Ausgabe 
6.12.1935
 
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Geben überhaupt nur dann im Sinn der Her­stellung einer wirklichen Volksgemeinschaft einen Wert hat, wenn dieses, fein Geben, für ihn ein Opfer bedeutet." Es ist das Gefühl, das wieder­um am kommenden Samstag, dem Tage der natio­nalen Solidarität, alle Deutschen zu tiefst beseelen wird, daß alle Angehörigen der Führerschicht un­geachtet ihrer Stellung und ihres Amtes von Her­ren bereit sind, mit der Sammelbüchse auf die deut­schen Straßen und Plätze zu gehen. Womit sich aber die Solidarität noch nicht erschöpft! Hinzukommen muß, daß diese Sammelbüchsen auch vollgepfropft wieder nach Hause getragen werden können! Wer aber zweifelt, daß dies der Fall sein wird?

Der 7 Dezember-der größte Sammeltag dieses Winters.

Berlin, 6. Dez. (DNB.) Die Reichshauptstadt wird am Samstag ganz im Zeichen des Tages der nationalen Solidarität stehen. Die höchsten Amts­träger von Staat und Partei, die bekanntesten Per­sönlichkeiten der Wirtschaft, der Kunst, des Sports und der Presse nehmen selbst die Sammelbüchse in die Hand und reihen sich damit in die Front der nationalen Solidarität ein. An der Sammeltätig­keit werden teilnehmen Ministerpräsident General Göring, Reichsminister Dr. Goebbels, Reichs­minister Dr. Frick mit ihren Ehefrauen, ferner Reichsminister Dr. Frank, Reichsminister Dr. Gärtner, Reichsminister Freiherr von Neurath, Reichsbankpräsident Dr. Schacht, Reichsminister Graf Schwerin-Krosigk, Reichsminister S e l d t e und Botschafter von R i b b.e n t r o p.

Von den Spitzen der Partei, ihrer Gliederungen und der angeschlossenen Organisationen werden zu finden sein: Reichsleiter Rosenberg, Stabs­chef Lutze, Reichsführer SS. Himmler, Korps­führer Hühnlein, Reichsarbeitsführer H i e r l, Hauptamtsleiter Hilgenfeld, Reichsjugendfüh­rer von Schirach, Reichsluftsportführer Oberst Mahnte, Reichshandwerksmeister Schmidt, der Reichsführer der Technischen Nothilfe, SA.- Gruppenführer W e i n r e i ch und die Reichsfrauen- fährerin Frau S ch o l tz - K l i n k. Ferner werden die Sammelbüchse schwingen mehrere Staatssekre­täre, Generalleutnant D a l u e g e, Obergruppen­führer v on Iagow und der Leiter des Reichs­verbandes der Deutschen Presse, SA.-Gruppenführer Weiß. Die bekannten Filmkünstler und Bühnenkünstler werden in ihrer Mehrzahl in der Innenstadt sammeln. Reichsbauernführer und Reichsernährunqsminister R. Walther Darre wird mit seinen engsten Mitarbeitern in Goslar, der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen Dr. Todt in Mannheim an der Reichsautobahn sammeln.

Disziplinarverfahren gegen Bischof Zänker.

Berlin, 5. Dez. (DNB.) Bischof Zänker in Breslau hat entgegen einer ausdrücklichen Anord­nung des Landeskirchenausschusses der Evangeli­schen Kirche der Altpreußischen Union und entgegen einem gleichlautenden Ersuchen des Reichs- und preußischen Ministers für die kirchlichen Angelegen­heiten am 3. Dezember 1935 eine theolo­gische Prüfung ab gehalten. Der Reichs­und preußische Minister für die kirchlichen Ange­legenheiten hat, weil dieses Verhalten des Bischofs Zänker eine unverantwortliche Störung des kirchlichen Ordnungswerkes darstellt,den Evangelischen Oberkirchenrat ersucht, im Einver­nehmen mit dem Landeskirchenausschuß das Disziplinarverfahren gegen den Bischof Zänker zu eröffnen. Gleichzeitig hat der Minister die Einstellung der Zahlung derjenigen Staatsmittel verfügt, die zur Besoldung des Bischofs Zänker verwendet werden.

Deutsche Mädchen in jüdischen Haushalten.

