Einzelbild herunterladen

9JL<fpont

Nachdruck verboten!

11 Fortsetzung.

durch Mißverständnissen begegnen: dringend, mich jetzt mitzunehmen

hereinsehen

stiege»

Aufregung? Warum denn? .. auf Kaffee Hag umstellen!

grünen Tuchdecke und wenn er hmuvericyaure, war es ihm, als müsse er es nehmen und m viele kleine Fetzen zerreißen. Er mußte sich zuruckhalten, sonst täte er es. Und seine Gedanken arbeiteten unaus- hörlich: Wo mochte der Mann leben, den er haßte? Die Wahrscheinlichkeit sprach für die hiesige Gegend.

Wenn er nicht ständig oder vorübergehend hier wohnte, mußte er doch Verwandte oder Bekannte hier haben. Wie käme sonst sein Bild in das Gold- chmiedslädchen der kleinen Stadt. Er wollte m't Zuhilfenahme des Bildes vor allem erst im Stadt' chen Nachfrage halten.

Er fühlte feinen Haß in allen Gliedern und griff nach dem Bild, hob es dicht vor feine Augen

Sah ihm der auf dem Bild nicht herausfordernd ins Gesicht? Lächelte er ihn nicht an voll überlege-

$Gott grüß dich, Gerhard, ich freue mich, dich nach fo langer Zeit wiederzusehen!

Sie schüttelten sich kräftig die Hande

Noch immer war die Tur weit offen, so daß man von der halben Treppe aus ^,mmpr

Der kleine Herr, der Bettina noch eben zum Weitergehen aufgefordert, blieb stehen, so sehr ver­blüffte ihn die Antwort.

Bettina sagte laut und betont, als wolle sie da- - -" -inen:Ich bitte Sie

urmutHu, uuu; .....-..-Men zu Herrn Dr

Diendorf. Ick) möchte ihn sprechen. Davon hangt ^*Er "führ'sich durch das graue Gelock, stöhnte rat­los:Was wollen Sie denn von ihm, Sie kennen

Sie°^erw?derte^Doch, ich kenne ihn, er kaufte heute vormittag in unserem Läden ein Schmuck- bezahlt?" fragte der kleine

non der halben Treppe aus gut in das Zimmer hereinfehen tonnte. Draußen hatte JBettma Hoch­wald gestanden und sich Überzeugt, daß Dr. Dien- dorf und der Käufer de» Amethystanhangers die- Dr ^Dlendorf "hätte sie nicht bemerkt, die fetzt mit rafchen Schritten näherkam und plötzlich 'm Zim- mer stand/ als wäre sie au» dem Boden aufge-

1936 feine Gaufeste des Reichsbundes.

Die Gaufeste des Reichsbundes für Leibesübun­gen, die in diesem Sommer in neun von 16 Gauen mit großem Erfolg durchgeführt wurden, erfahren im nächsten Jahre mit Rücksicht auf die Olympischen Spiele eine Unterbrechung. Sie werden erst 1937 ortgesetzt. Als erster der restlichen sieben Gaue hat ich Brandenburg mit der Frage des Gaufestes be- chäftigt und als Austragungsort die Kampfbahn am Luftfchiffhafen in Potsdam vorgesehen. Dagegen werden nächsten Jahre wieder zahlreiche Kreisturn­feste abgehalten werden.

Olympia-Lichtbild-Werbeabend in Gießen.

Die Olympische Glocke ruft 1936 die Jugend der Welt zu den Olympischen Spielen nach Berlin. Deutschland wird daher 1936 der Mittelpunkt der ganzen Welt sein. Ein stolzes Gefühl für jeden Deutschen! Deutschland ist sich bewußt, welche große Aufgabe es übernommen hat! Der Führer als Schirmherr dieses Festes fordert für die Spiele die schönste und würdigste Gestaltung, die sich denken läßt. Tausend fleißige Hände regen sich, um fernen Willen zu erfüllen. Riesige Sportstätten sind tm Entstehen, ein Olympisches Dorf wird den Sports- [euten aus aller Welt in echt deutscher Gastlichkeit

