*
-
3^
ö)
L.8 2. »22
3 f l ?
f L ß
r 3
"53 ? 01
'ÄZ
: »**
fEta ?LL 5 M E
$t =
2>V2> 12 j? h'3
■a^ ‘4
•3§
3 . »
2
3D ?35 : ®CB 'Ö'* ?y
3
, 3 3 i®g >2» i§a
n 2:
2 = V
3
3*ft'3 H »ö1* al§ 3d-
3 3
8 0 2 2.® e £ii5
33
ff
L"
Samstag. ?V. August 1935
Nr. 185 Erstes Blatt
185. Zahrgang
Gießener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
Bf~ iZhLA44A411U4aIaa«
Siegener Samilienblätter M jW W* iW MG W ■ TV Srundpreise für mm höhe
getmat im • Die SdjoUe ■ HW ■ 41|J II ■ ■ II gV MW DD X DM D M W MM ■ non 22 mm
monats-Be$u9spreis: ||9l 1Z VA |Z ■ ■ BZ ■ MW WM -M »WM R< ■ -Breite 7 M, Text-
Mit 4 Beilagen RM.1.95 WM DM ■ HF W ■ ■ WF M Je ■ ■ DM W H von70mm Breite
Ohne Illustrierte „ ■ I W. W ■ H HW. Vt ■ L W ^Kb< 60Rpf.,Plahvorschrift oder
von einzelnen Nummern flM Gz rrmStztgti Grundpreise:
infolge höherer Gewcüt 1< M Stellen-, Vereins-, gemein-
ßMDW General-Anzeiger für Oberheffen
tidjkn. Anzeiger Giehen U w " behördliche Anzeigen 6Rpf.
Srann’rt am main llßss vru» und Verlag: vrühl'sche Unlverfilätr-Vuch- und Steindruckerei «.Lange in Sietzen. Schriftleitnng und SeschSftrfteLe: Schulftrahe r M-ng-nabschluff-staffel8
der
Eden kommt mit bestimmten Vorschlägennach Paris
anim braucht Jtasten die koloniale Expansion?
Diepolitik derZntereffenfphären.
Auf einmal hört man aus Italien eine Stimme, die sich ganz wesentlich von dem unterscheidet, was man bisher aus der italienischen Presse vernommen hat. Es sind die „A f f a r i E st e r i", eine den maßgebenden römischen Stellen besonders nahestehende außenpolitische Wochenschrift, in der der Verzicht auf das ausschließliche Pro- Lektorat Italiens über Abessinien angedeutet
mengehen mit den sozialistischen und sogar mit den christlichen Gewerkschaften die proletarische Einheitsfront herzustellen, in der natürlich den Kommunisten die Führung gebühre.
Der nun dem siebenten Weltkongreß von dem „deutschen" Kommunistenhäuptling Pieck erstattete Rechenschaftsbericht des Vollzugsausschusses, noch mehr aber die vielstündige Vorlesung, die der aus dem Leipziger Reichstagsbrandstifterprozeß her sattsam bekannte Bulgare Dimi troff, einer der skrupellosesten Hetzapostel der weltrevolutionären Idee des Kommunismus, zungenfertig und selbstgefällig wie nur je ein mit allen Wassern gewaschener Demagoge den ob solcher Beredsamkeit offenen Mundes staunenden, urteilslosen Genossen aus aller Welt über Strategie und Taktik des kommunistischen Kampfes gehalten hat, das alles zeigt nicht die geringste Aenderung in Aufgabe und Ziel, viel eher eine geschmeidige Anpassung an die seit 1928 beträchtlich veränderte weltpolitische Lage. Denn seitdem ist neben den Faschismus in Italien, der dort auch den letzten Funken der kommunistischen Revolution ausgetreten hat, abgesehen von den analogen Bestrebungen Primo de Riveras in Spanien und dem türkischen Rationalismus Kemal Paschas, als unversöhnlicher Feind der weltrevolutionären kommunistischen Idee der Nationalsozialismus in Deutschland aufge- standen, der mit unerbittlicher Folgerichtigkeit das deutsche Volk von der Gefahr der Bolschewisierung befreit hat und mit dieser Tat auch in den andern, durch Wirtschaftskrisis und ein entartetes Parteienregiment in schwerste innere Erschütterungen gebrachten Ländern bei den nationalen Elementen die Widerstandskraft gegen den todbringenden Bazillus der bolschewistischen Seuche gestärkt hat. Diese Erweckung der nationalen Abwehrkräfte hat natur- lich der kommunistischen Zersetzungsarbeit gewisse Schranken errichtet. Aber der Kommunismus hat es geschickt verstanden, durch den Eintritt Sowjetrußlands in den Völkerbund und durch eine Politik der Annäherung an Europa, vielfach das Mißtrauen einzuschläfern, das in den bürgerlichen Kreisen des Westens gegen den nach Hekatomben von Blut auf den Massengräbern des bestialisch hingeschlachteten
