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Nr.M Erstes Blatt

185. Jahrgang

Samstag, ft. Mai 1935

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Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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Deutsche Mütter - deutsche Zukunst.

Der Reichs- und preußische Minister des Innern, Dr. Frick, gewährte derRheinischen Landeszei- tung" aus Anlaß der Eröffnung der Ausstel­lungFrau und Volk" in Düsseldorf eine Unterredung. Der Minister äußerte sich mit Worten hoher Anerkennung über die Tatkraft und Ent­schlossenheit, mit der die nationalsozialistischen Frauen unter Führung ihrer Reichsfrauenschafts­leiterin Frau Scholtz'Klink dieses Werk in Angriff genommen und vollendet hätten.

Muiieriag.

Von Dr. Frick, Veichsminister des Innern.

Ein Tag im Jahr gehört den deutschen Müttern. Den vielen Millionen Frauen, die Tag für Tag in nimmermüder Schaffensfreude in Haus und Hof, dem Mann, den Kindern, der Familie und damit dem ganzen Volke leben, gilt dieser Tag. Er soll ein Tag der Besinnung sein.

Es ist kein Zufall, daß wir den Muttertag im Monat Mai feiern, wenn die Natur sich wieder erneuert, das junge Grün in Wald und Feld sprießt und prangt und die Ewigkeit des Aufer- ftehens, der Wiedergeburt in der Allmutter Natur allen sichtbar wird.

Der Muttertag soll uns allen, die wir in täglicher Gewöhnung das Werk der Mutter empfangen, er­innern, wie erhaben und groß die Aufgabe der deutschen Frau ist. Die Mütter selbst sollen diesen Tag in stolzem Frohsinn feiern, ihrer Sendung und ihrer Mutterfreuden gedenkend, die Kinder aber sollen ganz besonders an diesem Tage sich der Ehrfurcht vor Mutter und Frau bewußt werden.

Und jeder einzelne soll diesen Tag in festlicher Freude begehen, sich daran erinnernd, was wir den Müttern unserer Mutter und der Mutter unse­rer Kinder danken. Das ganze deutsche Volk soll sich an diesem Tage bewußt werden, wie schön und erhaben es ist, Mutter zu sein, und wie schön es ist, eine Mutter zu haben.

Wie unendlich sind doch die Gaben, die eine gute Mutter an Haus und Herd, an Mann und Kinder verschwendet. Wer ermißt ihren großen Pflichten­kreis, und wie oft gehen wir an den täglichen Sor­gen, Pflichten und Arbeiten der Frau achtlos vor­über. Wie leicht vergessen wir, was eine gute Mutter in ihrer höchsten und größten Pflicht, in ihrer Mutterschaft, in der Zeit des Werdens eines neuen Lebens und in der Pflege der Heranwachsen­den Kinder an Sorgen und Aufgaben auf ihre Schultern nimmt. Viele, allzu viele Frauen müssen diese Pflichten in schwerer Not tragen. Viele Mil­lionen Frauen sind neben ihrem Mutterberuf ge­zwungen, für die Erhaltung der Familie e r - werbstätig zu sein, und unendlich viele Frauen müssen das Mutterglück zeitlebens entbehren. Mehr als 11 Millionen Frauen find im Deutschen Reiche berufstätig. Das liberalistifche Zeitalter, das nun endgültig überwunden ist, hatte keinen Sinn für die Bedeutung der Frau im Volk und Staat und stand den Mißständen der Frauenarbeit teilnahms­los gegenüber.

