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Aus der Provinzialhauptstadt

Weich liegt der Schnee über der Erde in den eften der Waldbäume. Fein und weiß stäubt es,

Tagen Gefängnis und in die Kosten des V-cr-

mit der Win-

und Unterkunft zu gewähren!

C. W.

ten so der Tierwelt keinen Schutz mehr. Ebenso ist das Abbrennen von Schilf und Rohr in der Zeit vom 1. März bis 1. Juli verboten. Dagegen pflegt

und Buschwerk in unverwendbaren Ecken Gartens, um der Vogelwelt, unseren nütz- Gehilfen bei der Schädlingsbekämpfung,

Hecken!

kahl und bie­

der Bewegung zu schädigen.

Eine andere Sache wurde zwecks Anstellung wei­terer Ermittlungen vertagt.

Hecken Eures lichen Schutz

durch warme Märztage veranlassen, terfütterung gänzlich aufzuhören!

Unterlaßt das Abbrennen der

Sie werden sonst von unten herauf

Vorfrühling und Gchnepfenstrich.

Don fc. O. von Bonin-Ponih.

Schont die Kröten! Sie gehören zu den nützlich­sten Tieren, denn bei ihren nächtlichen Spazier­gängen vertilgen sie in großen Mengen die gefrä­ßigen Schnecken. Jeder Gartenbesitzer sollte sich freuen, wenn eine Kröte seinen Garten bewohnt und ihm im Kampf gegen die Schnecken hilft.

Unsere gefiederten Freunde kommen jetzt täglich in großen Scharen zurück aus dem warmen Sü­den. Gerade für diese bieten eintretende Witterungs­umschläge große Gefahr und machen eine Fütterung noch unbedingt notwendig. Laßt Euch daher nicht

Mit letztem ohnmächtigem heulen des Nordwin­des verläßt uns der Winter, nicht aber ohne ge-; legentliche heimtückische Rückfälle, die mit Schnee und Eis unseren stummen Freunden in Haus, Feld, Wald und Flur großen Schaden bringen können.

Entfernt daher nicht zu früh die Vorrichtungen, die Ihr zum Schuhe Eurer Haustiere gegen Wind und Kälte getroffen habt.

höher steigenden Frühlingssonne überall ein neues Leben erwacht, gibt es für den Naturfreund und

-schützer viel Arbeit.

Verhindert, daß die jetzt aus ihren Verstecken kommenden Winterschläfer, die Eidechsen, Blind­schleichen, Ringelnattern, Kröten und Frösche einer unsinnigen Verfolgung ausgesetzt sind! Noch immer gibt es Gegenden, in denen die sog. Froschjäger ihr scheußliches Unwesen treiben. Diese Unmenschen schneiden und reißen den lebenden Tieren die bei­den Hinterschenkel ab und lassen die verstümmel­ten Tiere auf der Wiese, oder im Sumpf liegen, wo sie sich noch stunden- und tagelang mit bluten­dem Körper dahinschleppen. Zeigt dieses Gesindel an, denn nach dem neuen Reichstierschutzgesetz wird dieses ruchlose Treiben streng bestraft. Eine ähn­liche Unsitte ist das Aufblasen der Frösche. Meist sind es Kinder, die vielleicht weniger aus Bosheit, als aus Spielerei und Mangel an Ueberlegung die­ses scheußliche Handwerk treiben. Unsere Mahnung geht daher an Eltern und Erzieher: Klärt die Ju­gendlichen über die Roheit einer solchen Hand­lungsweise auf und belehrt sie über den großen

Ser Ahnenpaß als Nachweis der arischen Abstammung.

