stolz sind auf ihre Leistungen, stolz sein können auf das, was sie zur Erhaltung des Waldes und zum Nutzen des deutschen Lölkes getan haben. Und dieser berechtigte Stolz findet Ausdruck, freudiges Bekenntnis zu den Männern der grünen Farbe, ihren Ratgebern und Mitarbeitern, in den bescheidenen Kultur- und Waldarbeiterfesten, bei den Unterhaltungen am offenen Feuer während der Mittagspause und bei diesen und jenen von altersher überkommenen Sitten und Gebräuchen des ehrwürdigen Waldarbeiterstandes. S. M.
Bornotizen
Tageskalender für Dienstag.
NSG. „Kraft durch Freude": 18.30 bis 20 Uhr: Allgemeine Körperschule auf dem Universitätssport, platz; 21 bis 22 Uhr: Reiten, Reitschule Schömbs, Brandplatz. — Stadttheater: 20 bis 23 Uhr: „Cosi fan tutte". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Ein falscher Fuffziger".
Stadttheater Gießen:
Heute, 20 Uhr, als zweite Vorstellung im Dienstag-Abonnement Wiederholung der heiteren Rokoko- Oper „Cosi fan tutte" von W. A. Mozart. Musikalische Leitung: Daul Walter; Spielleitung: Paul W r e d e. Enoe 23 Uhr.
Harald kceuhberg tanzt.
Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Ein besonderes künstlerisches Ereignis steht durch den Tanzabend Harald Kreutzberg bevor, der am Samstag, 12. Oktober, im Stadttheater Gießen stattfinden wird. Harald Kreutzberg geht der Ruf voraus, „der Welt bester Tänzer" zu sein. Um so mehr ist es zu begrüßen, baß der Künstler nun auch einmal in Gießen auftreten wird. Kreutzbergs Tourneen führten ihn, in Begleitung seines ständigen musikalischen Mitarbeiters Fr. Wilckens, in fast alle Länder der Erde. Auch in China und Japan, wo die Menschen aus uraller Tradition heraus mit dem Tanz verbunden sind, fand er jubelnde Zustimmung. Kreutzberg war die erste tänzerische Persönlichkeit, welche dem deut- schen Tanz in Amerika den Weg bereitet hat. Seine Erfolge in Amerika sind so bedeutend, daß im kommenden Frühjahr bereits die 9. Amerikatournee stattfindet. Das Programm des hiesigen Tanzabends bringt eine Anzahl feiner erfolgreichsten Tänze, unter anderem wird auch der „Tanz des Zeremonienmeisters" aufgeführt, mit dem Kreutz- berg seinen Weltruf begründete.
Deutschlands Konsularbehörden helfen beim Ariernachweis.
Zur Beschaffung von Urkunden zum Nachweis der arischen Abstammung aus dem Auslande hat der Reichsinnenminister einen Erlaß an die Landesregierungen gerichtet. Darin sagt er, zahlreiche Volksgenossen müßten sich die Urkunden zum Nachweis ihrer arischen Abstammung aus dem Auslande beschaffen, insbesondere auch aus den von Deutschland abgetrennten Gebieten. Das Verständnis für die Notwendigkeit der Rassenscheidung sei im Ausland aber erst im Entstehen begriffen. Infolgedessen ergeben sich häufig bei der direkten Urkundenbeschaffung Schwierigkeiten und Verzögerungen. Es emp- fehle sich daher, daß die betreffenden Volksgenossen sich nur dann direkt an die ausländischen Registerbehörden wenden, wenn sie genaue Angaben über die zu ermittelnden Personen machen können. In allen anderen Fällen werde zweckmäßig die Der- mittlung der zuständigen deutschen Konsularbehörden in Anspruch genommen. Die deutschen Konsulate gewährleisten, daß die Urkunden so rasch wie mög- lich beschafft werden; Erinnerungen seien daher zwecklos. In Fällen, in denen die Beschaffung von Urkunden Überhaupt nicht möglich ist, wie in weiten Teilen der Sowjetunion, erhielten die Antragsteller umgehenden Bescheid. Die Antragsteller haben, so schließt der Minister, den deutschen Konsularbehörden die Gebühren zu ersetzen, die diese den ausländischen Registerbehörden für die Ausstellung von Urkunden bezahlt haben. Eine außerdem zu bezahlende Pauschalgebühr von 1 Mark für jede Anforderung, auch wenn sie mehrere Urkunden betrifft, wird im Falle nachgewiesenen Unvermögens des Antragstellers erlassen.
