Ausgabe 
7.12.1935
 
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Der Sekretär der Faschistischen Partei hat einen Erlaß herausgegeben, der darauf abzielt, den Brauch des Weihnachtsbaumes in Italien abzuschaffen. Die Provinzialsekre­täre der Partei sollen bei den zuständigen Orts­behörden dahin vorstellig werden, daß in den aufgeforsteten Gebieten Bäume weder entfernt noch abgesägt werden und ferner, daß dieses Baummaterial nicht in den Handel kommt.

Botschafter v. H 0 esch gab aus Anlaß der An- weser/"'t des Reichssportführers v. Tschammer und ** *t e n in London ein Mitagessen in der deut­schen Botschaft. Unter den Anwesenden befanden sich Botschafter Earl o f Lonsdale, der Unter­staatssekretär des Aeußern Sir Robert Bansit- t a r t, der Leiter des Heeressportwesens, General­leutnant Knox, der Chef des Generalstabes der Luftflotte Sir Ellington, der Zweite Seelord Sir Dunbar Na smith, Lord Desborough, General Sir Jan Hamilton, der Präsident des englischen Olympischen Komitees, Lord A b e r d a r e o f D u f f r y n und die Mitglieder des Komitees, Lord B u r g h l e y und Sir Curtis-Bennett, ferner der Präsident der Lawn Tennis Association, Sir H. W. W i l b e r f o r c e, sowie die SA.-Grup­penführer Lud in und B eckerle, der Ländes- gruppenleiter der NSDAP, in Großbritannien, Otto Bene und Graf Dürkheim-Mont- mar t i n.

turgewinne einzustecken. Ich muß hier auch ein Mahnwort an den deutschen Bauern richten. Gerade er hat heute dafür zu sorgen, daß die Ernährung sichergestellt wird. Die Preise müssen gehalten werden, weil eine Möglich­keit zu Lohnerhöhungen bei den Arbeitern nicht be­steht. Das bedingt auf der anderen Seite die For­derung, daß auch die Gehälter der übrigen Volks­genossen die gleichen bleiben. Und so, wie es keine Kriegsgewinne geben darf, so können auch kei­nerlei Rüstungsgewinne geduldet werden.

Humor aber keine Hetze.

Der Ministerpräsident erklärte, es sei unwichtig und manchmal sogar erheiternd, wenn sich das Volk Witze über jemand erzähle und uns selbst tue es außerdem nicht weh. Im Gegenteil, man freue sich, wie stark sich das Volk mit einem beschäftige. Man müsse Großzügig­keit und guten Humor besitzen, um da­bei selber am meisten lachen zu können. Aber u m so unerbittlicher müsse man sein, wenn ver­sucht werde, durch böswillige Propa­ganda und giftige Hetze das Vertrauen zu erschüttern. Er warnte auch davor, mit der natio­nalsozialistischen Weltanschauung und dem ehrlichen opfergetränkten braunen Tuch geschäftlichen

Reichsleistungskampf

-er Deutschen Studentenschaft eröffnet

Eine programmatische Rede des Reichsstudentenschastsführers.

Mißbrauch zu treiben. Man solle sich auch da« vor hüten, sich allzusehr aufzuspalten in einzelne Organisationen und solle sich abkehren davon, die Regierung nach den Erträgnissen zu beurteilen, die sie dem einzelnen bringe. Die Regierung dürfe nur nach dem beurteilt werden, was sie vollbringe an grundlegenden Leistungen für die Gestaltung unte­rer Zukunft und unseres Reiches.

Schasst Charaktere!"

