SMMVWUM
Vornan von Zrant $. Braun.
6 Fortsetzung Nachdruck verboten!
In dieser Zeit lernte mein Vater einen Mann kennen, der ihm mit Rat und Tat freundschaftlich zur Seite stand. Meines Vaters Hilflosigkeit rührte wohl diesen Fremden. Er half ihm, das kleine Vermögen ins Rumänische hinüberzuretten, er sorgte dafür, daß mein Vater die Staatsabfindung bekam, kurz, jener Mann ward unser guter Geist.
Sie mackte eine Pause und schien nachzusinnen. Nydegger störte sie dabei nicht, er wartete geduldig ab.
„Kein Wunder, daß mein Vater dem Freund voll vertraute. Er verstand nichts von Geschäften. Als Soldat hatte er keine Gelegenheit aehabt, sich ein kaufmännisches Wissen anzueignen. Diese Ahnungs- losigkeit, seine Vertrauensseligkeit mußte er büßen. Der Freund verleitete ihn zu Spekulationen, die fehlschlugen. Angeblich ging das gesamte Vermögen verloren.
Mein Vater mußte den Offenbarungseid leisten. Er tat das guten Glaubens, denn er meinte, nichts mehr zu besitzen. Aber da entpuppte sich der Ratgeber, sein Freukch, als der Schuft, der er in Wahrheit war. Er denunzierte Vater, wies ihm ein gemeinsames Guthaben nach, ließ Vaters Anteile beschlagnahmen und strengte den Prozeß gegen ihn an.
Mein Vater, ein wahrhaft guter, harmloser Mensch, war erschüttert. Soviel Bosheit lieh ihn irre werden an allem. Er verlor den Kopf. Wahrscheinlich meinte er, uns etwas zu ersparen, wenn er daoonschlich. Eines Morgens, wenig darauf, fand man ihn im Garten unseres Hauses. Er hatte sich durch den Kopf geschossen."
Nydegger streichelte ihren Arm. „Ich verstehe, Ilia. Nun haßt du diesen FrenDen, du siehst in ihm nicht zu Unrecht den Mörder deines Vaters. Ist er dir jemals wieder begegnet?"
Sie verzog den Mund. „Lieber Robert", sagte sie, „wen das Schicksal ausersehen hat für eine Komödie, der muß die Rolle gam und gar zu Ende führen. Die Spekulationen, zu denen mein Vater von dem Fremden verleitet worden war, wurden
in Wirklichkeit gar nicht zu Ende geführt. Das Geld war noch nicht verloren gewesen. Der Staat schritt ein und beschlagnahmte die Geldbeträge.
Da mein Vater nicht mehr lebte, tat die rumänische Regierung eine große Geste und gab einem Antrag statt, der meiner Mutter einen guten Teil des Vermögens zurückbrachte.
Sonderbarerweise hatte diesen Antrag der Verführer meines Vaters aufgesetzt. Wir erfuhren nicht, daß die Zahlung des Staates sowieso erfolgt wäre. Ich weiß nicht, wie es dem Mann gelungen war, meiner Mutter Vertrauen erneut zu gewinnen.
Es gelang ihm, ihr seine Schuldlosigkeit an den unglücklichen Vorgängen zu beweisen. Er setzte seine Rolle als Berater fort, ja, er genoß bei meiner Mutter bald stärkeres Vertrauen denn je zuvor. Sie redete sich ein, nun sie von seiner Unschuld überzeugt war, er sei Vaters wahrer Freund gewesen, und sie handele nur im Sinne des Toten, wenn sie ihn in allem zu Rate zöge. Mein Einspruch, meine Warnungen — ich war damals ein junges Ding — wurden nicht gehört.
Tatsächlich geschah nichts Böses. Die Geldsummen waren fest angelegt, brachten Zinsen, und alles ging seinen guten Gang.
Rach einem runden Jahre ereignete sich das Unfaßbare, für mich geradezu Groteske: meine Mutter gab der Werbung des Fremden nach und willigte ein, feine Frau zu werden.
