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Sparkassen und Wirtschastsbelebung.

Reichsbankpräsident Or. Schacht auf der Generalversammlung des Sparkaffenverbandes.

Berlin. 6. April. (DNB.) Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband hielt in Berlin die alljährlich stattfindende Generalversamm­lung ab. Es wurde eine Aenderung der Satzungen beschlossen. Der Verband ist als die zuständige Fach­gruppeSparkassen" innerhalb der Reichsgruppe IV Banken" und damit innerhalb des Gesamtrahmens der gewerblichen Wirtschaft anerkannt worden. Der langjährige und verdiente Führer der Sparkassen­organisation, Präsident Dr. Kl e in e r, ist in den Ruhe st and getreten. Gleichzeitig hat der Reichswirtschaftsminister zum neuen Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes Mi­nisterialdirektor Dr. Heintze bestellt.

Reicksbankpräsident Dr. Schacht betonte, daß durch die Umgestaltung der Satzungen den Spar­kassen die Möglichkeit geschaffen worden ist, sich innerhalb der deutschen Wirtschaft die ihnen ge­bührende Stellung zu sichern und auch künftighin nur das eine hohe Ziel zu verfolgen: den S p a r - sinn zu pflegen, die Spartätigkeit zu fördern und das angesammelte wertvolle Spar­gut der Nation im Einklang mit den Zielen der Reichsregierung richtig zu verwalten. Die regionalen Verbände müßten ebenfalls als künftige bezirkliche Untergruppen der Sparkassen­berufsvertretung in die Wirtschaftsorganisation ein­bezogen und ihre Verfassung so gestaltet werden, daß sie wirkungsvoll unter Führung des Staates

in eigener Selbstverwaltung ihre Kräfte der För­derung des Sparkassenwesens widmen könnten.

Das Anwachsen der Einlagebestände bei den Sparkassen und die zunehmende Belebung des Spargeschäftes sind der Niederschlag der von der Reichsregierung eingeleiteten Arbeitsbeschaffungs­maßnahmen. Die erfreuliche Entmicklung der Dinge beweist klar die Richtigkeit und die Wirksamkeit die­ser Maßnahmen. Durch die steigenden Einlagen werden die Sparkassen in den Stand gesetzt, der örtlichen Wirtschaft Kredite zur Ver­fügung zu st e ll e n. Die Entwicklung' ist ihnen aber auch zugleich willkommene Möglichkeit, zu ihrem Teil das Arbeitsbeschaffungsvro- gramm der Reichsregierung durch Ueber- nähme langfristiger Anleihen weiter zu fördern und damit wiederum erneut Leben in die gesamte deutsche Wirtschaft zu tragen.

Der neue Präsident Dr. Heintze unterstrich be­sonders, daß es sich darum handelt, dem Mittel­stand und den minderbemittelten Volks­schichten unter allen Umständen die Gelegenheit zu erhalten, ihre Ersparnisse sicher und mit ange­messenem Nutzen für jeden einzelnen anzulegen und dann die so angesammelten Gelder bei voller Wah­rung der Sparinteressen nach nationalwirtschaftlichen Gesichtspunkten auf dem Geld- und Kapitalmarkt richtig einzusetzen.

Handball im Gau XII.

Die Ergebnisse der Gauliga.

Tv. 61 Eschwege Tura Kassel 11:2; Tv. Kirch­bauna 1900 Gießen 11:1; Kurhessen Kassel Tv. Wetzlar 5:5; Hanau 1860 Hessen-Preußen Kassel (Frauen) 1:2.

Tv. Kirchbauna Gießen 1900 11:1 (4:0).

In ihrem letzten Verbandsspiel mußten die 1900er noch einmal eine empfindliche Niederlage hinnehmen, die, was vorausgeschickt werden muß, in dieser Höhe allerdings die Geschehnisse nicht ganz richtig wiedergibt. Der Gastgeber war wohl überlegen, aber die infolge eines unglück­lichen Umstandes nur mit zehn Mann spielenden 1900er schlugen sich recht tapfer, hatten aber mit ihren Würfen ausgesprochenes Pech. Vier soge­nannte totsichere Chancen konnten dadurch nicht zu Erfolgen führen, daß die Bälle an die Latte bzw. den Pfosten gingen.