Aus parteiamtlicheuDekauntmachungeu
Die NS.-Volkswohlfahrt der Ortsgruppe Gießen-Nord hält am heutigen Dienstag, 8. Oktober, 20.30 Uhr, im Cafe Leib einen Appell sämtlicher NSV.-Walter und -Helfer ab. Vollzähliges Erscheinen ist Pflicht.
Deutsche Arbeitsfront.
Verwaltungsstelle 19 Gießen!
Achtung! Mitglieder der Deutschen Arbeitsfront!
Die Postquittung über vierteljährliche Zustellgebühr deiner Fachpresse wird dir Zurückvergütet.
Der Schlußtermin zur Einlösung ist der 3 0. Oktober 1935.
Setze dich sofort mit deinem Blockwalter in Verbindung, damit du diesen Termin nicht versäumst.
Sportamt „Kraft durch Freude".
Am Mittwoch, 9. Oktober, fallen alle kdI-Spork- kurse anläßlich der Kundgebung in der Volkshalle aus.
Heute finden folgende Kurse statt:
Fröhliche Gymnastik und Spiele nur für Frauen. Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Alte Pestalozzischule, Wernerwall.
Skigymnastik für Frauen und Männer. Von 20.30 bis 21.30 Uhr, Schillerschule, Schillerstraße.
Schwimmen für grauen und Männer. Von 20 bis 21 und von 21 bis 22 Uhr im Volksbad.
Reiten. Von 21 bis 22 Uhr, Reitschule Schömbs.
Die Kurse „Fröhliche Gymnastik" und Skigymnastik sind in dieser Woche für neu hinzukommende Teilnehmer kostenlos.
Für 190 „kraft-durch-Areude"-llrlauber benötigen wir von Mittwoch, 9. Oktober, auf Donnerstag, 10. Oktober. Quartiere mit Frühstück. Wir fordern alle Volksgenossen, die einen Freiplah zur Verfügung haben, auf, dies umgehend (bis Miltwoch- wittag) auf der Geschäftsstelle, Schanzenflrahe 18II, Zimmer 8. zu melden. (Vergütung 1,50 Mark.)
Deutscher Wein nüchtern betrachtet.
„Jedes Ding hat zwei Seiten", sagt ein alter Spruch, der auch auf den Wein angewendet werden kann. Der Wein ist nämlich nicht nur ein Genußmittel, ein Freudenbrinyer für trinkfrohe Zecher, sondern auch ein volkswirtschaftlicher Faktor erster Ordnung. Mehr als eine Million deutscher Volksgenossen findet im deutschen Weinbau und in den mit ihm verknüpften Industrien Arbeit und Brot, 2700 Großhandlungen und rund 5000 Winzergenossenschaften verdanken ihr Dasein dem Wein. An dieser Stelle muß immer wieder gesagt werden, daß der Wein, besonders der deutsche Wein, keineswegs schlechtweg als berauschendes Getränk anzusehen ist. Der Wein ist mit seinen 600 Kalorien Nährwert sogar ein wertvolles Nahrungsmittel und, mäßig genossen, durchaus gesundheitsfördernd und kräftigend. Wer die gesundheitlichen Vorteile deutscher Nebenerzeugnisse genießen will, ohne auch nur geringe Mengen Alkohol zu sich zu nehmen, der esse deutsche Trauben oder trinke unvergorenen deutschen Traubenmost; beide enthalten, ebenso wie der vergorene Wein, aus Boden ’ und Sonne gezogene Kräfte, die auf Gesunde und Kranke gleich kräftigend und belebend wirken. Die Mannigfaltigkeit der auf deutschem Boden gezogenen Weine wird auch den verjchiedensten und verwöhntesten Geschmacksrichtungen gerecht. Wer es einmal gelernt hat, deutsche Weine zu trinken und richtig zu genießen, wird diesen Genuß nie mehr missen wollen. Gemeindeabend der petrusgemeinde.
