bündeke sich mit Marxisten im6 Kommunisten. Es wagte an einer Stelle sogar um einiger Stimmen willen ein Bündnis mit den Polen; aber es mußte davon zurücktreten. Eine Splittergruppe, die genötigt werden mußte, den betrügerischen Namen „Nationale Front" aufzugeben, verband sich mit Marxisten und Zentrum. Der ganze widerliche und schmutzige Schacherbetrieb, in dem jeder einen joden und alle sich selber betrügen, spielte noch einmal vor unseren erstaunten Äugen sein unsauberes Spiel. Gegen oie eine nationalisoziali- stische Partei, die in Danzig seit zwei Jahren Die deutsche Partei schlechthin ist, boten sechs Gegenparteien, darunter fünf ,-deutsche", ihr Fähnlein und ihre parlamentarischen Heckenreiter auf. Nichts hielt sie zusammen als der Haß gegen die, wie im Saargebiet, so in Danzig organisch sich auswirkende große deutsche Bewegung und Erneuerung. Gegen eine Macht sechs Ohnmächte. Ihre Gemeinsamkeit mußte gerade dazu ausreichen, um gemeinsam geschlagen zu werden. Sie sind geschlagen worden. Es kam, wie jeder, der sehen wollte, es voraussah. Die Schwarzen und die Roten wurden aufs Haupt geschlLgen; die absolute Mehrheit der NSDAP, geht nicht geschwächt, sie geht gewaltig gestärkt aus diesem Wahlkampf hervor.
Sauleiter Forster verkündet das Wahlergebnis. Danzig, 8. April. (DNB.) Vor der Bekanntgabe des Ergebnisses der Wahlen im Danziger Rundfunk hielt der Danziger Gauleiter der NSDAP. Albert Forster eine kurze Ansprache, in der er u. <l sagte: Der Sieg der nationalsozialistischen Bewegung ist über w ä ltigend. Bon rund 230 000 abgegebenen Stimmen hat die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei allein 140 000 Stimmen erhalten. Damit ist vor aller Welt der Beweis geliefert, daß durch >das Bekenntnis der übergroßen Mehrheit der Danziger Bevölkerung zum National- fozialismus Danzig eine urdeutsche Stadt ist. Die anständigen Deutschen in Danzig haben durch ihren Einsatz für die nationalsozialistische Weltanschauung dem Führer Adolf Hitler ihren Dank abgestattet. Wir Nationalsozialisten wollen an diesem historischen Tage unser Gelöbnis erneuern, auch in Zukunft dem Führer treu und gehorsam zu folgen zum Wohle unserer herrlichen Bewegung und zum Segen Deutschlands.
Or. Nauschning im Ausland.
Danzig, 7. April (DNB.) Der frühere Danziger Senatspräsident Dr. Rausch- ning, der wegen schwerer Dertrauensbrüche aus der NSDAP, ausgeschlossen wurde, hat nach einer Meldung des „Danziger Vorpostens" in der vergangenen Nacht Danzig verlassen und sich ins Ausland begeben. Die auf diese Meldung hin angestellten Ermittlungen haben ergeben, daß Dr. Rauschning in seiner Sandiger Wohnung tatsächlich nicht mehr aufzufinden ist. Nach zuverlässigen Nachrichten soll Dr. Rauschning sich bereits im Ausland befinden. Dr. Rauschning hatte noch am Samstagfrüh, also unmittelbar vor dem Abschluß der Danziger Wahlen, in der Presse der Sozialdemokratie und des Zentrums einen offenen Brief an den Danziger Gauleiter Forster veröffentlicht, der nach Form und Inhalt den Tatbestand des Landesverrats erfüllt und sich in keiner Weise von den übelsten Erzeugnissen der Separatisten und Emigranten unterschied. Es ist bezeichnend, daß er noch vor Beendigung der Danziger Wahlen durch Flucht ins Ausland die Folgerung aus seinem Handeln gezogen hat.