„popvlo b’jtalia' wirbt um Verständnis m England
Die ausländischen Regierungen aber verboten die Waffenausfuhr nach Abessinien. Das sei ungerecht. Abessinien werde mit Vertrauen dem Spruch des obersten Schiedsrichters Bo litis entgegensehen. Es habe Vertrauen in den Völkerbund. Wenn möglich, werde Abessinien aber kämpfen, einerlei ob mit ober ohne
Ausgangspunkt der Dreierverhandlungen darstellen soll, sobald das Prinzip des Statusguo preisgegeben wird. Das letztere aber hat England bereits grundsätzlich getan, als es den Gedanken eines Völkerbundsmandats in die Debatte warf. Darum stellt man sich in Rom nun auf den Standpunkt, daß man sehr wohl z u einer friedlichen Regelung gelangen könne, wenn man die Interessen aller drei Machte entsprechend den vertraglichen Abmachungen verwirklichen wolle. Diese Verwirklichung hat Frankreich seinerzeit dadurch verhindert, daß es die Aufnahme Abessi-
Journalistischer Hochbetrieb in Addis Abeba.
35 Kriegsberichterstatter bereits eingetroffen.
Addis Abeba, 8.Aug. Der mit der Leitung einer abessinischen Sondermission für Japan beauftragte DabaBiruist nach Tokio abgereist. Er wird als erster abessinischer Konsul sein Land in Japan vertreten. Die abessinische Regierung erklärt, daß die Ernennung aus diplomatischen Rücksichten erfolgt fei und nichts mit Waffenlieferungen zu tun habe.
Die Möglichkeit baldiger kriegerischer Ereignisse rückt die sonst so weltentlegene Hauptstadt Abessiniens immer mehr in den Brennpunkt des öffentlichen Interesses. 35 ausländische Journalisten, die insgesamt 60 führende Weltblätter und Nachrichtenbüros vertreten, befinden sich in Addis Abeba. Daß sie jetzt schon bemüht sind, ihre Auftraggeber zufriedenzustellen, geht daraus hervor, daß die hiesige funkentelegraphische Station im letzten Monat 110000® orte in den Aether sandte, während sonst, zu ruhigen Zeiten, monatlich nur etwa 3000 Worte gesendet wurden.
Italien trauert um die Opfer des Flugunglücks.
Rom, 9. August. (DNB.) In ganz Italien herrscht Trauer über den jähen Tod des Ministers für öffentlich Arbeiten, Razza. Sein Hinschei- den wird als Tod für das Vaterland, er selbst und feine unglücklichen Gefährten als die ersten Gefallenen im ostafrikanischen Konflikt bezeichnet. Der Regierungschef hat angeordnet, daß die Beisetzung der Opfer des Flugzeugunglücks a u f Staatskosten erfolgt. Der Duce würdigt in einem Telegramm an die Witwe Nazzas den Minister als treuen Mitarbeiter seit 20 Jahren, der in Erfüllung seiner Pflicht gestorben ei. Das faschistische Regime habe in ihm einen
London, 10. Aug. (DNB. Funkspruch.) Eden wird zu den Dreimächtebesprechungen über die abessinische Frage den Borschlageinerendgültigen Regelung der bisher nur dilatorisch behandelten Angelegenheit nach Paris mitbringen, wenigstens glaubt dies „Morning Post" zu wissen. Welcher Art er sei, werde allerdings streng geheimgehalten. Nur soviel dürfe man annehmen, daß die britische Regierung bereit sei, das Ihrige zu einer friedlichen Lösung zu tun. In Frankreich und Italien sei leider der Glaube weit Derbrettet, daß die Hauptsorge Grohbritan- niensnichtso sehr demVölkerbund als den Interessen des Britischen Reiches gelte. Das mache die Lage noch verwickelter. Ja, in politischen Kreisen Italiens sei angedeutet worden, daß Italien sich das Wohlwollen Großbritanniens sofort wieder zuwenden könne, wenn es eine ausdrückliche Verpflichtung eingehe, die britischen Interessen im ©ebietebes lana- fees zu achten. Demgegenüber sei in maßgebenden Kreisen Englands noch bis vor kurzem der
leistet.
Das Trojanische Pferd.
