Nr. 85 Zweites Blaff
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
Mittwoch, (0. April 1955
Aus dem Reiche der Krau
PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS
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Frühlingsfest!
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Festtage im Frühjahr sind unsere
drei Entwürfe gedacht, für den Vormittag, den Nachmittag und den Abend.
Die Bäuerin und ihr Landkind
tiq, denn, ach die eigenen Eltern besitzen n.chts oon ift nur a;iij.iidjnr, wenn es sich um schmale, all diesen Herrlichkeiten. Selbst hat es nichts vorzu-1 plattenförmige oder faserige Körper handelt, die
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weisen, was in dieser bäuerlichen Umgebung, vor den Augen der bodenverwurzelten Menschen gelten könnte. In jedem Menschen steckt aber ein gesundes Geltungsbedürfnis, und so beginnt das Kind ein wenig mit eigenen Dingen zu prahlen, es macht oon seiner städtischen Schlagfertigkeit Gebrauch und wird vielleicht ein wenig frech, eben weil es nun seinerseits „imponieren" will und nicht recht weiß wie. Nun hängt alles vom Verhalten der Bäuerin ab, ob sie das Vertrauen des Kindes gewinnen kann oder nicht. Am besten überhört sie erst einmal die kleinen „Frechheiten". Sie muß natürlich immer mit Achtung von der Stadtheimat und den Eltern des Kindes sprechen. Wenn das Kind oon Hause erzählt und seine „Landmutter" hört aufmerksam zu, bewundert und lobt ein wenig, oder staunt wie nett die Mutter ein Kleid oder eine Schürze des Kindes genäht hat — dann ist das Vertrauen oft sehr schnell hergestellt.
Dies ist nur ein Beispiel. Aber auch in hundert anderen Fällen wird die Bäuerin durch etwas Nachdenken und Einfühlen in das kindliche Erleben den richtigen Weg finden. Sie ist ja oerantwvrtlich für ihr Landkind. Sie muß dafür sorgen, daß alles in Ordnung ist, oon feiner Kleidung bis zu seinen Gedanken. Das Kind soll sich äußerlich und innerlich erholen. Dazu gehört gelegentlich etwas Austoben und sorgloses Spielen und Freuen. Aber das Kind soll auch nicht außerhalb der Arbeitsgemeinschaft der Familie stehen.
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Von Lotte Matschoß.
In diesem Jahre sollen wieder mehrere holungsbedürftige Stadtkinder der NSV. aufs Land geschickt werden. Jedes
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gebung in einen völlig neuen Lebenskreis. Alles ist anders. Im Grunde imponiert ihm dies neue Leben auf dem Hofe außerordentlich — das Vieh, das Heu, Stall und Scheune, alles ist voller Anziehungskraft. Aber das Kind steht diesem Reichtum ganz allein gegenüber. Sein städtisches Zuhause erscheint ihm nun vielleicht arm ^'">rf-!
„pserdekräste" der Hausfrau.
Eine interessante Statistik.
Es gibt wohl kaum einen Ehemann, der nicht ein bißchen spöttisch lächelt, wenn die Hausfrau von ihrer Arbeit spricht. „Das bißchen Kochen und Aufräumen, das ist doch wirklich nicht so schlimm! , sagen sie und meinen, sie würden das alles neben«, bei erledigen.
Aber es erledigt sich nichts auf der Welt nur fo nebenbei, und gerade die Hausarbeit beansprucht mehr Kräfte, als die meisten Männer sich träumen lassen. Auch die Hausfrau würde sich nicht mehr wundern, weshalb ihr abends die Füße weh tun und die Arme so schwer sind, wenn sie genau wüßte, wieviel Pferdekräfte sie im Lauf des Tages verbraucht.