Berlin, 5. Dez. (DNB.) Bei dem Reichs- und Preußischen Ministerium des In­nern gehen ebenso wie bei vielen anderen Be­hörden Anträge ein, die Befreiungen von § 3 des Blutschutzgesetzes und § 12 der ersten Ausführungsverordnung erstreben, wonach Juden keine weiblichen Staatsangehörigen deutschen ober artverwandten Blutes unter 45 Jahren neu ein ft eilen und unter 35 Jahren wei­ter beschäftigen dürfen. Viele dieser Anträge beruhen auf irriger Auslegung der Vorschriften. Ein Haushalt ist nur dann jüdisch im Sinne der Vorschriften, wenn ein jüdischer Mann Haushaltsvorstand ist oder der Haus­gemeinschaft angehört. Als Mann in die­sem Sinne ist nur anzusehen, wer über 16 Jahre a l t ist;, ein Haushalt, in dem nur Frauen oder Kinder jüdisch sind, fällt also nicht unter das Ge­setz. Weibliche Staatsangehörige deutschen oder art­verwandten Blutes, die am 16. September 1935 in einem jüdischen Haushalt beschäftigt waren, können in diesem Haushalt bleiben, wenn sie bis zum Jahresschluß das 35. Lebensjahr vollendet haben werden; sie dürfen aber nicht in einem anderen jüdischen Haushalt angestellt werden.

Anträge auf Befreiung von diesen Vor­schriften haben grundsätzlich keine Aus­sicht auf Erfolg und sind daher zwecklos, so­fern nicht ganz außergewöhnliche Umstände vorliegen. Etwaige Anträge sind zu richten a n hie untere Verwaltungsbehörde, in deren Bezirk der jüdische Haushalt sich befindet. So­weit Anträge bereits bei anderen Behörden ein­gegangen sind, werden sie mit größter Beschleuni­gung den zuständigen Behörden zugeleitet. Wer bereits einen Antrag bei einer anderen als der zu­ständigen Behörde eingereicht hat, braucht ihn dem­nach nicht zu wiederholen.

Kleine politische Nachrichten.

Der Führer und Reichskanzler hat dem General der Infanterie a. D. von Eberhardt zum 80. Geburtstage in einem persönlichen Schrei­ben seine herzlichsten Glückwünsche ausge­sprochen.

In Stettin wurde Generalfeldmarschall von Mackensen wegen seiner Verdienste um das Va­terland anläßlich seines 86. Geburtstages zum Ehrenbürger ernannt.

/.November 1935 ist aus den Kreisen der M u nd sun k?H ust rie eine Gesellschaft zum Schutze des Marktes gegründet worden. Da­mit sind Befürchtü9^"' baß der Markt mit Schleu­derware überschw^mt wird, gegenstandslos ge­worden.

Warum treibt die deutscheLugend Leibesubungen.

Der Neichssportführer spricht in London vor der Anglo-German-FeNowship.

London, 5. Dez. (DNB.) Die Anglo-German- Fellowship gab zu Ehren des in London weilenden Reichssportführers von Tscharnrner und Osten ein Essen, zu dem etwa 250 Personen erschienen waren. An dem Essen nahmen von deutscher Seite u. a. teil: Botschafter von H o e s ch, F ü r st Bis­marck, der Präsident der Deutsch-Englischen Ge­sellschaft Berlin, Herzog von Sachsen-Ko- burg und Gotha, Staatssekretär a. D. Dr. Lewald, der Präsident des Organisationsaus­schusses für die XI. Olympiade, Landesgruppenleiter der NSDAP., Pg. Bene, Persönlichkeiten des englischen öffentlichen Lebens waren anwesend, u. a. der Oberkommissar für Südafrika, Water, Vis­count Massereene and Ferran d, der briti­sche Vertreter im Internationalen Olympia-Komitee, Lord A b e r d a r e, ferner bekannte Sportsleute und Vertreter sportlicher Verbände, Abgeordnete, militärische Persönlichkeiten und Vertreter der eng­lischen Presse.

Nach einem Trinkspruch auf den König und einem solchen auf den Führer und Reichskanzler erklärte der Präsident der Anglo-German-Fellowship

Lord Mount Temple

u. a., er könne sich keine Ziele vorstellen, die nütz­licher und besser seien als die Freundschaft zwischen der großen deutschen Nation und der britischen Nation. (Starker Beifall.) Nach dem gestrigen Fußball-Länderkampf Deutschland gegen England sei ein Wendepunkt in den Gefühlen zwischen beiden Nationen ein­getreten. Es habe sich gezeigt, daß die große Masse in England nicht nur nicht das geringste Uebel- wollen gegenüber Deutschland, sondern gerade­zu Sympathie für Deutschland habe. Er lehne die Versuche des englischen Gewerkschafts­kongresses, den Fußballkampf zu verhindern, , aufs schärfste ab. Der Gewerkschaftskongreß habe sich in

den Augen des englischen Volkes durch dieses Vor­gehen sehr stark geschädigt.