forte in voller Blüte, und in zwei Haus­gärten blühen auch Birnbuschbäume. Ob­wohl die Kartoffelernte noch in vollem Gange ist, wird schon mit dem Einfahren der D i ck- wurz vegonnen, um die anfallenden Blätter ohne langes Lagern verwerten 3u können. Zum ersten­mal werden in diesem Herbst die G r ü n f utter- filos gefüllt. Im ganzen wurden im Laufe des Sommers hier zehn Einsäuerungsanlagen mit Reichszufchüfsen zur Bereitung von eiweißhaltigem Sauerfutter errichtet. Die meisten wurden aus Beton hergestellt, solche aus Holz finden sich im hiesigen Hofgut. Auf der Heimfahrt von seiner Arbeitsstätte an der Straße LangsdorfLich ver­unglückte der Arbeiter Otto Hahn von hier und brach ein Bein. Erst im Frühjahr verlor der Der- unglückte durch Steinsplitterschlag das rechte Auge.

A Bellersheim, 7.Oft. Nachdem in letzter Zeit in allen Haushaltungen Zwetschenhonig gekocht wurde, werden jetzt die verschiedenen (Sor­ten Birnen zu einem begehrten Brotaufstrichmittel zubereitet. Die Obsternte wurde in diesen Tagen mit dem Pflücken der späten Aepfelsorten wie Schöner von Boskop, Goldrenette von Blen­heim und Rheinischer Bohnapfel, sowie der letzt­reifenden Birnsorte Gräfin von Paris beendet. Sie kann als mittelgut bewertet werden.

Kreis Friedberg.

-- Butzbach, 7. Okt. Der Wetterauer O b ft m a r k t weift in den letzten Tagen, nachdem die Obsternte größtenteils geborgen ist, eine stärkere Zufuhr an allen Obstarten auf. Nicht nur erst­klassiges Tafel-, sondern auch Wirtschaftsobst wird angeboten und zu erträglichen Preisen für Erzeuger und Verbraucher abgesetzt. Für Zwetschen besteht vor wie nach sehr große Nachfrage. Die Preise sind für Zwetschen sehr hoch: gegenwärtig stehen sie zwischen 13 und 14 Mark pro Zentner. Die Zufuhr hält an.

pb. Butzbach, 7. Okt. Unter Vorsitz der Landes­leiterin des Alice-Frauenvereins (Rotes Kreuz), der früheren Erbgroßherzogin Cecilie, fand im kleinen Saal desHessischen Hofes" die Prüfung von zehn Helferinnen statt, die unter Leitung des Medizinalrats Dr. Zinher einen Ausbildungskurs in der Krankenpflege vollendet hatten. Hierzu waren weiter erschienen die Stell­vertreterin der Vorsitzenden, Frau D r a u t, Ober­schwester Grete H i l l e r, die Kreisvorsitzende, Frau Nebel, die Kreisgruppenleiterin, Schwester Else Fiedler, Rektor Dern, Bürgermeister Dr. Mörschel, Apotheker Matthäus als Führer der Sanitätskolonne, die hiesige Vorsitzende des Alicefrauenvereins, Frau Patz, und deren Ver­treterin, Frau Arnold. Die Prüflinge bestanden ihre Prüfung gut und wurden nach einer kurzen Ansprache von Schwester Fiedler durch die Vorsitzende verpflichtet. Nach kurzen Dankesworten von Frau Patz beschloß ein vom Arbeitsausschuß gegebener Kaffee, bei dem ein von Kindern der Mitglieder aufgeführtes kleines Tanzspiel vorgeführt wurde, die Prüfung.

Kreis Bübingen.

nem Hohn? v £ an r

Und dieser scharfgezeichnete Mund hatte auf Wal­lys fchöngeschwungenen Lippen geruht, diese dunk- len Augen hatten das schöne Mädchen umschmeichelt und gefügig gemacht.