Im Institut für industrielle Psychotechnik hat man sich einmal die Mühe gemacht, genau den Kraftaufwand zu messen, den eine Hausfrau bei ihren tag* lichen Arbeiten verbracht. Man ist da zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen. Schon morgens früh fängt es an: die Hausfrau möchte gerne einen guten Kaffee machen. Schnell wird ein Viertelpfund in der Maschine durchgemahlen! Das ist doch gar keine Arbeit — denkt man. Man staune: Ein Viertelpfund Kaffee durch die Maschine mahlen bei 140 Umdrehungen pro Minute dauert 2% Minuten. Die Leistung, die die Frau hierbei vollbringt, in PS (Pferdekräfte) umgerechnet, beträgt ein Fünfzig* stel PS. Diese ein Fünfzigstel PS wird aber auch ge* braucht, um einen halben Zentner auf die Höhe von 10 Metern zu heben oder z. B. 50 Preßkohlen (Briketts) drei Stockwerke hoch zu tragen! Wer hätte das gedacht!
Das Abwaschen ist nicht ohne Grund bei der Hausfrau verhaßt, denn abgesehen davon, daß es eine häßliche und unappetitliche Sache ist, verbraucht es auch eine Menge Energien. Besonders dann, wenn der Abwaschtisch, was meist der Fall ist, z u niedrig angebracht ist, so daß die Arbeit im Bücken bewerkstelligt werden muß. Allein das Bücken beansprucht 60 v. H. mehr Kraft als das Sitzen, das Stehen 25 v. H. mehr! Deshalb ist es sehr wichtig, wenn man die meiste Hausarbeit im Sitzen verrichtet, aber davor scheuen sich noch viels Hausfrauen.
Wenn die Hausfrau schwer bepackt vom Markt heimkommt, dann sagt sie wohl pustend: „Heute habe ich aber 20 Pfund mit nach Hause geschleppt!" Im Lauf des Tages, bei den einzelnen Arbeiten schleppt tue Frau aber viel mehr — wenn man ihrs Arbeitsleistungen in Gewichtsbelastungen umrechnet. Das Psychotechnische Institut hat auch hierfür Berechnungen aufgestellt — und keine Frau wird sich mehr wundern, daß sie trotz ihrer Zweizimmerwohnung, des abends müde ist.
Sitzt die Hausfrau an der Nähmaschine, fo ist ihre Arbeit an Kraftaufwendung gleichbedeutend, als würde ihr Körper während dieser Zeit mit einem Gewicht oon 6 Kilogramm belastet. Beim Rühren von Kuchenteig sind es sogar 24 Kilogramm, beim Kaffeemahlen 18 Kilogramm, beim Bügeln 26 Kilogramm und beim Waschen der großen Wäschs 30 Kilogramm. Wer also den Waschtag hinter sich hat, der hat die gleiche Arbeit geleistet, als habe er den ganzen Tag über ein Gewicht von 30 Kilogramm mit sich herumgeschleppt.
Rationelles Arbeiten ist auch im Haushalt nötig, denn wenn man unnütz Kräfte vergeudet, können keine Werte geschaffen werden! Deshalb sind Arbeitserleichterungen auch keine Zeichen oon Faul* zeit, sondern nur Zeichen von praktischem Denken. Daß man den Stiel vom Besen lang genug macht, um im Stehen auffegen zu können, müßte für jede Frau selbstverständlich sein, die modernen Küchen* geräte sind ja auch meistens so eingerichtet, daß das Bücken mit seiner großen Kraftvergeudung umgangen wird.
Haussrauenarbeit ist Schwerarbeit, alles muß darauf hinzielen, möglichst wenig PS zu verbrauchen!
Ernähi-unqsumstellung im Frühling.
kommt auf einen Bauernhof, der ihm für 4 bis 6 Wochen Heimat sein soll. Die Mutter dieser Heimat ist die Bäuerin. Sie ist es, der das Kind an- vertraut wird; sie soll ihm in den kurzen Wochen Erholung und Freude geben, es in den Schoß der Familie aufnehmen und ihm das Land- und Bauernleben lieb machen. Wahrlich eine große und schöne Aufgabe! Viele Bäuerinnen sind auch begeistert von der Idee und melden sich, Landkinder aufzunehmen. Sie nehmen die Kinder k o st e n l o s zu sich — als kleinen Dank für die großen Opfer, die Regierung und Volk bringen, um den Bauernstand zu dem gesicherten Grundpfeiler unseres Staates zu machen — und als persönliches Opfer für ihre Schwestern in der Stadt, die ein bedrängteres, nicht so wurzelfestes Leben führen wie sie selbst. Am besten aber gedeihen die „Landkinder" dort, wo es die Bäuerin aus mütterlicher Liebe — auch für das fremde Kind — tut.
