die weit zurückgreift in die Zeit unserer Vorväter." Der Reichsbischof erwähnte dann, daß der Zufall es wolle, daß Ministerpräsident Göring und seine Frau beide den gleichen Konfirmationsspruch mitbekommen hätten. Er wolle diesen Konfirmationsspruch ihnen auch jetzt wieder mit auf den Weg geben: „Sei getreu bis in den Tod, so will ich Dir die Krone des Lebens geben."
Nach der Traurede spielte das Staatsoper n- O r ch e st e r unter Leitung des Operndirektors Prof Clemens Krauß den „Hochzeitsspruch" von Paul Graener. Die Soli dieser herrlichen Hymne fangen Kammersängerin U r s u l e a c und Kammersänger Völker. Ihre klangschönen Stimmen vereinigten sich mit dem Orchester zu einer einzigartigen Huldigung der Künste.
Während sich die Gemeinde von ihren Plätzen erhob, nahm dann der Reichsbischof die Trauung vor. Nach dem feierlichen Akt sang die Gemeinde den Choral „Großer Gott, wir loben Dich" und im Anschluß daran sang Kammersänger Helge Roswaenge mit seiner strahlenden Tenorstimme „Es muß ein Wunderbares sein", von Franz Liszt. Nach dem Vaterunser erteilte der Reichsbischof dem Brautpaar den Segen. Mit dem Sanctus aus der „Hohen Messe" von Bach, gesungen vom Staats- und Domchor unter Orgelbegleitung von Professor Ramin schloß die Hochzeitsfeier. Unter den Klängen der G-Dur- Fantasie von Bach verließ dann das Brautpaar mit dem Führer, den Brautjungfern und Brautführern und den übrigen Hochzeitsgästen in langsamem Zuge den Dom. 10 Generale der Luftfahrt bildeten am Ausgang Spalier und kreuzten die Degen zu Ehren des Führers und Brautpaares.
Vegeisterie Huldigungen vor dem Dom.
Vor dem Dom find die Ehrenkompanien der Fliegertruppe und des Regiments „General Göring" aufmarschiert. Zur Rechten und Linken bis hinab zur Anfahrt stehen die Kreisjägermeister und Forstassessoren Spalier. Die letzten Orgeltöne aus dem Dom verklingen. Das große Portal öffnet sich, und unter den Klängen des Präsentiermarsches, dem das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied folgen, erscheint Ministerpräsident Göring mit seiner Gattin am Arm. Die Chargierten der studentischen Korporationen kreuzen die Klingen. Feierlich schallt das Glockengeläut aus der Kuppel des Domes, als der Ministerpräsident mit seiner Gattin auf der Treppe sichtbar wird. Ein ungeheurer Jubel bricht los. Mit erhobenen Armen grüßen der Ministerpräsident und seine Gattin. Erneuter Jubel, während die Neuvermählten sich immer wieder dankend verneigen. Schnell hat sich die große Freitreppe mit den Festteilnehmern gefüllt. Man sieht die Diplomaten, Minister, Fliegergenerale, hohe SA.- und SS.-Führer und mitten unter ihnen den Führer, stürmisch begrüßt von der riesigen Zuschauermenge.
Als sich der Jubel der Bevölkerung gelegt hat, schreiten die Neuvermählten langsam die Treppen hinab und begeben sich zur Rückfahrt zu dem reich mit Blumen geschmückten offenen Wagen. Der Führer hat sich inzwischen durch die spalierbildenden Formationen ebenfalls zu seinem Wagen begeben und verläßt unter stürmischen Heilrufen mit den Neuvermählten den Lustgarten. Noch lange harren die vielen Zuschauer im Lustgarten aus, um das farbenprächtige Bild zu genießen, das die Abfahrt der Ehrengäste bietet. Durch die Straßen hallt noch lange der Marschtritt der abziehenden Formationen, unter denen man auch noch den Freiwilligen Arbeitsdienst, die HI., den NS.-Front- kämpferbund und die Teno sah.
Das Hochzertsmahl.