Herzog Eduard von Sachsen, koburg und Gotha übermittelte die besten Wünsche der Deutsch-Engli­schen Gesellschaft. In Deutschland sei eine weitver­breitete Sympathie für das englische Volk vorhan­den, von deren Tiefe man in England leider nicht den richtigen Eindruck habe. Er habe mit großer Freude gehört, daß die Mitglieder der Anglo- German-Fellowship am 11. Januar mit ihren Mit­brüdern in Deutschland Zusammentreffen werden. Er lade den Präsidenten und alle Mitglieder der Anglo-German-Fellowship herzlich ein, die Gäste der Deutschen Vereinigung zu sein.

Reichssportführer von Tschammer und Osten führte dann u. a. folgendes aus: Durch nichts könne man junge Deutsche und Engländer schneller, einfacher und herzlicher zu Karneraoen machen, als dadurch, daß man sie ein sportliches Wett­spiel austragen lasse. Der Sport sei das Beispiel, von dem alle Erzieher sagten, daß es mehr wirke als alle noch so guten Ratschläge. Damit werde er zu einem Kultur- und Bildungsfaktor von Rang. Jedes Volk habe das Recht, feine Leibesübungen so zu treiben, wie es ihm passe und wie es die Lei­besübungen gerade für sich brauche. Der Reichs­sportführer wies die Behauptungen ausländischer Blätter zurück, daß die deutschen Sportplätze zu Exerzierfeldern geworden seien. Solange ihm der Führer den Auftrag belasse, die deutschen Leibes­übungen zu betreuen, solange werde der Grund­satz der Freiwilligkeit der Leibes­übungen nicht verlassen. Denn es liege im Prin­zip des Sports, daß er freiwillig und freu- dig betrieben werden müsse. In einem 2^il des Auslandes fei Deutschland angedichtet worden, daß die Neuordnung des deutschen Sports nur

aus militärischen Gründen geschehe. Er wolle darüber ein offenes Wort reden. Er sei ziem­lich sicher, daß alle guten Engländer der Meinung seien, wenn einmal das Losgehen einer britischen Flinte unvermeidlich sein sollte, so müßte jemand diese Flinte in die Hand nehmen, der Kraft genug habe, sie richtig zu führen. In Deutschland sei man der gleichen Meinung und wünsche, daß unsere jungen Männer gewandt genug seien, ihr Vaterland zu verteidigen. Aber in der alleinigen Vorbereitung solcher Fähigkeit könne sich doch keine echte Leibeskulturbewegung er­schöpfen. Das Ziel, das sich Deutschland gesetzt habe, liege weit genug: Wir wollen versuchen, den ewigen Traum der Menschheit, zwischen Leib und Seele den harmonischen Ausgleich zu schaffen, der Erfüllung näher zu bringen. Und weil wir dieses große erhabene Ziel im Auge be­halten haben, halten wir uns auch für befähigt, d i e Olympischen Spiele 1936 vorzubereiten und Gastgeber der Jugend der Welt zu sein. Wir empfinden das Bedürfnis, sportliche Gast­freundschaft zu bieten und jede Genugtuung nach den Spielen würde uns fehlen, wenn unsere Besucher, woher sie auch kommen und welcher Rasse sie auch angehören mögen, von uns scheiden würden, ohne die Üeberzeugung gewonnen zu haben, daß unser Volk sie mit der Geste einer Generation emp­fangen hat, die dem völkerverbindenden Gedanken der Olympischen Spiele durch die Tat ein gutes Beispiel geben und recht viel neue Freunde gewin­nen will.

Botschafter von H o e s ch schloß die Feier mit einer Ansprache, in der er die Gesellschaft zu der heutigen Veranstaltung beglückwünschte.

Ein geselliges Beisammensein, das Gelegenheit bot, Meinungen auszutauschen und die geknüpften Bande zu verstärken, schloß sich an.

Nur Arbeit schafft Kapital.

Die Beseitigung der Arbeitslosigkeit eine wirtschaftliche Notwendigkeit.

