Ausgabe 
10.4.1935
 
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&

arum Eierwerbewoche.

Anpassung des Verbrauchs an die Schwankungen der Erzeugung.

Verbrauch im Jahre 1934 nur 115 Stück je Kopf und Jahr. Noch im Jahre 1930 hatte auch der deutsche Verbrauch 136 Stück je Kopf betragen. Es muß also verhältnismäßig leicht sein, den gegen­wärtigen Eierverbrauch im Inland um 10 vis 20 v. S). z u steigern. Dadurch aber würde das Ueberangebot in den Frühjahrsmonaten schon we­sentlich verringert und der Markt entlastet werden.

Das Hauptziel der Aufklärung muß freilich eine möglichst weitgehende Anpassung des Verbrauchs an die Schwankungen der Erzeugung und der Marktversorgung sein. Die Verbraucher sollen in

Wirtschaft.

Rhein-Mainische Mitiagsbörse.

Befestigt.

Frankfurt a. M., 9. April. Die Börse lag auf allen Gebieten freundlicher, die Glattstellungen der Spekulation scheinen beendet und durch Neu­anlagen abgelöst zu sein. Publikumsaufträge sind noch gering. Immerhin regten die zahlreichen gün­stigen Jndustrieabschlüsse, vor allem auch der nun vorliegende IG. Farben - Bericht, für eine etwas freundlichere Haltung an. Farbenindustrie zunächst 1 v. H. erholt, später nochmals um 0,40 v. H. auf 147 befestigt, Scheideanstalt behauptet, Erdöl 0,50, Metallgesellschnft 0,25 v. H. fester. Montanwerte teilweise belebter, so Stahlverein, die 0,75 v. H. gewannen, daneben Mannesmann und Rheinstahl je 0,25, Buderus um 0,65 v. H. höher. Am Elektro­markt überwogen die Kurserholungen, es gewannen Siemens 1,75 v. H., Schuckert 0,65, Gesfürel 0,25, AEG. 0,25 v. H. Etwas lebhafter lagen heute vor allem die Nebenwerte, hier gewannen Daimler 0,50, Zement Heidelberg 1, Walohof 0,40, Westdeutsche Kaufhof 0,50, Junghans, Eßlinger-Maschinen und Deutsche Line je 0,25 v. H. Auch Schiffahrtswerte auf das Anhalten der bekannten süddeutschen Käufe wieder belebt und bis 0,50 o. H. fester. Schwächer waren noch Reichsbankanteile um 1,75, am Kunst­seidemarkt AKU. auf dem gestern ermäßigten Kurs­stand auf 52,75 gehalten.

Renten wieder ruhig und ohne wesentliche Ver­änderungen, Mexikaner nach der gestrigen Ab­schwächung wieder um 0,25 v. H. freundlicher, Schweizer Bundesbahnen in Anlehnung an die höheren Schweizer Kurse bis 7 v. H. höher taxiert. Im Freiverkehr Frankfurter Hof erneut um einige Prozent fester bis 53, Adlerwerke bei 92 gesucht, Growag 80.

Im Verlaufe wurde das Geschäft sehr ruhig. Auf­träge lagen nicht mehr vor, die Kulisse betätigte sich ebenfalls kaum mehr. Infolgedessen traten ver­einzelte leichte Abschwächungen ein, so bei IG. Farben von 147 auf 146,65. Die freundliche Grund­stimmung blieb an sich behauptet. Tagesgeld un­verändert 2,50 v. H.

Abendbörse gut behauptet.

Die Abendbörse war zu den Berliner Schluß- kursen recht gut behauptet. Die Nichtkündigung des deutsch-schweizerischen Derrechnungsabkommens wurde günstig ausgenommen. Auch einzelne Markt­gebiete waren mehr beachtet, wenn auch ohne wesent­liche Kursveränderungen.

Waldhof trotz der günstigen Ausführungen in der GV. wieder 116, Aschaffenburger Zellstoff 80,75.