Die Hochzeit wurde in aller Stille gefeiert. Don keiner Seite kamen Verwandte. Meiner Mutter war das angenehm, ich glaube, ein wenig schämte sie sich doch. Ich habe ihr übrigens nie wegen dieser Heirat gegrollt. Vater war tot. Ihr Leben ging weiter: mochte sie daraus machen, was ihr beliebte. Ich Hobe nur ihre Kurzsichtigkeit angestaunt. Denn ich hatte den Mann, dem sie sich, jetzt verband, schon längst erkannt.
Zu der Zeit verließ ich das Haus. Ich konnte es nicht mehr mitansehen. Schon gleich nach der Eheschließung wurde ihr Mann ein anderer.
Er ließ gefühlsroh erkennen, auf was es ihm immer nur angekommen war, auf den Besitz. Er erpreßte von meiner Mutter die Vollmachten, die er benötigte, um alles in seine Hände au bekommen. Als ihm das gelungen war, behandelte er sie wie feinen letzten Dienstboten."
miterleben. Den Abschluß der Feierlichkeiten des Tages bildete
der Vorbeimarsch der Truppen, an dem sich neben den Politischen Leitern auch die SA. beteiligte. Am Abend waren die Soldaten in den Gastwirtschaften Gäste der Stadt. Kameradschaftliches Beisammensein und Tanz beschlossen den ereignisreichen schönen Tag des Einzugs der Wehrmacht im ehrwürdigen historischen Städtchen Büdingen.
Rekrulen-Vereidigung indutzbach
pb. Butzbach, 7. Nov. Zur Vorbereitung auf die weihevolle Stunde der Vereidigung der Rekruten fand gestern abend in der evangelischen St. Markuskrrche und in der katholischen Kirche für die Wehrmacht Gottesdienst durch die beiden Standortpfarrer Linden st ruth und Adler statt.
Heute morgen 7.55 Uhr waren alle Truppen des Standorts auf dem Hof der Schlohkaserne angetreten. Außerdem waren erschienen seitens der Partei Kreisleiter Seipel (Fauerbach v. d. H.), Standartenführer Schäfer (Bad-Nauheim), die Vertreter der Behörden, die Schüler der SBeibig» Werner-Oberrealschule und der Volksschule sowie ein sehr zahlreiches Publikum.
Um 8 Uhr fand unter den Klängen des Präsentiermarsches die Hissung der neuen Reichskriegsflagge statt. Nach einleitenden Worten des Standortältesten, Oberstleutnant Offen- b ä ch e r, wurde von ihm der Erlaß des Führers und Obersten Befehlshabers der Wehrmacht über die Einführung der neuen Kriegsflagge bekannt- gegeben.
Hierauf hielt, nach einem einleitenden Choral, zunächst der evangelische Standortpfarrer Lin- denstruth eine Ansprache, in der er die jungen Rekruten auf die Bedeutung der Stunde hinwies und besonders betonte, daß diese Stunde nur durch die Einführung der Wehrhoheit durch unseren Führer und Reichskanzler möglich geworden sei. Der Ansprache folgte das Lied „Ein feste Burg ist unser Gott". Alsdann sprach der katholische Standortpfarrer Adler, der seiner Ansprache die Worte „Seid getreu bis in den Tod" zugrunde gelegt hatte. Ihr folgte das Lied „Jesus meine Zuversicht".
Der Standortälteste, Oberstleutnant Offen- bächer, hielt darauf eine längere Ansprache, in der er u. a. sagte, seit 1918 sei dies das erstemal wieder, daß junge Rekruten auf Grund der allgemeinen Dienstpflicht angetreten seien, um einen Eid zu schwören und Treue zu geloben. Er führte weiter aus, daß der Neuaufbau der Wehrmacht in großen Zügen soweit vollendet fei, der Dank hierfür gebühre unserem Führer Adolf Hitler und der NSDAP. Weiterhin gab er einen Rückblick auf die Zeit von 1919 bis 1932, erinnerte dann an den alten Geist der preußischen Armee, rief das Gedächtnis wach an den großen König Friedrich I., an die Heerführer Blücher, Gneisenau u. v. a., bis zu den Führern im Weltkrieg Hindenburg und Ludendorff. Sie alle sollten Beispiel für die jungen Soldaten fein. Nacheifern sollten die Rekruten aber auch den vor kurzem entlassenen Soldaten des III. Bataillons, um ebenso gut abzuschneiden wie diese.