Berlin, 5. Dez. (DNB.) In der Berliner Uni­versität sprach Pg. Bernhard Köhler, der Leiter der Kommission für Wirtschaftspolitik in der NSDAP., vor einem großen Zuhörerkreis. Völlige Beseitigung der Arbeitslosigkeit, erklärte er u. a., ist Voraussetzung für freie Wirtschaft. Es ist kein Geheimnis, daß wir Nationalsozialisten mit dem gegenwärtigen Zustand der deutschen Wirtschaft nicht übermäßig zufrieden sind, denn vor uns liegt noch die Hauptarbeit. Heute stehen wir erst am Anfang. E s gibt kein G e n e r a l r e z e p t für allgemeine Wirtschaftsprosperität, wie es manche kindischen Gemüter erhofft haben. Aber wir f an gen wieder an z u arbeiten. Versprochen haben wir die Wiedereinsetzung unserer Volksgenossen in ihr Recht auf Arbeit. Hin­gewiesen haben wir darauf, daß damit die Wirt­schaft des Volkes,' wie der Betrieb des einzelnen wieder in Gang komme. Der Nationalsozia­lismus hat sich die Gesundung der Volkswirtschaft Dorgenommen. Der Weg hierzu führt nicht über die pflegliche Behandlung der Betriebe, sondern über die Kunst, b i e Wirtschaft des Volkes selbst wieder in Gang zu bringen. Diese Wirt­schaft des Volkes besteht aber im Einsatz der Ar­beit, in der Bereitstellung aller Versorgungsgüter, in der Schaffung immer neuer und besserer Er­

zeugungsmittel, in der Bildung von nutzbarem Dolksvermögen und in der Bildung von künst­lerischem, kulturellem und geistigem Besitz.

Die Beseitigung der Arbeitslosigkeit ist keine Geld­frage, sondern eine technische Aufgabe. Sie ist allein aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus schon eine unbedingte Notwendigkeit. Eine halbe Million Arbeitslose bedeuten eine Einkom­mensminderung um eine Milliarde Mark. Dies hat zur Folge eine Umsatzminderung im Volk von zwei Milliarden und eine Minder­erzeugung in der gewerblichen Wirtschaft von rund einer halben Milliarde Mark. Der Staats­haushalt wird mit Vx Milliarden Mark für U n - terstützungen belastet, und ebenso groß ist fein Verlust an Steuern und Abgaben. Im Volkshaus­halt dagegen haben wir einen weiteren 23er» l u ft aus Vermögensverzehr und unter­lassener Vermögensbildung von % Milliarde Mark zu verzeichnen. Eine halbe Million Volksgenossen aber arbeiten zu lassen, kostet nur 1^ Milliarde Mark. Jetzt aber wird Vermögen gebildet. Es kommen Steuern und Abgaben auf, Un­terstützungen fallen fort, die gewerbliche Wirtschaft wird belebt usw. Es gibt also nichts Unwirtschaft­licheres als die Duldung von Arbeitslosigkeit.

Wenn manche Leute besorgt fragen, ob uns viel­

leicht eines Tages das Geld zum Arbeiten ausginge, so sagen wir ihnen:Arbeiten nur kann Vermögen bilden, nicht arbeiten bedeutet Vermögensverzehr". Solange wir arbeiten, kann uns das Geld gar nicht ausgehen, denn es läuft um. So viele Gehirne sind hoffnungslos marxistisch oder kapitalistisch verkalkt. Sie können und wollen nicht verstehen, daß nur Arbeit Kapital schafft, deshalb immer wie­der die Fragerei nach der Finanzierung der Arbeitsschlacht. Sie kauen an dem unlösbaren Rätsel, weshalb eine Wirtschaftspolitik nicht zusam­menbricht, die sich auf Befreiung der Arbeit gründet. Aus der ganz natürlichen Tatsache, daß jede Wirtschaft Kapital bilden müsse, wollen alle jenen neunmalklugen Gestrigen uns unterschieben, wir seien Kapitalisten. Sie verdrehen die Begriffe, um den Nationalsozialismus zu ver­fälschen. Wenn man uns Nationalsozialisten man­chesmal entgegenhält, auch ihr müßt euch damit abfinden, daß es immer Menschen gibt, die Arbeit suchen werden, so entgegnen wir hierauf: Wir müssen es grundsätzlich ablehnen, zuzulassen, daß nur ein einziger Volksgenosse Arbeit sucht und keine findet. Denn wer prinzipiell auch nur einen zuläßt, läßt auch eine ganze oder halbe Million zu. Bei dieser Auffassung scheiden sich Kapitalismus und Sozialismus.

