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habe der Richter sogar auf die Strafe verzichten können und nur Erziehungs- und Fürsorgemaß­regeln anordnen können.

Auch im neuen Staate halte man daran fest, daß der jugendliche Verbrecher erzogen werde, selbst die Strafe könne mitunter erzieherisch wirken.

Heute hätten wir nun das Gesetz gegen gefährliche Gewohnheitsverbrecher und über Maßregeln der Sicherheit und Besserung bekommen, das am 1. Januar 1934 in Kraft getreten sei. Dieses Gesetz kenne die Geisteskranken, die nicht für ihre Tat sühnen könnten, da sie ja nicht ganz verantwort­lich seien. Daher würden sie vom Richter in Heil­anstalten eingewiesen. Auch die Rauschsüchtigen und die vermindert Geisteskranken würden eine Sühne für ihre Tat erfahren, aber die Gemeinschaft müsse vor diesen Tätern gesichert werden. Einmal sei jeder der Gemeinschaft sittlich verantwortlich, daneben werde er noch in einer Heilanstalt wie ein Kranker behandelt. Die gefährlichsten Gewohnheitsverbrecher seien die Angehörigen einer Verbrecherbande. Diese würden sowieso schwerer bestraft, dann kämen sie in Sicherheitsverwahrung. Auch gegen Bettler, Dir­nen usw., die belästigend der Gemeinschaft gegen­über sich betrügen, greife der neue Staat energisch ein. Durch Einweisung in Arbeitshäuser sei eine Heilung möglich, wenn sich der Täter an ordentliche Arbeit wieder gewöhnt habe. Die gefährlichste Klasse sei die der Sittlichkeitsverbrecher, bei denen auch die

Oberhessisches Schwurgericht

Ziehung der Waffe wurde angeordnet.

Reue Wege der Vrrbrechensbekämpsung

lösung der Genußrechte, Hauszinssteuerfrage und Umtausch von alten Staatsanleihen in Neubesitz­anleihe, deren Frist am 30. September d. I. ab­laufe.

Darauf sprach der Ortsgruppenführer des Rent­nerbundes, W. M a d e s , über die Rentnerfrage. Anschließend ergriff Vorstandsmitglied Fr. North an Hand von zahlreichen schönen Lichtbildern das Wort zu dem ThemaDeutsche Kolonialarbeit". In eineinhalbständigen sehr interessanten Ausfüh­rungen schilderte er Land und Leute unserer frühe­ren Kolonien, wobei er auch die Namen Bismarck, Adolf Lüderitz, Dr. Gustav Nachtigal, Dr. Karl Pe­ters, v. Lettow-Vorbeck und noch viele andere lobend hervorhob. Die Lüge von der kolonisatorischen Un­fähigkeit Deutschlands wies er ganz entschieden zu­rück. Die Rückgewinnung der Kolonien habe neben der Sicherung der Versorgung der Heimat mit kolo­nialen Rohstoffen und der Erschließung eigener überseeischer Absatzgebiete für die heimische Arbeits­beschaffung vor allem ayd) den Zweck, dem Ab-

Der Führer sagt:3n meinem Staat ist die Mutter die wichtigste Staatsbürgerin. Die Mütterschulungslehrgänge belehren die Frauen über ihre Pflichten in Familie, Haus und Volk. Darum gebt für die Haus- und Straßensamm­lung des Reichsmütterdienstes im Deutschen Frauenwerk am 10. und 11. Mai.

Gefängnisstrafe von einem sechs Monaten unter Anrechnung von drei Monaten erlittener Untersuchungshaft. Die Ein­

Herr Lang ist ein geborener Gießener. Das Ehe­paar hat vier Söhne, die gegenwärtig sämtlich im Reichsheer dem Vaterlande dienen.

