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Gegen Hetzer und Saboteure
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fangenen verbreitet. Seinem Treiben wurde jetzt durch die Festnahme ein Ende bereitet.
Koblenz. 8.Aug. Die Land es stelle Ko- len z - T r i e r des Propagandaministeriums teilt mit:
Zungen, bk alle erst kürzlich aus dem Jungvolk zur Hitlerjugend überwiesen worden waren, also erst 14 bis 15 Zähre all sind, in Ruhe und Orb«, nung seinen Weg fortzusehen. Er bat sogar noch die Burschen, sie in in Ruhe zu lassen, als plötzlich ein, $ d) ufo fiel. Das war der Anlaß zu einem gemeinsamen Angriff der Burschen nach Muster der Mordkommune auf die Hillerjungen. Die verhetzten Stratzenräuber rissen den Hillerjungen die Klampfen vom Rücken und be* gannen eine Schlägerei. Der Gefolgfchaflsführer erhielt eine schwere Kopfverletzung durch einen Anschlag und Fußtritte gegen den Bauch. Er muhte mileinemAuto inskrankenhaus gebracht werden. Ein Kameradschaftsführer erhielt einen schweren Schlag mit einer Stangeüberdenkopf. Als der Gefolgfchafls- führer besinnungslos zusammenbrach, flüchteten die feigen Burschen und entkamen. Sie konnte« bereits von der Polizei ermittelt und festge«, nomtnen werden.
DieKolpmgsamilieLüdmghausen aufgelöst.
„Unser Ziel ist ein Sowjetdeutschland."
Die kommunistischen Wühlmethoden werden in Moskau festgelegt.
und Staat vom 28. Februar 1933 in Verbindung § 14 des Polizeiverwaltungsgesetzes mit sofor-
Unerhörte Frauenmißhandlungen in Amerika.
Streikbrecherinnen in Texas nackt durch die Straßen getrieben.
Der 2. Senat des Volksgerichtshofes verurteilte drei Kommuni st en wegen Vorbereitung zum Hochverrat zu empfindlichen Zuchthausstrafen. Es wurden verurteilt: der 38jährige frühere kommunistische Landtagsabgeordnete Fritz G ä b - l er zu zwölf Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust, der 36jährige Otto Trillitzsch zu zehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust und die 35 Jahre alte Magdalena Sendhoff zu vier Jahren Zuchthaus und drei Jahren Ehrverlust. Außerdem wurde bei Gäbler und Tillitzsch auf Stellung unter Polizeiaufsicht erkannt. Der An- geklagte Trillitzsch hatte als sogenannter „I n st r u k - teur" im Sommer vergangenen Jahres eine urn- fangrelche hochverräterische Tätigkeit im B e z i r k K ö l n entfaltet, während Gäbler in B e r- lin im kommunistischen Sinne wirkte. Nach den Ermittlungen der Reichsanwaltschaft hat er sofort nach der Entlassung aus dem Konzentrationslager seine hetzerische Tätigkeit wieder ausgenommen. Die Angeklagte Sendhoff hatte das staatsfeindliche Wir- ken Gäblers unterstützt.
Feiger Leberfall auf Sttlerjungen
Der Täter bereits festgenommen.
