Ausgabe 
9.4.1935
 
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drei Schlachtschiffen von 22 500 Tonnen. Die letz­ten sechs Fahrzeuge seien modernisiert wor- den oder ihre Modernisierung stehe bevor. Abge- sehen davon würden noch drei ältere 18000- Tonnen-Schiffe derDanton-Klasse in Reserve ge­halten.

Verstärkung

der japanischen Lustverteidigung.

T o k i o, 8. April (DNB.) Die japanische Heeres­verwaltung hat die Absicht, sofort einen Vier- jahresplan zur Verstärkung der Luftverteidi­gung aufzustellen. Der Plan sieht die Errichtung zahlreicher Fliegerschulen sowie d i e Aufstellung neuer Luftfahrtregi^ m e n t e r und Luftverteidigungskorps vor. Ganz Japan soll in drei Luftverteidigungs­abschnitte eingeteilt werden, die ihre Befehlsmittel- punkte in Tokio, Osaka und auf der japanischen Südinsel Kiufchiu haben werden. Zu dem letzt­genannten Abschnitt werden auch die Hafenstädte Modschi und Schimonoseki gehören, die sich an strategisch äußerst wichtiger Stelle, nämlich an der Meerenge, die die Hauptinsel von der Insel Kiuschtu trennt, gegenüberliegen. Mit der Aufstellung von fünf neuen Flugabwehrabteilungen soll sofort be­gonnen werden.

Reservistenübungen in Oesterreich.

Wien, 6. April. (DNB.) Amtlich wird mitgeteilt: Das Bundesministerium für Landesverteidigung hat, wiederholt geäußerten Wünschen entgegenkommend, verfügt, daß Bundesangehörige, die in der bewaffneten Macht der österreichisch-ungarischen Monarchie im Berufsstand oder nicht berufsmäßig gedient haben und keine höhere Charge als die eines Hauptmanns innehatten, in der Heit vom 15. Mai bis 15. September 1935 zur Teilnahme an Truppenübungen des Bundesheeresherangezogen werden kön­nen. Die Teilnahme erfolgt ausschließlich a u f eigenes Ansuchen und auf eigene K o - st e n in Zeitabschnitten von vier Wochen. Die Mit­nahme eines Reitpferdes, Kraftrades oder Kraft­wagens auf eigene Kosten ist gestattet.

Der neue Erzieher.

Reichsminister Rust eröffnet die national­politischen Lehrgänge in Godesberg.

Godesberg, 7. April. (DNB.) In Bad Go­desberg wurden die nationalpolitischen Lehrgänge für Bezirksleiter, Lehrgangsleiter und Heimafsesso- ren, die vom Ob er Präsidenten der Rheiprovinz, Ab­teilung Höheres Schulwesen, in Verbindung mit dem Institut für Geschichte und Landeskunde der Rheinlande an der Universität Bonn durchgeführt werden, durch den Reichserziehungsminister R u st eröffnet. Der Minister betonte, er wolle nicht mehr den Typ des Philologen der Vergangenheit, viel­mehr solle vom nächsten Jahre an der Philologe zuerst die Hochschule für Lehrerbil­dung besuchen. Hier solle er sich überprüfen, ob er zum Lehrer und Erzieher berufen ist. Der Lehrertyp müsse eine Wandlung durchmachen. Das L a n d j a h r solle dazu dienen, daß das in unserem Volk in der Zeit des Marxismus verlorengegangene Gemeinschaftsgefühl wieder geweckt werde. Durch Wanderungen, die der Lehrer mit feinen Jungen unternimmt, sollen diese die Liebe zur deutschen Landschaft finden. Der Lehrer der Ver­gangenheit müsse ein für allemal im Gedächtnis der Jugend ausgelöscht sein. An seine Stelle gehöre der nationalsozialistische Erzieher, der der Jugend Führer und Kamerad sein müsse.

Humboldt-Gedenkfeier der Berliner Universität.

