Einzelbild herunterladen

d ie Sud angrenze in allernächster Nähe, andererseits sollen gerade hier starke abessinische Abteilungen liegen.

Der Kriegsbericht aus Addis Abeba.

Addis Abeba, 7. Nov. (DNB.) Die Kämpfe um Makalle dauern an. Es heißt, daß die abessi­nischen Truppen erhebliche Fortschritte ge­macht haben sollen. Die Stadt selbst befindet sich immer noch in den Händen der Abessi­nier, die ihre Unternehmungen hauptsächlich des Nachts durchführen. Die Armeen des Ras Seyoum und des Befehlshabers im Nordwesten Ras Kassa haben bisher nicht in die Kämvfe eingegriffen. Auch am W e b i Schebeli an der Südfront dauern die Kämpfe an. Die Abessinier, die sich befehlsgemäß langsam zurückziehen, sollen drei Angriffe der Italiener zu­rückgewiesen haben.

Serbefferfe Bewaffnung der Abessinier

Asmara, 8. Nov. (Funkspruch des Krieas- berichterstatters des DNB.) In militärischen Kreisen wird darauf hingewiesen, daß die Bewaffnung der abessinischen Truppen, die vor eini­ger Zeit über 200 000 moderne Gewehre und mehr als eine Million ältere Modelle besaßen, inzwischen zweifellos noch v e r st ä r k t worden ist. Man schließt das daraus, daß in Adua viele Kara­biner von bester Arbeit gefunden wurden. Die Abessinier besäßen außerdem mehr als 250 Millionen Patronen, 2 0 0 kleinkalibrige G e- schütze, einige hundert Rücklaufgeschütze und 3 5 Luftabwehrgeschütze mit Kaliber von 22 Millimeter.

Täglich treffen in Addis Abeba große Sen­dungen von Infanteriemunition ein. Am Mittwoch zogen Tausende von Soldaten, Muni­tionskisten schleppend, durch die Hauptstadt. Die Be­waffnung der abessinischen Truppen erfährt ständig eine Verbesserung durch umfangreiche Sendun­gen von Gewehren, die über Berbera und Zeila nach Abessinien gelangen. Schätzungsweise sind in der letzten Zeit etwa 200 000 Gewehre ein­geführt worden.

Brasilien behält seine Handlungs­freiheit vor.

Genf, 7. Nov. (DNB.) Der brasilianische Ge­neralkonsul in Genf hat dem Präsidenten der Sank­tionskonferenz eine Note seiner Regierung übermit­telt, in der es heißt:Ich danke Euer Exzellenz lebhaft für die liebenswürdige Mitteilung, der die brasilianische Regierung die volle ihr gebührende Aufmerksamkeit geschenkt hat. Da Brasilien dem Völkerbund nicht angehört, wünscht esnicht, an den von ihm gegen­wärtig getroffenen Maßnahmen teil- Funehmen, und behält sich seine Handlungsfrei­heit vor, um bei jeder Eventualität so zu handeln, wie es ihm seine Interessen, seine interna­tionalen Verpflichtungen und die von jeher für seine auswärtige Politik maßgebenden Grundsätze nahe­legen werden."

Oie Durchführung der Sankttonen in Frankreich.

Paris, 8. Nov (DNB. Funkspr.) Das Gesetz­blatt veröffentlicht die Durchführungsbestimmungen über die Anwendung der Sühnemaßnahmen gegen­über Italien. Hiernach müssen sämtliche aus Italien einzufüyrenden Waren ab 9. November Gegenstand einer vorherigen Erklä­rung beim Kompensationsbüro der Pariser Han­delskammer sein. Auch die Bezahlung dieser Waren muß über dieses Büro laufen. Die Ein­führer italienischer Waren, die am 9. November für bereits eingeführte Waren noch Beträge an die italienischen Ausfüy rer schulden, haben dies ebenfalls dem Kompensationsbüro mit­zuteilen und die Beträge dort einzu­zahlen.

