Willen, einander zu verstehen. Mr haben so das Große, daß wir auf gemeinsamem Grund stehen, „der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinander-- gefügt wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn, auf welchem auch Ihr mit erbauet werdet zu einer Behausung Gottes im Geist".
So wollen wir es freudig miteinander versuchen auf der Grundlage vollen Vertrauens. Wer etwas auf dem Herzen hat, den bitte ich, es immer geradeswegs bei mir selber auszusprechen, nicht auf Umwegen durch andere. Ich verspreche, daß ich ein gleiches tun will. So wird es uns Gott gelingen lassen. Ich grüße alle Glieder, Helfer und Gruppen unserer Gemeinde und bitte: Laßt uns täglich dankbar sein dafür, daß wir evangelisch-lutherische Christen sein dürfen! Gottbefohlen!
Euer Pfarrer Knodt.
Gemelndenachrichl.
Wenn mir die Stelle übertragen wird, werde ich bald in das Gemeindepfarrhaus, Kirchstraße 1, übersiedeln. Vorerst aber müssen mich die Gemeindeglieder noch in meiner Wohnung, Hindenburgwall 13, aufsuchen und treffen mich am besten von 11 bis 12.30 Uhr täglich außer Samstags. Den Samstag bitte ich mir, wenn nicht ganz dringende Fälle vorliegen, zur Vorbereitung auf den Sonntag völlig freizulassen. Es kommt der Gemeinde zu- gut.
Oekanatskonferenz des Evangelischen Dekanats Gießen.
Im Markussaal in Gießen tagte gestern die Dekanatskonferenz des Evangelischen Dekanats Gießen unter dem Vorsitz von Dekan Sattler, Wieseck, der die Konferenz mit Losung des Tags, Schriftlesung (Joh. 13, 31 bis 35) und Gebet eröffnete. Er widmete einen Nachruf den verstorbenen Pfarrern S t a u b a ch, Watzenborn und Pfarrer i. R. Wagner, Butzbach, von 1910 bis 1929 Pfarrer in Beuern. Ihr Andenken wurde durch Erheben von den Sitzen geehrt. Der Vorsitzende begrüßte den Herrn Propst Trommershausen, Frankfurt a. M., der über die Lage der Kirche sprach. Eine sehr rege Aussprache schloß sich an. Bei dem geschäftlichen Teil sagte Propst Trommershausen die Festpredigt beim Kirchengesangvereinsfest Burkhardsfelden und Dekan Sattler die Festpredigt in Beuern zu. Zum Dekanats-Obmann für die Aeußere Mission, welchen Posten jahrelang Pfarrer G u ß m a n n (Kirchberg) bekleidete, wurde Pfarrer R e u s ch (Leihgestern) bestimmt.
Die Kirchensteuer.
In den vom Wirtschaftsprüfer Hermann Will zu Gießen herausgegebenen „Aktuellen Steuerfragen" (Rundschreiben Nr. 4) lesen wir folgendes:
1. Senkung. Infolge der allgemeinen Steigerung des Einkommensteueraufkommens in den vergangenen zwei Jahren hat auch die Kirchensteuer, die als Zuschlagsteuer zu Einkommensteuer erhoben wird, den Kirchenoerwaltungen erheblich höhere Einnahmen gebracht als in den Vorjahren. Ferner würde bei der Aenderung des Einkommensteuertarifs ab 1. Januar 1935 eine erheblich höhere Heranziehung zur Kirchensteuer erfolgen, wenn die bisherigen Zuschläge aufrechterhalten werden. Um eine übermäßige und ungerechtfertigte Belastung durch Kirchensteuer zu vermeiden, hat der Reichs- und Preußische Minister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung zusammen mit dem Preußischen Finanzminister im Wege eines Erlasses die Regierungspräsidenten und Oberpräsidenten angewiesen, bei Genehmigung der Steuerbeschlüsse für das Rechnungsjahr 1935 dafür Sorge zu tragen, daß der Kirchensteuersatz 20 v. H. niedriger zu liegen habe als im Vorjahr. Ausnahmen sollen nur in dringenden Fällen zugelassen werden, insbesondere dann, wenn es sich um unaufschiebbare Bauvorhaben handelt, die der Förderung der Arbeitsbeschaffung dienen.