In den ersten zehn Spielminuten fanden sich beide Parteien mit dem glatten Boden und nassen Ball sehr schlecht ab. Beide Tore kamen zwar in Gefahr, Zählbares konnte jedoch nicht erreicht werden. Den ersten Treffer erzielte Kirchbaunas ausgezeichneter Halbrechter Schmidt. Derselbe Spieler ließ wenig später ein zweites Tor folgen. Das Spiel blieb weiter offen. Trotzdem muhte der gut und aufopferungsvoll arbeitende 1900er Hüter Enders bis zur Pause noch zweimal hinter sich greifen. Nach dem Wechsel wurde der Kampf­verlauf noch wechselvoller. Im Gegensatz zu den Spielvereinigungsleuten vermochten die Kirchbau- naer die jeweilige Ueberlegenheit in Toren aus­zudrücken, meist allerdings durch verwandelte Strafwürfe. Das Ehrentor für 1900 erzielte Krüger, ebenfalls durch Strafwurf. Mit seinen übrigen Würfen hatte dieser Spieler das bereits erwähnte Pech, allerdings machte sich das Fehlen der etatsmäßigen Halbstürmer stark bemerkbar.

DfB.-Reichsbahn Vorwärts Bockenheim 9:4 (3:4).

Auf dem Waldsportplatz trafen sich beide Mann­schaften zum Freundschaftsspiel. Der angesetzte Schiedsrichter war nicht erschienen. Es leitete ein Handballspieler vom Platzverein. Der Platz war durch die schlechte Witterung fast unbespielbar.

Demzufolge konnten die beiden Mannschaften ihr wirkliches Können nicht zeigen. Die Gäste fanden sich zuerst mit der gegebenen Lage ab und konnten den Gießener Tormann bis zur Halbzeit viermal schlagen, während die VfBer nur drei Tore erziel­ten. In der zweiten Halbzeit kamen die Gastgeber besser ins Spiel. Der gesamte Gießener Sturm, besonders der Halblinke, machte derVorwärts"- Verteidigung viel zu schaffen. Eine merkbare Er­müdung der Gäste, die die VfBer geschickt aus- nutzten, brachte noch fünf Erfolge für die Ein­heimischen. Beide Mannschaften verdienten em Gesamtlob für ihren ritterlichen Kampf. Der Schiedsrichter war nicht ganz regelfeft.

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VfB.-Reichsbahn siegt.

Die Kämpfe des gestrigen Sonntags bedeuteten für die Gießener nach den Spielverlusten der letzten Wochen einen großen Erfolg. Sämttiche ins Feld gestellten Mannschaften konnten nicht nur ihre Spiele siegreich beenden, sondern sie zeigten auch spielerisch hochwerttge Leistungen. Es erscheint so­mit die Annahme gerechtfertigt, daß sich die Krisis der Fußballmannschaften ihrem Ende nähert.

Vfv.-Reichsbahn Liga Sportverein Somborn 09 Liga 3:2 (3:0).

Leider hatten sich durch die Witterungsverhält­nisse viele Zuschauer von dem Besuch des Spieles abhalten lassen. Sie versäumten einen rassigen Kampf. Die Gäste traten mit drei Mann Ersatz an und spielten den Fußball, den man von süddeutschen Mannschaften kennt. Hauptstützen der Mannschaft waren der linke Verteidiger und der linke Läufer. Die Leistungen der zwei Torwächter es fand während des Spieles ein Austausch auf diesem Posten statt waren hervorragend.

Dem Unparteiischen Philipp, der korrekt und sicher seines Amtes waltete, stellten sich die Hiesigen mit Becker; Hauptfeld, Lehrmund; Leutheuser, Knauß, Heß; Mattern, Ranft, Wlodareck, Erben, Fehling. Becker war, wie gewohnt, sehr gut. Die Verteidigung zeigte besonders während der Drang­periode der Gäste eine überragende Leistung. Knauß mußte in der ersten Halbzeit als der beste Mann auf dem Platze angesprochen werden. Heß war in der Abwehr und im Aufbau gleich gut. Leutheuser

s enttäuschte ernetiL In dem Sturm überragte Crb«k Die übrigen Stürmer bis auf Makkern waren besser als sonst.

