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Hr.105 Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Dienstag, 7. Mai 1935

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aller Voraussicht nach Sportfreunde Leipzig, SD. Waldhof und Hindenburg Minden sein, alle nur noch Unentschieden zur Meisterschaft Gaugruppen benötigen.

genoß die idyllische Ruhe des Unbekanntseins und fühlte sich äußerst wohl.

Das Schiff hielt in einem kleineren Hafen. Graf 3-., unter welchem Namen der König reiste, saß an Bord in einem Korbsessel und betrachtete interessiert das Spiel der Wellen. Da geschah es, daß zwei Zoll­beamte ans Schiff kamen und die Papiere der einzelnen Reisenden verlangten.

Die Kontrolle war schon beendet, als die Adler­augen des einen Beamten den abseits sitzenden Herrn bemerkten. Und da dieser sich nicht rührte, ging er geradewegs auf ihn zu und verlangte seinen Aus­weis.Mein Herr, darf ich um Ihre Papiere bitten?"

Der König fragte:Was für Papiere?"Eine Legitimation, die einwandfrei beweist, wer Sie sind."

Der König lächelte. Er begann in seinen Taschen zu suchen und zog schließlich ein Goldstück her­aus. Mit der Münze in der Hand fragte er nun den vor ihm Stehenden ganz sanft:Wird das ge­nügen?"

Der Beamte schaute erst den Sprecher, dann das Goldstück an, begann etwas zu ahnen, stotterte einige unverständliche Worte und verschwand.

So wurde das Inkognito des Königs auch weiter bewahrt.

Der König und der Vizekönig.

Im britischen Weltreich gibt es unzählige kleine Könige und Vizekönige, die alle glücklich sind, wenn sie vor dem Monarchen erscheinen dürfen. Eines Tages weilte in London der Vizekönig eines kleinen Negerstammes. Natürlich hatte auch er ein Anrecht darauf, den König zu sprechen. Der schwarze Herr­scher erschien in einem wunderbar schönen Frack­anzug. Als er schon einige Minuten mit dem König gesprochen, begann er plötzlich Rock und Weste ab­zulegen.

Erschrocken fragte ihn der Dolmetscher, was er denn tue.

Der Schwarze antwortete mit größter Seelen­ruhe:

Um zu beweisen, wie ergeben ich bin, will ich diesen meinen letzten Anzug Seiner Maje­stät verehren."

Der König begriff und sandte dem pfiffigen Negerkönig sechs Anzüge für diesen einen.

Der Puddingkoch.

Es war zur Weihnachtszeit. Georg besuchte eine Kaserne und ging auch in die Küche, um zuzusehen, wie der Pudding für die Soldaten zubereitet werde. Da fiel ihm ein offenbar noch ganz junger Koch auf, der ängstlich sein Gesicht verborgen hielt.

Anekdotenkranz um Georg V.

Wie das englische Vott seinen König sieht.

Ueber König Georg von England, der in diesen Tagen sein 25jähriges Regierungs- iubiläum feiert, erzählen das englische Volk und die englische Presse zahllose Geschichten, die die große Beliebtheit und Volkstümlich­keit des Herrschers beweisen.

Die Palme der Ungezwungenheit.

König Georg und Königin Mary pflegten sehr oft in Londons ärmsten Vierteln Besuche abzustat­ten. Nach solchen Besuchen beklagten sie sich immer, daß sich die Leute ihnen gegenüber gänzlich un­natürlich und steif benahmen. Sie ließen daher einmal verkünden, daß der- oder diejenige, die sich ihnen gegenüber am ungezwungensten verhalte, eine ganz besondere Auszeichnung, die Palme der Ungezwungenheit, erhalten werde.

Als das Königspaar dann nach einiger Zeit ge­fragt wurde, wen sie denn nun für diesen Preis würdig hielten, erklärten sie einstimmig:

Londons älteste Frau. Anläßlich ihres Geburts­tages b-?fuchten wir sie. Das Mütterchen kam uns bis auf den Korridor entgegen und sprach: Ich er­suche Eure Majestät, die Füße gut q b 3 u = wischen, denn soeben wurde mein Zimmer frisch gescheuert."