Trotz der Schönheit und Größe des Gedankens, und trotz dem guten Willen ist die praktische Aufgabe das Landkind in der Familie zu haben nicht immer ganz leicht. Die Bäuerin ist oft unglücklich darüber, weil sie nicht recht weiß, woran es liegt, wenn nicht alles so glatt geht wie sie dachte, denn sie hat ja alles getan, um es für das Kind schön zu machen! Nun — meistens liegt es an Kleinigkeiten, die leicht zu überwinden sind, wenn man sie nur klar erkennt. Z. B. hört man die Bäuerin oft klagen: die Stadtkinder sind fo „frech"! Hier muß man sich einmal mit der seelischen Einstellung des Landkindes befassen — und man wird gleich an die Wurzel vieler kleiner Hebel stoßen: Das Kind kommt von seiner städtischen Um»
Die Hausfrau, die es mit der Erfüllung ihres Pflichten ernst nimmt, wird im Frühling unbedingt zu einer Umstellung in der Ernährung greifen. Oft möchten die Küchenleiterinnen diese Umstellung schon zum Beginn des Lenzes in die Tat umfetzen, doch fürchten sie die Kosten, und dann haben sie auch Angst, daß die andere Nahrungszusammenstellung nicht ganz so gut schmecken mirbw Aber — bitte keine überflüssigen Sorgenfalten! Dick Umstellung kann ohne Mehrkosten bewerkstelligt werden, auch wird sie nach kurzer Gewohnheit — Sorgfalt in der Bereitung vorausgesetzt — gut gewunden. Die Ernährungslehre hat ergeben, daß Vitamine und Mineralstoffe zur Gesunderhaltung notwendig sind, ja zuweilen sogar anstelle von Medikamenten treten können. Sie finden sich in Obst, Milch, in Käse, Gemüsen, Salaten und sind bann am zuträglichsten, wenn sie nicht durch falsche Koch* prozesse zerstört worden sind. Einen Hinweis auf eine gute und im Frühling gesunde Ernährung stellt der Gebrauch von weißem Käse dar, der vermischt mit Butter und grünen Kräutern angemacht, ehr wohlschmeckend und preiswert ist. Er macht jeden anderen Brotaufstrich überflüssig. Als Getränk findet die vorzügliche Buttermilch leider noch nicht die genügende Würdigung. Sie hat eine für den Darm anregende und die Verdauung fördernde Wirkung, schmeckt gut und ist sehe nachhaltig, da sie auch dem Hungergefühl in gesunder Weise entgegenarbeitet. Beim Mittagessen wird die Gemüsesuppe dicke Suppen oder Kraftbrühen ersetzen. Man kann alle Gemüsearten dazu verwenden, von jeder Sorte eine Kleinigkeit. Junge Gemüse und Kohlarten vertragen sich vorzüglich miteinander. Sonst braucht Gemüsesuppe sehr wenig Zutaten. Ihr Wohlgeschmack wird durch geriebenen Käse erhöht, der zuletzt an die Suppe kommt. Nicht zu vergessen ist die Zusammenstellung von Gemüse und Kartoffeln, die beide im Dämpfer bereitet werden. Durch Dämpfen gehen weder Vitamine noch Salze verloren, mithin erübrigt sich oft sogar das Würzen der Speisen. H a f e r f l o cke n find ein sehr gesundes und gutschmeckendes Erzeugnis der Landwirtschaft, die sich auch im ungekochten Zustande verwenden lassen. Sie werden vorgeweicht, mit Milch, Zitronensaft, je nach Geschmack mit Zucker und geriebenen Aepfeln vermischt zum Mittagessen oder Frühstück Verwendung finden. Rohkost kann in Salatform angerichtet werden und findet viel Beifall, ganz abgesehen davon, daß sie her Ernährung gerade bei dem Umstellung im Früyling sehr viel Vorteile bietet Schü.