Italien bricht die Sportbeziehungen zu den Sanktionsländern ab.

Rom, 7. Nov. (DNB.) Die sportlichen Be­ziehungen Italiens mit den Sank- tionsländern dürfen bereits als abgebro­chen betrachtet werden. Auf Anordnung des Par­teisekretärs S t a r a c e findet am Donnerstaa in Rom eine Sitzung des Vorstandes der CONJ. statt, in der alle Turn- und Sportorganisationen Ita­liens zusammengefaht sind, um den entsprechenden Beschluß zu fassen. Starace hat bereits die Teil­nahme Italiens an den Ende dieser Woche in Paris auszutragenden Europameisterschaften im Gewicht­heben untersagt. Auch im Rennsport zeigen sich bereit, die ersten Auswirkungen der Sühnemah­nahmen gegen Italien. Auf der Rennbahn in Rom werden seit Mittwoch die amtlichen Pro­gramme ohne Verwendung irgendwel­cher englischer S p o r t b e z e i ch n u n g e n herausgegeoen, die durch italienische Worte ersetzt werden. In Mailand ist das alljährlich stattfin­dende Rennen um den Preis für das beste einge- führte Rennpferd abgesagt worden. Die sport­lichen Beziehungen zu den an den Sanktionen gegen Italien nicht beteiligten Ländern Deutsch­land, Ungarn und Oesterreich sollen eine starke Förderung erfahren, wie auch die Vor­bereitungen Italiens auf die Olympischen Spiele 1936 nicht im geringsten unterbrochen werden.

Oer Erfinder der synthetischen Wolle bei Mussolini.

Rom, 7. Nov. (DNB.) Der Erfinder der syn­thetischen Wolle Antonio F e r e t t i ist in Beglei­tung des italienischen Industriellen und Senators B o r l e t t i und des Vertreters der Snia-Viscosa- Werke von Mussolini empfangen worden. Dem Regierungschef wurden verschiedene aus dieser Kunstwolle hergestellte Bekleidungsstücke vorgelegt. Er hat dem Erfinder und allen an der Industriali­sierung dieses Verfahrens beteiligten Arbeitern und Angestellten seine volle Anerkennung aus­gesprochen.

Das Befinden des Obergruppen­führers Brückner.

München, 7. Nov. (DNB.) Die Reichspresse, stelle der NSDAP, teilt mit: Der persönliche Adjutant des Führers, Obergruppenführer Wilhelm Brückner, mußte sich vor einiger Zeit einer kleinen Operation unterziehen. Obergruppenführer Brückner befindet sich auf dem Wege zur völligen Genesung und wird in Bälde seinen Dienst beim Führer wieder aufnehmen können.

Aaggenhiffung und Rekrutenvereidigung im Reich.

Die Vereidigung der Spandauer Rekruten.

In Anwesenheit des Oberbefehlshabers des Heeres.

Der Hissung der neuen Reichskriegsflagge und der Vereidigung der Rekruten des Standortes Spandau auf dem Exerzierplatz in Ruhleben wohnte der Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie, v. Fritsch, bei. Vor einem riesigen Fahnenmast stand der Feltaltar, zu dessen beiden Seiten Waffenarten der hier vertretenen Forma­tionen vom schweren Geschütz bis zum Karabiner aufgestellt waren. Unter den Ehrengästen sah man neben dem Obergruppenführer v. Jagow, den Polizeipräsidenten Graf Helldorf, den Ober­bürgermeister S a h m , Vertreter der Gauleitungen Groß-Berlin und Kurmark und zahlreiche höhere Offiziere der alten Armee. Punkt 8 Uhr erschien der Oberbefehlshaber des Heeres, be­gleitet von Generaloberst v. S e e ck t. Der Oberbe­fehlshaber grüßte zunächst die alten ruhmreichen Fahnen und schritt unter den Klängen des Präsen­tiermarsches die lange Front des großen Vierecks ab. Der Kommandeur des Regiments erinnerte nach der Flaggenhissung und Ansprachen der Geistlichen an das Wort des verstorbenen Reichspräsidenten: Die Treue ist das Mark der Ehre" und mahnte die unge Mannschaft, den 1800 000 deutschen Soldaten und mehr als 400 Kämpfern der nationalsozialisti­schen Bewegung nachzueifern, die ihre Treue mit dem Tode besiegelten. Mit den Worten:Schwört hier, meine jungen Soldaten, Treue dem Mann, der Deutschland geeint und wieder frei gemacht hat", leitete der Kommandeur die feierliche Ver­eidigung ein. Unter Vorantritt der alten Regiments- sahnen zogen die Formationen dann an dem Ober­befehlshaber des Heeres vorüber.

