ts st ein Kunstgenuß ersten Ranges, mit einem der >5 vonTelefunlcen« Musik von den Sendern Europas zu hören:
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Der der republikanisch-demokratischen Vereinigung angehörende Aba. Pernot brachte einen Zusatzantrag ein, die Auslösung verbotener Kampfbünde nicht auf dem Verordnungswege, sondern durch
nugsam betont worden. Aber die politische Lage im Mittelmeer und im Fernen Osten hängt wie eine drohende Wolke über der Konferenz. Niemand kann wissen, ob ihr ein Blitzstrahl aus dieser Wolke nicht ein jähes Ende bereitet.
Oie Eröffnung der Zlottenkonferenz.
London, 6. Dez. (DNB.) Die Flottenkonferenz beginnt am Montag um 10.30 Uhr im Locarno- Saal des Foreign Office. Die Konferenz wird mit einer Ansprache Baldwins eröffnet, der die Abordnungen willkommen heißen und im Namen Großbritanniens sprechen wird. Hierauf wird die Wahl eines Präsidenten der Konferenz folgen. Alsdann werden d i e Führer d e r Abordnungen in folgender Reihenfolge Ansprachen halten: Amerika, Australien, Kanada, Frankreich, Italien, Irland, Japan, Neuseeland und Südafrika. Die eigentlichen Arbeiten der Konferenz werden erst Dienstag früh in Clarence House (Westminster) beginnen.
Paris, 6. Dez. (DNB.) In der Kammer verlas Ministerpräsident Laval drei von der Regierung eingebrachte Gesetzentwürfe. Der erste Entwurf sieht die Auflösung aller Verbände vor, die das Wesen von Kampfbünden oder einer privaten Miliz haben. Dieses Gesetz enthält ferner ein Uniform- und Abzeichen- verbot. Der zweite Entwurf regelt das Tragen und den Besitz von Wa f f e n, und der dritte ergänzt das Gesetz über die Pressefreiheit von 1880 dahin, daß Aufforderungen zum Totschlag in der Presse in Zukunft strengeren Strafen unterliegen.
Ministerpräsident Laval wies darauf hin, daß nach der peinlichen Aussprache der letzten Tage die Leiter der Kammergruppen in eindrucksvoller Weise ein Abkommen getroffen hätten. Die Regierung habe dieses Abkommen durch die eingebrachten Gesetzentwürfe bestätigt, die hoffentlich bald verabschiedet würden. Die Entspannung habe außerordentlich günftig auf d i e Börse gewirkt. Die Rentenpapiere seien um einige Punkte gestiegen. Die Mehrheit, die die Regierung bei den letzten beiden Abstimmungen erzielte, habe ihr Ansehen gestärkt und dem Goldabfluß ein Ende gesetzt. Für die am Samstag bevorstehenden außenpolitischen Verhandlungen benötigte er einen neuen Vertrauensbeweis. Die Regierung sei allein für die Aufrechterhaltung der republikanischen Einrichtungen verantwortlich, und sie werde nicht dulden, daß ihr irgendeine Gruppe diese Aufgaben abnehme.
Die von den Radikalsozialisten eingebrachte Entschließung: „Die Kammer billigt die Erklärung der Regierung und geht zur Tagesordnung über" wurde mit 351 gegen 219 Stimmen angenommen. In einer Nachtsitzung, die vom Freitag 22 Uhr bis Samstag früh um 3.30 Uhr dauerte, hat die Kammer dann drei Gesetzentwürfe mit 408 gegen 179 Stimmen v e r a b s ch i e- d e t und sich darauf auf nächsten Dienstag vertagt, um dann in die Haushaltsberatungen einzutreten.