Die evangelische Männeroereinigung der Petrusgemeinde hatte die Gemeindeglieder zu einem Vortragsabend in der Petruskapelle eingeladen, der von der Gemeinde zahlreich besucht war. Missionar
Walther behandelte, wie man uns berichtet, in seinem Vorträge das Thema „Rechte Sonntagsheiligung, ein Segen für Volk und Vaterland". Er nahm dabei einleitend Bezug auf Ionas Krause, der in einem seiner Lieder den Sonntag in wundervoller Weise besingt. Dann betonte er, der Sonntag sei uns von Gott geschenkt worden, damit wir an diesem Tage die Seele erheben von dem Erdenstaub und Gott begegnen können. Im weiteren Verlaufe seines Vortrages verwies er auf die rechten Sonntagsfeiern unserer Altvorderen, sodann zeigte er die Bedeutung und den Gehalt der Gesangbuchlieder auf, deren Kraft und Stärkung jeder verspüren würde, wenn er sich mit ihnen am Sonntag beschäftige. Der Redner verwies in diesem Zusammenhang auf die Weihnachtslieder, die Gesänge der Epiphanienzeit, die Passionslieder, die Lieder zu Ostern, zu Pfingsten, für das Abendmahl usw. Er betonte aber auch, daß es mit dem Gottesdienst- besuch am Sonntagmorgen allein nicht getan fein könne, vielmehr müsse man den ganzen Taa mit Gott in Verbindung bleiben. Am Schluffe seines Vortrages verwies er noch auf die Kraft, die aus dem Sonntagerleben für das Wirken im Dienste unseres Vaterlandes erwächst. Gemeindegesang umrahmte den mit großer Aufmerksamkeit aufgenommenen Vortrag. Gebet und Segen beschlossen den Abend.
Fagdgau Oberhessen.
1. Stab des Gaujägermeisters. Sachbearbeiter für jagdliches Brauchtum: Forstmeister Rausch in Romrod.
2. Fasanenabschuß. Mit Rücksicht auf den fast allenthalben sehr zurückgegangenen Fa- sanenbestand bitte ich, Fasanenhennen in diesem Jahre nicht zu schießen. Verbot des Abschusses für 1935 ist beim Herrn Reichsjägermeister beantragt.
gez. Nicolaus, k. Gaujägermeister.
Gießener Dochenmarktpreise.
* Gießen, 8. Okt. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier (holländische Kühlhaus) 11, (inländische) Handelsklasse B (Kühl- haus) 11, ungezeichnete 10 bis 11, Wirsing, das Pfund 6 bis 10, Weißkraut 6 bis 10, Rotkraut 8 bis 10, Gelbe Rüben 7 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15, Römischkohl 6 bis 10, Bohnen (grün)
20 bis 30, Unterkohlrabi 5 bis 8, Erbsen 20 bis 30, Feldsalat 90 Pf. bis 1 Mark, Tomaten 10 bis 20 Pf., Zwiebeln 10, Meerrettich 35 bis 70, Schwarzwurzeln 25, Kürbis 5 bis 6, Pilze 30 bis 45, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mark, Falläpfel, das Pfund 5 bis 8 Df., Pfirsiche (italienische) 50, Brombeeren 40, Preiselbeeren 45, Aepfel 10 bis 20 Pf., der Zentner 14 bis 18 Mark, Birnen, das Pfund 10 bis 20 Pf., Zwetschen 12 bis 18, Nüsse 35 bis 40, junge Hähne 90, Blumenkohl, das Stück 10 bis 50, Salat 5 bis 12, Salatgurken 5 bis 20, Einmachgurken 1 bis 3, Endivien 5 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40, Radieschen, das Bündel 8 bis 10 Pf.