LPD. Weite Kreise der Bevölkerung, die auf Grund der verschiedenen Reichsgesetze sei es zur Erlangung gewisser Vergünstigungen (Gesetz über Ehestandsdarlehen), sei es zur Zulassung in die für das gesamte Volksleben wichtigen Berufsstände (Rechtsanwälte, Notare, Aerzte, Beamte), vor allem aber auch für die Zugehörigkeit zu den Organisa­tionen der NSDAP. den Nachweis ihrer arischen Abstammung führen müssen, werden es bisher als Nachteil empfunden haben, daß hierfür jeweils Ein­zelurkunden vorgelegt werden mußten, die im Gegensatz zu einem noch weit verbreiteten Irrtum nur in wenigen Fällen noch gebührenfrei find. Für eine übersichtliche Sammlung dieser Einzelnach- weise besonders geeignet ist der vom Verlag für Standesamtswesen in Berlin kürlich herausgege- bcne, in Taschenformat hergestellte Ahnenpaß' der auch von dem Sachverständigen für Rasseforschung beim Reichsministerium des Innern, Dr. Gercke, empfohlen wird. Dieser Ahnenpaß enthält neben einer eingehenden Gebrauchsanweisung und einer leichtfaßlichen Darstellung die Grundzüge des Ab­stammungsnachweises, eine Anleitung zur Beschaf­fung der Urkunden, die dann die Grundlage für die Eintragungen in den Ahnenpaß bilden. Wäh­rend bisher jede einzelne Eintragung in diesen Paß durch den zuständigen Standesbeamten beglaubigt werden mußte, hat der Reichsminister des Innern neuerdings zugelassen, daß allgemein die Standes- beamten die Richtigkeit jeder Eintragung bescheini­gen können, die mit einem ihnen vorgelegten, ord­nungmäßig ausgestellten Kirchenbuch- ober Stan- desregisterauszug übereinftimmt. Soweit solche Urkunden vorliegen, wird als Gebühr für jede Be-

Sammeln von Kleintieren!

Käfer, Frösche und Eidechsen sind keine Spiel­zeuge! Verschont die an den ersten sonnigen Lenz- tagen hervorkommenden Schmetterlinge, die schönen Zitronenfalter, Fuchsarten und Pfauenaugen! Z. T. sind es Weibchen, die in einem schützenden Winkel überwintert haben und jetzt in taumelndem Flug über die Auen eilen auf der Suche nach den ersten Blumen. Eine Frostnacht, und sie sind dahin. Sie

einer Sammlung fürMutter und Kind" unwahre Behauptungen auf, die geeignet waren, das Ansehen

Verkennung der Wesensart und der Aufgaben der Frau erkennen lassen.

heute stehe man, da der Verechtigungssimmett stark nachgelassen habe und da das Frauen- studium stark eingedämmt sei, auf dem Stand­punkt, daß die deutsche Frau in allererster Li­nie ihren Ausgaben als Frau und butter voll gewachsen sein müsse. Deshalb werde größtes Gewicht auf eine sorgfältige Erziehung in allen Fächern des Frauenschaffens gelegt. Aller Un­terricht habe auf der Grundlage von Ver­erbungslehre und Rassenkunde zu ruhen.

In feinen weiteren Ausführungen wandte sich der Redner den Gießener Schulverhält- n i f f e n zu. In Gießen habe eine Studienanstalt bestanden, die zur Reifeprüfung führte und die ein­zige Dollanstalt in Oberhessen dargestellt habe. Die Klassen Sexta bis Untersekunda bildeten das Ly­zeum, die drei Oberklassen die Studienanstalt. Diese drei Oberklassen seien durch Beschluß des Gießener Stadtrates zu Ostern 1933 aufgelöst worden, fo daß zur Zeit weder in Gießen, noch in der Provinz eine Vollanstalt für Frauenbildung bestehe. Unsere S adt erlebe gegenwärtig einen starken Aufschwung und stelle das Kulturzentrum der ganzen Provinz bar.

Es fei deshalb nach der Meinung des Schul­kollegiums und nach der Meinung eines großen Teiles der Bevölkerung der Stadt und Kreises eine dringende Rotwendigkeit, wieder eine Vollanstalt für Fraucnbitdung zu schassen, zudem einer großen Anzahl von Mädchen, die von Studienanstalten, Oberlyzeen und Frauen­schulen kämen, kein Abschluß ihres Bildungs­ganges möglich sei.

Gießener Wochenmarktpreise.