Im Laufe der Nachtsitzung, in der Justizminister Berard die Regierung vertrat, wurde die Regierung bet drei Einzelabstimmungen b e - reits wieder in die Minderheit gebracht. Allerdings ohne Folgen für das Kabinett, da biß Vertrauensfrage nicht g e -
in der Lagergemeinschaft des Arbeitsdienstes erlebten Gei st der Kameradschaft und Werks- unb Volksgemeinschaft. Die Arbeitsbienst- pslicht gibt die Möglichkeit, daß nicht nur diejenigen, die a l s Handarbeiter sich in die Front der schaffenden Deutschen eingliedern, sondern auch die künftigen Unternehmer und B e - triebssührer im Arbeitsdienst erzogen werden. Diese werden für ihr ganzes zukünftiges Leben die Auffassung mitnehmen, daß auch in der Wirtschaft das Dienen höher steht als das Verdienst (stürmischer Beifall), daß die Wirtschaftsführung nicht darin besteht, baß man nur die finanziellen Gewinn- und Verlustaussichten erwägt und die Arbeitskräfte der Arbeiter dabei einkalkuliert, so wie die Pferdekräfte einer toten Maschine, sondern sie werden vielmehr durchdrungen sein von dem Bewußtsein, daß die Wirtschaftsführung mit lebendigen Menschen, mit deutschen Volksgenossen zu tun hat, denen gegenüber sie Pflichten zu erfüllen hat, die mit der pünktlichen Zahlung der tarifmäßigen Löhne keineswegs erledigt sind. Der deutsche Arbeiter im nationalsozialistischen Reich ist mehr als nur ein Söldner der Arbeit. Es ist ein Soldat der A r - beit (wiederholter stürmischer Beifall), der sich vom Söldner der Arbeit ebenso grundlegend unterscheidet, wie etwa der Soldat des deutschen Volkshceres vom Soldknecht des 30jährigen Krieges. Das wäre ein schlechter militärischer Führer, der nur mit den Armen und Beinen seiner Soldaten und nicht mit ihren Herzen rechnen roürtie. Und das ist ein schlechter Wirtschaftsführer, der die seelischen Kräfte in der Arbeit und in der Wirtschaftsführung nicht richtig zu werten versteht.
lierchöorganrsationsleiter Or. Ley
sprach Worte des Willkommens für die neu in die Arbeitsfront aufgenommenen Kameraden. Die □rauen Kolonnen feien der Ausdruck unseres heiligsten Wollens. In den Arbeitsdiensträumen sähen wir nicht mehr den Arbeiter der Faust ober ber Stirn, sondern den Arbeiter, den Soldaten der Ar-
ber Arbeitsbank solle künftig bie Brücke btlben, die von dem Arbeitsdienst zur Arbeitsfront fuhrt. Die vom Arbeitsdienst entlassene Jugend soll in die Arbeitsfront mitbringen die im Arbeitsdienst eingeprägte nationalsozialistische Auffassung do n dem W e r t und von der Würde der A r - beit sie soll mitbringen das im Arbeitsdienst an»
Eingliederung des Arbeitsdankwerkes in die Deutsche Arbeitsfront.
Leipzig, 6. Dez. (DNB.) Am letzten Tage der Schulungstagung der Deutschen Arbeitsfront verkündete Hauptamtsleiter ©eigner folgende Vereinbarung: Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP, und Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront, Dr. Robert Ley, und der Reichsarbeitsführer Konstantin Hier! haben in der Erkenntnis, daß das Erlebnis des im Arbeitsdienst begonnenen nationalsozialistischen Erziehungswerkes über denWehr- dienst hinaus sorgsamster Weiter- pflege bedarf, um sich im Leben des Volkes b e - sonders im Leben der Arbeit voll entfalten und auswirken zu können, folgende Vereinbarung getroffen:
1. In der Deutschen Arbeitsfront wird ein Zentra l a m t „A r b e i t s d a n k" errichtet. Mit der Leitung dieses Amtes wird der Leiter des Arbeitsdankwerkes Pg. Oberarbeitssührer v. Hertzberg beauftragt.
2. Das Arbeitsdankwerk mit seinen besonderen Aufgaben bleibt weiterhin bestehen unter dem Ehrenvorsitz des Reichsarbeitsführers.
3. Die Durchführungsbestimmungen sind zwischen dem Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und dem Reichsarbeitsführer Konstantin Hierl besonders vereinbart.
4. Diese Vereinbarung tritt mit dem 1. Dezember 1935 in Kraft.
Die Verkündung dieser Vereinbarung wurde von den 4000 in Leipzig versammelten DAF.-Waltern mit minutenlang anhaltendem stürmischem Beifall ausgenommen. Anschließend erklärte
Reichsarbeiksfiibrer Hierl,
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Das Kabinett Laval gesichert.
