185. Jahrgang
Eichener Anzeiger
LnglischeWimsche für eine Mstungsvereinbarung
Der
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Gauleiter Bürckel spricht heute im Rundfunk. Saarbevollmächtigte des Reichs
zöfischen Plan verhalten werde. Nach einem Hinweis auf Mitteilungen der Botschafter Italiens und Frankreichs in Berlin und auf die Unterhaltung zwischen Mussolini und Laval und dem deutschen Botschafter in Rom gelegentlich des großen Empfanges im Palazzo Venezia geht Gayda auf das Äbrüftungspro- b l e m ein, bei dessen Behandlung die Zusammenarbeit Deutschlands mit Genf ih die Brüche gegangen sei, und betont nochmals, daß die italienische Denkschrift vom Januar v. I. auch heute vollkommen aktuell sei. Italien habe damals eine
rung an der Saar.
Ein Papierwarenqeschäft, wie es unzählige in Saarbrücken, im ganzen Saargebiet gibt. Sein Schaufenster fällt freilich nicht auf. Aber innen ist voll von Hakenkreuzfahnen, voll von schwarz-weißroten Fahnen, voll von Fackeln und Lampions, die alle die Hoheitszeichen des nationalsozialistischen Deutschland tragen. Es ist verboten, Fahnen 'n den Schaufenstern anzupreisen. Aber man hat nicht bindern können, daß der Strom der Käufer in diesen Geschäften den ganzen Tag über nicht ab reißen will. Die deutsche Bevölkerung an der Saar rüstet für die Siegesfeier nach dem 13. Januar. Des Abends flammen schon seit der Vorweihnachtszeit in den Hauptstraßen Saarbrückens tausende und abertausende von Glühlampen, zu langen Ketten vereint, hell auf, und die Brücken über die Saar sind leuchtende, weit sich spannende Bögen über den Fluß, der so deutsch bleiben soll, wie er immer war. r
lieber das, was sie am 13. Januar zu tun hat und tun wird, verliert die deutsche Bevölkerung nicht mehr viele Worte. Sie bat seit dem Tage, da sie in stummer Erbitterung die Regierung fremdländischer Menschen hinnahm, geduldig, in bewunderungswürdiger Zucht um der Sache willen, gewußt,' daß dieser Spuk fünfzehn Jahre dauern werde, keinen Tag länger. Run ist dies-r Tag gekommen. Die deutsche Bevölkerung tut ihre Pflicht. Die öffentliche Meinung der Welt, die an der Wucht dieser Tatsache vielleicht noch den einen oder anderen Zweifel hegte, hat sich am letzten Sonntag vor der Abstimmung davon überzeugen lassen müssen. In wenigen Tggen stand, wie aus dem Boden gestampft, das Heer der Saardeutschen, 350 000 Menschen auf d e m Wackenberg bei Saarbrücken. Die Sonderzüge hatten die Massen gar nicht heranschaffen können, und alle, die doch kommen konnten, fanden nicht Blaß. Der Wind trieb den ersten Schnee dieses Winters über den Blaß und hüllte die Berge in einen dichten grauen Schleier. Von den Kleidern troff das Wasser. Aber die Deutsche Front stand. Daß sie stand, daß sie an diesem Tage stand, mochte sein, was da wollte, das war das eindringlichste Zeugnis sur die Echtheit und die innere Kraft dieser Menschen. Monatelang war die Kundgebung der separatistischen „Einheitsfront", die dann am Nachmittage auf dem Kieselhumes vor sich ging, vorbereitet gewesen. Es ist bekannt, wie stark hier die Beteiligung war.
In Hunderten und aber Hunderten Deutschen Feierstunden, auf Vaterländischen Abenden, bet turnerischen Veranstaltungen ist im Laufe der letz- ten Wochen die ganze Bevölkerung des Saargebiets zur Deutschen Front gekommen. Sie hatte nicht nötig gehabt, auch noch auf diese Weise zu zeigen, wie sie denkt und wie sie fühlt, so wenig wie sie am 6. Januar noch hätte zu marschieren brauchen. Aber da sie herausgefordert wurde, marschierte sie. Jede Gelegenheit, zu beweisen, was sie wollen, haben die Hunderttausende restlos erschöpft. Jyk politischer Instinkt ist in den vergangenen fünfzehn Jahren aufs äußerste geschärft worden.