Alsdann erfolgte die feierliche Vereidigung der Rekruten, worauf nach einem Schlußwort des Oberstleutnants Offenbächer das Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler ausgebracht und je eine Strophe der Nationalhymnen gesungen wurde.
Heute vormittag fand dann auf dem alten und dem neuen Kasernenhof für die Rekruten Stand- konzert des Musikkorps des III. Bataillons statt. Am Nachmittag spielte das Musikkorps für die Zivilbevölkerung auf dem Marktplatz.
©porffurfe des Sportamts Gießen
Heute folgende Kurse:
Allgemeine Körperschule, für Frauen undMänner. Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Lyzeum, Dammstraße 26.
Fröhliche Gymnastik und Spiele, nur für Frauen. Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Lollar, Kantinengebäude der Firma Buderus.
Reiten. Von 20 bis 21 Uhr, Reitschule Schömbs.
Ski-Trockenkursus. Von 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs.
Schwimmen. Von 20.30 bis 21.30 Uhr, für Frauen und Männer, Dolksbad: von 21.30 bis 22.15 Uhr, nur für Frauen, Volksbad.
Aus der Provinzialhauptstadt.
Kellert mehr Kartoffeln ein!
ZdR. Der Winter wird bald fein Regiment cm- treten. Dorforgend müssen wir deshalb schon jetzt daran denken, uns mit dem Winterbedarf an Kartoffeln einzudecken. Mit dem Einsatz der kalten Jahreszeit und den damit verbundenen Frosttagen wird die Verladetätigkeit auf dem Lande unterbrochen und dadurch die Deckung des laufenden Winterbedarfs der städtischen Verbraucher beein- ttächtigt. Es ist deshalb notwendig, daß jeder Haushalt eine gewisse Frostreserve schon jetzt einkellert. Wenn wir an den harten Winter des Jahres 1928/29 denken, der uns anhaltende Frosttage bis zu 35 Grad unter Null gebracht hat, so können wir ermessen, wie wichtig es ist, daß die Hausfrau die Sicherstellung des Wintervorrats schon im Herbst vornimmt. Wir alle wissen, daß das Winterhilfswerk schon Mitte Oktober d. I. Vorsorge getroffen hat, um den Winterkartoffelbedarf der minderbemit-
1. Absperrung übernimmt die SS. ab 20 Uhr auf dem Oswaldsgarten.
2. Abmarsch. Die Gliederungen und alle Abteilungen, die geschlossen teilnehmen, marschieren so ab, daß sie 20.15 Uhr spätestens auf dem Oswaldsgarten eintreffen.
3. Sämtliche Politischen Leiter treten um 19.45 Uhr vor der Kreisleitung, Ludwigstraße, an. Hier
telten Bevölkerung jicherzustellen. Das Winterhilfswerk betreibt damit eine Vorratswirtschaft von großen Ausmaßen und geht bewußt davon aus, noch vor Beginn der kalten Jahreszeit die Eindeckung vorzunehmen. Es ist selbstverständlich, daß auch die kaufkräftigere Bevölkerung dieses Beispiel nachahmt und daß jede vorsorgende Hausfrau noch im November ihren Kartoffelvorrat eindeckt.
Die rechnende Hausfrau wird sich mit Recht sagen müssen, daß auch die Gestaltung der Kartoffelpreise bei der Eindeckung des Wintervorrats eine Rolle spielt. Da eine preismähige Zuschlagsberechnung für die Wintermonate vorgesehen ist, bringt die Ein
kellerung dem städtischen Verbraucher auch einen Preisvorteil, d.en jede Hausfrau gern mitnehmen wird. Deshalb ist es für die rechnende Hausfrau geradezu unverständlich, wenn sie sich die für den Winter nötigen Kartoffeln pfundweise bei höheren Preisen anschafft. Mit der Einkellerung in den städtischen Haushaltungen sind manche Annehmlichkeiten verbunden, die nicht unberücksichtigt bleiben dürfen. Dabei verursacht die Pflege der eingekellerten Kartoffeln nur wenig Arbeit, wenn man die Einkellerung genügend vorbereitet hat. Man muß bedenken, daß die scheinbar tote Kartoffelknolle auch nach der Ernte weiterlebt. Die Kartoffel braucht daher gute Luft, einwandfreie Lagerstatt, trockene Umgebung, gleichmäßig kühle Temperatur und Dämmerlicht. Deshalb werden die Wintervorräte im Keller oder lichtgeschützt in der kühlen Speisekammer frostfrei aufbewahrt, wobei eine Temperatur von nur wenig Grad über Null am vorteilhaftesten ist. Die Kartoffeln können auch neben den Kohlen gelagert werden, da die Kohlenstäubchen die Luft fast keimfrei machen. Man legt am besten den
treten auch die Fahnen der Ortsgruppen der Deutschen Arbeitsfront an.
