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bündeke sich mit Marxisten im6 Kommunisten. Es wagte an einer Stelle sogar um einiger Stimmen willen ein Bündnis mit den Polen; aber es mußte davon zurücktreten. Eine Splittergruppe, die genö­tigt werden mußte, den betrügerischen Namen Nationale Front" aufzugeben, verband sich mit Marxisten und Zentrum. Der ganze widerliche und schmutzige Schacherbetrieb, in dem jeder einen joden und alle sich selber betrügen, spielte noch einmal vor unseren erstaunten Äugen sein unsauberes Spiel. Gegen oie eine nationalisoziali- stische Partei, die in Danzig seit zwei Jahren Die deutsche Partei schlechthin ist, boten sechs Gegenparteien, darunter fünf ,-deut­sche", ihr Fähnlein und ihre parlamentarischen Heckenreiter auf. Nichts hielt sie zusammen als der Haß gegen die, wie im Saargebiet, so in Danzig organisch sich auswirkende große deutsche Bewegung und Erneuerung. Gegen eine Macht sechs Ohnmächte. Ihre Gemeinsamkeit mußte gerade dazu ausreichen, um gemeinsam geschlagen zu wer­den. Sie sind geschlagen worden. Es kam, wie jeder, der sehen wollte, es voraussah. Die Schwar­zen und die Roten wurden aufs Haupt geschlLgen; die absolute Mehrheit der NSDAP, geht nicht ge­schwächt, sie geht gewaltig gestärkt aus die­sem Wahlkampf hervor.

Sauleiter Forster verkündet das Wahlergebnis. Danzig, 8. April. (DNB.) Vor der Bekannt­gabe des Ergebnisses der Wahlen im Danziger Rundfunk hielt der Danziger Gauleiter der NSDAP. Albert Forster eine kurze Ansprache, in der er u. <l sagte: Der Sieg der nationalsozialistischen Be­wegung ist über w ä ltigend. Bon rund 230 000 abgegebenen Stimmen hat die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei allein 140 000 Stimmen erhalten. Damit ist vor aller Welt der Beweis ge­liefert, daß durch >das Bekenntnis der übergroßen Mehrheit der Danziger Bevölkerung zum National- fozialismus Danzig eine urdeutsche Stadt ist. Die anständigen Deutschen in Danzig haben durch ihren Einsatz für die nationalsozialistische Weltanschauung dem Führer Adolf Hitler ihren Dank abgestattet. Wir National­sozialisten wollen an diesem historischen Tage unser Gelöbnis erneuern, auch in Zukunft dem Führer treu und gehorsam zu folgen zum Wohle unserer herrlichen Bewegung und zum Segen Deutschlands.

Or. Nauschning im Ausland.

Danzig, 7. April (DNB.) Der frühere Danziger Senatspräsident Dr. Rausch- ning, der wegen schwerer Dertrauensbrüche aus der NSDAP, ausgeschlossen wurde, hat nach einer Meldung desDanziger Vorpostens" in der vergangenen Nacht Danzig verlassen und sich ins Ausland begeben. Die auf diese Mel­dung hin angestellten Ermittlungen haben ergeben, daß Dr. Rauschning in seiner Sandiger Wohnung tatsächlich nicht mehr aufzufinden ist. Nach zuverlässigen Nachrichten soll Dr. Rausch­ning sich bereits im Ausland befinden. Dr. Rausch­ning hatte noch am Samstagfrüh, also unmittelbar vor dem Abschluß der Danziger Wahlen, in der Presse der Sozialdemokratie und des Zentrums einen offenen Brief an den Danziger Gauleiter Forster veröffentlicht, der nach Form und Inhalt den Tatbestand des Landesverrats erfüllt und sich in keiner Weise von den übelsten Erzeugnissen der Separa­tisten und Emigranten unterschied. Es ist bezeich­nend, daß er noch vor Beendigung der Danziger Wahlen durch Flucht ins Ausland die Folgerung aus seinem Handeln gezogen hat.