Der Ministerpräsident verwies weiter auf die Be­deutung des Vorbildes der nationalsozialistischen Führer, bei denen es entscheidend auf das Charakterliche ankomme. Schafft Charaktere, so rief er aus, schafft anständige Kerle und die Bewegung ist unerschütterlich. Die natio­nalsozialistischen Führer können ein solches Volk wie das deutsche nur zu wahren Nationalfozialisten erziehen, wenn sie selbst ein Vorbild sind. Nur charakterlich einwandfreie Männer können im Dritten Reich führen. Männer, die sich in Wahr­heit nach dem Vorbild des Führers richten. Im Blick auf ihn, unseren Führer, verschwindet, so rief Göring unter brausendem Beifall aus, alles Kleine und alles Schwache. Sein Werk, seine Sorgen sind so groß, daß das allein genügen kann, ein ganzes Volk anständig, gut und tapfer zu machen.

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U w in Dosen J v v A

Das moderne Japan.

Eine Buchbesprechung.

Sei ji Noma: Kodansha, dieAuto- vlographle des japanischen Z e i t u n g s- konlgs Verlag Holle & Co., Berlin-Halensee. Preis geb. 5,80 RM. (459) Was wir von der Welt des Fernen Ostens wissen, verdanken wir aller- mei t den Berichten von europäischen Forschern, Misponaren und Journalisten, Soldaten und Kauf­leuten, die versucht haben, mit ihrenwestlerischen" -lugen den Schleier zu durchdringen, hinter dem der ewig lächelnde Mensch des Ostens für uns io geheimnisvoll und unbegreiflich bleibt. Nur selten gelangt zu uns nach Deutschland ein unmittelbares Zeugnis modernen fernöstlichen Lebens, das in so ungeahntem Maße aufschluß- reich für das Verständnis der inneren Triebkräfte Volkes ist wie dieses Buch Seiji 5? wird auch IN seiner Heimat der japa- , 7 Zeltungskonlg genannt, obwohl seine Beben- iavaniin d-r Beherrschung des japanischen Zeltschriftenwesens liegt und er nur 'nen, und zwar keineswegs den größten japan"- e?nen 3burUfh95f°n3ern .''kontrolliert", wenn man für nnX hnc $ amerikanischen Wirtschaftsvorgang auch. dLs dort gebräuchliche Wort Gebraucht/Die roemgften unserer Leser werden nämlich wissen,

porationen entweder sich aufgeben oder ein- gegliedert werden in die Reihen der Bewegung, sei es daher nicht nur zweckmäßig, sondern geradezu notwendig, die studentische Jugend im Rahmen eines Appells an ihre Leistungsfähigkeit zum prak­tischen Arbeitseinsatz zu bringen und sie fern­zuhalten von politisierenden und sog. reinen hoch­schulpolitischen Maßnahmen. Durch den Leistungs­kampf soll dokumentiert werden, daß die Studenten­schaft sich als Glied der gesamten arbei­tenden deutschen Jugend fühlt, daß sie ihrerseits zwar besondere Aufgaben zu erfüllen hat, sich aber bewußt ist, daß sie ihre speziell akademi­schen Dinge nur in ständiger Verbindung und als besonderer Teil der gesamtdeutschen Jugend durch­führen kann. Der Reichsleistungskampf wurde unter der weltanschaulichen Führung des Nationalsozia­listischen Deutschen Studentenbundes von der Deut­schen Studentenschaft organisiert. Für die Bewer­tung der weltanschaulichen Gesichtspunkte der Ar­beiten hat der NSDStB. die letzte Entscheidung.

F e i ck e r t schloß mit einem Appell an die deut­schen Studenten, sich an diesem Leistungskampf zu beteiligen. Mit den WortenNichts für uns, alles für Deutschland!" erklärte Feickert den 1. Reichs- leistungskampf der Studierenden an den deutschen Hoch- und Fachschulen für eröffnet.