Wieder einmal böswillige Gerüchtemacherei im Auslande.
Berlin, 7. April. (DNB.) In ausländischen Zeitungen verschiedener europäischer Länder sind am Samstaa Meldungen des Inhaltes erschienen, daß das Luftschiff „Graf Zeppelin" 808-Rufe ausgesandt habe und in den Ozean abgestürzt ser. Geradezu grotesk aber wirken diese Gerüchte, wenn man dann weiter liest, daß an Bord des nach Südamerika fahrenden Luftschiffes sich ausgerechnet vier Tage vor seiner Hochzeit der preußische Ministerpräsident General der Flieger Hermann Göring und seine zukünftige Gattin Frau Emmy Sonnemann befunden hätten, und daß beide das Opfer des angeblichen Zeppelinunfalles geworden feien. Das Luftschiff „Graf Zeppelin", das am Samstag in Friedrichshafen gestartet ist, steht in ständiger funktelegraphischer Verbindung mit Hamburg und hat erst am Sonntagmittag seine letzte Positionsmeldung von Kap Palos an der spanischen Küste gegeben. General Göring befand sich zu der Zeit des angeblichen Zeppelinunfalles auf einer Besichtigungsfahrt in O st preußen.
Genau so unsinnig sind in London erschienene Meldungen über ein angebliches Attentat, das auf Reichsminister Dr. Goebbels in Danzig verübt worden sein soll. Reichsminister Dr. Goebbels ist nach seinem Danziger Besuch, der sich von Anfang bis Ende unter den Augen der ganzen Danziger Bevölkerung abspielte, noch am Samstagabend auf dem Flughafen Danzig- Langfuhr zum Rückflug nach Berlin gestartet, und kurz nach 11 Uhr abends wohlbehalten in Berlin wieder eingetroffen. Bei 'ben Gerüchten von dem angeblichen Danziger Attentat handelt es sich offenbar um letzte Machen- ichaften der Danziger Opposition, die hoffte, mit derartigen Gerüchten Verwirrung stiften zu können.
Die Volksiumsarbeit
des VOA.
Die Bundesleitung des BDA. tagt in Dresden.
Dresden, 7. April. (DNB.) Die Bundesleitung des VDA. hielt in Dresden eine Arbeitstagung ab, die mit einer geschäftlichen Sitzung begann. Bundesleiter Dr. Steinacher gab ein umfassendes Bild der Lage bei den deutschen Auslandsgruppen, aus dem sich ergab, daß gerade die letzte Zeit wieder schwere Schläge gegen deutsche Auslandsgruppen gebracht hat. Die Uebersicht über die Geschäftslage des VDA. ergab ein in jeder Beziehung befriedigendes Bild der organisatorischen und finanziellen Aufwärtsentwicklung. Entsprechend dem Mitgliederzuwachs und der damit verbundenen Erweiterung der Aufgaben des VDA. haben sich seine Ausgaben und Einnahmen gegenüber 1933 ungefähr verdreifacht.
Im weiteren Verlauf der Tagung wurden die Bestrebungen und Organisationen anderer Völ
ker zur Unterstützung ihrer Volksgenossen im Auslande erörtert Dabei wurde darauf verwiesen, daß Polen eine planmäßige und in den Methoden der volksdeutschen Arbeit des VDA. in mancher Beziehung ähnliche Pflege der Beziehungen zum Auslandspolentum betreibe. Hierher gehören: Die Anknüpfung kultureller und wirtschaftlicher Beziehungen, soziale Hilfsmaßnahmen, Tagungen, Sammlungen und Entschließungen. Grundsätzlich fordern auch die polnischen Volkstumsorganisationen Achtung jedes Volkstums, Gleichberechtigung aller Nationen und die loyale Mitarbeit im fremden Staate. In Italien wurde 1889 die Dante-Alighieri-Gesellschaft, die sich vor allem i n S ü d t i r o l, daneben aber auch in Dalmatien, auf Malta und in Griechenland betätigt, gegründet. Mussolini hat seinerzeit der Gesellschaft in begeisterten Worten seinen Dank für ihre geschichtliche Leistung und für ihre weitere Arbeit ausgesprochen. Auch in anderen Staaten wie Frank-
t e I ch, den baltischen Ländern tntti den südosteurö- päischen Staaten bestehen ähnliche Organisationen. In der Tschechoslowakei haben die innerstaatlichen Kampfoerbände im Gegensatz zu den deutschen Volkstumsverbänden eine ausgesprochen offensiv gegen den deutschen Volks- besitz gerichtete Zielsetzung. Man versucht, in die deutschen Volkstumsgebiete einzu- brechen, ihnen den inneren Zusammenhang zu nehmen und sie zu tschechisieren.
