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Obecheffen

Kastrationen durch Laien unter Um-

Absingen der Nationalhymnen wurde die Tagung

gehuna des Tierschutzgeietzes strafbar.

len.

Wie die Hessische Ti e r ä rtz t e k a m m e r mit-

dieser Gesetze auszugsweise bekanntzugeben:

schloß sich ein Dorfrundgam

Die Leiterin

an.

teilt, gehen ihr aus allen Teilen des Landes Nach­richten darüber $u, daß fast alle Hengste und Eber von Laien kastriert werden. Diese Verstöße gegen die Tierschutzgesetze geben Veranlassung, nochmals die wichtigsten Bestimmungen und Strafandrohungen

der Lauterer NS.-Frauenschaft, Frau Zimmer, dankte der Gastgeberin für den herzlichen Empfang. Nach zwanzigjähriger Pause sah man wieder zum erstenmal gemusterte Rekruten in unserem Dorf einziehen. Die hiesigen Musterungspflichtigen wurden sämtlich für tauglich erklärt.

+ Ettingshausen, 10. Juli. Am morgigen Mittwoch begeht Johannes O p p e r V. in körper­licher und geistiger Frische seinen 8 0. Geburts­tag. Opper ist weit über die Grenzen seines Dorfes hinaus bekannt. Besonders beliebt und geschätzt ist er in Sängerkreisen. Im Jahre 1882 gründete er in seiner Heimat den ersten Gesangverein; 48 Jahre hat er ihn als Vorsitzender geleitet. Im Jahre 1905 sammelte er die Vereine zwischen Grünberg, Lich und Hungen im SängerbündeChattia". Auch hier versah er das Amt des Vorsitzenden in unermüd­licher Pflichttreue 25 Jahre lang, und unter seiner Führung trat der Chattiabund dem 1924 gegrün­deten Hessischen Sängerbünde bei. An den Veran­staltungen der Sänger, insbesondere am 100jähri- gen Stiftungsfeste des Männerchores Grünberg im vorigen Jahre und am Wertungssinaen des Kreises Chattia Wettertal dieses Jahres in Wetterfeld war der Jubilar selbstverständlich anwesend. Bis auf den heutigen Tag kommt er ab und zu in die Singstunden seines Vereins, wenngleich er auch nicht mehr mitsingen kann. Als Dank und Aner- kennung ist ihm vom Deutschen Sängerbund der Ehrenbrief für 50jährige Sanges- tätig k e it und vom Hessischen Sängerbund die

Gemäß §2 Absatz 9 des Tierschutzgesetzes vom 24 11. 33 ist u. a. verboten, an einem Tier in un­sachgemäßer Weise oder ohne Betäubung einen schmerzhaften Eingriff oorzunehmen (z. B. Kastra- tion bei Pferden, über drei Monate alten Rindern und Schweinen, bei geschlechtsreifen Schaf- und Ziegenböcken). Vorsätzliche und fahrlässige Zuwider­handlungen gegen das Verbot des §2 werden mit Geldstrafe bis zu 150 Mark oder mir Haft bestraft.

Die erste Reichsverordnung zur Ausführung des Tierschutzgesetzes vom 20. 6. 1934 schreibt im § 2 vor:Betäubungen zur Vornahme schmerzhafter Emgriffe im Sinne des §2 des Tierschutzgesetzes dürfen nur von einem approbierten Tierarzt aus- geführt werden." Nichttierärzte (Kaftrierer und Laienbehandler) dürfen demnach lediglich bei Rin­dern und Schweinen bis zum Alter von 3 Monaten und bei nicht geschlechtsreifen Schaf- und Ziegen- böcken Kastration ausführen. Alle Fälle von Zu­widerhandlungen werden unnachsichtlich zur Anzeige gelangen und zu erheblichen Bestrafungen der Täter führen.

Lehrausflug der Bäuerlichen Werk­schule Grünberq nach Thüringen.

