Ausgabe 
7.11.1935
 
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an zwei seitlichen Masten die Reichskriegsflagge langsam gehißt. Am mittleren Mast ging gleich­zeitig die Flagge des Oberbefehlshabers der Luft­waffe hoch. Ehrfurchtsvoll grüßten alle, die dem feierlichen Schauspiel beiwohnten, das neue Symbol. Generalleutnant Milch brachte anschließend ein Sieg-Heil auf Führer, Volk und Va­terland aus. Das Lied der Deutschen und das Horst-Wessel-Lied schlossen sich an. Der Dorber- marsch der Ehrenkompanie unter den Klängen des Badenweiler Marsches beendete den feierlichen Akt.

Hefrufenvereibigung in Potsdam

Potsdam, 7. Nov. (DRV. Funkspr.) Im Pots­damer Lustgarten, wo die langen Kerle Friedrich Wilhelm L, die ruhmgekrönten Grenadiere des größten preußischen Königs Friedrich II. und die Elite der ganzen deutschen Armee paradierten, sind am Morgen des 7. November etwa 4000 Re- k r u t e n, die am 1. November im Standort Pots­dam eingezogen wurden, aufmarschiert. Dor der Mitte des Marftalls ist, flankiert von Gewehr- und Trommelpyramiden der Altartisch mit großen Kerzenleuchtern in einem Hain von Lorbeerbäumen und weißen Astern errichtet. Hinter chm stehen d i e Schulen, HI., Jungvolk und BDM., die Schüler der nationalpolitischen Erziehungsanstalt in ihren braunen Uniformen, steht in dichten Reihen bis zum Marstall hin die Bevölkerung, die auch die Fenster, Balkone und Dächer der umliegenden Bau­lichkeiten besetzt hält. Die geschlossenen Gliede­rungen der Bewegung und die Abord­nungen der Soldatenverbände haben mit ihren Fahnen auf dem linken Flügel der Trup­pen Aufstellung genommen.

Zu beiden Seiten des Altars sind die Plätze für die Ehrengäste, die Offiziere und Be­amten der alten Wehrmacht, die im Pa­radeanzug erschienen sind, die Schwerkriegs­verletzten und Veteranen freigehalten. Die Mitte des Platzes nimmt ein hoher weißer F a h n e n m a st ein, neben dem die Ehrenposten

wie Bildsäulen stehen. Eine Viertelstunde vor Be­ginn des feierlichen Aktes marschierte die F a h - nenkompanie vor der Rampe des Stadtschlosses auf. Dann erschien der Reichskriegs mini- ft e r und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Gene­raloberst von Blomberg, der die Front der Truppen und der Formattonen abschritt.

Der Kommandeur der 23. Division Generalmajor Busch gab darauf den Erlaß des Führers über die Reichskriegsflagge bekannt, um mit bem von allen mit größter Spannung erwarteten Kom- manbo .L-itzt Flagge!" den Befehl zum Aus- ziehen des neuen Symbols der jungen deutschen Wehrmacht zu geben. Unter dem Donnern der Salut-Batterieen und dem feierlichen Geläut der Potsdamer Kirchenglocken stteg unter den Klängen des Präsentiermarsches langsam d i e Reichskriegs flagge empor, von allen mit erhobenen Rechten begrüßt.

Die feierliche Vereidigung wird durch einen Feldgottesdienst eingeleitet, bei dem Wehrkreispfarrer Dr. Schütz an die Rekruten eine vom besten soldatischen Geist getragene Ansprache richtete. Er ermahnte die jungen Angehörigen der Wehrmacht in Not und Tod treu zu ihrem Eide zu stehen, sich lieber in Stücke hauen zu lassen, als zum Feigling und ehrlosen Verräter zu werden. Die zwei Millionen Kreuze auf den Gräbern der Ge­fallenen seien heute ihre Mahner.