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Das Vormittagskleid aus genoppter, zartgelber Wolle zeigt den neuartigen, kleinen hochstehenden Kragen, der an den halblangen Raglanärmel angeschnitten ist. Die Nähte sind breit abgesteppt, der Gürtel und die viereckigen Knöpfe sind dunkelbraunes Wildleder. Der Hut ist braunes, stumpfes Stroh. Zur Vervollständigung des Anzuges rann ein armlanges Cape getragen werden, am besten in der gleichen Stoffart, in dem gleichen Gelb ober bem paffenben Braun.
Das Nachmittagskleib ist aus silber- grauem C l o q u £, fein breiter, gezogener Gürtel aus königsblauem Samt. Die am Ausschnitt zu-
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nicht von ber Pinzette abgleiten können. Von Frernbkörpern im Ohr soll der Laie auch bann bie Finger lassen, wenn der eingedrungene Gegenstand gut sichtbar ist. Hier kann man durch Instrumente unheilbaren Schaden anrichten, indem man durch Abgleiten der Instrumente den Gehör- gang verletzt, Ertaubuna ober oerlaufenbe Eiterungen hervorruft. Der Arzt bebient sich ber Ausspritzung, die fast immer zu bem gewünschten Erfolg führt. Ohne richtige Beleuchtung burch ben Ohrenspiegel läuft man immer Gefahr, Unheil anzurichten. Die Möglichkeit, bas Trommelfell zu verletzen unb Zerstörungen am inneren Gehörgang hervorzurufen, liegt zu nahe, als baß man in solchen Fällen an bem Kinbe herumexperimentieren barf. Bisweilen wirb sogar ber Arzt erklären müssen, baß er augenblicklich nichts unternehmen könne unb eine oorbereitenbe Behanblung einleiten müsse. Ein berartiges Eingeständnis ist aber durchaus nicht auf mangelnde Tüchtigkeit des Arztes zurückzuführen, sondern ist nur ein Zeichen feiner Vorsicht, der die Eltern nicht widersprechen sollten.
Wenn sich Fieber, Erbrechen und starke Kopfschmerzen einstellen, wird die Lage bedenklich; bann ist bereits bie Paukenhöhle in Mitleibenschaft ge- zogen, unb man muß sofort zur Operation schreiten. Vor allem soll man keine kostbare Zeit vertröbeln, inbem man bas Kinb immer wieber auf ben Kopf stellt unb schüttelt. Mit solchen „volkstümlichen" Methoben erreicht man fast nie etwas. Höchstens wird dadurch der richtige Zeitpunkt versäumt, in bem man noch ohne tiefere Eingriffe leicht Hilfe bringen kann Dr. W.
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bringen wir in ganz großer Auswahl - bekannte solide Paßform- richt Weiten f. starkeFiguren
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ch W. Lange, den übrigen : Hans Beck, gen: Theodor unb Verlag: Dteinöruderei ’fien.
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1954 gültig.
Vorbereitungen für das Osterfest.
Oie Hausfrau sorgt für gutes Gelingen
Ostern steht vor der Tür, und obwohl es in diesem Jahr recht spät fällt, kann sich der Frühling immer noch nicht so recht entschließen, seinen Einzug zu halten. Und doch soll das Osterfest ein rechtes Frühlingsfest werden! Die Nähmaschine surrt, damit die Festkleider nur ja fertig werden, und man glaubt so fest an Sonnenschein, daß der April mit seinen Launen einen nicht stören kann.
Von der Hausfrau und Mutter hängt das gute Gelingen der Festtage ab, denn wenn bie Hausfrau mühe unb gehetzt ist, bann überträgt sich bie nervöse Stimmung auch auf bie übrigen Familienmit- glieber, unb'ber Festtag ist gestört.