* Gießen, 7. März, Auf dem heutigen Wochen- markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, ßanbbutter 1,42, Matte 25, Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 9 bis 10, Wirsing, das Pfund 20 bis 22, Weißkraut 10 bis 12, Rot­kraut 15 bis 20, Gelbe Rüben 10 bis 12, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 18 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 15, Rosenkohl 25 bis 30, Feld­salat 70 bis 90, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 20 bis 25 Pf., Blumenkohl, das Stück 30 bis 60, Salat 18 bis 20, Endivien 15, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 40 Pf.

Vornotizen

Tageskalender für Donnerstag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Ferien vom Ich". Astoria-Lichtfpieljhaus, Seltersweg:Das Privat­leben des Don Juan". Oberhefsischer Kuu.stverein, Turmhaus am Brandplatz: 3. Jahresausstellung von 16 bis 17 Uhr.

Die Frauenoberschule in Gießen.

Werbeabend in der Turnhalle des Lyzeums - Lehrreiche Ausstellung.

Monaislalender für Tierschutz

Aufgaben im März (Lenz ng).

** Vortrag eines Gießener Arztes in Mailand. Der leitende Arzt der Balser-Stif- tung in Gießen, Privatdozent Dr. Erwin S ch l i e p - hake, wurde von der Akademie der Wissenschaften der Lombardei in Mailand eingeladen, dort nm 25. April einen Vortrag über die von ihm ange­gebene Kurzwellentherapie zu hatten.

** Die SA. - und SS.-Männer der Ortsgruppe Gießen-Mitte seien darauf aufmerksam gemacht, daß sie ihre Anmeldung zur Hilfskasse noch am Freitag, 8. März, und Dienstag, 12. März, von 20 bis 22 Uhr in der Geschäftsstelle der Ortsgruppe, Kaplansgafse 18, vornehmen können.

** Die 12. Deutsche S t u d e n t e n - H i st o- riker-Tagung findet vom 20. bis 22. April (Osterfeiertage) in Gießen statt. Am Ostersamstag wird die Tagung mit einem Begrüßungsabend und Vortrag eingeleitet. Am Ostersonntag werden die Vorträge vormittags und nachmittags fortgesetzt, außerdem sollen die Käufer von Korporationen be­sichtigt werden. Ostermontag werden am Vormittag weitere Korporationshäuser besucht, nachmittags schließen sich Fahrten mit Autobussen nach dem Gleiberg und dem Schiffenberg mit anschließendem geselligen Beisammensein an. Am Osterdienstag werden die Teilnehmer der Tagung gemeinsam mit der Bahn nach Frankfurt a. M. fahren, um dort die hochschulkundliche Sammlung und das Archiv der Deutschen Burschenscha t zu besichtigen. Damit findet die Tagung ihren Abschluß.

** Festtagsrückfahrtarten der Reichs- bahn zu Ostern Wie wir hören, werden auch in diesem Jahre zum Osterfeste von der Reichsbahn Festtagsrückfahrkarten nach allen Stationen inner­halb Deutschlands ausgegeben. Die Fahrpreisermä­ßigung für diese Sonntagsrückfahrkarten beträgt 33Vs Prozent. Die Karten gelten für die Zeit vom 17. April 0 Uhr bis 25. April 24 Uhr. Bis zum letztgenannten Zeitpunkt muß die Rückreise beendet sein.

^chöffenqerick^

Es sei ferner zu beachten, daß in Zukunft für die Mehrzahl aller Frauenberufe der Besuch einer drei­jährigen Frauenoberschule wahrscheinlich Grund­bedingung sein werde und demnach alle Mädchen, die einen solchen Bildungsgang brauchen, nach aus» Ein Einwohner aus Alten-Du seck wurde zu acht wärts zur Schule gehen müßten.