Anläßlich des 100. Todestages Wilhelm von Humboldts, des geistigen Schöpfers der Ber­liner Friedrich-Wilhelm-Universität, fand in der Aula der Universität in Gegenwart des Reichs­erziehungsministers Rust eine Feier statt, auf der Reichsminister Rust eine Ansprache hielt. In der kurzen Zeit, in der Humboldt als der verantwort­liche Leiter für Kultus und Unterricht in Preußen tätig war, habe er das Größte und Bleibendste während seines ßanzen schöpferischen Lebens ge­schaffen: die Berliner Universität. Was einst Hum­boldt aus rationalem Nützlichkeitsdenken erlöste, das wollen wir nicht verstoßen-, was er einst organisch zusammenfügte von der Plattform seiner Weltan­schauung, nämlich die Lehre und Forschung, wollen wir nicht auseinanderreihen I (Lebhafter Bestall.) Die Vorstellung von der Einheit der Wissenschaft wissen wir geborgen im völkischen Denken. Ich be­tonte die absolute Notwendigkeit der Zusam­mengehörigkeit der alten und der jun­gen Forscher (Beifall.) Das ist meine persön­liche innere Ueberzeugung: Nur das Wissen wird uns gehören, das wir uns durch eigenes For­schen erwerben. Ich möchte gerade die deutschen Erzieher ängstlich hüten vor jener Bildung, die nicht aus den letzten Quellen sich ableitet. (Erneuter Beifall.)

Anschließend hielt Professor B a e u m l e r die F e st r e d e, in der er ein abgerundetes Lebens­bild Humboldts gab. *

Der Staatskommissar von Berlin Dr. Lippert hat am Grabe Humboldts im Schloßgarten von Tegel einen Kranz niedergelegt. Für die Familie legten u. a. Exzellenz von Humboldt, das Oberhaupt des Hauses von Humboldt, sowie Ge­heimrat von Heinz, der heutige Besitzer des Tegeler Schlößchens, und im Auftrage des Deutsch- Jbero-Amerikanischen Institutes General von F a u p e l Kränze nieder.

Kunst und Wissenschaft.

Der Geiger Franz von vecsey f.

Der berühmte ungarische Geiger Franz von Vecsey ist in Rom im Alter von 41 Jahren nach einer Operation an Herzschwäche gestor - den. Vecsey war 1893 in Budapest geboren und ist bereits, ein Wunderknabe, mit 10 Jahren in Berlin öffentlich aufgetreten. Zahlreiche Konzert­reisen .machten ihn später in der ganzen Welt be­kannt.' Franz v. Vecsey ist auch als Komponist für Violinstücke hervorgetreten.

Oie neue Geschästsverteilung der hessischen Landesregierung

LPD. Frankfurt a. M., 8. April. Durch Verwaltungsverordnuna des Herrn Reichsstatthal­ters in Hessen Landesregierung vom 25. März 1935 wird u. a. bestimmt:

§ 1: Mit Wirkung vom 1. März 1935 führt die Hessische Regierung Die BezeichnungDer Reichs­statthalter in Hessen Landesregie­rung". Die bisherigen Bezeichnungen:Der Hes­sische Staatsminister",Das Personalamt des Hes­sischen Staatsministers" und die Ministertalabtei­lungen la bis le, II, III und IV fallen weg.

§ 2: Die Landesregierung gliedert sich im Wege innerer Geschästseinteilung in folgende Ver­waltungsabteilungen:

Abteilung PA. Personal-, Perfonaletats- und Besoldungsangelegenheiten mit Unterstelluna der Hauptregistratur und Hauptkanzlei, Hauptpoststelle, staatliches Turn- und Sportamt.

Abteilung la Polizei

Abteilung Ib Innere Verwaltung

Abteilung Id Finanzverwaltung einschl. Forst- und Bauverwaltung

Abteilung le Landwirtschaft

Abteilung II Bildungswesen, Kultus, Kunst und Volkstum

Abteilung III Arbeit und Wirtschaft

Abteilung IV Vertretung Hessens beim Reich.

§ 3: Die Geschäfte der in § 2 bezeichneten Ab­teilungen werden von Abteilungsleitern geführt. Als Abteilungsleiter gelten die Geschäfts­leiter der seitherigen entsprechenden Ministerial- abteilungen sowie der Leiter des seitherigen Perso­nalamts des Staatsministers. Sie find gemäß der überlieferten Hebung in demselben Umfang zeichnungsberechtigt wie seither, es sei denn, daß ich allgemein oder im Einzelfall Gegenteiliges anordne.