Düsseldorf,^ Aug. (DRV.) Die © e b i e U - führung des Gebietes Ruhr-Rieber- rhein der Hitlerjugend teilt mit:
Ein Gefotgfchaftsführer aus Krefeld hatte mit 15 Zungen feiner Einheit den Gautag in Essen besucht und befand sich auf der Rückfahrt nach Krefeld. Sämtliche Zungen hatten ihre Fahrräder bei sich und erreichten um 22.15 Uhr den Ort Böckum bei Krefeld, wo sie auf der Busch-Strahe von etwa 15 bis 20 jungen Leuten im Alter oon 20 bis 22 Zähren angepöbett und mit den Worten ».Treu heil" aufgehalten wurden. Der Gefolgjchaftsführer versuchte mit seinen
scheu und katholischen Verbänden eine gemeinsame Arbeit in allen nationalsozialistischen Massenorganisationen und insbesondere in der Deutschen Arbeitsfront und wünscht die sofortige Aufnahme von Verhandlungen über den Abschluß eines Abkommens für diese gemeinsame Arbeit. Und den Katholiken insbesondere ruft er zu: „Haltet euch fest aneinander! Wir sind bereit, alles, was uns in der Weltanschauung trennt, in den Hintergrund treten zu lassen und gemeinsam mit euch für Gewissensfreiheit und für die Herstellung der bürgerlichen Freiheiten zu kämpfen!" Offenbar fühlt dieser verlogene Demagoge aber selbst, wie unnatürlich die Worte Gewissensfreiheit und bürgerliche Freiheiten m seinem Munde klingen; deshalb versucht er, sich mit dem Anstimmen einer beweglichen Klage darüber, „wie tief Deutschland in den Augen der internationalen Welt durch den Faschismus im Ansehen gesunken sei", in ein gutes Licht zu setzen. Für Erreichung des Ziels hält er allerdings selbst die Zeit „noch nicht gekommen". Deshalb solle vorläufig eine „breite Volksfront" gegen den Nationalsozialismus für den Kampf gegen die „Reaktion", für die „Wiederherstellung der bürgerlichen Freiheiten", die Bewaffnung der Arbeiter und anderes mehr erreicht werden.
jeden Kulturvolkes unwürdigen Ausschreitungen gegen wehrlose Frauen zu verhindern. Und die Öe Weltpresse, die diese Kulturschande als be«
_ ose Affäre mit behaglichem Schmunzeln berichtet, läßt sich nun schon seit Monaten in epischer Breite über einen Fall aus, der sich in einer deutschen Stadt zugetragen haben soll. Dort sollen junge Männer der Dirne eines jüdischen Zuhälters das Haar abgeschnitten und sie mit einem Schild um den Hals durch die Straßen geführt haben. Es wird gar nicht behauptet, daß die Frau mißhandelt worden fei. Nur zur Abschreckung habe man sie durch die Straßen geführt. Was sagt die gleiche Weltpresse, die sich über diesen angeblichen Vorfall nicht genug erregen kann, zu den geradezu skandalösen Vorgängen in Texas? Woher nimmt man noch länger den Mut, gegen das nationalsozialistische Deutschland zu hetzen, wenn man im eigenen Lande unschuldige Frauen, die nur ihrer Arbeit nachgehen wollen, nicht vor schwersten Miß- Handlungen zu schützen vermag?
tiger Wirkung aufgelöst worden. Zugleich wurde das Vermögen der genannten Landesverbände und ihrer Gliederungen vorläufig b e - schlagnahmt. In der Begründung des Verbots wird folgendes ausgeführt:
„Die politische Entwicklung der genannten Landesverbände hat in den letzten Monaten, besonders aber in den letzten Wochen Formen angenommen, die geeignet sind, die Autorität des nationalsozialistischen Staates in Mißkredit zu bringen. Zahlreiche Auslassungen von Mitgliedern und Führern dieser Verbände bekunden eine oppositionelle, ja sogar staatsfeindliche Einstellung. Die für den NSDFB. auch in diesen Verbänden erlassenen staatlichen Anordnungen sind entweder nicht beachtet ober umgangen worden. Die bis in die jüngste Zeit hinein erfolgte Aufnahme von Mitgliedern aus den Reihen der Rotfrontkämpfer, dem marxistischen Lager und den verflossenen gegnerischen Parteien machen den NSDFB. zum Sammelbecken oppositioneller Kräfte. Die Auflösung der Landesverbände Berlin-Brandenburg und Pom-' mern ist aus Gründen der öffentlichen Sicherheit, Ruhe und Ordnung daher geboten." Die gleichen Gründe waren für die durch die zuständige Staatspolizeistelle verfügte Auflösung des Landesverbandes Ostmark maßgebend.