_ _ o ... T -, Ü .. v ___.L "... L-.. ~T..- Im Hinblick auf diese Verhältnisse und nach dem

fahrens verurteilt. Der Angeklagte stellte anläßlich Abbau der Obersekunda der Studienanstalt sei be» """ " ' reits im vorigen Jahre im Einverständnis mit dem

Hessischen Ministerium das erste Frauen­schuljahr vorläufig im Rahmen der Alice schule errichtet worden. Ostern 1935 werde im Einvernehmen mit der Ministerialabtei- lung für Bildungswefen und der Stadtverwaltung das zweite Schuljahr beginnen, um endlich im Jahre 1936 die dreijährige Frauenoberschule ausbauen zu

Aeften der Waldbäume. Fein und weiß staubt es, wenn der Wind sich rührt oder Meisen in den Zwei­gen turnen. Märchenhaft ist dieses Bild der Winter­landschaft, aber der einsam wandernde Mensch mit dem Hund mag es nicht mehr sehen. Ein Jäger ist es, der seinem Wilde, das er treulich hegt und pflegt, endlich bessere Zeiten wünscht. Müde stapft er durch den Schnee, will sehen, ob die Fütterungen für das Wild neu beschickt werden müssen. Plötzlich bleibt er stehen: er hat sich nicht geirrt, in der Nähe übt ein Amselmännchen die ersten Töne zu seinem Frühlingslied, mit dem er fein Weib­chen und die Menschen erfreuen will. Freundlicher sieht der Jäger jetzt die Wett; da entdeckt er auch die ersten Kätzchen an dem Haselstrauch und an der Weide am Dach, findet im Schnee die kleine, vio­lette Blüte des Seidelbastes und achtet darauf, daß das Zwitschern und Schwatzen der Meisen schon ganz anders klingt als sonst. Das müßten für den Jäger Beweise genug sein, daß sich nun alles wen­den wird; aber des Menschen Herz zweifelt gern, glaubt mehr dem Verstand, der sagt, daß von Skan­dinavien her ein neues Hoch im Anzug ist und daß die Wetterkarten weiterhin Winter voraus-

Aber die Meisen und der Seidelbast, die Weide und der Haselstrauch, vor allem aber die Amsel haben recht behalten. Drei Tage später fing der Schnee in der Sonne zu schmelzen an; die letzten Reste, die sich im Schatten einer Fichte oder in einem Erdloch hielten, spülte der Regen gründlich weg. Jetzt kann bald der Frühling mit seinem Wer­ken und Wirken beginnen. Ader vorher ist eine stille Zeit voller Träume und Ahnungen, da sich das wunderbare Geschehen im Vorfrühling vorbereitet.

Der Jäger mag nicht an den Frühling glauben, ehe nicht sein Frühlingsbote, die Schnepfe, in deutschen Gauen eingezogen ist. Es hat schon Jahre gegeben, da noch Ende März tiefer Winter war! Da kam die Schnepfe erst im April, denn sie braucht, um nach den Würmern im Erdboden mit ihrem weichen Schnabel Stecher genannt zu bohren, offnen Boden. Ehe die langschwänzige Bachstelze mit weißer oder gelber Brust nicht über die Steine im Bach trippelt, liegt auch keine Schnepfe im Bruch oder an feuchten Stellen im Walde. Darum geht der Jäger jeden Tag nach dem Bach und an das Ufer des Sees, um nach der Bach­stelze Ausschau zu halten.

Am andern Tage ist der Jäger mit seinem Hund schon am frühen Morgen im Revier. Er will sehen, was sich geheimnisvoll vorbereitet, miterleben das wunderbare Geschehen im Vorfrühling. Er fühlt das Drängen, Treiben der Kräfte in den Bäumen, Knospen, den wieder beginnenden Kreislauf des Blühens und Fruchtens in der Natur. Aufatmend bleibt er stehen, als er an den hohen Birkenbestand kommt. Er hat bei seinem Gang auf diesen Augen­blick gewartet und ist nicht enttäuscht worden: der ewig schöne Wald steht in dem ersten Wunder des Jahres. Feines, zartes Grün ist zwischen dem Weiß der Stämme, zwischen dem Braun der hängenden Zweige, zwischen dem toten Grau des abgestorbenen Wintergrases. Die geschwollenen Knospen der Bir­ken haben ihre Hülle gesprengt, und wagen sich scheu und zag hervor. Lang ist die Schneise, die der Jäger geht. Mit ihrem Ende hört auch der Wald auf, da find Wiesen, Weiden, Felder, Dorf. Doll Sehnsucht schayt der Jäger, und er sieht wieder das reine, fast ungreifbare Grün, das in der Landschaft ist. Gelb sind die Strohmieten, blau die Dächer der Häuser, schwarz der andere Wald am Horizont. Und doch ist dieses Grün überall zu finden.