Vor dem Hauptportal des „K a i s e r h o f s" hatten Ehrenformationen der SS., SA., des Feldjägerkorps und des Deutschen Luftsportoerbandes mit einem Musikzug Aufstellung genommen. Von 14 Uhr ab gab es kein Durchkommen mehr. Festliche Stimmung unter den Massen, die geduldig ausharrten, bis dann gegen 15 Uhr von der Wilhelmstraße brausende Heilrufe das Nahen der Erwarteten ankündigten. Schmetternd hallten dis Klänge des Trommelwirbels und eines Marsches über den Platz, und unter einem Baldachin schützend erhobener Arme fuhr das Brautpaar zum Portal des Hotels „Kaiserhof".
Die Hochzeitsfeier im Saal des für die nationalsozialistische Bewegung historischen „Kaiserhof" gestaltete sich zu einem echt nationalsozialistischen Familienfest. . Ministerpräsident Göring hatte nicht die Spitzen des Staates und der Partei geladen, sondern in erster Linie die ihm nahestehenden persönlichen Freunde, seine Verwandten, unter denen man auch zahlreiche Angehörige Karin Görings bemerkte, seine engsten Mitarbeiter, die A n g e st e l l t e n seines Hauses und neben einer Reihe von Offizieren des Reichsheeres und der Reichsluftwaffe auch Zahlreiche Unteroffiziere des Heeres und Wachtmeister der Landespolizei. So bekam diese Feier einen harmonischen Klang und wurde nicht zur Hochzeitsfeier eines Würdenträgers, sondern zur Hochzeitsfeier eines nationalsozialistischen Kämpfers, der von frühester Zeit sich zu Adolf Hitler bekannte und schon am 9. November 1923 für ihn sein Blut gab.
Das brachte auch der Führer ;um Ausdruck, der in einer kurzen Ansprache betonte, daß er nicht gerne Tischreden halte, daß es ihm aber eine angenehme Pflicht sei, seinem alten lieben Kampfgenossen und seiner Lebensgefährtin von herzen Glück zu wünschen. Das beide sich in der Kampfzeit kennengelernt hätten, sei ein besonders glückliches Finden.
Reichswehrminister Generaloberst von Blomberg überbrachte die Glückwünsche aller Soldaten der Wehrmacht und begrüßte insbesondere Frau Göring, die man ungern als Künstlerin scheiden sehe, die aber in ihrem neuen Lebensabschnitt Sinnbild der Tugenden sein werde, die sie auf der Bühne verkörpert habe. Sie werde eine echte Minna von Barnhelm, eine echte Soldatenfrau, bleiben. Mit dem ihm eigenen urwüchsigen Humor hielt dann der persönliche'Freund Görings, Reichsminister Kerrl, eine Rede', in der er insbesondere die deutsche Frau pries. Als Leiter der Heimatstadt Frau Görings sprach regierender Bürgermeister Krogmann -Hamburg dem Brautpaar seine Glückwünsche aus und bemerkte, daß diese Hochzeit ein weiterer Schritt zur Verreichlichung Hamburgs sei! Für die Verwandtschaft und die Freunde des Brautpaares sprach der Schwager Karin Görings, Graf Rosen. Er betonte, wie Hermann Göring sich in der Zeit der Verfolgung in Schweden wohlgefühlt habe, so fühlten sie sich heute als Schweden in
Deutschland besonders wohl. Er und alle seine Verwandten fühlten sich auch der Lebensgefährtin Hermann Görings tief verbunden, desgleichen der große Freundeskreis, den Hermann Göring in Schweden habe. Diese Verbundenheit beziehe sich auf die gesamte deutsche Nation.
Bei der Abfahrt des Brautpaares und der Hochzeitsgäste war das Gedränge auf dem Wilhelmplatz und den anliegenden Stra
ßen noch viel größer geworden, do inzwischen die Betriebe geschlossen hatten und abermals Zehntausende sich auf den Weg ins Regierungsviertel gemacht hatten. So war die Hochzeit des alten nationalsozialistischen Kämpfers Hermann Göring keine Privatangelegenheit, sondern eine Angelegenheit des ganzen deutschen Volkes, das die Verdienste dieses Mannes kennt und würdigt und auch an seinem Ehrentage mit ihm denkt und fühlt.