2. Verjährung. In diesem Zusammenhang sei auf ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts vom 9. Oktober 1934 (VIII C. 8/34) hingewiesen, das sich mit der Verjährung der Kirchensteuer beschäftigt. In dieser Entscheidung wird festgestellt, daß die §§ 83ff. KomAbG. trotz ihrer Aushebung durch das Gesetz vom 26. August 1921 auf Grund des Kirchensteuergesetzes vom 26. Mai 1905 für die Kirchensteuer sinngemäß auch weiterhin anzuwenden sind. Demgemäß muß auch § 85 des Staatseinkommensteuergesetzes vom 19. Juni 1906 noch entsprechend angewandt werden, auf beg im § 85 KomAbG. verwiesen wird. Diese Bestimmung sieht eine dreijährige Verjährungsfrist vor. Es liegt also insoweit eine Abweichung von der Einkommensteuer vor, von der die Kirchensteuer abgeleitet ist. Die Verjährungsfrist für die Einkommensteuer beträgt bekanntlich fünf Jahre (§ 144 RAO.).
Deutsche Arbeitsfront.
RS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude".
S p o r t a m t.
Für Frauen und Männer finden ab Mittwoch, 10. April, jetzt regelmäßig geschlossene Schwimm- k u r s e statt. Die Kosten pro Stunde betragen für DAF.-Mitglieder 0,30 RM. Die Dauer des Kurses für Anfänger von 8 bis 9 Uhr, für Fortgeschrittene von 9 bis 10 Uhr. Anmeldungen werden auf der Kreisdienststelle KdF. Gießen, Schanzenstraße 18, Zimmer 10, und am Mittwochabend im Schwimmbad entgegengenommen.
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Urlaubszug an d i e Nordsee (Südengland) vom 6. bis 14. Mai. Kosten 59,— Reichsmark. Schlußtermin für die Anmeldung: 13. April. Um dem ersten Andrang der Hochseefahrten gerecht zu werden, folgt gleich eine zweite Fahrt auf dem Dampfer der Hamburg-Südamerikanischen Dampfschiffahrtsgesellschaft ' „Oce- ana". 640 Teilnehmer werden auf diesem Schiff von Hamburg aus, vorbei an Cuxhafen, vorbei an den Inseln die Nordsee kreuzen. Nachdem sie am 6. Mai abends die Heimat verlassen haben und in Hamburg Gelegenheit hatten, Hafenrundfahrt und Stadtrundfahrt zu machen und das Leben und Treiben dieses wichtigsten deutschen Umschlagshafens kennen zu lernen, ist für viele überhaupt die erstmalige Fahrt auf diesen großen Seeschiffen ein besonderes Erlebnis. Auch wird sie die Einrichtung eines großen Dampfers besonders interessieren. Es ist ein kleines Gemeinwesen für sich mit allen Einrichtungen, die für den täglichen Lebensbedarf notwendig sind.
Reichsbund Volkstum und Heimat.
Orlsring Gießen.
Der Bauersche Gesangverein lädt uns ein zu seinem Chorkonzert, das am Samstag, 13. April, 20 Uhr, in der Aula der Universität stattfindet. Der Besuch des Konzerts kann allen Mitgliedern mit ihren Angehörigen bestens empfohlen werden.
Ein isjähnges Mädchen vermißt.
Seit Donnerstag, 4. April, wird die 15jährige Marie Hengst aus Kinzenbach vermißt. Das Mädchen wurde zum letzten Male an jenem Donnerstag gegen 18 Uhr auf der Gießener Messe auf Oswaldsgarten gesehen. Seitdem ist es verschwunden. Die Vermißte trug ein grünes Kleid mit weißer, schwarzer und rötlicher Streifenkarierung, ferner eine graue Stoffjacke, sie ist 1,55 Meter groß, hat frische Gesichtsfarbe, graublaue Augen und rotblondes, gelocktes Haar im Bubikopfschnitt. Außerdem trägt das Mädchen ein buntes Perlenkettchen. Die Eltern sind in großer Sorae um das Kind. Zweckdienliche Mitteilungen sind an die nächste Behörde zu richten.
vornothea.