Der Hoflieferant.

König Georg fuhr gerne Auto. Eines Tages hatte er auf der Landstraße eine Panne. Der Chauffeur stieg aus und versuchte zu reparieren, doch ohne Erfolg. Zum Glück kam ein anderes Fahrzeug, dessen Insassen, zwei biedere Kaufleute, dem König ihre Dienste anboten. König Georg war auch schon geneigt, das freundliche Angebot anzunehmen. Aber... in Anbetracht des kniehohen Schlammes konnte er sich nicht entschließen, den Wagen zu verlassen.

Der Chauffeur der Kaufleute bemerkte das Zögern Seiner Majestät, sprang eb, nahm ohne ein Wort zu sprechen, den König auf den Arm und trug ihn in den anderen Wagen hinüber.

Als der König sich geborgen fühlte, fragte er seinen Retter, ob er einen besonderen Wunsch habe. Jawohl, Majestät", antwortete dieser.Ich möchte um den Titel Hoflieferant bitte n."

Die Legitimation.

König Georg unternahm einmal in strengstem In­kognito eine Schiffsreise. Der Kapitän hatte Befehl, unter keinen Umständen zu verraten, welch hoher Gast sich auf seinem Schiffe befinde. Der König

In der Gruppe 4 hat die Spielleitung Wiederholung des am letzten Sonntag ausgetra­

genen Treffens zwischen Polizei Hamburg und SV. 98 Darmstadt, das die Darmstädter mit 9:7 gewannen, angeordnet. Rasensport Mülheim gewann zu Hause mit 12:8 (6:5), während die Soldaten­mannschaft von Hindenburg Minden das Kunststück fertig brachte, den Südwestgaumeister Darmstadt 98 auf seinem Platze mit 8:5 (5:2) zu schlagen. An dem Gruppensieg der Soldaten ist nicht mehr zu zweifeln.

In der Gruppe 3 steht Waldhof nach dem in Hannover über die dortige Polizei errungenen Sieg 5:3 (3:1) ebenfalls als Gruppensieger fest, da der Turnerbund Göppingen, der am Sonntag in Sieg-

Oer zweite Gang um die Deutsche Handballmeisterschast.

Die Gaugruppenspiele um die deutsche Handball­meisterschaft der Männer wurden (wir berichteten gestern kurz die Ergebnisse) am Sonntag auf der ganzen Linie fortgesetzt. Als sicherer Teilnehmer der Vorschlußrunde steht heute schon Polizei Magde­burg fest, die in ihrem zweiten Spiel wiederum über 20 Tore schoß und sich nun sogar mit ruhigem Gewissen der Berliner Polizei stellen kann. Die übrigen drei Teilnehmer der Vorschlußrunde dürften

gewinnen.

In der Gruppe 2 hat der bayerische Meister Spielvereinigung Fürth seine Aussichten verspielt. Nach dem Unentschieden in Oppeln leisteten sich die Kleeblättler" nun auf eigenem Platze ein 8:8 (3:3) gegen Turngemeinde Kassel. Sportfreunde Leipzig gewannen zu Hause knapp mit 9:8 (6:5) über Post Oppeln und benötigen zum Gruppensieg am kom­menden Sonntag auf eigenem Platze gegen Fürth nur noch ein Unentschieden.

In der Gruppe 1 fällt die Entscheidung am kommenden Sonntag in Magdeburg zwischen Polizei Magdeburg und Polizei Berlin. Beide Mannschaften siegten am Sonntag auf eigenem Platze. Magdeburg gewann gegen Greif Stettin 23:1 (10:0), während Polizei Berlin gegen Hindenburg Bischofsburg 14:8 (6:3) gewann. Auf Grund der beiden überragenden Ergebnisse der Polizei Magdeburg ist an ihrem End­sieg nicht zu zweifeln, und aller Voraussicht nach werden die Elbestädter auch den Deutschen Meister 1935 stellen.

HandbatlimKreisLahn-Oill(GauXU)

Gauklasse.