+ Grünberg, 9. Juli. Dieser Tage unternahm die Grünberger Bäuerliche Werkschule unter Lei­tung von Landwirtschaftsrat Dr. Dienst (Grün­berg) einen Lehrausflug in das Kalibergwerk an der Werra (Thüringen). Die schöne Fahrt mit einem Gießener Postomnibus begann zu früher Morgenstunde. Bei herrlichem Wetter und guter Sicht fuhr man von Grünberg über Mücke, Ulrich­stein und Lauterbach nach Schlitz. Das schöne Städt­chen wurde eingehend besichtigt. Die Fahrt ging dann weiter nach Buttlar. Nach einer Frühstücks­pause begaben sich die Teilnehmer der Fahrt in das Kalibergwerk an der Werra. In dem Betriebs­gebäude erhielten die Schüler der Werkschule nach kurzen Erklärungen über die Gewinnung des Kali­salzes einen weißen, langen Kittel, eine kleine Berg­werkslampe und eine weiße Mütze. Ein kleiner Fahrstuhl, in dem zehn Mann Platz hatten, brachte die Besucher in das Bergwerk. In rascher Fahrt gelangte man zu der in 730 Meter Tiefe gelegenen Suhle. Der Fahrstuhl fiel in der Sekunde 9 Meter. Nach langem Marsch im Stoller: gelangte man dann- zur Arbeitsstätte. Die Temperatur betrug 25 bis 35 Grad. Das Brechen des Kalisalzes geschah mit elektrischen Bohrmaschinen, die etwa 5 Meter tief eindrangen. Sprengpatronen taten ein übriges. Mit großem Interesse und sehr eingehend besichtigten die Schüler der bäuerlichen Werkschule Grünberg den hochinteressanten Bergwerkbetrieb in allen Einzelheiten. Kalimühlen, die Versackung und die Verladung wurden ebenfalls zur Kenntnis genom­men. Die Führung durch den Betrieb nahm ge­raume Zeit in Anspruch. Nach der Mittagspause wurde die Fahrt im Omnibus über Vacha nach Eisenach fortgesetzt. Dort angekommen, begab man sich auf die Wartburg. Zu Nacht blieb man in der Jugendherberge. Am anderen Morgen wurde die Fahrt nach Frankenroda unternommen und dort eine große Obstbaumanlage von nicht weniger denn 300 Morgen Land besichtigt. 15 000 Obstbäume standen auf dieser Fläche. Eine weitere Besichti­gung galt dem Hauptgut Neu-Friedrichswerder. Ein Besuch im dortigen Pflanzenlaboratorium gab viel Aufklärung über Standsorten der Zurckerrüben. Mit großem Interesse wurde auch von der auf hoher Stufe stehenden Schweinezucht Kenntnis ge­nommen. Ein Rundgang durch die gut gepflegten Saatfelder beschloß die Besichtigung. Nach der Mit­tagspause wurde die Rückreise anaetreten, in Gers­feld noch einmal kurzer Aufenthalt genommen und dann wurde die Fahrt ununterbrochen nach Grün­berg fortgesetzt. Allen Teilnehmern, die diese Ex­kursion mitmachen konnten, wird sie lange in Er­innerung bleiben.

