Ausgabe 
6.12.1935
 
Einzelbild herunterladen

irtschast aus?

Wie sieht es in der

der der be-

Konzern Gesfürel- Ludwig Loews, schon seit einiger Zeit die Aktienmehrheit Hirsch Kupfer- und Messingwerke sitzt, nunmehr auch fast alle übrigen in festen Hän­den befindlichen Aktien dieses Metallunternehmens in seinen Besitz gebracht. Er erwarb von der Otavi Minen- und Eisenbahngesell-

China und die Großmächte.

Amerika warnt vor einer Verletzung des Grundsatzes der »offenen Tür

Otto Straffer in Prag verurteilt.

Prag, 5. Dez. (DNB.) Dor dem hiesigen Straf­gericht hatte sich am Donnerstag der sattsam be­kannte Emigrantenhetzer Otto Strasser wegen Ver­gehens gegen das Radio-Telegraphie-Gesetz zu ver­antworten. Strasser hatte gemeinsam mit einigen Helfershelfern gleicher Geistesrichtung einen Schwarzsender betrieben, mit dem er Greuelmel- dungen über Deutschland von unüberbietbarer Cha­rakterlosigkeit in die Welt sendete. Dafür fand der vaterlandslose Hetzer nunmehr seinen Lohn, indem das Prager Strafgericht ihn zu 5 Monaten stren­gen Arrest ohne Bewährungsfrist verurteilte.

schloß mit der Feststellung, daß Japan auf Grund von Abmachungen mit Cchina verpflichtet sei, für die A u f r e ch t e r h a l t u n g der Ord­nung in den neutralen Zonen au sorgen.

In ähnlicher Richtung liegt auch ein Aufsatz der Tokyo Nitschi Nitschi". In dem Aufsatz heißt es, der Neunmächtepakt sehe vor, daß acht fremde Mächte die Unabhängigkeit Chinas garantieren. Hierdurch werde China 3 u m Objekt eines internationalen Ver­trages, der die Grur^lage der von Sunyatfen verkündeten Souveränität Chinas er­schüttere. Wenn Japan auch bei der Unterzeich­nung des Neunmächtepaktes keine Einwendungen erhoben habe, so ergebe sich aus der heutigen d e r» änderten Lage im Fernen Osten automatisch die Unhaltbarkeit eines Vertrages, der einer internationalen Aufsicht über China gleichkomme, und der die Einmischung dritter Staaten in inner­chinesische Angelegenheiten zulasse.

Japan fordert Mttengleichheil.

London, 5. Dez. (DNB.) Japan wird auf der bevorstehenden Flottenkonferenz die Flotten- gleichheit mit England und den Ver­einigten Staaten beanspruchen. Auf diese Weise werde, so wird von japanischer Seite betont, von selb st ein Zu st and der Sicherheit geschaffen werden, da sich der Angreifer, der sich von seinem Flottenstützpunkt entfernen müsse, immer im Nachteil befinden werde. Ein wei­terer Beitrag zur Sicherheitsfrage ist nach japani­scher Auffassung die Abschaffung oder Begren- scher Auffassung die Abschaffung oder Begrenzung der Angriffswaffe, nämlich der Großkampfwaffe, der Flugzeugmutterschiffe und der A-Klasse der Kreuzer von 10 000 Tonnen. Japan werde an der Konferenz im Geiste der Versöhnung teilnehmen. Es sei auch bereit, über die Erneuerung des Artikels 19 des Washingtoner Vertrages, auf Grund dessen gewisse Inseln im Stillen Ozean durch Japan und die Vereinigten Staaten nicht befestigt wer­den dürfen, zu verhandeln und einer Abschaffung der Unterseeboote zuzustimmen, falls auch alle übri­gen Seemächte einschließlich Deutschlands und Sowjetrußlands hierzu bereit seien.

Daily Telegraph" bezweifelt die Möglichkeit der Erzielung eines Flottenabkommens, falls die Ja­paner ihren Plan nicht grundsätzlich abändern. Es sei nicht anzunehmen, daß die USA. Japan eine Verbesserung der Verhältnisziffer 5:5:3 zu­gestehen würden, und auch England werde sich die­sem Anspruch mit gleicher Festigkeit widersetzen.