Die IG.-Farbemndiistne im Zähre 1934.

ber Eterwsrbewoche dazu angeregt werden, vor allem in den Monaten, in denen das Eieranae- bot überreichlich und der Eierpreis niedrig ist, be­deutend mehr Eier zu verbrauchen, dagegen in der eierarmen Zeit den Konsum wieder einzuschränken. Eine solche vernunftgemäße Lenkung des Konsums wird die Schaffung geregelter und stabiler Eier­märkte sehr erleichtern. Die deutsche Landwirtschaft braucht stetige, aufnahmefähige Eier­märkte und möglichst stabile Eierpreise, um ihre Leistungsfähigkeit und auch ihre eigene Kaufkraft auf den Höchststand entwickeln zu können. Die Eierwoche dient also der Förderung der Natio­nalwirtschaft und dem Allgemeinwohl. Darum ist es nötig, daß der Appell, der durch sie an die ge­meinnützige Wirtschaftsgesinnung der Verbraucher gerichtet wird, überall Verständnis und starken Widerhall findet

IG.-Farben auf das eindrucksvolle Ziffernwerk etwas höher bei 147. Sonst Lahmeyer bei 122 ge­sucht, auch Daimler in Erwartung der baldigen Dividendenentscheidung bei 93,75 etwas lebhafter. Am Rentenmarkt waren Mexikaner in sich fest, Gold-Mexikaner 12,25, Silber-Mexikaner 5,25. Deutsche Renten gut gehalten. Im Verlauf traten keine wesentlichen Veränderungen mehr ein, ledig­lich Lahmeyer notierten 1 v. H. niedriger und an­derseits Süddeutsche Zucker mit 168 Geld 3 v. H. höher gefragt.

U. a. notierten: Altbesitzanloihe 112,05, Harpener 106, Klöckner 91,40, Mannesmann 79,75, Rhein- brau 209,50, Rheinstahl 107, Stahlverein 79,40, AKU. 52,25, Betula 136,50, Cement Heidelberg 120,25, Daimler 93,50, JG.-Farben 147, Lahmeyer 121,75, Südd. Zucker 168.

Frankfurter Obst- und Gemüsemarkt.

Frankfurt, 9. April. Am Gemüsemarkt war das Angebot ausreichend. Die Nachfrage war nur nach Spinat und Salat gut, sonst wenig be­friedigend. Die Preise gestalteten sich für Feldsalat und Spinat etwas höher, sonst kaum unverändert. Aus dem Ausland war Kopfsalat und Blumenkohl genügend am Markt. Bei ziemlich lebhaftem Ver­kauf waren die Preise gegenüber der Vorwoche nicht geändert. U. a. notierten: Blumenkohl, Steige 12 bis 18 Stück, 450 bis 500 ital., Feldsalat 35 bis 45, Gewürze! gr. Bündel 30 bis 35, Karotten 6 bis 7, gelbe Kartoffeln 330 bis 350, Unterkohlrabi 3 bis 4, Kopfsalat (Mistbeet) 18 bis 24, Meerrettich 30 bis 35, Radieschen 8 bis 10, Spinat 14 bis 16, Wirsing 6 bis 8 holl., Winterkohl 8, Weiße Rüben 3 bis 4, Zwiebeln (Gärtner) 12 bis 14, dto. holl. 11 bis 12, do. ital. 11 bis 12, Rotkraut 20 holl.