Mit dem Spiel Tv. Wetzlar Tura 7:2 (4:1) ist eins der letzten der diesjährigen Runde ausgetragen worden. Die Gäste bekamen auch am Sonntag wegen ihres robusten Spieles wieder drei Mann des Feldes verwiesen. Die Einheimischen gingen nie aus sich heraus, so daß der Sieg auch nicht höher ausfallen konnte.

II. kreisklasfe (Aufstiegspiele).

Mlv. Gießen II Tv. kahenfurl I 14:4 (6:3).

Die Männerturner kamen auf eigenem Platz zu einem auch in dieser Höhe verdienten Sieg. Wäh­rend die Gäste in der ersten Halbzeit noch einiger­maßen Widerstand leisten konnten, klappten sie nach der Pause vollkommen zusammen, so daß die Gießener ihre Schüsse aus allen Lagen anbringen tonnten. Das Spiel wurde sehr anständig durch­geführt, zeigte aber auf beiden Seiten keine beson­deren Leistungen.

Tv. Vurg-Gemünden Tv. Dollar 4:8 (3:3).

Die Dorlarer haben anscheinend ihre Schwäche­periode überstanden, denn sonst wäre es nicht mög­lich gewesen, auf dem gefährlichen Platz in Burg­

burg-Mülldorf gegen den einheimischen Mittelrhein­meister 5:11 (2:6) verlor, keine Aussicht hat, nächsten Sonntag in Mannheim gegen Waldho

Gemünden so einwandfrei zu gewinnen. Die Ein­heimischen kamen gleich gut in Schwung und führ­ten nach kurzer Zeit schon 3:1. Die Gäste konnten aber bis zur Pause wieder gleichziehen. Nach dem Wechsel drehte sich das Blatt, Dorlar kam auf und wurde sogar stark überlegen, so daß der Sieg auch in dieser Höhe verdient ist.

handball-Vlihlurnier in Münchholzhausen.

Das Turnier selbst hatte leider nicht die erwartete Beteiligung aufzuweisen, da noch in letzter Minute 4 Mannschaften aus nichtigen Gründen absagten. Trotzdem nahm die Veranstaltung, die unter Lei­tung von Kreisspielwart L u h stand, einen schönen Verlauf. Den zahlreich erschienenen Zuschauern wurde guter Sport geboten. Das interessanteste Treffen des Tages dürfte die Begegnung zwischen den Mannschaften vom Tv. Allendorf (Lahn) und Tv. Dutenhofen gewesen sein, das erst nach zwei­maliger Verlängerung mit 5:4 von Allendorf (Lahn), das damit erneut sein Kommen gezeigt hat, gewonnen wurde. Sieger wurden

A-Klasse: To. Dornholzhausen (Tv. Garbenheim 2. Sieger.)

B-Klasse: Tv. Allendorf (Lahn) (Tv. Dutenhofen 2. Sieger.)

Freundschaftsspiele:

Tv. Holzheim I To. Lich I 12:3 (5:2). Die Einheimischen konnten in einem überaus hart durchgeführten Kampf einen überlegenen Sieg feiern. Ihr Spiel war reifer, als das der Gäste und auch in bezug auf Schnelligkeit hatten sie ein starkes Plus. Lich muß sich endlich einmal ange­wöhnen, statt immer zu reklamieren, zu spielen, dann werden auch die Ergebnisse anders ausfallen.

Tv. Alb ach I Tv. Grüningen 11:6 (6:3). Obwohl die Gäste wieder mit reichlichem Ersatz antreten mußten, gaben sie einen starken Gegner ab, der sich erst nach scharfem Kampf ge­schlagen gab. Auch die Einheimischen haben mit diesem Spiel gezeigt, daß sie wieder gut im Schwung sind.

Tv. Wißmar Tv. Londorf 3:1 (3:1). Beide Mannschaften lieferten sich ein anständiges ruhiges Spiel, das ziemlich ausgeglichen war. Die etwas bessere Stürmerleistung der Platzbesitzer ent­schied den Kampf.

