Ausgabe 
8.11.1935
 
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den Geruch von Erde, kräftiger, fa saftiger Heimat­luft spüren wollt, dann besucht am kommenden Sonntag um 15 UhrHolzappel". Die Preise der Plätze sind niedrig, von 0,30 bis 1,50 RM., also für jeden erschwinglich. Wir haben dieses Stück aus- aefucht, weil es in seiner Volks- und Naturnähe, in seinem urwüchsigen Humor tatsächlich einzigartig vasteht.

Freitag, 8. November, 20.15 Uhr, hält Professor T e m e s v a r y in der kleinen Aula der Universi­tät seinen ersten Dortrag überVolkstümliche Musik der großen Mei st er". Es spielt das Schüttler-Quartett. Jedermann ist willkommen; der Eintritt ist frei.

Baltikum- und FreikorpSkämpfer!

Achlungt

Sämtliche noch nicht eingereichten Anträge Einsatz für Deutschland" müssen sofort an die unterzeichnete Abwicklungsstelle zurück- gesandt werden zwecks Weiterleitung nach Berlin. Alle Mitglieder, die ihre Ausweis- und Beitragskarten noch nicht ab* geliefert haben, senden diese umgehend eben­falls an die unterzeichnete Stelle ein, da von Berlin neue Lichtbildausweise ausgestellt werden.

Laut Mitteilung des Reichsbundführers Major a. D. Bischoff wird mit der Ausgabe der Urkunde und des damit verbundenen neuen Lichtbildausweises in etwa 14 Tagen begonnen werden.

Abwicklungsstelle: Gießen, Hammstr. 4, II.

Reichsfachschast Artistik und 9. November.

Der Leiter der Reichsfachschaft Artistik in der Reichstheaterkammer, Berlin, gibt folgende Anord­nung bekannt:

In Anerkennung der Gefallenen und Opfer um die Machtergreifung der NSDAP, ist der 9. No­vember in allen Betrieben würdig zu begehen.

In der offiziellen Gedenkstunde sind Betriebsver­sammlungen abzuhalen; der Vertrauensmann hat Die Belegschaft auf die Bedeutung des Tages hin­zuweisen.

Tanzunterhaltungen sind auch nach der offiziellen Polizeistunde verboten.

Musikalische und artistische Darbietungen sind dem Rahmen des Tages angepaßt durchzuführen."

Das Necht im Dritten Beich.

Unser gestriger Bericht unter dieser Ueberschrift über den Vortrag von Prof. Dr. Frölich im Jungjuristen-Schulungslager auf dem Gleiberg über das ThemaDie Gegenwartsbedeu­tung der deutschen Rechts ge schichte" ist leider durch einen technischen Vorgang im Schlußteil nicht vollständig wiedergegeben worden. An den letzten Absatz des gestrigen Berichtes ist zur Vervollständigung nachstehendes anzufügen:

Aus den angestellten Erörterungen aber ließen sich auch mehrere allgemeine Gesichtspunkte ableiten, die ebenfalls für die Aufgaben der Jetzt­zeit nicht unterschätzt werden dürften. Es fei da­bei einmal zu denken an das Problem derVolks- tümlichkeit des Rechtes, für das aus einer genaueren Untersuchung des Rezeptionsvorganges wichtige Maßstäbe zu entnehmen seien. Und weiter sei es die Verknüpfung zwischen Recht und Kultur überhaupt, auf die der Blick durch Ueber- legungen, wie sie hier gepflogen feien, gelenkt werde.

Der Vortragende zählte zum Schluß noch eine Reihe anderer, in den Tätigkeitsbereich der deut­schen rechtsgeschichtlichen Forschung gehörende Ge­genstände auf, die sich, wie etwa die Probleme Der deutsche Staatsgedanke der Vergangenheit", Führer und Gefolgschaft im deutschen Recht", Der Gedanke des gemeinen Nutzens im deutschen Recht",Die Stellung der Geschlechter zueinander, insbesondere im Rechte der Eheschließung",Die Grundgedanken der deutschen Erbrechtsentwicke­lung" usw. durchaus in die gleichen Gedanken- gänge einordnen ließen, wie die besprochenen Er­scheinungen. Das Gesagte werde aber schon ge­nügen, um darzutun, daß auch eine Betrachtung auf geschichtlicher Grundlage in lebensvolle Zusam­menhänge der Gegenwart hineinführen könne und daß bei dem Aufbau und Ausbau unseres neuen Rechtes ebenfalls die deutsche Rechtsgeschichte zu ihrem Teile beizutragen berufen sei.