Beide Mannschaften beginnen in heftigem Tempo. Langsam wenden nie Gastgeber überlegen und dik­tieren bis zur Halbzeit die Kampfhandlung. Eine Vorlage von Knauß zu Fehling verwandelt dieser mit einem scharfen unhaltbaren Schuß zur 1:0- Führung. Gegenangriffe der Gäste finden die Hin- termannschast auf dem Posten. Einen gut auf- gebauten Angriff der Hiesigen leitet Erben zu dem Mittelstürmer, der zum 2:0 verwandelt. Dann bricht Erben allein durch. Sein Schuß bleibt aber buchstäblich im Schlamm stecken. Eben noch hatte Wlodareck aus acht Meter das freie Tor nicht fin­den können, als schon wieder die Gießener im Strafraum der Gäste sind. Aus einem spitzen Win­kel zieht Atattern den Ball in die linke obere Tor­ecke. Der Halbzeitstand von 3:0 ist erreicht.

Nach Wiederbeginn schnüren die Gäste ihren Geg­ner in dessen Spielhälfte ein. Eine Vorlage des Mittelstürmers zum Halbrechten: dieser verkürzte aus 3:1. Langsam stellen die Gastgeber wieder das Gleichgewicht des Feldspieles her. Ihr Sturm hat sich aber zu sehr verausgabt. Auf der Gegenseite begeht Hauptfeld ein Foul. Den verhängten Ekf- meter schießt der Mittelstürmer flach in die Ecke. Beim Schlußpfiff stellt Gießen den verdienten Sieger.

Deutsche

Kreiballonmeisterschafteu 1935

In Anwesenheit einer vieltausendköpfigen Zu­schauermenge ging Sonntagabend auf dem Alten Kavallerie-Exerzierplatz bei Darmstadt der zweite Start zur Ausscheidung für das Gordon-Bennett- Rennen vor sich. Bekanntlich war der erste Start am 17. Februar dem Sturm zum Opfer gefallen. Zum Start hatten sich neben der gesamten Leitung des Wettbewerbs der anläßlich der Bauerntagung in Darmstadt anwesende Reichsernährunasminister Darre und der Reicksstatthalter in Hessen, Gau­leiter Sprenger, etngefunben. Der Reichsstatt­halter richtete an die Ballonmannschaften einen herzlichen Willkommengruß und gab im Namen des Reichsluftfahrtministers, General der Flieger Göring, mit einem herzlichenGlückab" um 18.10 Uhr den Start frei. Der Start der dreizehn Ballone ging glatt vonstatten.

Starke Böen machten lediglich den beiden Post­ballonen zu schaffen.Höchst a.M." mit Dr. Land­mann als Führer kam noch gut ab, aberZeppelin" mußte am Waldrand niedergehen und entleert wer­den. In der Gondel dieses Ballons war Dr. Laven vom Reichssender Frankfurt, der eine Reportage geben wollte. Der starke Aprilwind führte die Ballone mit etwa 13 km Stundengeschwindigkeit in nordwestlicher Richtung. Die Mindeststrecke für die im Wettbewerb liegenden Ballone beträgt 750 km, so daß von einem etwa plazierten Ballon kaum vor Dienstag eine Landemeldung zu erwarten ist.

Rund um den Fußballsonniag.

Auftakt zur deutschen Meisterschaft 1935.

Mtt acht Spielen begannen am ersten April­sonntag die Spiele um die Deutsche Fußball-Meister­schaft 1935. In Gruppe 1 blieben die beiden Mannschaften aus dem deutschen Osten ohne Sieg, wie man es erwartet hatte. Porck Insterburg wurde in Chemnitz von der dortigen Polizei mit 6:1 (2:1) geschlagen und Vorwärts-Rasensport Gleiwitz ver­lor in Berlin gegen den deutschen Altmeister Hertha- BSC. Berlin mit 0:2 (0:1). Hier stehen also nach dem ersten Spieltag Chemnitz und Berlin mit je 2:0 Punkten an der Spitze.

In der Gruppe 2 gab es eine Ueberraschung, da der Nordmarkmeister Eimsbüttel auf eigenem Platze gegen Hannover 96 mit 1:3 (0:1) unterlag. Dagegen setzte sich der deutsche Meister Schalke 04 wie erwartet klar gegen den Stettiner SC. mit 9:1 (7:1) durch. Hier führen nun Schalke und Hannover 96 mit je 2:0 Punkten die Tabelle an.