Der Kommandeur der 23. Division wies auf die denkwürdige Stunde hin, in der d"ie ersten Wehrpflich­tigen des Dritten Reiches den Eid auf den obersten Befehlshaber und Führer Adolf Hitler ablegen. Er ermahnle sie, sich würdig des Vermächtnisses ihrer Väter zu zeigen und dem Führer getreu bis in den Tod zu folgen.

Dann hoben die 4000 Rekruten die rechte Hand zum Schwur und sprachen Wort für Wort die Eidesformel nach, während von der nahen Garnisonkirche im gleichen Augenblick das G locken­spielHeb immer Treu und Redlichkeit" mahnte. Der Vorbeimarsch der Fahnenkompanie und I Salutbatterie beendete die geschichtliche Feier.

Das Programm für die Münchener Feier des 9. November

ber 1935 ohne Anrechnung auf den Er­holungsurlaub und mit Fortzahlung der Gehalts- und Lohnbezüge zu erteilen.

Aufruf des Roten Kreuzes zum Wmterhilfswerk.

Berlin , 6. Nov. (DNB.) Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes erläßt folgenden Aufruf:

Der Führer und Reichskanzler hat am 9 Oktober das Winterhilfswerk des deutschen Volkes mit einer Ansprache eröffnet, die jeden Deutschen, der die Ehre dieses Namens verdient, ergriffen hat. Als Präsident des Deutschen Roten Kreuzes gebe ich für die Männer und Frauen, die zum Dienst im Zeichen des Roten Kreuzes zusammengeschlossen sind, die feierliche Erklärung ab, daß sie sich alle ohne Ausnahme dafür ein = setzen werden, den Erfolg des Winterhilfswerkes zu verbürgen und selber gewillt sind, Opfer für den Gedanken der nationalen Soli­darität zu leisten, die wirkliche Opfer sind. Mit den vielen Hunderttaufenden von Männern und

Frauen des Deutschen Roten Kreuzes, das sich mit allen Kräften für den Erfolg des Winterhilfswerkes einsetzt, wende ich mich aber auch an die Millionen non Volksgenossen, deren Bereitschaft zur Hilfe unentbehrlich ist, auch wenn die Möglichkeiten des einzelnen noch so begrenzt fein mögen. Ich weih, daß Hunderttaufende ihre Pflicht und mehr als ihre Pflicht erfüllen, ohne ein Wort hierüber zu sprechen. Ich weiß aber auch, daß es noch manchs gibt, die die Notwendigkeit, sich selber mit für da» gemeinsame Werk einzusetzen, noch nicht erfaßt haben. Auch sie sind stolz, Deutsche zu fein und sollen sich des Namens würdig erroet- fen Sie mögen in Stadt ober Land, im Handel oder Gewerbe, im Nährstand oder in den freien Berufen stehen, ich rufe sie als deutsche Männer und Frauen auf, i h r e P f l i ch t a m d e u tf ch e n Volk zu erfüllen und ein wahres Opfer an der Gemeinschaft des deutschen Volkes zu bringen.

Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes.

(Gez.) Carl Eduard, Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha."

Neuordnung der Evang Landeskirche Nassau-Hessen. Bildung eines neuen Landeskirchenrats.

Jranffurt a. 2R., 6. Jlov. (LPD.) Das Reichs- gefehblatt Nr. 121 vom 6. November enthält eine Verordnung des Reichsmimsiers für die kirchlichen Angelegenheiten K e r r l vom 5. November 1935, die auf Grund des Gesetzes zur Sicherung der Deutschen Evangelischen Kirche vom 24. September 1935 erlassen ist und die Evangelische Lan­deskirche Nassau-Hessen betrifft Nach § 1 dieser Verordnung ist die Evangelische Landes­kirche Nassau-Hessen die Rechtsnachfolgerin der evangelischen Landeskirchen in Hessen, Nassau und Frankfurt a. 21L und Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie wird nach den Bestimmungen ihrer Verfassung und der Einführungsgesetze hierzu ge­leitet und verwaltet, soweit nicht in den folgenden Paragraphen etwas anderes bestimmt ist.