Der mexikanische Rundfunk verbreitet am 7. Dezember (23 bis 24.30 Uhr Berliner Zeit) auf der Welle X-E-B 1030 kc und der Kurzwelle X-E-B-T 50 Meter ein Konzert, das von dem Chef der Bundesdistriktspolizei Brigadegeneral Vicente Gonzalez veranstaltet wird und das als Sympathiebezeugung gegenüber dem Deutschen Reich gedacht ist. Das Programm sieht auch An­sprachen des deutschen Gesandten und des Professors Pedro Unger vor. Abgeschlossen wird das Konzert von der deutschen Nationalhymne.

daß Japan mit fast einem Dutzend von Zeitungen, die m einer Millionenauflage erscheinen, nur noch emen Vergleich mit dem englischen und amerikani- schen Zeitungswesen zuläßt. Die von Seiji Noma kontrollierteHochi Shimbun" ist mit einer Auf- lage von 800 000 Stück von den japanischen Mammutzeitungen eine der kleinsten. Aber sie hat ja auch im Wirkungskreis Nomas nur eine unter­geordnete Bedeutung. Denn Noma ist mit seiner Gründung der Kodansha der Vater der modernen japanischen Familienzeitschrift oder besser gesagt des japanischenMagazins" geworden. Amerikanisch wie sein Werk mutet auch der Aufstieg dieses Man­nes an, der es vom einfachen Volksschullehrer aus Zwar sehr achtbarer, aber in den Kriegen gegen das Shogunat (das japanische Hausmeiertum um die Mitte des 19. Jahrhunderts) gänzlich verarmten Familie bis zum Multimillionär und Beherrscher des japanischen Zeitschriftenmarktes gebracht hat. Aber amerikanisch ist nur die Außenseite, denn Noma wie sein Werk wurzeln fest im echten javanischen Volks­tum und gerade diesem Hineinvressen alten japa­nischen Volksguts der Kodans (historische Romane, die von gewerbsmäßigen Märchenerzählern vorge­tragen werden) in eine moderne hochkapitalistische Wirtschaftsform verdankt Noma seinen beispiellosen Aufstieg. Und diese Verbindung aus dem nie ver­siegenden Born alten japanischen Volkstums schöpfen­den nationalen Kräfte des Landes der aufgehenden Sonne mit allen Errungenschaften des modernen Kapi- talismus der modernen Wissenschaft und Technik, die­ses Jneinanderfließen fo verschiedenartiger Ströme ist die ungeheure Energiequelle für die Stoßkraft des zum Kampf um die Alleinherrschaft in Ostasien angetretenen Japans. Das ist vielleicht der stärkste Eindruck dieses Buches, das auch durch die fesselnde und überaus offenherzige Erzählung Nomas über feine keineswegs streberhafte, eher sorglos lockere Jugend sein Leben als Lehrer auf der fernen süd- liajen Luchuinsel und bann seine ersten Magazin- grunbungen als kleiner gänzlich mittelloser Ange- stellter der Universität Tokio einen tiefen Einblick m Das japanische Volksleben gewährt. Das Buch macht sehr nachdenklich und ist geeignet, das Bild, Das wir uns von der aufsteigenden Großmacht im fernen Osten gemacht haben, in vielen Punkten zu berichtigen, um so mehr, als der Verfasser sehr na- turnd) und in einer uns Europäern ganz abhanden gekommenen Bescheidenheit ohne jede politische Nebenabsicht von sich und seinem Werke erzählt.

feslgestellk. Das amerikanische Lazarett in Desfie. das mit Genehmigung die Abzeichen des Roten Kreuzes trägt, ist st a r k beschädigt wor­den. Obwohl Italien niemals seine gegenüber Abes­sinien übernommenen Verpflichtungen eingehalten hat, glauben wir. Sie bitten zu sollen, den 2HU- gliedsstaalen diese neuen Verletzungen der inter­nationalen Gesetze und Gebräuche durch Italien mit teilen zu wollen."

Abessinien bemüht sich um eine amerikanische Anleihe.

London, 7. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der Se­kretär der abessinischen Gesandtschaft in London, Zaphiro, und der amerikanische Finanzmann Chertok reisten gemeinschaftlich am Freitagabend von London nach Neuyork ab. Zaphiro er­klärte, er habe von seiner Regierung den Auftrag erhalten, sich um eine Anleihe in Amerika zu be­mühen.

Neue Unruhen in Kairo.

