dicht besetzt, während alle Landjäger von der lothringischen Grenze in Saarbrücken zusammengezogen waren. Die lothringische Grenze war vollkommen frei, und es fand keine Paßkontrolle statt. Die Stimmung auf dem Platz war außerordentlich matt. Ganze acht Sonderzüge waren nach Saarbrücken gekommen, diese zum Teil nur halb besetzt. Füllten die Züge der Deutschen Front überall die ganze Straßenbreite, so marschierten die kläglichen Häuflein der Separatisten in Dreierreihen mit großen Abständen. Man wartete und wartete auf die Massen, die erscheinen sollten. Um den Anmarsch immer neuer Massen vorzutäuschen, wurde schließlich eine Musikkapelle von etwa 30 Mann zusammengestellt, die alle zehn Minuten erneut in den Platz ein- marfchierte, einmal herumzog und den Platz dann an einer anderen Stelle wieder verließ. Jedesmal wurden die „neueintreffenden Genossen" mit Beifall begrüßt, während draußen vor dem Platz die Zuschauer in ein mit Verlegenheit aufgenommenes brausendes Gelächter ausbrachen. Der sogenannte Marsch durch die Stadt war ein einziges Spießrutenlaufen, denn überall befanden sich noch tausende Angehörige der Deutschen Front, die zu der Kundgebung auf dem Wackenberg nicht mehr zurecht gekommen waren, und die nun die Züge der Separatisten mit dem Saar-Lied mit erhobenem Arm, mit Heil Hitler und dem Ruf: Deutschland erwache! begrüßten. Schließlich wurden Truppen auf Lastautos eingesetzt, um die etwas in Angst geratenen Separatisten zu schützen. Die musterhafte Disziplin der Deutschen Front machte jedoch ein Eingreifen überflüssig. Mehrere hundert enttäuschte Saarländer haben noch am Sonntagabend ihren Uebertritt von der sogenannten Einheitsfront zur Deutschen Front angemeldet.
Starker Eindruck in Frankreich.
Paris, 6. Jan. (DRB.) Die Abendblätter bringen nicht nur ausführliche Berichte über die Kundgebung der Deutschen Front in Saarbrücken, sondern zum Teil auch bereits Lichtbilder. Alle Blätter heben hervor, daß sich die Kundgebung in d o II ft e r Ordnung vollzogen hat. Der Vertreter des „Paris Soir" hebt die mustergültige Organisation hervor, von der er sich überall habe überzeugen können. Zwischen den Zeilen der ausführlichen Berichte der Pariser Blätter ist deutlich der st arte Eindruck sichtbar, den die trotz des schlechten Wetters abgehaltene Kundgebung hinterlassen hat.
Eine Mahnung an der falschen Stelle.
Ein überflüssiger Brief der Abstimmungskommission an deutsche Bischöfe.
Saarbrücken, 6. Jan. (DRB.) Der Präsident derAbstimmungskommission hat am 5. Januar folgenden Brief an die Bischöfe von Trier und Speyer gerichtet:
Ew. Exzellenz beehre ich mich von Folgendem in Kenntnis zu setzen: In einer Erklärung, die am 3. Januar in hiesigen Zeitungen erschien und hier beigefügt ist, haben d i e Dechanten des Saargebietes, wie Ew. Exzellenz ersehen werden, unter Hinweis auf einen Erlaß Ew. Exzellenz und des Bischofs von Trier (Speyer) Stel- luna genommen bezüglich der Frage, wie die Abstimmungsberechtigten bei der Volksabstimmung zu stimmen haben, und zwar in einer Weise, die als eine klare Stellungnahme zu Gunsten der Rückgliederung an Deutschland anzusehen ist. Die Abstimmungskommission, in vollem Bewußtsein ihrer Pflicht dafür Sorge zu tragen, daß die bevorstehende Volksabstimmung dem freien und unbeeinflußten Willen der Stimmberechtigten entspreche, kann und darf diese Tatsache nicht aus den Augen lassen, daß diese Stellungnahme der Geistlichen im Abstimmungskampf eine Beeinflussung mit sich bringen kann der Art, die Freiheit d e r A b st i m m u n g zu gefährden. Als eine derartige Beeinflussung muß die Kommission auch den Erlaß der Bischöfe der Kölner K ir ch e n p r o v i n z vom 26. Dezember 1934 betrachten, betr. das Gebet in allen Kirchen anläßlich der Volksabstimmung am 13. Januar, wenn dieser Erlaß so zu verstehen ist, daß er sich auch auf die Kirchen im Saargebiet bezieht. Die Kommission glaubt, annehmen zu »können, daß Ew. Exzellenz gegen die Veröffentlichung dieses Schreibens, das den Standpunkt der Kommission zum Ausdruck bringt, in der Presse des Saargebietes nichts einzuwenden haben dürften. Ew. Exzellenz wollen den Ausdruck meiner vorzüglichsten Hochachtung entgegegennehmen.