Am Sonntagmittag fand zu Ehren der Bundesleitung des VDA. in den Festräumen des Dresdener Rathauses ein Empfang statt, an dem zahlreiche Ehrengäste aus allen Kreisen der Bevölkerung teil- nahmen. Dundesleiter Dr. Steinacher wies in seiner Ansprache auf langjährige Verbundenheit zwischen dem VDA. und Dresden hin. Am Sonntagabend fand im Schauspielhaus eine Sonderauführung des Kaergelschen Volksdramas „H o ck e w a n- z e l" statt.
Reichsarbettsminister Geldte spricht zu den Vertrauensratswahlen.
Dortmund, 6. April. (DNB.) Der NS. - Deutsche Frontkämpferbund (Stahlhelm) Gau III Dortmund veranstaltete am 6. und 7. April in Dortmund ein Gautreffen. Zur Teilnahme an dieser Tagung traf der Bundesführer Reichsarbeitsminister S e l d t e am Samstagfrüh in Dortmund ein. Nach einem kurzen Besuch in Bochum, wo er die Anlagen des Bochumer Vereins besichtigte, wurde der Minister im Verwaltungsgebäude des Dortmund-Hörder Hüttenvereins von Generaldirektor Dog - l e r begrüßt. Er trat zunächst einen Rundgang durch den Betrieb an und hielt dann im Preßwerk eine Ansprache an d i e Belegschaft, die in Stärke von vielen tausend Mann angetreten war.
Der Minister erklärte u. a., als er zum letzten Mal im Ruhrrevier weilte, habe er einen sehr traurigen Eindruck empfangen. Viele Betriebsstätten seien verödet gewesen, und eine dumpfe Verzweiflung habe sich überall bemerkbar gemacht. Heute sei das Bild ein ganz anderes. Der Rundgang durch die Betriebe habe ihm einen lebendigen Eindruck von dem Wiedererstarken unserer deutschen Wirtschaft gegeben. Für ihn als Arbeitsminister fei dieser Anblick von besonders glückhafter Bedeutung. Der Führer habe ihm besonders die Aufgabe übertragen, Arbeit zu schaffen und das soziale Leben zu g e - ftalten. Das Ziel habe zwar noch nicht völlig erreicht werden können, doch gebe der Anblick, der sich hier im Westen biete, die Gewißheit, daß es erreicht werde. Die Regierung sinne ununterbrochen nach neuen Arbeitsmöglichkeiten. Schon in nächster Zeit würden wieder große Pläne der Verwirklichung näher gebracht werden.