— Tageskalender für Mittwoch. Kreis- waltung der DAF.: 20 Uhr, im Cafö Leib, Kundgebung anläßlich der Vertrauensratswahlen. — Stadttheater: 19.30 bis 21.30 Uhr „Der Nobelpreis". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: Gastspiel von Wilhelm Bendow in „Eine tolle Kiste" und Film- Lustspiel „Betragen ungenügend". — BO. Gießen: 20.30 Uhr, im Hotel Hindenburg, BO.-Abend. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz: II. Ausstellung aus Gießener Privatbesitz, von 16 bis 17 Uhr. — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Artisten".
— Stadttheater Gießen: Heute abend Wiederholung der Komödie „Der Nobelpreis" von Hjalmar Bergman; Spielleitung hat Wolfgang Kühne. Besetzung wie bei der Erstaufführung.
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** Schützenspende für das Winterhilfswerk. Das vom Schützenverein Gießen vor einiger Zeit auf seinen Ständen veranstaltete Winterhilfopserschießen hat, wie die endgültige Ab
rechnung ergab, den sehr ansehnlichen Betrag von 241,04 Mark als Spende für das Winterhilsswerk gebracht.
** Kameradschaftsabend im NSDFB. Die zweite Kameradschaft des NSDFB. (Stahlhelm), Ortsgruppe Gießen, hielt am Samstag einen Kameradschaftsabend mit Frauen im Stahlhelmheim ab. Hatte man bisher solche Abende mit musikalischen und gesanglichen Darbietungen ausgefüllt, so sollte die Unterhaltung diesmal auf ganz anderem Gebiete liegen. Kamerad Max Büttner, der sich um den schönen und erfolgreichen Verlauf des Abends besonders verdient gemacht hat, verstand Mit seinen verblüffenden Zauberdarbietungen alle Erwartungen zu übertreffen und drei Stunden lang glänzend zu unterhalten. An Hand vieler Versuche demonstrierte er, was Geschicklichkeit, Fingerfertigkeit und Geschwindigkeit alles vermögen. Die vornehme Art seiner Vorführungen und seines humorvollen Vortrags fand ungeteilten Beifall und Bewunderung. Älte deutsche Lieder und Sologesänge des Kameraden Jacobi umrahmten den Abend. Es sprachen noch Kamerad W e g e l i über den großen erfolgreichen Feldherrn im Weltkrieg, General L u d e n d o r f f, der am 9. April seinen 70. Geburtstag feierte und Kameradschaftsführer Z i m- mer über die hohe und verpflichtende Idee des Bundes. Er gedachte des großen Führers und Volkskanzlers. Es war ein Abend, getragen von echtem Kameradschaftsgeist und dem Geiste wahrer Gemeinschaft.
** Durch ein Glasdach gestürzt. Der 13jährige Emil Funke von hier, Rodheimer Straße, erlitt gestern einen nickt alltäglichen Unfall. Er stürzte durch ein Glasdach und zog sich dabei erhebliche Scknittwunden an den Oberschenkeln zu. Der bedauernswerte Junge wurde von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz nach der Klinik gebracht.
Entrümpelt die Keller!
Schafft Notbeleuchtung!
Jede Lustfchutzübung bringt neue Erfahrungen, die darauf zu untersuchen sind, wieweit sie einen rein örtlichen Charakter besitzen und wieweit sie geeignet sind, die Schutzmaßnahmen ganz allgemein zu verbessern. Wenn bisher einer der wichtigsten Leitsätze der war, die Böden zu entrümpeln, also dort alles zu beseitigen, was Brandbomben unnötig Nahrung geben kann, so werden wir unser Augenmerk jetzt'auch den Kellern zuzuwenden haben. Sollte uns einmal das Unglück treffen, uns vor angreifenden Bomdenfliegern verbergen zu müssen, dann wird selbstverständlich bei jedem das Bestreben vorherrschen, im Keller Zuflucht zu fügten. So war es während bes Krieges in den umkämpften Gebieten und in den Städten an der Grenze, so wird es auch künftig jein.