Der Präsident der Abstimmungs-Komission gez.: A. E. Rohde.
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Die Haltung der deutschen Bischöfe von Trier und Speyer, von denen übrigens der letztere Bischof Dr. Ludwig S e b a st i a n bereits in brr pfälzischen Separatistenzeit vorbildliche Beweise seines Mutes und seiner Vaterlandsliebe gegeben hatte, war nicht zuletzt dadurch bedingt, daß die Separatisten systematisch versucht hatten, Kirche und Christentum gegen das neue Deutschland auszuspielen, um es dem Katholiken als solchem als Pflicht hinzustellen, aus religiösen Gründen seine Stimme für den Status quo, also gegen Deutschland abzugeben. Von den Abstimmungsbehörden waren gegen solche geradezu als blasphemisch zu bezeichnende Versuche, das religiöse Moment in ihre Propaganda hineinzubeziehen, keinerlei Einwände erhoben worden, die die beiden Bischöfe der Aufgabe enthoben haben würden, festzustellen, daß das moralische Gesetz auf Erden, die Vaterlands liebe, niemals mit dem religiösen in Gegensatz gebracht werden kann. Die deutschen Bischöfe wissen ebenso wie die saarländischen Katholiken, was sie mit ihrem katholischen Glauben und ihrem deutschen Gewissen vereinen können, ohne daß dazu die Abstimmungskommission ihnen hierfür theoretische Ratschläge und Belehrungen zu erteilen braucht.
Die Sorge der Abstimmungskommission sollte sich intensiver auf andere Stellen richten, die sich unbefugt in d en Abstimmungs- kampf einmisch en. Bisher ist noch nicht bekannt geworden, daß die Abstimmungskommission etwas gegen die französische Grubenverwaltung, die mit materiellenMacht- Mitteln und ausgeklügeltem Spitzelsystem einen un e r Ia ub t en Druck auf die saarländischen Bergleute und darüber hinaus eine poli tische Herrschaft über die abstim - mungsberechtigte Bevölkerung auszuüben versuchte, unternommen hat. Gerade die in den letzten Tagen erbrachten Beweise hierfür hätten es erwarten lasten können, daß gegen
solche Mißbräuche, nicht aber gegen von Verantwortlichkeitsgefühl gegenüber dem deutschen Katholizismus diktierte Erlasse und Kundgebungen der deutschen Bischöfe von der Abstimmungskommission eingeschritten würde.
Zurülkgenommene Ausweisung.
Prinz Löwenstein darf weiter hetzen.
DRB. Saarbrücken, 5.Jan. Der berüchtigte Emigrant Prinz Hubertus Löwenstein, der kürzlich ausgebürgert wurde, war durch ein persönlich vom Präsidenten Knox unterzeichnetes Schreiben angewiesen worden, d a s Saarge b i e t binnen 48 Stunden z u verlassen, da er eine unsta11hafte politische Tätigkeit ausübe. Die Regierungskommssion hat jedoch die Ausweisung des Prinzen Löwenstein, der Verwahrung eingelegt hatte, unter der Bedingung zurückgezogen, daß ersichnichtweiter politisch im Saargebiet betätigen werde.
