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Skizze über die so ungemein wirkungsvollen und erfolgreichen Propagandamethoden, die Dr. Goeb­bels zum ersten Male in den politischen Kampf eingeführt hat, folgende interessante Ausführungen: Massenversammlung und Straßendemonstra­tion, auf diese beiden Propagandamittel konzen­triert sich die Goebbelssche Arbeit. Unermüdlich

Berlin, 9.April. (DRB.) Die deutsch-russischen Wirtschaftsverhandlungen, die feit einer Reihe von Wochen geführt werden mit dem beiderseitigen Wunsche, die deutsch-rufsischen Handelsbeziehungen zu vertiefen, sind heute durch eine Verein­barung abgeschlossen worden, die im Reichswirtschaftsministerium von dem Reichswirt- fchaftsminister Dr. Schacht und dem Handels­vertreter der UDSSR., Herrn Kandell kl, unterzeichnet worden ist.

Durch diese Vereinbarung werden die laufenden handelsbeziehnngen zwischen den beiden Ländern neu geordnet. Reben der Regelung der lau­fenden Warenbezüge ist vorgesehen, daß außer­halb des regulären Bedarfes neue Bestellungen seitens der Sowjetregierung in Deutschland vergeben werden, die einen Gesamt­betrag von 200 Millionen Mark aus­machen. Für diese Bestellungen erhält die Handels­vertretung der UDSSR, von einem deut­

schen Bankenkonsortium unter Führung der Deutschen Bank und Diskonts-Gesellschaft und der Dresdener Bank e i n en Kredit, der eine durchschnittliche Laufzeit von fünf Jahren hat und eine Verzinsung von 2 v. h. über Reichsbankdiskont vorsieht. Diese Kreditvereinbarung wird die Han­delsvertretung der UDSSR, in den Stand sehen, abweichend von den früheren Zah­lungsmethoden, ihre Bestellungen bei den deutschen Firmen bar zu be­gleichen.

Was den laufenden Handelsverkehr anlangt, so enthält der Vertrag alle erforderlichen Vereinbarungen über die Abdeckung der lau­fenden Zahlungsverpflichtungen so­wie über die Art und Menge der gegenseiti­gen Warenbezüge. Danach wird die Ausfuhr der Sowjetunion nach Deutschland im laufenden Jahre den Betrag von 150 Millionen Mark über­steigen.

Deutsch-russische

Wirffchastsvereiubarung unterzeichnet

Der NGDIB. (Stahlhelm) in Dortmund vor seinem Dundesführer

gepflanztem Bajonett. Nach Beendigung der Fest­aufführung erschien auf der großen Freitreppe des Opernhauses über dem Haupteingang Minister­präsident General Göring mit seiner künftigen Gattin, seinem engeren Stabe und seinen Gästen. Sofort setzten die Kapellen unter Leitung des Ka­pellmeisters der Leibstandarte Müller-John mit dem MarschPreußens Gloria" ein. Ein über­aus buntes Bild bot sich den Beschauern dar. Im Viereck standen die Kapellen, in der Mitte der Paukenschläger, ihm zur Rechten und Linken je drei Fanfarenbläser. Mattes Fackellicht beleuchtete das festliche Bild. Anschließend spielten die Kapel­len den Großen Zapfenstreich, der mit den Nationalhymnen seinen Abschluß fand. Der Offizier vom Dienst meldete dem Ministerpräsiden­ten den Großen Zapfenstreich, für den General Göring seinen Dank aussprach. Unter den Klängen des Zapfenstreich-Marsches marschierten die ange­tretenen Formationen wieder ab. Bei der Abfahrt des Ministerpräsidenten brachten die Operngäste und die geduldig wartende Menschenmenge hafte Ovationen dar.

Ausstattungsversicherung von 500 R M. gewährt wird. Im Anschluß an die Stiftung haben die Anstalten die allgemeine Ein­führ u n g einer Patenschaftsversiche- r u n g für erbgesunde deutsche Kinder beschlossen. Der Verband hofft, daß von dieser Einrichtung namentlich im Interesse der erbgesunden und kinder­reichen Familien, die zu den ärmeren Volksgenossen zählen, Gebrauch gemacht wird. Es ist vorgesehen.