Gesetze über dieKampsbünde von der Kammer in einerAachtsthung verabschiedet
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und Wirkungen des „Schweinemordes von 191T* und der damit im Zusammenhang stehenden Fragen der Ernährungswirtschaft beauftragten Ausschuß eingesetzt. Diesem Ausschuß gehören unter seinem Vorsitz folgende Herren an: vom Reichs- Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft Staatssekretär Backe, Ministerialdirektor Dr. Moritz und Ministerialdirektor Dr. Saure, vom Reichsnährstand Reichsobmann Staatsrat Meinberg, Verwaltungsamtsführer v. Kanne und Stabsamtsführer Dr. Reischle und von der Geheimen Staatspolizei der Reichsführer SS. Himmler und SS.-Gruppenführer Heidrick. Mit der Geschäftsführung dieses Ausschusses wurde Ferdinand Friedrich Zimmermann beauftragt.
„Familienunterstützung
für bedürftige Angehörige der Wehr- und Arbeitsdienstpflichtigen/'
Berlin, 6. Dez. (DNB.) Amtlich wird mitge« teilt: Der Reichsmnister des Innern wird in den nächsten Tagen im Verordnungswege bestimmen, daß den Angehörigen der zur Erfüllung der aktiven Dienstpflicht einberufenen Wehrpflichtigen und der einberusenen Arbeitsdienstpflichtigen im Falle der Bedürftigkeit eine ausreichende „Familienunterstützung" zu gewähren ist. Sie wird nicht den Charakter der öffentlichen Fürsorge tragen und daher auch nicht zurück« zuerstatten sein. Dies wird auch für die Unterstützungen gelten, die die öffentliche Fürsorge den Angehörigen der Einberufenen vom Tage der Einberufung (Gestellungstag) bis zum In- krasttreten der Verordnung bereits gewährt hat. Die Durchführung der Familienunterstützung wird den Städten und Landkreisen als staatliche Aufgabe übertragen werden. Die Kosten wird das Reich tragen. ,
Das Urteil im Oeviseuprozeß gegen die Trierer Ordensbrüder.
Berlin, 6. Dez. (DNB.) In dem Devisenpro« zeß gegen die fünf Mitglieder des Ordens der „Barmherzigen Brüder" aus Trier verurteilte das Berliner Sondergericht den Generalschaffner Ferdinand Hoffmann wegen Verrats der deutschen Volkswirtschaft und fortgesetzten Deoisenvergehens zu insgesamt fünf Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrverlust und 141000 Mark Geldstrafe, den Generaloberen August Wolff zu 2% Jahren Gefängnis und 15000 Mark Geldstrafe, den Klostervorsteher Michael Thiel zu sechs Monaten Gefängnis und die beiden Laienbrüder Josef Mei - s e r und Johannes Sauer zu je vier Monaten Gefängnis, die als durch die Untersuchungshaft verbüßt gelten. Auch den übrigen Angeklagten wird die Untersuchungshaft angerechnet.
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Bei überwiegendem Luftdruckanstieg auf dem europäischen Festland hat der Einfluß der sich immer noch bildenden Störunasgebiete auf unser Wetter erheblich nachgelassen. Wenn auch für die
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Aussicht auf Aufnahme hat.
Die bisherigen Seeabrüstungsverträge enthalten aber auch den Grundsatz der qualitativen Rüstungsbegrenzung, d. h. der Festlegung von Schiffsgröße und Geschützkaliber, die in den einzelnen Schiffsklassen nicht überschritten werden dürfen. Bei Zugrundelegung dieses Grundsatzes dürfe die Konferenz noch am ehesten, wenn auch bescheidene Erfolge zeitigen. Der Hauptwiderstand gegen qualitative Beschränkungen unter die Abmessungen, die in den bisherigen Verträgen enthalten sind, geht von tum Vereinigten Staa - ten aus, deren Presse bisher stets erklärt hat, nicht unter eine Tonnage von 35 000 Tonnen für Schlachtschiffe und 10 000 Tonnen für Kreuzer gehen zu können. Aber auch Japans Stellungnahme gefährdet eine Einigung in diesem Punkt insofern, als es erklärt hat, die Frage der qualitativen Abrüstung überhaupt nicht zu diskutieren, ehe nicht seine Tonnagegleichheit mit den Vereinigten Staaten grundsätzlch anerkannt sei. Frankreich und Italien sind mit qualitativen Begrenzungen, die unter denen der Verträge von Washington und London liegen, grundsätzlich einverstanden.