Vor allem wolle man der noch immer bestehenden Wohnungsnot, die allerdings aus erfreulichen Gründen, nämlich durch die vermehrten Eheschließungen und die steigende Kinderzahl entstanden fei, mit aller Kraft begegnen. In großzügiger Weife seien neue Mittel für Siedlungen b e - reitgestellt, und er hoffe, auch im Industrie
revier Mißständen abhelfen zu können. Aber die Ueberroinbung der Arbeitslosigkeit fei nicht das einzige Ziel, das sich die Reichsregierung gestellt habe. Die Neugestaltung der menschlichen Gesinnung müsse Hand in Hand gehen mit der Stärkung des gegenseitigen Vertrauens. Nur eine innige Gemeinschaft aller Schaffenden könne die gigantischen Aufgaben meistern, die noch zu bewältigen seien. Ein in Klassen und Stände zerrissenes, sich gegenseitig bekämpfendes Volk könne niemals Träger der neuen deutschen Zukunft fein. Gerade auf sozialem Gebiete habe es gegolten, die Ehre des deutschen Arbeitsmenschen in den Vordergrund zu stellen und die Sozialoerfassung auszubauen. Der Deutschen Arbeitsfront gebühre ein ganz besonderes Verdienst an dem bisher Erreichten. „In den nächsten Tagen", so fuhr der Minister fort, „werden Sie Gelegenheit haben, ihr Urteil darüber abzugeben, ob es dem Führer des Betriebes in gemeinsamer Arbeit mit dem Vertreter der NSDAP., dem Obmann der NSBO., gelungen ist, diejenigen Männer für das bedeutungsvolle Amt des Vertrauensmannes auszuwählen, die das uneingeschränkte Vertrauen der ganzen Gefolgschaft genießen. Wir werden die schweren, noch vor uns liegenden Aufgaben deshalb bewältigen können, weil wir aus heiliger Ueberzeugung an die Zukunft unseres Volkes und an das Wiedererstarken eines ehrenhaften, geachteten deutschen Vaterlandes glauben und weil wir in hingebungsvoller Treue und unerschütterlichem Vertrauen als treueste Gefolgschaft ausnahmslos hinter dem Manne stehen, der die Fackel dieses Glaubens im deutschen Volk angezündet hat. Ihm gilt auch in dieser Stunde unser Gedenken und unser Gruß. Wir grüßen ihn, indem wir rufen: Dem Führer und Kanzler des deutschen Volkes, unserem Führer Adolf Hitler Sieg-Heil!"
Nach dem Gesang der Nationalhymnen sprach der Gauwalter der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Stein (Bochum), das Schlußwort.
Englands Kurs in Stresa.
Heule entscheidende Kabinettssitzung in London.
London, 8. April. (DNB. Funkspr.) „Times" erörtert die Vorbereitungen für die Konferenz von Stresa und sagt, Eden sei bei seiner Rückkehr mehr denn je der Ueberzeugung gewesen, daß ein K olle k t i v s y st e m für den Schutz des Friedens in Europa notwendig fei, und daß es innerhalb der Grenzen des Völkerbundes gefunden werden könne. Er habe bei feiner Reife bas Gefühl der Sorge, aber nicht der Bestürzung feftgefteüt. Ein Krieg, von dem alle Welt spreche, komme selten zum Ausdruck und es sei gegenwärtig schwer zu entdecken, welcher Streitfall eine verantwortliche Regierung veranlassen könnte, ihr Volk und damit die Völker der anderen Länder in den gräßlichen und zerstörenden Wirrwarr des modernen Krieges zu stürzen. Die Hauptgefahr für den Frieden scheine zu sein, daß eine unzufriedene Regierung ihre Ziele durch Ausübung eines Druckes sehr oft erreiche und daß sie sich dadurch verleiten lasse, diese Methode einmal zu oft anzuwenden.
Es sei kaum zweifelhaft, daß sich die italienische und die französische Regierung in Stresa um die Stärkung der Vorkehrungen für ein gemeinsames Vorgehen gegen einen Angreifer und zum Schutze der Vertragsrechte bemühen würden. Mussolini befürworte im übrigen angeblich einige Erleichterungen der Oesterreich, Ungarn und Bulgarien auferlegten Vertragsbeschränkungen. Die französische Regierung unterstütze die italienische Regierung in der Haltung gegenüber Deutschland und Oesterreich, fei aber wenig geneigt, sich wegen der Friedensverträge festzulegen, von denen seine Freunde von der Kleinen Entente näher berührt werden. In Paris gewinne die Ansicht Boden, daß ein1 Rückkehr zur Völkervundssatzung und besonderus zu ihren Artikeln 10 (gemeinsame Abwehr eines Angriffes) und 16 (Sanktionen) richtig wäre.
