Einzelbild herunterladen

Oberhessen.

Beisetzung von Kammerrat Clemm.

* Winnerod, 8. April. Auf dem kleinen Fried­hof unserer Gemeinde hatte sich am Montag mit der Familie eine große Zahl von Leidtragenden eingefunden, um den im Alter von 68 Jahren ent­schlafenen ehemaligen Besitzer des Hofguts, Kam­merrat Ludwig Clemm, der nach längerer Krankheit doch überraschend für seine Angehörigen und Freunde in seinem Ruhesitz Frankfurt a. M. verstorben war, in heimatlicher Erde unter den windzerzausten hohen alten Bäumen im Schatten des kleinen Dorfkirchleins zur letzten Ruhe zu bet­ten. Pfarrer Schmidt, Beuern sprach am Grabe über den Lebensweg dieses aufrechten deutschen Mannes und frommen Christen, der ein Licher Kind, später auch als Kammerrat des Fürsten zu Solms- Hohensolms-Lich und als Besitzer des Hofgutes Winnerod immer aufs engste mit der heimatlichen Scholle verbunden, Vaterland und Heimat sein Bestes gegeben und auch im Kriege als Artillerie- Hauptmann seine ganze Kraft in den Dienst seines Volkes gestellt habe. Und wie er für Beruf und Gemeinwohl mit seiner ganzen Persönlichkeit ein- trat; so war er seiner großen Familie ein liebevol­ler und treusorgender Gatte und Vater, den auch Sorgen und Schicksalsschläge nicht niederzubeugen vermochten, weil ein inniges Gottvertrauen ihn stützte. Nach Gebet und Segen des Geistlichen legte Sanitätsrat Dr. S ch l i e p h a k e, Gießen, für die Altherrenschaft der VerbindungKloster" der Ludo- viciana mit Worten treuen Gedenkens für den Bundesbruder einen Kranz am Grabe nieder, ebenso stud. jur. Lommel für die Aktivitas des gleichen Bundes. Worte inniger Verbundenheit wid­mete dann Oberstleutnant Bauer dem dahinge- aangenen Freunde und Jugendgenossen, dessen Treue, wie die Klammer in seinem Wappenschild, alle umfaßt habe, Familie und Freunde, Volk und Vaterland, das Solmssche Fürstenhaus und sein altes hessisches Regiment. Nun ruhe er aus in der Erde der von ihm über alles geliebten Heimat, zu der er nach so kurzen Jahren des Fernseins so bald schon wieder zurückgekehrt sei.

Gemeinderai in Grünberg.

+ Grünberg, 10. April. Vor Eintritt in die Tagesordnung wies Bürgermeister Wagner darauf hin, daß dies die erste Sitzung sei, die im Zeichen der neuen Gemeindeordnung stehe.

In einer früheren Sitzung hatte man zur Dicht- machung des unteren Triebwasserteiches die Errichtung einer Mauer vorgesehen, die einen Kostenaufwand von etwa 13 000 Mark erfordert hätte. Das Kulturbauamt Gießen hat verschiedene Bedenken gegen diesen Plan vorgebracht und empfohlen, die Abdichtung des Teiches durch eine Lettjchicht mit zwei eisernen Spundwänden vor­zunehmen. Hierdurch sei auch eine Dichtung auf mehrere Jahrzehnte gewährleistet, außerdem wür­den sich die Kosten bedeutend niedriger stellen und jedenfalls unter dem früher genannten Betrag von 8000 Mark bleiben. Das Kulturbauamt will einen genauen Kostenvoranschlag darüber vorlegen.

Die Straßenreinigung der städtischen Plätze und Straßen wird Karl Frank V., der sie bisher zur Zufriedenheit ausgeübt hat, auf fein Gesuch hin für weitere zwei Jahre zu den seitheri­gen Bedingungen übertragen.

Da das Mobiliar des Wasserwerkes nur mit 6000 Mark versichert, sein Wert aber laut Voranschlag bedeutend höher ist, hält man eine Heraufsetzung der Versicherungssumme für ange­bracht.