Endlich einmal hatte man zu hoffen gewagt, daß Präsident Knox zur Einsicht über seine unhaltbare Emigrantenpolitik kommen werde. Diese Hoffnung hat sich jedoch sofort als trügerisch erwiesen. Die Anwandlung, einem besonders üblen Emigranten im Saargebiet Asyl und politischen Tummelplatz zu versagen, wurde jedoch sofort aus- gegeben, als Prinz Löwenstein glaubhaft zu machen wußte, sich fernerhin im Saargebiet nicht mehr politisch zu betätigen. Dies muß zum mindesten bedeuten, daß das von ihm herausgegebene Geisteserzeugnis, die Zeitschrift „Das Reich", sofort verboten wird, womit allerdings von einer Aufgabe feiner politischen Tätigkeit im Saargebiet
noch nicht gesprochen werden kann. Es ist erwiesene Tatsache, daß Prinz Löwenstein im Saargebiet nicht als Journalist, sondern als Förderer des Status - quo auftritt. Daß er sich nebenbei feit einigen Tagen als Vertreter tschechoslowakischer Zeitungen ausgibt, ist nur darauf zurückzuführen, daß er zum Besuch politischer Kundgebungen einen Presse ausweis der Regierungskommission benötigte.
Treue um Treue!
Das deutsche Volk trägt die Saarplakette.
Die Reich spropagandaleilung der RS DAP. teilt mit: In den Tagen vom 6. bis einschließlich 12. Januar wird im gesamten Reichsgebiet die Saarabstimmungspla- kette zumpreise von 20 Pf. ausge - geben. Die Verteilung erfolgt im Einvernehmen des Reichspropagandaleiters pg. Dr. Goebbels mit dem Reichsschahmeister pg. Schwarz, dem Reichsinnenminister pg. Dr. 5 ri cf, dem Beauftragten des Führers für das Saargebiet pg. B ü r cf e L Es wurde bestimmt, daß der gesamte Betrag ausschließlich zugunsten unserer Brüder an der Saar verwandt wird. Die Plakette selbst stellt die unverbrüchliche Verbundenheit der Saaardeutschen mit den Volksgenossen des Reiches dar, die im Kranze deutschen Eichenlaubes unter dem Motto „Treue um Treue" Hand in Hand zusammenstehen. Das gesamte deutsche Volk verleiht seiner Teilnahme am Kampf der Brüder an der Saar dadurch Ausdruck, daß es zum 13. Januar die Deutsche-Saar-Absiimmungs-plakette trägt.
Äas Saarland ist die Vrvcke zur deuisch-franzöffchen Verständigung. Reichspropagandaminister ör. Goebbels eröffnet die Berliner Gaarausstellung in Anwesenheit von 500 Saardeutschen aus ilebersee.
Berlin, 6. Jan. (DRB.) Reicher Fahnenschmuck weht über Berlin. Es grüßt die aus dem europäischen und dem überseeischen Ausland gekommenen, zur Zeit in Berlin weilenden Saar- deutschen und ist ein erneuter sichtbarer Ausdruck dafür, daß die ganze deutsche Ration den siegreichen Ausgang des Kampfes, den das Saarvolk um feine Rückkehr zum Reich führt, mit heißem Herzen erfleht. Am Sonntaavormittag wurde in Berlin die große Saarausstellung eröffnet, die in der Wandelhalle des Reichstagsgebäudes untergebracht ist. Der Festakt fand im festlich geschmückten Sitzungssaal der Krolloper statt. Den Saal füllten zum größten Teil die in Berlin weilenden Saardeutschen. Der Stellvertreter des Führers Reichsminister Rudolf Heß und der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels wurden mit lebhaften Kundgebungen begrüßt.