Tv. Tret s/Lumda SpVg. 1900 Gießen 6:6 (3:5). Das Zusammentreffen dieser beiden Mannschaften war ein Werbespiel im wahrsten Sinne des Wortes. Man sah einen mitreißenden Kampf, bei dem die Platzbesitzer nach der ange­nehmen Seite enttäuschten. Sie leisteten ihren Gästen, die mit einer verhältnismäßig starken Mannschaft antraten, erbitterten Widerstand und konnten ein gerechtes Unentschieden herausholen.

Tv. Staufenberg I Tv. Trei s/Lumda II 18:1. Die Gäste, die zum erstenmal als ge­schlossene Mannschaft spielten, mußten eine hohe Niederlage hinnehmen.

Tv. Ruttershausen Jgd. Mtv. Gie­ßen Jgd. 5:17 (3:9). Die Gießener Jungens waren ihren Gastgebern, die ihr erstes Spiel aus- trugen, natürlich " weit überlegen und gewannen wie sie wollten. Die Einheimischen werden aber sicher an dem schönen und zweckmäßigen Spiel etwas gelernt haben.

Tv. Wetzlar Jgd. Tv. Garbenheim Jgd. 10:4 (4:0). Die Wetzlarer konnten für die im Vorspiel erlittene Niederlage Revanche nehmen. Sie gewannen ihr Spiel sicher und verdient.

Fußball-Ergebnisse der Kreisklassen.

LondorfLich 5:4; Alten-Buseck Laubach 5:0; Rüddingshausen Treis 2:1; Steinbach Rod­heim 0:2; Lollar II Lohra ausgefallen; Krofdorf Allendorf abgebrochen; Tv. 1846 Großen-Buseck 3:7; Wieseck Jgd. Gladenbach Jgd. 1:6; VfB. Kurhessen Jgd.1900 Jgd. 1:3; VfB. Kurhessen AH.1900 AH. 3:3; Vetzberg Wißmar 2:8.

Fußballabteilung des Turnvereins Wieseck.

Llhlar I wieseck I 3:2.

Die erste Mannschaft des Turnvereins Wieseck weilte am Sonntag in Aßlar, um gegen die erste Mannschaft des VfB. Aßlar ein Freundschaftsspiel auszutragen. Wieseck mußte mit Ersatz antreten. Da kein Schiedsrichter anwesend war, übernahm ein Sportfreund von Aßlar die Leitung des Spie­les. Den körperlich überlegenen Gastgebern lieferte Wieseck ein flottes technisch gutes Spiel, das diese durch großen Eifer und Härte auszugleichen ver­suchten. Dem Führungstreffer der Gastgeber setzte Wieseck den Ausgleich entgegen. Bis Halbzeit über­nahm jedoch Aßlar wieder die Führung.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Aßlar auf 3:1. Dann wurde Wieseck stark überlegen und hielt die Gastgeber ganz in ihrer Spielhälfte fest. Wieseck blieb überlegen und konnte ein Tor aufholen, zum Ausgleich aber reichte es nicht mehr.

Wieseck Jugend Gladenbach Jugend 1:6.

Die neu erstandene Jugendmannschaft des Turn­vereins Wieseck hatte sich zum ersten Spiele einen starken Gegner verpflichtet. Wieseck gab sich wohl alle Mühe, lieferte auch zeitweise ein schönes Spiel, konnte jedoch nicht verhindern, daß die körperlich überlegenen Gäste Tor auf Tor erzielten und mit 6:1 Toren den Platz als Sieger verließen.

Fußballabteilung des Turnvereins Alten-Buseck.

Alten-Buseck I Laubach I 5:0 (3:0).

Am Sonntag weilte die erste Elf von Laubach bei der gleichen des Turnvereins Alten-Buseck zu Gast. Die Gäste waren den Einheimischen körper­lich überlegen, konnten aber nicht verhindern, daß Alten-Buseck bei Halbzeit bereits mit 3:0 führte. Nach dem Wechsel drückten die Gäste für einige Zeit, kamen aber an der gegnerischen Hintermann­schaft nicht vorbei. Dor allem war der Tormann der Gastgeber in bester Form. Allmählich drängten sich die Gastgeber wieder in den Vordergrund und erhöhten auf 5:0. Einige Ecken auf beiden Seiten wurden nicht ausgewertet.