Aus der Provinzialhauptstadt.
Gartenglück.
Zweierlei möchte man jeder Familie wünschen: eine ausreichende und behagliche Wohnung und zudem einen freundlichen Garten.
Beides bedeutet dem heutigen Menschen mehr als je Der Lebenskampf ist hart geworden; er treibt hinaus unter die Menschen und stellt in eine Umgebung hinein, die uns nicht immer gefällt; bringt uns mit Menschen zusammen, an denen sich unsere Seele manchmal wundreibt. Ein eisernes Muß umklammert uns unbarmherzig. Die Arbeit, und wäre sie auch die liebste, verzehrt doch unsere Kräfte und zermürbt zuletzt Leib und Seele. Da keimt und wächst ganz von selber die leise Sehnsucht nach zuhause im Herzen auf. Und wie glücklich fühlen wir uns, wenn.wir die Schwelle zum eigenen Heim überschreiten und die fremde Welt hinter uns wissen!
Zwischen unseren Wänden fühlen wir uns geborgen; da wird uns Ruhe und Frieden, da sind wir Eigene und Freie. Besitzen wir einen Garten, dann zieht es uns an milden Tagen in diese umfriedete Stätte ebenso zaubergewaltig wie in unsere Wohnräume. Es ist das Wesen und der hohe Vorzug eines Gartens, daß er nicht nur unserem Leibe die Ruhe beut, sondern auch der abgehetzten Seele zum wohligen Asyl wird.
Es gibt für die abgespannten, abgearbeiteten Menschen kaum ein besseres Sanatorium als der Garten.
Wir sind heute viel zu naturentfremdet. Wir haben uns vom ewigen Kräfteborn der Natur entfernt, wie sich manchmal ein Kind von seiner Mutter verirrt. Diese Verirrung spüren wir auch im innersten Herzen, selbst inmitten der fortgeschrittenen Zivilisation. Daher lockt der Garten. Es ist ein Stuck Natur, ein Teil des Saums am Kleide unserer All- mutter, an deren Busen wir neue Lebenskräfte gewinnen, wie der alte Mythos vom Riesen Antäos erzählt, daß ihn jede Berührung mit seiner Mutter Erde neu gekräftigt hätte.
Der Garten verlangt seine Arbeit. Gottseidank! Fast jeder Tag hat seine Aufgabe. Aber sie wird gern getan. Hier lebt sich der Mensch im Tun aus, wie man es von jeder seinerBeschäftigungen wünschen möchte. Es ist der unmittelbare Spieltrieb im Menschen, der zur Arbeit im Garten treibt. Hier ist es anders als im Beruf. Hier schafft nur der freie Wille und gestaltet ein Werk, wie es als Wunschbild in der Seele lebt. Man schreite nur einmal an den vielen Kleingärten vorüber, um die Mannigfaltigkeit der Gartenbilder zu schauen, um daraus die persönlichen Züge ihrer Besitzer zu erkennen. Gartenarbeit ist mit der beste und vielseitigste Sport, der ein gewisses Gegenstück vielleicht nur im Landbau und in der Hausfrauentätigkeit besitzt. Denn da gilt es zu tragen, zu laufen, zu graben, sich zu bücken, zu recken und zu strecken. Dabei wird jedes einzelne Glied aus seiner faulen Ruhe gerissen, der ganze Mensch erlebt eine heilsame Durcharbeitung, in schaffender Arbeit gesundet er. Manche Leiden heilt blr Karten. Lästige Quälgeister wie Heiserkeit, Schnupfen und Kopfweh, die in der Treibhausluft der Stube gedeihen, verschwinden in der Zone des Gartens.