Der Nationalsozialismus hat auch auf dem Ge­biete der Frauenarbeit unendliche Schäden zu heilen, die ihm das Erbe einer Üblen Vergangen­heit hinterlassen hat. Sein Ziel ist es, die deutsche Frau wieder zum Mittelpunkt der Fami­lie zu machen, sie wieder dem eigentlichen Beruf der Frau, Mutter und Erzieherin zu sein, zurückzuführen. Das ist nur durch Sicherung und Erweiterung des Nahrungsspielraumes des Volkes, durch Arbeitsbeschaffung für die Familienväter, durch Stärkung der Wirtschaftskraft der breiten Masse unseres Volkes möglich. Die Regierung Adolf Hitlers hat, seitdem sie an der Macht ist, ihre ganze Kraft zur Lösung dieser Aufgaben eingesetzt. Noch ist viel Arbeit nötig, um das gesteckte Ziel zu er­reichen, aber unendlich vieles ist bereits besser ge­worden. Millionen Erwerbslose sind wieder an die Arbeitsplätze zurückgekehrt und in Millionen Fami­lien ist neue Hoffnung eingekehrt.

Aber die Frauenfrage, ine der National­sozialismus sieht, darf nicht nur von der mate­riellen Seite her betrachtet werden, sie ift, genau so wie alle anderen großen Fragen unseres Volkes, eine seelische Angelegenheit. Wie der Mann als Kämpfer der Bewegung der Volksge­meinschaft dient, sich ganz hingibt und in ihr, auf­geht, für sie kämpft und bereit ist, selbst fein Leben hinzugeben, so fordert unsere Zeit von der deutschen Frau, daß sie ihren Wirkungsbereich nicht allem in den engen Bezirken der Familie erblickt, sondern auch erkennt, daß sie der großen Familie der deutschen Volksgemeinschaft zu­gehört, der wir alle auf Gedeih und Verderb verschrieben sind. ~ ...

Der Muttertag soll die deutsche grau auf ihre Stellung innerhalb des Volkes hm- lenken; er soll ihr das Bewußtsein geben, daß sie nicht nur Mutter im engsten Familiensinne fei, sondern auch d i e Trägerin der Zukunft unserer Nation, die Bewahrerin des Lebens der Art und Rasse unseres Volkes ist. So aufge­faßt, wird der Muttertag zu einem großen Be­kenntnis der schicksalhaften Verbundenheit der grau mit dem Werden und der Größe der Nation. Der Muttertag soll ein Tag sein, an dem wir alle uns als die Kinder der Mutter Deutsch­land fühlen, deren treuester Sohn Adolf Hitler, der Führer in eine neue Zeit ist.

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(Aufnahme: E. Hase, grantfurt a. M.)

Lunge Frau in Erwartung.

Draußen weht an deinen wachen Sinnen Lärm der Welt vorüber und verrauscht Ohne Nachhall deinem Ohr-, es lauscht Ganz verzaubert tief nach innen

Kann kein Mann begreifen was du weißt Und mit deinem Lächeln still besiegelst: Wie du, atmend, dich lebendig spiegelst. Weil dein Blutsirom zwiefach in dir kreist.

Ginn her Familie.

Von Dr. Wilhelm von Schramm

Keine gamilie ist für sich selber da, keine um ihres eigenen Lebens willen bedeutsam, sondern jede nach Maßgabe ihrer Kräfte dazu verpflichtet, mit tüchtigen Männern und vorbildlichen grauen an der Zukunft unserer Volksgemein­schaft mit zu gestalten.

Der Begriff der Volksgemeinschaft muß vor allem für den gamilienforfcher lebendige Anschauung werden. Denn er sieht ja am besten, wie jeder Teil, jeder einzelne durch die Ahnen mit dem großen Ganzen zusammenhängt. Er wird freilich auch dabei erkennen, daß der Volks­körper nicht aus einer gleichförmigen Masse besteht, sondern aus mannigfaltigen Gliedern, Organen und Unterorganen, von denen jedes feinen bestimm­ten Charakter hat. So ist auch die deutsche Volks­gemeinschaft von Natur aus in Stämme ge­gliedert, die Stämme selber in lebendige Volksgruppen, wie etwa die Bajuvaren in Altbayern und Oesterreicher, und weiter find diese Volksgruppen in Sippen geteilt, die in bäuer- licben Gegenden noch einen starken Zusammenhalt bedeuten. Die gamilie schließlich ist die kleinste, aber wichtigste Zelle der Volksgemeinschaft.

