ruhen.
V\i danach, ihr Herz zu erleichtern.
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dem See funkelten. Der Mond zog seine silberne Lichtbahn.
Von ihrem Bett aus konnte sie die himmlisch schöne Landschaft in dem tiefen Abendfrieden weithin überblicken, und langsam zog Ruhe in ihr gequältes Herz ein. Was war Menschenleid? Was war Menschenglück? Es ging vorüber, schneller als die Spur des Mondes in dem nächtlichen See. Ewig blieb nur das, was über allem Menschengetriebe stand.
Sie faltete die Hände. Ein lautloses Gebet um Frieden quoll aus ihrem Herzen. Um Frieden für sich und den Mann, den sie über alles in der Welt liebte.
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Arbeitsamt zu wenden.
Jetzt auch Schweinefleisch im eigenen Säst.
DRB. Der Reichs- und Preußische Minister für Ernährung und Landwirtschaft hat die Reichsstelle für Tiere und tierische Erzeugnisse angewiesen, aus ihren Beständen in Zukunft neben Rindfleischkonfer- oen auch Schweinefleischdosen abzugeben. Diese können nicht nur, wie die Rindfleischdosen, im Gewicht von einem Kilo, sondern mit Rücksicht auf kleine Haushaltungen auch im Gewicht oon einem Pfund abgegeben werden. Der Kleinverkaufspreis für die Kilodose Schweinefleisch ist auf 1,60 Mark und für die Pfunddose auf 0,80 Mark festgesetzt worden. Der Absatz erfolgt bis auf weiteres nur durch die Mitglieder des Fleischverbandes und durch die Fleischwarenfabriken mit eigenen Läden.
Die Schweinefleischkonserven enthalten, wie dis Rindfleischkonseroen, das „Fleisch im eigenen Säst"
Erntezeit. Rings um Schloß Beltheim standen die Aecker in goldener Reife. Die Mähmaschine sang ihr Lied. Sensen rauschten singend durchs Korn.
Auf Schloß Veltheim flatterte die kleine blaue Fahne mit dem Wappen der Veltheims: drei Aehren in rotem Felde — ein Zeichen, daß der Schloßherr zu Haufe war.
Dietrich Veltheim war Ende Ium gebräunt und gekräftigt zurückgekehrt. Für die Freunde und Bekannten, die ihn nur flüchtig kannten, war er ganz der alte: sehnig, gesund und kraftvoll. Rur Karla Weckenroth sah an den Augen des Jugendfreundes: er war innerlich verwandelt, war seelisch noch krank. Sein klarer, offener Blick hatte etwas Hartes, und oft schien er im Gespräch ganz abwesend, schien an ganz andere Dinge zu denken.
Heber Marlen zu sprechen, wagte sie nicht mehr. Sie hatte es einmal nach Dietrichs Rückkehr versucht. Da hatte er ihr ganz kurz gesagt:
„Wenn du Wert darauf legst, daß unsere Jugendfreundschaft bestehen bleibt, dann bitte sprich mir nicht von Marlen."
Dabei hatte er so unnahbar ausgesehen, daß Karla erschrocken verstummt war. Sie litt selbst unendlich unter diesem Zerwürfnis zwischen Marlen und Dietrich. Aber auch Marlen hatte ihr auf einen Brief hin geschrieben:
,Hch bitte Dich bei unserer Freundschaft, berühre diesen Punkt nicht. Es ist besser für uns alle. Der Zweck der Heirat ist erreicht — Dietrich ist Besitzer von Veltheim. Darüber hinaus ist nichts zwischen ihm und mir und kann nichts fein. Ich danke Dir für Deine liebe Einladung, zu Euch zu kommen. Aber Du wirst selbst einsehen: es ist ganz unmöglich, daß ich dort hinkomme. Erstens könnte ich Dietrich dort begegnen, zweitens aber würden die Leute sich noch mehr den Mund zerreißen. Sie werden es schon genug tun, weil ich nicht auf Schloß Veltheim bm. Unmöglich kann ich es Dietrich und mir antun, eine Stunde von ihm entfernt bei Euch zu wellen, ohne Schloß Veltheim zu betreten. Es muh fo bleiben, wie es ist. Und ich habe mich damit abgefunden."
lFortsetzung folgt!)
Tanzbändchen 50 Pfennig; das Preisschießen drei Schuß 10 Pfennig. Die Preise für die Speisen und Getränke sind sehr niedrig gehalten. Es wird deshalb jedem Volksgenossen möglich sein, das Sommerfest in Arnsburg zu besuchen. Für Omnibusverkehr von Gießen nach Kloster Arnsburg ist gesorgt.
Großes Sommerfest
am Sonntag, 11. August, in Kloster Arnsburg.
Wie im Vorjahre, so veranstaltet die NS.-Gernein- schaft „Kraft durch Freude" auch in diesem Sommer ein großes Sommerfest in Kloster Arnsburg. Dabei wird das Gießener Stadttheater uns mit einem fröhlichen Freilichtspiel erfreuen („Waldfrieden" von Ludwig Thoma). Der Musikzug der Standarte 116 (35 Mann) wirkt mit und wird uns abends in der Ruine ein kleines Streichkonzert geben. Dieses Streichkonzert bei Fackelschein in der ehrwürdigen Kirchenruine hat im Vorjahre so starken Beifall gefunden, daß wir auch diesmal auf das Konzert großen Wert legen. Im übrigen werden alle Besucher bei Volksliedersingen, Musik und Tanz, bei Kinderfest und Preisschießen (und hoffentlich gutem Wetter) einen wirklich schönen Tag verleben. Der Einttitts- preis beträgt wie im Vorjahre, 30 Pfennig, das
zur Einschnürung des deutschen Volkes auf seinen knappen Lebensraum. Es soll mit allen Mitteln die Rückkehr der Deutschen ins Reich verhindert werden, um ihm den deutschen Boden in Oesterreich nicht auszuhändigen müssen. Der Deutsche habe ein Anrecht aber auf den von deutscher Kultur erfüllten und mit deutschem Blut getränkten Boden.