4. Betriebe, die geschlossen teilnehmen, müffen ebenfalls spätestens 20.15 Uhr auf dem Oswaldsgarten eingetroffen fein.
Gez.: Schmelz, Kreispropagandaleiter.
Kellerboden mit Stroh ober Brettern aus und schüttet die Vorräte möglichst nicht höher als 60 Zentimeter. Bei Verwendung von Kisten wird der Luftzutritt durch Hochstellen der Kisten bei Unterlegen von Kohlen oder Balken ermöglicht, wodurch die vielleicht vorhandene Feuchtigkeit der Lagerräume von den Kartoffeln ferngehalten wird. An Frosttagen sind die Kartoffeln zuzudecken und von Zeit zu Zeit umzuschaufeln, damit sie frisch durchlüften können.
Die Vorbereitungen zur Eindeckung des Kar- toffelvorrats müssen jetzt getroffen werden, denn praktischerweise müssen wir uns nouj im Laufe
Feierstunde zum 9. November am Samstag, dem 9. November, 20,15 Uhr, auf dem Oswaldsgarten
Es nehmen teil:
' Sämtliche politischen Leiter aus Gießen, die vier Gießener Ortsgruppen, sämtliche Gliederungen und angeschlossenen Verbände der RSDAp.
Alle Volksgenossen unserer Stadt werden aufgesordert, an dieser Feierstunde teilzunehmen und werden hiermit eingeladen. Die Mitglieder der Wehrmacht, die Reichs- und Staatsbehörden, der Arbeitsdienst werden hiermit eingeladen.
Die Zahnen der Ortsgruppen und der Gliederungen sammeln sich um 20.15 Uhr aus dem Oswaldsgarten an der Reustadt.
Feierfolge:
1. Zahneneinmarsch, Begleitung dazu Landsknechttrommelu des Jungvolks.
2. Zahnenspruch, gesprochen von einem hitlerjungen.
3. Zeiermusik, gespielt von dem Musikzug der SA.-Standarte 116: „Zeiermusik zum 9. November" von Erich Lauer.
4. Totenehrung, Sprecher: Obersturmbannführer pg. Bender.
5. Zeieransprache.
6. Zahnenspruch, Sprechchor der Hitler-Jugend.
7. lleberführung der Hitler-Jugend, hierzu spricht Unterbannsührer Schneider.
8. Sieg-Heil aus den Zührer und Horst-Wessel-Lied.
9. Großer Zapfenstreich, gespielt von dem Musikzug der SA.-Standarte 116.
Sonderveranstaltungen einzelner Ortsgruppen oder Gliederungen müssen während dieser Zeter ausfallen. Ende gegen 21.30 Uhr.
heil Hitlerk
Schmelz, Kreispropagandaleiter.
Aufmarschplan zum 9. November.
„®in fürchterlicher Mensch! Konntest du deiner Mutter nicht helfen?"
„Nichts vermochte ich. Ich bekam ihre Briefe, die mir das Herz zerrissen, und su-hr nach Hause. Ich trat ihm gegenüber, es kam mehr als einmal zu einer harten Auseinandersetzung. Ich sagte ihm die ungeschminkte Wahrheit. Er lachte mich aus."
„Wovon lebtest du damals, Ilia?"
„Mein Onkel Ferencs, der in Budapest wohnt, der Bruder meines Vaters, bestritt meine Studien. Ich hatte mit — dem Mann meiner Mutter nichts ZU tun, deshalb durfte ich so mit ihm reden.
2Iber was half es! Nach einem Streit, der so hart auf hart ging, daß ich die Hand gegen ihn erfjob, verbot er mir sein Haus. Ich habe meine Mutter später dann noch einmal außerhalb getroffen. Da erzählte sie mir verwirrt und ganz geduckt von einer Lebensversicherung, die sie beide eingegangen seien, einer immer zugunsten des Ueberlebenben.