England würde zum mindestens mehr Bereitschaft zur Unterstützung dieser Haltung zeigen, wenn eine ebenso große Bereitwilligkeit zur Anwendung des Artikels 19 (Aenderung von Verträgen) bestände. In Frankreich sei eine Bewegung im Gange, die auf ein ausgedehntes Sicherheitssystem verzichten und einen Dreibund mit der Tschechoslowakei und Sowjetrußland abschließen wolle. Dieser Bund würde sich offenbar gegen Deutschland richten und würde von England keine Unter st ützung erhalten. England bleibe entschieden gegen eine Teilung Europas in feindliche Lager. Die Bemühungen der britischen Diplomatie müßten sich darauf richten, Deutschland, das bereits Signatarmacht des Locarnovertrages sei, an einem weitreichenden Kollektivsystem bes Völkerbundes zu beteiligen. Einige der deutschen Forderungen seien hoch, aber tatsächlich sei keine d a b e i, die sich nicht wirklich m it b e m vereinbarten Grunbsatz der Gleichheit vertrage. Gegenwärtig erwarte die Öffentliche Meinung ganz unzweifelhaft von der britischen Regierung, daß sie keine Partei ergreife, sondern für eine allgemeine Vereinbarung arbeite.
"Daily Mail" wendet sich m einem Leit«
artifel gegen ben Gebauten, baß Großbritannien ein Bündnis mit Sowjetrußland abschließen könnte, und sagt, dies würde zur Zer - ftörung von Westeuropa führen. Die drei Richtlinien der britischen Außenpolitik sollten sein: 1. Keine Vereinbarung mit Moskau, 2. keine Versuche einer Einkreisung Deutschlands, 3. sofortige Bildung einer möglichst starken britischen Luft- streitmacht. Als Bundesgenosse sei Sowjetrußland wertlos. Eines der dringendsten Bedürfnisse in einem modernen Kriege fei ein leistungsfähiges Transportwesen, und die sowjetrussischen Eisenbahnen seien völlig desorganisiert. — „Daily Telegraph" sagt, England habe nur die Wahl, sich wieder in eine Isolierung zurückzuziehen, die bei dem jetzigen Zustand der britischen Wehrmacht nicht „glänzend" sein könne und sich auch nicht lange würde durchführen lassen, oder eine energische Unterstützung kollektiver Aktionen durch den Völkerbund. Die große Mehrheit der Kabinettsmitglieder sei der Ueberzeugung, daß letztere Politik einen Krieg verhindern könne. — „Morning Po ft" schreibt, es handle sich darum, zu entscheiden, ob Großbritannien feine Vermittlerrolle in Europa fortsetzen ober sich endgültig auf die Seite der Nationen stellen solle, die gegen eine Revision der Friedensverträge seien. Die Schlußfolgerungen, die Eden auf feine Besprechungen in den europäischen Hauvtstädten gezogen habe, seien ernst aber nicht Hoffnung s= l o s. Wer glaube, daß eine Vereinbarung mit Deutschland nicht unmöglich fei, wenn sie sich vielleicht auch erst nach vielen Jahren ermöglichen lasse. Inzwischen müsse Europa g e- gen d i e Gefahr eines „plötzlichen Vulkanausbruches" geschützt werben. Die britische Regierung stehe somit vor ber Frage, wie weit Großbritannien mit Frankreich und Italien und anderen Mächten einschließlich Sowjetrußland bei einer Stärkung des Kollektivsystems mithelfen könne, das ein wirksames Mittel gegen „Abenteuer" bilden würde.
Eden erkrankt.
Der Lordsiegelbewahrer kann nicht nach Stresa.