Der Prinz von Wales stattete dem Her­zog von Sachsen-Koburg und Gotha, der in seiner Eigenschaft als Präsident der Deutsch- Englischen Gesellschaft in London weilt, einen Besuch ab.

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Das Memeldirektorium hat den Schulre­ferenten S i m a i t i s seines Amtes enthoben. Si- maitis, der nach Absetzung des Direktoriums Bött­cher zum Landespräsidenten ernannt worden war, ist nach der Beseitigung des Direktoriums Schrei­ber von dem widerrechtlich eingesetzten Direktorium Neisays als Schulreferent für das Memelgebiet berufen worden. Er hat vor allem zu dem Erlaß der Schuloerordnung beigetragen, durch die in 220 von 222 memelländischen Volksschulen d i e I i t a u » ische Sprache als Unterrichtssprache eingeführt wurde.

Kunst und Wissenschaft

Deutsch-italienische Platen-Feier in Syrakus.

Am 10 0. Todestage des Grafen von P la­ten gedachte die italienische Presse in zahlreichen Artikeln des deutschen Dichters und Freiheits­kämpfers, der am 5. Dezember 1835 in Syrakus ge­storben ist. Neben Mussolini, einem Bewunde­rer der strengen formgebundenen Kunst Platens, ehrte Syrakus den deutschen Dichter in feierlicher Form. Vertreter von Kunst und Wissenschaft aus Deutschland und Italien, sowie der Vorsitzende der Platengesellschaft, Hans von Hülsen, und der Vorsitzende des italienischen Instituts für germa­nische Forschung, (Sabetti, ferner Vertreter der italienischen Regierung, der faschistischen Partei, der deutschen wissenschaftlichen Institute und der deutschen Botschaft in Rom haben sich nach Syra­kus begeben, um unter Teilnahme der Bevölke­rung von Syrakus in feierlichem Zuge zum Grab­mal des Dichters in der Villa Landolina zu wall­fahrten, Kranzspenden niederzulegen und anschlie­ßend im Theater von Syrakus von berufener ita­lienischer und deutscher Seite die geistige und künst­lerische Gestalt des deutschen Jtaliensängers vor sich erstehen zu lassen. Die eingelabenen Gaste erhielten als Ehrengabe einen in deutscher und italienischer Sprache zur Jahrhundertfeier erschienenen Gedenk- banb mit ausgewählten Gedichten Platens und einer Einleitung Mussolinis.

Ein neues Bismarck-Buch.

Ein aufschlußreiches neues Bismarck-BuchB i s- marck und Katharina Orlofs". Ein Idyll in der hohen Politik wird noch rechtzeitig zum Fest in der zweiten Dezemberwoche bei C. H. Beck in München erscheinen. Unter Darbietung unver­öffentlichter Briefe des Kanzlers berichtet es von dessen Beziehungen zu der jungen russischen Fürstin Orloff,der reizendsten aller Frauen". Der Leser wird hier nicht nur historische Dokumente von hohem Rang, sondern auch ein im schönsten Sinne unterhaltendes Buch empfangen.

Zur zweiten Erzeugungsschlacht gerüstet.

Eine Sitzung der Bauernführer von Hessen-Nassau.

Die Pressestelle der Landesbauernschaft Hessen- Nassau teilt u. a. mit:

Um die Vorbereitung und Durchführung der Er­zeugungsschlacht für das Gebiet der Landesbauern­schaft Hesien-Nassau im einzelnen festzulegen, hatte Landesbauernführer Dr. Wagner alle Bezirks­bauernführer und die Leiter der Bäuerlichen Werk­schulen und Beratungsstellen im HotelKyffhäuser" versammelt. Dr. Wagner betonte, daß in dieser Zweiten Etappe der Erzeugungsschlacht besonders Diejenigen Bauern z u höheren Leistungen angeregt werden müßten, deren Wirtschafts­führung noch einiges zu wünschen übrig läßt. Die engste persönliche Fühlungnahme im örtlichen Bezirk ist daher Voraussetzung für die Durchführung der geplanten Maßnahmen, jeder Ortsbauernführer wird sich in seiner Gemeinde den einen ober anberen Fachbauern verpflichten, der zu landwirtschaftlichen Einzelfragen seine Erfahrun­gen weiter gibt unb so einer größeren Allgemeinheit bienftbar macht.