*
** Justizpersonalien. Ernannt wurden: der Kanzleigehilfe bei dem Landgericht Gießen Hans Pfeiff zum Kanzleiafsiftenten bei diesem Gericht mit Wirkung vom 1. September 1935 unter Berufung in das Beamtenverhältnis und der Kanzleigehilfe bei dem Landgericht Gießen Otto Wahl zum Kanzlisten mit Wirkung vom 1. Oktober 1935 unter Berufung in das Beamtenverhältnis.
** Der Fahrplan der Straßenbahn wird vom 15. Oktober ab den nur während der Sommermonate verkehrenden Wagen 6.22 Uhr ab Marktplatz bis Volkshalle und 6.35 Uhr ab Volks- Halle bis Bahnhof nicht mehr bringen. Im übrigen bleibt der Fahrplan unverändert.
** Die Strom- und Gasgel der vom August können bis zum 15. Oktober noch ohne weitere Kosten bezahlt werden. Wer bis dahin nicht bezahlt hat, muß mit der ^Beitreibung und Sperre der Strom- bzw. Gaszufuhr rechnen. Auf die
Schmelz, ftrcispropaganbaleiter.
heutige Bekanntmachung der Direktton der städtischen Betriebe sei be-fonbers hingewiesen.
** Zur Gewinnung von Leseholz in den städtischen Waldungen dürfen Sägen, Hau- oder Schneidewerkzeuge nicht mitgenommen werden. Man beachte die Bekanntmachung der Bürgermeisterei in unserem heutigen Anzeigenteil.
** Straßensperre. Wegen Ausführung von Straßenbauarbeiten wird die Provinzialstraße Geilshause n—K e f f e I b a ch—L o n b o r f vom 8. Oktober ab für jeglichen Verkehr gesperrt. Umleitung erfolgt von Lonborf über Allertshausen— Beuern—Bersrod—Winnerod—Reinharbshain—Beltershain und umgekehrt. Die Umleitung erfolgt von Homberg über Rüdbingshausen—Weitershain—Lumda—Beltershain—Reiskirchen—Gießen.
** Aufgehobene Straßenfperre. Die Straßensperre auf der Landstraße Grünberg— Marburg, Abteilung Abzweig Stangenrod— Abzweig Lumda, ist wieder aufgehoben.
** Eine Kundgebung des oberhessi- fchenHandwerks findet am morgigen Mittwoch- nachmittag in Friedberg statt. Die Kreishandwerkerschaft Gießen fordert in unserem heutigen Anzeigenteil alle Handwerksmeister, Gesellen und Lehrlinge zur gemeinsamen Fahrt nach Friedberg und geschlossenen Beteiligung an der Kundgebung auf. lieber die gemeinsame Hin- und Rückfahrt ist Näheres aus der Anzeige ersichtlich.
** Anlage eines Radfahrerweges in der Frankfurter Straße. Don der Ecke Klinikstraße bis zur Eisenbahnbrücke vor Klein- Linden ist zu beiden Seiten der Straße von den dort ziemlich breiten Bürgersteigen ein Stück abgetrennt, das als Radfahrerweg benutzt wird. Da die darauf hinweisenden Schilder noch nicht angebracht sind, obwohl sich die Wege bereits in fahrbarem Zustande befinden und benutzt werden, empfiehlt es sich, die Schilder alsbald anzubringen, damit zwischen den Radfahrern und den Fußgängern geregelte Verhältnisse entstehen.
** Die Reichsluftschutz-Lotterie. Wie der Reichsluftschutzbund, Ortsgruppe Gießen, mitteilt, läuft die Einlösungsmöglichkeit für die^Gewinne am 27. Oktober 1935 ab. Die Bevölkerung wird nochmals darauf aufmerksam gemacht, daß die Gewinnlisten auf der Geschäftsstelle des Reichslustschutzbundes, Lindenplatz 1, 1. Stock (Eingang Kirchenplatz), sowie bei den Revier- und Untergruppenführern eingesehen werden können.