London, 7. Dez. (DNB. Funkspruch.) Wie die Morgenblätter melden, sind die Hinweise aus Aegyp­ten in der außenpolitischen Unterhaus-Rede Sir Sa­muel Hoares in Kairo ungünstig ausgenom­men worden. Besonders in der Studentenschaft herrsche Enttäuschung und Unzufrieden­hei t, die am Freitag zu neuen schwerenUn- ruhen geführt hätten. Etwa 1000 Studenten seien durch die Hauptstraßen marschiert und hätten einen Boykott britischer Waren gefordert. Die herbeieilende Polizei sei mit Flaschen, Steinen und Knüppeln angegriffen worden. Die Kundgeber hät­ten mehrere Stratzenlampen zertrümmert und die Fenster von Läden und Omnibussen eingeworfen. Sieben Polizisten seien verletzt worden.

Oer Reichssportführer bei Minister­präsident Baldwin.

London, 6. Dez. (DNB.) Der Reichssportführer von Tschammer und Osten wurde vom bri­tischen Ministerpräsidenten Baldwin empfangen. Der Ministerpräsident begann die Unterredung mit dem Ausdruck seiner lebhaften Genugtuung über den schönen und reibungslosen Verlauf des deutsch- englischen Fußballwettspiels, an dem er niemals gezweifelt habe. Der Reichssportführer äußerte sich in gleichen Ausdrücken der Befriedi­gung über den Geist wahrer Sportskameradschaft, in dem das Spiel ausgetragen worden fei. Er dankte für den herzlichen Empfang, der der deut­schen Mannschaft und ihm selbst von allen Kreisen der Bevölkerung bereitet worden sei, und gab der sicheren Erwartung Ausdruck, daß dieser wahre Sportgeist auch die in Zukunft auszutragenden deutsch-englischen Wettkämpfe beseelen werde.

Deutschlands Heer dient dem Weltfrieden

Ministerpräsident Göring spricht in Hamburg.

Geschichte Englands von einem Engländer.

Eine Buchbesprechung.

George Macauley Trevelyan: Ge­schichte Englands, zwei Bände, 36 Karten. Preis gebunden 17,50 Mark. Verlag von R. Olben- bourg, München. (297) Wir sind gewohnt, treibende Kräfte, Höhen und Täler in der Geschichte eines fremden Volkes aus dem Gesichtswinkel eige­nen Empfindens für ihre Bedeutung in der Mensch­heitsgeschichte zu betrachten, ja sogar dies oder jenes Ergebnis geschichtlicher Entwicklung, die eine oöer andere staatliche Einrichtung, den oder jenen geschichtsbildenden Charakterzug eines fremden Volkes einzuschätzen nach dem, was uns an unse­rem eigenen Idealbild zu fehlen scheint. Eine Ge­schichte Englands aus der Feder eines Engländers bietet dagegen den unschätzbaren Vorzug, daß wir Kenntnis erhalten von der Wertskala, die die Eng­länder selbst an ihre Geschichte und an die Männer, oie sie gemacht haben, anzulegen pflegen. An der Darstellung Trevelyans, der als Historiker der Uni­versität Cambridge einen bedeutenden Rang in der englischen Geschichtswissenschaft einnimmt, fallt schon rem äußerlich auf, welch großen Wert der Verfasser auf die ausführliche Schilderung der frühen Ge­schichte seines Landes legt etwa bis zum Reforma­tionszeitalter, also auf eine Epoche, aus der dem Durchschnittsdeutschen im allgemeinen nur etwa ein Dutzend Namen ohne engeren Zusammenhang ge­läufig zu sein pflegten. Aber gerade diese Zeit schafft die Voraussetzungen für die Einheit von Staat und Volk, die seitdem nicht mehr ernstlich in Frage ge­stellt, die Grundlage für den beispiellosen Aufstieg Englands zum britischen Weltreich in den folgenden mer Jahrhunderten bildete. Die Rassenmischung zwischen den iberischen Ureinwohnern und keltischen, römischen, angelsächsischen, dänischen und norman­nischen Eindringlingen schuf das englische Volk und damit den Boden für das Werden eines britischen Nationalgefühls und jener besonderen Staatsein­richtungen, die der Eigenart dieses Volkes entspra­chen. Aber wenn diese Entwicklung auch im großen und ganzen mit der normannischen Eroberung ab­geschlossen ist, so treffen wir Trevelyans Dar­stellung zeigt dies besonders deutlich im ganzen Ablauf der britischen Geschichte bis in unsere Tage auf die Spuren dieser Rassenmischung. Das spätere Mittelaller erlaubt England, unter der normanni­schen Fremdherrschaft unt) den französischen Planta«