Drum wird der Garten auch sei leicht zum Le- bcnsmittelpunkt der ganzen Familie. Jedes schafft sich da ein Lieblingsplätzchen und verlebt eine Mußestunde. Zwischen den Eheleuten wird der Garten ein gewisses Bindeglied; denn er schafft ja zwischen beiden, die von der gegenseitigen Beru^arbeit oft wenig wissen, gemeinsame Neigungen uno führt dadurch zusammen. In geradezu idealer Weise wird er zur Lebensstätte der kleinen Kinder. Wo wären sie auch besser aufgehoben, wo könnten sie gesünder aufwachsen, wo ein paar Jugendjahre wenigstens am Herzen der Natur atmen? Hat aber der Mensch die Schwelle des Alters erreicht, dann wird er Sommers wieder nirgends lieber weilen als im Garten. Denn hier findet er die Stille, die feinen Jahren gemäß ist, hier kann er ruhen und eine Kleinarbeit treiben, wie sie Stimmung und Kraft gerade ver- lanaen und vertragen.
Auch in äußerer Hinsicht lohnt der Garten. Bringt er auch nicht gerade Reichtümer, so spendet er doch manche köstlichk' Gabe hie die Tafel ziert und hcn Geldbeutel entlastet. Die Arbeit darf freilich nicht emkalkuliert werden. Und bei den Früchten kommt's doch nicht nur auf den gemeinen Nutzen an, sondern "uch auf die G-mntswerte und darauf, daß die Gartengaben die Frische unmittelbarer Natur in sich beracn. „Den Kohl, den du dir selber gebaut, den darfst du nicht nach dem Marktwert schätzen; du hast ihn mit deinem Fleiße betaut, die Würze läßt sich hurrf) nickst^ ersetzen." tlRücfert.)
Weif und schön ist die Welt, doch ach. wie dank ich dem Himmel, haß ein Gärtchen, beschränkt, zärtlich mir eigen gehört!" (Goethe.) P. H.
Deutsche
NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude".
Urlaubszug an die Nordsee (Südengland) vom 6. bis 14. Mai. Kosten 59,— Reichsmark. Schlußtermin für die Anmeldung: 13. April. Um dem ersten Andrang der Hochseefahrten gerecht zu werden, folgt gleich eine zweite Fahrt auf dem Dampfer der Hamburg-Süd- amerikanischen Dampfschiffahrtsgefellschaft „Oce- ana". 640 Teilnehmer werden auf diesem Schiff von Hamburg aus, vorbei an Cuxhafen, vorbei-an den Inseln die Nordsee kreuzen. Nachdem sie am 6. Mai abends die Heimat verlassen haben und in Hamburg Gelegenheit hatten, Hafenrundfahrt und Stadtrundfahrt zu machen und das Leben und Treibet dieses wichtigsten deutschen Umschlags- hafens kennen zu lernen, ist für viele überhaupt die erstmalige Fahrt auf diesen aroßen Seeschiffen ein besonderes Erlebnis. Auch wird sie die Einrichtung eines großen Dampfers besonders interessieren. Es ist ein kleines Gemeinwesen für sich mit allen Einrichtungen, die für den täglichen Lebensbedarf notwendig sind.
Unbestellte Warensendungen.
Der Industrie- und Handelskammer Frankfurt gehen Klagen darüber zu, daß eine Firma H. Buscher, Wuppertal-Barmen, unbekannten Empfängern Rasierklingen unbestellt ins Haus sendet. Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt weist darauf hin, daß der Empfänger solcher unbestellten Warensendungen, vorausgesetzt, daß er nicht mit öem Zusender irgendwie in Geschäftsverbindung
gestanden hat, nicht verpflichtet ist, ^bie Waren anzunehmen. Das Einigungsamt in Sachen des unlauteren Wettbewerbs beim Rhein-Mainischen Industrie- und Handelstag hat in einer Verhandlung gegen eine in seinem Bezirk ansässige Firma dahin entschieden, daß eine derartige Zusendung unbestellter Waren nicht mit den guten Sitten im kaufmännischen Verkehr im Sinne des § 1 des unlauteren Wettbewerbgesetzes zu vereinbaren sei. Die Industrie- und Handelskammer empfiehlt daher den Empfängern solcher Sendungen, die Waren nicht zurückzusenden, sondern nur einige Wochen aufzuheben und zur Abholung gegen Quittung bereit zu halten. Auch ist es zweckmäßig, die Kammer von derartigen Zusendungen zu unterrichten.