Auf dem Quartiernachweis der Deutschen ^rom meldete sich ein Mann aus dem Reich. Mit feiner
Der römische Konsultativpakt der Ausgangspunkt sranzösischerVerhandlungenmlondonund Vertin
von Deutschland angenommene Verstands- gungsformel vorgeschlagen, die die deutschen Ansprüche und die Notwendigkeit einer Abstufung des Abbaues der in den anderen Ländern vorhandenen Rüstungen in Rechnung gestellt habe. „Lavoro Faczista" schreibt, Deutschland werde nicht außerhalb der mit der italienisch-französischen Verständigung geschaffenen neuen Lage bleiben können. Wenn es sich nicht den Möglichkeiten zum Frieden und Wiederaufbau verschließen wolle, deren Notwendigkeit von seinen verantwortlichen Führern wiederholt verkündet worden sei.
Zum Oe st erreich - und Donauproblem wird ausgeführt: „Die beiden Regierungen erklären ihre Uebereinstimmung, den meisten interessierten Staaten den Abschluß eines Ni ch t ° einmischungsvertrages in die gegenseitigen inneren Angelegenheiten und die gegenseitige Verpflichtung zu empfehlen, keine Aktion Hervorzurusen, noch zu begünstigen, die zum Zwecke hat, mit Gewalt die territoriale Unversehrtheit und das politische oder soziale Regime eines der Teilnehmerstaaten anzutasten. Der Vertrag, um den es sich handelt, soll zunächst zwischen Italien, Deutschland, Ungarn, der Tschechoslowakei, Südslawien und Oesterreich abgeschlossen werden, d. h. zwischen allen Nachb a r- staaten Oesterreichs und Oe st erreich selbst, und dem Beitritt Frankreichs Polens und Rumäniens offen fein, so daß er schließlich sich auf die Nachbarstaaten und Nachfolgestaaten sowie auf Oesterreich und Frankreich ausdehnen würde. Ferner kommen die italienische und französische Regierung in Erwägung der Notwendigkeit, die Unabhängigkeit und Unversehrtheit Oesterreichs aufrechtzuerhalten, schon jetzt überein, daß im Falle, wo diese Unabhängigkeit und Unversehrtheit bedroht wäre, die beiden Regierungen sich untereinander und mit Oesterreich über die zu treffenden Maßnahmen konsultieren. Diese Konsultation würde später von Italien und Frankreich auf die übrigen Staaten ausgedehnt, um ihre Mitwirkung sicher
werden. Der britische Vorschlag gehe darauf hinaus, daß Frankreich nach Erhalt weiterer Sicherheiten in Gestalt seiner Vereinbarung mit Italien und der vorgeschlagenen Garantie über Oesterreich nunmehr Deutschland ein g e - wisses Maß von Aufrüstung zugestehen sollte. Die französische Zustimmung wurde natürlich von der Unterzeichnung der Garantie durch Deutschland abhängig gemacht werden. Anderseits werde eingesehen, daß Deutschland dies nur tun werde, wenn es eine Gegen- lei st u n g in Form der Anerkennung seiner Aufrüstung erhalte. Somit bilden die . Vereinbarung von Rom und die britischen Rüstungsvorschlage, mit denen die Italiener in weitem Maße einverstanden seien, Teile eines Zusammensetzspieles, dessen einzelne Stücke richtig gelegt werden mußten, um die Lösung zustande zu bringen.
Heim zum Reich!
Aus den letzten Tagen des Abstimmungs- kampses.
Von unserem nach dem Saargebiet entsandten W.v.L.-Sonderberichterstatter.
Saarbrücken, 8.Jan.
Einsam knattert auf dem Gebäude der Eisenbahndirektion in Saarbrücken d i e blauweißschwarze Fahne. Der Präsident der Eisenbahn- direktion ist Herr Nicklaus, gegen den Rechtsanwalt Professor Dr. Grimm in einem grundlegenden Plädoyer vor dem Obersten Abstimmungsgericht die unwiderlegliche Anklage des Separatismus erhoben hat. Diese Fahne, die Fahne des Saargebiets, ist wahrscheinlich die einzige, die heute im Saargebiet aufgezogen ist. Das Volk an der Saar hat dieses Hoheitszeichen nie anerkannt. Es hat erst allein die schwarzweißroten Fahnen gehißt, jetzt zeigt es auch die Hakenkreuzfahne. Die englischen Truppen, die am 22. Dezember einmarschierten, am Tage, bevor das Flaggenverbot begann und die Deutsche Front, d. h. die ganze Saarbevölkerung, mit allen ihren Fahnen protestierte, haben von der ersten Stunde ihres Hierseins an erfahren: Dieses Land ist deutsch, es wird nie anders sein.