3n den hessen-nassauischen Garnisonen *

In Kassel spielte sich die feierliche Vereidigung der Rekruten auf dem Friedrichsplatz vor dem Ge­bäude des Generalkommandos IX ab. Nach dem Eintreffen des Kommandierenden Generals des IX. Armeekorps General Dollmann erstattete der Kommandant von Kassel Oberst Rittweger dem General Meldung. Dann stieg an drei Masten auf dem Gebäude die neue Reichskriegsflagge empor. Nach Ansprachen des evangelischen und des katholi­schen Geistlichen nahm der Kommandant von Kassel Oberst Rittweger die Vereidigung der Rekru- ten vor. Nach der Vereidigung verlas der Komman- dierende General D o l l m a n n den Erlaß des Führers an die Wehrmacht und fuhr dann fort: Soldaten des Standorts Kassel! Ihr steht heute hier als ein Teil der jungen deutschen Wehrmacht. H i n- ter ihr steht das gesamte deutsche Volk, sinnbildlich heute hier vertreten durch die Spitzen der Bewegung, des Staates, der Stadt, der alten Armee, sinnbildlich vertreten durch die Ehren­abordnungen aller Gliederungen der Bewegung und der Wehrverbände, sinnbildlich auch vertreten durch einen großen Teil der Bevölkerung der Stadt Kassel. So sei es ein machtvolles Bekennt­nis dieser Einheit, wenn wir den heißen Dank, den wir dem Führer schulden, dadurch zum Ausdruck bringen, daß wir geloben, alles einzusetzen für Volk und Vaterland und Führer. Die Ansprache des Kommandierenden Generals klang aus in ein dreifaches Sieg-Heil auf den Füh­rer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht, das deutsche Volk und Vaterland. Das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied beschlossen die feierliche Stunde.

In Fulda fand die Rekrutenvereidigung auf dem Geschützrichteplatz der Artilleriekaserne statt. Oberst v. Berg als Standortältester schritt die Front der angetretenen Kompanien ab. Anschließend wurde unter den Klängen des Musikkorps des In­fanterieregiments 87 und des Trompeterkorps des Artillerieregiments 45 und unter Ehrenbezeugungen der angetretenen Infanterie-Ehrenkompanie die neue Reichskriegsflagge auf dem Stabsgebäude ge­hißt. Nach Ansprachen der Militärgeistlichen beider Konfessionen wurde durch Oberstleutnant v. K a l m die Vereidigung vorgenommen. Dann machte Oberst v. Berg in einer kurzen Ansprache die Re­kruten darauf aufmerksam, daß sie nunmehr, nach Ablegung des Eides, zu deutschen Soldaten beför­dert seien. Mit dem Verlesen des Erlasses des Führers zur neuen Reichskriegsflagge, einem Sieg- Heil und den Liedern der Deutschen wurde die für die Garnison Fulda bedeutungsvolle Stunde be­schlossen.

Im Standort Marburg wurden 400 Rekruten des 2. Bataillons Inf.-Rgt. 57 vereidigt. Nachdem unter den Klängen des Präsentiermarsches die Reichskriegsflagge am Mast der neuen Kaserne hoch- aeganaen war. Der Kommandeur des Bataillons Oberstleutnant Brabender wies auf die denk­würdige Stunde hin, in der die ersten Wehrpflich­tigen des wiedererstandenen Reiches den Eid auf den Obersten Befehlshaber und Führer Adolf Hit­ler ablegten. Dann leisteten die 400 Rekruten den Eid.