Wieder einmal böswillige Gerüchtemacherei im Auslande.

Berlin, 7. April. (DNB.) In ausländischen Zeitungen verschiedener europäischer Länder sind am Samstaa Meldungen des Inhaltes erschienen, daß das LuftschiffGraf Zeppelin" 808-Rufe ausgesandt habe und in den Ozean abgestürzt ser. Geradezu grotesk aber wirken diese Gerüchte, wenn man dann weiter liest, daß an Bord des nach Südamerika fahrenden Luft­schiffes sich ausgerechnet vier Tage vor seiner Hoch­zeit der preußische Ministerpräsident General der Flieger Hermann Göring und seine zukünftige Gattin Frau Emmy Sonnemann befunden hätten, und daß beide das Opfer des angeblichen Zeppelinunfalles geworden feien. Das Luftschiff Graf Zeppelin", das am Samstag in Friedrichs­hafen gestartet ist, steht in ständiger funk­telegraphischer Verbindung mit Ham­burg und hat erst am Sonntagmittag seine letzte Positionsmeldung von Kap Palos an der spanischen Küste gegeben. General Göring befand sich zu der Zeit des angeblichen Zeppelinunfalles auf einer Besichtigungsfahrt in O st preußen.

Genau so unsinnig sind in London erschienene Meldungen über ein angebliches Attentat, das auf Reichsminister Dr. Goebbels in Danzig verübt worden sein soll. Reichsminister Dr. Goeb­bels ist nach seinem Danziger Besuch, der sich von Anfang bis Ende unter den Augen der ganzen Danziger Bevölkerung abspielte, noch am Samstagabend auf dem Flughafen Danzig- Langfuhr zum Rückflug nach Berlin gestar­tet, und kurz nach 11 Uhr abends wohlbehal­ten in Berlin wieder eingetroffen. Bei 'ben Gerüchten von dem angeblichen Danziger Attentat handelt es sich offenbar um letzte Machen- ichaften der Danziger Opposition, die hoffte, mit derartigen Gerüchten Verwirrung stiften zu können.

Die Volksiumsarbeit

des VOA.

Die Bundesleitung des BDA. tagt in Dresden.

Dresden, 7. April. (DNB.) Die Bundeslei­tung des VDA. hielt in Dresden eine Arbeits­tagung ab, die mit einer geschäftlichen Sitzung be­gann. Bundesleiter Dr. Steinacher gab ein umfassendes Bild der Lage bei den deutschen Aus­landsgruppen, aus dem sich ergab, daß gerade die letzte Zeit wieder schwere Schläge gegen deutsche Auslandsgruppen gebracht hat. Die Uebersicht über die Geschäftslage des VDA. ergab ein in jeder Beziehung befriedi­gendes Bild der organisatorischen und finan­ziellen Aufwärtsentwicklung. Entsprechend dem Mitgliederzuwachs und der damit verbun­denen Erweiterung der Aufgaben des VDA. haben sich seine Ausgaben und Einnahmen gegenüber 1933 ungefähr verdreifacht.

Im weiteren Verlauf der Tagung wurden die Bestrebungen und Organisationen anderer Völ­

ker zur Unterstützung ihrer Volksgenossen im Auslande erörtert Dabei wurde darauf verwiesen, daß Polen eine planmäßige und in den Me­thoden der volksdeutschen Arbeit des VDA. in man­cher Beziehung ähnliche Pflege der Bezie­hungen zum Auslandspolentum be­treibe. Hierher gehören: Die Anknüpfung kultureller und wirtschaftlicher Beziehungen, soziale Hilfsmaß­nahmen, Tagungen, Sammlungen und Entschlie­ßungen. Grundsätzlich fordern auch die polnischen Volkstumsorganisationen Achtung jedes Volks­tums, Gleichberechtigung aller Nationen und die loyale Mitarbeit im fremden Staate. In Italien wurde 1889 die Dante-Alighieri-Gesellschaft, die sich vor allem i n S ü d t i r o l, daneben aber auch in Dalmatien, auf Malta und in Griechenland betätigt, gegründet. Mussolini hat seinerzeit der Gesellschaft in begeisterten Worten seinen Dank für ihre geschicht­liche Leistung und für ihre weitere Arbeit ausge­sprochen. Auch in anderen Staaten wie Frank-