Tagung des Kreisfeuerwehrverbandes des Kreises Lauterbach

80 Jahre Freiwillige Feuerwehr Lauterbach.

Lauterbach, 9. Juli. Zum ersten Male seit Bestehen des nationalsozialistischen Deutschland wurde in Lauterbach der Kreisseuerwehrtag abge­halten. Gleichzeitig war die Jubiläumsfeier zum 80jährigen Bestehen der Lauterbacher Wehr damit verbunden. Die ganze Bevölkerung Lauterbachs nahm Anteil. Zu der Abgeordnetentaaung des Kreisoerbandes, die im Saalbau zum Johannis­berg stattfand, waren von sämtlichen Wehren des Kreises Kommandanten und Vertreter erschienen. Regierungsrat Kessel als Dezernent für das Feuerlöschwesen im Kreise Lauterbach eröffnete die Tagung. Den verstorbenen Kameraden wurde hier­auf ein stilles Gedenken gewidmet. In seinen weite­ren Ausführungen zeichnete der Redner die Ent­wicklung und'den Aufgabenkreis der Feuerwehren auf. Der Kreisfeuerwehrverband, der in vier Be­zirke untergeteilt ist, Lauterbach, Schlitz, Herbstein und Grebenhain, zählte,'so führte er u. a. aus, am Ende des Jahres 1934 insgesamt 2860 Feuerwehr­leute. Er schloß seine Ausführungen mit einem Appell an alle, sich stets ihrer hohen Aufgaben be­wußt zu sein und zu handeln im Sinne unseres Führers. Dann sprach Kreisdirektor Pg. Zürtz. Er wies auf die Zeit des schwarz-roten Systems hin, wo man mit allen möglichen Mitteln den soldatischen Geist der Wehren zu bannen suchte, und führte dazu ein typisches Beispiel aus seiner Praxis als ehemaliger Stadtverordneter an. Der Feuerwehrmann ist und bleibe Soldat im Dienste gegen Naturgewalten, denn Soldat sein heißt sich einsetzen in der Stunde der Gefahr. Kreisfeuer­wehrinspektor S t ö p l e r machte dann noch weitere Ausführungen über die neuesten technischen Ein­richtungen und gab zum Schluß bekannt, daß Re- aierungsrat Kessel in Anbetracht seiner überaus segensreichen Arbeit als Referent des Feuerlösch­wesens zum Ehrenmitglied des Kreisverbandes er­nannt wurde. Nachdem der Kreiswalter der NSV., Abteilung für Schadenverhütung, noch über die Fahrlässigkeit als Brandursache gesprochen hatte, sprach Regierungsrat Kessel seinen Dank über die unerwartete Ehrung aus. Seine Schlußworte galten den Führern und Bürgermeistern, daß auch fie mithelfen sollen am Aufbau unseres Daterlan- oes. Mit dem Treuegelöbnis zum Führer und dem

hausen und Wallenrod und der Führer der Orts­gruppe des Reichsluftschutzbundes, sie alle über­mittelten der Lauterbacher Wehr zu ihrem 80jäh- rigen Jubiläum herzliche kameradschaftliche Grüße und Wünsche und überreichten in treuer kamerad- chaftlicher Verbundenheit Fahnennägel mit ent- prechenden Inschriften. Der Lauterbacher Wehr­ührer Hardt dankte allen für ihr freundliches Gedenken. Zwei verdienstvollen Angehörigen der Wehr, dem jetzigen Feuerwehrinspektor Stöpler und dem Brandmeister Braun, überreichte er Ehrendiplome für 25jährige und 30jährige Mit­gliedschaft. Braun wurde zum Ehrenbrandmeister und Stöpler zum Ehrenkommandanten ernannt.

Ein Weckruf am Sonntagoormittaa rief die Feuerwehrkameraden zu einem Feldgottes­dienst im Stadtpark zusammen. Von allen Orten und Richtungen kamen dann die Wehren ange­rückt, um das 80jährige Bestehen der Lauterbacher Wehr mitzufeiern. Sämtliche Wehren aus dem Kreis nahmen Aufstellung auf dem Marktplatz; rund 2000 Feuerwehrleute waren angetreten. Nach­dem Kreisdirektor Pg. Zürtz die Front abaeschrit- ten war, sprach er von den schöpferischen Kräften, der soldatischen Treue und dem immer zur Einheit strebenden Willen im Volke. Das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied beendeten die Kundgebung.