Der Grundstein, auf dem jede politische und wirt­schaftliche Aufbautätigkeit eines Volkes ruhen muß, ist das Vertrauen. Der Glaube an die eigene Kraft und an die Geschicklichkeit der Männer, die das Staatsschiff aus den Klippen der Vergangen­heit hinausführen sollen auf das offene Meer einer besseren Zukunft, war lange verloren, aber er hat heute wieder tiefe Wurzeln im deutschen Volke ge­schlagen. Wir sitzen alle in einem Boot, sagte vor einiger Zeit Dr. Schacht, und es gibt sicherlich nur wenige Volksgenossen, die, anstatt in dieser Schicksalsgemeinschaft auszuharren, lieber den lebensgefährlichen Sprung über Bord wagen möch­ten. Denn eine Schiffsbesatzung, die eben den schlimmsten Gefahren glücklich entronnen ist, sieht nicht gerne zurück auf den Schauplatz der Zer­störung, sondern sie hält in neu gefaßtem Mut den Blick nach vorne gerichtet und versucht, die günsti­gen Winde und Strömungen des Meeres gehörig auszunutzen. In dieser Lage befindet sich heute die deutsche Volkswirtschaft und mit ihr das deutsche Finanzwesen. Auch der einzelne Volks­genosse erinnert sich nicht gerne der unseligen In­flationszeit und der mit ihr verbundenen Folge­erscheinungen, sondern er setzt alle Kräfte ein für die Neubelebung des Wirtschaftslebens.

Ein glänzendes Beweisstück für dieseWirtschaft aus dem Glauben" ist das Ergebnis des nationalen Spartages am 30. Oktober. Denn in dem Auf und Ab der Spartätigkeit eines Volkes drückt sich sein Lebenswille, seine Zukunfts- Hoffnung und sein Vertrauen in die Führung der Wirtschaft besonders deutlich aus. Freilich kann das rein zahlenmäßige Resultat eines einzigen Sparta­ges nur einen Teil jener Wirkung darstellen, die insgesamt von der bewußten Förderung des Spar- qedankens im Volke ausgegangen ist. Aber schon dieser Teil ist bezeichnend genug. Die Einlagen bei den deutschen Sparkassen haben Ende Oktober 1935 einen neuen Höchststand erreicht. Sie stiegen gegenüber dem Vormonat um 34.1 Millio­nen Mark auf 13 272 Millionen Mark (Ende Okto­ber 1934: 12,2 Milliarden; Oktober 1933: 10,6 Mil­liarden; Oktober 1932: 9,7 Milliarden; Oktober 1931: 9,9 Milliarden; Oktober 1930: 10,2 Milliar­den). In welchem Maße an dieser Zunahme der Sparkasseneinlagen die Werbung für den na­tionalen Spartag beteiligt gewesen ist, geht schon daraus hervor, daß in rund 90 v. H. aller deutschen Sparkassen allein am 30. Oktober 1935 316 634 Ein­zahlungen auf Sparbücher erfolgten, wovon 26 799 Einzahlungen auf neuerrichtete Sparbücher entfielen. Die Gesamtsumme der Einzahlungen an diesem Taae betrug 26.7 Millionen Mark.

Die Oktoberbilanzen der Bankinstitute zeigen eine ähnliche Entwicklung. Das Ergebnis des 30. Oktober beweist, daß das deutsche Volk die Schrecken der Inflation innerlich überwunden hat, und daß es bejaht, was Dr. Schacht am Spartag sagte:Nur wer spart und durch seine Ersparnisse zum Aufbau des deutschen Volkes beiträgt, hat ein moralisches Anrecht darauf, an dem wachsenden allgemeinen Wohlstand unsres Volkes teilzunehmen". Dr. Schacht hat in diesen Tagen in einer vor den DAF.-Waltern in Leipzig gehaltenen programmatischen Rede er­neut betont, daß Spargelder heute nirgends so sicher sind wie bei unseren Sparkassen, und daß sich nie­mand, der sein Geld zur Sparkasse trägt, darüber Sorge zu machen braucht, ob er es auch wieder­bekommen wird, wenn er es für ferne eigenen Be­dürfnisse braucht. Dieses Gefühl unbedingter Sicher­heit ist die wichtigste Voraussetzung, die eine wei­tere starke und beständige Zunahme der Sparkassen­einlagen gewährleistet. *