Hamburg, 6. Dez. (DNB.) Ministerpräsident General der Flieger Hermann Göring sprach in einer gewaltigen Kundgebung in der Hanseaten­halle. Sehr klar arbeitete der Ministerpräsident noch einmal den großen Gegensatz zu dem System der Vergangenheit heraus und fuhr dann fort: Wir versuchen heute die Tagesfragen einzuordnen unter das eine große Schicksalsgesetz: Sorge für das Volk und die Sicherung des Reiches, in dem wir wohnen! (Stürmischer Beifall.) Die Siche­rung des Ruches ergibt sich daraus, ob ein Volk seine Freiheit besitzt. Ohne Freiheit kann auch nicht von Sicherheit gesprochen werden. Wir Deutsche haben erkennen müssen, daß Freiheit und Ehre zwei untrennbare Begriffe sind und daß, wenn diese beiden Fundamente zer­stört wurden, zwangsläufig jedes Volk zerstört wurde. Noch niemals hat man ein Volk gesehen, das für materielle Dinge in den Tod gegangen ist. In dieser Erkenntnis war es nur zwangsläufig, daß das deutsche Volk sich durch sein neues Heer wieder die Sicherheit schaffte. Wir haben nicht aufgerüstet, um wieder Paraden zu haben, nicht um militaristischen Gefühlen nachzugehen, nicht um andere Völker zu unterdrücken, sondern um den Weltfrieden und unserem Frieden zu dienen. Wenn eine große Nation ihren Frieden garantiert, bann ist bas der beste Be­weis für ihre Friedensliebe. Wir sind für inter­nationale Verständigung, aber weil wir dafür sind, haben wir ausgerüstet, denn diese inter­nationale Verständigung hat ihye eigenen Manie­ren, ihren eigenen Ton und ihre eigene Sprache. Wenn Deutschland, wie es in der Zeit vor uns war, im Konzert der europäischen Mächte nur a u f dem Kamm g e b l a s en hat, dann konnte man dies nicht als richtige Friedensschalmei empfinden. Es gibt manchmal außerordentlich schwer­hörige Partner, und diese können, wenn nichts mehr nützt, eben nur durch die gewaltige Sprache von Kanonen wach werden. Wir haben durch unsere Aufrüstung dafür gesorgt, daß wir i n b er internationalen Verstänbigung roieber richtig gehört werben. Der Führer hat oft erklärt: Wir wünschen keine Eroberungen, wir wünschen keinen fremben Besitz, wir wünschen niemanben anzugreifen, aber mir wünschen vor allen Dingen selb st nicht ange­griffen zu werben unb selbst nicht verschluckt zu werben. Wir leben in einer Zeit gewaltiger Spannungen unb haben bafür zu sorgen, baß, wenn bas Unwetter eintritt, bie beutschen Fluren baoon nicht verheert werben können. Erz hat stets ein Reich st a r k gemacht, Butter unb Schmalz haben höchstens ein Volk fett gemacht.