Der Hilfsnachtwächter Ernst Stock bittet um Verlängerung der Wasserleitung in der Färbgra­bengasse bis zu seinem geplanten Neubau. Da er die nötigen Erdarbeiten selbst ausführen will, so daß die Stadt nur die Rohre zu stellen braucht, soll seinem Gesuch entsprochen werden.

Die beiden landwirtschaftlichen Vertreter werden beauftragt, auf dem Lauterbacher Zuchtviehmarkt einen Eber anzukaufen, da der alte wegen Inzucht abgeschafft werden muß.

Oer Gaatkartoffelbau in Lang-Göns.

* Lang-Göns, 10. April. Anschließend an den Bericht vom letzten Samstag über den A n - bau von Saarkartoffeln in unserer Ge­markung möchten wir ergänzend mitteilen, daß in diesen Tagen mit dem Versand von Saatkartoffeln Schluß gemacht worden ist. Zur Zeit wird kaum noch was zu haben sein. Der Anbau von Saat­kartoffeln ist für unser Dorf in den letzten Jahren von größter Bedeutung geworden, und es ist an­gebracht, über die Entwicklung dieser Betriebe eini­ges zu sagen. Bekanntlich war während des Krie­ges das Saatgut überall ziemlich knapp. Bei Feld­besichtigungen, die durch die Landwirtschaftskammer vorgenommen wurden, ergab sich, daß die Kar­toffeln im Lang-Gönser Feld sehr gut waren. Da machte das damalige Mitglied der Landwirtschafts­kammer Wilhelm Weil aus Lang-Göns, der in­zwischen verstorben ist, den Vorschlag, zum Not­behelf diese Lang-Gönser Kartoffeln als Saatgut zu verwenden. Sie bewährten sich auch sehr gut. Deshalb schritt man nach dem Kriege zur Errich­tung von Saatgutbau st ellen, nicht nur hier in Lang-Göns, sondern auch im benachbarten Kirch-Göns. Man sagte sich, daß sogenannte mittlere Betriebe, mit etwa 25 bis 40 Morgen, sorgfältiger arbeiten könnten als große Güter. Zu­nächst waren es in Lang-Göns vier Betriebe, bann sechs. Durch Erbteilung, die Söhne führten die Betriebe weiter, gab es dann zwölf. Heute sind es über 25, und es liegen noch verschiedene Anträge von Landwirten vor. Die Landesbauernschaft setzt auch alle Hebel in Bewegung, immer noch mehr Saatstellen zu errichten. In der Hauptsache werden in Lang-Göns gezüchtet: Frükartoffeln Allerfrüheste Gold, Deutsche Erstlinge, Paulsens Juliniere, Oden­wälder Blaue usw., an mittelspäten und späten vor allem Industrie, Erdgold, Edeltraut, Ackersegen, Raddatz Voran, Goldwährung u. a. neuere Züch­tungen. Der Versand erstreckt sich in der Haupt­sache auf das Ried, zugleich über ganz Star­kenburg und Rheinhessen, aber auch die oberhessischen und angrenzenden preußi­schen Gebiete beziehen Saatgut aus Lang-Göns. Da sich unsere Saatkartoffeln überall, auf leichten wie auf schweren Böden, aufs beste bewährt haben, ist die Nachfrage immer eine gute, und so kommt es, daß zur Zeit alles ausverkauft ist. Die Original­saat beziehen die hiesigen Züchter meistens waggon­weise aus Ostpreußen, ober anbern nörblichen Provinzen Daß bie einzelnen Felbstücke, biß bamit bepflanzt werben, unb ber Ertrag unter ber Kon­trolle ber Lanbesbauernschaft stehen, versteht sich von selbst. Die Arbeit bes Kartoffelzüchters erfor- bert nicht nur große Liebe unb Ausbauer zur Sache, fonbern nimmt auch viel Zeit in Anspruch. Die Ernte, bie Lagerung, bie Sortierung, der Ver­sand usw., alles bas rechtfertigt den erhöhten Preis,

Schutz den Tieren!