Sparerbund Greben.

Man berichtet uns: In der am Dienstag im Hessischen Hof" veranstalteten Mitgliederversamm­lung erinnerte der Ortsgruppenführer H. Lorenz an die vor elf Jahren am 3. November 1924 erfolgte Gründung des Sparerbundes, Ortsgruppe Gießen. Er gab dann einen kurzen Ueberblick von der er­folgreichen Arbeit feit der Gründung bis heute und griff hierbei die Frage auf, was wohl aus dem Borkriegssparer geworden wäre, wenn nicht schon im Jnflationsjahr 1923 Männer wie Oberlandes­gerichtspräsident Dr. Best, Graf v. Posadow- sky, Oberschulrat B a u s e r, Justizrat Brink, Reichsgerichtsrat Dr. Z e i l e r und andere Mit­gründer der Sparerbewegung, damals Hypotheken­gläubiger- und Sparerschutzverband genannt, war­nend ihre Stimme erhoben hätten. Welche große Beachtung der Sparer im neuen Deutschland im Gegensatz zum Weimarer System erfahre, bewiesen beispielsweise am Nationalen Spartag am 30. Ok­tober die in jeder Zeitung vorhandenen Leitartikel und Aufrufe über die Notwendigkeit des Sparers am Aufbau der deutschen Wirtschaft. So wie in den Jahren 1923 bis 1933 die im Sparerbund organi­sierten Sparer geschloffen im Kampf gegen die marxistische Mißwirtschaft standen, so stünden heute dieselben Sparer einig hinter der Regierung Adolf Hitlers. Die deutschen Sparer seien dem Führer für sein wiederholt abgelegtes Bekenntnis zur Stabili­tät der deutschen Währung ganz besonders dankbar. Mit ihm würden Treu und Glauben und Vertrauen neu aufgerichtet, und es werde trotz vieler noch zu überwindender Schwierigkeiten wieder aufwärts gehen. Der Versammlungsleiter ging dann über zur Besprechung auf die zur Zeit im Gange befindliche Verbesserung des Rentnerhilfsgesetzes, auf die Spa­rerbundseingaben an das Reichsjustiz- bzw. Reichs- wirtfchaftsminifterium wegen der bevorstehenden

Das Realgymnasium hißt die Hitlerjugendfahne.

Zu würdiger Feier kamen heute morgen Lehrer und Schüler des Realgymnasiums zusam­men, um auf dem Schulgebäude die Fahne der Hitler.Jugend zu hissen. In Anwesenheit von Gefolgschaftsführer B ä tz, Vertreter des Bann­führers, sprach

Oberstubiendirektor Angelberger über den Sinn der Feier: So wie gestern im gleichen Augenblick Mannschaft und Führer der neuen deutschen Wehrmacht unter der neuen Kriegs­flagge ihren stolzen und harten Dienst begannen, hißt unsere Schule heute die Fahne der Hitler- Jugend zur Bekräftigung des gemeinsamen Zieles aller Erziehung für Deutschland.

Der Weg zu reibungsloser Zusammenarbeit ist frei, gegenseitige Anerkennung und Achtung sichern der hitler-Iugend wie der Schule unbe­hinderte Arbeit am Gesamtwerk der Erziehung.

Die Schule wird dabei die Erhaltung der natio­nalen Kulturwerte sowie die Bilduna eines charak- terfeften, höchst leistungsfähigen deutschen Menschen pflegen, sie wird nationalsozialistisches Gedanken­gut vermitteln, zu dessen Hüterin die Hitler-Jugend bestimmt ist. Die Förderung stärksten nationalen Willens, die Pflege enger Zusammenarbeit zwischen Schule, Hitler-Jugend und Elternhaus und das un­bedingt notwendige Ziel, alle jungen Deutschen in der Hitler-Jugend zu erfassen, wurden besonders betont. Die Tatsache, daß von 542 Schülern des Realgymnasiums nur 18 der Ein­trittsberechtigten nicht in der Hitler- Jugend oder in anderen Organisationen der

Partei stehen, gibt der Schule das Recht, neben der Reichsfahne auch die Fahne der deutschen Jugend hochzuziehen. Mit diesem Recht verbindet sich die Verpflichtung zur unablässigen Werbung für die Hitler-Jugend im Gedenken an unser aller großes Ziel:

Deutschland werde frei und groß.