£ o n b on, 8. April (DRB.) Lordsiegelbewahrer Eden ist Sonntagnachmittag unter Hinzuziehung eines Spezialisten ärztlich untersucht worden. Eden leidet au einer lleberanstrengung des Herzens. Aurn Teil wird dies auf den letzten, durch stürmisches Wetter sehr anstrengend gewordenen Teil seiner Luftreise zurückgeführt. Die Aerzte haben es als notwendig bezeichnet, daß Eden sich für vier bis sechs Wochen völlige Ruhe auferlegt. Eden wird infolge feiner Erkrankung a n der Sondersitzung des Kabinetts am heutigen Montag nicht teilnehmen können. Ebenso ist er außerstande, den Staatssekretär des Aeuheren zu der Konferenz in Strefa zu begleiten. Am Samstag hatte Eden unformelle Besprechungen mit Sir John Simon und dem Unterstaatssekretär Sir Robert Vansittart über das Ergebnis feiner Gespräche in Moskau, Warschau
Wb Prag. Rach Empfang der Mitteilung von Edens Erkrankung sprach der Staatssekretär des Aeuheren, Sir John Simon, am Sonntagnachmittag bei Eden vor. Im Kamen des Ministerpräsidenten Mardon a l d wurde folgende Mitteilung an die presse gegeben: „Der Ministerpräsident ist aus persönlichen und politischen Gründen von tiefstem Bedauern über die Erkrankung Edens erfüllt."
Italiens afrikanische Sendung.
General de Bono über den Konflikt mit Abessinien.
Paris, 7. April. (DNB.) Ein Sonderbericht- erftatter bes „Paris Soir" hatte in M a {f a u a eine Unterredung mit dem Dberfommanbierenben ber italienischen Streitkräfte General b e Bono. Der General wies die Behauptungen und Gerüchte von einem unmittelbar bevorstehenden bewaffneten Konflikt mit Abessinien weit von sich: „Gewiß befinden sich einige Flugzeuge und auch viele Offiziere an Ort und Stelle. Letztere sollen ein starkes, unseres Landes würdiges Eingeborenenheer aufziehen. Außerdem ist ein regelrechtes Straßen- und Wegenetz anzulegen. Die Beunruhigung Abeffiniens ist uns gleichgültig. Sehr bald wird man Vereinbarungen treffen müssen, um unser nachbarliches Verhältnis zu regeln. Wir wollen gern eine gemeinsame Grenze mit einem genau abbegrenzten, von einer verantwortlichen Regierung abhängigen Lande haben. Aber wir können keine Nachbarschaft mit barbarischen Gegenden hinnehmen, in denen praktisch unabhängige Häuptlinge Völker tyrannisieren, die Anspruch auf ben Nutzen ihrer Arbeiten haben. Nach dieser Richtung ist eine große, schöne, humanitäre Mission gegeben, die ebenso edel wäre wie seinerzeit der Kampf gegen d i e Sklaverei. Ich spreche gegenwärtig nicht von der Sklaverei in Abessinien. Sie zeigt längst nicht die ganze menschliche Grausamkeit. Seine Sklaven behandelt der Abessinier oesser als die unglücklichen Volker, die er zu Dien st lei st ungen zwingt. An diese denke ich. Die Welt kennt noch nicht ihre Lage. Mehr als zehn Millionen sind dazu verurteilt, das Leben unterernährter armer Teufel zu führen. Denn die abessinische Verwaltung nimmt ihnen fast alles. Wenn Italien jemals berufen werden sollte, dieses Werk durchzuführen, wird es feine volle Pflicht tun. Aber vorläufig ist von Krieg keine Rede. Wir arbeiten, wir beschäftigen unsereArbeitslosen. Denn Arbeit bedeutet Friede. Die Zukunft wird über unsere Rolle entscheiden, falls wir berufen sind, eine solche zu spielen. Für uns handelt es sich nicht dar- • um, die Sache Italiens zu vertreten, sondern d i e der Menschheit, und zwar so, wie sie unsere weiße Rasse auffaßt. Denn das möge man sich merken: Das jetzige Problem ist ein Rassenkonflikt, und insofern ist er sehr ernst. Denn ganz Europa wird davon betroffen."