In Moskau tagt der siebente Weltkon- greß der kommunistischen Internationale (Komintern). Tag für Tag treten hier in der Hauptstadt der Sowjetunion vor die aus aller Welt zusammengekommenen Sendboten des Kommunismus die gewiegtesten Taktiker, die skrupellosesten Agitatoren, um über die neuen Methoden zu dozieren, mit denen der Kommunismus in den kommenden Jahren den Kampf um das alte Ziel, die Auslösung der Weltrevolution, zu führen gedenkt. Die Aufgabe der Komintern ist immer die gleiche geblieben, seit der erste Kongreß im März 1919 die Plattform für den Kampf um die Errichtung der Diktatur des Proletariats schuf und den berüchtigten Thesen Lenins zustimmte, die damals schon den offenen Kampf gegen die Staatsgewalt empfahlen. Fünf Jahre später, im Juli 1924, auf dem fünften Weltkongreß der Komintern, trat zum ersten Mal Stalin, formal in der bescheidenen Rolle eines Generalsekretärs der russischen kommunistischen Partei, in Wahrheit aber als unumschränkter Herrscher über Partei und Staat hervor. Damals wurde beschlossen, die kommunistische Propaganda in die Armeen der „kapitalistischen Mächte" zu tragen, um diesen stärksten Schutz der bürgerlichen Staatsgewalt durch Zersetzung unbrauchbar zu machen. Auch regte man eine lebhaftere Werbetätigkeit unter der eingeborenen Bevölkerung der Kolonien in Afrika und Asien an. Die immer wieder von Zeit zu Zeit aufflackernden Unruhen in Französisch-Jndochina, in Niederländisch- Jndien, in den Bergwerken Südafrikas, in den verschiedenen südamerikanischen Staaten und nicht zuletzt das Anwachsen der kommunistischen Bewegung in China, zeigt, wie sehr Moskaus revolutionäre Parole bei den unterdrückten Völkern auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Der nächste Kongreß der Komintern im September 1928 bezog auch die Jugend und die Frauen in die Propagandaarbeit ein und ventilierte auch den Gedanken, durch Zusam-
Die vertraglichen Grundlagen der Dreierkonferenz
Italien besinnt sich auf die Vorteile des Abessinien - Vertrages von 1906. Was wird England tun, um eine Teilung des Rilquettengebiets zu vermeiden?
aufopferndsten Mitarbeiter verloren. Die Presse bedauert besonders, daß Razza die großen Arbeiten, die gerade auf dem Gebiet der öffentlichen Arbeiten in Ostafrika zu vollziehen waren, nicht selbst leiten und vollenden konnte. Auch der Tod des Forschers Franchetti reißt in Italien eine tiefe Lücke, war er doch der geographische Berater der italienischen Regierung für Ostafrika und hatte in jahrelanger Forschertätigkeit unschätzbare Dienste ge»
Waffen.
Strategische Pläne des Neans
Rom 8 Aug. (DNB.) Nack hier aus Addis Abeba vorliegenden Nachrichten soll der Kaiser von Abessinien bei einem kommenden Krieg in Ostafnka beabsichtigen, nicht sofort dem italienischen Vorstoß in abessinisches Gebiet Widerstand zu leisten, son-
bern seine Truppen zu einem Gegen- angrlffauf Italienisch - So maliland zusammenzuziehen. Er will die italienischen Truppen zunächst von Norden, also von Eritrea aus, ziemlich weit ins Land vordringen las- s c n und seinerseits die ganze Stoßkraft nach Süden, nach Jtalienisch-Somaliland verlagern. Die Siege, die der Negus im Süden zu erringen hofft, sollen die Verluste im Norden, wo sich nur geringe Truppen befinden, die im Kleinkrieg gegen die Italiener kämpfen, ausgleichen. Ueber die Kräftezahl der Negus herrscht nach wie vor große Unklarheit Man rechnet ungefähr mit 7 50 000 Mann, von denen jedoch nicht alle mit Gewehren bewaffnet sind und nur die Hälfte entsprechend einem europäischen Heer organisiert sein soll. — In Lodz, dem Mittelpunkt der polnischen Textilindustrie, ist eine Abordnung abessinischer Kaufleute eingetroffen, die größere Mengen Uniformen zur Ausstattung der abessinischen Armee angekauft haben. Weitere Abschlüsse sollen demnächst in Aussicht genommen sein.