Von der Jugend ist zu fordern: Freiwillige Zucht, stolze Bescheidenheit, Tatbereitschaft, Tapferkeit, ehrfurchtsvolle Achtung vor dem gewaltigen Erbe deutschen Frontsoldatentums. Diese Jugend wird dann zum letzten Einsatz bereit fein, bereit auch zur Tat für deutsche Ehre und deutsche Kultur.

Gefolgschastsführer Böh

sprach anschließend über die Einigung der deutschen Jugend in der HI., die nun glücklicherweise erfolgt sei, von der Verpflichtung zu stolzer und reiner Haltung.

Lr wies auf das leuchtende Vorbild der im Glauben an Deutschland Gefallenen hin, das zu zuchtvollem Dienst im braunen Ehrenkleid verpflichte.

Seine herzlichen Wünsche galten der freudigen Zu­sammenarbeit von Schule und Hitler-Jugend.

Nach der Ansprache ging die Fahne unse­rer Jugend hoch. Die Schulgemeinde sang bas Sturmlied:Unsre Fahne flattert uns voran". Der Direktor brachte dem Führer ein Sietz-Heil dar, und die beiden deutschen Lieder schlossen die packende Feier.

Abessinien, Land und Volk."

Vortragsabend der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde.

Am gestrigen Donnerstagabend fand in der Neuen Aula der Universität der erste Vortragsabend der Gießener Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde in diesem Winterhalbjahr statt. Wie der Vorsitzende der Vereinigung, Professor K l u t e, in seinem Be­grüßungswort betonte, begann mit diesem Vortrag der 40. Vortragswinter der Gesellschaft, die trotz eines augenblicklichen Überangebots an Vorträgen dennoch ihre Abende abhält, weil ein gewisses Be­dürfnis für Darbietungen aus der Geographie vor­liegt. Es hatte sich auch eine stattliche Zuhörerschaft in der Neuen Aula versammelt, um aus berufenem Munde etwas über das heute aktuell gewordene Kaiserreich an der Ostecke Afrikas zu erfahren.

Der ehemalige Leiter der Deutschen Aethivpien- Expedition Herr Max G r ü h l, der in zwei langen Reisen kreuz und quer durch Abessinien zog und dessen Bücher über dieses Land ihn als Forscher bekanntmachten, verstand es in ausgezeichneter Weise, seinen Zuhörern ein objektives Bild dieses afrikanischen Reiches vor Augen zu führen. Ein­gangs seines Vortrags kam er auf die Weltpolitik im allgemeinen zu sprechen, hob insbesondere ihre Verflechtung zur Zeit mit Abessinien hervor und zeichnete Probleme auf, die vielleicht in nicht allzu langer Zeit ihre Verwirklichung finden können.

Abessinien oder Aethiopien sei von jeher ein interessantes Land gewesen, aber für die große Masse sei es erst vor kurzer Zeit durch die italie­nisch-abessinische Auseinandersetzung einigermaßen bekannt geworden. Dem Forscher aber, der dieses Hochland durchreist und kennengelernt habe, sei schon längst klar geworden, daß Abessinien ein Land fei, bei dem die Gegenwart auch stark ver­bunden sei mit der Vergangenheit. Beweis dafür sei die Sage und die daran anknüpfende Geschichte der Könige, die ihre Herkunft alsKönig der Könige" bis auf die Zeit König Salomos und der Königin von Saba zurückführen. Dieser beider Sohn Menelik I. soll auch die Bundeslade auf feiner Flucht vom Hofe seines Vaters mit in das Heimat­land seiner Mutter genommen haben, sei daselbst König geworden und habe sichLöwe aus dem Stamme Juda" genannt. Auch das reiche Land

Ophir" mit feinen Schätzen an Gold und Elfen­bein, das man überall in Afrika gesucht habe, liege in der abessinischen Welt. Durch diePuntfahrten" sei auch ein Hauptnahrungsmittel von uns, nämlich der Weizen, aus dem Lande desKönigs der Könige" gekommen.