t e I ch, den baltischen Ländern tntti den südosteurö- päischen Staaten bestehen ähnliche Organisationen. In der Tschechoslowakei haben die inner­staatlichen Kampfoerbände im Gegensatz zu den deutschen Volkstumsverbänden eine ausgesprochen offensiv gegen den deutschen Volks- besitz gerichtete Zielsetzung. Man ver­sucht, in die deutschen Volkstumsgebiete einzu- brechen, ihnen den inneren Zusammenhang zu neh­men und sie zu tschechisieren.

Am Sonntagmittag fand zu Ehren der Bundes­leitung des VDA. in den Festräumen des Dresdener Rathauses ein Empfang statt, an dem zahlreiche Ehrengäste aus allen Kreisen der Bevölkerung teil- nahmen. Dundesleiter Dr. Steinacher wies in sei­ner Ansprache auf langjährige Verbundenheit zwi­schen dem VDA. und Dresden hin. Am Sonntag­abend fand im Schauspielhaus eine Sonderaufüh­rung des Kaergelschen VolksdramasH o ck e w a n- z e l" statt.

Reichsarbettsminister Geldte spricht zu den Vertrauensratswahlen.

Dortmund, 6. April. (DNB.) Der NS. - Deutsche Frontkämpferbund (Stahl­helm) Gau III Dortmund veranstaltete am 6. und 7. April in Dortmund ein Gautreffen. Zur Teil­nahme an dieser Tagung traf der Bundesführer Reichsarbeitsminister S e l d t e am Samstagfrüh in Dortmund ein. Nach einem kurzen Besuch in Bochum, wo er die Anlagen des Bochumer Vereins besichtigte, wurde der Minister im Ver­waltungsgebäude des Dortmund-Hörder Hüttenvereins von Generaldirektor Dog - l e r begrüßt. Er trat zunächst einen Rundgang durch den Betrieb an und hielt dann im Preßwerk eine Ansprache an d i e Belegschaft, die in Stärke von vielen tausend Mann angetreten war.

Der Minister erklärte u. a., als er zum letzten Mal im Ruhrrevier weilte, habe er einen sehr traurigen Eindruck empfangen. Viele Betriebs­stätten seien verödet gewesen, und eine dumpfe Verzweiflung habe sich überall bemerkbar gemacht. Heute sei das Bild ein ganz anderes. Der Rundgang durch die Betriebe habe ihm einen le­bendigen Eindruck von dem Wiedererstarken unse­rer deutschen Wirtschaft gegeben. Für ihn als Arbeitsminister fei dieser Anblick von besonders glückhafter Bedeutung. Der Führer habe ihm be­sonders die Aufgabe übertragen, Arbeit zu schaffen und das soziale Leben zu g e - ftalten. Das Ziel habe zwar noch nicht völlig erreicht werden können, doch gebe der Anblick, der sich hier im Westen biete, die Gewißheit, daß es erreicht werde. Die Regierung sinne ununter­brochen nach neuen Arbeitsmöglichkeiten. Schon in nächster Zeit würden wieder große Pläne der Ver­wirklichung näher gebracht werden.

Vor allem wolle man der noch immer bestehen­den Wohnungsnot, die allerdings aus erfreu­lichen Gründen, nämlich durch die vermehrten Ehe­schließungen und die steigende Kinderzahl entstanden fei, mit aller Kraft begegnen. In großzügiger Weife seien neue Mittel für Siedlungen b e - reitgestellt, und er hoffe, auch im Industrie­