Nach § 2 bildet der Reichsminister für die kirch­lichen Angelegenheiten für die Evangelische Landes­kirche Nassau-Hessen aus Männern der Kirche einen neuen La ndes ki rchenr a t Die Geschäfts­ordnung des Reichskirchenausschusies vom 17. Okto­ber 1935 findet sinngemäß auf die Geschäftsführung des Landeskirchenrats Anwendung.

§ 3 bestimmt, daß der Landeskirchenrat auf der Grundlage der Verfassung der Deutschen Evange­lischen Kirche mit dem Reichskirchenaus- schuh zusammenzuarbeiten hat. Er leitet und vertritt die Landeskirche

Nassau-Hessen und erläßt Verordnungen in innerkirchlichen Angelegenheiten. Für Verord­nungen mit rückwirkender Kraft bedarf es der Zu­stimmung des Reichsministers für die kirchlichen Angelegenheiten. Der Landeskirchenrat übt die kirchenregimentlichen Befugnisse aus. Dies gilt insbesondere von den in dem Artikel 2 Satz 2, Artikel 4 Absatz 1, Artikel 5 Absatz 1 und 2, Artikel 7 Absatz 3, Artikel 8 Absatz 2, Arttkel 11 Absatz 3, Artikel 14 und 16 der Verfassung ge­nannten Befugnissen.

§ 4 besagt: Der Landeskirchenrat wird die Ver­fassung, insbesondere die Stellung der Ge­meinde, nach den Richtlinien des Reichskirchen­ausschusses nachprüfen. Das kirchliche Difziplinarrecht wird neu geregelt werden.

Nach § 5 bleiben die Befugnisse der bei den Ver­waltungsstellen Darmstadt und Wiesbaden ber Landeskirchenkanzlei gebildeten Finanzabtei­lungen unberührt.

Laut 8 6 tritt die Verordnung mit dem auf die Verkündung folgenden Tage in Kraft. Die Be­stimmungen der 8§ 2 bis 5 gelten längstens bis zum 30. September 1937. Entgegenftehende Be­stimmungen treten für die Dauer dieser Verordnung außer Kraft.

Die Schlacht von Meer zu Meer

Bon unserem römischen

Rom, November.

Sturm und Sieg läuten die Glocken landein, land­aus, während ich dies schreibe. Die Fahnen flattern im efften Wintergrau wie vor 17 Jahren, als man sich berauschte an demgrößten Sieg der Welt­geschichte", dem Zusammenbruch des Erbfeindes. Und die inzwischen herangewachsene neue Genera­tion hat sich ins kriegerische Schwarzhemd geworfen und steht und lauscht. Ist noch größeres im Gange? Sogar die Priester zeigen sich aufgeregt, die Zei­tungen sind eine einzige Fanfare, Gloria und Vik­toria. Der stille Beobachter fragt sich beklommen, wie das alles enden werde, wenn England Ern ft machensollte.

England! Das klingt im Munde eines Italieners wie ein Schrei der Entrüstung.Wer hätte sich jemals, wer noch vor wenigen Monaten träumen lassen, daß wir diesmal den Jahrestag des Sieges unter dem Druck der Sanktionen, unter der Drohung der im Mittelmeer zusammen­gezogenen englischen Flotte feiern würden? Mit einem Frankreich vor uns, das zu den in Lon­don ausgeheckten und von Genf ausgeführten Ge­hässigkeiten gezwungen wird? Mit einem Völker­bund, der sich bei diesem ungeheuerlichen Erwür­gungsversuch dem Befehl des britischen Jmperialis- mus unterstellt?" So oder ähnlich, oft noch viel heftiger beginnen Redner und Leitartikler.