Mailand, 10. Aua. (DNB. Funkspr.) „Popolo d'Jtalia" bemüht sich, Italiens Vorgehen in Abes- finien zu begründen. Die Gedankengänge sind bekannt. Bemerkenswert ist die Mäßigung des Tones gegenüber England. Bisher hat man die Engländer barsch zurechtgewiesen, jetzt s u ch t m a n zu überzeugen. Das Blatt sagt u. a„ Italien werde immer unruhiger, wenn man es op xx e Ventil für seinen drückendenBevolke- rungsüberschuh lasse. Wenn es jedoch entwicklungsfähige Gebiete zu- verwalten habe, werde es für sich und seine Freunde ein konservativer Staat werden. Eine Politik Großbritanniens, die Sanktionsmaßnahmen ins Auge fasse, wäre gleichbedeutend mit einer Kriegspolitik. Man dürfe nicht vergessen, daß England Sanktionen weder vorgeschlagen habe, um Japan den Weg in die Mandschurei zu versperren, noch um denKrieg zwischen Bolivien und Paraguay zu verhindern. Die feindselige Einstellung Großbritanniens scheine mehr der falschen Annahme zu ent- pringen, daß Italien mit seinem Vorgehen in Ostafrika die Absicht verfolge, s i ch d e n britischen Interessen in den Weg zu ft eil en. Das Gegenteil fei richtig. Italien wende sich Abessinien nur deshalb zu, um England und Frankreich im ruhigen Besitz ihrer Kolonien zu lassen und nicht genötigt zu fein, felbft Ansprüche auf irgendein Mandatsgebiet zu erheben.
Abessinien fordert das Recht der Verieidiauna
wird. Italien habe, so heißt es, niemals Zweifel daran lassen wollen, daß alle drei Mächte des Vertrages von 1906 gerechtfertigte Ansprüche in Abessinien hätten, es fei darum ein guter Weg, daß man sich zu einer Konferenz über den Vertrag von 1906 entschlossen habe. In Rom hat man sich inzwischen offenbar darauf besonnen, daß die vertraglichen Grundlagen über die abessinische Frage für Italien einen sehr viel gün st igerenAusgangspunkt darstellen, als wenn man sich in Genf über die neue grundsätzliche Einstellung und die veränderten machtpolitische>n Auffassungen Englands in Auseinandersetzungen begibt.
Selbst in den großen Londoner Redaktionen hat man lange Zeit übersehen, welche rechtlichen Ansprüche Italien aus den bestehenden Abmachungen ableiten kann. Bis vor kurzem noch las man in der englischen Presse von dem Anspruch Italiens auf die Anlage einer E i s e n b nh ck m einem abessinischen Landstreifen längs Britisch- und Französisch-Somaliland. Der Vertrag von 1906 und seine Ergänzung durch den Notenwechsel von 1925 geben den Italienern sehr viel größere Rechte. In dem Vertrage, der am 13. Dezember 1906 von Cambon, Eduard Grey und San ®uiltano unterzeichnet wurde, wird im ersten Artikel als übereinstimmende Auffassung der Machte festgestellt, daß der politische und territoriale Status quo in Aethiopien aufrecht zu erhalten s e i. Im vierten Artikel wird diese Bestimmung aber wesentlich dadurch ein g e - schränkt, daß jede der drei Machte im Falle irgendeiner Störung Gebietszonen in AbessinieN Angewiesen werden, die gemeinschaftlich in Schutz genommen werden ollen „um die Integrität Äthiopiens aufrecht zu erhalten". Selbstverständlich hat Großbritannien dabei das N i l q u e l[1 e n g e b i e t für sich in Anspruch genommen. Dadurch sollten aber Die italienischen Interessen, „bezüglich bes fim- terlanbes seiner Be sitzu ngen und deren örtlichen Zusammenhang westlich — we.stl i ch . — 0 ° N AddisAb ° b a“ nid)t beemtradjtigt roerben.