revier Mißständen abhelfen zu können. Aber die Ueberroinbung der Arbeitslosigkeit fei nicht das ein­zige Ziel, das sich die Reichsregierung gestellt habe. Die Neugestaltung der menschlichen Ge­sinnung müsse Hand in Hand gehen mit der Stärkung des gegenseitigen Vertrauens. Nur eine innige Gemeinschaft aller Schaffen­den könne die gigantischen Aufgaben meistern, die noch zu bewältigen seien. Ein in Klassen und Stände zerrissenes, sich gegenseitig bekämpfendes Volk könne niemals Träger der neuen deutschen Zu­kunft fein. Gerade auf sozialem Gebiete habe es ge­golten, die Ehre des deutschen Arbeits­menschen in den Vordergrund zu stellen und die Sozialoerfassung auszubauen. Der Deutschen Arbeitsfront gebühre ein ganz besonderes Verdienst an dem bisher Erreichten.In den näch­sten Tagen", so fuhr der Minister fort,werden Sie Gelegenheit haben, ihr Urteil darüber abzugeben, ob es dem Führer des Betriebes in gemeinsamer Arbeit mit dem Vertreter der NSDAP., dem Ob­mann der NSBO., gelungen ist, diejenigen Männer für das bedeutungsvolle Amt des Vertrauens­mannes auszuwählen, die das uneingeschränkte Vertrauen der ganzen Gefolgschaft genießen. Wir werden die schweren, noch vor uns liegenden Auf­gaben deshalb bewältigen können, weil wir aus heiliger Ueberzeugung an die Zukunft unseres Vol­kes und an das Wiedererstarken eines ehrenhaften, geachteten deutschen Vaterlandes glauben und weil wir in hingebungsvoller Treue und unerschüt­terlichem Vertrauen als treueste Gefolg­schaft ausnahmslos hinter dem Manne stehen, der die Fackel dieses Glaubens im deutschen Volk angezündet hat. Ihm gilt auch in dieser Stunde unser Gedenken und unser Gruß. Wir grüßen ihn, indem wir rufen: Dem Führer und Kanzler des deutschen Volkes, unserem Führer Adolf Hitler Sieg-Heil!"

Nach dem Gesang der Nationalhymnen sprach der Gauwalter der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Stein (Bochum), das Schlußwort.

Englands Kurs in Stresa.

Heule entscheidende Kabinettssitzung in London.

London, 8. April. (DNB. Funkspr.)Times" erörtert die Vorbereitungen für die Konferenz von Stresa und sagt, Eden sei bei seiner Rückkehr mehr denn je der Ueberzeugung gewesen, daß ein K ol­le k t i v s y st e m für den Schutz des Friedens in Europa notwendig fei, und daß es innerhalb der Grenzen des Völkerbundes gefunden werden könne. Er habe bei feiner Reife bas Gefühl der Sorge, aber nicht der Bestürzung feftgefteüt. Ein Krieg, von dem alle Welt spreche, komme selten zum Ausdruck und es sei gegenwärtig schwer zu entdecken, welcher Streitfall eine verantwortliche Regierung veranlassen könnte, ihr Volk und damit die Völker der anderen Länder in den gräßlichen und zerstörenden Wirrwarr des modernen Krieges zu stürzen. Die Hauptgefahr für den Frieden scheine zu sein, daß eine unzufriedene Regierung ihre Ziele durch Ausübung eines Druckes sehr oft erreiche und daß sie sich dadurch verleiten lasse, diese Methode einmal zu oft anzuwenden.

Es sei kaum zweifelhaft, daß sich die italie­nische und die französische Regierung in Stresa um die Stärkung der Vorkeh­rungen für ein gemeinsames Vorgehen gegen einen Angreifer und zum Schutze der Vertragsrechte bemühen würden. Musso­lini befürworte im übrigen angeblich einige Erleich­terungen der Oesterreich, Ungarn und Bulgarien auferlegten Vertragsbeschränkungen. Die französische Regierung unterstütze die italienische Regierung in der Haltung gegenüber Deutschland und Oesterreich, fei aber wenig geneigt, sich wegen der Friedens­verträge festzulegen, von denen seine Freunde von der Kleinen Entente näher berührt werden. In Paris gewinne die Ansicht Boden, daß ein1 Rückkehr zur Völkervundssatzung und besonderus zu ihren Artikeln 10 (gemeinsame Ab­wehr eines Angriffes) und 16 (Sanktionen) richtig wäre.