Im Spiel der Jugendmannschaften von Alten- Buseck und Großen-Buseck standen sich zwei gleich­wertige Gegner im Feld gegenüber. Die Gäste ent­schieden das Spiel knapp mit 1:0 Toren für sich.

Zuaendfutzball der Gy.-Ag. 1900.

Spt). 1929 Bieber 1. Jgd. 1900 2. Jgd. 0:4 (0:1).

Die 2. Jugend der Spvg. 1900 weilte am Sonn­tag in Bieber und errang einen schönen Sieg. Ob­wohl die Blauweißen mit vier Ersatzleuten spielen mußten und der Gegner ihnen körperlich weit über­legen war, konnten sie immer das Spiel offen ge­stalten. Gleich nach dem Anstoß bedrängten die Gast­geber das gegnerische Tor, kamen aber zu keinem Erfolg. Die Gäste spielten sich dann frei, und Ende der ersten Spielhälfte schoß derHalblinke das erste Tor. So ging es in die Pause. Nach Wiederanpfiff kamen die Gastgeber kaum mehr zur Geltung. Die Gäste buchten noch drei weitere Erfolge.

Großer Erfolg des AOOO-Meter-Laufs der Hitler-Jugend.

95 v. h. aller Teilnehmer bestanden.

Bei herrlichem Frühlingswetter stellten sich am Sonntag die Gefolgschaften der HI. den mit der Abnahme beauftragten Führern zur Ablegung des 3000-Meterlaufs. Das aus den eingegangenen Mel­dungen ersichtliche hervorragende Ergebnis über­rascht um so mehr, als fast gar keine oder nur wenig Zeit zum Training für den Langstreckenlauf 3ur Verfügung stand. Als Auftakt des Gemein­schaftslaufs starteten die Mitarbeiter der Gebiets­führung in Wiesbaden bereits am Samstagnach­mittag und erfüllten ohne Ausnahme die geforder­ten Bedingungen. In den frühen Vormittagsstun­den des Sonntags sah man dann überall die Kolon­nen der Hitlerjugend mit Turnzeug bewaffnet zu den Startplätzen marschieren. Hier entwickelte sich

Er suchte sich diesen aus und sprach ihn huldvoll an:Mein Sohn, wie alt bist du?" Der Ange­sprochene antwortete, ohne aufzublicken:Majestät, das müssen Sie selbst am besten wissen."

Verwundert ob der eigenartigen Antwort schaute Georg den Sprechenden an. Da sah er den Prin­zen von Wales in der Tracht eines Pudding­kochs vor sich.hag

Oie Freundin eines großen Mannes."

So heißt ein Lustspiel von Möller und L o - renz, das wir vor längerer Zeit hier auf dem Theater gesehen haben. Mittlerweile hat sich die Ufa darüber hergemacht und einen Film danach gedreht. Das Drehbuch von M a y r i n g und Neu - m e i ft e r hält sich so eng an die Vorlage, daß sich für die Kamera kaum neue Gesichtspunkte ergeben. Nur der Kuliffenbetried auf dem Theater konnte natürlich im Film ausführlicher und realistischer ent­wickelt werden; dergleichen wird seit alten Zeiten immer wieder gern gesehen, zumal wenn es, wie hier, nicht Beiwerk, sondern die Hauptsache ist, denn es handelt sich hier um ein Theater-Stück im eigent­lichsten Sinn, es geht man erinnert sich viel­leicht noch an die hiesige Aufführung um die wirtschaftliche Existenz einer Provinzdühne, um eine Premiere, von der alles abhängt, um eine große Rolle, um einen großen Generalprobenkrach mit heftigem Intrigenspiel hinter den Kulissen, um ein reizvolles Durcheinander von Spiel und Wirk­lichkeit und natürlich auch um eine Liebesgeschichte mit entsprechender Großaufnahme zum Schluß. Das Ganze ergibt einen hübschen Unterhaltungs­film, in Szene gesetzt von Paul Wegener. Man muß sich wundern, daß die Ufa für dieFreundin" einen so großen Mann als Regisseur bemüht. Die Spielleitung ist glatt, sauber und gefällig, aber nichts irgendwie Besonderes. Die Freundin spielt Käthe von Nagy; es ist eine richtig komödian­tische Rolle, und sie macht es sehr nett, mit echten und falschen Tönen durcheinander, mit Augenauf­schlag und Tränen und Mäulchen. Karl Ludwig Diehl gibt den reichen Mann gepflegt und seriös wie immer. Jessi.e Vihrog ist die hysterische Pro- vinzdiva mit beklemmend natürlichen Temperaments­ausbrüchen. Leibelt als betriebsamer Bankier Rieder, Theodor Loos als Intendant, Ernst L e - g a l in einer lustigen kleinen Episode als Vorhang­zieher. Brausewetter, lange nicht gesehen, und Harry Frank haben nicht viel zu spielen. Die Rolle des Reporters Banz war schon im Stück ! unmöglich, hier wirkt sie, bei Werner Finck, ge- iradeju fatal. So etwas sollte es heute nicht mehr