Diese Zugeständnisse an Italien, die sich aus- drückl ch auf den Westen Abessiniens und seine ver- k^hrstechnische und wirtschaftliche Durchdringung erstrecken, werden in einer britH d) e n Nate wiederholt, die am 14. Dezember 1925 Mussolini überreicht wurde. In ihr heißt es: Duf bn-- tifdie Regierung ist dafür (nämlich für bte ttahe- nilcbe Unterstützung bei den britischen Bemühungen «!n die Konzession für b i e Stauanlage am Tana-See bereit, der italienischen Regierung deizustehen, damit sie eme $ o n 3 e 10 n zum Bau und Betrieb einer Eisen- babn von den Grenzen Eritreas bis au den Grenzen von Italienisch-So- matitanb erhält." Diese Eisenbahn, an bte man schon vor zehn Jahren dachte, ist also ganz e t w a s and ^res als diejenige die neuerdings Italien als Ersatz angeboten wurde und die das siidliche Eritrea mit dem nördlichen italienischen Somaliland parallel der Küste verbinden Se ohne daß dem Aufwand ein nur annähernd Atfvrechender wirtschaftlicher Wert gegenuberftanbe. Die damals ins Auge gefaßte Bahn wurde vom Worben Eritreas nach Benadir tm südlichsten Somaliland verlaufen. Sie würde die wertvollsten Gebiete Abessiniens durchqueren und durch das von England beanspruchte Jnt^- essengebiet um den Tana-See ^durchgehen. Es war in der Note von 1925 ausdrücklich von der freien Durchfahrt über ^ne Autostraße die Rede, die England von der Grenze des Sudan bis zu einer zu erbauenden StauanlageamTana-See geplant hatte. Darüber hinaus war ein ausschließlicher wirtschaftlicher EinslußJtaliens im Westen von Abessinien und im ganzen Gebiet her vorgesehenen Eisenbahnlinie für den Fall anerkannt, baß Englanb bi- gewünschten Kanzeffw- npn erhalten sollte Die Voraussetzungen dieses Vertrages sind zwar bisher nicht erfüllt, aber Musso- ini hat doch einen Wechse 'n der Hand den er zu dem Zeitpunkt präsentieren kann, an dem England das Nilquellengebiet „unter sei- "^nN-n"'ha7ma7ffch allerdings m W daraus besonnen, baß Ab-ffinien, vor allem bas Nilquellengebiet, viel wichtiger sur bas Br- tisch- Reich ist. als man es bamals wohl einge- hnt Die angestrebte Baumwoll-A ul - b^' Attischen Reiches, bi- non b« Aus.
bphnunq der Baumwollvflanzungen 'M Sudan ob- hängt wird zu einer Illusion, wenn England im Nilquellengebiet eine Teilung _ her JeH’ f rfi a f t mit einem anderen europäischen Kolomal- innh anläfet Aber auf der Grundlage der Ver- ttäae ^un^der geschichtlichen Entwicklung befindet sich Italien im Vorteil, sobald diese Basis allem den
niens in den Völkerbund betrieb. Jetzt ist die Frage, ob England sich wieder hinter den Grundsätzen der Völkerbundspolitik verschanzt, um auf diese Weise früher begangene Fehler wieder zu reparieren. Die Möglichkeit einer friedlichen Lösung, bet der die Souveränität Abessiniens formal aufrecht erhalten bleibt, ist jedenfalls angedeutet. Die Frage bleibt, ob sie im Hinblick auf die Notwendigkeiten des Britischen Reiches der Londoner Regierung, die allerdings immer wieder auf die Möglichkeit weitgehender wirtschaftlicher Konzessionen hingewiesen hat, erträglich erscheint.
P a r i 5 , 10. Aug. (DNB. Funkspruch.) Der abes- sinische Gesandte in Paris erklärte nach feiner Rückkehr aus Genf dem „Ecelfior", das einzig wirkungsvolle Mittel, den Krieg wirklich zu verhindern, bestehe darin, Abeffinien zu gestatten sich zu bewaffnen. Das sei durchaus nickt'paradvx. Abessinien wolle nicht den Krieg. Es könne den Frieden aber nur aufrechterhalten, w7nn Italien wisse, d a ß A b e f s i n i e n sich verteidigen könne. Italien stelle Waffen in seinen eigenen Fabriken her, Abessinien hm- acae sei gezwungen, sie im Auslande zu kaufen. •r.° ntior norhnfpYl
Standpunkt vertreten worden, daß die Haltung Großbritanniens in dieser Frage nur durch grundsätzliche Erwägungen bestimmt werden. Später indessen sei angedeutet, daß eme Besetzung Abessiniens durch Italien eine Bedrohung der Stellung Großbritanniens in Aegypten bedeuten werde. Es durste daher zwischen Eden und Baron Aloisi gelegentlich sehr deutlich gesprochen werden, während Laval die schwierige Aufgabe der Aussöhnung zufallen werde. , , ,
Eine Vereinbarung werde nicht erleichtert durch die Nachricht, daß der Kaiser von Abessimen eine neue AuslandskvnZession gewahrt habe. Ein Schweizer Konsortium habe Erlaubnis erhalten, eine S t r a ß e z w i s ch e n A d i s A b e b a unddemSudanzu bauen. Diese Straße wurde die Reise nach der Nordwestgrenze, die jetzt Wochen beanspruche, auf einige Tage verkürzen. Dies durfte der Entwicklung des Handels zwischen Abessinien und dem Sudan sehr zugute kommen.