Bon Oberveterinärrat Dr. Heinrich Küthe, Darmstadt.

Das Verhältnis bes Menschen zum Tier, seine naturwissenschaftliche Stellung innerhalb ' dieses Tierreiches, die inneren Zusammenhänge bzw. Gegensätzlichkeiten zwischen beiden Gruppen, waren von jeher Gegenstand wissenschaftlicher, philosophi­scher und kirchlicher Erwägungen und Forschungen, ohne daß bis heute endgültige vernunftmäßige Klarheit geschaffen werden konnte. Wenn auch, rem biologisch betrachtet, eine organische Aufwärtsent­wicklung vom einfachen Lebewesen unserer Erde zu immer höherer Vervollkommnung, an deren Spitze der Mensch steht, kaum noch zu bestreiten sein dürste, so trennt doch das Seelenleben, insbesondere das Bewußtsein eines,gewußten Seins" den Men­schen in tiefgehender breiter Kluft von den Tieren. Trotzdem wäre es falsch, den Tieren jegliches In­nenleben absprechen zu wollen. Man rede nicht im­mer nur vonInstinkten", d. h. triebhaftem Han­deln;

wer die Tierwelt aufmerksam beobachtet, muß zu der lleberzeugung kommen, daß auch dort viele Lebensauherungen bewußten lleberkgun- gen entspringen,

das ferner ein Gefühlsleben, sogar die Liebe, wenn auch in engbegrenztem Rahmen, vorhanden sind und Entschlüsse beeinflussen. Würde man solches ab» streiten, wahrlich es bedürfe dann nicht eines Tier­schutzes, so wie wir ihn verstanden wissen wollen!

Schopenhauer nennt als die drei Grund- triebfedem der menschlichen Handlungen:

1. den Egoismus, welcher das Mene Wohl will, 2. die Bosheit, die das fremde Weh will,

3. das Mitleid, welches das fremde Wohl will.

Die drei Charakterzüge bestimmen wesentlich das Verhältnis der Menschen untereinander. Undenk­bar wäre eine menschliche Gemeinschaft, wenn nicht dasMitleid" in unsere Herzen gepflanzt wäre. Es ist die ganz unmittelbare, von allen persönlichen Rücksichten unabhängige Teilnahme an dem Wohl­ergehen eines anderen Menschen. Dessen Wohl und Wehe liegt uns dann in derselben Art und in dem- 'selben Grade am Herzen, als wäre es unser eigenes Wohl und Wehe. Und die Stellung des Einzelnen zu den Tieren? Wird sie nicht auch von diesen Triebfedern maßgeblich beeinflußt? Selbstsucht unb Bosheit werden sich hier stets auswirken zum Schaden der Tiere, werden leicht dazu führen, sie unnötig zu quälen oder roh zu mißhandeln".

Jtur wer fähig ist, Mitleid zu empfinden, wird auch dem Tier als einem vollwertigen Glied in der Kelte der rätselhaften wunderbaren Lebenserfcheimmgen die erforderliche Achtung, Rücksicht und Zuneigung nicht versagen. Das ist der wahre, selbstlose Tierschutz, der dem Mitleid entspringt! Allerdings müssen hier Grenzen gezogen sein; einem übertriebenen Mitleid ohne Berücksichtigung realer Erforder­nisse kann nicht das Dort geredet werden.

Dank seiner Technik ist der Mensch zum Herrn der Tiere geworden, ob sie in freier Wildbahn leben aber als treue Hausgenoffen von ihm gepflegt, gezüchtet und in Anspruch genommen werden Es ist deshalb auch feine heilige Pflicht, sie zu schützen vor Qualen. Mißhandlungen und Ausrottung. Und es iit die Aufgabe ber Regierung, diesen Schutz durch Gesetzesvorschriften in geregelte Bahnen zu leiten unb zu gewährleisten. Nur im Schutze ber Gesetze blühet auch auf biesem Gebiet die Freiheit. Gesetze allein werden jedoch niemals sich restlos er­füllen lassen, wenn nicht die Menschen aus freien Stücken unb aus innerem Drang heraus sie lebenbig werden lassen.