England legt auf Herabsetzung der Tonnage und des Höchstkalibers der Geschütze deshalb besonderen Wert, weil seine weitverzweigten Seeinteressen vor allem in der Klasse der Kreuzer eine große Zahl von Einheiten erfordern, und es infolgedessen aus Ersparnisgründen em besonderes Interesse daran hat, die einzelne Einheit gerade nur so groß zu bauen, daß sie ihren Zweck erfüllen kann. Es dürfte immerhin einige Auspcht bestehen, daß es England gelingt, die Vereinigten Staaten und Japan von ihrer grundsätzlich ablehnenden Haltung in der Frage der qualitativen Rüstungsbeschränkung abzubringen. Die in einem Zukünftigen Vertrage festzusetzenden Schiffstypen dursten dann nach Höchstgröße und Geschützkaliber etwas unter den entsprechenden Abmessungen der bisherigen Flottenverträge liegen. Die Abschaffung der U-Boote, die von England und Amerika schon früher befürwortet worden ist, hat auf der kommenden Konferenz keine Aussicht auf Annahme. Der Widerstand in dieser Frage geht besonders von
Frankreich aus.
Obgleich die Konferenz, soweit die bisherigen Pressenachrichten erkennen lassen, sich nur mit See- rüftungsfragen befassen soll, besteht durchaus die Möglichkeit, daß auch ander marinepolitis ch e n Fragen zur Erörterung gestellt werden. Es seien in diesem Zusammenhang nur die Frage der Befestigungen im Stillen Ozean und die Frage der Neutralisierung gewisser Den, ]ie jou 7fübT'unb den
Teile des Mittelmeeres erwähnt. Der Erste Lord । erzogene Pflicht und LJ)g i 0
Folge kein durchweg unfreundliches Wetter zu erwarten ist, so bleibt doch noch eine Niederschlagsneigung vorhanden, die gelegentlich zum Auftreten von Schneefällen führen wird. Die Temperaturen werden sich in den Niederungen um 0 Grad halten.
Aussichten für Sonntag: Gelegentlich aufheiternd, überwiegend bewölkt und zeitweilig Niederschläge (auch in den Niederungen vielfach Schnee), Temperaturen um 0 Grad, veränderliche Winde.
Lufttemperaturen am 6. Dezember: mittags 3,0 Grad Celsius, abends 0,8 Grad; am 7. Dezember: morgens 1,0 Grad. Maximum 3,6 Grad, Minimum 0 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 6. Dezember: abends 2,3 Grad; am 7. Dezember: morgens 3,1 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 2,5 Stunden.
Wintersport - Wetternachrichten.
Vogelsberg: Hoherodskopf, Nebel, — 6 Grad, 35 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Herchenhainer Höhe bedeckt, —4 Grad, 30 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut.
Taunus. Kleiner Feldberg: Nebel, —4 Grad, 18 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut. Großer Feldberg: Nebel, —5 Grad, 18 cm Gesamtschneehöhe, fein Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. XI. 35: 11030. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch« und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.
Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.
der Englischen Admiralität hat in einer Unterhausrede erklärt, daß nach Einigung der eigentlichen Konferenzteilnehmer voraussichtlich noch andere Mächte aufgefordert würden, sich der Konferenz anzuschließen.