Gegen dieAchieberundSamfferer

Gigantische Arbeit hat bie neue Wehrmacht ge­kostet. Es fragte sich, ob wir für unsere Devisen Erze kaufen sollten ober andere Dinge. Entweder kauften wir Butter und verzichteten auf die Freiheit ober aber wir erstrebten bie Frei­heit und verzichteten bann auf bie Butter. Wir haben uns für bie Erze ent­schieden. Das ist eine Teilursache der But­terknappheit. Hinzu kommt, daß fünf Millio­nen Menschen wieder in Arbeit und Brot gebracht sind, die natürlich mehr ver­brauchen. Das deutsche Volk hat bewiesen, daß es bereit ist, für ein großes Ziel Opfer zu bringen. Es sind nur immer bie Nörgler unb bie Schieber, bie bas nicht wahrhaben wollen, es finb bie Hamsterer, bie immer, wenn es trübe wirb, als Fettaugen auf ber Oberfläche schwimmen. Noch schlimmer sind bie, bie aus bem vorübergehen­den Mangel an diesem oder jenem Gewinne herauszuschlagen suchen. Ich werde meine Polizei anweisen, daß sie in Zukunft gegen diese Burschen mit einer geradezu bru­talen Strenge vorgeht. Es gibt aber auch Menschen, die sich zwar Volksgenossen nennen, aber keine Bedenken dagegen haben, Preise zu fordern, die ihnen nicht zustehen, und damit K o n j u n k -

schaftlichen und sozialen Entwicklungen und des Verfassungslebens, die Hinweise auf den Einfluß ber Veränderungen im Heerwesen auf die allge­meine Geschichte, bie glänzenben Porträts ber lan­gen Reihe von Männern unb Frauen, bie von Alfreb dem Großen unb Wilhelm dem Eroberer bis Gladstone unb Disraeli ben Gang ber britischen Geschichte bestimmt haben, schließlich die ausführ­liche Darstellung des irischen Problems im Wandel eines Jahrtausends machen Trevelyans Buch auch jur ben beutschen Leser zu einer ungemein fesseln­den Lektüre. Die Einschaltung zahlreicher sehr art= schaulicher Karten unb Stammtafeln sowie ein gutes Register und ein Literaturverzeichnis werden als Hilfsmittel dankbar empfunden werden. Wir freuen uns dieser wertvollen Ergänzung zu ber großarti­ge politischen Enzyklopäbie bes mobernen Eng- landertums, bas uns vor einem Jahrzehnt Sibelius geschenkt hat. Beide Werke vereint können in be­sonderem Maße dazu dienen, auch breiteren Schich­ten unseres Volkes ben Weg zu einer uns so not- roenbigen auf ben Grunb gehenden Auslandskunde zu bahnen. __e

genets aus dem Feudalismus eine eigene nationale Staatsoerfassung auszubilben unb aus bem Zu­sammenwirken ber Einflüsse von außen mit ben lebendigen Kräften bes eigenen Volkes bie Grunb- lagen für eine eigene Kultur zu schaffen. Der Aus­gang bes hunbertjährigen Krieges in Frankreich brachte bas Enbe bes Traums von einem englischen Großreich in Europa unb schon bie folgenben anberthalb Jahrhunderte (1453 bis 1603) sahen, nach dem Siege Heinrich Tudors in ben Rosen­kriegen und nachdem bie britischen Inseln burch bie Entbeckung Amerikas aus ber äußersten Norbwest- ecke ber bamals bekannten Welt in den Mittelpunkt des weltpolitischen Kraftfeldes gerückt waren, England sich die Waffen schmieden zur Eroberung eines neuen Großreichs, das abseits des kleinen Europas Meere beherrschen und ganze Kontinente umspan­nen sollte. Die Geschichte Englands unter den Tudors und besonders bie Epoche Elisabeths ist ein Höhepunkt in ber Darstellung Trevelyans, sie er­reicht einen Schwung, ber bem Glanz unb der inne­ren Bedeutung dieser Zeit würdig ist. Wozu Elisa­beth und ihr Admiral Drake die Voraussetzungen geschaffen hatten, wurde dann in der Stuart-Zeit, in der auf dem Festland der Absolutismus sich aus­bildete, Wirklichkeit: ber Sieg des Parlaments über bie Krone, des Common Law über die königlichen Gerichte sicherte bem englischen Bürger bie Freiheit ber Person unb bes Wortes. Parlamentarische Re­gierung, Selbstverwaltung ber Oemeinben unb reli­giöse Duldsamkeit bestimmen seitdem das Gesicht Englands. Nach dieser großen inneren Krisis führen Wilhelms III. und Marlboroughs Sieg über die Herrschsucht Ludwigs XIV. für England die lange Blütezeit wirtschaftlichen und kulturellen Auf­schwungs heraus, die unter dem älteren Pitt durch die Eroberung Kanadas und Indiens England das erste große Kolonialreich bringt. Der amerikanische Unabhängigkeitskrieg unb bas Zeitalter Napoleons erforberte von Britannien bie Anspannung aller Kräfte. Das englische Unterhaus blieb Sieger über Napoleon unb begründete für England ein Jahrhun- bert vollkommener Sicherheit, in dem Palmerston, Disraeli unb (Blabftone bas politische System bis 3um äußersten verfeinern konnten und der moderne britische Imperialismus das zweite britische Kolv- malreich durch die Austeilung Afrikas abrunbete. 3n den hier kurz abgesteckten Rahmen hat Trevelyan ein Netz von Entwicklungslinien unb Beziehungen gespannt, das ein geschlossenes Bild der Geschichte Englands besonders auch nach der kulturellen und wirtschaftlichen Seite hin gibt. Die Schilderung der großen religiösen Auseinandersetzungen, der wirt-