bald unter den Augen begeisterter Zuschauer ein Bild fröhlicher Sportkameradschaft. Wer nickt mit« machte, sei es, daß ärztliche Bedenken bestanden ober fleißiges Heben noch notwendig ist, war als Kampfrichter, Zeitnehmer oder als Wegposten tätig. Von 32 000 gestarteten Läufern bestanden rund 30 000, das sind etwa 95 o. H. ein Leistung, die sich sehen lassen kann. Dabei ist hervorzuheben, daß der größte Teil die geforderte Mindestzeit bei wei­tem unterbot. Damit ist für Tausende von Hitler- jungen im Gebiet 13 der erste Schritt zur Errin­gung des HJ.-Leistungsabzeichens getan. Die nächste Etappe wird der Gepäckmarsch sein, der am 19. Mai wiederum gemeinschaftlich durchgeführt wird.

Aus dem Gau Nordhessen.

Die Terminliste der Leichtathleten des Gaues XII verzeichnet im Mai einige wichtige Veranstaltungen. Am 19. Mai führt bekanntlich Gießen 19 0 0 feine alljährlichen Nationalen Wettkämpfe durch. Am gleichen Tage führt der Kreis Hersftld einen Mann­schaftskampf mit Hessen-Preußen Kassel durch. Ein Olympia - Werbesportfest schreibt die Ortsgruppe Fulda des DRfL. für den 26. Mai aus. Im Mittelpunkt steht ein Vierstädtekampf FuldaGotha HanauKassel. Außerdem finden am 26. Mai die Fünften Nassauischen Kampfspiele statt.

Reichsbahn-Sportfest in Frankfurt.

Große Rad- und Schwimm-Wettkämpfe am 26. Mai.

Am vergangenen Wochenende fand im Frank­furter Palmengarten eine Tagung sämtlicher deut­scher Reichsbahn-Bezirks-Turn- und Sportleiter statt. Neben allgemein wichtigen sportlichen Fragen wurde in der Hauptsache die Organisation des Reichsbahn- Werbesportfestes am 25. und 26. Mai in Frankfurt besprochen. Es ergab sich in allen Punkten völlige Hebereinstimmung. Das Werbesportfest wird in allen Teilen nach dem ursprünglichen Entwurf durchgeführt.

Der 25. Mai wird die große Kundgebung auf dem Römerberg bringen und am Sonn­tagabend findet im Palmengarten ein Kamerad­schaftsabend statt. Der Montag ist Besichtigungs­fahrten und Ausflügen in die weitere Umgebung Frankfurts gewidmet.