Und mit einem Mut, von dem man nicht weiß, ob er Tollkühnheit oder Siegeszuversicht ist, ant­wortet Italien auf die Todesdrohuna mit den Sank­tionen mit einer Offensive in Abessinien, von der es heute schon heißt, daß sie das größte kriegerische Unternehmen fei, das die Kolonial­geschichte kenne, die Eroberung Afrikas durch die römischen Legionen des Altertums nicht ausgenom­men. Ja, man überspringt Abessinien und vergleicht England mit Karthago. Vom Indischen Ozean bis zum Roten Meer, vom Sudan bis nach Somalilanü lodert die Schlacht auf während in Genf darüber palavert wird, ob Aloisi nun auf Einladung oder aus eigenem Antrieb gekommen fei, und ob Eden nicht doch dem ftiedlicheren Hoare weichen werden müsse. Was halten Sie übrigens von den, englischen Wahlen? Herriot ist der Meinung, daß Laval muß natürlich Rücksichten nehmen, die innerpvli- tische Lage--

In Italien gibt es keine Innenpolitik mehr. Mars allein regiert die Stunde. Mussolinis harte Zuge versteinern. Möglicherweise was ist heutzutage nicht möglich! haben wir wirklich in vier Wochen Frieden, möglicherweise sieht es aber auch durchaus anders aus.

Eines steht fest, gerade das, was man in London nicht glauben wollte: Rom weicht vor den Sanktionen nicht zurück! Und das Volk richtet stch an dieser Entschlossenheit, die es sich selber nicht zugetraut hätte, auf. Der brave Jtalienreisende der Vorkriegszeit erkennt es nicht mehr. Schon ein Zweifel am alücklichen Kriegsaus­gang wird als Beleidigung aufgefaßt.

Die gedruckten Anschauungen wirbeln durcheinan­der, in der einen Spalte liest man von einem Er­oberervolk, in der anderen von den ersehnten Er­lösern und Befreiern. Das darf freilich nicht wun­dernehmen, denn tatsächlich kommen den vorrücken­den Truppen überall Scharen von Eingeborenen mit weißen Fetzen und Freundschaftsangebinden entgegen, die koptischen Priester an der Spitze. Die unterworfenen Stämme werden zur Sicherung der Etappe herangezogen, die vertrauenswürdigsten Ele­mente erhalten Gewehre und richten sie gegen die Krieger des Negus.

(5 -Korrespondenten.

Das ist das Neuartige an diesem Krieg, daß zwar immer von Italien und England und Frankreich oder dem Völkerbund die Rede ist, nie aber von dem Gegner, von Abessinien gesprochen wird. Offenbar hat es nicht mitzureden. Vielleicht stoßen mir aber nun endlich einmal auf seine Soldaten. Was bisher vorgefallen ist, waren ja nur Vorpoften­gefechte und daß in derSchlacht" von Adua 17 000 Italiener gefallen feien, wie aus Addis Abeba ge­meldet wird, das macht mich niemand glauben, obwohl meine Kollegen dort unten angeblich nicht so weit vom Schuß sind. In den italienischen Ver­lustlisten überwiegen noch immer die Frontarbeiter, die übrigens, Kriegsfieber scheint ansteckend zu sein, immer dringender verlangen, auch mitkämpfen zu dürfen. Wie dem auch fei, jetzt er st hat der eigentliche Krieg begonnen, jetzt erst ge­rät Feind an Feind.

