Man bezeichnet häufig Die Fischerei als G e - werbe. Aber das ist ein Ausdruck, der die Eigenart der Fischerzeugung durchaus nicht trifft. Denn der Fischfang ist grundverschieden von der nur durch den Absatz bestimmten gewerblichen Produktion. Könnte die Fischerei wie ein Gewerbe arbeiten, so würde sie den Verbrauchern das ganze Jahr über gleichmäßig die benötigten Fische anbieten. Das ist jedoch durchaus nicht der Fall, im Gegenteil ist die Fischerei von dem geheimnisvollen Walten der Kräfte der Natur abhängig und sie steht daher der Landwirtschaft in ihrem Wesen viel näher.
Die Jahreszeiten geben hierfür zahlreiche Beispiele und Beweise. Während im Frühsommer das Angebot an Heringen knapp war, hat jetzt im Juli ein großer Fang eingesetzt. Der Fischer spricht von der neuen „Schleppnetz- Herings-Saiso n". Und auch der Verbraucher spürt, daß auf einmal das Meer wieder gebefreudig geworden ist und im reichen Maße seine Schätze spendet. Denn in allen Fischgeschäften und Feinkosthandlungen werden jetzt wieder frische Heringe und Bückinge reichlich und preiswert angeboten.
Da liegt die Frage auf der Hand, wo kommen nun diese Heringe so plötzlich her, und wie werden sie von unseren Fischdampfern gefangen? — Wenn der Hering seine Laichreife erlangt hat, beginnt er im Sommer sich zu großen Schwärmen zu- s a m m e n z u z i e h e n, die in der Nordsee von Norden nach Süden wandern, um in einer monatelangen Wanderung die Laichplätze a u f 3 u = suchen. Die mit dem Grundschleppnetz fischenden Fischdampfer hatten schon immer gelegentlich Zufallsfänge an Heringen gemacht, wenn das Netz beim Aufziehen in einen Heringsschwarm geriet. Ebenso hatte die Wissenschaft in jahrelanger Arbeit die Rätsel der Lebensweise des Herings gelöst. Aber man hatte früher keine Möglichkeit, den Hering planmäßig in größeren Mengen zu fangen. Man hatte festgestellt, daß im Gegensatz zu den anderen Seefischen sich der Hering nicht am Meeresgrund aufhält, sondern in höheren Masse r s ch i ch t e n lebt. Damit war die Aufgabe gestellt, ein Schleppnetz zu konstruieren, mit dem man mit Sicherheit diese Heringsschwärme fassen konnte. Nach verschiedenen zum Teil vergeblichen Versuchen gelang es nach dem Kriege einem Kapitän, eine brauchbare Konstruktion zu schaffen.
Die Hochseefischerei erkannte schnell die Vorteile dieses neuen Netzes, und nach seiner allgemeinen Einführung nahm der Heringsfang durch die Fischdampfer einen enormen Aufschwung. Es wurden solche Mengen erbeutet, daß trotz des niedrigen Preises je Pfund die Ergebnisse der Fangreisen den Fischdampfern eine gute Rentabilität sicherten. Heute liegen die Dinge so, daß während der Schleppnetzheringssaison weitaus die meisten Dampfer auf Heringe fischen und nur so viel Dampfer zum Fang von frischen Seefischen auslaufen, um den im Sommer verringerten Bedarf an Konsumseefischen gerade noch zu decken.
Die Fanggründe der Schleppnetz-Herings-Fische- rei — und das ist auch ein Vorteil — sind bei weitem räumlich nicht so ausgedehnt wie die Fanggründe für Konsumseefische. Außerdem liegen die Fanggründe für den Hering noch wesentlich günstiger zu den deutschen Fischereihafenplätzen, so daß die Reisedauer erheblich kürzer ist. Der Fang beginnt im Juni und Juli auf dem Fladengrund und wird hier im August und zuweilen noch bis
in den September und Oktober hinein fortgesetzt. Im September werden zumeist die Gründe südlich vom Fladengrund, das Gat und der nördliche und westliche Dogger aufgesucht. Hier bleibt in normalen Jahren die Flotte im Oktober und November.
Die Fangergebnisse sind oft so gewaltig, daß der normale Bedarf an Bückingen bei . weitem nicht ausreicht, um den frischen Hering zu verwerten. Dayer gehen auch erhebliche Mengen ins Binnenland zum Frischverbrauch, ein weiterer großer Teil wird zu Salzhering verarbeitet und schließlich werden gewaltige Mengen zu den bekannten Marinaden, jo sogar auch zu st e - rilen Dauerkonserven in Oel verarbeitet.
Dieser Massenfang an Heringen vom Juli bis November hat auch eine nicht zu unterschätzende allgemeine wirtschaftliche Bedeutung. Denn in dieser Zeit kann die Versorgung des deutschen Volkes mit Heringen vollständig aus deutschem
Aus Den preußisch«
Jahresversammlung Der Historischen Kommission für Hessen und Waldeck.