Ein Kennzeichen der allgemeinen Belebung der deutschen Wirtschaft uckd der hoffnungsvollen Stirn- mung, die überall in ihren Kreisen herrscht, sind auch ine verschiedenen Transaktionen, die in letzter Zeit von industriellen G r 0 ß u n te r n e h- munge« getätigt worden sind. So hat z. B. der

In letzter Zeit hat die Reichsregierung wieder einen großen Walöl-Lieferungsvertrag mit Norwegen abgeschlossen, um Walöl im Austausch gegen deutsche Erzeugnisse beziehen zu können. Im nächsten Jahre aber soll die erste deutsche Walfangexpedition nach der Antarktis stattfinden, um die deutsche Wirtschaft auch auf diesem Versorgungsgebiete nach Möglichkeit au eigene Füße zu stellen. Der Bau von fünf Fang­schiffen und der Umbau eines 14 OOO-Tonnenschiftes zu einer Trankocherei ist bereits in Auftrag ge­geben worden. Die deutsche Produktion hat in erster Linie den Zweck, den Einfuhrbedarf der deutschen Wirtschaft an Tran aus devisenpolitischen Gründen zu vermeiden. Der wirtschaftliche Erfolg hängt da­her nicht ausschließlich von der Gestaltung der Wal­ölpreise auf dem Weltmarkt ab.

Italienische Etrafexpedition gegen aufsässige Dörfer.

Asmara, 5. Dez. XDNB. Funkspruch.) Feind­liche Streitkräfte, die Ras S e y 0 u m unterstehen, haben in der Nacht zum Donnerstag einen ita­lienischen Po st en in Tabaka, südöstlich von Amba Augher, überfallen. Der Angriff wurde unter blutigen Verlusten für die Abessinier abgeschlagen, wobei nach italienischen Mitteilungen auch die italienfreundliche Bevölkerung an der Ab­wehr des Angriffes teilgenommen hat. Die Folge des Ueberfalles war eine S t r a f e x p e d i t i 0 n gegen aufsässige Dörfer. Nördlich von diesem Gebiete hatten Askaritruppen Kämpfe zu bestehen, wobei die feindlichen Verluste nach den italienischen Angaben sehr groß gewesen fein sollen, während auf italienischer Seite ein Italiener und ein Askari getötet und ein Askari verwundet wor­den sind.

Das italienische Königspaar opfert seine Eheringe.

R 0 m, 4. Dez. (DNB.) Die Sammlungen für den Goldschatz der Staatsbank von Italien, die bereits eine recht stattliche Summe ergeben haben, stehen in der gesamten Presse im Zeichen des Entschlusses des italienischen Königs und der Königin, bei dem allgemeinen Opfer der Eheringe für das Vaterland nicht zurückzutreten. An erster Stelle wird der Wortlaut des Briefes der K ö n i g i n ver­öffentlicht, in dem sie Mussolini diesen Beschluß mitteilt. Als Ueberschrift wird der Satz gebracht: Mein Ehering ist das Liebste, was ich habe, weil er mich an den Tag erinnert, an dem ich das Glück hatte, Italienerin zu werden." 3n ben Kommentaren wird diese Haltung als ein weithin leuchtendes Symbol der auf allen Gebieten verwirk­lichten nationalen Einheit und entsprechenden Opfer­bereitschaft gewürdigt.

FeierlicheBegrüßung deBonoetinRom.