2IIs ich bas vernahm, stand mein Herz still. Ich schrieb an Vaters Bruder in Budapest, ich sagte ihm im voraus, daß dieser Schurke, der sozusagen mein Stiefvater hieß, meiner unglücklichen Mutter nach dem Leben ttachte. Ich fragte den Onkel Ferencs, was wir zu ihrer Hilfe tun konnten.
Sein Antwortbrief, ich sei mit den Nerven herunter, ich solle aus(pannen und ihn vier Wochen in Budapest besuchen, diese gutgemeinte Beruhigung erreichte mich fast gleichzeitig mit der Mitteilung aus Arad, daß meine gute Mutter gestorben sei.
Ich fuhr nach Hause. Du kannst dir denken, in welchem Zustand ich mich befand. Meine Mutter war schon unter der Erde. Er hatte mich wohlweislich zu spät benachrichtigt. Ich erfuhr, daß er untröstlich sofort nach der Beisetzung außer Landes gegangen sei."
„Aber woran starb deine Mutter so plötzlich?" „Das will ich dir gerade erzählen. Sie starb an einer Gasvergiftung in ihrem Schlafzimmer."
Nydegger prallte zurück. „Hat man nichts Näheres erfahren können über den Vorfall?"
„Ich habe die Kriminalpolizei alarmiert. Man hat nachttäglich Zeugenaussagen gesammelt. Mein Stiefvater wurde in Wien amtlich vernommen. Aber es blieb bei dem — unglücklichen Zufall. Sie war abenbs zu Bett gegangen und hatte das Gas-
diefes Monats vor Beginn der Frostperiode mtt Winterkartoffeln eindecken.
Bornoiiren
Tageskalender für Zrellag.
NSG. „Kraft durch Freude": 20.30 bis 21.30 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum; 20 bis 21 Uhr Reiten; 21 bis 22 Uhr Ski-Trocken-Gymnastik, Reitschule Schömbs. — Stadttheater: 20 bis. 22.15 Uhr: „Holzappel". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ein idealer Gatte". — Reichsvereinigung Deutscher Baumeister: 20 Uhr im „Hessischen Hof" 23er- Sammlung.
Das Nordende des pfahlgrabens und seine Bedeutung.
lieber dieses für viele Heimatfreunde interessante Thema spricht am Sonntagnachmittag gelegentlich einer Familienzusammenkunft der Heimatvereinigung „Schiffenberg" Rektor a. D. Val. Müller (Gießen). Außerdem sind musikalische und sonstige Darbietungen geplant. (Siehe heutige Anzeige.)
politische Leiter des Kreises Gießen in München.
Als Vertreter der Kreisleitung Gießen der NSDAP, und des Kreises Gießen nimmt eine Anzahl der Politischen Leiter unseres Kreises an den Feierlichkeiten in München teil. Es sind dies die Parteigenossen Kreisleiter Klo st ermann, Kreisleiter Dr. Hildebrandt, Adam Lotz, Georg E r m e r t, Heinz Horn, Willy Wenderoty und Weber- Ettingshausen.
Oie Vertreter der Gießener SA. bei den Feiern in München.
Am gestrigen Donnerstagabend sind Standartenführer Lutter als Vertreter der aktiven SA.» Standarte 116 und Standarten-Adjutant, Obersturmbannführer Günter als Vertreter der SA.« Reserve-Standarte 116 mit dem Feldzeichen der Standarte und 12 Fahnenbegleitern nach München abgefahren, um dort als Repräsentanten der Gießener SA. am heutigen Freitag und am morgigen Samstag an den Feiern zu Ehren der Gefallenen der Bewegung vom 9. November 1923 teilzunehmen. Die Rückkehr der Vertreter unserer SA.-Stan- barten erfolgt am Sonntag mit dem Zuge von Fulda her, der um 12.07 Uhr in Gießen eintrifft. Der Musikzug der SA.-Standarte 116 und ein Ehrensturm der SA.-Reserve werden die Vertreter unserer Standarten und das Feldzeichen am Bahnhof in Empfang nehmen und durch die Liebigstraße, Frankfurter Straße, Seltersweg, Sonnenstraße und Brandplatz zum Standartengebäude geleiten.