** Die Köln Düsseldorfer Rhein­dampfschiffahrt veröffentlicht in unserem heutigen Anzeigenteil den Frühjahrsfahrplan ihrer Rheindampfer für die Zeit vom 12. Mai bis 22. Juni. Der Fahrplan bringt eine wesentliche Er­weiterung, so daß jetzt schon alltäglich, vor allem aber auch an Sonn- und Feiertagen, zahlreiche Fahrtmöglichkeiten von Mainz ab geboten werden. Die mehrtägigen Rheinreisen mit und ohne Ver­pflegung und Uebernachtungen stehen an jedem Montag und Donnerstag von Mainz aus zur Ver­fügung der Rheinfahrer. Näheres in der Anzeige.

dern, da sie sonst unter Umständen den Verlust ihrer Ansprüche auf die bisherige Unterstützung zu gewärtigen haben.

** Rückständige Strom- und Gas­gelder aus dem Monat März können noch bis zum 15. Mai ohne weitere Kosten für die säumigen Zahler beglichen werden. Man beachte die heutige Bekanntmachung der Direktion der städtischen Be­triebe.

** Silberne Hochzeit. Gärtnereibesitzer Adolf Dönges und Frau Anna, geb. Bendt, Mar­burger Straße 67, können am morgigen Samstag das Fest der silbernen Hochzeit begehen. Am 12. Mai feiern der Reichsbahnobersekretär i. R. Ludwig Lang und Ehefrau in Offenbach a. M., Grenzstraße 22, das Fest der silbernen Hochzeit.

die Wirtschaft zurück. Der Angeklagte, der bis dahin noch in der Wirtschaft war, hörte, daß Vogt die Nacht schlafend im Stalle verbringe, und nun ging er dorthin. Nachdem Vogt auf die Aufforderung des Angeklagten nicht reagierte, gab dieser Vogt eine Ohrfeige, die diesen veranlaßte, einen Besen zu ergreifen und auf den Angeklagten einzuschlagen. Es kam nun zu einem Handgemenge, in dessen Verlauf der Angeklagte dem Vogt eine Stichwunde an den Hüften beibrachte. Der herbeiaerufene Arzt ordnete am folgenden Morgen die Ueberführung Vogts in die Klinik an, wo er am 4. Febr. verstarb.

Nach eingehender Beweisaufnahme, die sich bis in die späten Nachmittagsstunden erstreckte, bean­tragte der Vertreter der Anklage wegen Verbrechens im Sinne der §§ 223, 223a, 226 eine Gefängnis­strafe von 4 Jahren und die Einziehung der Waffe. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu einer ~ '" ' " ' "'rund

Am gestrigen Sitzungstage verhandelte das Ge­richt gegen den Wilhelm Bender aus Lich wegen Körperverletzung mit tödlichem Ausgang, an deren Folgen der Ludwig Vogt aus Lich verstarb.

Der 25jährige Angeklagte stand mit dem Ver­storbenen in engen freundschaftlichen Beziehungen. Am 20. Januar 1935 weilten beide nachmittags in dem Anwesen des Getöteten. Der Angeklagte unter­nahm später mit anderen Freunden eine Autotour und kam erst in der Nacht wieder mit Vogt in einer Wirtschaft zusammen. Dort kam es mit dem Zeugen Sch. und Vogt zu Beschimpfungen. Nach­dem der Nachtwächter und auch der Angeklagte die Gäste zum Nachhausegehen aufgefordert hatten, setzten sich die Differenzen zwischen Sch. und dem Angeklagten auf der Straße fort und arteten in Tätlichkeiten aus, die jedoch bald wieder beigelegt wurden. Sch. ging schließlich mit dem Getöteten nach Hause. Dieser legte sich jedoch nicht zu Bett, sondern begab sich, wie er das öfters zu tun pflegte, in den Stall. Nachdem Sch. der Aufforde­rung, das gleiche zu tun, nicht nachgekommen war, verließ er die Hofreite und begab sich wieder in

strömen des deutschen Vevölkerungsüberschusses in fremde Länder Einhalt zu gebieten und die deutsche überseeische Abwanderung, soweit sie in Zukunft noch stattfinde, in eigene nationale Siedlungsgebiete überzuführen. Nur durch eigenen Kolonialbesitz werde der Weg zur wirtschaftlichen Gesundung wie­der freiwerden.

Nach den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen des Herrn North wurde die gutbe­suchte Versammlung in üblicher Weise geschlossen.