Obst: Tafeläpfel I 32 bis 40, do. II 28 bis 30, Roter Eifer 28 bis 35, Bohnapfel 30 bis 35, ame­rikanische Aepfel 40 Pfund rot 1700 bis 1750, do. gelb 1700 bis 2000, Apfelsinen blond 2100 bis 2500 span., do. Blut 1800 bis 2400, Bananen 25 Pfund 9 Mark Jam., do. 8,50 Mark brasil., Zitronen Korb zirka 280 Stück 8,50 Mk. ital. Am Obst- und Südfrüchtemarkt war die Zufuhr von deutschen Aepfeln knapper, dagegen waren amerik. Aepfel genügend am Markt. Die Preise für deutsche Aepfel lagen bei guter Nachfrage unverändert. Amerika­nische Aepfel hatten steigende Preise und langsamen Verkauf zu verzeichnen. Bei nicht besonders leb­hafter Nachfrage und reichlicher Zufuhr lagen die Preise für blonde Apfelsinen spanischer Herkunft etwas höher, sonst unverändert. Bananen waren wieder sehr knapp angeboten und deswegen die Preise etwas erhöht.

Die Ei e r p r o d u k t i o n der Hühner, die den deutschen Markt mit Eiern versorgen, ist in den verschiedenen Jahreszeiten sehr verschieden hoch. In den Frühjahrsmonaten legen die Hühner die vielfache Eierzahl wie in den Herbst- und Wintermonaten. Man hat berechnet, daß nicht weniger als zwei Drittel der ge­samten jährlichen Eierproduktion auf die Monate März, April und Mai entfallen, während die Erzeugung im Monat November ihren Tiefpunkt erreicht. Die gesteigerte Eierproduk­tion im Frühjahr belastet naturgemäß die Märkte, drückt die Preise herab und hat schließlich zur Folge, daß ein Teil des Eiersegens nicht dem Konsum zugeführt werden kann, weil dessen Aufnahmefähig­keit nicht in so hohem Maße und nicht so plötzlich gesteigert werden kann, wie sich im Frühjahr die Legefähigkeit der Hühner und damit das Eier­angebot Der Landwirtschaft erhöht. Die ebenso wich­tige wie schwierige Aufgabe einer Eiermarktrege­lung besteht darin, den Verbrauch an Eiern den Schwankungen der Erzeugung an« jupaffen, da es ja nicht möglich ist, etwa die Verschiedenheit der Erzeugungsmengen, die auf natürlichen Ursprung beruht, aus Der Welt zu schaffen. Die Aufgabe, die gelöst werden muß, ist die Erziehung der Verbraucher zu einer möglichst elastischen Anpassung ihres Eierkonsums an die Schwankungen der Eierproduktion.

Es gibt freilich auch einige Mittel, um die lieber« Produktion des Frühjahrs zu strecken und so aus die anderen Jahreszeiten zu verteilen. Schon seit langem haben die Verbraucher selbst, also die Hausfrauen, die billigen Frühjahrseier einge­legt und aufbewahrt, um sie in den eierarmen Wintermonaten zu verbrauchen. Die moderne Tech­nik hat geeignete Wege gewiesen, dieses Strecken der Eiervorräte im Großen und gemeinwirtschaft­lich zu organisieren. In den Kühlhäusern pflegte der Großhandel im Frühjahr große Eier- mengen einzulagern und dann in den Winter­monaten, in denen das Frischei knapp und teuer ist, an die Verbraucher abzugeben. DieReichs- Kelle f ü r Eier" hat diese Methode übernom­men und ihre Anwendung in dem Maße erweitert, daß im vorigen Jahre schon 3 0 0 bis 4 0 0 Mil­lionen Eier im Frühjahr in d i e Kühl­häuser wanderten, und so zunächst dem Markte entzogen wurden. Man veranschlagt die auf diese Weise erreichte Verminderuna des Eierange­bots auf ein Viertel der Frühjahrserzeugung. Andererseits konnten dadurch in den eier - armen Wintermonaten große Mengen billigerer Kühlhauseier an den Markt gebracht werden.