England würde zum mindestens mehr Bereit­schaft zur Unterstützung dieser Haltung zeigen, wenn eine ebenso große Bereitwilligkeit zur Anwendung des Artikels 19 (Aenderung von Verträgen) bestände. In Frankreich sei eine Bewegung im Gange, die auf ein ausge­dehntes Sicherheitssystem verzichten und einen Dreibund mit der Tschechoslo­wakei und Sowjetrußland abschließen wolle. Dieser Bund würde sich offenbar gegen Deutschland richten und würde von Eng­land keine Unter st ützung erhalten. Eng­land bleibe entschieden gegen eine Tei­lung Europas in feindliche Lager. Die Be­mühungen der britischen Diplomatie müßten sich darauf richten, Deutschland, das bereits Si­gnatarmacht des Locarnovertrages sei, an einem weitreichenden Kollektivsystem bes Völkerbundes zu beteiligen. Einige der deutschen Forderungen seien hoch, aber tatsächlich sei keine d a b e i, die sich nicht wirklich m it b e m vereinbarten Grunbsatz der Gleich­heit vertrage. Gegenwärtig erwarte die Öffent­liche Meinung ganz unzweifelhaft von der britischen Regierung, daß sie keine Partei ergreife, son­dern für eine allgemeine Vereinba­rung arbeite.

"Daily Mail" wendet sich m einem Leit«

artifel gegen ben Gebauten, baß Großbritannien ein Bündnis mit Sowjetrußland ab­schließen könnte, und sagt, dies würde zur Zer - ftörung von Westeuropa führen. Die drei Richtlinien der britischen Außenpolitik sollten sein: 1. Keine Vereinbarung mit Moskau, 2. keine Ver­suche einer Einkreisung Deutschlands, 3. sofortige Bildung einer möglichst starken britischen Luft- streitmacht. Als Bundesgenosse sei Sowjetrußland wertlos. Eines der dringendsten Bedürfnisse in einem modernen Kriege fei ein leistungsfähiges Transportwesen, und die sowjetrussischen Eisen­bahnen seien völlig desorganisiert.Daily Te­legraph" sagt, England habe nur die Wahl, sich wieder in eine Isolierung zurückzuziehen, die bei dem jetzigen Zustand der britischen Wehrmacht nichtglänzend" sein könne und sich auch nicht lange würde durchführen lassen, oder eine ener­gische Unterstützung kollektiver Ak­tionen durch den Völkerbund. Die große Mehrheit der Kabinettsmitglieder sei der Ueberzeu­gung, daß letztere Politik einen Krieg verhindern könne.Morning Po ft" schreibt, es handle sich darum, zu entscheiden, ob Großbritannien feine Vermittlerrolle in Europa fortsetzen ober sich end­gültig auf die Seite der Nationen stellen solle, die gegen eine Revision der Friedensverträge seien. Die Schlußfolgerungen, die Eden auf feine Be­sprechungen in den europäischen Hauvtstädten gezo­gen habe, seien ernst aber nicht Hoffnung s= l o s. Wer glaube, daß eine Vereinbarung mit Deutschland nicht unmöglich fei, wenn sie sich vielleicht auch erst nach vielen Jahren ermöglichen lasse. Inzwischen müsse Europa g e- gen d i e Gefahr einesplötzlichen Vulkanausbruches" geschützt werben. Die britische Regierung stehe somit vor ber Frage, wie weit Großbritannien mit Frankreich und Ita­lien und anderen Mächten einschließlich Sowjet­rußland bei einer Stärkung des Kollektivsystems mithelfen könne, das ein wirksames Mittel gegen Abenteuer" bilden würde.

Eden erkrankt.

Der Lordsiegelbewahrer kann nicht nach Stresa.