Rekrutenvereidigung vor der Feldherrnhalle.

München, 7. Nov. (DNB.) Dor der Feldherrn- halle, an der ein solcher Akt besonders tiefe sym­bolische Bedeutung gewinnt, wurde am Donners­tagmittag die gemeinsame Vereidigung der Rekruten des Heeres und der Luft- waffein München in Anwesenheit des höchsten Befehlshabers des Standortes und des gesamten Offizierkorps, ferner von Vertretern der Bewe­gung und ihrer Gliederungen, der Landesregierung und der Hauptstadt der Bewegung vorgenömmen. In großer Zahl nahm die Bevölkerung an der Feier teil. Die Rekruten hatten im Viereck vor der Feldherrnhalle Aufstellung genommen, der Komman­dierende General, Generalleutnant von Reiche­nau, der vorher einen Kranz am Kriegerdenkmal niedergelegt hatte, verweilte bei seiner Ankunft vor dem Mahnmal mit militärischem Gruß. Nach dem Einrücken der Fahnenkompanien hielten die beiden Wehrkreispfarrer Ansprachen, worauf der K o m - mandierende General selb st die Vereidi­gung oornahm. Er stellte den Rekruten ihre Pflicht vor Augen, durch ein vorbildliches Soldatenleben dem Führer den Dank für die Wiederherstellung der Wehrfreiheit abzustatten. Mit der Losung: Gott und die Fahne" sprach Generalleutnant von Reichenau selbst die Eidesformel vor, die von den Rekruten mit erhobener Schwurhand nachge­sprochen wurde. Sodann brachte der Kommandie-

rende General ein Sieg-Heil auf den Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht aus, das be­geisterten Widerhall fand. Im Anschluß an den Dereidigungsakt nahm der Kommandierende Ge­neral vor dem Gebäude des Generalkommandos den Vorbeimarsch der Truppen ab.

Bei der Kriegsmarine.

Für die gesamte Wehrmacht im Standort Kiel, die Kriegsmarine und Luftwaffe, fand auf dem Exzerzierplatz in Kiel-Wik die feierliche Hissung der neuen Kriegsflagge vor den Augen einer großen Volksmenge statt. Das neue Tuch wurde gleich­zeitig auf allen Kriegsschiffen im Hafen, sowie aus den Dienst- und Wohngebäuden der Wehrmacht ge­hißt.

Es folgte die feierliche Vereidigung der Rekruten. Vizeadmiral Albrecht erinnerte daran, daß m dieser Woche die Tage des ehrenvollen Falles der Festung Tsingtau und des ruhmreichen Unterganges der KreuzerEmden" undKarlsruhe" sich jährten. Die Besatzungen von Tsingtau und der ^beiden Kreuzer hätten auf verlorenem Posten in nie wan­kendem Gehorsam mit höchster Tapferkeit ihre Pflicht erfüllt bis zum ehrenvollen Ende. Sie seien uns alle Vorbild. Unter der neuen deutschen Flagge wolle die Wehrmacht aufrecht und treu, gottes­fürchtig und wahrhaft, gehorsam und tapfer ihre Pflicht tun. Unserem Führer, der im Weltkrieg vier Jahre unter dem Eisernen Kreuz in vielen Schlach­ten und Gefechten für unser Volk gekämpft hat, sei zu danken, daß er unter dem Hakenkreuz am 9. November 1923 und später noch oft sein Leben eingesetzt habe, um unserem Volke die Freiheit wiederzugeben. Dem Führer sei auch zu danken da­für, daß er die ruhmvollen Farben Schwarzweißrot wieder zu Ehren gebracht habe. Der Führer und Oberste Befehlshaber sei das Vorbild des deutschen ritterlichen Kämpfers ohne Furcht und Tadel.