Dortmund, 9. April (Fkp.) Westfalens grofc Industriestadt stand am vergangenen Sonntag im Zeichen des NS. Deutschen Frontkämpfer-Bundes (Stahlhelm). Ueber 40 000 Kameraden aus West­falen und aus den Nachbar - Landesverbänden Niederrhein und Nordsee traten auf dem Gau­treffen des Gaues III (Dortmund) des NSDFB. (Stahlhelm) vor ihren Bundesführer, Reichsarbeits­minister S e l d t e , an.

Der Tag begann mit Gottesdiensten bei­der Konfessionen. Danach wurde auf verschiedenen Plätzen zu dem Vorb ei marsch angetreten, den der Bundesführer vor dem Stadttheater abnahm. Auf die Dortmunder, die zahlreich die Durchmarschstraßen säumten, machte dieser Marsch zehntausender alter Frontsoldaten den stärksten Eindruck.

Vom Vorbeimarsch ging es hinaus in die KampfbahnRote Erde" neben der West­falenhalle. Ueber 40 000 Frontsoldaten in ihrem grauen Rock füllten den riesigen Raum, als der Bundesführer mit den Ehrengästen, darunter dem Oberprässdenten Freiherrn von Lüninck, dem Regierungspräsidenten von Stockhausen, dem Luftkreiskommandeur Generalleutnant Halm und einer großen Anzahl von Landesführern eintraf. Seldte dankte herzlich für diese Begrüßung und fuhr dann fort:Als der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, im Jahre 1918 seine damals ver­lachten Forderungen nach innerer und äußerer Be­freiung, nach der Wehrhoheit als Voraussetzung eines starken, geachteten Staates, nach einer auf der allgemeinen Dienstpflicht beruhenden Armee auf­stellte, erhob er zugleich die schwarz-weiß-rote Fahne aus dem Schmutz. Aber weil das Vaterland in Banden lag und seine Ehre geschändet war, trugen wir an unseren Fahnen Trauerflor zur steten Erinnerung an die uns angetane Schmach. Am Heldengedenktage war die Schmach der Unfrei­heit von uns genommen, und aus der Trauer des Heldengedenktages stieg sieghaft das Morgenrot des neuen Reiches. Unsere Ehre und Freiheit ist wieder­hergestellt, und darum habe ich befohlen, daß die bisher an unseren Fahnen getragenen Trauerflore fallen solle n." Der Bundesführer gab darauf den Trägern der 1000 Fahnen den Befehl zum Entfernen der Trauerflore. Brausender Jubel be­

gleitete die symbolische Handlung. Anschließend weihte Seldte eine Anzahl neuer Fahnen mit dem alten Kampfspruch des Bundes:Nur auf den Opfern und auf den Waffen beruht der Sieg!"

Dann fuhr der Bundesführer fort: Wir'wollen wieder eine deutsche Armee nicht für die Zwecke des Angriffs sondern um selbst die Verteidigung unseres Heimatbodens gewährleisten zu können, vor allem aber als stärkstes Mittel einer sittlichen Erziehung der ganzen Na- t i o n. Zwei Eigenschaften sind das tragende Fun­dament des deutschen Menschen: er ist Arbeiter, und er ist Soldat. Heute sehen wir den deutschen Menschen wieder arbeiten und den deutschen Mann wieder Soldat werden. Stolz und Freude dürfen das Herz der alten Frontsoldaten erfüllen, denn ihr Opfer und Einsatz in den schweren Kriegs­jahren, in den fast schwereren Nachkriegskämpfen sind nicht umsonst gewesen. Durch ihre Treue und das Genie ihres Führers und Kameraden Adolf Hitler ist die November - Schmach getilgt, ein Triumph des Willens erreicht. Euch allen, meine Kameraden, danke ich heute für alle Treue und Leistung, die ihr im Kampfe um das große Ziel bewiesen habt. Vieles ist erreicht. Aber die geistige Aufgabe bleibt, so lange wir leben. Die Tradition des Frontsoldatentums ist einer neuen Gene­ration z u übermitteln, und damit muß die praktische Fürsorge für die Angehörigen der alten Armee verbunden sein. Was wir als Käme- radschaft erlebt haben, muß als Idee der Volks­gemeinschaft immer neu zum Gefamtgut der Nation werden.