Hessen-Sonderzug des VOA. nach Ostpreußen

Die Ostmark des deutschen Volkes steht im Brenn­punkt der Aufmerksamkeit unseres Gesamtvolkes. So ist es selbstverständlich, daß der Volksbund für das Deutschtum im Ausland (VDA.) feine diesjährige Pfingsttagung im Osten abhält. Königsberg in Ostpreußen ist als Tagungsort er­koren. Aus allen deutschen Gauen werden gegen Ende der Vorpfingstwoche Sonderzüge anrollen, die volksdeutsche Kämpfer und volkstumsbegeisterte Jugend nach Osten fahren.

Auch aus Hessen fährt ein Sonderzug zu stark ermäßigten Preisen am Mittwoch, 5. Juni 19 35, ab Frankfurt gen Osten. Rück­kunft: Sonntag, 16. Juni. Fahrt nach Marienburg; dort Eröffnungsfeier der Pfingsttagung (Freitag vor Pfingsten). Pfingstfamstag bis Montag Ta­gung in Königberg mit aufrüttelnden Großkund­gebungen und großem Festzug aller deutschen Gaue. Dienstag nach Pfingsten: Seefahrt nach Danzig. Mittwoch: Danzig und Zoppot. Donnerstag: Hin- denburggedenkfeier am Tannenbergdenkmal. Frei­tag: Fahrt nach Masuren (Lötzen). Samstag und Sonntag: Rückfahrt.

Jeder volksbewußte Deutsche ist herzlichst einge­laden, an der Fahrt in den deutschen Osten teilzu­nehmen. Jeder Teilnehmer wird heimkehren erfüllt von unvergeßlichen Eindrücken und in dem Be­wußtsein, durch seine Teilnahme an der Ostland­fahrt des VDA. seine innere Verbundenheit mit der Ostmark bekundet zu haben. Landschaftsbilder von außerordentlichem Reiz, Städte uralter deutscher Kultur, das blaue Ostmeer, die spiegelnden masu­rischen Seen und die rauschenden Wälder des Lan­des werden für immer in der Seele der Ostland­fahrer haften, machtvolle Kundgebungen jedes deutsche Herz höher schlagen lassen. Der deutsche Osten ruft!

Anmeldungen sind spätestens bis 15. Mai 1935 bei der nächsten VDA.-Gruppe, oder an den Landesverband Hessen, Darmstadt, Land­graf-Philipps-Anlage 7, Fernruf 2208 zu richten. Bei diesen Stellen ist auch jede weitere Auskunft zu haben.

Daten für den tO. Mai

1631: Tilly erobert und zerstört Magdeburg; mit Ausnahme des Domes wird die ganze Stadt in Asche gelegt; 1871: Friede von Frankfurt a. M.; 1904: der Afrikareisende Henry Morton Stan­ley (James Rowland) in London gestorben (gebo­ren 1841); 1925: der Historiker Karl Lamprecht in Leipzig gestorben (geboren 1856).

Vornotizen.

Tageskalender für Freitag: NS.- GemeinschaftKraft durch Freude", Sportkurse, 18 bis 20 Uhr: Sport- und Spielnachmittag (Universi­tätssportplatz Kugelberg), 20 bis 21 Uhr: Allgemeine Körperschule (Männer und Frauen) im Lyzeum, 20 bis 21 Uhr: Fröhliche Gymnastik und Spiele (Heil- und Pflegeanstalt). Stadttheater, 20 bis 22.45 Uhr:Madame Butterfly". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Lockvogel". Aftoria-Lichtfpiele, Seltersweg:Der Judas von Tirol". Reichsver­band Deutscher Baumeister, 20 Uhr, Hessischer Hof: Versammlung.

Stadttheate.r Gießen. Heute 20 Uhr: Wiederholung der Oper:Madame Butterfly" von Puccini. Dauer von 20 bis 22,45 Uhr.

E i n öffentlicher Vortrag über neuzeitliche Bodenbearbeitung findet am morgigen Samstag, 11. Mai, auf dem Ver­suchsgelände der Hauptstelle für Pflanzenschutz (Senckenbergstraße 7) statt. Interessenten seien auf die heutige Anzeige besonders aufmerksam gemacht.