Inzwischen sind sowohl über die Schwimmwett­kämpfe als auch die Radrennen feste Vereinbarun­gen getroffen worden. Die Schwimmwettkämpfe werden als Dreistädte-Klubkampf durchge­führt. An ihm beteiligen sich die Reichsbahn-Sport­vereine Berlin, Hannover, der Reichsbahn-Turn- und Sportverein Frankfurt, der Schwimmsportclub Sparta-Frankfurt und die Frankfurter Schwimmer­gilde. Die Wettkamvffolge verzeichnet: Herren-Kraul- ftaffel 4 mal 100 Meter, Damen-Lagenstaffel 6 mal 50 Meter, Herren-Rückenstaffel 3 mal 100 Meter, Herrenbruststaffel 4 mal 100 Meter, Damen-Brust- ftaffel 6 mal 100 Meter, Herrenlagenstaffel 3 mal 100 Meter, ferner Rettungsvorführungen und Schauspringen. Außerdem werden zwei Wasserball­kämpfe zwischen Hannover Herren Sparte I und Hannover Jugend Sparta II ausgetragen.

Besonders guten Sport versprechen die Radren­nen zu bringen. Es sind zwei Dauerrennen vorge­sehen, eines über 50 Kilometer und ein zweites mit zwei Läufen über 20 und 30 Kilometer. Es starten Schäfer-Frankfurt, Damerow-Krefeld, Schön-Wies­baden, Prieto-Spanien und Lauer. Die Amateure bestreiten ein Flieger-Hauptsahren und ein Halb-

geben. Der Film läuft feit gestern im Licht­spielhaus; vorher sieht man die neue Wochen­schau und eine Ankündigung des Abenteuerfilms Lockvogel".r

Ein verschluckt -rei

Wenig Verständnis für die ärztliche Kunst hat kürzlich die kleine Bärin Charlotte bewiesen, die zu einem Pariser Zirkus gehört. Sie hatte sich einen tüchtigen Frühjahrsschnupfen geholt, dem eine Bronchitis folgte, die sich nicht bessern wollte. Herr Courtin. der Tierarzt, hatte mit der kleinen Pa­tientin seine liebe Not, und es kostete ihn viel ver­gebliche Mühe, Charlotte dazu zu bewegen, die Breiumschläge nicht wieder abzureißen, die er ihr verordnet hatte. So blieb der Erfolg recht zweifel­haft, und der Arzt entschloß sich, der kleinen Bärin den Hals innen auszupinseln. Mit Hilfe der Wär­ter, die die kleine Charlotte festhielten, ging er an die Arbeit. Er öffnete Charlotte weit die Schnauze, was ihr gar nicht zu gefallen schien, und dann fuhr er mit dem Pinsel in ihren Schlund. Das fand Charlotte aber recht ungebührlich, sie machte kur­zen Prozeß und biß Herrn Courtin, ehe er es sich versah, drei Finger ab und schluckte sie sofort hinunter, wobei sie auch den Pinsel mitgehen ließ. Nun war Herr Courtin ein viel ernsthafterer Pa­tient, und niemand kümmerte sich mehr um Char­lotte, die alsbald wieder gesund wurde, als habe sie ein Wundermittel verschluckt. Herr Courtin aber mußte sich in ärztliche Behandlung begeben und jetzt hat er vor Gericht Klage gegen den Besitzer des Zirkusses angestrengt, der seinerseits behauptet, daß er es nicht an Vorsichtsmaßregeln habe fehlen lassen. Der Unfall habe sich durch eine Unvorsichtig­keit des Arztes ergeben, der sich der Gefahr, in der er sich bei feiner Operation befand, hätte bewußt fein müssen. Die Richter sind vor eine schwere Ent­scheidung gestellt. Die Hauptschuldige an diesem Vorfall, die kleine Bärin Charlotte, wird wohl straflos ausgehen.

Hochschulnachnchten.

Professor Dr. Woldemar Engelmann. brr entpflichtete Ordinarius für Strafrecht und Straf­prozeßrecht an der Universität Marburg, voll« endete dieser Tage sein 7 0. Lebensjahr.

Der ao. Professor Dr. Wilhelm Rabe in München ist zum Ordinarius an der Philoso­phischen Fakultät der Münchener Universität er­nannt worden; er hat bereits vor einiger Zeit ein^n Ruf auf den astrynomischen Lehrstuhl in München erhallen.

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