In Gruppe 3 siegte. Hanau 93 überraschend glatt mit 3:0 (2:0) über den württembergischen Meister, den VfB. Stuttgart, während die Spvg. Fürth wesentlich knapper als erwartet gegen den Meister des Gaues Mitte, den 1. SV. Jena, mit 2:0 (2:0) gewann. Hier sind nach dem ersten Spiel­tage Hanau und Fürth mit je 2:0 Punkten die Ersten.

In der G^ruppS 4 gab es auch eine Hebe» rafchung, da sich Bavens Meister DfR. Mannheim auf eigenem Platze vom VfR. Köln mit 3:2 (lil) schlagen lieh. Da sich der VfL. Benrath und dev Südwest-Gaumeister Phönix Ludwigshafen unenfr schieden mit 0:0 trennten, steht hier Köln mit 2:0 Punkten allein an der Spitze.

Zwei deutsche Hockey-Giege.

Frankreich in Paris 7:1 (4:1) geschlagen.

Zu einem durchaus verdienten Siege kam ditz deutsche Hockey-Nationalmannschaft am Sonntag ttf Paris vor nur 1000 Zuschauern im Länderkampf gegen Frankreich. Die Deutschen waren technisch und im Zusammenspiel ihren Gegnern weitaus überlegen. Das Glanzstück unserer Elf war der Angriff, aber auch die anderen Mannschaftsteils waren besser als die der Franzosen, und der hohs 7:1-Erfolg entspricht vollkommen dem Spielverlauf.

Und 2:0-6rfolg über die Schweiz.

Auch unsere zweite Hockeyelf, die am Sonntag einen Länderkampf in Zürich gegen die Schweiz austrug, errang einen sicheren Erfolg. Vor 1500 Zuschauern entpuppte sich die Schweizer Mann­schaft in Luzern als ein überraschend starker Geg­ner, den unsere Elf nur 2:0 (2:0) begroingetf konnte. Unser schußentscklossenerer Sturm ent» schied das Treffen, doch hätten die tapferen Eid­genossen zumindest einen Ehrentreffer verdient. Dis deutsche Abwehr schlug sich ganz hervorragend und ließ keinen Erfolg der Gegner zu.

Briefkasten der Redaktion.

(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schristloitung.)

I. H. E. in h. Wenn Ihnen das Angeln infolgS des Schleusenbaues, also infolge eines Umstandes» den weder Sie, noch der Verpächter zu oertreteii haben, unmöglich geworden ist, bann hat ber Ver­pächter ben Anspruch auf den Pachtzins verloren. Ist die Ausübung des Fischrechts nur teilweise un­möglich gemacht, bann können Sie Herabsetzung des Pachtzinses in bem Verhältnis verlangen, in dem zur Zeit des Abschlusses des Pachtvertrages des Wert des ganzen Fischrechts zum Wert des möglich gebliebenen Teils gestanden haben würde.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes Ausgabeort Frankfurt.

Die Umgestaltung der Großwetterlage hat weiters Fortschritte gemacht. Dabei brachte eine Zufuhr feuchter ozeanischer Luft bei uns ergiebige Regen« fälle, aber auch Temperaturanstieg. Voraussichtlich wirb sich jetzt sogar eine Zufuhr subtropischer Warm­luft einstellen und vorerst weitere und zum Teil recht ergiebige Regenfälle bedingen, voraussichtlich aber auch merkliche Wärmezunahme bringen.

Aussichten für Dienstag: Weiters Regenfälle, auch gelegentlich Aufheiterung und bei lebhaften südwestlichen Winden recht mild.

Aussichten für Mittwoch: Fortdauer der recht milden, aber immer noch zu einzelnen Regen­fällen neigenden Witterung.

Lufttemperaturen am 7. April: mittags 4,2 Grad Celsius, abends 7,2 Grad; am 8. April: morgens 6,6 Grad. Maximum 8,7 Grad, Minimum0,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. April: abends 5,1 Grad; am 8. April: morgens 3 Grad Celsius. Niederschläge 9,8 mm. Son­nenscheindauer 1,3 Stunden.

Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. HI. 35: 11229. Druck und Verlags Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

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