Ich hasse dich, hasse dich!" keuchte er gegen bas BUd, als werfe er einem lebendigen Menschen sei­nen Grimm entgegen. ~ ri

Es klopfte. Er horte es nicht. Es klopfte noch ein­mal. Da legte er das Bild aus den Händen und rief:Herein!" _, ,,

Ein kleiner Herr stand auf der Schwelle, graues Lockenhaar strudelte um den etwas zu großen, aber gutgeformten Kopf. Erft jetzt erinnerte sich Gerhard Diendorf wieder daran, daß er ja den Detter der Mutter heute Mittag hergebeten hatte

Konrad Wilderling erkannte den fett langen Jah­ren nicht mehr Gesehenen sofort wieder fand ihn hübfch und stattlich, aber Be remden mischte sich in seine Blicke, denn Gerhard D.endorf machte fast den Eindruck als ob er mit jemand bösen Streif gehabt hätte. Und es befand sich außer ihm doch niemand ^E?'trat^langsam näher, reichte dem Jüngeren die

$ Sie nickte.Natürlich hat er bezahlt, aber fragen Sie mich, bitte, nichts mehr Herr Wilder- fing, es ist eine viel zu lange Geschichte und> es ist nur wie eine Ahnung. Lassen Sie alles Weittre bis später einmal. Es ist jetzt so eilig. Je rascher ich Dr. Diendorf sprechen kann, um so besser. Viel­leicht läßt sich dann noch die Katastrophe verhm- dern, die ich befürchte."

Konrad Wilderling stand vor einem großen Rat- fei aber Neugier war gerade nicht seine schwache Seite und er wollte sich fügen. Bettina Hochwald war kein verdrehtes, hysterisches Frauenzimmer, sondern ein liebes, kluges Mädel, er wollte es dar­auf ankommen lasten, was aus der merkwürdigen Sache herauskam. , .

Er meinte:Also wollen wir schneller gehen, da­mit Sie hoffentlich noch verhindern können, was Sie befürchten. Wir gehen zufammen in die .Krone zu Dr. Diendorf."

14. Kapitel.

Bettina holt das Bild zurück.

Gerhard Dienborf eilte, nachdem er den Gold- chmiedsladen oerlaffen, hinüber in fein fiotel. Er uberte danach, jetzt ein Weilchen ganz allein zu -in lind rieaelte sich in seinem Zimmer ein.

Tief holte er Atem. Ihm war unbeschreiblich g mute.'Was hatte er erlebt in der kurzen Zeit, seit er den Eckladen gegenüber vom Ritter betreten

Er wußte jetzt, wer es war, der ihm das Leben öde und leer gemacht. Er kannte 2war seinen Na­men noch nicht, aber den wurde er bestimmt er- ^Er"warf fatnen Hut auf das Bett, der leichte

Ueberzieher flog auf den nächsten Stuhl, er aber durchquerte das Zimmer mit hastigem Schritt. Un­ruhe faß ihm im Blut. Unruhe ließ ferne Pulse schneller schlagen, ließ ihn leise und erregt mit sich elbst sprechen. r .

Da lag das Bild auf dem Tifch, mitten auf der Tuchdecke und wenn er hinüberschaute, war

MMWMl

Roman von Anny von panhuyel Urheberrechtsschutz Auswärts-Verlag G. m. b. H., Berlin SW 68.

seifig begehrten Speisekartoffel Industrie und der für Futterzwecke dienenden Sorte Ackersegen. Die D i ck w u r z haben sich im großen und ganzen recht vorteilhaft entwickelt. Zur Zeit fängt man hier und da mit dem Heimfahren an. Nach der Ernte des sehr fpärlichen Grummets wuchs das Gras auf den Wiefenflächen Üppig heran, das nun teilweise als Grünfutfer abgemähf wird. Vielfach werden auch die grünen Fluren als Viehweiden benützt. Wider Erwarten haben sich Rot- und Stoppel- k l e e sowie Wicken derart günstig entwickelt, daß die Möglichkeit einer lang anhaltenden Grün- fütterung besteht, die für die Milchproduktion und dadurch für unsere Ernährung von bedeuten­dem Werte ist. Erfreulicherweise befassen sich nun­mehr immer mehr Bauern mit dem Anbau von Raps und Rübsen, wodurch die Oelgewin- nung aus einheimischen Produkten gefördert wird.

Kreis Alsfeld.