Stabsleiter Dr. R o 11) e r t (Lanbesbauernschaft Hessen-Nassau) erinnerte baran, daß bis zum Augenblick unsere Eigenerzeugung etwa 80 v. H. des Gesamtbedarfs barstellt; in

Boden und Wirtschaft seien jedoch noch viel Reser- oen vorhanden, damit auch die fehlenden 20 v. H. im eigenen Lande erzeugt werden können. Die Er­höhung der eigenen Fetterzeugung und die Verbrei­tung des Anbaues von Pflanzen zur Faferftoffge- roinnung müsse ebenso wie die Neuregelung der Milchwirtschaft unb der Bau von Gärfutterbehäl­tern geförbert werden. Auch die Lanbwirtschafts- lehrer mußten in enge Fühlung mit dem Bauern treten; die starke Zunahme des Besuches der Bäuer­lichen Werkschulen zeige, daß die Jugend bas Fach­wissen erweitern und mit diesem Rüstzeug eine er­giebige Landwirtschaft treiben wolle.

Landwirtschaftsrat ® r a e b e r (Landesbauern­schaft Hessen-Nassau) forderte besonders die Der- besserung der vorhandenen Dauerfutterflä» ch e n und hob die Bedeutung des Zwischenfrucht­anbaues und der Gärfutterbereitung hervor. Lan­destierzuchtdirektor Dr. Schneider (Landes- bauemschaft Hessen-Nassau) forderte Bevorzugung der bodenständigen Rasse in der Tierzucht. Die all­gemeine Auswertung der Züchtungsergebnisse und die vernünftige Eingliederung der Tierhaltung in den Gesamtbetrieb sei ebenso von Bedeutung wie größere Sorgfalt in der Jungviehaufzucht.

Unsere Ernährung fichergesteltt.

Staatsrat Meinberg auf der Schulungstagung der Arbeitsfront.

Leipzig, 5. Dez. (DNB.) Auf der 5. Arbeits­und Schulungstagung der DAF. in Leipzig be­handelte der Reichsobmann des Reichsnährstandes Staatsrat Meinberg die deutsche Ernährungslage. Der Grundgedanke, daß die billigste Versorgung die beste Versorgung des Volkes sei, ohne Rücksicht dar­auf, baß diese Versorgung ganz auf auslän­dischen Quellen beruhte, war solange durch­führbar, wie die Weltwirtschaft eine festgefügte Ein­heit darstellte. Im Weltkriege ist dieses Gefüge aus­einandergebrochen. Wir Nationalsozialisten haben stets auf die Notwendigkeit einer moglich st u n - abhängigen Selbstversorgung Deutsch­lands hingewiesen. Ein Volk, dessen Ernährungs­grundlage sich in der Hand anderer Volker befindet, schwebt stets in der Gefahr, durch Hunger auf die Knie gezwungen zu werden. Gerade das Beispiel Italiens zeigt heute, wie notwendig es ist, daß ein Mindestmaß der Lebenshaltung eines Balkes, vor allem feiner Ernährung, innerhalb feines politischen Machtbereiches sichergestellt ist.

Solange die Bereitwilligkeit zur Abnahme deut­scher Erzeugnisse im Auslände nicht großer wird, müssen wir uns damit begnügen, zunächst wenig­

stens die für unser Volk und seine Arbeit lebens- wichtigen Rohstoffe aus dem Auslande Die Aufrechterhaltung der Ar­beitsbeschaffung hängt also unlöslich damit zusam­men wieweit wir auf die Einfuhr aus- ländischer Lebensmittel verzichten m^n-^Das ist der Sinn der Frage:Fett ober ? . -4, ?eJ ber gegenwärtigen Devisenlage

besteht kein Anlaß zu Besorgnissen bezüglich unserer Dersorgung. Es ist so viel da, doß kein Mensch in Deutschland zu hungern braucht. Die heute fehlen­den geringen Spitzenmengen hätten ohne die Markt- ordnung den Schmalz- und Margarinepreis auf getrieben, daß die Masse der Verbraucher keine Butter unb auch nicht genügend Milch hätte kaufen können.

Die Spannungen in der Versorgung mit i^yweinefleisch und Butter haben nur deshalb keine schwerwiegenden Folgen gezeigt, weil durch die Marktordnung Verteilung und Preisgestaltung nach volkswirtschaftlichen und nicht nach kapitalistischen Gesichtspunkten geregelt wurden. Die Schweine- fleischversorgung hat sich durch die Maßnahmen des Reichsnährstandes schnell wieder gebessert. Dor