Frankreich legt die ausgebildeten
Truppen an die Grenze.
Paris, 6. April. (DNB.) Dem Ministerrat gab Laval einen Bericht über die schwebenden internationalen Verhandlungen. Die Regierung hat beschlossen, das Kontingent von etwa 60 0 0 0 Mann, das am 13. April zur Entlassung kommen müßte, solange unter den Fahnen z u behalten, bis die Ausbildung der im April einzustellenden Rekruten ausreichend fortgeschritten sein wird. Die Entlassung des zurückbehaltenen Kontingents, das zur Bewachung der Grenze und für die öerteibigungsorganifation Frankreichs vermengt werden wird, soll s p ä te st e n s a rn 14. I u I i, dem französischen Nationalfeiertag, erfolgen. Die Soldaten dieses Kontingents werden von einem Teil der Reserveübungen befreit.
Kriegsminister General Maurin erklärt im „Journal", die Soldaten, die über ihre einjährige Dienstzeit hinaus unter den Fahnen gehalten werden, würden nach den Grenzgarnisonen verlegt werden. Für die neuen Rekruten würden auf diese Weise die Kasernen in Jnner- frankreich frei. Die Durchführung gehe wegen der beginnenden schonen Jahreszeit verhältnismäßig leicht oonftatten. Es würden marschierende Kompanien und Bataillone gebildet werden, die teils die Befestigungswerke selbst beziehen, teils in den Grenzdörfern unterkommen würden. Andere würden in Baracken oder Zelten schlafen. Sie würden zum Ausbau zusätzlicher kleiner Befestiaungs- a n I a g e n verwandt. Das Land könne, so schloß Kriegsminister General Maurin, hinsichtlich der Grenzwacht ganz beruhigt sein.
Mrschall Main über moderne Kriegsmaschinen.
Paris, 6. April. (DNB.) Der Präsident der Republik verlieh im Beisein des Obersten Kriegsrats und der ausländischen Militärattaches der Kriegsschule (6cole de guerre) das Kreuz der Ehrenlegion. Marschall PLtain verwies auf die Verdienste der Kriegsschule. Wenn man nicht überrascht werden wolle und sich nicht das Kriegs- systom des Gegners aufzwingen lassen wolle, müsse man jetzt schon eine bestimmte Auffassung haben. Diese müsse die moralischen und geistigen Kräfte berücksichtigen, müsse sich aber auch auf das Studium der Eigenschaften der einzelnen Waffen stützen, die stets die Form der Schlacht beeinflußt hätten. Bei aller Aufmerksamkeit gegenüber den Aenderungen, die die Fortschritte der Chemie, der Elekrizität oder andere Zweige der Wissenschaft erwarten ließen, sei es erforderlich, vor allem d e n gepanzerten Kraftwagen und den Flugzeugen Rechnung zu tragen: der Kraftwagen habe die Schnelligkeit in den Dienst der Schlagkraft gestellt. Die mechanisierten Einheiten seien geeignet, den Operationen eine bisher unbekannte Geschwindigkeit und eine bisher nicht da- gewesene Reichweite zu geben. Das Flugzeug, das die Zerstörung bis zu den entferntesten Verkehrszentren trage, sprenge den Rahmen, der bisher nur in der Entfernung der Reichweite der Artillerie zur Schlacht bestand und ändere die Voraussetzungen der Strategie. Der Sieg werde demjenigen zufallen, der als erster verstehen werde, die modernen Kriegsmaschinen am besten zu ver- w ende n.
Kunst und Wissenschaft.
Dr. med. Karl Turban f.
Im Alter von 78 Jahren starb in Marienfeld, wohin er sich vor einem Jahrzehnt zurückgezogett hatte, der Davoser Arzt und Gründer des V«»