§ Alsfeld, 7. Okt. Dieser Tage wurde der städtische Erl ent eich ausgefischt. Das Ergebnis des Fifchzuaes war gegenüber demjenigen im Jahre 1932 wesentlich geringer. Es wurden etwa 1 Zentner Karpfen fomie mehrere kleinere Quantitäten Schleie, Aale und Hechte verkauft. Mit Rücksicht auf den vor drei Jahren erfolgten Einsatz von mehreren hundert Stück Karpfen- setzlingen wäre ein wesentlich besseres Ergebnis zu erwarten gewesen, so daß der Verdacht nicht un­begründet ist, daß zur Nachtzeit unberechtigt aus den Fischbeständen des Teiches gefischt worden ist. Der Teich wird zunächst einer gründlichen Reinigung und Ausbesserung unterzogen, um nach feiner Wiederfüllung im Winter als Eisbahn zu bienen.

st. Kirtorf, 7. Okt. Die G a u f i l m ff e l l e veranstaltete hier im Saale des Gasthauses Becker eine T o n f i l m v o r s ü h r u n a , die für die NS.- GemeinschaftKraft durch Freude" gegeben wurde. Als Hauptfilm wurde die KomödieKrach um Jo- lanthe" gezeigt, dazu wurde noch ein gutes Bei­programm geboten. Die Darbietungen fanden all­gemeinen Beifall,

ss. Grebenau, 7. Off. Um der Raumnot in der hiesigen Schule zu steuern, hat der Schulvor- stand dieser Tage einstimmig beschlossen, einen Seitenbau an der alten Schule auf­führen zu lasten, damit alle drei Klassen in einem

Hause vereinigt werden können. Dieser Beschluß wurde allgemein begrüßt. Dor einigen Tagen er­folgte bereits die Grundsteinlegung. Man hofft, bei gutem Wetter den Rohbau noch in diesem Herbst fertigstellen zu können. Die Gemeinde beschloß gleichzeitig, den Raum über dem zu schaffenden neuen Schulsaal zu einem Versammlungs­raum auszubauen und ihn sämtlichen Gliederun­gen der Partei für Schulungsabende und dergleichen zur Verfügung zu stellen.

ss. Eulersdorf, 7. Oft. Dem hiesigen Land- und Gastwirt Ludwig Roth verendeten innerhalb kurzer Zeit vier Pferde. Oa man annimmt, daß es sich um eine gefährliche und an- steckende Blutkrankheit handeln kann, die tierärztlichen Untersuchungen aber noch nicht ab­geschlossen sind, wurde die Gehöftsperre über das Anwesen verhängt.

falschen Namen. Das Bild gehört einer Kundin und soll in einen Rahmen, den sie in unserem Geschäft kaufte."

Sie schob sich vor den kleinen Herrn, den sie um einen reichlichen halben Kopf überragte.

Er wollte etwas entgegnen, wollte rufen: Da kann es ja gar keinen Irrtum geben, denn das ist doch Graf Syden, Hans Syden, der im Waldschlößchen daheim ist, wenn er auch längst In der großen Welt draußen beruflich tätig ist!

Aber die Augen Bettinas waren mit zwingendem Blick auf ihn gerichtet. Sie baten und befahlen zu gleicher Zeit: Verschweige den Namen!

Und Konrad Wilderling schluckte ein paarmal, schluckte hinunter, was sich über feine Lippen drän- gen wollte.

Wer ist der Mann, Onkel Konrad?" fragte jetzt Gerhard Diendorf.

Wer ist der Mann? Don grenzenlosem Haß durch­tränkt war jede Silbe, und um den Mund, der die Frage getan, lag Verachtung.

Konrad Wilderling machte eine Bewegung des Bedauerns.

Ich habe mich tatsächlich vorhin getauscht, als ich glaubte, den Herrn auf dem Bild zu kennen. Jetzt sehe ich aber ein, eine Ähnlichkeit hat mich genarrt. Keine Ahnung habe ich, wer er ist."

Bettina warf ihrem Helfer einen dankbaren Blick zu.

Gerhard Diendorf lachte kurz auf.

Warum unterstützst du die Lüge, Onkel Konrad?