Der Führer hat uns ein positives, vorwärtswei- fendes Ziel gesteckt, und dafür setzen wir mit Freuden unsere ganze Kraft ein, um unsere Erfah­rungen an die Jugend weiterzugeben. Denn wir fühlen uns noch kräftig zur Tat am Neubau des Reiches, wir gehören nicht zum alten Eisen, son­dern zur Kernmannschaft der Nation, und darum hoffen und vertrauen wir auch, daß der Führer uns an unserem Frontabschnitt eine Aufgabe zuweisen wird, er, dem wir uns ohne Rücksicht auf Konjunkturen mit aller Leistung und allem Leistungswillen auf Tod und Leben ver­schworen haben!"

baut er die Versammlungen aus. Er erfindet ein ganzes Zeremoniell. Welch eine Kräfteverschwen- düng, daß der Redner erst eine halbe Stunde spre­chen soll, bis er den Kontakt mit seinen Zuhörern hat! Welch Wahnsinn, eine agitatorische Rede und alle nationalsozialistische Reden sind Agitation auf unvorbereitete Gemüter loszulassen. Man redet doch nicht um zu reden, sondern um zu wir- ken. Eben diese Wirkung aber muß so stark ge­macht werden wie nur irgend möglich. Goebbels führt die Rednerwache ein, ererfindet" den feier» licfjen Einzug der Fahnen. Es ist oft nicht leicht, durch die Menschenmassen sich zum Rednerpodium durchzuzwängen. Also muß dem Redner repräsen­tativ Bahn geschaffen werden. Es entstehen feste Regeln der Begrüßung. Die Versammlung wickelt ich nach einem Ritual ab. Dies Ritual beruht chon auf der nationalsozialistischen Grundhaltung: der freiwillig disziplinierten Masse. Mit diesem Ritual, diesem feierlichen Zeremoniell hat Goebbels jede andere Versammlung der Gegner über den Haufen gerannt. Er gab mehr als eine Rede. Er gab ihr von vornherein einen Rahmen und eine selbstverständliche Resonanz. Es ist ein Genuß, oem Redner Goebbels zuzubören. Seine wundervoll aufgebauten Sätze sind oft wahre Kunstwerke der Rhetorik. Die warme und volle, bis an die Grenze beherrschte und über­raschend modulationsfähige Stimme hat einen eige­nen Zauber, der die Masse sofort in den Bann zieht. Die tonloseste Verachtung steht ihm red­nerisch ebenso zur Verfügung wie der alle Schran­ken zerfetzende Aufschrei der Wut. Er kann eine seltene Wärme in seine Stimme legen und sie im selben Augenblick schneidend machen wie Stahl. Wehe dem, den er mit halblauter Ironie hinrichtet. Ein so behandelter Gegner steht sobald nicht wieder auf den Füßen."

So weiß der Gau Hessen-Nassau, daß morgen einer der glänzendsten und fesselndsten Redner in Frankfurt zu ihm sprechen wird.

Oer Propagandist der denischen Idee.

Reichsminister Or. Goebbels spricht morgen abend 20 Lthr in der Frankfurter Festhalte

bei Söhnen die Versicherungssumme nach Erreichung der Volljährigkeit oder nach Erfüllung der aktiven Militär­dienstpflicht oder als Beitrag zur beruflichen Selbständigmachung sowie als Beihilfe zur Gründung eines Haus­haltes und bei Töchtern gelegentlich ihrer Verheiratung, spätestens ttn Alter von 25 Jahren auszuzahlen.

Empfang im Hanfe des Ministerpräsidenten.