Wie schon erwähnt, fei Abessinien heute durch die Politik ein interessantes Land, denn durch seine geographische Lage und durch feine Bodenbeschaf- fenheit könne es leicht einem Volke als Ausgangs­punkt und Sprungbrett zu Hilfe kommen. Schaue man sich Nordostafrika auf der Karte an, fo stelle es sich uns als große Ebene dar, und in diese Ebene rage das Hochland von Abessinien wie eine Festung, ober eine Zitadelle Afrikas hinein. Von einem solchen Punkte lasse sich besser eine Offen­sive hinaustragen, als es von einer Ebene aus der Fall fei. Auch durch den Tanasee könne leicht von diesem Hochland aus eine Störung der Weltpolitik erfolgen, denn die Schlüsselstellung am Tanasee lasse manche Möglichkeiten zu Krisenbildungen zu. Während Abessiniens geographische Lage und Na­tur für das Land Momente der Stärke seien, fei die ethnologische Lage ein Moment der Schwäche. Abessinien werde von verschiedenen Völkern be­wohnt. Zu den rassenmäßigen Spannungen käme hinzu, daß starke dynastische Fragen noch ihrer Klärung bedürften.

Der zweite Teil des Vortragsabends brachte interessante Lichtbilder, die die Ausführungen G r ü h l s noch klarer machten. Eingeleitet wurde die Bildfolge von einer Aufnahme Professor Schweinfurts, dessen Spuren der Redner in Abessinien gefolgt ist. Die folgenden Bilder mach­ten die Zuschauer noch mit Land und Leuten ver­traut, wobei besonders hervorgehoben sei, daß die Wiedergabe der einzelnen Rassetypen sehr gut war. Andere Ausnahmen zeigten noch Musikinstrumente und religiöse Kultstätten, ferner Bilder aus dem Leben der abessinischen Armee und von dem Leben an dem Hofe Halle Selassies.

Die fesselnden Ausführungen, die auch nicht eines guten Humors entbehrten, wurden mit großem Bei­fall ausgenommen.

Neuregelung der Hypothekenmoratorien und der Neuregelung einzelner Punkte der Genußrechts­fragen. Am Schluß der Veranstaltung wurden noch eine Anzahl geschäftlicher und organisatorischer An­gelegenheiten, so auch die am 14. September d. I. im Saargebiet vollzogene Neugründung des Sparer­bundes, der in den letzten zwei Jahren der Be­satzungszeit durch besondere strenge Bestimmungen der Besatzungsbehörden sich nicht mehr in einer ge­schlossenen Einheit zum Wohle des Dolksganzen betätigen konnte, bekanntgegeben.

** Silberne Hochzeit. Am morgigen Tage begehen Friseurmeifter Otto G a t h und Frau, Bahnhofstraße (Ecke Grabenstraße) wohnhaft, das Fest der Silbernen Hochzeit, nachdem sie im ver­gangenen Sommer bereits auf eine 25jährige Ge­schäftstätigkeit zurückblicken konnten. Familie Gath ist seit ihrem Hiersein treuer Bezieher des Gießener Anzeigers.

* Eine Siebzigjährige. Am heutigen Freitag, 8. November, kann die Schneiderin Frau Christine Schäfer, Am Kugelberg 2 wohnhaft, ihren 70. Geburtstag begehen. Die Jubilarin ist noch sehr rüstig und geht jeden Tag zum Nähen weg. Frau Schäfer ist schon'seit über 40 Jahren Leserin des Gießener Anzeigers.

* * Rückständige Strom- und Gas­gelder aus dem Monat September werden von der Direktion der städischen Betriebe in einer Be­kanntmachung im heutigen Anzeigenteil zur Be­zahlung bis zum 15. November angemahnt. Säu­mige Zahler seien auf die Bekanntmachung beson­ders hingewiesen.

* * V. H. C. Gießen. Durch das schöne Wetter in den letzten Tagen der vorigen Woche hatten sich, wie man uns berichtet, zur Wanderung am ver- aangenen Sonntag viele Mitglieder eingefunden. Wenn auch der erwartete Sonnenschein ausblieb, so wanderten wir doch an dem frischen Herbsttag guten Muts durch den Wald zur Theodorsruhe und Niko­

laus-Quelle und von da durch freies Feld über den Dberfteinberg'gur Deutschen Wacht und zum Pfahl­graben, an dessen nördlichster Stelle VHC.-Bruder Geb. Rat Pros. Dr. Sommer, der zu uns über diesen Grenzwall sprach, einen Gedenkstein hat er­richten lassen. An dem Turm auf dem Wartberg, dem Rest einer 1713 erbauten Windmühle vorbei, kamen wir nach Grüningen, wo wir zur längeren Mittagsraft einkehrten. Wir gingen dann weiter mit dem blauen Kett, anfangs über Feld und kamen an dem gradlinigen Pfalgraden entlang, der teil­weise aus mehreren Wällen besteht, in schönen Hochwald, dessen bunte Herbstpracht uns erfreute. Nach Ueberschreiten der Bahnlinie GießenFrank­furt nahm uns wieder der Wald auf, den wir bis in die Nähe von Butzbach nicht verließen. Don Butzbach fuhren wir nach gemütlicher Einkehr mit der Bahn zurück.