Ein anderes Mittel 3um Ausgleich des Eierange­bots ist die richtige Verteilung der Eier­importe auf die verschiedenen Jahreszeiten. Deutschland ist aus handelspolitischen und anderen Gründen gezwungen, bedeutende Mengen aus dem Auslande einzuführen. Obgleich Diese Eier­einfuhr schon wesentlich eingeschränkt worden ist, hat Deutschland im Jahre 1934 noch immer mehr als 1,31 Milliarden Stück Eier importiert Das sind etwa 17 v. H. des gesamten deutschen Eierver­brauchs. Dank der Erneuerung der nationalwirt- schastlichen Agrarpolitik ist der Anteil der Jnlands- erzeugung an der Deckung des deutschen Eierver­brauchs von 65 auf 83 v. H. gestiegen. Trotzdem find die Eierimporte aus Dänemark, Holland und anderen Ländern noch sehr hoch, und sie werden, soweit die Einfuhrländer entsprechende Mengen deutscher Jndustrieerzeugnisse aufnehmen, wohl auch nicht weiter gesenkt werden können. Es ist möglich, diese Eiereinfuhr so zu organisieren, daß sie hauptsächlich in den eierarmen Herbst­und Wintermonaten oorgenommen, bzw. zur Deckung des Bedarfs in denjenigen Monaten, in denen die inländische Frischeierzeugung ohnehin niedrig ist, herangezogen wird. Die jetzt durchge­führte Eiermarktregelung ermöglicht ja genaue Feststellungen der Eier-Fehlbedarfsgebiete, in denen der Einsatz von Auslandseiern in Den Herbst- und Wintermonaten einen Ausgleich schaffen und da­durch die Herstellung des Gleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage erleichtern kann.

Aber alle diese Hilfsmittel reichen nicht aus, um die jahreszeitlichen Schwankungen der Eiererzeu- aung auszugleichen. Eine direkte Beeinflus­sung des Konsums durch Werbung bei den Verbrauchern ist daher unbedinat notwendig. Eine solche Werbung wird um so leichter mit Erfolg durchzuführen sein, als sie in erster Linie auf eine allgemeine Steigerung des Eierver­brauchs gerichtet sein kann. Denn der deutsche Eierverbrauch ist zur Zeit überhaupt noch steige­rungsfähig. Während in den Niederlanden 200, in England 143 Stück Eier je Kopf der Bevölkerung und Jahr verbraucht werden, betrug der deutsche

Die im Jahre 1934 bei der I G. Farben- i n d u st r i e erzielte R o h e i n n a h m e hat sich auf (alles in Millionen RM.) 565,07 (493,34) erhöht. Dazu kommen Erträgnisse aus Beteiligungen von 7,49 (7,54), Zinsen und sonstige Kapitalerträge von 11,38 (6,89), sowie ao. Erträge von 2,11 (8,28). Anderseits erforderten Löhne und Gehälter 197,67 (175,31), gesetzliche Sozialabgaben 11,92 (10,37), Abschreibungen auf Anlagen 80,10 (57,15), andere Abschreibungen 3,64 (6,96), Zinsen auf Teilschuld­oerschreibungen 9,74 (10,64), Steuern 41,40 (38,40), alle übrigen Aufwendungen 190,60 (166,08). Es ver­bleibt demnach ein Reingewinn von 50,98 (49,14), der sich um den Vortrag aus 1933 von 2,08 (1,22) auf 53,06 (50,36) erhöht. Hieraus ge­langen wieder 7 v. H. Dividende auf das Stamm­aktienkapital von 680 Millionen RM. zur Verteilung. Die satzungsgemäße Tantieme beträgt wieder 0,68. Der Rest von 4,78 (2,08) wird vorgetragen.