Sin vergessener „Vorgang".
Wenn in einem amtlichen oder bureaukratischen Betrieb eine Frage auftaucht, deren Lösung Kopf- !Zerbrechen macht, so pflegt man die Akten zu durch- töbern, ob nicht schon einmal Aehnliches dagewesen st, wie es behandelt wurde und welche Entwicklung es genommen hat. Man nennt dies einen „Vor- gan a". Es würde sich empfehlen, diese Methode auch bei manchen politischen Ereignissen anzuwenden, die der schnell vergessenden Zeit ganz neu und unerhört erscheinen. So wird die Spannung, die gegenwärtig zwischen der nationalsozialistischen Regierung in Deutschland und der katholischen Kirche besteht, vielfach als eine Erscheinung kommentiert, die in der Unduldsamkeit und Kirchenfeindlichkeit des Nationalsozialismus ihren Grund hat. Die Propaganda des gegnerischen Auslandes bemächtigt sich dieses willkommenen Stoffes und füllt täglich die Spalten der Zeitungen mit Nachrichten über die „Kirchenverfolgung in Deutschland". Dies ist nicht weiter verwunderlich und muß ertragen werden. Aber auch viele deutsche Katholiken haben ein schlechtes Gedächtnis und leben unter dem Eindruck, als geschehe hier etwas Ungeheuerliches. Die Sprache des „O s s e r v a t o r e Romano", des amtlichen Blattes des Vatikans, gegen Deutschland wird immer heftiger und bestärkt so bei den Katholiken der ganzen Welt den Glauben, daß zwischen Nationalsozialismus und katholischer Kirche ein Kampf entbrannt sei, bei dem es keinen andern Ausweg als Sieg oder Vernichtung geben könne.
Reuyork, 8. Aug. (DRV.) In Dallas in Texas streiken feit einiger Zeil die Schneiderinnen. Am Mittwoch kam es nun zu größeren Ausschreitungen von Streikenden gegen unorganisierte Streikbrecherinnen, denen die Kleider heruntergerifsen wurden. Sie wurden dann unbekleidet durch die Straßen getrieben und von den Streikenden mit den Fingernägeln blutig gekratzt.
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Amerika tat sich bisher besonders etwas darauf zugute, der Frau eine besonders geachtete Stellung im öffentlichen Leben einzuräumen. Beleidigungen einer Frau wurden schwer geahndet. Um so erstaunlicher ist die geradezu unmenschliche, an schlimmstes Barbarentum erinnernde Behandlung, die arme Nähmädchen über sich ergehen lassen mußten, nur weil sie sich einer Lohnbewegung nicht angeschlossen hatten. Und nichts hört man davon, daß die Polizei in diesem freiesten Land der Welt in der Lage gewesen wäre, solche brutalen, eines
Moskau, 9.August (DNB.) Die Hebung, die auf dem Komintern-Kongreß gehaltenen Reden später im Wortlaut zu veröffentlichen, kommt auch dem „deutschen" Kommunisten Walter zugute, dessen Bündnisangebot an die katholischen Verbände am Mittwoch demonstrativ beklatscht worden war. „Das Ziel unserer Politik ist ein Sowjet-Deutschland!" rief Walter aus. Außer der Ausnutzung aller „legalen Möglichkeiten", die sich den kommunistischen Agenten in Deutschland töten, müßten im Lager der Nationalsozialisten elbst „die Massen für einen Kampf gegen den Nationalsozialismus aktiviert, die Opposition getürkt und in den bourgeoisen Kreisen Unzufriedenheit geschürt werden." „Der Schlüssel zu unserer antifaschistischen Tätigkeit liegt in den national- ozialiftischen Massenorganisationen", rief Walter aus. Auch in der Hitlerjugend müsse fester Fuß gefaßt werden. Die „deutschen" Genossen sollten lüfjn den Weg der Entfaltung dieser gefährlichen, aber interessanten Arbeit betreten, denn — so fährt dieser Agitator im sicheren Moskau fort — „die Erfahrung hat gelehrt, daß die Organisation eines Streikes und des aktiven Widerstandes erst in einem Stadium möglich ist, wenn die illegalen Vorbereitungen dazu genügend fortgeschritten sind."