Durch ihre Männer empfängt die gamilie den Geist und Charakter, die Freiheit und Selbständig- feit, durch ihre Mütter jedoch hängt sie mit der Gesamtheit des Volkes, mit anderen Sippen und Arten zusammen, deren Blut sie dem eigenen an­zugleichen hat daher die häufige Spannung zwischen Schwiegersohn und Schwiegermutter! Diese Angleichung geschieht indessen im allgemeinen vollkommener als gemeinhin angenommen wird. Denn jede gesunde und starke gamilie hat durch­aus nicht die Neigung, möglichst viele differenzierte Persönlichkeiten, sondern möglichst eindeu­tige Charaktere und gleichbleibende Typen hervorzubringen, welche Neigung in der Regel noch durch die bekannteKinderstube" ver­stärkt wird, die sich meist ausschlaggebender als alle späteren Lebenseinflüsse erweist. Der Einzel­mensch nimmt auf diese Weise an einer Ordnung teil, die überhaupt erst ein soziales Zusammenleben ermöglicht.

Jede gamilie hat ihren Charakter, ihre starken und schwachen Seiten und ein bestimmtes Maß von Lebensenergie. Sie hat auch gute und schlechte Seiten, unfruchtbare und schöpferische Pe­rioden. Sie kann entarten, verderben und zu­grundegehen wie jeder Organismus; fie kann alle Kräfte darauf verwenden, Besitz zu erwerben und Erworbenes zu vermehren ja nur diese Art des Besitztriebes scheint einigermaßen erträglich, weil sie zugleich Kultur des Besitzes vermittelt, oder aber ihr Sinn besteht darin, etwa einen gro­ßen Dichter, Künstler, Erfinder ober Gelehrten hervorzubringen, der bann alle geftaüenben Kräfte ber Ahnen noch einmal in einer gewaltigen Leistung zusammenfaßt. Das beweist bas Bei­spiel der Familie Goethe, die sich in Johann Wolfgang vollendete, um nach diesem Höhepunkt abaugleiten und auszusterben.

Auch der politische Deutsche ist in neuer Zeit häufig der Sinn einer Familie. So sind auch die Führer der deutschen Freiheitsbewegung ganz offenbar das Ziel und der Sinn ihrer Familien gewesen, ohne daß sie für ihre spätere Bestimmung erzogen oder ausgebildet wurden um so größer aber war die Kraft der Natur, die Energie, ber Gestaltungswille, der ihnen blutmäßig, von dem guten Geist ihrer Väter und Mütter verliehen wor- den war. Es ist gleichsam der politische Genius

Seit dem Tage, da du jäh erblaßtest Vor dem Schicksal und dem großen Glück Brausend strömte all dein Blut zurück. Daß du zitternd nach dem Herzen faßtest.

Reichsminister Dr. Frick äußerte sich dann über die Frage der Frauenarbeit. Er sagte u. a.: In der Deutschen Arbeitsfront allein find mehr als 11 Millionen werktätiger Frauen zusammengefaßt. Fast zwei Fünftel aller Erwerbstätigen sind Frauen. Nach dem Weltkrieg ist die Frauenarbeit gewaltig gestiegen: Die Not der Nachkriegszeit hat Taufende Frauen gezwun­gen, an Stelle ihres Mutterberufes oder neben ihm einem Erwerb nachzugehen. Das ist vielfach eine Ursache von schlimmsten Folgen für die Familie und für die Frauen selbst geworden. Der ureigent­lichste Beruf der Frau ist es nun einmal, als Mut­ter und Erzieherin der Kinder dem hohen Dienst an der Nation zu obliegen. Der Nationalsozialis­mus will daher die Frau in weitestmöglichem Um­fange wieder der Familie zurückgeben. Darum hat die Reichsregierung bei allen Steuermaßnahmen, bei den Ehestands­darlehen, bei der Besoldung ihrer Beam­ten, Angestellten und Arbeiter immer darauf Rück­sicht genommen, die Lebenslage der Familien so zu gestalten, daß die Frauen nicht gezwungen wer­den, einem Beruf nachzugehen, sondern sich voll und ganz der Familie widmen können

Ich bin überzeugt, daß die Mißstände auf dem Gebiet der Frauenarbett mit der Zett völlig ver«

Keiner, der wie du erschauernd spürte Tief geborgen zarter Glieder Spiel Seit dem Tage, da es Gott gefiel Und der Engel deine Stirn berührte.