Rom, 5. Dez. (DNB.) Am Donnerstagabend traf General de Bono in Begleitung des Staats­sekretärs Lefsona in Rom ein. Am Bahnhof hatte sich Mussolini eingefunden, der de Bono herz­lich begrüßte und umarmte. Außer den führenden Persönlichkeiten der Partei waren auch alle Staats­sekretäre, der Präsident der Kammer und des Se­nats und der Polizeipräfekt anwesend. Vor der Bahnhofshalle hatte sich eine vieltausendköpfige Menge eingefunden, die beim Erscheinen de Bonos in laute Jubelrufe ausbrach.

schäft 2 Millionen Mark und von der englischen South West Africa Co. weitere 2,4 Millionen Mark Hirsch-Kupfer-Aktien. Damit ist der auslän­dische Einfluß bei diesem für die deutsche Metall­wirtschaft wichtigen Unternehmen ausgeschaltet. Fer­ner hat das Rheinische Braunkohlen- Syndikat seine Reederei-Interessen und -Unter­nehmungen in einer neugegründetenReederei- Braunkohle G. m. b. H." zusammengefaßt, die mit einem Kapital von 10 Millionen Mark ausge­stattet fein und ihren Sitz in Köln haben wird.

*

lieber die Entwicklung des für die deutsche De­visenbilanz bedeutungsvollen LeipzigerRauch- warengeschäfts sind kürzlich interessante Be­richte veröffentlicht worden. Es machen sich auch auf diesem Gebiete starke Auftriebstendenzen be­merkbar, die zunächst von einer lebhafteren Jn- landnachfrage ihren Ausgang nahmen. Aber auch das Auslandgeschäft, das aus den bekannten Grün­den hinter dem früherer Jahre zurücksteht, beginnt sich wieder zu regen. Eine Reihe europäischer Län­der, wie Schweden, Dänemark, Ungarn u. a., decken nach wie vor ihren Rauchwarenbedarf in erster Linie in Deutschland. Der deutsch-polnische Handels­vertrag hat dem deutschen Markt auch polnische Aufträge im Gesamtbeträge von 2 Millionen Zloty gesichert. Auch die Versorgung mit Rohfellen hat sich gebessert, namentlich durch größere Einfuhren aus Norwegen, Südafrika und Iran, meist au Grund von Verrechnungsabkommen. Aus Sowjet­rußland hat der Leipziger Rauchwarenhandel im Jahre 1935 für etwa 15 Millionen Mark Rauch­waren bezogen, die größtenteils in Deutschland ver­arbeitet und teilweise in veredelter Form als Pelze wieder ausgeführt werden.

Kunft und Wissenschaft.

Die amtliche Untersuchung der Vrehmerschen krebsdiagnofe.

Der Präsident des Reichsgesundheitsamtes Pro­fessor Dr. Reiter gibt im Einvernehmen mit dem Reichs- und Preußischen Innenminister das Er­gebnis der Nachprüfung der Auffassungen des Herrn Dr. phil. von Brehmer über das Krebs­problem bekannt. Im einzelnen wird tm Reichsgesundheitsblatt" nach Ndz. darüber u. a. mitgeteilt: Auf Grund eines eingehenden Studiums der vorliegenden Untersuchuntzsberichte und der mündlichen Verhandlung kam die im November im Auftrage des Reichsgesundheitsamtes zusammenge­tretene Kommission zu dem Ergebnis, daß durch die im Reichsgesundheitsamt ausgeführten Untersuchun­gen zweifelsfrei nachgewiefen ist, daß der von von

Fleischverbrauch pro Kops der Bevölkerung ist von 50 Kilogramm jährlich vor dem Kriege auf 54,50 Kilogramm im Jahre 1934 g e ft i e g e n und hat damit den höchsten bisher überhaupt feftgestell- ten Verbrauch erreicht. Der Butterverbrauch ist von 6,8 Kilogramm vor dem Kriege auf 7,45 Ki­logramm im letzten Jahr gestiegen. Unsere Volks­ernährung kann auch unter Berücksichtigung einas erhöhten Verbrauches als gesichert angesehen wer­den, zumal für die noch vorhandenen Versorgungs­lücken ausreichende Zufuhren sichergestellt find.