Die Kirchensteuer.
Zu unserem gestrigen Abdruck aus den „Aktuellen Steuerfragen", herausgegeben von Wirtschaftsprüfer Hermann Will, erhalten wir vom Evangelischen Dekanat Gießen, Dekan Sattler, folgende Zuschrift:
Abschnitt „1. Senkung" ist geeignet, falsche Hoffnungen zu erwecken, die unerfüllbar sind, und muß richtiggestellt werden. Nach einer bei unseren Akten befindlichen Aeußerung der Landeskirchenkanzlei, Verwaltungsstelle Darmstadt, vom 2. April gilt die fragliche Verfügung nur für solche Landeskirchen, die ihre Kirchensteuer als Zuschlagssteuer von der gegenwärtigen Einkommensteuer erheben und nicht von der Einkommensteuer des letzten bzw. vorletzten Jahres, wie es bei uns in Hessen der Fall ist.
Neue Punktzahl für die sportliche Leistungsfähigkeit im Derufswettkampf
Die Gaujugendwaltung der DAF. teilt mit: Da am Tage öe'r Austragung der sportlichen Prüfungen im Reichsberufswettkampf-Gauentscheid in ganz Deutschland schlechte Witterungs- und Bodenverhältnisse herrschten, die die Leistungen außerordentlich stark beeinträchtigten, wurde die Punktzahl, die von den Wettkämpfern bei der sportlichen Leiftungs- prüfung erreicht werden mußte, reichseinheitlich von 50 auf 45 herabgesetzt. Damit besteht auch für diejenigen Jungen und Mädel, die trotz guter fachlicher und weltanschaulicher Arbeiten die Gauzwischenprüfung nicht bestanden, weil sie beim sportlichen Wettkampf 50 Punkte nicht ganz erreichten, die Möglichkeit, daß sie zu den Endwettkämpfen nach Saarbrücken berufen werden.
75 Jahre Zmker-Organisation in Oberheffen.
Die Fachgruppe Oberhessen der Reichsfachgruppe Imker veranstaltet am dritten Ostertag (23. April) in Gießen eine Feier anläßlich des 75jährigen Bestehens der Fachgruppe, des früheren Oberhessischen Bienenzüchtervereins. Die Feier findet in der Turnhalle am Oswaldsgarten statt und wird u. a. neben Ansprachen und Ehrungen einen Vortrag von Prof. Dr. Koch (Celle) über „Bienenwirtschaftliche Zeitfragen" und die Vorführung eines von Pfarrer i. R. Aisch in Bad-Nauheim zusammengeftellten Bildstreifens über Oberhessens Bienenzucht im Rahmen der hessischen Bienenzucht bringen.
Der Hochtvafferstand der Lahn.
Der Wasserstand der Lahn, über den wir vorgestern und gestern berichteten, hat im Laufe des gestrigen Abends noch an Höhe zugenommen und erreichte in der vergangenen Nacht seinen höchsten Stand. Er lag nur einen Meter unter dem Wasserstand vom 12. Januar 1920, der damals seit einer langen Reihe die größte Hochwasserflut der Lahn gebracht hatte. Im' Laufe der letzten Nacht ist der Wasserstand noch gestiegen, denn es ergab sich am Lahn-Pegel als höchste Spitze ein Stand von 88 cm unter dem Stand von 1920. Seit diesem Höchststand ist ein langsamer Rückgang eingetreten, und heute morgen wurden wieder 12 cm weniger gemessen. Wie wir hören, sind auch in Marburg die gleichen Beobachtungen über den Wasserstand der Lahn gemacht worden. Es ist also, sofern nicht weitere Regenfälle eintreten, mit einem Sinken der Flut zu rechnen. Der erhöhte Wasserstand der Lahn hat es mit sich gebracht, daß die Flut auf Wiesen und Gärten an den Ufern übertrat und Schaden anrichtete.