Anschließend fand ein Vorbeimarsch auf dem Adolf-Hitler-Platz statt. In der Lindenstraße auf dem früheren Viehmarktplatz wurde dann durch die Lauterbacher Wehr Fuß- und Geräteexerzieren vorgeführt. Im Anschluß an das Exerzieren wurde unter Einsatz des Luftschutzes, der Sanitätskolonne und bec Feuerwehr ein Grohbrandangriff auf das Hohhaus gezeigt, lieber diese planmäßig aufge­baute und folgerichtig durchgeführte Hebung sprach der die Kritik übende Kommandant der Freiwilli­gen Feuerwehr GießenW e n z e l" seine volle An­erkennung aus. Die Stadt Lauterbach, so sagte er, sein Urteil zusammenfassend, könne mit Stolz auf eine solche schlagfertige Wehr blicken.

Ein langer F e st z u g, in dem mehrere Kapellen vertreten waren, bewegte sich Nachmittags durch die reich mit Flaggen geschmückten Straßen der Stadt zum Festplatz bei der Turnhalle. Die geräumigen Zelte und die Turnhalle vermochten den Menschen­strom nicht zu fassen. Feststimmung herrschte überall.

Landkreis Gießen.

+ Großen-Linden, 9. Juli. Am Montag fand die Musterung der hiesigen Militärpflichtigen in Gießen statt. Bis 1894 mußten die Gestellungs­pflichtigen aus Großen-Linden nach Lich zur Mu­sterung. Mit geschmückten Wagen wurde damals morgens gegen 5 Uhr die Fahrt nach Lich ange­treten. In Garbenteich wurde regelmäßig das Früh­stück verzehrt und in Lich im Gasthaus ,Lum Adler" das Mittagessen eingenommen. 1895 mußten dann die Militärpflichtigen nach Gießen aur Muste­rung. Seit dieser Zeit bis 1918 fuhren Die jungen Leute mit der Bahn nach Gießen. Diesmal fuhren die jungen Leute wieder mit geschmückten Wagen nach dem Musterungsort.

cf Allendorf (Lumda), 9. Juli. Bei dem zu Steinbach stattgefundenen K r e i s s ch i e ßen des Kreises Gießen-Nord im Reichsverband der Kleinkaliber - Schützenoereine, an dem 18 Mannschaften teilnahmen, ging die 1. Mannschaft des hiesigen Schützenoereins wiederum und nun zum drittenmal, diesmal mit 387 Ringen, als Sieger hervor. Hierdurch ist der Verein zur Teilnahme am demnächftigen Bezirksschießen in Fried­berg berechtigt. Die 2. und 3. hiesige Mannschaft konnten sich mit je 367 Ringen an die vierte und sechste Stelle setzen. Auch die drei besten Einzel­schüßen gingen aus dem hiesigen Verein hervor, und zwar Formhals mit 91 Ringen, Heiberts- hausen und Damm mit je 87 Ringen. Die Jung- schützen-Mannschast, die erst seit etwa einem Monat im Schießen unterrichtet wird, konnte den 2. Platz belegen.

= Göbelnrod, 9. Juli. Am Sonntag stat­tete die Lauterer N S. - F r a u e n s ch a f t der hie­sigen ihren Gegenbesuch ab. Im schön geschmück­ten Saale des Pg. Wilhelm Schultheiß hieß die hiesige NS.-Frauenschaftsleiterin, Frau Vel­ten, die Gäste herzlich willkommen. Anschließend wurde dann wieder die gute alte Spinnstube auf­geführt, die reichen Beifall fand. Bei gemeinsam aefungenen Liedern bei Kaffee und Kuchen ver­brachte man einige unterhaltsame Stunden. Abends

ibenb marschierten bie entsandten Vertreter zusammen mit der Lauterbacher Wehr und ber Sanitätskolonne Lauterbach hinauf zum Gefallenen- denkmal, um auch derjenigen zu gedenken, bie für ben Bestanb des Reiches ihr Bestes gaben.