Wir fuhren nach N e u st a d t an der Haardt, dem Sitz des Saarbevollmächtigten des Führers, Gauleiter B ü r ck e l, durch das enge Tal der Queich, in dem sich von Kaiserslautern nach Neustadt die hohen, dichtbewaldeten Berge der Pfalz so eng in- einanderschieben, daß die Straße sich krümmt und windet, und der Zug durch unzählige große und kleine Tunnel fährt. Zwei Saarländer saßen mit mir im Wagen, und sie erzählten: Hier haben die Separatisten damals einen Gastwirt ermordet, totgeprügelt wie einen Hund. Hier, in diesem Bürgermeisteramt, haben wir achtundvierzig Stunden gefangen gesessen, als die Separatisten das Dors be* etzten, und sie haben uns alle Stunden ein paarmal mit Knüppeln geschlagen. Kaiserslautern: Hier stehen die Kasernen, in denen während der Be- saßungszeit die Schwarzen einquartiert waren. Kein Deutscher durfte damals hier vorüberfahren. Jedes Dorf, jeder markante Punkt der Straße ist hier voll von Erinnerungen, und keine dieser Erinnerungen erhebt das Herz. Viele von denen, die damals im wilden Wirbel der Separatistenzeit unter den Par- - teigängern von Heinz Orbis waren, sitzen heute im Saargebiet. Man kennt sie alle. Sie begegnen einem zuweilen auf der Straße, und ihre Gegner von einst zeigen dann mit den Fingern auf sie. Seit damals wuchs die Abscheu gegen den Separatismus grenzenlos in der deutschen Bevölke-
Lavals Meise aus Rom.
Eine amtliche Mitteilung über die römischen Protokolle.
Rom, 8.Jan. (DNB.) Der französische Außenminister Laval ist am Dienstagmittag nach P a - r i s a b g e r e i ft. Zu seiner Verabschiedung hatten sich u. a. Mussolini, Staatssekretär Suvich, der französische Botschafter und zahlreiche Behördenvertreter eingefunden. Vor dem Bahnhofsgebäude hatte sich eine große Menschenmenge versammelt, die Laval und Mussolini herzlich begrüßte.
lieber die von Laval und Mussolini unterzeichneten italienisch-französischen Vereinbarungen ist eine ausführliche amtliche Mitteilung ausgegeben worden. In der Einleitung wird gesagt: „Der italienische Regierungschef und der französische Außenminister haben einen Vertrag zwischen Italien und Frankreich zur Regelung ihrer Interessen in Afrika, ferner einige Protokolle über die Probleme, die die beiden Regierungen angehen, unterzeichnet, und haben schließlich ihre Uebereinstimmung in bestimmten Fragen festgestellt."
Die Inhaltsangaben betreffen sechs verschiedene Punkte, Oesterreich und das Donauproblem, Abmachungen über Libyen und Erythrea, Tunis-Konventionen, wirtschaftliche Interessen in den Kolonien, Rüstungsproblem und Schlußerklärung.
In der amtlichen Mitteilung heißt es zur R ü ft u n g s f r a g e wie folgt: Die. italienische Regierung und die französische Regierung nehmen Bezug auf die Gleichberechtigungserklärung vom 11. Dezember 1932 und stimmen in der Anerkenntnis überein, daß kein Land durch einseitige Aktionen die Rüstungen betreffende Verpflichtungen abändern kann und daß für den Fall, daß eine solche Eventualität eintreten sollte, sie sich konsultieren werden."
unter Hinweis auf die Entschließung vom Dezember 1932 Deutschland nicht unbeschränkt seine Aufrüstung forlset- z e n dürfe, ohne die llnterzeichner- mächte in Kenntnis zu sehen. Letztere würden sich dann bereitfinden, die Gleich- berechtigungDeutschlands auf dem Gebiete der Rüstung anzuerkennen, sobald sich Deutschland durch e i n i n - (emotionales Abkommen zur Ueber- nahme der Pflichten und Verpflichtungen der übrigen Rationen bekenne. In Rom glaube man, daß Laval auf dieser vernünftigen Grundlage in London verhandeln könnte, bevor er in den kommenden TRonaten nach Berlin reise.