Nach dem Bericht wirkte sich die Belebung der deutschen Volkswirtschaft auch in den Werken des Konzerns mit ihrer vielseitigen Produktion in einer

Steigerung des Jnlandabfahes

aus. Insbesondere zeigte sich das auf den neuen Arbeitsgebieten, die eine Stärkung der ein­heimischen Rohstoffversorgung zum Ziele haben. Hier erwuchsen neue Aufgaben, denen die jahrelang geleisteten Vorarbeiten jetzt zugute kommen. Das neue Produktionsprogramm konnte verhältnismäßig schnell in Angriff genommen und durchgeführt werden. Besondere Sorge galt dem a l t- eingeführten Ausfuhrgeschäft, das, soweit es nötig war, unter erhöhten Preisopfern verteidigt wurde. Um die Verkaufserlöse aus de- visensckwachen Ländern ohne wesentliche Verzöge­rung yereinzubrinaen, wurden teilweise auf lange Sicht vorbereitete Kompensationsgeschäfte erfolgreich durchgeführt. Mit Rücksicht auf die allgemeine De­visenlage war man bemüht, die Rohstoffeinfuhr tunlichst durch Aufnahme von Krediten im Aus­lande zu finanzieren, so daß in der zweiten Hälfte des Berichtsjahres die Deviseneingänge fast ohne Kürzung der für die Einfuhr notwendigen Beträge

der Reichsbank zur Verfügung gestellt werden konnten.

Die Gesamlgefolgschast des Unternehmens un­ter Einschluß der Grubenbetriebe und der an­deren befreundeten Unternehmungen belief sich Ende 1934 auf 134 677 (Ende 1933 112 571). Diese Steigerung der Gefolgschaftsziffer um 18 v. h. gegenüber dem Vorjahre und rund 45 v. H. gegenüber dem Tiefstand im Oktober 1932 wurde durch die Fünftagewoche im Konzern gefördert.

Diese Zunahme bedeutet jedoch nur einen Teil der auf Maßnahmen der IG. Farbenindustrie zurückzuführenden Entlastung des Arbeitsmarktes, lieber 1000 Gefolgschaftmitglieder wurden nach dem vom Reichsheimstättenamt aufgestellten Richtlinien zur ländlichen Ansiedlung gebracht. Den Angestell- ten-Pensionskassen wurde der Bestand der Unter« stützungskasse für pensionierte Angestellte übertra­gen und weitere 3,4 Millionen als Sonderzuwen­dung aus eigenen Mitteln zugeführt. Im Interesse der Gefolgschaft ist der Betrag der jährlich auszu- schüttenden Prämie von 4,9 auf 9,2 Millionen er­höht worden, die Erhöhung in den Prämiensätzen kommt ausschließlich Gefolgschaftsmitgliedern mit einem Jahreseinkommen bis zu 3600 Mark zugute.

Neber die einzelnen Arbeitsgebiete der Gesell­schaft wird mitgeteilt:

Auf dem Gebiet der Farbstoffe und Färberei­hilfsprodukte konnte im Berichtsjahr mengen- und wertmäßig eine Absatzsteigerung erzielt werden.

Das Exportgeschäft war im ganzen leicht rückläufig. Nach den europäischen Ländern verlief das Export­geschäft aber stabil. In Chemikalien setzte sich die Steigerung der Umsätze in verstärktem Umfange fort. Das Riechstoffgeschäft zeigte bei zum Teil nachlassenden Preisen eine gute Absatzentwicklung. In photographischen Produkten war die Geschäfts­lage befriedigend. Die schon Ende des Vorjahres einsetzende Belebung im Jnlande bei den verschiede­nen Kunstseidearten und Kunstspinnfasern setzte sich bei Nachlassen der Einfuhr von Rohstoffen fort. In Vicose und Acetat-Seide entwickelte sich der Umsatz befriedigend. In Vistrafaser trat im zweiten Halb­jahr eine besonders rege Nachfrage auf. Die Pro­duktion und der Absatz vom Stickstoffprodukten blieb ungefähr auf Vorjahreshöhe. An Stickstoffdünge­mitteln ist der Jnlandsabsatz gestiegen, dagegen setzte sich der Rückgang im Auslandsgeschäft fort.

Aus dem Ostgebiet wurden auch 1934 weitere technische Fortschritte erzielt.

Im Ausbau der Hydrieranlagen in Leuna wurde die für das Ende 1934 vorgesehene Produktions­höhe erreicht.

Amtsgericht Gießen.