Welches sind nun die Aufgaben, die ber Volks­gemeinschaft, ben Vereinigungen, die sich solchen Schutz zum Ziele gesetzt haben, sowie dem Einzel­nen erwachsen? Sie sollen hier nur in großen Zügen ausgezeichnet werden:

Beseitigung von Mißbräuchen beim Fang, beim Transport, beim Töten und Schlachten, bei ber Jagd, dem Sport und öffentlichen Schaustellungen; Verhütung von Quälereien bei der berechtigten Be­nutzung der Haustiere unb bei den wissenschaftlichen Versuchen an lebenden Tieren.

Belehrungen über ben Nutzen unb die Behanb- lung ber in freier Wildbahn lebenden, ber gefange­nen unb ber Haustiere; Warnung vor dem Töten nützlicher Tiere, Vogelfütterung im Winter, Anle­gen von Nistkästen, Vogelschutzgehölzen unb Natur­schutzgebieten, Schonung cmssterbender Tiere usw.

Als Belohnung und Anreiz zur guten Tat, Aus­zeichnungen an würdige Angestellte, Fuhrleute, Polizei unb Forstbearnte, Hineintraaen des Tier­schutzgedankens in die breite Masse ber Volks­genossen, insbesondere der Jugend durch Tat, Wort unb Schrift, Elternhaus und Schule.

Schon seit hundert Jahren werden diese Bestre­bungen in Deutschland gepflegt, tierliebende Men­schen schlossen sich zusammen inTierschutzvereinen". Aber ein voller Erfolg mußte ausbleiben, solange als Rechtsgrundlage der §360 bes Reichsstrafgesetz­buches maßgebend mar, der durch die Tatbestands­merkmale derÖffentlichkeit" und desAergernis- erregens" mehr ber Schonung der menschlichen Gefühle diente, als daß das Tier um feiner selbst willen geschützt werden sollte.

Die hohen sittlichen Werte, die durch den Tier- fchutzgedanken hineingetragen werden in die Volksgemeinschaft, wie Gerechtigkeit und Dank­barkeit, Mitgefühl und Mitleid, wurden erst von der nationalen Regierung in ihrer großen Bedeutung klar erkannt; sie hat untertn 24.11.

1933 ein Reichstierschuhgeseh erlassen, das allen Forderungen Rechnung trägt und als vorbild­lich bezeichnet werden muß.

Je höher bie kulturelle Entwickelung eines Vol­kes, desto mehr wird auch dem Tiere Gerechtigkeit widerfahren. Pflege unb Vertiefung des Tierschutz­gedankens sind demnach ein Gradmesser für völkische Kultur.

Gauvarteiiaa am 1. und 2.3uni in Darmstadt.

LPD. Darmstadt, 9. April. Wie aus einem Aufruf des Kreisleiters und Oberbürgermeisters W a m b o l d t hervorgeht, hat ber Gauleiter ent- schieben, baß ber Gauparteitag bes Gaues Hessen-Nassau ber NSDAP, am 1. unb 2. Juni in Darmstabt ftattfinbet. Der Gau­parteitag wirb bas bebeutenbfte Darmstäbter Ereig­nis in biesem Jahre werben. Führenbe Persönlich­keiten bes Reiches unb ber Partei werben erwartet. Es ist mit einer Teilnehmerzahl von weit mehr als 100 000 Personen zu rechnen.

ber zur Zeit für Saatkartoffeln be$af)tt wirb. Der Zentner kostet 5 Mark.

Generalversammlung der Laubacher Bank.