,, v, ____v______ Zu Ehren ber auswärtigen Gäste unb aus An-

Strafanbrohungen ; laß bes 80jährigen Bestehens ber Lauterbacher

' ' Wehr fand abends in Der Turnhalle ein Fest-

hmmers statt. Nach einigen einleitenden Musik­stücken begrüßte Oberbrandmeister Hardt die Festoersammlung und gab einen geschichtlichen Heberblick von der Gründung der Wehr bis zur Jetztzeit. Er gedachte auch der verdienstvollen Män­ner, die in zäher Aufbauarbeit die Wehr auf ihren heutigen Stand gebracht haben. Bezirksführer Becker (Schlitz), die Kommandanten von Landen-

Goldene Ehrennadel und die Ehren­nadel für 25jährige Vorstandstätig, feit mit ber Inschrift:Für Verdienste" verliehen worden. Im Jahre 1877 war er Mitbegründer des Kriegervereins Ettingshausen, dem er nun 58 Jahre angehört. Möge es dem Sangesfreund vergönnt sein, noch recht viele Jahre im Kreise feiner An­gehörigen und seiner Sangesfreunde zu verleben. Die Gattin Oppers wird am 13. September auch ihren 80. Geburtstag feiern können.

§ Eberstadt, 9. Juli. Am Sonntag fand hier die Besichtigung der Freiwilligen und der Pflicht- feuerwehr durch Kreisfeuerwehrinspektor Bouf­fier (Gießen) statt. Zunächst gab es eine Uebungs- besichtiguna im Fußexerzieren und am Gerät, Die sehr befrieoigenb verlief. Dann folgte ein Brand- angriff auf eine Scheune in Der Kirchgasse. Das Wasser hierzu wurde zum Teil auö den Hydranten der Wasserleitung unb zum Teil mit ber Spritze aus einem unter einem Nachbarhause liegenben Brunnen entnommen. Das sehr gut arbeitenbe Gerät mußte bas Wasser aus 12 Meter Tiefe an­saugen. Innerhalb kürzester Zeit konnte Wasser ge­geben werben. Die Wehr zeigte einbrucksvoll ihre Schlagfertigkeit. Zum Schlüsse sprach ber Kreis­feuerwehrinspektor ber Mannschaft seine Anerken­nung aus unb erwähnte, baß sie mit zu ben ersten im Kreise Gießen zu zählen sei.

< Aus ber nörblichen W e tter au, 10. Juli. Die Heuernte ist beenbet. Der Ertrag ist zufriebenstellenb. Das Heu würbe gut eingebracht. Der Saatenstanb ist als sehr gut zu bezeichnen, nur hier unb ba hat sich bas Korn unb ber allzu fette Wehen etwas gelegt. Wenn kein Unwetter Scha- ben anrichtet, kann mit einer* guten Ernte ge­rechnet werben. Kartoffeln unb Dickwurz lassen teilweise zu wünschen übrig. Bei ben Kartoffeln scheint bas Saatgut bie Hauptschulb baran zu tra­gen. Man sieht auch sehr gute unb kräftig entwickelte Kartoffeln, bie mit einer Höchsternte rechnen lassen. Auch das Futter steht so gut, daß mit dem zweiten Schnitt bald begonnen werden kann.

Kreis Alsfeld.

?? Homberg, 7.Juli. In einer kleinen wür­digen Feier wurde am Freitagnachmittag die Grundsteinlegung zum Neubau der Bezirkssparkasse Alsfeld, Zweig­stelle Homberg, vorgenommen. Von Alsfeld waren Direktor Trips und noch zwei Herren von der Sparkasse erschienen, und von Homberg wohn­ten die Angestellten der hiesigen Kasse, Bürgermei­ster Schweiker, Architekt Essel, nach dessen Plänen der Neubau errichtet wird, sowie sämtliche an der Baustelle beschäftigten Arbeiter dem feierlichen Akte bei. Nachdem einer von den Arbeitern Direk­tor Trips einen mit Blumen geschmückten Ham­mer überreicht hatte, ergriff dieser das Wort. Er führte aus, daß es leider erst jetzt möglich fei, die Feier der Grundsteinlegung vorzunehmen, nachdem die Maurerarbeiten am Neubau schon beträchtliche Fortschritte gemacht hätten. Er freue sich sehr, diese