Washington, 6. Dez. (DNB. Funkspr.) Außenminister Hüll warnte vor Versuchen, in Nordchina wesentliche Aenderungen politischer Na­tur zu erzwingen, die sowohl den zwischen- taatlichen Verträgen, wie den Belan­gen Amerikas und anderer Staaten yinsichtlich des Grundsatzes deroffenen T ü r" zuwider laufen würden. Ohne Japan zu nennen, sagte Hüll, wo immer der Versuch seinen Ursprung habe und wer immer diesen Versuch unternehme, Tatsache sei es, daß der Versuch in China selbst aus Wider st and stoße. Die Vereinigten Staaten von Amerika, so führte der Außenminister weiter aus, seien genau so wie andere Mächte stark an dem Schicksal des chinesischen Reiches interessiert und verfolgten die dortigenungewöhnlichen Ent­wicklungen^ mit großer Sorgfalt In dieser Zeit einer die ganze Welt erfüllenden politischen Un­ruhe fei es die Pflicht jeder Regierung, s i ch ftreng an ihre zwischen st aatlichen Ver­pflichtungen zu halten. Die Vereinigten Staaten von Amerika bäten alle Unterzeichner- Mächte um Einhaltung der von ihnen unterzeich­neten Verträge, denn Vertrauen in wirtschaftliche Stetigkeit sei ohne Vertragstreue unmöglich.

Japan bezeichnet den Aeun- mächtepakt als überholt.

Tokio, 6. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Er­klärungen des britischen Außenministers Sir Sa­muel Hoare und des amerikanischen Staatssekre­tärs des Aeußern, Hüll, über die nordchinesische Frage und ihre Hinweise auf die Gefahr einer Verletzung des Neunmächtepaktes wer­den hier als eine, wenn auch vorsichtige, War­nung an Japan betrachtet.

Der Sprecher des japanischen Außenministeriums hat zu den Ausführungen der beiden Minister Stel­lung genommen. Aus der Stellungnahme geht her­vor, daß Japan den Neunmächtepakt und alle seit dem Abschluß des Vertrages von Washington ge­troffene Abmachungen über China und den Fernen Osten als nicht mehr der gegenwärtigen Lage entsprechend ansieht. Im übrigen be­tonte der Sprecher, daß die Vorgänge in Nord- china eine rein innerchinesische Ange­legenheit seien, und daß von einer Ein­mischung Japans keine Rede sein könne. Auch könnten irgendwelche Bewegungen der japa­nischen Truppen in Nordchina in das Reich der Fa­bel verwiesen werden. Aus all diesem ergebe sich, daß eine Anrufung des Neunmächtepaktes jeder Grundlage entbehren würde. Der Sprecher

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Die Umbildung der Großwetterlage hat bereits zum Aufbau eines sich von dem Azorenhoch über Frankreich ostwärts erstreckenden Hochdruckrückens geführt. Damit hat sich auch für uns im ganzen genommen eine Besserung durchgesetzt, die uns auch für die Folge häufig aufheiterndes Wetter bringen wird. Durchaus störungsfreier Witterungsablauf ist jedoch noch nicht gewährleistet. Da wir mit dem ge­legentlich immer wieder raschen Durchbruch größe­rer Störungsgebiete rechnen müssen, werden die mit ihnen in Verbindung auftretenden Niederschläge bei den außerordentlich niedrigen Temperaturen in der Höhe (in 5000 Meter Höhe33 Grad) als Schnee entstehen.

Aussichten für Samstag: Vorübergehend wieder verstärkte Niederschlagsneiaung (im Gebirge Schnee), dann häufig ausheitemoes, aber nicht durchaus beständiges Wetter, nachts stellenweise Frost, Winde um West.

Aussichten f ü r Sonntag: Vielfach aufhei­ternd, aber kein durchaus beständiges Wetter, nachts vielerorts Frost.

Lufttemperaturen am 5. Dezember: mittags 4,0 Grad Celsius, abends 2,4 Grad; am 6. Dezember: morgens 2,2 Grad. Maximum 4,1 Grad, Minimum 1,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Dezember: abends 3,2 Grad; am 6. Dezember: morgens 2,8 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 0,8 Stunden.

Winterfporl-Wetlernachrichlen.