Laubach, 9. April. Die Laub ach er Bank hielt im Saale besSolmser Hof" ihre diesjährige Generalversammlung ab. Zum ersten Male konnte bie im Jahre 1933 neugegrünbete Kasse auf ein ganzes Geschäftsjahr zurückblicken, in bem bie Aufbauarbeit ein wesentliches Stück voran­geschritten ist. Im Geschäftsjahr 1934 hat bie Ge­nossenschaft 14 Zugänge unb zwei Abgänge an Mitgliebern zu verzeichnen, so baß sie Enbe bes Jahre 75 Mitglieder zählte. Die Genossenschaft war gezwungen, am 7. Oktober v.J. eine außerordent- liche Generalversammlung abzuhalten, in ber an Stelle bes burch Wegzug ausscheidenden Vorstands- mitgliebes Otto Braun Schneibermeister Georg Lamm unb an Stelle bes verstorbenen Aufsichts- ratsmitgliebes Konrab Lebermann unb bes ausgeschiebenen Justizinspektors Wilhelm Elbe Direktor a. D. H a r i g unb Glasermeister Heinrich Hertel einstimmig burch Zuruf gewählt würben. Krebite würben nur an Mitglieber gegeben, bie bei ber Aufnahme einer genauen Prüfung über ihre Krebitwürbigkeit burch Vorstand unb Auf­sichtsrat unterzogen würben. Es würbe hierbei im­mer nach dem Leitwort bes Führers gehanbelt Gemeinnutz geht vor Eigennutz", b. h. kleinere Mittel an mehrere Mitglieber geben unb nicht alle Mittel in einigen größeren Krebiten festlegen, was für bie ßiquibität ber Bank von größter Wichtig­keit ist. Der Geschäftsgang hat sich, entfprechenb ben Mitteln bes Krebitinstituts, gut entwickelt. Nach Abschluß bes letzten Geschäftsjahres konnte ein Ge­winn von 2352,35 Mark erzielt werben, ber lt. Be­schluß ber Generalversammlung, auf Vorschlag bes Vorstanbes, mit 650 Mark auf ben Reservefonbs, 650 Mark auf Betriebsrücklage, 980 Mark für bie 49 alten Mitglieber bes Vorschußvereins, bie zur Laubacher Bank übergetreten finb, unb mit 72,35 Mark als Dioibenbe für bie 26 Mitglieber ber Lau­bacher Bank verteilt würbe. Aus bem Bericht bes Aufsichtsrats ging hervor, baß nach Prüfung ber Bilanz bie Bücher ordnungsgemäß geführt finb unb bie Geschäftsführung sich in sehr guten Hän­den befinbet. Dem Vorstcmb unb Aufsichtsrat würbe von ber Versammlung Entlastung erteilt. Der laut Statut ausscheibenbe Direktor L. Hohmann sen., sowie bie Äufsichtsratsmitglieber Otto Müller (Ruppertsburg) unb Friebrich Döll (Laubach) würben einstimmig wiedergewählt. Weiterhin wurde beschlossen, von neueintretenben Mitgliebern ein Eintrittsgelb von fünf Mark zu erheben. Nach ber Erledigung ber Tagesordnung würben noch allgemeine Fragen über Zinssenkung unb Sparer­werbung behanbelt.

Landkreis Gießen.

* Klein-Linden, 9. April. Der 52 Jahre alte Rangiermeister Heinrich Müller von hier er­litt im Dienst einen Unfall. Er zog sich einen Bruch des linken Oberarmes zu unb mußte ärztliche Behanblung in Anspruch nehmen.