Am 19. September entwendete die Ehefrau eines Arbeitslosen aus Gießen mit ihrem elfjährigen Kinde im Neustadter Feld in Gießen von einem Acker drei Weißkraut, zwei Blumenkohl und zwei Run­kelrüben. Durch Strafbefehl wurde sie zu einer Geldstrafe von 12 Mark und Erstattung eines Schadenersatzbetrages von 1,80 Mark verurteilt. In der auf ihren Einspruch hin gestern Dorgenommenen Verhandlung ergab sich, daß die Angeklagte aus Not gehandelt hat. Auch mit Rücksicht auf die große Familie wurde die Strafe auf 3 Mark, hilfsweise ein Tag Hast, ermäßigt. Bei dem im Strafbefehl erkannten Schadenersatz in Höhe von 1,80 Mark mußte es Dagegen verbleiben.

Ein gewisser H. aus Klein-Steinheim hatte gegen Den Bürgermeister von Langenbergheim Anzeige wegen Unterschlagung erstattet. In Dem Daraufhin anhängig gewesenen Verfahren stellte sich heraus, Daß nichts Wahres an Der behaupteten Unterschla­gung ist. Wegen falscher AnschulDigung erhielt Der Angeklagte Durch Strafbefehl eine GelDstrafe von 50 Mark, hilfsweise 10 Tage Gefängnis. In Der auf seinen Einspruch hin gestern geführten Hauptver- hanDlung ergab sich die Haltlosigkeit der vom An­geklagten erstatteten Anzeige. Es verblieb daher bei der im Strafbefehl gegen ihn ausgesprochenen Strafe.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)

Ein alter Leser. 1. Bei dem gegenwärtigen Woh­nungsmangel wird die Aufnahme eines Familien­mitgliedes, zum Beispiel Der Schwiegertochter, ohne besonDere Erlaubnis Des Vermieters als zulässig zu erachten sein. 2. Es steht Ihnen frei, die Den Mietern für WassergelD in Ansatz gebrachten 3 v. H. Der Friedensmiete vom Mietpreis nachzulassen und statt dessen das Wassergeld anteilsmäßig auf die Mieter zu verteilen. Die Mieter sind verpflichtet, das Wassergeld zu bezahlen. Nötigenfalls können Sie im Klageweg gegen sie vorgehen. 3. Eine Herab­setzung der Miete kann vom Mieter nicht verlangt werden, wenn Die Sondersteuer erniedrigt oder er­mäßigt wird.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.

Frankfurt a.2H.

Berlin

Frankfurt a. M

Äerlln

Schluß» kurs

Schluß!. Abend­börse

Schluß­kurs

Schluß!. Mittag- börse

Gchluß- kurs

Schlußl. Abend­börse

Gchluß- lurs

Schluß!. Mittag­börse

Oatum | 8.4. 9.4.

8-4

9.4.

Datum

8.4

9.4

8.4

9.4.

6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Neichsanl. von 1934 6*/z% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablöi.-Schuld mit

Auslos.-Rechten .............

4l/»% Deutsche Reichspostschatzan- Weisungen von 1934, I.......

6% ehem.8% Hess. Bolksstaat 1929 (rückzahlb. 102%) ............

4J4% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........

6*/2% ehem. Hess. Landes-Hypo­thekenbank Darmstadt Liaut ...

4%% ehem. 8% Darmst. Komm.

Landesb.Goldschuldverschr. R.6 Oberhessen Provinz-Anlethe mit

Auslos.-Rechten .............

Deutsche Komm. Sammelabl. An­leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten

4>/2% ehe m.8% Franks. Hyp.-Aank Golvpse. 15 unkündbar bis 1935

6yz% ehem. 4'/r% Franks. Hyp.- Bank-Liqu.-Pfandbriefe.......

6/2% ehem. 4y2% Rheinische kchV.-Bank-Ltqu.-Goldpse.....