Der gemeinschaftliche Gesang des Saarliedes leitete die festliche Stunde ein. Prof. Dr. Reinhardt, der Leiter des Museums für Länderkunde in Leipzig, gab einen kurzen Umriß über den Inhalt und die Bedeutung der Ausstellung, die ein absolut zuverlässiges Bild von Land und Volk an der Saar, von den geschichtlichen und wirtschaftlichen Ereignissen dort gibt. Deutsch ist das Bild des Landes, das uns anspricht, aus Berg und Tal, Wald und Flur, Dorf und Stadt, Kirche und Denkmal. Sie alle reden immer wieder von deutscher Vergangenheit. Wenn die Menschen weichen müßten, würden die Steine reden und rufen: D i e Saar i st deutsch!
Reichsminister Dr. Goebbels führte dann in längerer Rede u. a. aus:
Saarland und Saarvolk sind immer deutsch gewesen und es bis auf den heutigen Tag geblieben. Es gibt deshalb kein Saarproblem in dem Sinne, wohin dieses Gebiet aufgrund der Abstimmung staats- und grenzpolitisch kommen soll. Die Abstimmung selbst wird nur die gesetz - und vertragsmäßige Fixierung eines an sich auch durch das Versailler Diktat nicht unterbrochenen Tatsachenzustandes fein. Das Saarvolk will heim zum Reich, und es hat feit Jahren den Tag herbeigesehnt, an dem es dies auch vor aller Welt durch ein feierliches und umstößliches allgemeines Votum dokumentieren kann.
Allen wirklichen Friedensfreunden bereitete es eine besondere Genugtuung, als vor einigen Wochen die Saarfrage durch die römischen Oma» djungen aus der Atmosphäre gefährlicher politi- cher Ueberhitztheiten herausgenommen und nieder auf die Basis einer vernünftigen und leiden- chaftslofen Betrachtung gestellt wurde. Das Problem selbst erfuhr damit eine Entspannung, die uns auch für feine endgültige Lösung die besten Hoffnungen gibt, vor allem im Hinblick darauf, daß der Führer des öfteren betont hat, daß es nach Regelung dieses Problems zwi- chen Deutschland und Frankreich keine territorialen Streitfragen mehr geben soll (lebhafter Beifall). Wunsch und Wirklichkeit stimmen hier also in einem seltenen Maße überein. Es liegt jetzt beim Saarvolke selbst, durch die Abstimmung am kommenden Sonntag eine feste, unverrückbare und unabänderliche lat» ache zu schaffen, die endgültig diesen heiklen und gefährlichen Diskussionsstoff aus der weltpolitischen Debatte verweist.
Roch eine Woche trennt uns von dem geschichtlichen Augenblick, an dem 550 000 saardeutsche Menschen an die Wahlurne treten müssen, um für Volkstum und Heimat Zeugnis abzulegen. Eine Völkerwanderung im kleinen ist vom Saarvolk selbst vorbereitet worden, um das vor 15 Jahren geschehene Unrecht dem Vertrag entsprechend durch den Stimmzettel wiedergutzumachen. Aus Japan und China, Afrika und Australien und Amerika, aus 40 Staaten der Welt und aus allen Gauen des Deutschen Reiches wandern über 50 000 Saarländer in ihre Heimat, die dort im Verein mit ihren 500 000 Landsleuten ihre Stimme abgeben wollen. (Starker Beifall.) Ich habe die besondere Freude, hier unter uns neben 1000 in Berlin wohnenden Saarländern über 5 0 0 Saarländer aus Ueberfee begrüßen zu können. Ueber Meere hinweg sind sie der Stimme ihres Blutes gefolgt und wollen ihr durch Abgabe ihres Dahlzettels vor aller Wett Ausdruck verleihen. Manche von
ihnen haben drüben ihre Arbeitsstätten aufgeben müssen, andere wieder haben nur unter schwierigsten Umständen die weite Reise ermöglichen können. Alle aber trieb das Gebot ihres nationalen Gewissens, das uns Deutsche in Stunden der Rot immer wieder vereint- hat.