Lpd. Marburg, 9. Juli. Die Historische Kommission für Hessen und Waldeck hielt ihre 38. Jahresversammlung im Senatssaal der Universität Marburg ab. Der Vorsitzende, Universitätsprofessor Dr. Stengel, erstattete den Jahresbericht. Aus der Arbeit der Historischen Kommission ist folgendes hervorzuheben: Im vergangenen Jahr wurde ein Werk veröffentlicht. In Vorbereitung sind das Hersfelder Urkundenbuch, das Wetzlarer Urkundenbuch, Quellen zur Vorgeschichte der Reformation, Quellen zur kurmainzischen Verwaltungsgeschichte in Hessen, weitere Teile des geschichtlichen Atlas von Hessen und Nassau, geschichtliche Fluraufnahme, das hessische Münzwerk, die hessischen Biographien, hessisches Dorf- und Höfebuch. Universitätsprofefsor Dr. Merhart von Bernegg hielt einen Vortrag über das Steinkistengrab von Altendorf.
MotorraDfahrer von einem Fernlastzug schwer verletzt.
Lpd. Dillenburg, 9. Juli. Als am Dienstagnachmittag der 30 Jahre alte Motorradfahrer Alex Preis aus Niederscheld die Unterführung bei Niederscheld passiert hatte und in die Schelder Land- traße einbiegen wollte, wurde er von einem Fernastzug erfaßt und zu Boden geschleudert. Er zog ich schwere Verletzungen zu, die seine Ueberführung ins Krankenhaus notwendig machten. Der Fahrer des Fernlastzuges wollte den Unfall im letzten Augenblick vermeiden und stieß hierbei an einen Telegraphenmast, wodurch besonders der Anhänger des Lastzuges stark beschädigt wurde. Auch ein Teil der aus Herden bestehenden Ladung wurde erheblich beschädigt.
Kreis Dehlar.
CD Krofdorf-Gleiberg, 9. Juli. Dieser Tage hielt die Ortsgruppe Krofdorf des N S. - Deutschen Frontkämpferbundes bei Gastwirt Weil in Krofdorf einen Kameradschaftsappell und Schulungsabend ab. Kam. B i n d e w a l d sprach sehr eingehend über
Fang sichergestellt werden, so daß die Einfuhr so gut wie entbehrlich und dadurch in erheblichem Maße Devisen gespart werden. Allerdings begrenzt die Gebundenheit der Fischerei an die natürlichen Voraussetzungen auch hier die Dauer der Selbstversorgung, denn vom November ab sind die Heringsschwärme unseren Fischdampfern nicht mehr zugänglich. Dann muß der Bedarf wieder fast ausschließlich durch ausländische Heringe gedeckt werden. Aber im ganzen sind wir doch schon so weit, daß jeder zweite Hering von deutschen Fischdampfern gefangen ist.
Der Wert des Herings sowohl frisch wie als Bücking und marinierter Hering als ein leichtbekömm- liches, gesundheitförderndes, preiswertes und wohlschmeckendes Lebensmittel ist heute allgemein erkannt. Aber der Verbrauch sollte noch weiter steigen, besonders in einer Zeit, in der jeder Bedarf aus deutschen Fängen ohne Beanspruchung von Devisen gedeckt werden kann. Denn wie viele tausend Arbeiterinnen die Fischindustrie einstellen kann, hängt nicht vom Hering ab, denn der ist genügend vorhanden, sondern einzig und allein vom Verbraucher!
den Versailler Vertrag und seine vielfältig unser Volk schädigenden Einflüsse. In einer Fülle der Beispiele, an Hand eines umfangreichen Zahlenmaterials, geschöpft aus genauer Kenntnis des Vertrages, gab der Redner ein Bild von jenem Diktat, das Deutschland restlos in das Verderben stürzen sollte. In feinen weiteren Ausführungen wies der Redner darauf hin, daß der Führer in feiner letzten Reichstagsrede in rückhaltloser Offenheit gezeigt habe, wie sich die Dinge bis auf den heutigen Tag entwickelten. Das neue Deutschland werde unbeirrt feinen Weg gehen: Abkehr von Versailles! Ein Stein sei aus dem Band der Zwingburg des Versailler Vertrages gebrochen: Adolf Hitler gab feinem Volke die allgemeine Wehrpflicht und damit feine Ehre wieder. Der höchste Besitz eines Volkes fei feine Ehre. Diese Ehre stehe und falle mit der Wehrmacht der Nation. Nur Wille und Kraft zur Verteidigung erhielten den Frieden. Deutschland sei nicht mehr bereit, sich resigniert dem vermeintlichen Untergang des Abendlandes zu fügen. Deutschland wolle sein Teil dazu beitragen, die Auferstehung des alten Kontinents vorzubereiten. An den andern Völkern Europas fei es nun, ZU beweisen, daß auch sie sich nicht ausschließen wollten. Mit begeistert aufgenommenem Dank an den Führer und mit dem Gesang des Deutschland- unb des Horst-Wessel-Liedes schloß der anregend verlaufene Abend.