Nach dem Empfang der Bauernabordnung hatte sich im Haus des Ministerpräsidenten am Leipziger Platz eine große Zahl von Gästen einge­funden, um Geschenke zu überreichen. Man sah zahlreiche bekannte Führer der nationalsozialistischen Bewegung, Staatsbeamte, Offiziere und Angehörige der Wehrmacht, der Polizei, Abordnungen der Jägerschaft, bekannte Künstler, ferner Verwandte und persönliche Bekannte des Brautpaares. In mehreren Räumen war eine Fülle von Hoch­zeitsgeschenken aufgestellt, Geschenke, die aus allen Kreisen der Bevölkerung gekommen sind. Vom selbstgestrickten Strumpf, vom kleinen Veilchen­sträußchen und der von Kinderhand bemalten Streichholzschachtel angefangen bis zu herrlichen Bildern und Bronzen konnte man hier die mannig­faltigsten Gaben sehen, die auch nur auszugsweise aufzuzählen unmöglich wäre. Die Offiziere der Wehrmacht haben dem preußischen Minister­präsidenten General Göring einen lebensgroßen Bronzeabguß des Soldatenkönigs Friedrich Wil­helm I. geschenkt. Die Stadt Hamburg, die Heimatstadt Frau Sonnemanns, schickte eine große silberne Kogge. Die deutschen Länder, die Städte, zahlreiche Organisationen und Einzel­personen sind unter den Schenkenden zu finden. Besonders fällt ein herrlicher geschnitzter Schrein auf, eine Gabe der Stadt der Reichsparteitage Nürnberg und des Gaues Franken der NSDAP, an den ersten Führer der SA. Da steht man ferner u. a. vom Komponisten Richard Strauß überreicht die Handfchrift zur Oper A r a b e l l a", einen großen Werkzeugkasten der Stadt Remscheid, einen großen getriebenen Leuch­ter als Gabe des Handwerks, einen Granatsplitter aus der Skagerrakschlacht aus dem Besitz des Ber­liner Polizeipräsidenten Admiral L e v e tz o w und anderes mehr.

Die SA. beglückwünscht ihren ersten Führer.

Gegen 17 Uhr erschien Stabschef Lutze mit einer Abordnung der S A., aus jeder Gruppe einer der dienstältesten SA.-Männer. Stabschef Lutze überreichte dem SA.-Obergruppenführer Her­mann Göring einen kunstvoll aus Holz hergestellten, mit Schweinsleder überzogenen Schild mit der Inschrift:Dem er st en Schildträger des Führers zum 10. April 1935. Die SA." Der Schild zeigt rechts oben künstlerisch angebracht das Reichswappen, auf der linken Seite das Haus­wappen Görings, während in der Mitte symbolhaft der Drachentöter dargestellt ist. Minister­präsident Göring dankte dem Stabschef für die Ehrung und erklärte, daß er sich als erster und ältester Führer der SA. mit dieser besonders ver­bunden fühle. Er werde nicht nur als Luftfahrt­minister seinen Schild über Deutschland halten, son­dern auch über die SA., deren Schild immer rein geblieben sei.

Festvorstellung in der Staatsoper

Kurz nach 19 Uhr marschierte die gesamte Lan­de s p o l i z e i g r u p p e General Göring auf, um ihrem Gründer militärische Ehren zu er­weisen. Kurz vor 20 Uhr fuhr General Göring mit seiner zukünftigen Gattin im Kraftwagen in lang­samer Fahrt die Front der Polizeigruppe ab, von der Menschenmenge mit begeisterten Heilrufen be­grüßt. Ministerpräsident Göring und Frau Sonne­mann fuhren dann zur Staatsoper. Aus An­laß der Vermählung fand in der Staatsoper eine Festvorstellung statt. Es wurdeDie ägypti­sche Helena" von Richard Strauß unter der musikalischen Leitung von Clemens Krauß ge­geben. Das Theater war gefüllt mit Gästen aus allen Bevölkerungsschichten. Man sah viele Offiziere und Soldaten der Wehrmacht, viele Uniformen der Polizei und der Luftwaffe, führende Männer des Staates und der Bewegung. In der Pause empfing das Brautpaar feine Gäste im großen Saal und mahm die Glückwünsche entgegen.

Großer Zapfenstreich.