Bombensichere Keller mit allen neuzeitlichen Schutzvorrichtungen werden sich erst im Laufe von Jahren in genügender Anzahl schaffen lassen. Infolgedessen ist es nötig, sich mit dem Vorhandenen zu begnügen und es so herzurichten, daß es jederzeit Schuh gewähren kann.
Wenn man sich aber die Kellerräume in vielen Häusern ansieht, dann sträuben sich einem die Haare. Die Zugänge sind eng und winkelig, die Treppen sind schlecht, steht man unten, bann umgibt einen völlige Finsternis, man weiß nicht, wohin man tritt, man weiß nicht, ob man nicht im nächsten Augenblick mit «dem Kopf gegen einen Mauervorsprung rennt.
Notbeleuchtung ist also das erste Gebot, das es zu erfüllen gilt. Was nützt der schönste Keller, wenn im Augenblick höchster Gefahr völlige Finsternis herrscht und niemand in der Aufregung daran gedacht hat, eine Kerze oder Lampe mitzunehmen! Ueberhaupt gehören in derartige Räume Kerzen und offene Lampen nicht hinein. Sie verzehren unnötig Sauerstoff, sie machen den Aufenthalt unerträglich, und sie bilden eine ständi-ae Gefahrenquelle. Denn wie leicht können beim Zusammenströmen der Hausbewohner in den Kellerräumen Petroleumlampen Umstürzen und die Kleider der Anwesenden in Brand setzen. Elektrisches Licht, das aus den allgemeinen Quellen gespeist wird, empfiehlt sich natürlich auch nicht. Es muh ein sicheres und unabhängiges Licht vorhanden sein, also eine Notbeleuchtung, die rasch eingeschaltet werden kann und genügend Licht verbreitet.
Was aber, wenn die Hausbewohner nach dem Einschalten des Lichtes zu ihrem Entsetzen feststellen
müssen, daß sie beinahe über einen alten Kinderwagen, der gleich hinter der Eingangstür steht, gestürzt wären und baß in ihren Kellerverschlägen alles mögliche Gerümpel herumstcht, so daß 'fie kaum ein Plätzchen finden, wo sie stehen können? Also:
Rechtzeitiges (Entrümpeln der Kellerräume!
Nun wird dieser oder jener aufstöhnen. Aber ruhig stöhnen lassen. Denn die Besichtigung der Bodenräume hat überall ergeben, daß der Mensch mit seltenem Eifer das hütet, was absolut wertlos ist und längst auf den Müllhaufen gehörte. Beim Entrümpeln der Böden hoben viele ihren Kram, von dem sie sich nicht trennen wollen, einfach in den Keller geschleppt. Was soll aber dort ein Schrank, der beinahe zerfällt, oder eine Feldbettstelle, deren Federn völlig durchgerostet sind? Was sollen dort alte Flaschen in großer Zahl, Blumentöpfe mit Pflanzen, die schon vor Jahr und Tag verdorrt sind, was soll ein zerbrochener Spiegel, was sollen ein halbes Dutzend Pappkartons, die teilweise sogar zerrissen sind? Man gehe nur einmal durch die Keller. Es ist erschütternd, welcher überflüssige Krempel aufbewahrt wird, wieviel aber auch noch an brauchbaren Möbeln herumsteht, die manches junge Ehepaar gut gebrauchen könnte.
Nun muß natürlich jeder einen Raum haben, wo er verschiedene Sachen unterstellen kann, wo Holz und Kohlen zu stapeln sind. Aber jeder wird zugeben müssen, daß in den Kellern genau so Ordnung und Uebevsichtlichkeit herrschen kann, wie man das von jeder Wohnung verlangen wird, und daß auch aus den Kellern ebenso wie von den Boden jedes Gerümpel zu verschwinden hat. Ein Keller, der nur das Notigste enthält, kann wesentlich mehr Personen aufnehmen als ein Raum, in den man vor altem und unbrauchbaren Gerät kaum einen Schritt weit hineingelangen kann. Also:
(Entrümpelt die Keller, macht aus ihnen Räume, in denen man sich zur Rot einige Zeit aufhalten kann, sorgt aber auch für Notbeleuchtung!
Das eine ist so wichtig wie das andere.