Meine Strafkammer Gießen.

Der O. W. aus Fellingshausen befuhr am 28. Mai gegen 8.30 Uhr mit einem Lastkraftwagen die Grünberger Straße in Richtung Grünberg. Beim Ueberholen eines Radfahrers bog er nicht ge­nügend weit nach links aus, fo daß der Radfahrer erfaßt wurde, zu Fall kam und sich einen Unter» arrnbruch zuzog. Vorn hiesigen Amtsgericht wurde der Angeklagte zu einer Geldstrafe von 80 RM. und in die Kosten des Verfahrens verurteilt. Die dagegen verfolgte Berufung wurde gestern mit der Maßgabe zurückgewiesen, oaß die Strafe auf 40 RM., hilssweise auf 8 Tage Gefäng­nis, herabgesetzt wurde. Die Kosten der Beru­fungsinstanz trägt der Angeklagte.

Wegen schwerer Körperverletzung nach den Pa­ragraphen 223, 223a StGB, wurde der B. W. aus Gießen vorn Amtsgericht zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte warf am 3. Mai während einer Auseinandersetzung einer Mieterin einen Eimer ins Gesicht, fo daß diese er­heblich verletzt wurde. Die gegen das Urteil des

Amtsgerichts eingelegte Berufung wurde kosten­pflichtig verworfen.

Sodann befaßte sich das Gericht mit den Wie« secker Einwohnern W. R., W. K., O. L., W. E., K. D., E. O., A. H., L. B. und P. H., die wie wir be­reits berichteten am zweiten Dfterfeiertag auf Der Badenburg erheblich zechten und dann friedliche Spaziergänger überfielen und erheblich verletzten. Vom Amtsgericht Gießen wurde R. zu sechs Mo­naten, K. zu fünf Monaten, L. zu vier Monaten, E. zu drei Monaten und die übrigen Angeklagten zu je einem Monat Gefängnis verurteilt. Die gegen dieses Urteil seitens der Angeklagten 23., H. und H.

THiüionen von Volksgenossen schasst der Eintopfsonntag ein warmes Mittagessen. Denke am 10. November daran!

eingelegte Berufung wurde zurückgewiefen. Auf die Berufung der Staatsanwaltschaft wurde V. und H. zu zwei Monaten und H. zu einem Monat zwei Wochen verurteilt. Die Angeklagten O. und B. wurden freigesprochen.

Arn Nachmittag stand der F. W. vor Gericht, der wegen Betrugs und Urkundenfälschung vom Amtsgericht Friedberg zu 5 Monaten Ge­fängnis verurteilt wurde. Der Angeklagte war beim Kreisamt Friedberg tätig und tankte für eigene Zwecke auf Kosten Des Staates wiederholt Betriebsstoff. Er brachte außerdem unberechtigter­weise an seinem ihm nicht gehörigen Wagen den Stempel des Kreisamtes an und bot ihn zum Verkauf. Gegen das Urteil legten sowohl Der An­geklagte als auch Die Staatsanwaltschaft Berufung ein. Die Berufung der Staatsanwaltschaft wurde zurückgewiesen und der Angeklagte an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von 2 Monaten zu 2 5 0 Mark Geldstrafe verurteilt, von der 150 Mark als durch die Untersuchungshaft verbüßt gelten.

Oberhessen.

3ur Warnung.