Vor der Staatsoper marschierten mit klingendem Spiel die Kapellen und Spielmannszüge der Leib­standarte Adolf Hitler und des RegimentsGene­ra! Göring" auf, flankiert von Fackelträgern der Leibstandarte. Zu beiden Seiten standen zwei Züge des RegimentsGeneral Göring" mit auf»

Reichspropagandaminister Dr. Goebbels hat lange nicht mehr im Gau Hessen-Nassau zu einem größeren Kreise der Bevölkerung gesprochen. Um so mehr begrüßen es die Hessen, daß der Reichs­propagandaminister gerade in diesen Tagen größter außenpolitischer Aktivität nach Frankfurt kom­men wird, um zu aktuellen Tagessragen das Wort zu ergreifen. Dr. Goebbels als Schöpfer einer ganz neuartigen politischen Propaganda ist allen seinen Volksgenossen bekannt. Sein Lebensweg führte ihn bald aus seiner niederrheinischen Heimat über das Studium an verschiedenen deutschen Universitäten in die nationalsozialistische Bewegung Adolf Hitlers. Im Ruhrgebiet beginnt seine politische Arbeit. In seiner Heimatstadt Rheydt gründet er die erste Zelle der nationalsozialistischen Bewegung. General Ludendorff weiht ihm die erste durch die Sperre der französischen Besatzung geschmuggelte Fahne. 1924 wird er Schriftleiter derVölkischen Freiheit" in Elberfeld. Dort ist der Ausgangs­punkt des schweren und blutigen Kampfes um die Gewinnung des Ruhrgebietes für den national­sozialistischen Gedanken. Hier lernt Dr. Goebbels die Eroberung der Masse. Im Oktober 1926 erreicht den damals 29jährigen der Auftrag Adolf Hitlers, die (Bauleitung ber NSDAP, in Berlin zu übernehmen. Was er hier in der Befreiung der Reichshauptstadt von der Marxistenherrschaft getan hat, ist noch in aller Erinnerung.

Nach der Eroberung der Macht durch den Natio­nalsozialismus geht er sofort daran, die politische Propaganda für den Neubau für Volk und Reich einzusetzen. Er gründet das Reichspropa­gandamini sterium, in dem alles zusammen­gefaßt wird, worauf die Kulturpolitik des neuen Reiches Einfluß nehmen will: Presse, Film, Rund­funk, Theater, Musik, bildende Kunst, Schrifttum. Aber neben diesen neuen organisatorischen Aufgaben vergißt Dr. Goebbels nicht seine alte Berufung als er st er Propagandist der deutschen Idee. Ein alter Mitarbeiter des Ministers, Wil­fried Bade, macht in seiner biographischen

Die Trauung am heutigen Mittwoch.

Übertragung der kirchlichenFeier um14Uhr auf den Deutschlandsender.

Die standesamtliche Trauung des Mi­nisterpräsidenten General Göring mit Frau Staats­schauspielerin Emmi Sonnemann fand am Mitt­wochmittag um 12 Uhr im Rathaus statt. Auf der Straße ReichskanzleiRathaus kreiste ein Ehren­geschwader der Jagdstaffel Richthofen. Die kirch­liche Feier im Dom beginnt um 14 Uhr und wird durch Rundfunk (Deutschlandsender) übertragen. Im Anschluß an die kirchliche Trauung fährt der Hochzeitszug durch die Straße Unter den Linden und die Wilhelmstraße zum Hotel Kaiserhof. Auf dem ganzen Weg bilden Abordnungen aller Formationen der NSDAP. Spalier. Wie wir weiter hören, wird Frau Staatsschauspielerin Emmi Sonnemann nach ihrer Hochzeit nur noch einmal die Bühne des Staatlichen Schauspielhauses betreten, und zwar zu Ehren des Führers'an feinem Geburtstag, den 20. April, in ihrer letzten Rolle als Königin Luise in dem Schauspiel von Hans SchwarzPrinz von Preußen". Frau Son­nemann scheidet damit genau zwei Jahre nach dem Tage von der Bühne, an dem sie in Haans Johsts Schlageter" zum erstenmal in Berlin aufgetreten war.