Hans Thyriot.

schwinden werden. Die Reichsregierung strebt die­sem Ziel unentwegt zu Die Voraussetzung dazu heißt: Schaffung eines größeren Lebensfpielraumes für die Familie. Diesem Ziele gilt der ganze Kampf der Regierung und alle ihre Maßnahmen. Aller­dings wird es immer eine Anzahl B e - rufe geben, die ihrem ganzen Wesen nach den Frauen vorbehalten bleiben. Das sind aber auch Berufe, die weder soziale noch andere Schä­den im Leben der Frau verursachen, Berufe, die ihnen zukommen und vorbehalten bleiben.

Dr. Frick schloß, gerade die Düsseldorfer Ausstellung, wie die ganze gewaltige Glie­derung der Reichsfrayenschaft beweise, wie wohl­tätig sich die Beseitigung der politischen Zerrissenheit auf dem Gebiete der Frauen­gliederung ausgewirkt habe. Jetzt erst werden die deutschen Frauen in vollstem Umfange zeigen kön­nen, was sie zu leisten imstande sind. Das Ziel der nationalsozialistischen Frauenschaft sei die Erziehung zur schlichten, volksbewußten, geistig und seelisch starken deutschen Frau, die sich ihrer hohen Stel­lung und Aufgabe als Mutter und Erzieherin des kommenden Geschlechts voll und ganz bewußt ist. Diese Erziehungsarbeit -u fördern und zu unter­stützen, ist eine wichtige Aufgabe der Regierung Adolf Hillers.

des Volkes selbst, der bis dahin ganz unbekannte Familien zu seinem Werkzeug ausersehen hat, ohne nach Stand und Besitz zu fragen. Die Fa­milie Hitler ist hierfür das beste Beispiel.

Wir wollen hier nur feststellen, daß sie wahr­scheinlich niemals den Retter des deutschen Volkes geboren hätte, wenn sie nicht aus gesundem bäuer­lichem Stamme entsprossen und einer bestimmten Landschaft verbunden geblieben wäre. Freilich hatte sie auch bereits an Stelle der bäuerlichen Verwur­zelung eine gewisse Freizügigkeit erreicht, die in­dessen den politischen Werdegang des Führers ent­schieden begünstigte. Jedenfalls hat Adolf Hitler durch feine Familie eine starke bajuvarifche Volks­natur Untertan- und Donauländischer Prägung empfangen, durch die er eine stärkere Neigung zu Großdeutschland als zu dem habsburgischen Oester­reich gewann. Durch seine Familie gehörte er auch der bayerischen Ostmark zu, der wir die Ueberüefe* rung des Nibelungenliedes verdanken und eine lebendige Gegenwart nordischen Brauchtums, das sich gerade um Inn und Salzach in der katholischen Hülle bis in unsere Tage erhalten hat. So erschei- nen viele Eigenschaften des Führers als typische Eigenschaften des Volksschlags seine Familie: Seine Herkunft wurde für seine großdeutsche Tat von ent­scheidender Bedeutung, wenn auch der letzte Grund seiner Berufung, genialen Begabung und Auser­wählung für den zergliedernden Verstand immer geheimnisvoll bleiben wird.

Rudolf Heß, der Stellvertreter des Führers, hat feinen Vätern vielleicht noch mehr zu verdanken als Adolf Hitler. Eigentlich ist er Auslandsdeutfcherr fein Großvater, der geborener Wunsiedler war, ist 1849 aus Deutschland ausgewandert, er selbst in Aegypten, in Alexandrien, geboren, aber die Hetz haben trotzdem in drei Generationen nicht aufge»