Jn der alten Aula der Universität Berlin wurde am Freitagmittag mit einer schlichten Feierstunde der 1. Reichsleistungskampf der Deut­schen Studentenschaft eröffnet. Sprechchöre und musikalische Vorträge ber Hitler-Jugenb unb Stubentenschast umrahmten bie Veranstaltung, ber zahlreiche Vertreter ber Partei, berReichsministerien, ber Wehrmacht unb ber Hochschulen beiwohnten. Unterbannführer Knoop, ber stellvertretenbe Lei­ter bes Jugenbamtes ber Deutschen Arbeitsfront sagte u. a.: Erst burch bie Beteiligung ber beutschen Stubenten werbe bie Front ber gesamten schaffen- ben Jugenb geschaffen.

Anbreas Feickert, ber Reichsführer ber Deut­schen Stubentenschast, hob in seiner Rebe hervor, baß es sich bei bem Reichsleistungskampf nicht um bie üblichen Preisausschreiben an ben Hochschulen hanbele, bei benen einige Wenige ein speziell wis­senschaftliches Thema zu bearbeiten hätten, es fei vielmehr eine Aktion, bie versuche, bie verschieben- artigften wissenschaftlichen Fächer unb Disziplinen im Rahmen eines großen Leistungskampfes zu- sammenzufasfen unb im Sinne einer einheitlichen politischen Ausrichtung zum Einsatz zu bringen. Der Reichsleistungskampf sei bie erste geschlossene politisch - wissenschaftliche Aktion ber beutschen Hochschule.

Feickert gab bann bie vier Hauptauf­gaben bekannt, unb erläuterte im einzelnen bie praktische Durchführung; er teilte mit, baß bie Reichssieger im Rahmen ber allgemeinen Neichs- siegerehrung bes Reichsberufswettkampfes am 1. Mai 1936 als Vertreter ber jungen geistigen Generation auf Deutschland Hoch- unb Fachschulen bem Füh­rer vorgestellt werben. Den Reichs- unb örtlichen Siegern werbe eine großzügige Weiter- ausbilbung in politischer unb wissenschaftlicher Hinsicht, vor allem auch burch Gewährung von Auslanbstipenbien, ermöglicht werben.

In "er letzten Zeit sei vielleicht ber Einbruck ent­stauben, als ob bie Deutsche Stubentenschast in sich Zerrissen unb uneinig unb nicht imstanbe sei, bie geistige Jugenb auf Deutschland Hochschulen ge­schlossen für nationalsozialistische Aufgaben unb Er­ziehungsformen einzusetzen. Gerabe jetzt, wo bie alten Erziehungsformen ber Kor-