§ 4: Politisch wichtige Verfügungen sowie solche von sonst grundsätzlicher Be­deutung werden von mir unterzeichnet. Dasselbe gilt grundsätzlich für den gesamten Schriftwechsel mit der Reichsregie­rung und deren Mitgliedern sowie mit Landes­regierungen und deren Mitgliedern. Näheres hierüber bestimmen die Ausführungsvorschriften.

$ür eine Zusammenfassung der deutschen Goldatenverbände.

Hagre uff), 8. April. (DNB.) In drei Rie - s e n k u n d g e b u n g e n , die am 6. und 7. April in Hof, Bayreuth und Bamberg statt­fanden, kam spontan der einmütige Wunsch aller Frontsoldaten zum Durch­bruch, an Stelle der zahllosen Krieger- und Militär- vereme am Geburtstage des Führers einen einzigen deutschen Soldaten­bund unter nationalsozialistischer Führung zu erhalten. In unerschütterlicher Treue ständen bereits alle deutschen Kriegs­opfer geschlossen unter der Führung des Pg. Oberlindober hinter dem unbekannten Sol­daten des Weltkrieges, dem Volkskanzler Adolf Hitler. So wie ehemals in nahezu 20 Organisa­tionen zersplitterter Kriegsopferorganisationen, die sich gegenseitig bekämpften, zu einem großen Ver­band nach dem großen Tag von Potsdam im Jahre 1933 zusammengeführt werden konnten, so hoffe man auch, ein großes Einigungswerk aller Front- 'soldatenorganifationen zur Tatsache werden zu las­sen. Für Uneinigkeit und Zerrissenheit gebe es im Dritten Reich keinen Raum mehr. Für die Riesen­kundgebungen hatte die Gauleitung Bayerische Ost­mark eine Reihe von führenden Mit­gliedern der NSDAP, als Redner ge­wonnen.

Große Bauprojekte in der Stadt des Reichsparieitages.

Nürnberg, 8. April. (DNB.) Unter dem Vorsitz des Reichsministers K e r r l, der vom Füh­rer zur Leitung des ZweckverbandesReichspar­teitag Nürnberg berufen ist, fand die erste Sitzung dieser Körperschaft statt. Zunächst wird sofort mit folgenden Arbeiten begonnen, die bis zum Reichs­parteitag 1935 fertigeftellt fein sollen:

In der Luitpoldarena sollen die Tribünen­anlagen mit entsprechenden Unterführungen zu einem einheitlichen geschlossenen Bild zusammenge­zogen und die Holztribünen durch massive Erd- und Steintribünen ersetzt werden. Das jetzt im Luitpoldhain noch stehende Straßenbahndepot wird abgebrochen und an anderer Stelle neu er­richtet. Die Zeppelinwiese wird unter Hin­zunahme der Geländeteile erweitert, auf denen noch Spielplätze untergebracht sind, es werden auch hier an Stelle der bisherigen Holztribünen massive Erd- unb Steintribünen errichtet, wobei die Hauvt- tribüne in monumentaler Ausgestaltung auf die Ostseite verlegt wird. Zu dem Sofortprogramm gehört neben verschiedenen Straßenbauten und Massenlagern vor allem auch die Errichtung einer im breiten Straßenzug gehaltenen Unterfüh­rung des Bahnkörpers südlich des Dutzendteichbahnhofes in der Richtung Stadion Regensburger Straße und Lüftungs-' und Luft­kühlungseinrichtungen in der Festhalle.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer und Reichskanzler hat dem Lordsiegelbewahrer Eden seine aufrichtige Anteilnahme an dessen Erkrankung ausgesprochen und seine besten Wünsche für baldige Wiederher­stellung übermittelt.

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Der Führer und Reichskanzler hat die Schirmherrschaft über die Deutsche Gesell­schaft zur Rettung Schiffbrüchiger übernommen und gleichzeitig der Gesellschaft seine An erkennung für ihre bisherige Arbeit und seine besten Wünsche für weitere Erfolge in ihrem Rettungswerk ausgesprochen.

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Der Führer und Reichskanzler hat den Reichsminister Hanns K e r r l zum Leiter der Re i ch s st e l l e zur Regelung des ßanbbebarfs der öffentlichen Hand ernannt.

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In der Verwaltungsratssitzung der BIZ. wurde mitgeteilt, baß der Beigeordneten - Generaldirektor Hülle von feinem Amt, das er fünf Jahre lang bekleidet hat, zurücktreten wird, um in das Reichsbankdirektorium einzutreten. Der Verwaltungs­rat beschloß, den Posten des Beigeordneten-General- direktors dem Reichsbankdirektor Paul Hechler zu übertragen, der am 1. Mai i>. I. nach Bafel über­siedeln wird.