£ o n b on, 8. April (DRB.) Lordsiegelbewahrer Eden ist Sonntagnachmittag unter Hinzuziehung eines Spezialisten ärztlich untersucht wor­den. Eden leidet au einer lleberanstrengung des Herzens. Aurn Teil wird dies auf den letzten, durch stürmisches Wetter sehr anstrengend gewordenen Teil seiner Luftreise zurückgeführt. Die Aerzte haben es als notwendig bezeichnet, daß Eden sich für vier bis sechs Wochen völlige Ruhe auf­erlegt. Eden wird infolge feiner Erkrankung a n der Sondersitzung des Kabinetts am heutigen Montag nicht teilnehmen können. Ebenso ist er außerstande, den Staatssekretär des Aeuheren zu der Konferenz in Strefa zu begleiten. Am Samstag hatte Eden unformelle Besprechungen mit Sir John Simon und dem Unterstaatssekretär Sir Robert Vansittart über das Ergebnis feiner Gespräche in Moskau, Warschau

Wb Prag. Rach Empfang der Mitteilung von Edens Erkrankung sprach der Staatssekretär des Aeuheren, Sir John Simon, am Sonntagnachmittag bei Eden vor. Im Kamen des Ministerpräsidenten Mar­don a l d wurde folgende Mitteilung an die presse gegeben:Der Ministerpräsident ist aus persönlichen und politischen Gründen von tiefstem Be­dauern über die Erkrankung Edens erfüllt."

Italiens afrikanische Sendung.

General de Bono über den Konflikt mit Abessinien.

Paris, 7. April. (DNB.) Ein Sonderbericht- erftatter besParis Soir" hatte in M a {f a u a eine Unterredung mit dem Dberfommanbierenben ber italienischen Streitkräfte General b e Bono. Der General wies die Behauptungen und Gerüchte von einem unmittelbar bevorstehenden bewaff­neten Konflikt mit Abessinien weit von sich:Gewiß befinden sich einige Flugzeuge und auch viele Offiziere an Ort und Stelle. Letztere sollen ein starkes, unseres Landes würdiges Ein­geborenenheer aufziehen. Außerdem ist ein regelrechtes Straßen- und Wegenetz anzu­legen. Die Beunruhigung Abeffiniens ist uns gleichgültig. Sehr bald wird man Vereinbarungen treffen müssen, um unser nachbar­liches Verhältnis zu regeln. Wir wollen gern eine gemeinsame Grenze mit einem genau abbegrenzten, von einer verantwortlichen Regierung abhängigen Lande haben. Aber wir können keine Nachbarschaft mit barba­rischen Gegenden hinnehmen, in denen prak­tisch unabhängige Häuptlinge Völker tyrannisieren, die Anspruch auf ben Nutzen ihrer Arbeiten haben. Nach dieser Richtung ist eine große, schöne, huma­nitäre Mission gegeben, die ebenso edel wäre wie seinerzeit der Kampf gegen d i e Sklaverei. Ich spreche gegenwärtig nicht von der Sklaverei in Abessinien. Sie zeigt längst nicht die ganze mensch­liche Grausamkeit. Seine Sklaven behandelt der Abessinier oesser als die unglücklichen Vol­ker, die er zu Dien st lei st ungen zwingt. An diese denke ich. Die Welt kennt noch nicht ihre Lage. Mehr als zehn Millionen sind dazu verur­teilt, das Leben unterernährter armer Teufel zu führen. Denn die abessinische Verwal­tung nimmt ihnen fast alles. Wenn Italien jemals berufen werden sollte, dieses Werk durchzuführen, wird es feine volle Pflicht tun. Aber vorläufig ist von Krieg keine Rede. Wir arbeiten, wir beschäftigen unsereArbeitslosen. Denn Arbeit bedeutet Friede. Die Zukunft wird über unsere Rolle entscheiden, falls wir berufen sind, eine solche zu spielen. Für uns handelt es sich nicht dar- um, die Sache Italiens zu vertreten, sondern d i e der Menschheit, und zwar so, wie sie unsere weiße Rasse auffaßt. Denn das möge man sich merken: Das jetzige Problem ist ein Rassen­konflikt, und insofern ist er sehr ernst. Denn ganz Europa wird davon betroffen."