*♦ Den Namen des neuen Lichtspieltheaters im Seltersweg betrifft eine An« zeige des Lichtspielhauses im heutigen Anzeigenteil über das Preisausschreiben vom August. Auf dieses Preisausschreiben sind weit über 1000 Bewerbungen eingegangen. Das Ergebnis wird am morgigen Mittwoch im Lichtspielhaus bekanntgegeben. (Siehe heutige Anzeige.)
** Unglücksfall bei der Arbeit. Jrn Maschinenschuppen des hiesigen Bahnhofs siel am gestrigen Tage der Reserve-Lokomotivführer Wilhelm Schneider von hier so unglücklich von einer Lokomotive herab, daß er von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz mit erheblichen Kopfverletzungen der Chirurgischen Klinik zugeführt werden mußte. Hier liegt der bedauernswerte Mann mit Verdacht auf Schädelbruch darnieder.
** Ein Kind verunglückt. Die 7 Jahre alte Irmgard N e b h u t h, Rodheimer Straße wohnhaft, stürzte beim Radfahren so unglücklich vom Fahrrad, daß sie einen Bruch des linken Armes erlitt und in Krankenhausbehandlung gebracht werden mußte.
Oberhessen.
Das Erntedankfest auf dem Lande.
Ueberaö wurde am vergangenen Sonntag das Erntedankfest in würdigster Weife begangen. Mit Rücksicht auf den Raum ist es uns nicht möglich, über die Feier in jedem Dorfe besonders zu berichten, zumal, in großer Linie gesehen, die Feierlichkeiten in allen Orten gleichen Charakter trugen. Wik müssen uns, an Hand der zahlreichen uns vorliegenden Berichte, auf eine Gesamt-Ueberschau beschränken.
Das Erntedankfest sand in den meisten Orten seinen äußeren Auftakt in der Aufrichtung des Erntebaumes, dessen Spitze der Erntekranz, mit vielen Früchten behangen und mit bunten Bändern geschmückt, zierte. Für die Dorfjugend war das Ausrichten des Erntebaumes natürlich ein viel beachtetes Ereignis. Mit viel Liebe wurden die Häuser, besonders die Toreinfahrten, mit Blumen und Girlanden geschmückt. Auch Ortseinfahrten, Brunnen, Tore usw. waren geschmückt.
Da und dort eröffneten die Posaunenchöre mit geistlicher Musik den Erntefesttag und weckten damit die Einwohnerschaft. Die Gottesdienste in den geschmückten Kirchen waren ganz dem Erntedank gewidmet und fast durchweg gut besucht. Verschiedentlich fanden auch Gottesdienste im Freien statt. In den übrigen Vormittagsstunden wurden dis ersten Vorbereitungen für die Feier am Nachmittag getroffen. Schon Tage vor dem Fest war auch eifrig an der Gestaltung der Festzüge, insbesondere der Festwagen, gearbeitet worden, die viel Freude auslösten.
Die Erntedankfestfeier am frühen Nachmittag erfaßte allenthalben die Volksgemeinschaft in schönster Form. Auf Marktplätzen und auf den Angern fand man sich ein, Formationen der Partei nahmen geschlossen teil, Spielmannszüge und Musikkapellen waren unterwegs und verschönten die Feiern mit guter Musik, die Jugend stellte sich lebhabt in den Dienst der Sache und trug auf ihre Weife durch Gedichte, Lieder, Sprechchöre und Volkstanzaufführun- gen zur Verschönerung der Feiern bei. Die Bürgermeister hielten Ansprachen, in denen sie auf den Sinn des Erntedankfestes hinwiesen. Allenthalben war die Uebertragung der Feierlichkeiten auf dem Bückeberg sorgfältig vorbereitet worden. Vor allem hatten sich überall die Fachleute, eifrig darum bemüht, eine technisch einwandfreie Wiedergabe zu sichern. Den Reden galt alle Aufmerksamkeit.
In vielen Orten hatte man es sich zur Aufgabe gemacht, die Arbeit des Bauern in Festzügen zu veranschaulichen und die Ernte zu zeigen, die Gott durch der Hände Arbeit werden ließ. Vielfach sah man in den Festzügen die alten Bauerntrachten. Ueberaö marschierten die politischen Leiter, SA., SS., HI., JV. und PDM. mit. In manchen Orten ritten auch Burschen in alter Tracht den Festzügen voraus. Die Musikkapellen stellten sich restlos in den Dienst der Sache. Verschiedentlich fanden Platz- konzerte statt.