Englische Kreise erwarten, daß Frankreichs Sicherheitsbedürfnis durch die Aufnahme der Sowjets in den Völkerbund, durch das neue französisch-italienische Abkommen, durch die Hoffnung auf eine Rückkehr Deutschlands nach Genf und die Hoffnung, daß Polen und Deutschland schließlich doch dem Ostpakt beitreten könnten, hinreichend befriedigt sein dürfte, so daß man auf der Grundlage der englischen oder der italienischen Abrüstungsdenkschrift die Abrüstungsverhandlungen wieder aufnehmen könnte. Andernfalls hielte England ein internationales Abkommen auf folgender Grundlage für möglich: 1. Kontrolle des Waffenhandels; 2. Schaffung eines ständigen Abrüstungsausschusses; 3. Kontrolle der Herstellung und Verwendung chemischer Erzeugnisse im Kriegsfälle; 4. Veröffentlichung der Heeres- und Flotten-Haushaltspläne sämtlicher Großmächte.
Den weg frei zur Verständigung Die Rede wird auf alle deutschen Sende übertragen.
Ein Mittionenaustrag für die Saarwirtsckast.
kanzlers, Gauleiter Bürckel, spricht am Mittwoch, um 20 Uhr, in einer öffentlichen Kundgebung in der Fruchthalle zu Kaiserslautern vor den Vertretern der in- und ausländischen Presse über das Thema: Am 13. Januar:
Paris, 9. Jan. (DNB. Funkspruch.) Auf Grund des am Dienstag in Rom veröffentlichten amtlichen Ueberblick über das Ergebnis der französisch-italienischen Verständigung gewinnen die Blätter den Eindruck, daß die erste im Rahmen der neu geschlossenen Freundschaft zu unternehmende Aktion der Abrüstungsfrage gelten werde. Der „Matin" meldet aus Rom, daß das französisch-italienische Abkommen darauf abziele, Deutschland wieder für d i e europäische Zusammenarbeit zu g ew innen. Deshalb habe man Berlin loyal über den Fortgang der Verhandlungen unterrichtet. Da die Abrüstungsfrage das Haupthindernis für die Mitarbeit Deutschlands sei, habe man sich über eine gemeinsame Haltung in dieser Frage ausgesprochen. Deshalb sei der Konsultativpakt auch auf die die Rüstung betreffenden Fragen ausgedehnt worden. Die unter Bezugnahme auf die Gleichberechtigungserklärung vom Dezember 1932 getroffenen Vereinbarungen wurden den Ausgangspunkt der Verhandlungen Flandins und Lavals in London bilden. Die französische Regierung werde in allen diesen Fragen einen vorher Zwischen Rom und Paris oereinbarten ©tanbpuntt vertreten.
Daß Laval aus feinet realistischen Einstellung heraus nicht für die strenge Einhaltung der Auffassung der strikt ablehnenden französischen Role vom 17. April sei, deutet „Oeuvre" an. In Rom glaube man, daß der französische Außenminister mit Mussolini eine Deutschland abzugebende Erklärung ins Auge gefaßt habe, wonach
zustellen.
Die Tunis-Konventionen sollen, soweit die Staatszugehörigkeit in Betracht kommt, praktisch bis 1965 verlängert werden. Die Grenze in S u d l Y b i e n wird derart verlegt, daß sie künftig von Summo in nordöstlicher Richtung b-s zum 24. Längengrad mit Schnittpunkt auf Breite 18 Grad 45 Minuten geführt wird. Das abgetretene Gebiet umfaßt schätzungsweise 114 000 Quadratkilometer^ Durch die G r e n z b e r l ch 11 g u n g zwischen Ervthrea und Franzosisch-Somali- l and erhält Italien gegenüber der Meerenge von Bab-el-Mandeb einen Küstenstrich Mischen der Elua und Daadato. Frankreich überlaßt Italien ferner die Insel Doumerah.