Deutschland bringt den englischen Seeabrüstungsbestrebungen die größten' Sympathien entgegen. Es wird mit regem Interesse den Verlaus der Verhandlungen verfolgen. Sind doch deren Ergebnisse auch von großem Einfluß auf den qualitativen Ausbau der im deutsch-englischen Abkommen ihrer Tonnage nach festgelegten deutschen Flotte. Deutschland hat bereits mehrfach zum Ausdruck gebracht, daß es sich an allen Rüstungsbe- schränkungen beteiligen wird, sofern sie für alle Mächte in gleicher Weise bin» dend sind. Welchen Ausgang die kommenden Verhandlungen nehmen werden, ist ungewiß. England wird sicher alles tun, um eine Einigung über möglichst viele Fragen herbeizuführen. Sein großes Interesse an neuen Vereinbarungen ist bereits ge-
Regierungen einen Freibrief zur Auflösung in die Hand zu geben. Justizminister B 4 rard unterstützte den Antrag. Die Kammer lehnte ihn jedoch mit 371 gegen 208 Stimmen ab, nahm aber einen Zusatzantrag des Sozialisten Thiolas, den die Regierung bekämpfte, mit 320 gegen 266 Stimmen an, womit die Regierung zum zweiten Male in die Minderheit geriet. Ein weiterer Zusatzantrag Ru- card, der die Beschlagnahme des beweglichen und unbeweglichen Vermögens verbotener Bünde vorsieht — ein Antrag, den die Regierung zurückwies — wurde von der Kammer ebenfalls mit 332 gegen 258 Stimmen angenommen; die Regierung also zum dritten Male ausdrücklich in bie Min- derheit Derfe§"t. Ein Redner ber Rechten erklärte vor ber Schlußabstimmung, bie Linke habe bie bargebotene Aussöhnung mit einer Kriegserklärung beantwortet.
Die presse ist verschiedener Meinung.
Paris, 7. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Morgenpresse ist sich in der Beurteilung des gestrigen großen Aussöhnungsergebnisses keineswegs einig. Der „Quoibien" veröffentlicht ein längeres Schreiben, in dem ein bisheriges Feuerkreuz-Mitglied, Oberstleutnant be Caffagnac, dem Oberstleutnant be la Rocque seinen Austritt mitteilt. Cassagnac hat seinem Austrittsschreiben noch sol- genbes hinzugefügt: „Ich erfahre soeben die lächerliche und schändliche Komödie, die ein von Ihnen beauftragter Abgeordneter auf der Kammertribüne im Einvernehmen mit den Kommunisten und mit den Sozialisten gespielt hat. Ich hielt Sie, Herr Oberstleutnant de la Rocque, bisher für unfähig, ich habe mich geirrt, Sie sind ein Verräter!"
Die großen Nachrichtenblätter begrüßen die Aussöhnung am unvoreingenommensten. Der „Petit Puristen" spricht von einem ergreifenden Ereignis, das auch auf das Ausland seinen Eindruck nicht verfehlen werde. Der Bruderkampf gehöre der Vergangenheit an, die Aussöhnung werde vom ganzen Lande mit großer Erleichterung aufgenommen werden. Laval und Herriot könnten stolz sein! Andere Blätter haben zu der Aufrichtigkeit der Aussöhnung wenig Vertrauen. Das „Oeuvre" schreibt: Um den gestrigen Tag als geschichtlich einzureihen, müsse man erst einmal bie Folgen a b ro a r t e n. Die „Victoire" warnt vor einem falschen Freudenfeuer und die royalistische „Action
beit an sich. (Stürmischer Beifall.) Nun stehen wir heute am Anfang der Brücke, die uns diese jungen Männer in die Arbeitsfront führen soll, um dort dieses Erlebnis, dieses Exerzitium unseres Volkes weiterzuführen, damit es nicht vergessen werde. Für die ältere Generation ist die Soldatenzeit das einzige, was ihr den seelischen Halt gab und die Lücke in ihr ausfüllte. Deshalb sind wir heute so glücklich, daß wir um unser Sein, um unser Wollen wissen.
Die Lücke ist heute nicht mehr vorhanden, die Idee des Führers füllt sie aus. Wir freuen uns zum heutigen Tage. Wir werden ihn Jahr für Jahr als den Tag, an dem die Jugend zu uns in die Arbeitsfront kommt, feiern, und wir werden in den Werkscharen, in den Betriebszellen, in den Betriebsgemeinschaften, in „Kraft durch Freude", in allem, was wir haben, den Gedanken vom Arbeitsdienst weiterpflegen, damit Deutschland ewig lebe!
Ausschuß zur Klärung der Ursachen des „Gchweinenwrdes" von 1914.
Berlin, 6. Dez. (DNB.) Der Reichs- und Preußische Minister für Ernährung und Landwirtschaft Darre hat einen mit der Klärung der Ursachen
Oie Flotienkonserenz.