Frankreich legt die ausgebildeten

Truppen an die Grenze.

Paris, 6. April. (DNB.) Dem Ministerrat gab Laval einen Bericht über die schwebenden inter­nationalen Verhandlungen. Die Regierung hat be­schlossen, das Kontingent von etwa 60 0 0 0 Mann, das am 13. April zur Entlassung kommen müßte, solange unter den Fahnen z u behalten, bis die Ausbildung der im April einzustellenden Rekruten ausreichend fortgeschritten sein wird. Die Entlassung des zurückbehaltenen Kon­tingents, das zur Bewachung der Grenze und für die öerteibigungsorganifation Frankreichs vermen­gt werden wird, soll s p ä te st e n s a rn 14. I u I i, dem französischen Nationalfeiertag, erfolgen. Die Soldaten dieses Kontingents werden von einem Teil der Reserveübungen befreit.

Kriegsminister General Maurin erklärt im Journal", die Soldaten, die über ihre einjährige Dienstzeit hinaus unter den Fahnen gehalten wer­den, würden nach den Grenzgarnisonen verlegt werden. Für die neuen Rekruten würden auf diese Weise die Kasernen in Jnner- frankreich frei. Die Durchführung gehe wegen der beginnenden schonen Jahreszeit verhältnis­mäßig leicht oonftatten. Es würden marschierende Kompanien und Bataillone gebildet werden, die teils die Befestigungswerke selbst be­ziehen, teils in den Grenzdörfern unter­kommen würden. Andere würden in Baracken oder Zelten schlafen. Sie würden zum Aus­bau zusätzlicher kleiner Befestiaungs- a n I a g e n verwandt. Das Land könne, so schloß Kriegsminister General Maurin, hinsichtlich der Grenzwacht ganz beruhigt sein.

Mrschall Main über moderne Kriegsmaschinen.

Paris, 6. April. (DNB.) Der Präsident der Republik verlieh im Beisein des Obersten Kriegs­rats und der ausländischen Militärattaches der Kriegsschule (6cole de guerre) das Kreuz der Ehrenlegion. Marschall PLtain verwies auf die Verdienste der Kriegsschule. Wenn man nicht über­rascht werden wolle und sich nicht das Kriegs- systom des Gegners aufzwingen lassen wolle, müsse man jetzt schon eine bestimmte Auffas­sung haben. Diese müsse die moralischen und geisti­gen Kräfte berücksichtigen, müsse sich aber auch auf das Studium der Eigenschaften der einzelnen Waffen stützen, die stets die Form der Schlacht beeinflußt hätten. Bei aller Aufmerksamkeit gegenüber den Aenderungen, die die Fortschritte der Chemie, der Elekrizität oder andere Zweige der Wissenschaft er­warten ließen, sei es erforderlich, vor allem d e n gepanzerten Kraftwagen und den Flugzeugen Rechnung zu tragen: der Kraft­wagen habe die Schnelligkeit in den Dienst der Schlagkraft gestellt. Die mechanisierten Einheiten seien geeignet, den Operationen eine bisher un­bekannte Geschwindigkeit und eine bisher nicht da- gewesene Reichweite zu geben. Das Flugzeug, das die Zerstörung bis zu den entferntesten Verkehrs­zentren trage, sprenge den Rahmen, der bisher nur in der Entfernung der Reichweite der Artillerie zur Schlacht bestand und ändere die Voraussetzungen der Strategie. Der Sieg werde demjenigen zufallen, der als erster verstehen werde, die modernen Kriegsmaschinen am besten zu ver- w ende n.

Kunst und Wissenschaft.

Dr. med. Karl Turban f.

Im Alter von 78 Jahren starb in Marienfeld, wohin er sich vor einem Jahrzehnt zurückgezogett hatte, der Davoser Arzt und Gründer des V«»