„Treue um Treue" lautet die Aufschrift auf der Plakette, die von heute bis zum Abstimmungstag jeder Deutsche tragen wird. Das deutsche Volk hat die Treue, die das Saarvolk immer bewahrte, zu erwidern und zu vergelten gesucht. Gerade in den letzten Wochen gingen, nachdem bas Abkommen bezüglich des Saargrubenrückkaufes abgeschlossen war, Tausende von Angebote auf Zeichnen von Geldbeträgen, Stiftungen von Goldwerten, von In- und Ausländsdeutschen bei der Regierung ein. Selbst Schulkinder schickten ihre Patengoldstücke, um zu helfen. Keiner wollte fehlen beim nationalen Befreiungswerk der Saar. Vom einfachsten Arbeiter bis zum Führer des Volkes gibt es nur einen Willen und eine Entschlossenheit: Die Saar ist deutsch und jeder trägt das ©einige dazu bei, daß sie deutsch bleibt. (Rauschender Beifall.)
Es darf in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt gelassen werden, daß die Kirche in der Saarfrage eine positive deutsche Haltung eingenommen hat. Der frühere Bischof von Trier trat schon in den Jahren 1919 bis 1920 in eindringlichster Form für die ausgewiesenen Saar- länder ein. Ihm und anderen ist es auch zuzuschreiben, daß das Saargebiet kirchenrechtlich nicht von Deutschland getrennt wurde. Es bedarf dabei keiner Betonung, daß Volksverrat auch Verrat gegen eine von Gott auferlegte Pflicht ift 3n den letzten Tagen haben fast alle katholi chen Bischöfe des Deutschen Reiches Aufrufe zur Saar- abftimmung erlassen, in denen festgestellt wird, daß der für die Zukunft unseres Vaterlandes so folgenschweren Entscheidung, die in einigen Tagen an der Saar fallen wird, kein wahrhaft Deutscher gleichgültig gegenüberstehen kann, und daß die deutschen Katholiken verpflichtet sind, sich für die Größe, die Wohlfahrt und den Frieden ihres deutschen Vaterlandes einzusetzen. Deshalb auch verordneten die Bischöfe, daß am 13. Januar in allen Kirchen nach dem allgemeinen Gebet noch besonders mit den Gläubigen gebetet werde, um einen für unser deutsches Volk segensreichen Ausgang der Saarabstim- mung zu erflehen. (Erneuter Beifall.)
Die Rückkehr des Saargebietes in die unlösbare Gemeinschaft des Deutschen Reiches und der übrigen Teile des deutschen Volkes ist eine national- politische Aufgabe. Wirtschaftliche Erwägungen stehen demgegenüber im Hintergründe. Wenn aber wurzellose Literaten und marxistische Emigranten versuchen, die nationalpolitische Dis- kussion in wirtschaftliche Bahnen abzudrängen, so können wir ihnen auch hier mit wirksamen Argumenten entgegentreten. Denn
auch wirtschaftlich kann das Land an der Saar nur bestehen, wenn es wieder in die große deutsche Volkswirtschaft zurückgegliedert wird. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben eindringlich genug dargetan, daß die saarländische Wirtschaft auf Gedeih und Verderb mit der reichsdeutschen verbunden ist. So eng ist die wirtschaftliche Verflechtung des Saargebietes mit dem Reich, daß selbst die drakonischen Bestimmungen des Versailler Diktats den natürlichen Austausch von Daren und Dienstleistungen nicht unterbinden konnten. Trotz Zollschranken und Frank-Währung ist das 65-Millionen-Volk im Reich die stärkste Stühe der Saarwirtschaft in der Vergangenheit gewesen. Vom nationalsozialistischen Wirtfchaftsneubau im Reich seit 1933 hat auch das Land an der Saar stärkste Impulse erhalten. Exakte statistische Forschungen beweisen das aufs eindeutigste. Rach der Volksabstimmung und der Rückgliederung des Saar- gebietes werden unsere Volksgenossen an der Saar in stärkstem Maße am deutschen Dirtfchaftsaufstieg teilnehmen, ganz abgesehen davon, daß das Saargebiet selbst eine ganze Reihe neuer Arbeitsmöglichkeiten bietet, die von uns erschlossen werden müssen.