Der Abessiinienkonflikt und die daraus entstandene englisch-italienische Spannung im Mittelmeer haben die am 9. Dezember 1935 in London beginnende Flottenkonferenz im Interesse der öffentlichen Meinung etwas in den Hintergrund treten lassen. Zu Unrecht, denn der Ausgang dieser Konferenz ist für die zukünftige Entwicklung der großen Politik von größter Bedeutung. Gerade der gegenwärtige Mittelmeerkonflikt führt wieder einmal die überragende Bedeutung der Seemacht sinnfällig vor Augen. Und eine Konferenz, auf der die Größe der Seemacht, soweit sie sich in der Stärke der Kriegsflotten ausdrückt, für die Großmächte wieder für eine Reihe von Jahren feftgelegt werden soll, kann in ihrer Wichtigkeit nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Es mag kurz daran erinnert werden, wie es zu dieser Konferenz gekommen ist. Der Vertrag von Washington, der den Seerüstungsstand Englands, der Vereinigten Staaten, Japans, Frankreichs und Italiens in den wichtigsten Schiffsklassen bis zum 31. Dezember 1936 bestimmt, wurde Ende 1934 fristgerecht von Japan gekündigt und verliert so ab 1937 seine Gültigkeit. Zum gleichen Zeitpunkt erlischt auch der Vertrag von London, der in der Hauptsache die Begrenzung der Kreuzer- und Zerstörerstärke für England, USA. und Japan enthält. Beide Verträge enthalten die Bestimmung, daß die beteiligten Mächte im Jahre 1935 zu einer neuen Konferenz zwecks Besprechungen über Seerüstungsfragen zusammentreten sollen. Es bedurfte aber langer und mühevoller Einzelverhandlungen Englands mit den anderen beteiligten Mächten, um von diesen Zusagen für die Teilnahme an der Konferenz zu erhalten. Und ohne das deutsch.-englische Flotten- abkommen, das als erstes Element der Sicherheit auf dem Gebiet der Seeabrüstungsbesprechun- gen, zum mindesten der europäischen Seemächte, gewertet werden muß, wären Englands Bemühungen wohl erfolglos gewesen. Zweifellos wäre ein Scheitern dieser Bemühungen für England ein schwerer Schlag gewesen. Ein vertragloser Zustand, wie er dann ab 1937 eingetreten wäre, würde stets die Gefahr eines Wettrüstens in sich traaen und ein Element ständiger politischer Unsicherheit bilden. Ein ungeregeltes Wettrüsten zur See würde aber für keine Macht größere Opfer mit sich bringen als für Großbritannien; denn es kann nicht darauf ver- hten, eine Flotte zu haben, die der jeder anderen Macht ebenbürtig ist und die ihm außerdem erlaubt, seine Seeverbindungen in den Weltmeeren mit Erfolg zu suchen.
Wird die Konferenz für Englands Bestreben nach Rüstungsbegrenzung und vertraglichen Bindungen einen Erfolg bringen und welchen? Eine Betrachtung der Forderungen der beteiligten Staaten zeigt, wie groß die Schwierigkeiten find, die Überwunden werden müssen; sie lassen es fast unmöglich erscheinen, daß ein Vertrag zustande kommt. Am schärfsten ist der amerikanisch-japa- n i s ch? Gegensatz Japan verlangt Gleichheit seiner Gesamtkriegsschifftonnage mit derjenigen der Vereinigten Staaten, eine Forderung, die zur Kündigung des Washingtoner Vertrages durch Japan geführt hat und die von den USA. rundweg ab geleljnt wird. Auch Frankreich hat bekanntgegeben, daß es die ihm in Washington zuerkannte Quote an Oefamttonnage nicht als Grundlage eines zukünftigen Vertrages anerkennen könne. I t a l i en fordert grundsätzlich Tonnagegleichheit mit Frankreich. Es ist klar, daß der Grundsatz der quantitativenRüstungs- beschränkung (Festlegung einer Höchsttonnage für jede Macht) unter diesen Verhältnissen keine
__________________e____o , Fran?aise" erklärt kurz und bündig: „ W i r m a - d?e Ge'richtsb eHörden vornehmen zu lassen, ch e n nicht mit! Wozu die gestrige Komödie? um den Innenministern der aufeinanderfolgenden Wen hat man übers Ohr gehauen?"