Der Jäger hört wieder das Abendlied der Dros­sel, sieht die Bachstelze über die Steine im Wie­senbächlein trippeln und beobachtet das lustig sprin­gende Rot eines mausenden Fuchses. Er genießt den Untergang der Sonne in seinen Farben und in feiner Feierlichkeit. Dann kommt der Abend, lind und kühl wie ein Schleier.

Da ... die erste Schnepfe huscht laut puitzend am Waldrand vorüber. Der Jäger will schießen, aber er besinnt sich rechtzeitig: das wird ein zu schonen­des Weibchen gewesen sein. Dunkler wird die Däm­merung. Die Glocken der Dorfkirche läuten. Das Gebell eines Hundes hallt verschwommen herüber. Die Nacht will kommen, Jäger und Hund sind schon mit dem Waldesrand verwischt. Da ... wieder Schnepfen! Zwei Männchen find es: sie murksen und quarren und stehen aufeinander im Kampf um die Liebe des Weibchens. Der Jäger schießt. Der Hund findet schnell den getroffenen Vogel. Warm ist noch die Beute. Weich, sammetweich sind die Federn. Feucht und wie schwarz glänzt es am Finger: ein Schweißtropfen, der vom Stecher kam.

Aufgehender Mond leuchtet dem heimkehrenden Jäger. Dankbar ist der Mensch der Natur, dem Wald, dem Birkenbestand, der Schnepfe, daß sie ihm das wunderbare Geschehen im Vorfrühling ge­bracht haben.

können.

Es komme also, wie hieraus hervorgehe, als Schultyp die dreijährige Frauenoberschule in Frage. Diese Schule sei nach der Reichsschul­reform der Typ, der allgemein in Deutschland eingeführt »erde. Die dreijährige Frauenober­schule sei die ideale Ausbildungsstätte für unsere zukünftige deutsche Frau.

Die Frauenoberschule müsse vor allem von d"n- jenigen Mädchen durchlaufen werden, die sich in Zukunft dem Beruf der Lehrerin, der technische oder der Gewerbelehrerin, her kunstgewerblichen Lehrerin oder den sozialen Berufen widmen wollen. Am Ende der Ausbildung steht das sog. Werkabitur.

In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit dem Lehrplan der Frau noberschule, wie er bisher im ersten Jahre gehandhabt wurde. Die Fächer, die gelehrt würden, könne man in vier Gruppen einteilen: die erste Gruppe umfasse die deutschkundlichen Fächer und Naturlehre, die zw.ite Gruppe hauswirtschaftliche und pfttgerisch-erziche- rische Fächer, die dritte Gruppe Leibisübungen, Zeichnen und Musik, die vierte Gruppe eine Fremd­sprache, und zwar Englisch. Nachdem der Vortra­gende noch die Arbeitsgebiete in den einzelne Gruppen herausgestellt hatte, schloß er seine Aus­führungen.

Fräulein B^chtolöheimer

sprach dann über die Art der Arbeit in der Frauen­oberschule und erläuterte dabei eingehend die Tech­nik des Unterrichts in den einzelnen Gruppen, so daß die Zuhörer ein vollständiges Bild über den Aufbau und die Arbeit an der Frauenoberschule empfingen.

Den Abschluß des Werbeabends bildete eine präch­tig Hörgerichtete

Ausstellung der Schülerinnen des ersten Jahres der Frauenoberschule.