Er trat an das Fenster und blickte hinaus, es war, als müsse er etwas abseits von den beiden anderen überlegen, wie er sich weiter verhalten ^Konrad Wilderling, dem das Wort Lüge ärgerlick war, rief fast heftig:Zum Teufel, Junge, ich kenne den Menschen nicht."

Merkwürdigerweise dachte Gerhard Diendorf nicht daran, die Photographie an sich zu nehmen, fein Gedanfe fam ihm an die Gefahr, das schlanke blonde Mädchen könne sich gewaltsam des Bildes bemächtigen. Jeder Nerv zitterte in ihm und er fann, wie holte er nur die Wahrheit aus Konrad Wilderling heraus, der zur Lüge beeinflußt worden war von seiner Schülerin.

Es herrschte tiefes Schweigen in dem Hotel- ^^Bettina zog dem alten Musiklehrer die Photo- graphie aus Der Hand und erreichte mit ein paar großen gleitenden Schritten die Tür. Leise drückte sie die Klinke nieder und betrat den Gang des ersten Stockwerkes.

Kein Mensch war hier zu sehen, auch auf der Treppe begegnete ihr niemand, und der Portier unten sprach eifrig mit einigen Damen, deren Koffer der Hausdiener eben niedersetzte. Es waren Fremde, die mit dem Mitfagszuge angekommen.

(Fortsetzung folgt!)

seine Pforten öffnen. Jeden deutschen Volksgenossen wird es interessieren, die Vorbereitungen zu den Olympischen Spielen aus eigener Anschauung kennenzulernen. So ist es zu begrüßen, daß der Reichsbund für Leibesübungen durch denHilfs- fond für den deutschen Sport" im Auf­trage der Propaganda-Abteilung des Reichssport­führers in Kürze auch in unserer Stadt einen Werbeabend abhalten will, bei dem neben sport­lichen und gymnastischen Hebungen in einem inter- essant ausgearbeiteten Lichfbildvortrag das Werden dieser großen Sportstätten anschaulichst gezeigt roirb.

Mannschastskampf

der hessischen Schulen.

Höhere Privatschule Provlnzfieger.

Die von der Landesregierung für das Sommer­halbjahr 1935 angesetzten Mannschaffskämpfe und Spiele in den hessischen Schulen wurden mit dem Mannschafts-Vierkampf der Oberstufe in der Provinz Oberhessen beendet. Als Wettkampf­übungen waren ausgeschrieben: 50-m-Schwimmen beliebig, Keulenwerfen, 100-m-Hindernislauf und

Jetzt schloß sie die Tür, sagte leise und doch voll Heftigkeit und Drängen zu Gerhard Diendorf:Ich ersuche Sie, mir sofort das Bild zurückzugeben, das Sie sich heute, drüben in unserem Laden, wider- rechtlich und heimlich angeeignet haben. Man nennt das Diebstahl, Herr Doktor."

Gerhard Diendorf wurde es nicht klar, wie das schlanke Mädel, die ihn vorhin im Ecklädchen drü­ben bedient, so unvermutet m sein Zimmer gekom­men. Er starrte sie zuerst an wie einen Geist, faßte sich aber rasch und fragte schroff:Was fällt Ihnen ein, hier ohne Erlaubnis einzudringen und mich des Diebstahls zu beschuldigen? Diebstahl! Die Bezeich­nung ist doch etwas sehr stark für das, was ich getan. Ich brauchte das Bild und nahm es mir heimlich, weil Sie es mir ja doch nicht gegeben hätten. Verklagen Sie mich, das steht Ihnen frei, aber mit der Zurückgabe des Bildes brauchen Sie auf keinen Fall zu rechnen. Mir liegt viel an dem Bild, deshalb behalte ich es!"

Keine Silbe begriff Konrad Wilderling von dem, was die beiden Menschen redeten. Es war doch gar nicht möglich, daß Gerhard Diendorf ein Bild ent- wendet hatte.

Er schüttelte verständnislos den Kopf.

Bettina, um was für ein Bild handelt es sich denn?"

Dr. Diendorf blickte den alten Herrn feindselig an.