Wehret dem gedankenlosen Gammeln von Pflanzen und Kleintieren!
Vorn Landschaftsbund Volkstum und Heimat wird uns geschrieben:
Kaum haben die wärmeren Strahlen der Lenz- sonne die ersten Frühlingsboten der Tier- und Pflanzenwelt zum neuen Leben erweckt, da kann man die für den Naturfreund bedauerliche Erfahrung machen, daß Kinder und auch Erwachsene hinausziehen, um aus falsch verstandener Freude an der Natur alles, was da blüht und grünt, mit nach Hause zu nehmen. Es werden möglichst große Blumensträuße gepflückt, die oft das Los haben, schon auf dem Heimwege achtlos wieder weggeworfen zu werden. Ein trauriges Bild!
Aber nicht nur unsere Frühlingspflanzen bilden das Ziel ihrer Sammelwut. Nein, auch alles, was das kreucht und flcugt wird eingefangen und mit nach Haufe geschleift. Schmetterlinge, Käfer, Eidechsen, Frösche, Molchen und Salamander sind aber keine Spielzeuge, weder für Kinder, noch für Erwachsene. Die Natur ist nicht zum Nutzen des einzelnen, sondern zum Wohle und zur Erholung der gesamten Menschheit erschaffen. Wehret daher dem gedankenlosen Quälen und sinnlosen Sammeln von Pflanzen und Kleintieren!
Gchont die Kröten!
Vom Landfchaftsbund Volkstum und Heimat wird uns geschrieben:
Der alte' Spruch: „Häßlich wie eine Kröte" besteht für den, der sich dieses Tierchen einmal genauer betrachtet hat, zu Unrecht. Wohl ist der ganze Körper etwas plump gebaut, ihre Bewegungen sind ungewandt und sehen ungelenkig aus, die Haut ich warzig, das Gesicht wulstig. Aber sie hat schöne Augen. Wie große runde Glasperlen stehen sie im Kopfe und sehen dick aus grundloser Tiefe an. Wer einmal richtig Hinein
geschaut hak, kann ihr nichts Böses mehr antun. Und wie nützlich ist die Kröte! Wie räumt sie auf bei ihren nächtlichen Spaziergängen unter den gefräßigen Schnecken! Jeder Gartenbesitzer soll froh sein, wenn eine Kröte seinen Garten bewohnt und ihm im Kamps gegen die Schnecken hilft. Nur törichte Menschen können die Kröten verfolgen.
Gießener wochenmarktpreife.
* Gießen, 11. April. Auf dem heutigen Wochen, markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 25 Pf- Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 87t bis 9, Wirsing, das Pfund 15 bis 20, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 25 bis 30, Gelbe Ruben 10 bis 12, Rote Rüden 8 bis 10, Spinat 18 bis 20, Unterkohlrabi 10 bis 12, Grünkohl 15, Feldsalat 80, Tomaten 40, Zwiebeln 12 bis 15, Meerrettich 30 bis 50, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf- der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, bas Pfund 30 bis 35 Pf., Honig 40, Suppenhühner 80 bis 90, Enten 80, Tauben, das Stück 60, Blumenkohl 40 bis 60, Salat 25, Endivien 10 bis 20, Lauch 5 bis 10, Rettich, das Bündel 30, Sellerie, das Stück 10 bis 40, Radieschen, das Bund 10 bis 15 Pf.
vornottzen.
— Tageskalender für Donnerstag. Stadttheater: 20 bis 22 Uhr 4. Symphoniekonzert.— Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Gastspiel Wilhelm Bendow in „Eine tolle Kiste", Filmlustspiel „Betragen ungenügend". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Rund um eine Million". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: 2. Ausstellung aus Gießener Privatbesitz, 16 bis 17 Uhr. — Kriegerverein: 20.30 Uhr im Cafs Ebel Monatsversammlung.
— Stadttheater Gießen. Heute abend, außer Abonnement, 4. Symphonie-Konzert. Aus- führende: das Stadttheater-Orchefter und die Gießener Militärkapelle. Die Leitung des Konzerts hat Obermusikmeister Ernst K r a u ß e; als Solist wurde der Solo-Cellist A. Eichhorn vom Gewandhausorchester Leipzig verpflichtet. Aus dem Programm: Werke von Brahms, Dvorak, Tschaikowsky.