*

** Warnung vor unbegründetem Zu­zug von Unter st ützungsempfängem in das Saargebiet. Wiederholt ist bereits darauf aufmerksam gemacht worden, daß ein Zu­zug von Arbeitern und Angestellten in das Saar- geöiet ohne die nach der Anordnung des Präsiden­ten der Reichsanstalt vom 1. März 1935 erforder­liche Zustimmung des für die Arbeitsstelle zustän­digen Arbeitsamts mit mannigfachen wirtschaft­lichen Nachteilen verbunden ist. Es erscheint auf Grund der Erfahrungen in den letzten Wochen nicht nur erforderlich, diese Warnung zu erneuern, sondern sie muß auch auf die bisherigen Unter­stützungsempfänger der Arbeitslosenversicherung, der Krisenfürsorge und Wohlfahrtspflege ausgedehnt werden. Der Präsident der Reichsanstalt hat aus diesem Grunde die Arbeitsämter angewiesen, die Unterstützungsempfänger durch einen deutlich sicht­baren Aushang in den Amtsräumen davor zu warnen, eigenmächtig in das Saargebiet abzuwan-

Am gestrigen Abend setzte Prof. Gallas mit einem VortragNeue Wege der Ver­brechensbekämpfung" die von der NSG. Kraft durch Freude" veranstaltete Vortragsreihe Wissenschaft im Dienst für bas deutsche Volk" fort. Der Redner führte u. a. ungefähr folgendes aus:

Jede Volksgemeinschaft und jeder Staat müsse sich nach außen und nach innen verteidigen. Nach außen durch eine Schutzwehr, die den Gefahren von den Nachbarvölkern vorbeuge, nach innen durch Ge­setze, die die Rechtssicherheit eines Staates gewähr­leisten. Die Verteidigung nach außen sei Aufgabe der Wehrmacht. Aber auch nach innen gelte es, einen Angriff gegen die Angehörigen des eigenen Volkes zu führen. Da mitunter eigene Volksge­nossen die Grundlage des Zusammenlebens be­drohen, sei es Aufgabe der Gemeinschaft, sich gegen Verbrecher, die sich in den eigenen Reihen befän­den, zu wehren. Zwei Wege der Bekämpfung gebe es. Der erste sei, wohl der geläufigere, man schritte gegen den ein, der sich versündigt habe. Dies sei Aufgabe des Staates, ober kurz Sache bes Strafrechts. Der zweite Weg feien Maßnahmen, bie ber Staat ergreife, um ben verschiebensten Verbrechen vorzubeugen. Ziel seines Vortrags fei es, bie Neuerungen, bie burch ben nationalfoziali- tifchen Staat gebracht worben feien, vorzutragen.

DasGesetz gegen gefährliche Gewohnheitsver­brecher unb über Maßregeln ber Sicherheit unb Besserung" vom 24. November 1933 zeige beutlich, auf welche Weise ber nationalsozialistische Staat ge­gen biese Schüblinge eingreife. Dieses Gesetz sei nicht aus bem Nichts entstauben, fonbern es fei ein Ergebnis von jahrzehntelanger Arbeit unb Erfah­rung.

Das große Verdienst des neuen Staates fei es, daß er das in die Wirklichkeit umgefehl habe, was früher aus Mangel an Energie versäumt wurde.

Das frühere Strafgesetzbuch habe nur Strafen ge­kannt (Zuchthaus, Geldstrafen usw.) unb ber Sinn ber Strafe habe in ber Buße für bas vergangene Verbrechen gelegen. Dem Verbrecher werbe ein Leib angetan, bas bas Unrecht roieber gutmache, unb so werbe bie beleibigte Volksgemeinschaft wie­her versöhnt. Hier sei man zu bem Ergebnis ge­kommen, baß bas Strafmaß sich nach ber Tat gerichtet hätte. Niemanb sollte höher bestraft wer­den, als er es verdiene. Seit im Jahre 1882 bie Reichskriminalstatistik eingeführt worben fei, habe sich gezeigt, baß bie Zahl ber Verbrecher ftänbig zunaym. Obwohl sehr häufig Zuchthausstrafen ver­hängt würben, fei doch keine Minberung ber Kri­minalität eingetreten. Immer roieber bieselben Verbrecher hätten sich strafbar gemacht. Sogar ber jugenbliche Verbrecher habe an Zahl zugenommen. Dies sei besonbers bebauerlich, weil bann aus einer solchen Jugend meistens die Schwerverbrecher ent­standen seien.