Heber die Schlußerklärung wird ausgeführt: „Der italienische Regierungschef und der französische Außenminister haben eine Erklärung a 11 g e m e i n e n E h a r a k t er s unterzeichnet, mit der aktenmähig festgestellt wird, daß die zwischen den beiden Ländern schweben- den Hauptfragen liquidiert sind und der Vorsatz der beiden Regierungen ausgespro- chen wird, die traditionelle 3* e u n schäft, die die beiden Rationen verbindet, zu entwickeln und in dem Geiste gegenseitigen Vertrauens an dem Merk des Tß \ c c r ' auf bau es z u f a m m e n z ua r b e i r e n. Außerdem wird darin festgelegt, daß die beiden Regierungen untereinander alle Ron« fultationen vornehmen werden, die Oie
Utnffänbe erfordern sollten.
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Der Direktor des halbamtlichen „Giornale d'Italia" geht besonders auf die Frage em, wie sich Deutschland zu dem italienisch-sran-
Plant Laval einen Besuch in Berlin?
Die Rüstungsfrage wieder in den Mittelpunkt der Erörterungen gerückt
London, 9. Jan. (DNB.-Funkspruch.) Groß- siegelbewahrer Eden hielt in Edinburgh eine Rede, in der er sagte, das französisch-italienische Abkommen stelle einen wichtigen Beitrag zu gefestigten Zuständen in Europa dar. Das „europäische Gleichgewicht" sei nicht mehr die Politik Großbritanniens. Unsere Außenpolitik gründet sich auf den Völkerbund und auf die Auf- re ch t e r h a l t u n g des Kollektiv - Frie- b e„Daily Telegraph" schreibt, der nächste Abschnitt der europäischen Verhandlungen, der mit den französisch - italienischen Vereinbarungen eröffnet worden ist, dürfte eine völlige Schwenkung Frankreichs in der Frage der deutschen Rüstungen offenbaren. Anscheinend sei die Regierung Flandin dazu bereit, wenn Deutschland seinerseits befriedigende politische Bürgschaften für die Aufrechterhaltung d e s Friedens gebe. Außerdem bleibe Frankreich dabei, daß ein gewisses Maß allgemeiner Kontrolle hergestellt werden müsse. Ferner bestehe es nachdrücklich darauf, daß Deutschland die geforderten Bürgschaften für ein Regime der Sicherheit geben solle. Auch solle es in den Völkerbund zu ruck kehr en. Großbritannien vertrete diese Ansichten nicht weniger entschieden. Aus diesem Grunde habe Simon Flandin und Laval vor ihrer Abreise nach Rom dringend aufgefordert, ihre Verhandlungen über die' Donaupakte mit Entschiedenheit zu betreiben. Da die französische Regierung anscheinend auch die Gefahren erkenne, die dadurch entstehen würden, wenn den Dingen weiterhin ihr Lauf gelassen würde, so sei während der nächsten Wochen mit höchst wichtigen Entwicklungen zu rechnen. Das englische Kabinett werde sich heute mit diesen Möglichkeiten befassen.
„Morning Post" schreibt, im Anschluß an die Vereinbarungen von Rom solle ein umfassender Versuch unternommen werden, der Entzweiung 0?uro= pas ein Ende zu machen. Vor allem werde danach gestrebt, Deutschland auf dem Wege über ein Abkommen über die Rüstungsbegrenzung nach Genf zurückzubringen. Dieser Gedanke sei von Simon bei seinem Aufenthalt in Paris vor Weihnachten geäußert worden und habe einen per Beratungsgegenstände zwischen Laval und Musio- lini gebildet.' Simon und Eden wurden nächste Woche in Gens eifrig b a f ü r e i n t r e t en. Bei dem Londoner Aufenthalt Flandins und Lavals werde dieser Gedanke von neuem erwogen
Nr. 7 Erstes Blatt 185. Jahrgang Mittwoch, Y.Jannar 1935
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Berlin, 8. Jan. (DNB.) Wie der „Angriff" meldet, wird das Saargebiet als wirtschaftlichen Empfangsgruß des Gaues Ma i n- Franken auf Anregung von Gauleiter Dr. H e l - muth einen Lieferungsauftrag über 7500 Tonnen Wasserleitungsrohre im Werte von einer Million Mark erhalten. Die Wasserleitungsrohre werden bei den Entwässerungsarbeiten in den Hochmooren der Rhön Verwendung finden. Auf diese Weise wird sowohl der Industrie des Saargebietes als auch den Notstandsgebieten der Rhön geholfen.