Deshalb empfiehlt Walter den sozialdemokratt-
Grohfeuer in Edaffa.
In der mazedonischen Stadt Edassa wurden Dort einem Großfeuer 90 Häuser eingeäschert. Die Einwohner, besonders die Frauen und Kindes liehen aus der Stadt. Da der Wind sehr stark isH befürchtet man eine weitere Ausdehnung des Branf des. Ob Menschen zu Schaden gekommen sind, ist bisher unbekannt.
Es ist unter diesen Umständen interessant und nützlich, an die Entwicklung zu erinnern, die i n Italien nach Errichtung des faschistischen Regimes im Jähre 1922 die Stellung von Staat und Kirche erfahren hat. Der erste Akt des Faschismus war die Verichtung und Aufhebung aller anderen Parteien. Davon betroffen wurde auch die katholische Volkspartei, die „P o p o l a r i", die nach der Aufhebung des in der Enzyklika „non expedit" enthaltenen Verbots politischer Betätigung für die katholischen Organisationen in der Politik des demokratischen Italiens eine wachsende Rolle gespielt und als stärkste Partei zusammen mit den Sozialisten den parlamentarischen Betrieb beherrscht hatte. Die Führer des politischen Katholizismus mußten sich damals unterwerfen oder, wie Don Sturz o, der Führer des linken radikalen Flügels in die Verbannung gehen. Die Parallele dieser Tatsachen mit den Vorgängen in Deutschland im Frühjahr 1933 brauchen nicht mehr ausgeführt zu werden, denn sie leuchtet ohne weiteres ein. Der Vatikan hatte sich in diese politische Katastrophe nicht weiter eingemischt, sondern nahm den Untergang der katholischen Partei in Italien einfach zur Kenntnis.
Anders wurde dies erst, als Der Faschismus nach äußerer Befestigung seiner Macht an die Verwirklichung feines „Totalitätsanspruches" ging und zu diesem Zwecke dieErziehungundHeranbil- düng der Jugend für den Staat in Anspruch nahm. Er stieß hier alsbald auf die Widerstände der katholischen Jugendverbände, die unter der Leitung der „Katholischen Aktion" den kirchlichen Anspruch auf Erziehung der Jugend verkörperten, zugleich aber natürlich auch die Reste des politischen Katholizismus in sich schloß. Die Jahre 1926 bis 1931 waren von heftigen Kämpfen zwischen Staat und Kirche erfüllt, die das, was wir heute in Deutschland erleben, weit hinter sich lassen. Mit eiserner Konsequenz führte Mussolini die Zerschlagung der katholischen Jugendverbände und Die restlose Eingliederung der gesamten italienischen Jugend in die staatlichen Organisationen durch. Der Papst war gezwungen, von sich aus die Auflösung von ungefähr 500 Jugendlegionen der Katholischen Aktion zu verkünden; schließlich löste sie Mussolini in ihrer Gesamtheit auf.