** Unterhaltungsabend des Gesangvereins „Li ederkranz-Heiterkei t". Man berichtet uns: Am vergangenen Sonntag lud der Gesangverein „Liederkranz - Heiterkeit" die Ange- hörigen seiner Mitglieder und Freunde des Gesanges zu einem Unterhaltungsabend in die Aula des Gymnasiums ein. Eine zahlreiche Hörerschaft war der Einladung gefolgt. Ein ausgewähltes Programm gestaltete den Abend mehr und mehr zu einer musikalischen Feierstunde und zu einem Deutschen Abend. Die Männerchöre, unter der feinen Stabführung des Herrn Schöttler vollendet zu Gehör gebracht, ließen große deutsche Vergangen- heit lebendig werden. Frisch klang der Chor „Fribe- ricus Rex", der erinnerte an den „Großen" von Potsdam, der Preußen zur Großmacht erhob und damit den Grund legte zu Deutschlands Macht und Größe. Wie gegenwärtig ist heute allen wieder das Lied „Steh ich in finstrer Mitternacht", nachdem unserer Führer dem deutschen Volke die allgemeine Wehrpflicht und damit die Ehre zurückgab. Andere Chöre priesen die Tiefe des deutschen Gemüts, deutsche Liebe und Treue, deutsche Sehnsucht und deutsches Wandern. Auch der Sologesang kam zu seinem Recht. Herr F e u ß e r sang mit warmem Tenor, begleitet von Herrn Vogt, Perlen aus unserer reichen Musikliteratur. Er fand dankbare Zuhörer. Mit dem Liede „Freunde vernehmet die Geschichte" aus dem Postillon von ßonjumenu erntete er einen wahren Beifallsturm, der ihn zu einer Zugabe veranlaßte. Herr Hammel erfreute die Zuhörer mit launigen Dichtungen in oberhessi? scher Mundart. Die Schülerin Minna Sommer- l a d und Frau Gertrud G r e b trugen die Uhland- schen Gedichte: . Singe, wem Gesang gegeben" und „Des Sängers Fluch" vor. So vergingen die Stunden des schönen Abends nur zu schnell, der dann, nachdem ein Zuhörer den Sängern den Dank der Eingeladenen ausgesprochen hatte, mit dem gemeinsamen Gesang des Deutschlandliedes und des.Horst- Wessel-Liedes geschlossen wurde. Ihren Zweck, warme Begeisterung für den Gesang bei den Zuhörern zu wecken, Hat die Veranstaltung erreicht. Es wäre zu wünschen, daß sie dem Verein „Sieber- kranz-Heiterkeit", dem ältesten Gesangverein Gießens, recht viele neue aktive Sänger zuführen möge.
Gcköffenaen'chi Gießen.
Die A Sch. aus Selters wurde wegen Beleidigung des dortigen Zellenleiters zu 5 0 Marl Geldstrafe eventuell 10 Tagen Gefängnis verurteilt Die Angeklagte übte abfällige Kritik an einer Maßnahme des Zellenleiters, daß nämlich anläßlich des Todes eines SA -Mannes Halbmast zu flaggen war.
Das Gericht befaßte sich sodann mit dem O. G. Sch. aus Friedberg und dem O. B. daselbst, die in der Nacht vom 30. November zum 1. Dezember v. I. einen Geometer aus Nieder-Rosbach aus dem Saal des Hotel Trapp in Friedberg drängten, ihn am Hals würgten und die Treppe hinunterstießen, wobei er mehrere stark blutende Wunden am Kops davontrug. Wegen Vergehens gegen die Para-
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Gr gerät herrlich mit
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Rezept für eine feine „Ostertorte" siehe Or. Oetker-Rezeptbuch „Lacken macht Ireude!" (Seite 33). Für 20 Pfennig in den Lebensmittelgeschäften erhältlich, sonst gegen Briefmarken von
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