Aus den Kriegsberichten des Gegners, die in Rom recht freimütig herumgeboten werden, wissen wir, daß er stets einzukreisen versucht, Flanken- flöße plant, mit dem Aufrollen der italienischen Front rechnet. Diese Ansichten vertragen sich nun allerdings schlecht mit dem konzentrischen Angriff der Truppen Mussolinis. Weniger besprochen (aber um so ernster 3u nehmen) wird die Taktik der Abes­sinier, umgekehrt vorzugehen wie die Belgier im Weltkrieg, die ihr Land überschwemmten. Die Sol­daten des Negus versuchen es trockenzu­legen. Es heißt, daß sie die Brunnen zum Ver­siegen bringen oder versalzen was freilich auf Rückzugsabsichten schließen ließe, denn so dursthart wie ein Kamel ist wohl auch der widerstandsfähi­gere Eingeborene nicht. Immerhin, wenn man yört, daß die von den Italienern eroberten Wafserlöcher genügend seien, um eine Division zu erhalten, so kann man sich bei den vielen anderen Divisionen schon Gedanken machen. Wassermangel, das ist das Schreckgespenst ber zurückgekehrten Khaki- Icute, denen man nun immer häufiger auf den Straßen der Hauptstadt begegnet und die von aller­hand beträchtlichen Unannehmlichkeiten zu erzählen wiffeji, nur nicht von dem, was wir uns unter einer Schlacht vorstellen. Die wurde erst, keine schlechte Ironie, durch die Sanktionen entfacht.

Es fragt sich nun, wie Genf den Sieg nach römischer Auffassung kann es nur ein glänzender Sieg werden beantworten wird. Auch das ist wie­der so neuartig: der Krieg wird von einer Tastatur in einer friedlichen Schweizerstadt geleitet. Drückt England auf einen roten Knopf, so richten sich die Geschütze der Dreadnoughts auf Genua, auf Neapel, vielleicht auf die ewige Stadt. Drückt man auf einen grünen Knopf, so schließen sich automatisch die Zollschranken rings um Italien. Ein gel­ber Knopf: die Benzinzufuhr wird unter­brochen. Und so weiter. Eine Reihe von Knöpfen: Sanktionen von A bis Z. Die Wirkung kann nach Belieben gemildert oder verschärft werden. Begreif­lich, daß Italien diesem genial erdachten System kei­nen Geschmack abgewinnen kann, und wenn damit einExperiment" ausgeprobt wirb, wer möchte es dem Duce verdenken, baß er darin keine freund­schaftliche Gebärde der Alliierten erblickt? Warum soll gerade Italien, das die Franzosen an ber Marne gerettet hat, als Versuchskaninchen dienen? Warum wurde Japan in einem ähnlichen Falle kein Haar gekrümmt?

Eine namenlose Erbitterung geht im Lande um und es erscheint doch recht zweifelhaft, ob man auch den bis zur Weißalut angefachten Patriotismus mit einem Druck auf den Knopf auslöschen kann.

München, 6. Nov. (DNB.) Die Reichspresse­stelle der NSDAP, veröffentlicht das endgültige Programm für die Feierlichkeiten in München am 8. und 9. November.

Die Feiern beginnen mit der Aufbahrung der 16 Gefallenen am Freitag, 12 Uhr, aufdemWaldfriedhof, dem O st f r i e d h o f und dem Nordfriedhof. Um 19 Uhr findet bas Treffen der alten Kämpfer im Bürger- bräufeller statt. Der Führer spricht. An diesem Treffen nehmen auch die Hinterbliebenen ber 16 Gefallenen, die Gäste des Führers, die Reichs- unb Gauleiter, die Obergruppenführer und Gruppenführer, die Obergebiets- und Gebietsführer, die Hauptdienstleiter der Reichsleitung und die Gau- arbeitsführer des Reichsarbeitsdienstes teil. Gleich­zeitig versammeln sich die Hitler-Jungen und BDM- Mädel aus allen Gauen des Reiches, die in die Partei ausgenommen werden, im Löwenbräukeller xum Treffen der Jugend sowie die Führer­schaft der Partei im Zirkusgebäude am Marsfeld zum Treffen ber Führer. Die.Feier in dem Bürgerbräukeller wird nach dem SömepbräufeUer und dem Zirkusgebäude übertragen.