Es kam dann zu dem großen geschichtlichen Friedensschluß zwischen dem Vatikan und dem „kirchenräuberischen" Italien der savoyischen Dynastie, der dem Papst einen Schein feiner asten weltlichen Herrschaft zurückgab und die Beziehungen von Staat und Kirche durch ein Konkordat regelte. Aber unmittelbar nach dem Abschluß dieses Friedens kam es zu neuen heftigen Kämpfen, deren Gegenstand immer wieder die Erziehung der Jugend war. In Rom kam es im April 1931 zu großen antikirchlichen Kundgebungen, so daß sich kein Priester mehr auf der (Strafe zeigen konnte. Die Sprache, welche die beiden Vertragsteile, Mussolini in Reden und der Papst in einer berühmten antifaschistischen Enzyklika, anschlugen, können an Heftigkeit nicht übertroffen werben. Der eben geschlossene Frieden zwischen Kirche und Staat schien hoffnungslos zerstört. Mussolini hob entgegen den Bestimmungen des Konkordats die Katholische Aktion auf, hielt, der 3bee des Faschismus getreu, zähe und unbeirrt an ferner Forderung der staatlichen Erziehung der ganzen Jugend fest und — blieb schließlich Siege r: die katholische Aktion mußte von allen Dem Faschismus nicht genehmen Elementen gerei- ? ?l?.ef7cn' ihre Augenoorganifationen wurden den faschistischen emgegüebert und ihre Tätigkeit auf ” ° 5 e i" Religiöse beschränkt. Sportliche Tätigkeit wurde verboten. Abzeichen und Fahnen nur in den italienischen Nationalfarben gestattet Der Vatikan fügte sich in das Unvermeidliche, und feit dieser Zeit — es sind nun vier Jahre . ul oe r religiöse Friede in Italien wieder hergestellt, ohne daß man davon gehört hätte, daß die Religion daraus Schaden erlitten hat.
Auch in diesem zweiten Abschnitt der italienischen Auseinandersetzung ist die Parallele zu den deutschen Vorgängen ohne weiteres ersichtlich. Erstaunlich ist eigentlich nur, daß der Vatikan sich offenbar bis heute nicht entschlossen hat, die Folgerungen aus seinem italienischen Erlebnis zu ziehen, das ihm nahelegen könnte, die Verzichte, zu denen er dort gezwungen wurde, hier freiwillig auszusprechen und so den Ka m p f z u vermeiden, der mit einer sicheren Niederlage enden wird. Denn wie der Faschismus sich selbst, seine Idee und seine Zukunst aufgegeben hätte, wenn er seinen Anspruch auf die Formung der Jugend nach feinem Bilde aufgegeben hätte, so wird auch der Nationalsozialismus in Deutschland in dieser mehr für die Zukunft als für die Gegenwart entscheidenden Fragen keine Nachgiebigkeit und Schwäche kennen.
Oie argentinischen Gtahlhelmmit- glieder ans dem ASOFB. ausgetreten.
Buenos Aires, 8.August (DNB.) Die Mit- Slieber des Stahlhelms im Landesverbcind r g e n t i n i e n beschlossen einmütig den geschlossenen Austritt aus dem Stahlhelm, weil sie zu der Ueberzeugung gelangt sind, daß der > Stahlhelm nach Wiederherstellung Der Wehrhoheit ! des Reiches durch den Führer seine Aufgabe erfüllt i habe. Die Mitglieder wollen gleichzeitig durch den ! Austritt ihren ehemaligen Kameraden in Deutsch- i lani) Beispiel und Vorbild sein und sich für einen i
In der Nacht zum Dienstag waren in Gladbeck Die vom Gau Westfalen-Nord der NSDAP, zum Aushang gebrachten P l a k a t e mit dem bekannten Aufruf gegen das verbrecherische Treiben des poli- tischen Katholizismus an verschiedenen Stellen gewaltsam abgerissen worden. Als Täter ermittelte die Geheime Staatspolizei den Pfarrer Reckmann und den K a p l a n H o l t k a m p von der St.-Jofephs-Pfarre, die sich nunmehr vor dem Schnellgericht zu verantworten hatten. Das Schnellgericht verurteilte den Pfarrer Reckmann z u o i e r Monaten Gefängnis und den Kaplan Holtkamp zu zwei Monaten Gefängnis. Eine mitangeklagte Ordensschwester des Katholischen Krankenhauses in Gladbeck wurde frei- gesprochen, da bei ihr lediglich der Versuch des Plakatabreißens vorlag.