Die Ausstellung oertiefte den Eindruck, den die Teilnehmer des Abends von dem Wirken der Frauenoderschule erfahren hatten, und sie ließ er­kennen, daß man in wirklichkeitsnaher Arbeit be­müht ist, den Schülerinnen alles Rüstzeug für ihren späteren Beruf als Hausfrau und Mutter zu ver­mitteln. Man sah eine Fülle von Kleidungsstücken, die mit geschmacklicher Sicherheit und mit ebenso großer handwerklicher Sorgfalt hergestellt waren, ferner sah man verschiedene Handarbeiten in Bastel­techniken, die verschiedenartigsten Erzeugnisse der Küche, die sich in appetitlichster Form darboten, schließlich war noch die Materialkunde für den Haus­halt in übersichtlicher Weise dargestellt. In einem Er­frischungsraum konnte man sich von der Güte der in der Küche hergestellten Speisen und Getränke über» 3eugen.

Der Abend ließ erkennen, daß man mit großem Verantwortungsbewußtsein gegenüber der Zukunft der weiblichen Jugend an der Arbeit ist.

scheinigung nur ein Betrag von 10 Pfg. erhoben. Der vorschriftsmäßig bescheinigte Ahnenpaß bleibt im Besitz des Inhabers, für den er ausgestellt ist, und gilt als Nachweis gegenüber allen Dienststellen der Partei und bei Behörden, letzteren gegenüber jedoch ausschließlich zum Nachweis der arischen Abstammung.

Deutsche Arbeitsfront

Berufsgruppenamt.

Berufsgruppe der Techniker.

Am Samstag, 9. März, abends 8% Uhr, im Orts­gruppenheim des Derufsgruppenamtes, Gießen, Lonystraße 18, monatliche Zusammenkunft. Es spricht Regierungs-Oberbaurat Cellarius, Gie­ßen, überDas Straßennetz der Provinz Ober- hesien und die neuzeitlichsten Bauweisen". Insbeson­dere wird die Bitumen-Teerdecke behandelt werden. Auch die Mitglieder des Reichsbundes Deutscher Baumeister sind zu dem Vortrag herzlichst einge­laden.

Znflationshausverkäufe.

Vom Sparerbund, Ortsgruppe Gießen, wird uns geschrieben:

Der bayerische Landesverbandsführer des Sparer­bundes, Rechtsanwalt Dr. Max Frauendorfer (München), hat am 8. Februar dem Reichsjustiz­ministerium einen aus 8 Paragraphen bestehenden Gesetzentwurf eingereicht, dessen §§ 1 bis 3 wie folgt lauten:

§ 1. Wer in der Inflationszeit von einem deut­schen Eigentümer, ein im Deutschen Reich liegendes Grundstück gekauft hat gegen Zahlung eines Geld­betrages, dessen innerer Wert z. Z. der Zahlung in auffäPaem Mißverhältnis zu dem Wert des Grund­stückes stand, ist verpflichtet, an den Verkäufer eine Nachzahlung zu leisten, sofern der Käufer heute noch bereichert ist.

§ 2. Die Nachzahlung besteht in einer monatlich oorauszahlbaren Rente, deren Höhe nach Prüfung aller Umstände und der wirtschaftlichen Lage beider Parteien bestimmt wird. Der Gesamtbetrag der Rente soll ohne Berücksichtigung von Zwischenzinsen nicht mehr als die Hälfte des festgestellten Minder- pretfes betragen.

§ 3. Ist der Käufer noch Eigentümer des An­wesens, fo kann der Anspruch durch Eintragung einer Hypothek an nächstoffener Rangstelle gesichert werden.

In der Turnhalle des Lyzeums fanden sich gestern abend die Ettern der Schülerinnen des Lyzeums und zahlreiche interessierte Gäste ein, um über die Frauenoberschule im Entstehen in Gießen zu hören.

Oberstudiendirektor Sch e Ihorn hieß die zahl­reichen Besucher willkommen, begrüßte besonders die Vertreter der Stadt Gießen, ferner den Kreis- und Stadtschulrat sowie den Vertreter der Mini- fterialabteilung für Bildungswesen Oberschulrat Dr. Leib.

Musiklehrer Nebeliug

sprach zunächst kurz über die Technik des Musik­unterrichts im Lyzeum, über den Wert des Musi­zierens überhaupt und über die Bedeutung des Liedes innerhalb der Familie.