In der Aula der Berliner Universität wurde das SA.-Seminar für SA.-Führer und weltanschauliche Ausbildungsreferenten durch den Gruppenführer der SA. Berlin-Brandenburg, Obergruppenführer von Iagow, feierlich eröffnet. Mit einer Ehrung der Toten der Bewegung und einem Vorbeimarsch der Feldzeichen und des Ehrensturmes vor dem Ober­gruppenführer schloß die Feier.

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Der Präsident des Freistaates Irland D e V a - l e r a bat die Einladung zur Teilnahme an der Feier des Reaierungsjubtläums Georg V. abgelehnt. De Valera hat den britischen Mini­

sterpräsidenten dahingehend unterrichtet, daß ihm eine Teilnahme unter den bestehenden Umständen nicht möglich sei. Der irische Ober­kommissar in London, Dulanty, wird im Auf­trage des Freistaates an den Feierlichkeiten teil­nehmen.

Der Negerführer Marcus G a r v e y ist von 3a- meioa nach England abgefahren, wo er das Hauptquartier seinerOrganisation der farbigen Völker" zu errichten gedenkt. Er beabsichtigt, als Arbeiterkandidat für das britische Unterhaus aufzutreten, und zwar entweder in Kensington ober Battersea (beides Stadtteile von London).

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Zwischen Polen und der englischen Schiffs­werft Samuel White, Cowes, wurde ein Vertrag über den Bau zweier Torpedoboots- Zerstörer unterzeichnet. Die Torpedobootszer­störer werden eine Wasserverdrängung von je 2000 Tonnen haben, 114 Meter lang und 11 Meter breit sein.

Sie Strafanträge im Berliner Rundfunk-Prozeß.

Berlin, 8. April. (DNB.) In der 70. Sitzung des Rundfunk-Prozesses am Montag, stellte Ober­staatsanwalt Reimer folgende Strafanträge:

Gegen den früheren Reichsrundfunk-Kommissar Staatssekretär a. D. Bredow wegen fortgesetzter Untreue, fortgesetzter handelsrechtlicher Untreue und Beihilfe zum Parteiverrat IV2 Jahre Gefäng­nis und 30 000 Mark Geldstrafe. Die er­littene Untersuchungshaft von einem Jahr drei Mo­naten soll dem Angeklagten angerechnet werden.

Gegen den früheren Direktor der Reichsrundfunk- Gesellschaft Dr. Magnus wegen fortgesetzter Un­treue und handelsrechtlicher Untreue drei Jahre fünf Monate Gefängnis und 15000Mk. Geldstrafe. Die Untersuchungshaft von einem Jahr und fünf Monaten soll angerechnet werden.

Gegen den früheren Berliner Rundfunkintendan- ten Dr. Flesch wegen fortgesetzter handelsrecht­licher Untreue und Beihilfe zum Parteiverrat 2V2 Jahre Gefängnis (unter Anrechnung von 11 Monaten Untersuchungshaft) und 6000 Mark Geldstrafe.

Gegen Dr. Jäger-Leipzig wegen fortgesetzter handelsrechtlicher Untreue und Anstiftung zur Un­treue ein Jahr drei Monate Gefängnis und 6000 Mark Geldstrafe.

Gegen Dr. Kohl- Leipzig wegen fortgesetzter handelsrechtlicher Untreue und Beihilfe zur Untreue zehn Monate Gefängnis und 5000 Mark Geldstrafe; gegen Paul Korte-Köln acht Mo­nate Gefängnis und 3000 Mark Geldstrafe; gegen Emil Z 0 rek - Breslau 8 0 0 0 Mark Geldstrafe; gegen Dr. Hans Otto- Leipzig 2000 Mark Geldstrafe.