Hessens Hochzeitsgabe

Der Führer der Hessischen Landesregierung Reichsstatthalter Sprenger ließ als Gauleiter ür das Rhein-Main-Gebiet zur Vermählung durch Ministerialrat von Zengen zwei Körbe mit auserlesenen Gewächsen der hes- ischen Weinbaudomänen als Hochzeits­gabe überreichen. Das Hochzeitsgeschenk der Stadt Frankfurt a. M. ist eine Plakette und ein in Kunstschrift gehaltenes GlÜckwu n sch- ch r e t b e n in einer eigens dafür gefertigten Zedermappe in den Frankfurter Farben. Die Plakette besteht aus Gold und zeigt in Maler­emaille die Vorderseite des Römers. Sie liegt in einer silbernen Kassette, die auf der Vorderseite mit einem prachtvollen roten Emailleschmelz und Goldader versehen und mit dem Frankfurter Adler geschmückt ist. Die Arbeit ist von den Gebrüdern Warnecke ausgeführt. Die Kassette liegt in einem kunstvoll gearbeiteten Behälter aus blauem Wildleder.

Eine sinnreiche Stiftung Der öffent­lichen Lebensversicherungsanstalten.

Berlin, 9. April (DNB.) Anläßlich der Ver­mählung des Ministerpräsidenten General Göring hat der unter Führung des Oberpräsidenten, Gau­leiters und Staatsrats Schwede stehende Ver­band öffentlicher Lebensversicherungs­anstalten in Deutschland als einen Bei­trag zur Unterstützung der bevölkerungspolitischen Bestrebungen der Reichsregierung eine Stiftung errichtet, durch die 50 neugeborenen Töch­tern aus erbgesunden und kinder­reichen Familien in den Fällen, in denen der Herr Ministerpräsident ober seine Frau die Patenschaft übernimmt, je eine beitragsfreie

Tischdecke und ein Heidschnuckenfell aus der Lü­neburger Heide, ein kurhessischer Webstuhl, selbstgewebtes Leinen aus Rheinhessen, braunschweigische Rie­senwurst, Edelweiß aus Bayern und Boxbeutel- wein aus Franken, Kirschwäfserle aus Baden es ist schier unmöglich, all die Gaben aufzuzäh- len, mit denen das deutsche Bauerntum den Mi­nisterpräsidenten zu seiner Hochzeit bedachte. Das besondere Interesse des Hochzeitspaares erregte die bunte Tracht der Altenburger Braut­jungfern aus dem Jahre 1780, die von allen Anwesenden aufrichtig bewundert wurden, und ganz still wurde es im Festsaal, als eine Danzi­ger Bäuerin in schlichten Worten das Be­kenntnis unwandelbarer Treue ihrer Heimat zum Reiche aussprach.

Nach der Besichtigung richtete General Göring an die Bauern und Bäuerinnen, an die Landes­bauernführer und darüber hinaus an das ganze große deutsche Bauernvolk Worte des herz­lichen Dankes für die unerwartete außerge­wöhnliche Ehrung. Er betonte, daß bei der Wieder­erringung der deutschen Ehre und Freiheit stets die Erkenntnis grundlegend gewesen sei, daß für sie ein gesunder deutscher Bauernstand eine unbedingt notwendige Voraussetzung bilde.Die Sorgen und Nöte der Bauern haben wir zu unseren eige- n en gemacht. Wir haben erkannt, daß gerade die Zähigkeit, mit der der deutsche Bauer seine Scholle hält, und mit der er die schweren Jahre des Verfalls und des Niederganges überwunden hat, uns zu der Hoffnung berechtigt, daß der deutsche Ausstieg von Dauer sein wird." Der Minlsterpräsident sprach die Hoffnung aus, daß die enge Verbundenheit des Bauerntums mit dem ganzen deutschen Volke auch in Zukunft stets erhalten bleibe. Seine Gedanken würden immer darauf gerichtet fein, den deutschen Bauernstand zu fordern. Er und feine künftige Frau schätzten sich glücklich, im Herzen der deutschen Bauern zu wohnen, und sie möchten am liebsten nichts ande­res fein, als so fest verwachsen und fest verwur­zelt mit der deutschen Scholle zu leben wie der deutsche Bauernstand.

Der Reichsbauernführer brachte darauf auf den Ministerpräsidenten und Frau Sonnemann ein drei­faches Sieg-Heil aus, in das die Bauern begeistert einstimmten.