Daß nichts Unbilliges verlangt wird, können wohl am besten diejenigen bestätigen, die während des Krieges in Saarbrücken, Frankfurt, Trier, Köln und Aachen nachts immer wieder durch die Alarmsirenen aufgescheucht wurden und in die Keller flüchten mußten.
Kein Zunge ohne HZ.ckeistungsahzeichen!
Was ist das HI.-Leistungsabzeichen? - Wer hat das Recht zum Erwerb?
„Ziel der gesamten körperlichen Ertüchtigung der Hitlerjugend ist die Erringung des HJ.-Leistungsabzeichens. Mit der Erfüllung der Leistungsprüfung ist die Verleihung des Leistungsabzeichens der Hitlerjugend verbunden; es wird vom Reichsjugendführer verliehen."
So lautet sinngemäß die Einleitung zu den im HI.-Leistungsbuch festgelegten Prüfungsbestimmungen. Die Leistungsprüfung verlangt Kenntnisse und körperliche Fähigkeiten auf dem Gebiete der Leibesübungen, des Kleinkaliberschießens und des Geländesports, doch sind die Anforderungen jeweils dem Alter, angepaßt. In drei Stufen, A, B und C, sind die Leistungen gestaffelt. Die Stufe A erfaßt die 15jährigen mit Verleihung des eisernen Abzeichens, Stufe B die 16jährigen mit Verleihung des bratenen Abzeichens und Stufe C die 17jährigen und darüber mit der Verleihung des silbernen Abzeichens.
Während die Verleihung des SA.-Sportabzeichens nicht an die Zugehörigkeit zur SA. gebunden ist, kann
das HJ.-Leisiungsabzeichen nur von Angehörigen der Hitlerjugend erworben werden
und fetzt voraus innere Anteilnahme an der weltanschaulichen Schulung und regelmäßige Teilnahme an dem festgesetzten HJ.-Dienst. Nicht allein die bei der Leistungsprüfung gezeigten Fähigkeiten werden in das Leistungsbuch eingetragen, sondern auch alle die Ereignisse, die für den Jungen von Bedeutung sind, so z. B. Teilnahme an Führerlehrgängen, Zeltlagern, Sonderlehrgängen, Wettkämpfen, Aufmärschen und berg!. Das Leistungsbuch stellt somit für das ganze Leben einen wertvollen Ausweis bar unb gibt Aufschluß über bie in ber Jugenbzeit abgelegten Leistungen unb über Diensterfüllung in ber HI.
Um zu vermelden, daß mit irgendwelchen körperlichen Schwachen behinderte Jungen sich bei
den Prüfungen überanstrengen, muh sich jeder vorher zuerst vom zuständigen HJ.-Arzt gründlich untersuchen lassen.
Die Ergebnisse ber ärztlichen Untersuchung werben in bie Dafür vorgesehenen Untersuchungsbogen bes Leiftungsbuches eingetragen unb vor Abnahme ber Prüfung von bem Abnahmeberechtigten genau beachtet. Das Recht zur Abnahme von Prüfungen erhalten nur Mitglieber ber HI. Es wirb gesondert in Leibesübungen, Geländesport oder Kleinkaliberschießen erteilt, und zwar müssen bie Antragsteller eine erfolgreiche Ausbilbung unb abgelegte Prüfung auf einem ber genannten Gebiete nachweisen können. Bei genügenbem Ausbilbungsnachweis hänbigt bie Abteilung E (Ertüchtigung) ber Reichsjuaenb- führung bem Prüfungsberechtigten einen mit Licht- bilb versehenen Ausweis aus, ber mit ber Abnahmeberechtigung für Leibesübungen, Gelänbe- fport ober Kleinkaliberschießen verbunben ist. Selbst- verstänblich besteht bie Möglichkeit, baß ein Antragsteller gleichzeitig für zwei ober drei Uebungs- zweige Abnahmeberechtigung erhält. Die Abnahme ber Prüfung liegt in Händen ber Abteilung E ber Banne.
Die Abnahme in Leibesübungen kann geschehen in Verbindung mit den in diesem Sommer stattfindenden sportlichen Wettkämpfen, die Prüfung in Geländesport und Kleinkaliberschießen in Führerschulen, Zeltlagern und in den einzelnen Bannen jeweils bei einer entsprechenden Anzahl von Teilnehmern.