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Von zuständiger Stelle wird mitgeteilt: Der Kaufmann Richard H ä b e r {e aus Stuttgart wurde durch das Landespolizeiamt wegen Verbreitung von Greuelnachrichten in Schutzhaft genommen. Er hat seit längerer Zeit zusam- men mit einem Ausländer planmäßig im In- und Auslande die ungeheuerlichsten Lügen - nachrichten über Zustände in Deutschland und insbesondere über angebliche Mißhandlung oon Ge-
Münster, 8. August (DNB.) Die Staats, p o l i z e i st e l l e für den Regierungsbezirk Münster teilt mit: Auf Grund des § 1 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutze von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 ist hie Kolping. f a m i 1 i e (nach dem Gründer, Pfarrer Kolping, genannte katholische Gesellenvereine) im Bereich des Kreises Lüdinghausen (Reg.-Bezirk Münster) auf Grund der bekannten Vorfälle in Werne an der Lippe (heimtückische Verdächtigung der SA. durch Verbreitung gefälschter Flugblätter) mit sofortiger Wirkung aufgelöst worden.
Der Staatspolizeistelle Münster ist vom Dio« zesanpräsidium der katholischen (3 e ■ 1 sellenvereine folgendes Schreiben zugegangent
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Münster, den 3. August 1935. Auflösungsurkunde.
Auf Grund des § 5 des Generalstatuts schließe ich hierdurch mit sofortiger Wirkung die Kolpingfamilie Werne an der Lipps aus der Deutschen Kolpingfamilie aus. Die Kolpingfamilie in Werne ist auf. gelöst. Die Mitgliedsbücher und Stammkarten der bisherigen Mitglieder werden durch meine Beauftragten sofort eingezogen. Das Eigen, tum der Kolpingfamilie Werne wird dem Pfarr- dechanten Tenhagen in Werne zu freuen Händen übergeben. Ausschluß und Aufhebung haben ihre Begründung in einem schweren Verstoß gegen Artikel 4, Absatz 2, des Grundgesetzes der Deutschen Kolpingfamilie. .
Gez.: Th. Rürth
Reichspräses der Deutschen Kolpingfamilis und Generalpräses des Kolpingwerkes Köln.
An den Herrn Leiter der Geheimen Staatspolizei, Recklinghausen, zur Kenntnisnahme ergeben^ übersandt.
Hitler-Freiplatzspende.
Dank an die alten Kämpfer der Bewegung.
B e r l i n, 8. Aug. (DNB.) Die Reichsleitung der NSDAP., Hauptamt für Volks- Wohlfahrt, teilt mit: Bei der Werbung für die Hitler-Freiplatz-Spende zeigt sich immer wieder, daß ein Teil der Bevölkerung über Sinn und Zweck dieser Dankspende an die alten Kämper der Bewegung nicht unterrichtet ist. Vielfach wird die „Hitler-Freiplatz-Spende" mit der „Adolf-Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft" verwechselt. Zur endgültigen Klarstellung der Unterschiede sei hier kurz Ziel und Zweck beider Unternehmungen geklärt.
Die Adolf-Hitler-Spende der deut- ch e n Wirtschaft ist eine zwischen den Beauftragten der deutschen Wirtschaft und der Reichs» leitung der NSDAP, vereinbarte Spendeaktion, dis ausschließlich von der Wirtschaft getragen wird. Sie bat den Zweck, der Partei und ihren verschiedenen Organisationen zu ermöglichen, die national- politischen Aufgaben im neuen Deutschland zu erfüllen. Dadurch wird die Wirtschaft gleichzeitig vor jeder Ueberdeanspruchung be. wahrt.