Die Wissenschaft habe sich lange bemüht, wir­kungsvoll gegen dieses Verbrechertum einzuschrei­ten. Man habe zunächst versucht, den Grund dieser Kriminalitätsvermehrung zu erforschen, und sei zu bem Ergebnis gekommen, baß biese Entstehung einmal auf persönlichen, meist angeborenen Eigen­schaften beruhe. Dann sei bie Umwelt (Milieu) ober beibe zusammen wirkende Kräfte ber Kriminali­tätsentstehung. Die Gelegenheitsoerbrecher seien meist ganz normale Bürger, bie keine schlechten Eigenschaften hätten, aber bie irgenbeine Gelegen­heit ober ein Straucheln zu kleineren Sünbern ge­macht habe. Bei biefen Leuten, bie zum ersten Male mit bem Gesetz in Konflikt gekommen seien, genüge bie bisherige Strafe. Eine anbere Gruppe sei bie der Verbrecher, bie abnorme Eigenschaften hätten unb sozusagen geborene Verbrecher seien. Hierher gehören zuerst bie Geisteskranken unb bann die Berufsverbrecher, bie bas Gegenteil des ordent­lichen Bürgers seien. Diese gefährlichste Gruppe, die von vornherein mit einer antisozialen Einstel­lung auf bie Welt gekommen sei, würben sogar, ba sie kein Empsinben für Strafe hätten, bie Ge­meinschaft als ihren Feind betrachten. Weitere Gruppen seien die ber Sittlichkeitsverbrecher, ber haltlosen Verbrecher ober zusammengefaßt die Ge­wohnheitsverbrecher. Zu diesen Gruppen komme noch eine, nämlich die von jugendlichen Tätern. Aber auch der normale Jugendliche sei etwas ande­res für das Strafrecht als der Erwachsene, weil er noch nicht die sittliche Reife erlangt habe. Die Erziehung sei hier wirksamer als eine Strafe. Die Wissenschaft habe wohl dem Gesetzgeber Vorschläge zur Verhinderung der Kriminalität gemacht, aber bas einzige, das mir in der Nachkriegszeit bekom­men hätten, fei das Jugendgericht gewesen. Hier

Oberheffen

Am nächsten Donnerstag wird ProfessorRein« wein überDie Wichtigkeit der Erforschung und Bekämpfung einer Seuche" sprechen. Der Besuch dieser Vortragsabende dürfte noch besser werden.

Die Haus- und Straßensammlung findet am 10. und 1L Mai statt. Durch den Erwerb von Plaketten des Reichs- mütterdienstes dankt ihr der deutschen Mutter.

Strafe nichts helfe. Hier werde die Entmannung verordnet. Nun gebe es noch eine Möglichkeit, der Entstehung von Verbrechen oorzubeugen. Man könne nämlich verhindern, daß Personen mit solch anormalen Trieben auf bie Welt kämen. Die Steri­lisation sei eine Maßnahme, um in bieser Bezie­hung erbkranken Nachwuchs zu verhindern. Da ge­rade die Minderwertigen sich am meisten vermehren, sei die Gefahr gegeben, daß ein gaüzes Volk zu­grunde gehe. Die letzten preußischen Verordnungen hätten gewisse Bedingungen in dieser Richtung auf­erlegt. Ein solcher Versuch, der sich wirkungsvoll schon gezeigt hatte, werde wohl später auch ins Ge­setz ausgenommen werden. Eine andere Methode zur Verminderung der Kriminalität seien die Auf­klärung unb ber Selbstschutz ber Opser. Es werbe gezeigt, wie man sich z. B. gegen Betrug sichere unb wie man sich vor anberen Verbrechertricks hüten könnte.