Tatsache feststellen zu können, ganz besonders freue er sich aber darüber, daß die Arbeiter fleißig und fröhlichen Angesichts an die schwierige zlrbeil herangetreten seien. Schon im Jahre 1931 habe der Vorstand den Neubau für die Sparkasse in Hom» berg beschlossen, mußte aber aus finanziellen Grün­den von der Ausführung Abstand nehmen. Nach einem Gedenken an ben Führer unb Reichskanzler schloß ber Rebner seine Ansprache. Anschließend wurde eine mit Urfunöen versehene, zugelötete Büchse eingemauert. Auf Einladung des Direktors begaben sich darnach alle Beteiligten zu einem Glas Bier in die Wirtschaft Schweiker, in der man in gemütlichem Kreise einige frohe Stunden verbrachte.

Kreis Schotten.

ch Groß-Eichen, 8. Juli. Gelegentlich der NS. - V. - Mitgliederwerbung konnten in unserem Ort 11 neue Mitglieder gewonnen werden. Bedauerlich ist nur, daß noch so mancher Volks­genosse abseits steht, obwohl er bazu in ber Lage wäre, burch seinen Beitrag bie Arbeit ber NS.-V. zu unterstüßen. Zur Zeit wirb burch bas hiesige weibliche Arbeitslager ein Erntekin - bergarten eingerichtet. Bis jetzt liegen 16 An- melbungen vor. Es wäre zu wünschen, baß recht viele Familien von dieser segensreichen Einrichtung Gebrauch machen. Die Kinder werden von eine!! Kindergärtnerin betreut.

Kreis Lauterbach.

Lauterbach, 9. Juli. In einem Anfall von Schwermut hat sich heute vormittag zwischen 4 und 5 Uhr der Förster H. G. in seiner Scheune- in Frisch­born erschossen. Seit längerer Zeit ist das All­gemeinbefinden des überaus tüchtigen Forstbeamten nicht das beste gewesen.

Große Strafkammer Gießen.

Der 38jährige K. D. von Lollar fuhr am 19. Juli 1934 mit seinem Personenwagen auf der Land­straße AngenrodOber-Gleen und wich einem ihm entgegenkommenden Motorradfahrer nicht genügend aus. Infolge des heftigen Zusammenstoßes wurde der R. Sch. aus Alsfeld getötet. Der Ange­klagte wurde vom hiesigen Schöffengericht wegen fahrlässiger Tötung zu einer Gefäng­nisstrafe von 4 Monaten verurteilt. Die bagegen eingelegte Berufung bes Angeklagten würbe gestern kostenfällig verworfen.

In einer weiteren Sache nahm der Angeklagte vor Eintritt in die gestrige Hauptoerhandlung seine Berufung zurück.

Amtsgericht Gießen.

Der jüdische Händler Alfred Bauer aus Lorbach trieb auf dem Ausladeplatz beim Gießener Vieh- markt Vieh ab, obwohl dasselbe noch nicht tier­ärztlich untersucht war. Durch Strafbefehl wurde der Angeklagte mit 25 RM. belegt. Dagegen legte er Einspruch ein und wurde nun zu 40 RM. evtl. 5 Tagen Haft verurteilt.

Große Erfolge der Schützen der Kriegerkameradschafi4 874 Gießen.

Anläßlich bes 5. Deutschen Reichskriegertages in Kassel fanb ein großes Preisschieben, an bem sich Die besten Schützen Des ganzen Reiches beteiligten, statt.

Die KriegerkameraDschaft Gießen hatte je eine Mannschaft im Wehrmann unD Kleinkaliber ge- melbet.