Der Oberstaatsanwalt erklärte u. a.: Wie groß auch die Verdienste der Angeklagten Bredow und Magnus bei Ausgestaltung Der Organisation des Rundfunks gewesen sein mögen, eine Aufrech­nung dieser Verdienste mit den Handlungen, die sie auf die Anklagebank gebracht haben, fei im Strafverfahren unzulässig. Besonders strafverschär­

fend kommt bei diesen beiden Angeklagten die Tat­sache in Betracht, daß sie die Hauptverant­wortlichen dafür gewesen seien, daß die Kor­ruption im Rundfunk ein solches Ausmaß an­nehmen konnte. Bredow sei allerdings einer der wenigen, bei denen die Hauptverhandlung in keinem einzigen Falle ergeben habe, daß er sich felbft auf Kosten des Rundfunks bereichert hätte. Ob man diese Tatsache aber als besonderes Verdienst buchen könne, erscheine zweifelhaft, wenn man sich vor Augen halte, daß Bredow ein Gesamteinkommen von mindestens 160 000 Mark jährlich hatte und damit einer der höchst verdienenden Männer Deutsch­lands war. Bei einer Persönlichkeit wie Bredow, bei dem das Wortverdienen" durchaus groß ge­schrieben wurde, sei es psychologisch erklärlich, daß er der Geldgier seiner Umgebung keinen Widerstand entgegensetzte. Bei ihm sei der Treuebruch als solcher der allerschwerste, da er als Rundfunkkommissar des Reichspoftministers eingesetzt war und ihm in dieser Eigenschaft die nachdrückliche Verpflichtung auf erlegt war, die Belange der Reichspost bei der Reichsrund­funkgesellschaft nachdrücklichst zu vertreten.

Magnus habe unter Außerachtlassung der Inter­essen der Reichspost und der Öffentlichkeit bewußt die Interessen der Privataktionäre einseitig vertre­ten und die Methoden der Bereicherung auch für «sich selbst angewandt, obwohl sein Einkommen aus den Jahren 1927 bis 1932 die enorme Höhe von 515 060 Mark erreichte. Im Falte Flesch habe die Menschenkenntnis des Angeklagten Bredow voll­ständig Schiffbruch erlitten. Er hätte wissen müssen, daß er es bei Flesch mit einer Persönlichkeit zu tun hatte, die die besten Anlagen zum Hoch­stapler besaß. Diese üblen Anlagen habe Bredow noch dadurch gefördert, daß er ihm jagte, in Berlin müsse man bei allen Vergnügungen die Frackschöße des Rundfunkintendanten sehen. So habe Flesch die ihm angeborene Vergnügungssucht geradezu als Beruf aufgefaßt.

Aus aller Welt.

Starke Steigerung der Neuzulassungen von Kraftfahrzeugen.

Im März setzte die Kraftfahrzeugfaison mit einem ft arten An schwellen derZulas- sungszifsern ein. Im ganzen wurden im Reich 29 683 Kraftfahrzeuge, 69 v. H. mehr als im Vormonat, neu zugelassen. Mehr als verdreifacht hat sich dabei die Zahl der Kraftrad Zulassungen (10 435), während an P er- sonenkraftwagen (15 818) gegenüber dem Vormonat ein Drittel mehr in den Verkehr gelangte. An Lastkraftwagen und Kraft­omnibussen wurden 2168 (plus 11 v. H.), an Dreirad fahrzeugen 873 (plus 44 0. H.), an Zugmaschinen 389 (plus 43 v.H.) erstmalig zugelassen. Im Vergleich zum Mürz des Vorjah­res lag die Gesamtzahl der Neuzulassungen ebenfalls um 6 9 0. H. höher, wobei die stärkste Steigerung hier auf die Personenwagen entfiel.

Ein Leistungsjubiläum bei Mercedes-Benz.

Am 6. April 1935 beging die Gefolgschaft des Werkes Gaggenau der Daimler-Benz AG. feierlich die Fertigstellung des 10 OOOften Diesel-Nutzkraft­wagens. In einer der mächtigen Werkshallen fanden sich Arbeiter und Angestellte mit zahlreichen Gästen vor dem festlich bekränztenDiesel-Täufling" zu­sammen. In den Ansprachen des Betriebsführers Direktor von Jungenfeld, des Bezirkswalters der Deutschen Arbeitsfront Fritz P l a 11 n e r und des Vorstandsmitgliedes der Daimler-Benz AG., Direktor Dr. Kissel, kam zum Ausdruck, mit wel­cher Hingabe hier an der großen Aufgabe gearbeitet wird: Bestes zu leisten für das Werk und für Deutschland. Der Diesel-Motor, wie der auf die Er­findung von Daimler und Benz zurückgehende mo­derne Fahrzeugmotor überhaupt, ist eine der be­deutsamsten Beiträge deutschen Geistes zur Entwick­lung der Menschheit. Seine wirtschaftliche Bedeu­tung ist außerordentlich, da der mit Rohöl betrie­bene Dieselmotor gegenüber dem Vergasermotor bei unbedingter Zuverlässigkeit und mindestens gleicher Einfachheit der Bedienung eine Kostenersparnis von 70 bis 80 v. H. bringt! Da Deutschland dringendes Interesse daran hat, seine Treibstoffeinfuhr einzu­schränken, ist die Durchsetzung des Dieselmotors auch von hoher volkswirtschaftlicher Bedeutung.