Um 20 Uhr erfolgt die feierliche Ueberfüh - rung der Gefallenen in bie Feldherr n- Halle, um 23.30 Uhr ber Zug durch bas Siegestor zur Felbherrnhalle, wo um 24 Uhr der Einzug der Gefallenen und die feier­liche Aufbahrung unter den Klängen des Prä­sentiermarsches oonftatten geht. Nachdem die HI. die Ehrenwache bezogen hat, kommt der Führer. Das Lied vom guten Kameraden erklingt, und die alten Kämpfer, die Fahnen der Partei, bie Führer­schaft ber SA., SS., bes NSKK. und des Arbeits­dienstes sowie die Politischen Leiter ziehen an ihren toten Kameraden vorbei.

Am Samstag um 1 Uhr bewegen sich die Volks­genossen an den Särgen ber toten Helden vorüber. Der Marsch des 9. November beginnt um 10.30 Uhr mit der Aufftellung bes Zuges am Bür- gerbräufeUer. Um 12.10 Uhr erfolgt ber Abmarsch bes Zuges durch die Straßen des 9. November 1923. Um 12.30 Uhr trifft der Zug an der Feld - herrnhalle ein, von der anschließend d i e letzte Fahrt der 16 Helden zu den Ehrentempeln ihren Ausgang nimmt. 13.10 Uhr kommt ber Zug mit ben Blutzeugen ber Be­wegung vor den Ehrentempeln an. Die Kämpfer von 1923 nehmen Aufstellung vor ben Särgen

ihrer gefallenen Kameraden. Adolf Hitler steht bei den Helden der Bewegung. Der letzte Appell wird durch den Sprecher der Partei Adolf Wagner beendet. Anschließend übergibt vor dem Braunen Haus der Reichsjugendführer den Nach­wuchs aus HI. und BDM. der Partei. Der Stellvertreter bes Führers übernimmt die jungen Parteigenossen und Parteigenossinnen.

Ein Ausruf her Sauleitunfl Oberbayern.

München, 6. Nov. (DNB.) Die Reichspresse- stelle der NSDAP, gibt nachstehenden Aufruf der Gauleitung bes Traditionsgaues München-Ober­bayern bekannt:Der 9. November 1923 ist der Geburtstag des neuen Reiches. Der zwölfte Jahrestag wird auf Geheiß des Führers mit besonderer Feierlichkeit begangen, da am 9. November 1935 bie Toten der Feldherrn- halle in die Ehrentempel am Königsplatz in Mün­chen übergeführt werden. Millionen deutscher Volks­genossen sehnen sich danach, diesen Tag in der Hauptstadt der Bewegung mitzuerleben. Nur weni­gen von ihnen ist es beschieden, dabei zu sein. Diesen wenigen, die im ganzen Reiche dazu aus= ersehen sind, unb auch denen, die an den Gedächt- nistagen freiwillig teilnehmen, soll die Fahrt nach München möglich st leicht gemacht werden.

Die Leitung des Traditionsgaues richtet deshalb an die Führer der Wirtschaft, der Be­triebe unb an alle f o n ft i g e n Leiter von Arbeitsstätten den Aufruf, ben Teil­nehmern an den Feierlichkeiten zum 8. und 9. No­vember in München Urlaub zu gewähren und tunlich st keine Lohnabzüge vorzunehmen. Jedem Betrieb mag es zur Ehre gereichen, einen der Arbeitskameraben am 9. November in München zu wissen. (gez.) Otto N i p p o l d."

Oie Teilnahme her Beamten.

Berlin, 6. Nov. (DNB.) Der Reichs- und preußische Minister des Innern hat Anweisung er­teilt, ben Beamten, Behördenangestell- ten unb Arbeitern, die auf Veranlas­sung der Partei an der Gefallenenehrung in München teilnehmen, auf Antrag den e r - jforderlichen Urlaub am 8. und 9. Novem-

Die Sarkophage für die Gefallenen des 9. November 1923. Am Kopf des Deckels stehen bie WorteDer letzte Appell", in ber Mitte befinbet sich das Hoheitszeichen ber Partei, darunter der Name des Ge­fallenen mit dem WortHier". (Presie-Jllustratton Hoffmann-M.)