Vogelsberg. Hoherodskopf: Leichter Schnee­fall, 6 Grad, 35 cm Gesamtschneehöhe, 10 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Herchenhainer Höhe: Bedeckt,3 Grad, 30 cm Gesamtschneehöhe, 10 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut.

Taunus. Kleiner Feldberg: Nebel,3 Grad, 18 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, Pulver­schnee, Ski und Rodel gut.

Rhön. Wasserkuppe: Schneefall,3 Grad, 15 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, Pulver­schnee, Ski und Rodel mäßig.

Schwarzwald. Großer Feldberg: Nebel,3 Grad, 18 cm Gesamtschneehöhe, 2 cm Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel gut.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der An­zeigen: Theodor Kümmel. D.A. XI. 35: 11030. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stein­druckerei R. Lange, K.-G., fämtüch in Gießen.

Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Der Kamps um die Bünde in Frankreich.

P a r i s, 5. Dez. (DNB.) Die Kammer stand meh- rere Stunden lang im Zeichen der Leidenschaften, die zu den Ereignissen des 6. Februar 1934 geführt haben. Der rechte und der linke Flügel der Kammer setzten sich gegenseitig lärmend über die damaligen Vorgänge auseinander. Sach­liche Feststellungen wechselten mit persönlichen Vor­würfen. Zeitweise griffen der Ministerpräsident des 6. Februar, D a l a d i e r , und sein Innenminister F r 01 in die Aussprache ein, die keine weitere Klärung der Lage brachte, sondern lediglich den Beweis für die unveränderte Spannung lieferte, die zwischen der Rechten und der Linken herrscht und das ganae Land immer deutlicher in zwei gegensätzliche Lager teilt.

In der Nachmittagssitzung der Kammer vertei­digte der rechtsstehende Abgeordnete T a i t t i n g e r, der gleichzeitig Vorsitzender der Vaterländischen Ju­gend ist, die Sache der sog. Bünde und setzte sich nachdrücklichst mit den Kommunisten auseinander, die er als Handlanger Moskaus bezeichnete. Der Redner verlas verschiedene Unterlagen, die das Vor­handensein bewaffneter kommunistischer Verbände beweise. Als Mitglied der Feuerkreuzler sprach im gleichen Sinne der Abgeordnete V a l l a t von der äußersten Rechten. Er "erinnerte daran, daß die Feuerkreuzler in den letzten Jahren ständig von linksstehenden Gruppen überfallen worden seien. In Limoges hätten sie sich zum ersten A^ple ener­gisch zur Wehr gesetzt. Es sei ein Unding, in jedem Hervortreten der Feuerkreuzler eine Herausforde­rung sehen zu wollen. Die Kommunisten ver­suchten den Redner wiederholt zu stören. In dem allgemeinen Lärm hörte man Rufe:Mörder",Fa­schist",Askari" und von der anderen Seite: Halt's Maul!" Die Kammer schien dies aber nicht weiter tragisch zu nehmen.

Die radikalsozialistische Kammer­fraktion trat noch einmal zusammen, um zu den Einigungsbestrebunaen Herriots Stellung zu neh­men. Herriot gab die Antwort Lavals auf die For­derungen der Radikalsozialisten zur Frage der Kampfbünde bekannt. Laval erklärt, er sei ent­schlossen, in Kammer und Senat die Vertrauens­frage für die in den Berichten Chauvins und Jouvins enthaltenen Bestimmungen über die Auf­rechterhaltung der öffentlichen Ordnung zu stellen. Die Anwerbung von neuen Angehörigen der Mobil­garde werde vom Innenministerium überwacht werden. Strafverfolgung wegen Aufreizung zum politischen Mord in der Presse bedürfe nach Lavals Ansicht einer gesetzgeberischen Vorbereitung. Diese Vergehen sollten auf Verlangen der Radikalsozia­listen aus der Zuständigkeit der Schwurgerichte ber- ausgenommen und den Strafgerichten überwiesen werden.