Die Zahl ber im Gebiet 13 verliehenen Lei- stungsabzeichen ist bis jetzt noch gering, es ist aber zu erwarten, baß in zwei bis drei Monaten ein Massenanbrang zu ben Prüfungen einsetzt. Die Vorarbeiten werben bereits jetzt von ben verantwortlichen Stellen in Angriff genommen. Jebe Schar unb Gefolgschaft, jeher Bann will am Enbe des Jahres eine möglichst große Zahl von Be-
Oie Deutsche Arbeitsfront.
Kreiswaltung Gietzen.
Am Mittwoch, 10. April, abends 8 Uhr, findet im (Eafö Leib eine Kundgebung anläßlich der Vertrauensralswahlen statt, bei der der (Sau- schulungswalter
Pg. Demmer, Frankfurt a. M. sprechen wird. Wir bitten, daß die Betriebsgemeinschaften einschließlich der Wirtschaftsführer, in denen Vertrauensräte gebildet werden, sich an dieser Kundgebung beteiligen.
Kreiswaltung der DAF.
sitzem des HJ-Leistungsabzei.chens nachweisen unb somit Zeugnis ablegen von ber im Laufe bes Jahres geleisteten Ertüchtigungsarbeit.
Um den Gedanken des HJ.-Leistnngsabzeichens in der gesamten Jugend zu wecken, findet am
5. und 12. 2Uai im Gebiet Hessen-Rassau einheitlich für alle Hitlerjungen und Führer über 14 Jahre die Abnahme des 3000-Weter-Laufs
und des Gepäckmarsches statt.
Jeder gesunde Junge muß fein Ziel in ber Erringung bes HJ.-Leistungsabzeichens sehen! Es verlangt zwar gewissenhaftes unb fleißiges lieben, gibt aber auch bem Träger bas Recht zu sagen: „Ich bin ein Hitlerjunge, bem in Anerkennung ber gezeigten Fähigkeiten als äußeres Zeichen vom Reichsjugenbführer bas HJ.-Leistungsabzeichen verliehen würbe."
Wer weiß da Bescheid?
Der Artikel „Ein altes Bauern- unb Müllergeschlecht" im „Gießener Anzeiger" vom 1. Februar 1935 gibt Veranlassung zu folgenben Ausführungen:
Anfangs bes vorigen Jahres (Januar 1934) würbe laut Bekanntmachung des Forstamts Grünberg im „Gießener Anzeiger" bie Fischerei in bem Aeschersbach unb ber Joßholler in ben Ge- marfungen Ettingshausen unb Hattenrob verpachtet. Diese Joßholler ist ein unscheinbarer Wasserlauf, ber hier gewiß nicht einer Besprechung unter« Zogen würbe, wenn er nicht ganz eigenartige Verhältnisse barböte. Zunächst fällt ber merkwürbige Name auf. Was hat er zu bedeuten? Wie hat das Bächelchen eigentlich geheißen? Wie ist es zu diesem Namen gekommen? Auf diese Fragen können uns vielleicht Sprachaelehrte Aufschluß geben. Es wäre eine Dankbare Aufgabe für sie. Den Bewohnern der anliegenden Dörfer, aber auch anderen Interessenten damit Aufklärung über manche Dunkelheit zu verschaffen. — Der Bach trägt in feinem Oberlauf auch den Namen Z a i n b a ch, nahe seiner Mündung bei ber Kolbenmühle in ben von Queckborn - Grünberg herkommenben Eschersbach aber bie Bezeichnung (Schatzgraben ober) Schutz- graben. Seit ber vor einigen Jahren fertiggestellten Felbbereinigung in ben Dörfern (Ettings- Hausen-Hattenrob bilbet er auf eine gewisse Strecke bie Grenze zwischen ben beiben Gemarkungen. Sein ganzer Lauf beträgt in ber Luftlinie kaum etwas über 5 km; in gut einer Stunbe kann man also von ber Quelle bis an bie Münbung gehen. Wo aber ist eigentlich bie Quelle bes Baches? Auf bem Meßtischblatt „Laubach" reicht bie Zeichnung bes Laufes bis an bie westliche Randlinie zwischen „Pfingst- weibe" unb „Strauchacker" unb ist wie abgeschnitten, auf bem anschließenben Blatt „Gießen"' aber fehlt bie Fortsetzung, unb in dem Bezirk „Mönchs- wiese", beiderseits ber Straße Burkharbsfelben- Reiskirchen, unmittelbar vor bereu Gabelung, fin« ben wir ein fabenbünnes Gräbchen, bas von beiben Seiten her aus ber sumpfigen Wiese nach ber Straße hinfließt. In nassen Jahren stellt bas westlich ber genannten Straße ziehenbe Gräbchen wohl eine Verbinbung bar mit bem aus bem „Erlesborn" fommenben unb burch bie „Erleswiesen" zur Wieseck fließenben „Flachsbach", ber roieber burch ben von Dppenrob herkommenben „Mönchswiesen- graben" gespeist wirb.