Gerade der nationalsozialistische Staat habe durch seine sozialen Maßnahmen viel dazu beigetragen, die Zahl von Verbrechern zu vermindern.

Das wirksamste Mittel sei wohl bie Erziehung gur; Volksgemeinschaft. Dies müsse in erster Linie bei ber Jugenb in Kraft treten. Der Dienst in ber Hit- lerjugenb z. B. habe baburch, baß er ben arbeits­losen Jungens roieber Lebenzroeck unb -ziel angebe, sehr viel zur Verminderung ber Verbrechen gewirkt. Wenn ber heutige Staat eine Hauptaufgabe in ber Erziehung zur Gemeinschaft sehe, bann werbe er baburch mit bazu beitragen, bie Kriminali­tät zu verringern.

Die Ausführungen von Professor Gallas wür­ben mit großem Beifall aufgenommen. Pg. E h r i st, als Kreisleiter ber NS.-GemeinschaftKraft durch Freude", dankte dem Vortragenden für seine Aus­führungen und leitete dann eine kurze Aus­sprache ein.

Tödlicher Unfall im Gieinbruch.

wg. Großen-Buseck, 9. Mai. Heute vor­mittag ereignete sich im Steinbruch am Dicke­becher ein schwerer Unfall. Der Erdarbeiter Otto Dambmann von hier geriet unter nieder- brechende Gesteinsmassen unb erlitt einen Bruch bes rechten Oberschenkels, schwere innere Verletzung en, ferner Wunben am Kopf unb am Rücken. Durch bie Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen würbe der bedauerns- merte Mann in bie Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht. Noch im Laufe bes Spätnachmittags e r - lag er ben Verletzungen. Die Hinterbliebene Frau verlor in bem Verunglückten ihren zweiten Mann burch Unfall.

Landkreis Gießen.

X Wiefeck, 10. Mai. Ihren 80. Geburts- t a g kann am 11. Mai unsere Mitbürgerin Frau Katharina Keßler Wwe., geb. Rau, feiern. Die geistig sehr rege Frau ist infolge eines Beinbruchs seit Jahren an bas Zimmer gefesselt.

wg. Großen-Buseck, 9. Mai. Heute mor­gen würbe eine Wiese, bie ber Provinz Ober­hessen gehörte unb in unserer Gemarkung liegt, meiftbietenb d e r ft e i g e r t. Höchstbietenber war Straßenwart Karl Jäger von Reiskirchen, ber für 2117 Quabratmeter 1400 Mark bot. Am morgigen Samstag veranstaltet ber Gefangne r- e i nGermania" aus Anlaß bes Besuches eines Gesangvereins aus (Zunders- heim a. Rh. ein Konzert. Am Sonntag wirb man auf bem hohen Berg einige kamerabfchaftliche Stunben mit ben Gästen verbringen.

*!* Ruttershausen, 9. Mai. Im Saale ber Gastwirtschaft von Schön hielt vor einer zahlreichen Zuhörerschaft, worunter die Belegschaften ber hiesi­gen unb benachbarten Zigarrenfabriken der Firma Rinn unb Cloos mit ihren Angehörigen fast voll­zählig vertreten waren, Obermeister Wobker aus Heuchelheim einen Vortrag über seine Reise mit bemKraft burch Freude"-SchiftDer Deutsche" nach Mabeira. In fesselnder Weise gab er einen Bericht über ben Verlauf ber Fahrt unb seine Einbrücke, der bestens unterstützt wurde durch sehr gute Lichtbilder, zum größten Teil selbstaufgenom- mene Photographien, die ein anschauliches Bild ver­mittelten von ben Schönheiten ber Fahrt unb ber herrlichen Natur Madeiras, aber auch von ber guten Kameradschaft der Fahrtteilnehmer. Gespannt folg­ten die Zuhörer ben Ausführungen bes Redners, unb in manch einem ber Besucher mag ber Wunsch erwacht fein, auch einmal an einer berartigen Fahrt teilnehmen zu können. Reicher Beifall dankte bem Redner. Im Anschluß an ben Vortrag fanb ein gemütliches Beisammensein der Arbeiter ber Zigar- renfabrif statt, bei bem Herr Wobker nochmals das Wort ergriff, um eindringlich darauf hinzuwei- sen, daß jeder feine Pflicht tun müsse, wie der Füh­rer, wenn unser Vaterland wieder befferen Zeiten