Vorsorgen ist bas beste Mittel, um solche Stimmung nicht aufkommen zu lassen! Der Frühjahrshausputz liegt schon hinter einem; bie ganze Wohnung hat ein frisches Gesicht bekommen, unb auch bie, bie zum 1. April umgezogen finb, haben sich im neuen Heim eingewöhnt. Ein boppel- ter Grunb, bas Osterfest froh zu feiern.
O st e r e i e r gehören nun einmal zum Osterfest, unb niemanb fühle sich bafür zu alt. Wenn wir Erwachsenen auch nicht mehr Ostereier suchen, so finben wir es hoch selbstverstänblich, baß am Oster- tag auf bem Frühstückstisch ber Korb mit ben bunten Eiern thront Die Eier finb nun billiger geworden, sehr zur Freude der Hausfrau. Man färbt sie hübsch bunt mit ben Farben, bie man in der Drogerie kaufen kann, das ist viel praktischer, als wenn man selbst mit Spinatgrün ober Zwiebelschalen herumexperimentiert. Will man auf bas Osterei den Namen schreiben, so schneibet man bie Buchstaben sorgfältig aus Pergamentpapier aus unb klebt btes vor bem Färben auf. Die fertigen gefärbten Eidr werben mit Speckschwarte abgerieben, bannt sie schön glänzen. Auch ber O st e r k u ch e n wirb in Form eines Eies gebacken. Man macht einen Sandkuchenteig und bäckt ihn in einer Melonenform. Dann wird der fertige Kuchen dick mit Mokkacreme bestrichen unb mit Pistazienschnitzel bestreut. Als Nachspeise kann man ebenfalls ein Eiergericht reichen unb zwar „Falsche Spiegel- e i e r". Man nimmt eine Scheibe Büchsenananas unb bestreicht sie dick mit Schlagsahne. Dann legt man eine halbe Aprikose, mit der Kernseite nach unten, auf diese bestrichene Ananasscheibe — und schon ist das falsche Spiegelei fertig! Es geht ganz schnell und schmeckt immer ausgezeichnet
Es erfordert für die. Hausfrau immer Nachdenken, für zwei Festtage vorzusorgen, denn schließlich will sie nicht die ganze Zeit in der Küche stehen. Deshalb sollte sie es immer so einrichten, daß am zweiten Feiertag nur kalt gegessen wird Es gibt eine Menge Rezepte, die vorzüglich sind, und schon ein paar Tage vorher können diese Speisen bereitet werden Dazu gehört z. B. „saures Sein« fleis ch", ein Spezialgericht, das besonders bei Herren sehr beliebt ist. Man kocht gutes schieres Rindfleisch so, daß es saftig bleibt, man legt das Fleisch also in das kochende Wasser. Ist es weich, nimmt man es heraus und legt es ein pnar Tage in eine Marinade, die aus feinstem Weinessig, Wasser Pfefferkörnern, Lorbeerblatt unb ganz fein gewiegten Kräutern besteht. Perlzwiebelchen unb fein geschnittene Gurken werben hinzugefügt, unb vor bem Servieren wirb feingehacktes Ei über bas Fleisch gestreut Dazu reicht man grünen unb Kartoffelsalat. Die Marinabe wirb mit zu Tisch gegeben als Sauce Abenbs ist eine Fischsülze sehr beliebt, ober man reicht allerlei kleine Delikatessen aus Dosen. Das macht auch keine Arbeit unb ist nicht teuer, wenn man bie Delikatessen richtig auswählt.