Die Wehrmannschaft errang Den 4. unD die Klein­kalibermannschaft Den 6. Preis.

In Der Einzelwertung errang Heinrich Appel Den 7. Preis mit 120 Ringen, Wilhelm Hainbach Den 19. Preis mit 103 Ringen, Willi Georg Den 22. Preis mit 102 Ringen, Georg Schilling Den 28. Preis mit 94 Ringen.

Kleinkaliber: Kurt Strack Den 6. Preis mit 97 Ringen, RuDolf Reiber Den 14. Preis mit 90 Ringen, Karl Mootz Den 27. Preis mit 84 Ringen, Otto Schönau Den 73. Preis mit 72 Ringen.

Kreisschießen derKieinkaliber-Gchützen- vereine Kreis Gießen-Nord.

Die Kleinkaliber-Schützenvereine Des KreisesGießen - NorD hielten am Sonntag in Steinbach ihr Diesjähriges Kreisschießen ab. An Dem Schießen haben sämtliche Dem Kreis angehörenden zehn Vereine mit insgesamt 97 Schützen teilgenommen.

Es wurden bei den Mannschaften sowie auch bei den Einzelschützen recht gute Schießleistungen ge­zeigt.

Die diesjährige K r e i s m e i st e r s ch a f t in der Wettkampfklasse II (Altschützen) errang Der Schützen­verein Leihgestern mit 386 Ringen. Dem vorjähri­gen Kreismeister AllenDorf (LumDa), Der auch in Diesem Jahre Die höhere Ringzahl (387 Ringe) er­schoß, mußte nach Den geltenDen Bestimmungen, ein Zehntel Der Ringzahl-Differenz zwischen Der ge­schossenen Ringzahl unD Der möglichen Ringzahl (540 Ringe) abgezogen roerDen, so Daß Leihgestern Den ersten Platz belegen konnte. An Dem Bezirks­schießen roirD jeDoch Der Allenborfer Verein auch teilnehmen.

Es folgen dann nach ihren Leistungen bie Ver­eine Steinbach mit 369 Ringen, Allenborf 2. Mann­schaft, mit 367, Allenborf, 3. Mannschaft, mit 367, Postsportverein Gießen mit 367, Rübbingshausen mit 362, Lauter mit 350 unb Wetterfelb mit 345 Ringen.

Die Einzelmeisterschaft in biefer Klaffe konnte sich Hch. F o r m h a l s (Allenborf) mit 91 Ringen er­schießen.

Ferner hatten in biefer Klaffe noch gute Leistun­gen aufzuweifen: Johs. Damm (Allenborf) 87 R., Heibertshausen (Allenborf) 87, Willi Flach (Gießen) 86 unb Theo Schlosser (Lauter) 85 Ringe.

Die Kreismeisterfchaft in Der Wett- kampfklasse I (Jungschützen) erzielte Rüd - D i n g s h a u s e n mit 319 Ringen.

Es folgte Dann Die Jungmannschaft Allenborf mit 239 Ringen an zweiter Stelle. Die Einzelmeister- schäft in der Klasse der Jungschützen errang Kurt Strack vom Postsportv. Gießen mit 87 Ringen.

An dem Bezirksschießen, das Ende Au­gust anfangs September in Friedberg stattfindet, werden die erwähnten ersten Mannschaften, Einzel- meister und die übrigen guten Schützen teilnehmen.

Kreisschwimmfest des Turnkreises Wetterau-Vogelsberg in Bad-Nauheim.

Mit dem Kreisturnfest des Turnkreises Wetterau- Vogelsberg, über das wir schon berichtet haben, waren auch Wettkämpfe im Schwimmen verbunden,

die unter Leitung von Kreisschwimmwart Balzer (Friedberg) im Bad-Nauheimer Sommerbad rei­bungslos Durchgeführt roerDen konnten. Wir geben nachstehend einen

Auszug aus der Siegerlisie.