X Wieseck, 9. April. Die hiesige Ortsgruppe ber Deutschen Stenographen schaft konnte für brei ihrer Mitglieber bei bem kürzlich veranstalteten Leistungsschreiben 1 9 3 5, bas an allen höheren und Handelsschulen abge­halten wurde, schöne Erfolge erzielen, die bei ben Teilnehmern zu schönen Hoffnungen berechtigen. Vor allem gilt dies für ben Schüler Albert O ß - w a l b, ber bie beste NoteHervorragend" für 160 Silben, fürSchön unb Richtig" und für Ma­

schinenschreiben erhielt. Auch Marie Luise B i e r a u erhielt in 80 Silben unbSchön unb Richtig" ein Hervorragenb", in Maschinenschreiben einGut". Ebenso in 80 Silben Hans RuppSehr aut" unb inSchön unb Richtig" einHervorragend".

Öl Lollar, 8. April. Im hiesigen Lichtspiel­haus wurde gestern und vorgestern ber Film ber ReichspropagandaleitungI ch für dich unb b u für m i ch!" gezeiat. Sämtliche Organisationen besuchten an ben beiben Tagen bie Vorstellung. Der Film hinterließ bei allen Besuchern sichtlich den tiefsten Eindruck. Als Beiprogramm lief ein FilmDanzi g", ber alle Schönheiten biefer echt deutschen Stadt in zum Teil herrlichen Bildern vor unseren Augen erstehen ließ. Auch bie ebenfalls gezeigteUfa-Tonwoche" fanb starkes Interesse, be- [onbers burch bie Silber von ber Heimkehr ber deutschen Saar.

> Lollar, 9. April. Die M ä b e l - unb Jungmäbelschar bes BbM. veranstaltete einen Sportwerbeabenb im Saalbau«Ger­mania". Mit bem LiebWer jetzig Zeiten leben will" wurde ber Abenb eingeleitet. Es folgte ber SprechchorWir finb die Jugenb, wir erben bas Lanb". Nach Worten von Schemm hielt bie Sport- wartin eine Ansprache, in ber sie bie Bebeutung bes Sportes für bie heranwachsenbe Generation würdigte unb den Zweck ber Veranstaltung erläu­terte. Dann folgten turnerische Darbietungen, bie schön ausgeführt würben unb ein Bilb gaben von ber Art, wie im BbM. bas Turnen unb ber Sport gepflegt werben. Zwischenburch mürben in zackiger Weise Lieber gesungen. Sämtliche Darbietungen fanben verdienten Beifall. Der Abenb bürste seinen Zweck, für bie Sache bes Sportes unb Turnens im BbM. zu werben, gut erfüllt haben.

58? Saubringen, 9. April. In ber hiesigen Schule waren bie Hanbarbeiten ber Volks- unb Fortbilbungsschülerinnen ausgestellt. Die technische Lehrerin Frl. Weimar (Lollar) hatte ben Eltern unb allen Interessenten Gelegenheit gegeben, burch bie Auslage sämtlicher Klassenarbeiten Einblick in ben Werbegang ber vie­len Hanbfertigkeiten zu gewinnen. Von den ersten Schneide- unb Faltübungen, wodurch Buchzeichen, Kästchen, Hakenkreuzfahnen und bergt, entstauben waren, bis hinauf zu ben felbftgefertigten, nach eigenem Empfinben verzierten Wäsche- unb Klei­dungsstücken zeugten die Arbeiten von Sorgfalt, Gründlichkeit unb geschmackvoller Ausführung. So entstanden in Anwenbung ber einzelnen Techniken bie verschiedensten Gebrauchsgegenstände, wie Ta­schentuchbehälter, Topfanfasser, Deckchen, Mützen, Leibchen, Bettschuhe, Taschen, Socken, Strümpfe, Hemden, Blusen, Kleider unb anberes mehr. Be- sonbere Beachtung verbienten bie vielseitigen, gut ausgeführten Ausbesserungsarbeiten an Wäsche unb Stricksachen. Daran anfnüpfenb als Fortsetzung hatte bie technische Lehrerin Frl. Pfnorr schöne Wäschestücke aus ben Fortbilbungsschulklassen ge­zeigt. Auch bie Koch» unb Backkunst kam zu ihrem Recht und wirkte in ben Proben verschiedener Art recht ansprechend unb appetitreizenb. Alles in allem barf bie Veranstaltung als wohlgelungen bezeich­net werben. Der rege Besuch legte Zeugnis bavon ab, baß man auch in Daubringen ben Wert all biefer weiblichen Fähigkeiten entsprechen!) zu schätzen weiß.