Ach so, die Dame kam mit dir, gehört irgendwie 5 Konrad Wilderling erwiderte sofort:Bettina Hochwald ist meine beste Klavier- und Gesangs­schülerin und bat mich, als wir uns vorhin zufällig trafen und ich erzählte, wohin ich ginge, um die Erlaubnis, mitkommen zu dürfen. Weiter weiß ich nichts"

Gerhard Diendorf erklärte:Es handelt sich um eine Photographie, die ich gelegentlich eines Ein­kaufs für Mutter in dem Laden drüben entdeckte. Ich eignete mir die Photographie an, weil sie für mich unendlich wichtig ist. Mag man mich, rote gefagt, verklagen, ich habe nichts dagegen, aber ich werde das Bild nicht wieder herausgeben.

Konrad Wilderling mußte tpieber den Kopf schüt­teln. Er begriff natürlich auch jetzt noch nichts, gar nichts. Ihm war es, als spiele er in einzelnen wirr herausgerissenen Szenen eines Theaterstückes mit, dessen Gesamtinhalt er nicht kannte

Er entdeckte plötzlich die große Photographie auf öem Tisch, die Gerhard Diendorf, als es angeklopft, schnell aus der Hand gelegt

Nur einen halben Schritt brauchte er zu machen, um danach langen zu können. Er tat es, fragte jetzt sehr interessiert:Geht der Streit um diese Photographie? Ja, meiner Seel und Gott, das ist ^Ehe er den Namen aussprechen konnte, stieß ihn Bettina rücksichtslos an, unterbrach ihn: -Wenn Sie glauben, den Herrn zu kennen, irren Sie sich, Herr Wilderling. Nennen Sie, bitte, irrtümlich keine

Einführung der neuen Beigeordneten und Ratsherren in Butzbach.

pb. Butzb ach, 7.Ott. Die neuen Beigeord­neten und Ratsherren wurden nach vor­heriger Vereidigung durch Kreisleiter Seipel von Bürgermeister Dr. Mörschel verpflichtet. Der nunmehrige Stadtrat besteht aus folgenden Mitgliedern: Vorsitzender Bürgermeister Dr. M ö r schel; Beigeordnete: Angestellter Heinrich W e i ck - Hardt, Angestellter Konrad Sann; Ratsherren: Schreinermeister Emil Diehl, Schneidermeister Adam Diehl, Tierarzt Dr. Karl Halb faß, Werkmeister Christian Her t körn, Strafanstalts- oberwachtmeister Heinrich Klee, Kaufmann Viktor August Kraft, Strafanstallsoberwachtmeister Gg. Quans, Studienrat Dr. August Röschen, Landwirt Heinrich Sauerbier, Postassistent Heinrich Reitz, Leitungsrevisor Peter Essinger. Schottener Besuch bei den Oberhessen

in Neuyork.

s. Schotten, 7. Oft. In Neuyork besteht schon seit 50 Jahren ein von Ausgewanderten einst gegründeterSchottener MännerchorNeu- y o r k", dem viele Oberhessen und Schotte­ner angehören. Der Verein feiert im Dezember 1935 in großem Ausmaß fein goldenes Jubiläum. Er ist einer der angesehensten und größten deutschen Vereine von Neuyork. Der Verein wünscht, wie wir einem imSchottener Kreisblatt" abgedruckten Brief entnehmen, daß bei dieser Feier auch das Stadt- oberhaupt von Schotten, dessen Namen er trägt, zugegen ist und hat daher den Bürgermeister M e.n g e l als Gast zu sich eingeladen, ihm auch die Karten für die Hin- uno Rückfahrt auf dem Damp­ferNeuyork" der Hapag zur Verfügung gestellt. Der Bürgermeister wird unsere Vogelsberger Hei­mat, die Stadt und den hiesigen Männerchor bei den Feierlichkeiten vertreten und Mitte November ab reifen.

Landkreis Gießen.

