Ausgabe 
10.5.1935
 
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warm empfundene Worte des Dankes für dke in langen Jahren geleistete treue, zielbewußte und er­folgreiche Arbeit im Dienste der kolonialen Sache. Als Nachfolger Dr. Knieriems ist Pg. Dr. med. Horst H a h n d o r f f, ein Verwandter des großen deutschen Afrikaforschers und Kolonialpioniers Hermann v. W i ß m a n n , zum Leiter der Ab­teilung berufen worden. Oberstleutnant Leßner dankte dem neuen Vorsitzenden in herzlicher Weise, weil er trotz starker beruflicher und sonstiger In­anspruchnahme sich zur Uebernahme des'Amtes be­reiterklärt habe, versprach freudige Unterstützung und Mitarbeit des Vorstandes und übergab Dr. Hahndorff die Leitung der Abteilung. Im An­schluß daran wurde über die zukünftige Arbeit ge­sprochen, u. a. auch über die Frage der Errichtung einer Kolonial-Ehrenburg auf dem Johannisberg.

Kreis Büdingen.

werden. Der Fahrer vermochte jedoch seinen Wagen noch auf die linke Straßenseite Herumzureißen. Ein im gleichen Augenblick aus entgegengesetzter Rich­tung kommender auswärtiger Personenwagen konnte nicht mehr rechtzeitig abgebremst werden und fuhr mit voller Wucht gegen einen Baum. Der Fahrer und die beiden Mitfah­rer mußten in schwerverletztem Zu st and in das Landeskrankenhaus eingeliefert werden. Auch die Radfahrerin, die von einem der bei­den Kraftwagen gestreift wurde und zu Fall gekom­men war, trug erhebliche Verletzungen davon.

Der Kampf mit der Kuh.

LPD. Limburg, 9. Mai. Eine w i l d g e w o r - d e n e Kuh brachte das ganze Westerwalddorf Fußingen in Aufregung. Die Kuh war einem

Treiber durchgegangen und tobte zunächst in ver­schiedenen Gärten und Gehöften umher. Alle Ver­suche, das Tier wieder einzufangen, scheiterten zu- nächst, und je mehr Leute sich einfanden, desto kühner wurde derAngriffsmut" und DieSprung- tunst" des Tieres. Auch der Gendarmerie­wachtmeister war dem Tier gegenüber macht­los, so daß schließlich noch die Feuerwehr zu Hilfe aerufen wurde. Der Gendarmeriebeamte hatte aber Dann den guten Gedanken, die Kuh mit einem Lasso etnfangen zu lassen. An einer langen Stange wurde die Schlinge angebracht und mit List und Tücke um die Hörner der Kuh gelegt. Aus gesicherter Stellung hinter einem Baum her zogen nun die Feuerwehrleute mit vereinten Kräften die Kuh heran und legten sie schließlich in Fesseln. So wurden nach vierstündigem Kampf nun doch die Dorfbewohner Herr des wilden Tieres.

Die Olynipiavorbereitmigen der deutschen Reiter.

$ Bad Salzhausen, 9. Mai. Des verstorbe­nen Oberforstmeisters Hugo Kirchner, dem $u Ehren man in diesen Tagen in Bad-Nauheim in Anbetracht seiner Verdienste um die Neuanlagen des Kurparkes einen Gedenkstein setzte, gedenkt man auch hier in Dankbarkeit wegen seiner großen Sorgfalt und Liebe zur Ausgestaltung unseres Bades und Kurparkes. Ihm zu Ehren bezeichnete man den Weg von der bekannten mächtigen Silber­pappel bis zum Landgrafenteich alsKirchner- w e g".

8 Wallernhausen, 9. Mai. Dieser Tage wurde der fast 80jährige Ehrenführer des hiesigen Kriegervereins, Wagnermeister Theodor Jung, der den Verein seit seiner Gründung 30 Jahre lang leitete, zur letzten Ruhe gebettet. Der Kriegerverein erwies ihm durch starke Beteiligung und eine Salve die letzten Ehren.

Radfahrerin

verschuldet schweren Unfall.