100-Meter-Brust, Turner: 1. Adolf Lupp, Tv. Nidda, 1:39,2 Min.; 2. Walter Högy, Tarn. Laubach, 1:46 Min.; 3. Walter BechtolD, Tv. Nidda, 1:47,6 Min.

50-Meter-Brust, Turnerjugend 1918 bis 1919: 1. Wolfgang Martin, Tgm. Bad- Nauheim, 44 Sek.; 3. Hans Stein, Tarn. Laubach, 45 Sek.; 4. Herbert Schwöbel, To. Nidda, 46,3 Sek.

50-Meter-Brust, Turnerjugend 1920 bis 1921: 1. Otto Schmidt, Tgm. Laubach, 46,2 Sek.

TO - Meter - Brust, Turner-Alters­klasse: 1. Kurt Gerth, Tgm. Bad-Nauheim, 42 Sek.

100-Meter-Brust (offen), Turnerin­nen: 1. Henny Fisch, Tgm. Bad-Nauheim, 1:41 Min.; 2. Elisabeth Renning, Tv. Nidda, 1:58 Min.

50-Meter-Brust, Turnerinnenjugend 1918/20:1. Gretel Bechtold, Tv. NiDda, 48 Sek.; 2. G. Kloos, To. NidDa, 49 Sek.; 4. Anni Löscher, Tv. Nidda, 58,8 Sek.

100-Meter-Rücken (offen), Turner: 1 Wolfgang Martin, Tgm. Bad-Nauheim, 1:36,5 Minuten.

100-Meter-Kraul (offen) Turner: 1. F. W. Fertsch, Tgm. Friedberg, 1:26,3 Min.

Springen, Turner: 1. Kurt Grögor, Tgm. Bad-Nauheim, 51,75 Punkte.

Springen, lurnerinnenjugenö: 1. Erna Grögor, Tgm. Bad-Nauheim, 32,8 Punkte.

Mehrkampf, Turner-Mittel st ufe: 1. Adolf Riddel, Tv. Nidda, 54,70 Punkte.

Mehrkampf, Turnerinnen-Mittel- st u f e: 1. Elli Lüdke, Tgm. Friedberg, 48,10 P.; 2. Luise Müller, To. Nidda, 39,20 Punkte.

Staffeln.

4X50-Meter-Brust für Turner: 1. Tgm. Friedberg 2:53,9 Min.; 2. Tv. Nidda 2:57,1 Minuten.

4 X 1 0 0 - Meter - Brust für SA.: 1. Ma- rine-SA.-Sturm 16 Bad - Nauheim 6:54,2 Min.; 2. Hitlerjugend Bad-Nauheim 7:12,1 Min.

3X50-Meter-Brust für Turnerin­nen: 1. Tv. Nidda 2:32 Min.; 2. Tgm. Friedberg 2:36 Min.

Drittes Bahnrennen des Radfahrer« Vereins 1885 Gießen.

Am kommenden Sonntag findet auf der Aschen­bahn des Sportplatzes der Spieloereinigung 1900 das dritte diesjährige Bahnrennen des Gießener Radfahroereins von 1885 statt. Auch dieses Rennen wird Den beiben vorhergegangenen Bahnrennen roürbig zur Seite stehen. Obwohl ein großer Teil ber Bahnamateure gesperrt ist, hat ber Veranstalter boch gute Fahrer verpflichtet. Das Programm setzt sich aus einem Fliegerrennen, einem Vorgabefahren unb einem Zwei-Stunben-Mannschastsrennen nach 6-Tage-Art zusammen.

Oie Eambridge-Mannschast in Frankfurt.

Am fommenben Samstag und Sonntag findet bekannllich auf der Rennstrecke bei Griesheim dis 44. Frankfurter Ruderregatta statt, zu ber Melduw» gen aus zahlreichen deutschen Städten vorliegen. Ganz besonderes Interesse wird das Rennen aber