4*4% ehem. 8% Pr. Landespfand- vriesanstalt, Pfandbriefe R. 19 4%% ehem. 7% Pr. Landespfand- briesanst., Gold Komm. Lbk.VI

Steuergutsch.Verrechnungsk. 35-39

4% Oesterretchtsche Goldrente.... 4,20% Oesterreicyische Silberrente 4% Ungarische Goldrente.....,

4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4y2% desgl. von 1913..........

5% abgesi. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1.....................

100 96,25 101,5

111,9

99,7

97,25

96

100,45

114,*

100,5

101,25

96

96 105,8

25,5

1,1

7,25

6,55

6,5 12,25

8,5

100,13

96,5

101,5

112,05

99,6

97,25

96

100,25

114,75

100,5

101,25

96

96

105,9

25,9 1J

6,5

6,5

12,13

8,5

100,13

96,25

112,65

99,75

97

115

100,1

96

96

105,8

25,75

1,13

7,25

6,55

12

100,13

96,5

112

99,9

97

114,75

101,2

96

96

105,9

26,25

1,2

7,2

6,55

12,4

4% veögl. Serie II .............

5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4*/2%Rumän.vereinh.Rentev.lS13 4% Rumänische vereinh. Rente ..

2 y4% Anatolier ..............

Hamburg-Amerika-Paket .....o

Hamburg-Südam. Dampfschiff . 0 Norddeutscher Lloyd ......... 0

A.G. für Verkehrswesen Akt. .. 0 Berliner Handelsgssellschaft ... 5 Commerz- und Prioat-Bank ... 0 Deutsche Bank und Disconto-

Gesellschaft................o

Dresdner Bank..............o

Reichsbank ................ 12

A.E.G......................0

Bekula.................... io

Elektr. Lteferungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ........... 6y,

Felten & Guilleaume......... 0

Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ........5

Rhein. Wests. Elektr..........6

Schuckert L Co............... 4

Siemens L Halske............7

Lahmeyer L Co.............. 7

Buderus ......... o

Deutsche Erdöl ..............*

Gelsenkirchener..............0

Harpener...................o

Hoesch EisenKöln-Neuessea .. 0 Ilse Bergbau ...............g

Ilse Bergbau Genüsse........ 6

Klöcknerwerke .............

Mannesmann-Röhren........ 0

8,5

4,4

4,1 33,25

32,25

33,65

82,5 107,5 85,25

89

89 158,75

35,5

137 108,75 124,75

87,5

121

122

104

150,25

121

94,13 106,5

105,5

128

91,5

79,5

8,5

4,4

6,75

4,13

33,75

32,5

82,5

108

85,65

88,75

88,75

158,25

35,75

136,5

107,75

124

87

121

105

151,75

121,75

94,75

107,5

106

127

91,4

79,75

4,4

6,5 4,15 33,25

32 26,25 33,25 82,4

108 85,25

89,5

89,5 159,25

35,4

137 108,25 124,75

87 121,13 122,5

104 150,25 121,25

94,25

107

106,5 95

153,5

129 91,13 79,75

4,4

6,13

4,13

33,75

32,4

27,75

33,65

81,75 107,5

85,25

88,75

88,75

158

36,25 136,75 108,25 124,13

87

121

106,65

105,25 151,5

122,75

94,75

107,75

106

94,75

127 91,4

80,13

Frankfurt a. M.

Berlin

Schluß» kurS

Schluß!. Abend­börse

Schluß­kurs

Schluß!. Mittag- börse

Datum

8 4

9 4

8.4.

9.4.

Mansselder Bergbau.......

.. 8

100,13

99,13

99,25

99,65

Koköwerke................

.. 6

108,25

108

Phönix Bergbau...........

.. 0

Rheinische Braunkohlen ....

12

209

209,5

209

209,5

Rheinstahl ................

3'/-

106,5

107

106,75

106,65

Vereinigte Stahlwerke......

.. 0

78,5

79,4

78,65

79,4

Olavi Minen .............