Seinen Ausführungen folgten verschiedene Lieder, in mehrstimmigem Satz gelungen, einige Kanons, bann Darbietungen leichter Musik für Violine und Blockflöte. Schließlich klangen Musik des Orchesters und Gesang des großen Chores zusammen, so daß den Zuhörern ein starker Eindruck van der Sorg­falt und dem Ernst, mit dem an der Anstalt die Musik gepflegt wird, vermittelt wurde. Die Mit­wirkenden (Mädchen der verschiedensten Alters­klassen) waren mit großem Eifer und starker inne­rer Anteilnahme bei der Sache. Sodann sprach der Leiter des Lyzeums

Oberft uöienöireftor Schelhorn

über den derzeitigen Stand der Frauenbildung, insbesondere über den Stand der Frauenbildung in der Stadt Gießen. Das Bildunaswesen in unse­rem Vaterlande, wie es sich im Laufe der letzten Jahrzehnte entwickelt habe, zeige, so führte er u. a. aus, eine große Mannigfaltigkeit in bezug auf Schultyp und Schulziel.

Wenn diese Verschiedenartigkeit auch ihre Vor­teile habe, so sei es doch auch wünschenswert, daß eine Vereinfachung und Vereinheitlichung im Schulwesen Platz greife, zudem der Grund­

Dom Reichsbund Volkstum und Heimat, Land- Nutzen der Frösche als Vertilger vieler schädlicher schäft Rheinfranken-Nassau-Hessen, wird uns ge- Insekten. Ueberhaupt:

schrieben: | Wehrt dem gedankenlosen Quälen und sinnlosen

charakter der deutschen Schulen nach den Grundsätzen des Rationalsozialismus umge­wandelt werden solle.

Die alte Schule der 90er Jahre sei eine ausgespro­chene Lernschule gewesen, die den Schülern einen Schatz von Kenntnissen und Fertigkeiten bei­zubringen bemüht gewesen sei. Die Lernschule sei abgelöst worden durch die Arbeitsschule, in der man dem Betätigungsdrang der Schüler ent­gegengekommen sei. Die Schule des Dritten Reiches wolle das Hiel der Lern- und das der Arbeitsschule vereinigen, aber diejenige Seite der Lehrtätigkeit, die bei beiden Schularten bisher zu kurz gekommen sei, nämlich die erziehe­rische Tätigkeit, in den Vordergrund brin­gen. An der Spitze stehe das Ziel:

Erziehung der Jugend zum gesunden deutschen Menschen, zu anständigen Charakteren.

So könne man die Schule des Dritten Reiches ge­wissermaßen eine Charakterschule nennen.

In erster Linie solle ein gesundes Geschlecht her­angezogen werden. Der Leibesübung sei deshalb besondere Bedeutung beigelegt. Zweites Ziel sei die Erziehung des nationalen Menschen, der bereit sei, für sein Vaterland alle Kräfte, und wenn es nötig sei, auch das Leben einzusetzen. Endlich walle man den sozialdenkenden Menschen, der sich der Verantwortlichkeit der Allgemeinheit gegenüber be­wußt sei und eigene Wünsche hinter die der Gesamt­heit zurückzustellen vermöge. Diese Aufgaben der Schule des Dritten Reiches zu lösen und zugleich die erwähnte Vereinfachung und Vereinheitlichung durchzuführen, sei Zweck und Ziel der Reichsschul­reform.

Bei der Betrachtung des Mädchenschulwesens (von ausgesprochenen Berufsschulen abgesehen) könne man feststellen, daß im liberalistischen Zeit­alter die Mädchenschulen lediglich ein Abklatsch der Knabenbildungsanstatten gewesen seien. Die Lehr­pläne der Knabenschulen seien mit wenigen Aende- rungen Überträgen worden. Das habe eine völlige

Wenn aber jetzt unter den wärmenden Strahlen der haben dann aber meist ihre einzige Aufgabe, näm- ri.-.-.-'K.- cK-:vt.r.c- lid) die Eier abzulegen, vollbracht.