Doch hieße es, die Bevölkerung des Saargebiets und ihre unbedingte Treue zu Volk und Reich herabwürdigen und in Mißkredit bringen, wollte man unterstellen, daß ihre Entjchlosiercheit zur Rück«
glieberung allein ober auch nur ausschlaggebend von dem Ausmaß sozialer Vorteile abhängig fei, die das Dritte Reich ihnen entgegenbringen kann.
Diese Entschlossenheit ist nicht käuflich, denn sie ist gewachsen aus dem Urgrund der Gemeinschaft von Blut und Seele, aus den geheimnisvollen Zusammenhängen, die gleiches Volk mit gleichem Volk und gleiche Rasse mit gleicher Rasse verbindet.
Kurz vor der Rückkehr des Saarlandes ins Reich zeigen die letzten Verzweiflungsaktionen der Roten Front im Saarland noch einmal mit erschreckender Deutlichkeit, was der Status quo für das Sargebiet und für ganz Europa bedeuten würde. Aller Unrat, den das nationalsozialistische Deutschland mit eisernen Besen ausgekehrt hat, würde sich in einem Saargebiet des Status quo festsetzen können. Eine solche Lösung würde für die internationale Anarchie eine neue Plattform bilden, von der aus die Chaotisierung der Länder Westeuropas wirksam betrieben werden könnte. Wenn das Saarvolk also feinen ihm vom Schicksal gewiesenen Weg zum Gesamtvolk zurückgeht, dann kämpft es neben seinem nationalpolitischen auch einen weltanschaulichen Kampf: für die Beseitiaung der anarchistischen Gefahr, des zerstörenden Atheismus und der alles vernichtenden Weltrevolution.
Am 13. Januar kann die Epoche vieler Jahrhunderte liquidiert werden, die ihren Ausdruck fand im haß und Krieg zweier großer Rationen, die das Schicksal Seite an Seite in den Kernraum Europas gestellt hat. Das ist der wahre und tiefe Sinn dieser Volksabstimmung. So kann das Saargebiet, das ursprünglich als Zankapfel zwischen Deutschland und Frankreich gedacht war, in Wirklichkeit zur Brücke werden, auf der endlich die beiden Völker zueinander gelangen mögen, um sich stolz und voll Achtung gegenseitig die Hand zu reichen. Roch einmal ist jetzt die Möglichkeit, in die Hände dieser beiden Rationen und die ihrer Staatsmänner gelegt, im Zeichen einer gemeinsamen Mission zur Begründung eines neuen geordneten Europas eine Epoche der positiven Zusammenarbeit in die Wege zu leiten. (Anhaltender Beifall.) Wenn das gelingt, dann hat der Weltkrieg seinen eigentlichen historischen Sinn erhalten. Was an uns liegt, so sind wir gewillt und entschlossen, uns der historischen Stunde, vor der wir stehen, würdig zu erweisen und endgültig die Vergangenheit zu begraben, um eine neue friedliche Zukunftzu beginnen. Man vermag keinen vernünftigen und einleuchtenden Grund zu jehen, der die Verständigung beider Volker unmöglich machen könnte. Diese Verständigung aber wird nur von Dauer sein und Bestand haben, wenn sie auf der Grundlage gleicher nativ« naler ßebens» unb Ehrgesetze erfolgt und zwei Partner zusammenführt, von denen jeder im anderen den gleichberechtigten Träger eines national gesicherten Lebens und einer national gewählten Ehre sieht. (Stürmischer Beifall.)