.. 0

Kaliwerke Aschersleben......

.. 5

Kaliwerke Westeregeln......

.. 6

112'75

112125

"?13

1112?5

Kaliwerke Salzdetfurth.....

?y2

156

155

156

155,5

I. G. Farben-Jnbustrie.....

147

145,65

146,5

Scheideanstalt.............

.. 9

213,5

213

Goldschmidt ..............

.. 0

103

103 65

101 5

Rütgerswerke .............

.. 4

110

10975

108,75

109^25*

Metallgesellschaft...........

.. 4

96

96,25

96,5

96,9

Philipp Holzmann.........

.. 0

90

89,25

89,5

89,25

Zementwerk Heidelberg ....

Cementwerk Karlstadt.......

.. 6 .. 4

119,9

120,25

Schultheis Patzenhoser .....

.. 4

_

_

106,5

107,25

Aku (Allgemeine Kunstseide)

.. 0

52,75

52,25

53,4

52,75

Bemberg.................

.. 0

116,25

116

117,5

116,5

Zellstoff Waldhof ..........

.. 0

115,5

116

11 5

Zellstoff Aschaffenburg .....

.. 0

81

80,75

81

'Sb25

Dessauer Gas .............

.. 7

128,75

128,5

Daimler Motoren..........

.. 0

92

93,5

91,75

93,65

Deutsche Linoleum.........

.. 6

155

155

155

155,25

Lrenstein L Koppel ........

.. 0

88

88,5

Westdeutsche Kaufhof.......

.. 0

33,5

35,5

33,5

35,25

Chade ....................

.. 0

231

238

240

Accumulatoren-Fabrik......

. 12

162,75

163,5

163

Conti-Gummi.............

.. 8

150

149

150

150,5

Grttzner..................

.. 0

36

36

36

35,25

Matnkraftwerke Höchst a.M..

.. 4

93,25

93,75

Süddeutscher Zucker .......

168

167

165

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. M.

Banknoten.

8.April

9. April

Amtliche Notierung

Amtliche Notierung

Geld

Brief

Geld

Brief

Buenos Aire.

0,658

0,662

0,658

0,662

Brüssel ....

41,98

42,06

41,98

42,06

Rio de Jan.

0,201

0,203

0,201

0,203

Sofia ......

3,047

3,053

3,047

3 053

Kopenhagen.

53,41

53,51

53,63

53,73

Danzig.....

81,13

81,29

81,09

81,25

London .....

11,96

11,99

12,01

12,04

Helsingfors..

5,285

5,295

5,305

5,315

Paris ......

16,39

16,43

16 38

Holland ....

167,43

167,77

167,53

167'87

Italien.....

20,58

20,62

20,58

20,62

0,699

0,701

Jugoslawien

5,649

5,661

5'649

5 / 661

Oslo..... :

60,12

60,24

60,37

60,49

Wien.......

48,95

49 05

Lissabon ....

10,86

10*88

10,90

10,92

Stockholm...

61,69

61,88

61,94

62,06

Schweiz ....

80,72

80,88

80,72

80,88

Spanien....

33,93

33,99

33,92

33,98

Prag.......

10,38

10,40

10,375

10,395

Budapest ...

Neuyork...

2,482

2,486

2,486

2,490

Berlin, g.April

Gelb

Briet _

Amerikanische Noten..............

2,438

2,458

Belgische Noten..................

41,82

41,98

Dänische Noten .................

53.49

53,64

Englische Noten .................

11,98

12,02

Französische Noten...............

16,32

16,38

Holländische Noten...............

167 12

167,78

Italienische Noten.....f..........

20,66

20,74

Norwegische Noten ..............

60,16

60,40

Deutsch Oesterreich, ä IOO Schilling

Rumänische Noten...............

Schwedische Note»...............

61,73

61,97

Schweizer Noten.................

80,24

80,56

Spanische Noten.................

33,45

33,59

Ungarische Noten................