Im Reichskriegshafen Wilhelmshaven fand die Hissung der neuen Reichskriegsflagge mit einer militärischen Feier statt. Die auf Auslandsreise be­findlichen Kreuzer Karlsruhe" undEm­den", sowie die beiden Panzerschiffe Deutschland" undAdmiral Scheer" setzten mit der Flaggenparade gleichfalls wie die

München, 7. Nov. (DNB.) Mit dem Ein­treffen der Leibstandarte Adolf Hit­ler am Donnerstagfrüh stellte sich München in seinem Straßenbild bereits auf die Ereignisse des 8. und 9. November um. Der Hauptbahnhof trägt reichen Flaggen- und Lorbeer­schmuck. In der Stadt wird bereits eifrig an der Ausschmückung der Straßen zwischen dem Bürger­bräukeller, dem Siegestor und dem Königsplatz ge­arbeitet. Vom historischen Bürgerbräukeller bis zur Feldherrnhalle ist den: Straßenschmuck auf den Gedanken des Opferganges im Jahre 1923 abgestimmt. Auf beiden Seiten der Straßen und Plätze erheben sich dunkelrot um­kleidete Pylone, die mit goldenen Lettern die In­schriftDer letzte Appell" und den Namen eines der nationalsozialistischen Blutzeugen aus den Jahren der Kampfzeit tragen. Ueber die Straße spannen sich in größeren Absätzen dunkelrote Tücher mit goldenem Hakenkreuz und liegendem Runen­zeichen.

Ueber der Residenzstraße ist beim Mahnmal, also an der Stelle, wo vor zwölf Jahren die 16 Ge­treuen Adolf Hitlers ihr Leben Hingaben, ein schwarzes Fahnentuch mit goldenem Hakenkreuz und gleichfalls mit dem Runenzeichen gezogen. Dun­kelrote Vorhänge verkleiden das gegenüber dem Mahnmal liegende Wachlokal und die Front der Residenz bis zum Hofgarten. In der Feldherr n- halle selbst ragen die Pylone auf, die dem Ge­denken der Toten vom 9. November 1923 gewid­met sind. Die Rückseite der Feldherrnhalle trägt dunkelrote Tuchoerkleidung.

Die Häuser am und um den Odeonsplatz haben sich dem feierlichen Bild der Straßen ange­paßt. Von der Brienner Straße an ändert sich das Bild. Von nun versinnbildlicht der Weg den Aufstieg und den Sieg der nationalsozia­listischen Bewegung, für den jene Helden ihr Herzblut vergossen haben. Als Zeichen sieghaf­ten Lebens leuchten jetzt zu beiden Seiten des Stra­ßenzuges die Farben der Bewegung. Schon sind an den Straßenseiten niedere Holzgestelle errichtet, die am 9. November die Tausende von Fahnen auf­nehmen werden. Auf dem Karolinen platz wird der Fahnenwald sich nicht nur um das äußere Rund ziehen, sondern auch den mächtigen Obelisk in der Platzmitte umsäumen.

Reges Leben herrschte schon am Donnerstag nach­mittag im Braunen Haus und auf den Stra-

Schiffe der Flotte in der Heimat erstmalig die neue Reichskriegsflagge.

Feierliche Hissung der Reichsdienststagge.

Eine Ansprache des Neichsinnenministers.

Berlin, 7. Nov. (DNB.) Auch die neue R e i ch s d i e n st f l a g g e ist am Donnerstag zum ersten Male feierlich gesetzt worden. Die Hissung auf dem Gebäude des Reichs- und preußi­schen Ministeriums des Inneren am Königsplatz in Berlin war mit einer Ansprache des Reichs- und preußischen Innenministers Dr. Frick verbunden. Der Minister schritt zunächst in Begleitung der Staatssekretäre Dr. Pfundtner, Grauert und S t u ck a r t sowie des Befehlshabers der deut­schen Polizei, Generalleutnant D a l u e g e , die Front der Ehrenhundertschaft der Schutzpolizei und der sämtlichen Beamten und Angestellten des Mini- steriums ab. Dann ertönte bei präsentiertem Kara­biner das Kommando zum Hissen der Flagge, die darauf unter den Klängen des Präsenttermarsches auf den vier Ecktürw^ des Gebäudes bei strahlendem Sonnenscyem hochaing. In seiner Ansprache führte Reichsminister Dr. Frick u. a. folgendes aus:

Heute vor 17 Jahren wurde die alte, ruhmreiche, in tausend Schlachten sieggekrönte schwarzweißrote Fahne von Landes- und Volksverrätern, Deser­teuren, Marxisten und Juden heruntergeholt und in den Schmutz gezogen. Nach 15 Jahren der Schmach und Schande und des unentwegten heroischen Ringens um die Seele des deutschen Volkes hat unser Führer Adolf Hitler diese Farben in neuer Gestalt, in den Zeichen des uralten germa­nischen Sonnenrades, wieder zu Ehren gebracht. Die neue Flagge soll uns und vor allem den deut­schen Beamten in dieser feierlichen Stunde eine Mahnung sein, in demselben Kampfgei st, in dem Adolf Hitler in all diefen Jahren die Fahne vorangettagen und zum Siege geführt hat, weiter zu arbeiten in Treue zu Führer und Bolt.

Die neue Reichsdienstflagge ist gleichzeittg auch auf dem Gebäude des preußischen Innenministe­riums Unter den Linden gesetzt worden.

ßen und Plätzen. Am Freitagvormittag bringen noch zahlreiche Sonderzüge viele Tausende nach München als Sendboten der Millionen Volksge­nossen, deren Herz in diesen Tagen in der Haupt­stadt der Bewegung schlägt.

Flaggen heraus am g.Aovember!

Berlin, 9. Nov. (DNB.) Der Reichs Mi­nister des Innern gibt folgendes bekannt:

Aus Anlaß der Ueberführung der Helden des 9. November 1923 in die Feldherrnhalle und Ehren- lempel in München flaggen die staatlichen und kommunalen Verwaltungen, An­stalten und Betriebe, die sonstigen Körper­schaften, Anstalten und Stiftungen des öffentlichen Rechts und die öffentlichen Schulen im ganzen Reich am 9. November, in München außerdem am 8. November, und zwar v o l l m a st. Die Bevöl­kerung wird gebeten. In gleicher weife 3 u flaggen.

Ankunst der Sonderzüge aus dem Reich.

München, 8. Nov. (DNB. Funkspruch.) Schon in den ersten Morgenstunden des Freitag wurde in den Straßen Münchens die nächtliche Stille von den festen Tritten der Marschkolonnen unterbrochen, die aus allen Gauen Deutschlands auf den Münchener Bahnhöfen einge- troffen waren. Zehntausende von Politischen Lettern, Führern und Angehörigen der SA., SS., NSKK Arbeitsdienst, Hitlerjugend, BDM. mit ihren Fahnen bezogen die ihnen vom Quartieramt zugewiesenen Unterkünfte in den verschiedenen Stadtteilen.

Im Morgengrauen traf auch der Sonder- zua des Gaues Groß-Berlin mit etwa tausend Politischen Leitern und Angehörigen der verschiedenen NS.-Formationen, darunter auch alle Berliner Inhaber des Blutordens ein. Auf dem Orleans-Platz, auf dem sich bereits die Teilnehmer anderer Sonderzüge aus Norv- deutschland gesammelt hatten, nahmen auch die Berliner Formationen Austtellung und marschier­ten in geschlossenem Zuge zu ihren Unterkünften.

Der Oberbefehlshaber des Heeres, General der Artillerie Freiherr von Fritsch, und General­oberst a. D. von Seeckt beim Abschreiten der Front der aur Vereidigung der Rekruten angetretenen Truppen der Spandauer Garnison. (Scherl-Bilderdienst-M.)

München im Zeichen des 9. November.

Oie Hauptstadt der Bewegung rüstet zur Feier des denkwürdigen Tages.