Beuern, 9. April. Unter starker Beteiligung ihrer Mitglieber hielt bie Spar- und Dor­sch u ß k a ss e, nach ber im vergangenen Jahre er­folgten Verschmelzung ber beiden hiesigen Spar­kassen, bei Gastwirt Sommerlab ihre erste Generalversammlung ab. Der Aufsichtsrats-Vor- sitzende Albert Ranft gebachte zunächst ber im

Laufe bes Jahres verstorbenen Mitglieber, insbe- fonbere bes Kreisbauernführers Dörrschuck. Direktor Linbenstruth erstattete sodann den Geschäftsbericht, dem zu entnehmen war, daß sich die Kasse seit der Verschmelzung gut entwickelt hat. Die Kasse zählt 351 Mitglieder. Der Umsatz betrug im verflossenen Geschäftsjahr 1314 255 Mark. Die Spareinlagen beliefen sich auf 356 389 Mark. An Darlehen wurden 291 209 Mark gegeben, an neuen Sparbüchern wurden 325 ausgegeben. Die der Kasse angegliederte Schulsparkasse hat sich gut entwickelt. Im Anschluß an diesen Bericht gab Rechner Stein die Gewinn- und Verlustrechnung bekannt. Dann wurde über die Verwendung des Reingewinns be­schlossen. Für jeden Geschäftsanteil sollen 6 Mark ausbezahlt werden; je 50 Mark werden dem Win­terhilfswerk und dem Wehrdank überwiesen. Der Rest soll dem Reservefonds zugeschrieben werden. Diese Vorschläge wurden gutgeheißen. Vorstand unb mtsrat würben entlastet. In der üblichen Weise ie Versammlung ihren Abschluß.

* Ettingshausen, 9. April. Im(Siebe­ner Anzeiger" war vor einigen Tagen auch der Name des Pfarrer von Bodelschwingh erwähnt, der durch die Gründung der Anstalt Bethel bei Bielefeld in aller Welt bekannt ist. Wie hierbei gesagt wurde, war von Bodelschwingh um die Mitte des vorigen Jahrhunderts Pfarrer in Varis, wo er eine deutsch-evangelische Ge­meinde sammelte. Auch aus unserer Gegend hatte sich damals eine große Anzahl Hessen in Paris an­sässig gemacht, wo sie ihrem Erwerb als Straßen­kehrer nachgingen. Sie waren bei den ärmlichen Einkommensverhältnissen damals zur Auswande­rung gezwungen. So waren auch aus den heute blühenden Gemeinden Ettingshausen und Hattenrod etwa ein Dutzend Einwohner mit ihren Familien nach Paris gezogen. Ihre Häuser standen unbewohnt im Heimatdorf, meistens waren sogar die Fenster mit Brettern vernagelt. Kehrten die Auswanderer später mit ihren Ersparnissen zurück, so vergrößerten sie ihren Grundbesitz unb hatten bessere Lebensmöglichkeiten. Die Chronik der Pfarrei erzählt, wie von Bobelfchwingh nach seiner Rückkehr nach Deutschland auch seine frühe­ren Pfarrkinder in unserer Gemeinde be­sucht hat, gewiß ein rührendes Zeugnis für bie Treue bes großen Bahnbrechers ber Inneren Mission.

Kreis Friedberg.