In einigen Orten wurden auch treue Helferinnen und Helfer in der Landwirtschaft ausgezeichnet. So u. a. in Eberstadt und in Grünberg. Aus Grünberg liegen uns die Namen der Ausgezeichneten vor. Die von Reichsbauernführer Darrs unterschriebene Auszeichnung erhält Katharine Rühl, die 49 Jahre — an Weihnachten 1935 sind es 50 Jahre — bei Landwirt Konrad T r i n k a u s und früher dessen Vater in Diensten steht. Ferner erhielten Ehrenurkunden, die von Landesbauernführer Dr. Wagner unterzeichnet waren: Katharine M e n z, über 20 Jahre in Stellung bei Otto Rohm; Wilhelm M e n z, 19 Jahre bei Landwirt Karl Jockel VIII., und Philipp Balser, 16 Jahre bei Landwirt Reinhard Schäfer.
Neuherrichtung eines Grünberger Fachwerkhauses.
+ ©rünberg, 7. Okt. Auf dem Marktplatz wird gegenwärtig das dem Landwirt Jakob Queck- börner gehörige Fachwerkhaus neu her- gerichtet. Durch die Hervorhebung des Holzwerkes mit leuchtenden Farben kommt der altertümliche Bau recht zur Geltung. Leider ist durch frühere Umbauarbeiten zwecks Beseitigung einer durch die Mitte des Hauses führenden Toreinfahrt das Erdgeschoß in anderem Stile hergestellt, wodurch der Gesamteindruck etwas beeinträchtigt wirb. Die in die Balken zwischen den beiden unteren Stockwerken eingehauenen Inschriften werden jetzt mit weißer Farbe aufgefrischt. Sie lauten folgendermaßen:
„Dis Haus steht in Gottes Handt, der Baw Herr Caspar Herdtz und Daniel Kümmel der Meister genanbt. Gott behütt uns für fünb unb schanbt. — wirft bein anligen auff den Herrn, der wirbt bich versorgen unbt wirbt ben gerechten nicht ewiglich in unruh lassen, psalm am 55. —
Lasset Hasser Hassen unbt Neyber Neyden, was mir Gott gönt, müssen sie boch leyben. C. Q H.
2lch Herr gib mich nicht in den willen meiner Feinde, den es stehen falsche zeugen wider mich und thun mir unrecht ohne scheue. —
All mein haab ist Gottes gab, den Gottes gutt und treiu ist allen Morgen nein. —
Aufgericht den 3. tag nun) Ano 1668."
Kundgebung mit GA-Gruppenführer pg.prinz August Wilhelm v. Preußen in der Dolkshalle, am Mittwoch, dem 9. Oktober, 20 Uhr.
An der Kundgebung nehmen folgende Ehrenabordnungen der Partei und der Gliederungen teil:
1. Iahnengruppe der politischen Leiter und der DAI.
2. 60 Mann politische Leiter.
3. Iahnengruppe der SA.. Marine-SA., NSKK.
4. ein Ehrensturm der SA. von 120 Mann.
5. Hiller-Zugend 200 Mann.
6. Zungvolksührer (bis Zungzugführer).
Die SS. übernimmt mit 60 Mann die Absperrung und Kartenkontrolle.
Oessnung der Volkshalle um 19 Uhr.
Die übrigen Volksgenossen müssen sich rechtzeitig Eintrittskarten für die Kundgebung besorgen.
Vorverkaussstelleu:
Kreisleitung.
Kreiswaltung der DAI.
Geschäftsstellen der Ortsgruppen Gießen-Mitte und Gießen-Nord und die zuständigen Vlockleiter.
heil hitlert
MAGGI5 Fleischbrühe
/ beendete Vcn$üge: kräftiget, ge&chmack und feinem fteomcL
rÄ. rat"' M


