nieder. Nach weiteren Kranzniederlegun­gen wurde der Sarg unter Glockengeläut durch sechs Unteroffiziere herausgetragen, um nach dem neuen St.-Nikolai-Friedhof'übergeführt zu werden, wo unter militärischen Ehren die Beisetzung er­folgte.

Fünf lote, 22 Verletzte bei einem Autobusunglück.

In Neuenburg bei Malvilliers im Val de Ruz (Neuenburger Jura) fuhr ein Autobus aus Burg- darf (Kanton Bern) in einer Kurve über den Stra­ßenrand hinaus und stürzte die Böschung hinunter. Fünf Personen wurden getötet und 22 ver­letzt, davon acht schwer.

Frankfurter Schlachtviehmarkt.

Frankfurt a. M., 11. Juni. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb 576 Rinder (75 Ochsen, 35 Bullen, 302 Kühe, 161 Färsen), 510 Kälber, 3672 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 36 bis 42 Mark, Bullen 34 bis 42, Kühe 26 bis 42, Färsen (Kalbinnen) 34 bis 42, Kälber 34 bis 63, Schweine 38 bis 52 Mark. Marktverlauf: Rinder lebhaft, Kälber und Schweine langsam.

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