Die Hitler-Freiplatz-Spende hat eins ganz andere Bedeutung. Sie wurde ins Leben gerufen, um "den alten Kämpfern der Bewegung, dis in den langen Jahren des Kampfes größten Entbehrungen ausgesetzt waren, heute eine Gelegenheit zur Erholung und Wiederaufrichtung ihrer ge- undheitlichen Lebensbedingungen zu geben. Man muß dabei bedenken, daß diese Menschen in den Kampfjahren nicht allein die ungeheure Erregung und die ewige Anspannung der Kampfbereitschaft getragen haben. Sie waren durch den Terror, durch die Verfolgung, durch die Aechtuna von feiten der Menschen ringsum aus ihren Arbeitsstätten vertrieben und hatten dann noch nicht einmal die armseligen Unterstützungsgroschen zum Leben, da sie auch Diese kleinen Beträge noch in fanatischem Opfergeist der Bewegung und ihren Kampfzielen zur Verfügung stellten. Als die Hitler-Freiplatz- Spende ins Leben gerufen wurde, ist diese Aktion der Dankbezeugung gegenüber den alten Kämpfern von einem großen Teil des deutschen Volkes freudig aufgenommen worden. Leider gibt es aber auch noch Menschen, die die heilige Santes- pflicht, die hier vorlieat, nicht erkannt haben. Gerade in der NSDAP, und ihren Gliederungen, in denen heute Millionen marschieren, die diese großen und schweren Opfer der Kampfzeit nicht mittrugen, muß es heute z u einer Seligen Pflicht werden, den alten Kämp« ern gegenüber helfende Kamerad- djaft zu üben und ihnen die Gelegenheit zu bieten, die in den vergangenen Kampfjahren zu Schaden gekommene Gesundheit wieder neu aufzubauen. Es ergeht deshalb der Ruf an alls Partei- und Volksgenossen in bet NSDAP, und ihren Gliederung en: Beweist eure Verbundenheit und Treue zum Führet damit, daß ihr seine Sorge um die alten Kämpfet auf eure Schultern nehmt! Helft diesen Kameraden der Tat, wieder starke, leistungsfähige Aufbaukräfts im gewonnenen neuen Reich zu werden!
alle Frontkämpfer Umfassenden S ö kd ck k e n d u n d zur Verfügung halten. Der ehemalige Landes- sührer des Stahlhelms sandte an den Gauleiter der Auslandsorganisation der NSDAP., Bohle, ein Telegramm, in dem er den Austritt mitteilt und bittet, dem Führer zu melden, daß alle Mitglieder erneutes Treuebekenntnis zum'Füh- r e r ablegen und sich für den neu zu gründenden Soldatenbund zur Verfügung halten. Der Entschluß der Stahlhelm-Mitglieder machte bei der Deutschen Kolonie tiefen Eindruck; er beweist, daß die auslanddeutschen Frontkämpfer nach Mackensens Beispiel in der Pflichterfüllung gegenüber den Sortierungen nach Einheit und Geschlossenheit des deutschen Volkes den deutschen Kameraden in der Heimat nicht nachstehen.
Drei Giahlhelm-Landes- verbände aufgelöst.
Berlin, 8. Aug. (DNB.) Wie das Geheime Staatspolizeiamt mitteilt, sind die Landesverbände Berlin-Brandenburg, Pommern und Ostmark des NSDFB. (Stahlhelm) einschließlich aller Untergliederungen auf Grund des § 1 der Verordnung zum Schutze von Volk
Der Pater I f i d o r, mit dem bürgerlichen Namen Peter Hart, aus dem Franziskanerkloster Waldbreitbach, seinerzeit unrühmlich bekannt geworden durch einen Devisenschieberprozeß, wurde verhaftet, weil er als Leiter einer Irrenanstalt an Schwachsinnige den Auf - trag erteilte, in ber Dunkelheit die Plakate der Gauleitung gegen den politischen Katholi- zismus abzureißen. Er hatte diesen Schwach- innigen weiter einen Eimer Schusterschwärze mit» gegeben, um die Plakate gegebenenfalls zu übertreten und unkenntlich zu machen, alls ihre Entfernung nicht möglich sein sollte.