KreuzerKarlsruhe"

in Mexiko mit großer Sympathie empfangen.

Der mexikanische Staatspräsident Cardenas empfing den Kommandanten des Kreuzers Karlsruhe", der im Hafen von Mexiko-Stadt vor Anker liegt. Anschließend gab der deutsche Gesandte ein Frühstück. An dem Essen nahm auch der Chef des Vundesdistrikts teil, der in feiner Tischrede die herzlichste Sympathie Mexikos für das deutsche Volk zum Ausdruck brachte. Der

Deutsche FußballklubGermania" hatte zu Ehren der deutschen Gäste ein Freundschaftsspiel mit der Fußballmannschaft des KreuzersKarlsruhe" ver­anstaltet, das mit einem Siege der Deutschameri­kaner von 2:1 ausging. Die Besatzung der Karlsruhe", die in deutschen Bürgerquartieren untergebracht war, hat den.denkbar besten Eindruck hinterlassen. Die mexikanische Presse berichtet darüber begeistert.

Treffen

der Inhaber des Goldenen Militärverdienstkreuzes.

Die Bezirksführer der Kameradschaft der In­haber des Preußischen Goldenen Militärverdienst­kreuzes waren in Potsdam zu einer Tagung zusammengekommen. Im Konzerthaus konnte der Reichsführer Major Ramcke eine große Zahl von Ehrengästen begrüßen, u. a. Regierungspräsident Dr. Fromm, Oberbürgermeister Friedrichs, Oberst Busch als Vertreter des Standortältesten, Oberst­leutnant von Falkowski von der Landespolizei, fer­ner Exzellenz von Gronau, General Thaisjen und Major Soldau für die Ritterschaft Pour le nterite. Oberbürgermeister Friedrichs bezeichnete die Anhaber der hohen Kriegsauszeichnung als die Männer des Ordens der Tapferkeit. Exzellenz von Gronau übermittelte die Güße der Ritter­schaft des Ordens Pour le nterite, Oberst Busch wies auf die Erziehung der jungen Soldaten zur Achtung vor den alten Frontkameraden hin und Regierungspräsident Dr. Fromm bezeichnete die Inhaber des Goldenen Militärverdienstkreuzes als die Tapfersten der Tapferen. Nach der Mittei­lung, daß der Präsident des Reichstreuebundes Oberpräsident und Gauleiter Schwede die Ehrenkameradschaft angenommen habe, wurde der FilmSo war der Krieg" vorgeführt. Am Sonn- tagvormittag fand eine Führung durch die Ställe der Landespolizei, die Besichtigung des Schlosses Sanssouci und Kranzniederlegung an der Gruft Friedrich des Großen statt.

Preis des Reichswehrministers

zur Mellhundeausstellung in Frankfurt a. 2IL

Das deutsche Rassehundewesen ist mit dem Reichs­heer eng verbunden, das frühere deutsche Kartell für Hundeweten (DKH.), das im Reichs verband für das Deutsche Hundewesen (RDH.) aufgegangen ist, hatte im Weltkriege gegen 30 000 Hunde, die in der Hauptsache als Meldehunde ausgebildet worden waren, Zur Verfügung gestellt. Diese vaterländische Tat wird im Reichswehrministerium nicht vergessen, mancher, der sich Verdienste um das Heereshunde- wesen erworben hat, ist im Besitze der großen Plakette des einstigen Kriegsministeriums. So hat auch der Reichswehrminister neben dem Reichs- Minister des Innern einen Preis für die Welt- Hundeausstellung zur Verfügung gestellt. Dieser Preis fällt an die beste Zuchtgruppe der

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