Zur Nachahmung empfohlen!
Herr Heinrich Winn, wohnhaft in der Hofmannstraße 14, konnte vorgestern (6.11.1935) bei bester Gesundheit seinen 81. Geburtstag feiern. Sicher wird dem Geburtstagskind mancher Glückwunsch und manche kleine Freude übermittelt worden fein, die größte Freude bereitete er sich und uns allen aber, als er seinen seltenen Geburtstag zum Anlaß nahm, um persönlich auf der Deutschen Bank 20 0 Mark auf das Konto des WHW. für den Kampf gegen Hunger und Kälte einzuzahlen.
Vie deutsche Arbeitsfront
/ F N.S.-oemeinschatt „Kraft durch freude"
Achtung!
Eine besondere Ueberraschung wird am kommenden Sonntag die Aufführung des luftigen Volksstückes „Holzappel" von H. A. Weber insofern werden, als außer dem Dichter, der an dieser Aufführung teilnimmt, auch das Urbild des Gastwirts „Zürn' goldenen Ochsen", der Gastwirt Henne- mann aus Holzappel an der Lahn, an der Auf- führung teilnimmt. Herr Hennemann, der von der NSG. „Kraft durch Freude" ebenso wie der Polizeidiener Kuhn für diese Vorstellung herzlich eingeladen wurde, wird mitten unter den Besuchern sitzen — wir wollen doch einmal sehen, ob er und von wem er erkannt wird. Ja, auch der Polizei- diener Kuhn lebt in Wirklichkeit als Polizeidiener gleichen Namens in Holzappel.
Arbeitskameraden, wenn ihr wirklich einmal herzerfrischend lachen wollt, wenn ihr wieder einmal
KrümenkÄ!
licht ausgelöscht. Da sie an Schlaflosigkeit litt, nahm sie eine Tablette eines Schlafmittels und schlief ein. Niemand kann sich erklären, wie der Gashahn an der Lampe wieder geöffnet wurde. Die Polizei nahm an, daß sie ihn nicht richtig zugedreht hatte oder noch einmal daran anstieß...
„2öo hielt sich der Mann in jener Stunde auf?"
„Er hat mit zwei Freunden in der Wohnung des einen gezecht. Zwei Männer haben sein Alibi nachgewiesen. Er hat sich nicht ein einziges Mal aus dem Zimmer entfernt, in dem sie zu dritt saßen."
„Glaubwürdige Zeugen?"
„Gauner wie er! Seine Freunde! Sie waren kurz vorher aus Wien gekommen und reisten mit' ihm nach getanem Schwur wieder ab."
„Das ist entsetzlich, Ilia!"
„Keine Polizei kann einschreiten. Es gibt keine Beweise. Niemand hat ihn gesehen, als er sich in die Wohnung zur Mutter einschlich und den Gas- Hahn aufdrehte."
„Hast du den Mann einmal wiedergesehen?"
„’Rein. Zu seinem Glück nein. Er ist wie vom Erdboden verschwunden."
„Würdest du etwas gegen ihn unternehmen?"
„Ja, sicherlich!"
„Was, Ilia? Du hast keine Beweise. Denke immer daran. Blinder Zorn schadet nur dir selber."
„Nicht blinder Zorn, Robert. Ich bin eiskalt, wenn ich an dies Zusammentreffen denke. Ich wurde keine Polizei holen. Ganz allein würde ich vor ihn hintreten. Und sei gewiß, mir müßte er em Geständnis ablegen. Ich würde ihn zwingen!"
„Wie denkst du dir das?" Er erschrak vor ihrem Blick, vor diesen Augen, die so sonderbar flackerten. Er kannte Ilia nicht so.
„Das weiß ich nicht", gestand sie. „Nur das fühle ich, es wird eine Gerechtigkeit geben und sie muß auf meiner Seite fein."
Er schwieg, aber seine Hand drückte stärker die ihre. Ilia wußte ihm Dank dafür, daß er nicht mit Fragen kam. Mehr hätte sie jetzt nicht zu sagen vermocht. Sie hatte etwas aus sich herausgestellt, wahrscheinlich war chr dieses Reden-dürfen eine Er» leichterung gewesen. Aber das mußte nun vorbei fein.
(Fortschung folgt l)