Diesem eben beschriebenen Gräbchen unb ber „Mönchswiese" kommt in wasserreichen Zeiten eine befortbere Bebeutung zu. Die letztere stellt ein Sammelbecken bar, aus bem bas Wasser nicht bloß in bie Joßholler, sondern auch durch ben Flachsbach in bie Wieseck gelangt, so baß burch das Gräbchen eine Verbindung zwischen Eschersbach— Wetter — Nidda — Main einerseits unb Wieseck— Lahn anbrerseits hergestellt wirb: eine Art Bifurkation, wenn auch nicht zwischen zwei Stromsystemen (wie in Sübamerika zwischen Orinoko und Amazonenstrom), so doch zwischen zwei größeren Nebenflüssen des Rheins, eine Tatsache, bie im heimatlichen Anschauungsunterricht immerhin von Bebeutung ist, um Verstänbnisgrunblage zu werben für bas, was ber Schüler nicht mit eignen Augen sehen, fonbern auf Grunb gewonnener heimatlicher Einsicht nur mit ber Phantasie erarbeiten kann. Somit könnte bie obengenannte Mönchswiese als eine Art Wasserscheibe zwischen Main und Lahn angesehen werben, von ber bie gesammelten Nieber- schläge nach beiben Seiten hin abfließen.
Eine im trockenen Sommer 1934 vorgenommene Ortsbesichtigung ergab: Links ber Straße Burk- Harbsfelben-Reiskirchen, etwa 500 Meter von ihr entfernt, befinbet sich ein großes Zementrohr von etwa 50 bis 60 lichter Weite senkrecht in ber sumpfigen Wiese eingegraben, bas in ber trockenen Jahreszeit nur teilweise mit Wasser gefüllt war. Der Wiesgrunb, Erleswiesen benannt, weil Erlen- büsche auf bem feuchten Boben gut gebeihen, ist nach Narben (Reiskirchen) unb Silben (Vurkharbs- felben) von sanft anfteigenben Höhen begrenzt (264 bzw. 335,4 Meter); in ihm sammelt sich bas von beiben Seiten absickernbe Wasser, bas in bem oben bezeichneten (Erlesborn (209,7 Meter) gefaßt ist. Im trockenen Sommer fließt bie Quelle nicht über, zur Regenzeit bagegen steigt bas Wasser aus bem Rohr unb roenbet sich nach Westen an ber Höhe A 207,6 Meter vorbei in ben Mönchswiesengraben, ber von Dppenrob herkommt, gleichzeitig aber auch nach Osten unter einem Durchlaß ber obengenannten Straße hinburch nach Hattenrob-Kolbenmühle zum Eschersbach, unb biejer Wasserlauf führt ben Namen Joßholler. Die Wiesen am Erlesborn sind mit saurem Riebgras, untermengt mit viel Schachtelhalm, bewachsen unb febern beim Betreten in trockener Jahreszeit wie ein Sofa. Bei nasser Witterung sinb sie wohl überhaupt nicht zu betreten, noch viel weniger können sie befahren werben. Der Boben ist moorig unb schimmert schwarz zwischen bem Gras burch. Dieses ist schlechtes Futteraras unb bient wohl meist als Streu, aus ber sich die Tiere aussuchen, was irqenbmie noch genießbar ist.