Z Münzenberg, 9. April. In unseren beiben (Bemeinben (Münzenberg unb Trais-Münzenberg) lief in ben beiben Kirchen ber Film der Inne­ren Mission in Nassau-Hessen: Se­gen s s p u r e n der Liebe", der mit den erklä­renden Worten des Diakons Hagebölling- Darmstadt einen tiefen, lebendigen Einblick in die Liebestätigkeit der Inneren Mission gab, die getra­gen wird von den lebendigen evangelischen Gemein­den und Christen in Nassau-Hessen. Im besonderen interessierte die schauende Gemeinde das Werk christlicher Liebestätigkeit in dem Gebiet unseres engeren Hessenlandes, z. B. Rettungshaus Arns­burg, Glauberg, in Nieder-Erlenbach, die Häuser in Bad-Nauheim unb Gießen unb vor allem bas große, auch von unseren Gaben mitgetragene Dia- konissenhaus Elisabethenstist in Darrnstabt unb bie Nieber - Rarnstäbter Anstalten. Immer wieber konnte man bekannte Persönlichkeiten im Werke ber christlichen Liebestätigkeit auf ber Leinwanb mitten in ihrer Arbeit, so wie sie stehen unb gehen, erblicken. In beiben (Bemeinben sprach ber Orts- Pfarrer ein grunbsätzliches Wort, von ber Bibel ausgehenb, unb fangen die Versammelten die die einzelnen Teile des Filmes verbindenden Lieder. Der Besuch in Trais-Münzenberg betrug 125 Per­sonen, das ist beinahe die Hälfte der ganzen Ge­meinde, in Münzenberg 133 Personen, das ist ein Siebtel der ganzen Gemeinde. Der Ertrag war in Münzenberg 28, in Trais-Münzenberg 27 Mark, zusammen 55 Mark.

Kreis Schotten.

y Schotten, 9. Apris. Die NS.-Gemeinschast Kraft durch Freude" bereitete am Sams­tag der Bevölkerung von Schotten und Umgebung einen besonderen Genuß durch die Veranstaltung eines Militärkonzerts, das unter ber Lei­tung von Obermusikmeister K r a u ß e von ber Gießener Militärkapelle in ber hiesigen Turnhalle gegeben würbe. Wie sehr biese Veran­staltung bas Interesse in Stabt unb Land geweckt hatte, geht daraus hervor, daß die große Turn­halle dicht besetzt war. Im ersten Teil des Konzerts wurde gute Streichmusik geboten, der zweite Teil der abwechslungsreichen Vortragsfolge brachte Blas­musik. Besonders begeisterte Aufnahme fanden die Märsche für Fanfaren unb Kesselpauken, ferner bie historischen Märsche vom Mittelalter bis zur Neu­zeit. Aber auch bie hervorragenbe klassische Musik fanb bei ben Zuhörern eine sehr bankbare Auf­nahme. Das Gießener Musikkorps unb sein Leiter, Obermusikmeister, Krauße, wie auch bie Ver­anstalter können ben prächtigen Konzertabenb als einen vollen Erfolg verbuchen.

Laubach, 9. April. Die Schüler unb Schü­lerinnen ber Realschule versammelten sich mit i^ren Eltern unb Lehrern, sowie einigen Freun­den der Schule in der Aula, um durch eine Feier das zurückgelegte Schuljahr würdig zu beschließen. Ein Schulchor eröffnete ben Abenb mit bem Ge­sang:Deutschlanb, o heiliger Nanze". Der Lei­ter ber Realschule, Studienrat Hainz, begrüßte die Besucher mit herzlichen Worten unb sprach bann über die zeitgemäße Entwicklung unb Bebeu­tung ber Schule. Er führte u. a. aus, auch bie Realschule sei heute Volksschule. Ihre wichtigste Aufgabe sei die Erziehung der deutschen Jugend im nationalsozialistischen Sinne zu charaktervollen deutschen Männern und Frauen, wobei auf bie körperliche Ertüchtigung besonberer Wert gelegt werde. Um dieses hohe Ziel zu erreichen, sei bie verstänbnisvolle Zusammenarbeit von Schule, Elternhaus unb Hitlerjugenb in ber Schulgemeinde erforberlich. Die aufmerksamen Zuhörer spendeten bem Rebner lebhaften Beifall. In einer Zusam-