Blumen gehören auch zur österlichen Wohnung. Ein paar grüne Zweige mit kleinen Blättern finb ganz billig unb geben eine entzückenbe Dekoration. Will man sie sich selbst ziehen, so stelle man die Zweige in warmes Wasser. Osterglocken, Veilchen unb Himmelsschlüsselchen gehören auf ben Tisch. Hier darf man nicht sparen, wenn man die richtige Feiertagsstimmung schaffen will! Ostern ist ja ein
Wie die Kinder des Hauses soll es ab und zu mit» helfen. Aber es muh helfen dürfen, nicht helfen müssen. Kein normales Kind ist an sich „faul". Jedes hat den starken Drang nach viel Beschäftigung, den es auszunützen gilt. „Weißt du was — heut darfst du einmal ..", wieviel verlockender ist diese Einleitung zu einer Arbeit als: „Jetzt mach schnell unb hol ..."! In solchen kleinen Unterschieden liegt oft bas ganze Geheimnis ber richtigen Behanblung.
Im übrigen braucht bas Kinb keinesfalls wie ein rohes Ei behanbelt zu werben. Daß bies nicht geschieht, bafür sorgen sicher bie Kinber ber Bäuerin am besten Kinber erziehen sich unteretnanber erstaunlich gut. Ueberhaupt kommt ein Kinb auf einen Hof mit vielen Kinbern immer am schnellsten zurecht unb wirb als Freunb ber Kinber am engsten in ben Familienkreis aufgenommen. Unb barauf kommt alles an. Das Kinb soll sich in bie bäuerliche Familie einleben, es soll mit Brauch unb Sitte, Arbeit unb Feiertag bes Hauses vertraut werben. Nicht als frember Gast, fonbern als ©Heb ber Familie soll es baran teilnehmen. Es hat ein Recht bazu, benn es gehört ber gleichen großen Volksfamilie an. Nur aus bem Geiste biefer Ver- bunbenheit heraus kann es ben Wert ber bäuerlichen Lebensgemeinschaft fühlen unb später auch verstehen. Diese Erkenntnis aber wirb bestimmend fein für das ganze künftige Leben.
„Baby Hai sich einen Knops ins Ohr gesteckt..
Wie oft kommt es vor, daß Mütter zum Kinderarzt in die Sprechstunde laufen und ängstlich jagen: „Mein Baby hat sich gestern einen kleinen Knopf ins Ohr gesteckt, mir bekommen ihn nicht mehr heraus, obwohl wir schon alles Mögliche versucht haben!" — Nun, der Schaden kann schnell behoben werden, aber nur vom Arzt, jedes Hantieren eines Laien, und sei es noch fo gut gemeint, macht den Schaden nur größer.
Kinder haben oft die Angewohnheit, aus Spieltrieb allerlei kleine Gegenstände in den Mund zu nehmen oder in die Nase und in die Ohren zu stecken. Selten wird sich aus solchen Unfällen unmittelbare Lebensgefahr ergeben, außer, wenn etwa ein größerer Fremdkörper in den Kehlkopf gerät, aber immerhin können spätere Folgen bedenkliche Gesundheitsschädigungen Hervorrufen. Vor allem sind falsche Methoden, den Störenfried zu entfernen, geeignet, schwere Verletzungen zu erzeugen.
Besonders bei Fremdkörpern im Kehl- ko p j ist sofort der Halsspezialift zu Rate zu ziehen. Fremdkörper, die sich in der Nase festgejetzt haben, werden durch Herumhantieren mit der Pinzette meist noch tiefer hineinpraktiziert.
Die Entfernung der Fremdkörper aus der Nase besorgt der Arzt nicht nur durch die Pinzette, sondern durch "'ne nnfrümmf" Sondc Die V'niett''
lammengerafften Vorderbahnen sind ben Rückenteilen so angeschnitten, baß jich ein kleiner spitzer Rückenausschnitt ergibt.
Der untere Ranb bes großen königsblauen Exoten st rohhutes ist mit silbergrauem Mattkrepp abgefüttert. Hutgarnitur: königblaues Samt- banb.
Das Abendkleid, für kleinere abendliche Zwecke bestimmt, ist aus schwerem, pfirsichfarbenem Ma11crepe. Der gezogene, angesetzte, jehr weite und lange Schluppenärmel, der hoch am Halse geraffte Ausschnitt und der geraffte Gürtel bringen bas Material bestens zur Wirkung. Die Gürtelschnalle unb bas kleine Diabem finb aus Bergkristall. H.
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