entgegen gehen soll. Vieles sei schon erreicht, vieles werde noch erreicht werden. Er wies auf alles hin, was der Arbeiter jetzt schon unserem Führer zu danken hat, und schloß mit Sieg-Heil! auf den Führer.

> Steinbach, 9. Mai. Der hiesige Friedhof ist Eigentum ber Evangelischen Kirchengemeinbe Steinbach. In bem Vertrag von 1905 ist bas Benutzungsrecht geregelt, unb in ber Friedhofs- orbnung von 1925 finb genaue Bestimmungen über ben Friebhof getroffen. Da ein Teil bieser Bestim­mungen anscheinend in Vergessenheit geraten ist, hat ber Kirchenvorstanb, bem bie Verwaltung ber Friedhofsangelegenheiten obliegt, bie Bürgermeisterei gebeten, bei ber schärferen Durchführung ber Fried- yofsorbnung zu helfen. Flurschütz H. Ätzbach V. würbe im Einvernehmen mit bem Kirchenvorstanb zum Friebhofsaufseher ernannt, er übt bie Polizeigewalt auf bem Friebhof unter Aufsicht ber Bürgermeisterei aus, bie bie Hanbhabung ber Polizei auf bem Friebhof innehat. Es ist zu hoffen, baß nunmehr in bem neueröffneten Teile bes Fried- Hofes genau nach bem Lageplan belegt unb damit eine bessere Ordnung bes Friebhofes erreicht wirb.

= Steinbach, 10. Mai. Zur Ehrung ber Kreisbesten aus bem Reichsberufs- wettkampf 1935 ist noch nachzutragen, baß in ber Gruppe Leberarbeiter, Fachschaft Schuh­macher, ber im Gießener Anzeiger von gestern genannte Kreisbeste Anton Reusch 1 ing ber Sohn bes hiesigen Milchhänblers Anton Reuschling ist. Außerbem würben noch von Steinbach Walter M a g e l, Fachschaft Maler, Marie Balser, Fach­schaft Setleibung ausgezeichnet.

* Watzenborn-Steinberg, 9. Mai. Die freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz hielt bieser Tage eine Prüfung ber neu eingetretenen Mitglieber ab. Regierungs-Mebizinalrat Dr. Kor - t u m nahm bie Prüfung vor unb dankte zum Schluß ben Mitgliebern für bas Interesse, bas sie ber eblen Sache zuwanbten. Er bankte ferner bem Kreiskolonnenführer Kratz unb bem Zugarzt Dr. Fabel für ihre mühevolle Arbeit. Die geprüften Mitglieber ber Sanitätskolonne Watzenborn-Stein­berg würben burch Handschlag verpflichtet.

= Lich, 10. Mai. Ihren 80. Geburtstag kann morgen in voller körperlicher unb geistiger Rüstigkeit Frau Helene O ß w a l b, geb. Dietz, feiern.

Kreis Friedberg.

L B ab-Nauheim, 9. Mai. Die im Jahre 1913 gegrünbete, bem Gauverbanb Hessen ange» hörende hiesige Abteilung ber Deutschen Ko- lonialgesellschaft hielt bieser Tage eine Vorstanbssitzung ab. Zu Seren Beginn roibmete ber Ehrenvorsitzende, Dberftleutnannt a. D. Leß» ner, bem langjährigen 1. Vorsitzenben, Ober» ftubienbireftor Dr. Knieriem, ber bekanntlich einen Ruf als Professor an bie Hochschule für Lehrerbilbung in Frankfurt a. d. O. erhalten ha^

kauft jeber deutsche bas ^ammelabzeichen des KeichsmMerbienstes im Deutschen ^rauenroerk.-