* Mudersbach, 9. Juli. Wie schon stets in den vergangenen Jahren, so unternahm die Belegschaft der Zigarrensabrik Mudersbach (Firma I. B. Noll) dieser Tage ihren Ausflug. Die Fahrt führte in Kraftwagen über den Westerwald an den Rhein. Eingehend wurden die Feste Ehrenbreitstein, dann Koblenz und das Deutsche Eck besichtigt. Die Fahrt wurde dann rheinaufwärts bis Bingerbrück fortgesetzt, in Rüdesheim Aufenthalt genommen und dann dem Niederwalddenkmal ein Besuch abgestattet. Nach kurzer Einkehr in der Drosselgaß und im Felsenkeller wurde in bester Stimmung die Heimreise angetreten. Auf der Heimfahrt wurde in Wiesbaden, am Kochbrunnen, noch kurze Rast gemacht, lieber Limburg, Herborn kam man schließlich wieder in Mudersbach an. Für die
Belegschaft war die Teilnahme an dem diesjährigen Ausflug um so leichter, als die Firma die Hälfte Der Fahrtkosten auf ihre Kasse übernommen hatte.
SO.MitglieDerversammlungDesDereins Deutscher Rosenfreunde in Mainz.
Mainz, 7. Juli. (LPD.> Im historischen Aka< Demiefaal des Kurfürstlichen Schlosses fand die 50. Mitgliederversammlung des Vereins Deutscher Rvsenfreunde in Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste statt. Der Präsident des Vereins Deutscher Rosenfreunde, Hans Eckert (Würzburg) begrüßte die Gäste und fand besonders herzliche Worte für die Vertreter aus dem nunmehr wieder befreiten Saarland. Professor Dr. Ebert (Berlin) überbrachte die Grüße des Sonderbeauftragten für das Gartenbauwesen und Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Gartenkultur, Johann Boe11ner. Gleichzeitig überreichte er dem Präsidenten des Vereins als persönliche Stiftung für die Zentralstelle für Rosenforschung in Sangerhausen ein dreibändiges Lexikon Der einzelnen Rosensorten. Nach Dankesworten gab der Präsident unter dem Beifall der Anwesenden bekannt, daß der Verein den Präsidenten Boettner und Professor Ebert wegen ihrer Verdienste um das Gartenwesen und insbesondere um Die Rose, sowie Den Oberbürgermeister Der Stadt Mainz zu Ehren- mitgüeDern ernannt habe. Ein LichtbilDervortrag über Die Gestaltung von Rosengärten sowie zwei Fachreferate beschlossen Die MitglieDerversammlung.
Mainzer Schlachtviehmarkt.
Mainz, 9. Juli. Auftrieb: 5 Ochsen (zum Schlachthof Direkt 1), 12 (2) Bullen, 242 (9) Kühe, 66 (6) Färsen, 220 (34) Kälber, 738 (21) Schweine. Notiert rourDen pro 50 kg Lebendgewicht in RM.: Ochsen a) 42, b) 40 bis 41. Bullen a) 42, b) 40 bis 41. Kühe a) 42, b) 36 bis 41, c) 29 bis 35, d) 21 bis 28. Färsen a) 42, b) 40 bis 41, c) 38 bis 39. Kälber b) 50 bis 56, c) 41 bis 49, d) 31 bis 40. Schweine al) 51 bis 52, a2) 50 bis 52, b) 49 bis 51, c) 46 bis 50. Marktverlauf: Rinder und Schweine lebhaft, ausverkauft. Kälber belebt, geräumt
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt
Der Abbau Des noch gestern über Der Nordsee liegenden Hochdruckgebietes hat zur Ausbildung eines flachen Hochdruckrückens geführt. Der sich von Skandinavien südwärts bis nach Italien erstreckt Unter Dem Einfluß des Hochdruckgebietes hält bei uns das heitere Wetter zunächst noch an. Doch kommt es später mit Dem Vordringen etwas kühlerer Meeresluft vom Westen her unter Bewölkungszunahme zum Auftreten gewittriger Störungen.
Aussichten für Donnerstag: Noch meist heiter bei schwachen wechselnden Winden, Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad Celsius, schwül und besonders im Süden gewittrige Störungen.
Aussichten für Freitag: Im ganzen Fortdauer des warmen und zeitweise etwas wolkigen und zu gewittrigen Störungen neigenden Detters.
Temperaturen am 9. Juli, mittags 26,5 Grad Celsius, am 9. Juli, abends 17,3 Grad, am 10. Juli, morgens 16,3 Grad; Maximum 27,2 Grad, Mini- mum 11,9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. Juli, abends 24,3 Grad, am 10. Juli, morgens 19,7 Grad; Sonnenscheindauer 14,5 Stunden.
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im 30. Lebensjahre nach einem mit großer Geduld ertragenen Leiden zu sich in die Ewigkeit abzurufen.
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange meines lieben Mannes und Vaters
Wilhelm Magnus
sagen wir hiermit unseren tiefempfundenen Dank. Insbesondere danken wir Herrn Pfarrer Schultheis für die trostreichen Worte am Grabe, sowie Herrn Bürgermeister Michel. S.-A. Schulungsleiter Wild, Turnvereinsführer Dr. Römer für die anerkennenden Worte, und für die vielen Blumen- und Kranzspenden.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Anna Magnus Wwe.
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