Fulda, 9. Mai. (LPD.) In den heutigen Nach­mittagsstunden ereignete sich durch die Fahrläs­sigkeit einer Radfahrerin ein folgen­schwerer Unfall. Die Radfahrerin fuhr ohne die notwendige Aufmerksamkeit aus einer Seiten­straße auf die Hauptstraße und geriet dabei in Ge­fahr, von einem Personenwagen überfahren zu

Das Deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei, dessen Arbeitsausschuß unter Führung des Inspek­teurs der Kavallerie, Generalleutnant Knochen- Hauer, steht, mit Oberlandstallmeister i. e. R. G. R a u als Generalsekretär, arbeitet seit längerer Zeit intensiv an der Vorbereitung der deutschen Reiter auf die Olympischen Spiele 1936. Die Reiter­kämpfe bestehen oei den Spielen aus drei Prüfun­gen, nämlich 1. einer fünfteiligen Viel­seitigkeitsprüfung mit ganz außerordent­lichen Anforderungen an Reiter und Pferd, 2. aus einer großen Dressurprüfung und 3. aus einem großen Jagdspringen. An jeder einzelnen Prüfung können für jedes Land drei Reiter und drei Pferde teilnehmen. Ausbildungs­stätte für die deutschen Reiter ist die Kavallerie­schule in Hannover, die unter Führung des General­leutnants Freiherrn von Dalwigk steht. Die Ausbildung der für die Olympischen Spiele in Betracht kommenden Reiter ist von der Kavallerie­schule entsprechend den drei verschiedenen Prüfungen untergeteilt in drei Abteilungen:

1. Dresiurpferde (Leiter Major Gerhard, dem der Schulstall der Kavallerieschule unterstellt ist);

2. Vielseitigkeitspferde unter Rittmeister von

M e tz s ch, dem Leiter des sogenannten Viel­seitigkeitsstalles;

3. Springpferde unter Leitung des Oberstleutnants Freiherrn von Waldenfels, dem der Springstall untersteht.

Seit dem 1. Oktober des Vorjahres ist für die Dresiurpferde in Hannover auch noch der bekannte Reitmeister Oskar L ö r k e als Ausbildner gewon­nen worden. Außerdem werden, bedingt durch per­sönliche und örtliche Verhältnisse, einige Dressur­reiter und Dressurpferde unter Leitung der Reit­meister Major a. D. Bürkner und Richard W ä t g e n in Berlin ausgebildet. Für jede der drei großen olympischen Prüfungen stehen neun bis zwölf Reiter und je zehn bis sechzehn Pferde zur Schulung. Die endgültige Auswahl erfolgt kurz vor den Spielen auf Grund der gezeigten Leistungen.

Das deutsche Olympiade-Komitee für Reiterei veranstaltet neben der laufenden (Erprobung, die durch die vielen Prüfungen innerhalb des Turniersports dauernd stattsindet, auch noch große Sonderprüfungen für diejenigen Reiter und Pferde, denen eine Vertretung der deutschen Interessen an den Olympischen Spielen voraus­sichtlich anvertraut werden kann.

So haben bereits im Jahre 1934 vier Vielseitigkelts- prüfunaen in Hannover und Wiesbaden sowie in Berlin-Potsdam und in Berlin-Döberitz stattgefun­den, desgleichen einige große Dressurprüfungen.

In diesem Jahre ist die erste große Dressur­prüfung mit Olympischen . Bedingungen beim Dort­munder Reichsverbands-Turnier vor sich gegangen und brachte einige der besten in Vorbereitung stehenden Reiter und Pferde vor das große Publikum.

(Eine zweite große Dressurprüfung ist für den

24. Mai in Hannover angefeht.

Eine große internationale Dressurprü­fung steht für den 13. Juli in Berlin an. Viel­seitigkeitsprüfungen veranstaltet das Komitee in diesem Jahre vom 22. bis 24. Mai in Hannover, vom 20. bis 22. Juni in Berlin-Ost, vom 11. bis 13. Juli in Berlin-West und im September in München.

Das Komitee ist Dorf jeher eine der stärksten Stützen des deutschen Reitsports gewesen. Es er­wirbt Pferde, die für die Olympischen Spiele in Betracht kommen oder sichert sich solche Pferde durch Mietverträge. Zur Zeit gehören dem Komitee von bekannten Dressurpferden, Dielseitigkeitspferden und Springpferden, die für die Olympischen Spiele in Betracht kommen oder zur Ausbildung der Reiter gebraucht werden, u. a. die folgenden: Alp, Tora, Maientag, Artus, Derby, Prinz, Pendel, Fleiß. Durch Mietverträge find u. a. Burgsdorff und Laus­bub gesichert.

Der Reichsfporkführer ist Mitglied des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei und nimmt an allen Einzelheiten der Ausbildung von Reiter und Pferd den regsten Anteil. (Er hat j bereits in mehreren grundlegenden Fragen, ! deren Lösung den Reitern und Pferden in ' hohem Maße zugute kommen würde, entschei­dend eingegriffen.

Dem Arbeitsausschuß des Deutschen Olympiade- Komitees für Reiterei ist auch die Durchführung der reiterlichen Wettbewerbe und des Polospiels bei den Olympischen Spielen übertragen.

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