An der Saar fällt eine schicksalhafte Entscheidung. Wir sind gewiß, daß sie für Deutschland fällt und daß sich in ihr die ewige deutsche Seele wiederum emporringt aus Haß, Zwietracht, geistiger und moralischer Verkommenheit. So wie es tausendfach in den vergangenen schweres Jahren im Saarland erklungen ist, so wird es wie ein einziger Schrei am 13. Januar durch das ganze deutsche Saargebiet und darüber hinaus, über eine Grenze der Willkür durch das ewige Deutschland laut und mächtig ertönen:
„Reicht euch die Hand, schlinget ein Band um junges Volk, das deutsch sich nennt, in dem die heiße Sehnsucht brennt nach dir, o Mutter, nach dir, nach Dir!
Ihr Himmel hört, ganz Saarvolk schwört, laßt uns es in den Himmel schreien, wir wollen niemals Knechte, wir wollen ewig Deutsche sein!"
In diesem Sinne erkläre ich die Saarausstellung in Berlin für eröffnet. —
Die Ausführungen des Ministers riefen immer erneute Zustimmungskundgebungen der Versammlung hervor. Besonders stark und andauernd wurden seine Worte über die unverbrüchliche Treue der Saarbeoölferung zum deutschen Mutterlande durch Beifall unterstrichen, ebenso stark auch die Erklärungen des Ministers über die Bereitschaft Deutschlands, zu einer ehrlichen Verständigung mit Frankreich zu gelangen. Das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied schlossen sich an. Ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer beendete die Feierstunde, auf die eine Besichtigung der Ausstellung folgte.
Wegen volksschädigenden Verhaltens in Gchnhhast genommen.
München, 5. Jan. (DRB.) Durch die Politische Polizei wurden die Inhaber der Firma K o p e tz k i, chemisch-technische und chemisch-pharma- zeutische Artikel, München, Hohenzollernstraße 77, Jttner, Mayr und Kopetzky, sowie der Vertreter Weiß wegen volksschädigenden Verhaltens in Schutz, haftgenommen und z. T. dem Konzentratwns- lager Dachau zugeführt, um weiteren Schaden zu vermeiden. Sie vertrieben angebliche Heilmittel, die in Wirklichkeit keinerlei praktischen Wert hatten und machten auf dem flachen Lande für ihre Artikel in Vorträgen Reklame, wobei sie sich der nationalsozialistischen Gedankengänge über Volks- gefunkelt usw. und auch der Namen einiger Reichsmini st er in weitestgehendem Maße bedienten, um dadurch die Bevölkerung zu beeinflussen und zum Kauf der angebotenen Mittel zu bewegen. Durch chemische Untersuchung wurde festgestellt, daß ein u. a. vertriebenes Bademit - t e l „Diana-Badekur" fast ausschließlich aus Terpentinöl und Schmierseife bestand. Für dieses Mittel, das lediglich als Körpereiniaungs- mittel einigen Wert hatte, verlangte die Firma 22 Mark für die Packung bei einem Herstellungspreis von 2,20 Mark. Besonders verwerflich ist, daß durch die Machenschaften der Firma ausschließlich kranke und minderbemittelte Volksgenossen geschädigt wurden, die von den angebotenen Heilmitteln Linderung und Heilung erwarteten. Es ist bekannt, daß gerade auf dem Gebiete des Heilmittelvertriebes noch schwere Mißstände herrschen, die nur durch rücksichtsloses Durchgreifen mit schwersten Strafen abgestellt werden können. Auf keinen Fall kann geduldet werden, daß sich einige Wenige auf Kosten armer und kranker Volksgenoffen finan, ziell gefrmd wachen. (