Brehmer beschriebene Bazillus existiert, daß sich aber keine ursächlichen Beziehungen dieses Keimes zur Krebsentstehung haben finden lassen und daß sein Nachweis für die Erkenntnis des Krebses völlig wertlos ist. Die Kommission teilt abschließend fest, daß die Untersuchungsme­thoden des Regierungsrates von Brehmer für die Erkenntnis des Krebses keinen Wert haben.

Aus aller Welt.

General der Infanterie von Oven f.

General a. D. von Oven ist am 3. Dezember im 75. Lebensjahre in Hirschhorn am Neckar, wo er einen Ruhesitz hatte, gestorben. General a. D. von Oven war 1861 zu Ludom in Posen ge­boren und trat 1881 als Fahnenjunker in das Oldenburgische Infanterieregiment Nr. 91 ein. Nach etwa sechsjähriger Dienstzeit bei der Marineinfan­terie wurde er 1890 Oberleutnant im 2. Badischen Grenadierregiment Nr. 110Kaiser Wilhelm L", wo er später zum Hauptmann und Kompagniechek befördert wurde. Nachdem er mehrmals vorüber­gehend in das Kriegsministerium versetzt worden war, wurde er 1911 zum Obersten befördert. Bei Ausbruch des Weltkrieges rückte er mit dem Infan­terieregiment Nr. 165 ins Feld. Nach 1914 wurde er zum Generalmajor, 1918 zum Generalleutnant ernannt und wurde im gleichen Jahre Direktor des Armeeverwaltungsdepartements des Kriegsmini­steriums. Nachdem er zuletzt in der vorläufigen Reichswehr Führer des Wehrkreiskommandos III (Berlin) war, war er 1920 als General der Infan­terie in den Ruhestand versetzt worden.

Ehrung eines hundertjährigen.

Der Führer und Reichskanzler hat dem frü­heren landwirtschaftlichen Arbeiter Heinrich Haase in Hachum aus Anlaß der Vollendung seines 10 0. Lebensjahres ein persönliches Glück­wunschschreiben und eine Ehrengabe zugehen lassen.

Autounglück au der TRofel.

Zwei Koblenzer Geschäftsleute, die sich mit Radio­geräten auf der Fahrt zur Mosel befanden, über­holten hinter Dieblich mit ihrem Kraftwagen ein Pferdefuhrwerk, das nach Niederfell fuhr, während aus der entgegengesetzten Richtung ein schwer beladenes Lastauto herankam. Es kam zu einem schweren Zus ammenstoß. Der Personenwagen prallte in voller Wucht gegen das Vorderrad Des Lastwagens, überschlug s i ch und blieb umge­stürzt in einem Geländer hängen. Emer der bei­den Insassen des Personenwagens wurde in ho­hem Bogen in die Mosel geworfen, aus der ihn mutige Retter unter vielen Mühen und Schwie­rigkeiten bergen konnten. Er war schwer ver­wundet und wurde in bedenklichem Zustande in ein Krankenhaus nach Koblenz gebracht. Der zweite Insasse des Personenwagens wurde nur geringfügig verletzt. Der Wagen selbst ist vollkommen zertrüm­mert worden.

Hochwasser und lleberschwennnungen.

Die anhaltenden starken Niederschläge haben ein weiteres 21 n ft e i g en des Rheins und feiner Nebenflüße zur Folge gehabt. Im Flußtal der Mosel sind die Uferstrecken weithin überschwemmt. In einzelnen Orten mußten die Keller der am Fluß gelegenen Häuser geräumt werden. Bei Traben- Trarbach wurde ein Bagger von der Strömung abgetrieben und ist gesunken. Von der Saar wurde Stillstand des Hochwassers bei einem Pegel­stand von 4,40 Meter in Saarbrücken gemeldet. Die Lahn steigt ebenfalls weiter, so daß die Wasser­baubehörde am Mittwoch für das Gebiet der kana­lisierten Lahn die Einstellung der Schiffahrt ausge­sprochen hat. Vom Main wird gemeldet, daß er weiter steigt. Bei Würzburg stieg das Wasser in den letzten 24 Stunden um 75 Zentimeter. Auch an der Nahe ist Hochwasser eingetreten, das in ein­zelnen Ortschaften bereits schwere Schaden verur­sacht hat.