* Reiskirchen, 7. Nov. Der Postschaffner Heinrich Damm von hier zog sich vor einigen Tagen eine kleine Wunde am Fuße zu, die er nicht weiter beachtete. Es stellte sich dann eine Verschlimmerung Der Wunde ein, so daß die Ueber» sührung des bedauernswerten Mannes nach der Chirurgischen Klinik in Gießen erforderlich wurde. Dort wurde eine schwere Blutvergiftung festgestellt, die heute Den Tod Des Mannes zur Folge hatte.

der 20000. Kurgast in Bad-Nauheim

LPD. Bad-Nauheim, 7. Nov. Der 20 000. Kurgast Des Jahres 1935 kam dieser Tage im Hessischen Staatsbad an. Er erhielt von der Kur­verwaltung als besondere Ehrung ein Bild bet Stadt und eine Ehrenkurkarte, die ihn zum kosten­losen Kuraufenthalt berechtigt. Die Gesamtfrequenz des Bades einschließlich der Passanten beträgt für 1935 bis jetzt rund 29 000 Personen, darunter be­finden sich etwa 4000 Ausländer.

Landkreis Gießen.

§ Alten-Buseck, 7.Nov. Der hiesigeSp ar und Vorfchuhverein hatte seine Mitglieder und Sparer zur regen Beteiligung am nationalen Spartag aufgerufen. Der Erfolg war über Erwar­ten gut. Es wurden eine Anzahl neue Mitglieder geworben und ein beträchtlicher Betrag bei der hie­sigen Sparkasse eingezahlt. In den letzten Wochen sammelten die hiesigen Schulkinder an schulfreien Nachmittagen emsig Bucheckern, die der Kreisführung Des WHW. zur Verfügung ge­stellt werden sollen. Bei der gestern abgehalte­nen Treibjagd wurden 52 Hasen, 1 Fasan und eine Schnepfe zur Strecke gebracht.

wg. Groß en-Buseck, 7. Nov. Nach der neuen Gemeindeordnung hat unser Dorf neben dem Bürgermeister noch zwei Beigeordnete und sieben Gemeinderäte, die von Bürgermeister R e b h o l z in ihr Amt eingeführt wurden. Erster Beigeordne­ter ist der Landwirt Heinrich Wagner, zweiter Beigeordneter der Bauernführer Wilhelm Schmidt. Gemeinderäte sind der Landwirt und Mühlenbesitzer Christoph Hof, Kreisamtswalter Der NS.-Hago Karl Schimmel, Bahnarbeiter Wilhelm Größer, Stratzenwart Karl Pfeiffer, Landwirt Balthasar Dort, Telegraphenarbeiter Wilhelm Seipp und Landwirt Otto Stephan. Bei dem Verkauf der W H W. - A d z e i ch e n am vorigen Sonntag wurden in der hiesigen Orts­gruppe 105,52 Mark eingenommen; davon entfal­len auf Großen-Buseck 73,52 Mark, Burkhards­felden 22 Mark, Oppenrod 10 Mark. Der Verkauf der Abzeichen erfolgte durch die hiesige SA., die SA.-Kapelle förderte das gute Werk durch Platzkon­zerte. Bei der Treibjagd in den letzten Tagen beiderseits der Wieseck wurden 74 Hasen, ein Reb­huhn, 4 Fasanen, ein Fuchs, ein Falke und eine Feldkatze zur Strecke gebracht.

<£ Reiskirchen, 7. Nov. Die hiesige NS.» Frauenschaft veranstaltete in der Kochschule im alten Schulhaus einen Vortrag über die Zu­bereitung von Fischen. In aufschlußreichen Darlegungen schilderte die Vortragende den hohen Wert des Fischgenusses für die einzelne Familie und für die deutsche Seefischerei. Während des Vor­trages zubereitete Fischgerichte wurden als Kost­proben verteilt.

I Reiskirchen, 8. Nov. Beim Dickwurzein­fahren wurde Der hiesige LanDwirt Heinrich Konrad Döring von einem Auto angefahren und zur Seite gefchleuDert. Neben einigen Prellungen erlitt der bedauernswerte Mann auch einen Ner­venzusammenbruch. Das Leiden verschlim­merte sich leider fo sehr, daß er in die Nervenklinik nach Gießen übergeführt werden mußte. Die hier durchgeführten Kleider-, Honig- und Pfundsammlungen zugunsten des Winter­hilfswerkes erbrachten überraschende Mengen, ein Zeichen, daß jeder gewillt ist, mitzukämpfen gegen Hunger und Kälte. Durch den Plakettenverkauf am Sonntag ergab sich eine Summe von 40 Mark.

> Burkhardsfelden, 8. Nov. Unter star­ker Beteiligung Der Bevölkerung fand gestern abend

MAGGI Fleischbrühe

I beendete Vot}iige; kräftiget ffeadtmack undfleingifVtoma.

3 Wibifee lOS'f.