*Y* Watzenborn-Steinberg, 7. Oktober. Dieser Tage konnte der Veteran von 1870/71 Balthasar Happel, Schlageterstraße, in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 8 6. Ge­burtstag feiern. Dem Jubilar wurde aus diesem Anlaß ein Bild des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler mit persönlicher Unterschrift und

ch Nidda, 7. Okt. Heute vollendete Oberamt- mann Schuch, eine weit und breit geschätzte Per­sönlichkeit, Pachter des dem Grafen Stolberg- Wernigerode gehörigen Hofgutes Schleifeld, in geistiger und körperlicher Rüstigkeit das 8 0. Le­bensjahr. Da er das Hofgut im Jahre 1885 übernahm, fo ist er in der glücklichen Lage, in diesem Jahre auch das 50jährige Pachter» iubiläum zu begehen.

tt. Mittleres Niddatal, 7. Okt. Allent­halben geht die Kartoffelernte dem Ende entgegen, bei vielen Bauern ist sie des günstigen Wetters wegen bereits erledigt. Während die Früh­kartoffeln, Je nach Lage der Aecker, infolge der langen Trockenheit viel zu wünschen übrig liehen, haben sich die Spätkartoffeln durch den noch recht­zeitig einfetzenden Regen fast gut entwickelt. Der Ertrag reicht jedoch nicht an den des Vorjahres , heran. Zufrieden ist man mit der Menge der all-

ein Geldgeschenk überreicht.

! Aus dem südlichen Kreise Gießen, 7. Okt. Die Kartoffelernte nähert sich ihrem Ende. In dieser Woche werden wohl die letzten Aecker geleert werden. Der Ertrag ist durchweg recht gut, wenn die Ernte auch nicht so reichlich ausfällt, wie im vorigen Jahre. Bei gutem Dung und richtiger Pflege ergeben die verschiedenen Sor­ten fast gleichmäßige Erträge. Hier und da hört man freilich Klagen, daß sich die Schalen noch nicht genügend erhärtet haben, eine Folge von dem späten Regen, der noch viel Nachwuchs erzeugte. Trotz des trockenen Sommers sind fast keine Feldmäuse vorhanden, dagegen findet man im Boden zahl­reiche Engerlinge, Drahtwürmer und graue Erd­raupen. Doch ist der Schaden, den dieses Ungeziefer angerichtet hat, nicht sehr groß. Im Anschluß an die Kartoffelernte beginnen nun die Bauern mit dem Einfahren der Dickwurz und Kohlraben. Das Gemüse zeigt einen prächtigen Stand und wächst noch gut. Der Winterroggen ist fast überall schon ausgefät worden.

Obbornhofen, 7. Ott. Nach dem vom Kreisamt Gießen genehmigten Gemeinderatsbeschluh werden dem Bürgermeister zwei Beigeord­nete und vier Gemeinderäte zur Seite stehen. Der neue Ortsvorstand besteht in Zukunft aus Bürgermeister Kammer, den Beigeordneten Heinr. Glockengießer und Zellenwart Rudolf Kämmerer, den Gemeinderäten Heinr. Block, Bahnhofstraße, Lorenz Hahn, Richard Le sch- Horn und Heinr. K u 11 m a n n als landwirtschast- lieber Ortsfachberater. In der FlurAuf dem Gänsberg" stehl ein Apfelbaum einer Lokal-

Oer NGKK-Gruppenführer an die HZ.

Kameraden der Hitlerjugend!

Wenn euch das Nationalsozialistische Kraftfahr» korps zur groß angelegten Werbeaktion einen Gruß zuruft und vollen Erfolg wünscht, so geschieht dies freudig und aufbauend auf der aus Zusammen­arbeit gewordenen wahren Kameradschaft. Die vielen Hunderte von Junggenossen, die die Lehrgänge un­serer Motorsportschulen besucht haben, uno die Kameraden der HJ.-Motoreinheiten sind die Garan­ten dieser Kameradschaft und die Förderer unserer motorsportlichen Ziele. Wenn in diesen Tagen euer Reichsjugendsührer Baldur von Schirach und unser Korpsführer Hühnlein diese Zusammen­arbeit durch neue Vereinbarungen vertieft haben, so kann uno wird dies nur HI. und NSnK. fester denn je zusammenschweißen.

So begrüße ich euch Kameraden im Namen aller NSKK.-Führer und -Männer der unterstellten Motorbrigaden Kurhessen und Darmstadt.

Heil Hitler! NSKK.-Motorgruppe Hessen:

Richard Prinz von Hessen Oberführer.