Der Redner sprach dann von der Kriegskamerad- schäft der Deutsch-Oesterreicher. Die hohen Verlustziffern bezeugten mehr als andere Beweismittel, wie tapfer und ehrenvoll der deutsche Volksgenosse auch in der österreichischen Armee seine Pflicht getan habe. Diese Opfer seien der beste Beweis für die Blut und Schicksalsgemeinschaft aller Deutschen. Darum habe der Deutsche in Oesterreich auch ein Anrecht darauf, daß er im Reiche nicht vergessen werde, sondern daß der Innerdeutsche ihm den Rücken stärke, indem er sich geschlossen hinter den Führer stelle, und den Nationalsozialismus in seiner tiefsten Bedeutung lebe, in dem unerschütterlichen Glauben an die deutsche Kraft und in der hingebenden Liebe für das deutsche Volt.
In einem Schlußwort dankte
Oberbürgermeister Ritter
dem Redner für die aufklärenden und fesselnden Ausführungen. Er unterstrich die Bedeutung seiner Worte und sagte, daß aus der Erkenntnis der Bedeutung unserer Aufgabe als Volk jedem einzelnen die Einsicht der" Größe seiner Pflicht zur Mitarbeit am Aufbau erwachsen möge, damit Deutschland wieder sich aufrichte und erstarke. Ein aufstrebendes Vaterland werde auch wieder ein wohlhabendes werden. Wenn auch infolge der Zerrüttung der letzten Jahre noch nicht alles so sein könne, wie es für den einzelnen wünschenswert wäre, so fei jeder gewiß, daß der Führer um die Nöte und Sorgen der Volksgenossen wisse und ihnen helfen werde, sobald es die Verhältnisse zuließen. Es müsse ein Schritt nach dem andern getan werden und wie der Glaube der wenigen Kämpfer durch den Sieg in Erfüllung gegangen sei, fo werde auch der Glaube des ganzen Volkes an eine bessere Zukunft Wirklichkeit werden. Den Dank an den Führer brachte Oberbürgermeister Ritter durch ein dreifaches „Sieg-Heil!" zum Aus- ’ druck, das einmütigen Widerhall fand. Das Horst- ■ Wessel-Lied und das Deutschlandlied beendeten die ' Feierstunde.
iirer."
Marlen lächelte schmerzlich:
.Lieber Herr Doktor! Zwischen meinem Manne md mir ist nichts als Fremdheit. Nichts als Firnsein voneinander."
.Um Gottes willen, Frau Marlen! Das schon zu'Beginn? Wie ist so etwas möglich? Schenken
mir Ihr Vertrauen."
imnrron inrtPtfe einen Augenblick. Sie sehnte sich
Da sah sie aber Dietrich vom Hause Herkommen: „Ich kann jetzt nicht sprechen, Herr Doktor!" flüsterte sie. „Vielleicht schreibe ich Ihnen einmal und sage Ihnen alles."
Doktor Langgisser sah Marlen fest und warm an: „Ich nehme das als ein Versprechen, Frau Marlen. Sie wissen, daß Sie in mir einen guten Freund haben. Wie geht es übrigens Fräulein Karla von Weckenroth?" fragte er absichtlich laut, als Veltheim jetzt herankam.
Marlen begann hastig zu erzählen. Dietrich sollte nicht merken, welch Gespräch sie mit Doktor Langgisser gehabt hatte. Nun tarn auch Professor Berger zurück. Man setzte sich an den runden, schön gedeckten Tisch und begann zu speisen.
Dietrich Veltheim war der aufmerksamste Wirt, den man sich denken konnte, und jetzt vor den anderen der ritterlichste Kavalier seiner jungen Frau gegenüber. Auch Marlen bemühte sich, keine Befangenheit aufkommen zu lassen. Wer diese Gruppe von vier Menschen jetzt hier sah, inmitten der blühenden Landschaft vor dem Tisch mit den erlesensten Speisen und dem funkelnden Wein, wer die heiteren Stimmen hörte, die lächelnden Gesichter erblickte, mußte glauben, keine Sorge könnte diese Menschen beschweren.
Dietrich schlug bann noch eine Fahrt auf den Monte Salvatore vor, jenen majestätischen Berg oberhalb oon Lugano, von dem aus man die ganze Alpenkette in wunderbarer Größe sehen konnte. So vergingen die Stunden schnell und heiter. Gegen Abend verabschiedeten sich die beiden Herren von dem jungen Paar. Doktor Langgisser drückte Marlen noch einmal fest und bedeutungsvoll die Hand.
Dann fuhren die beiden Herren nach Lugano zurück, während Dietrich und Marlen in Lugano blieben und sich zu ihrem Hotel zurückbegaben.
16. Kapitel.
„Die Zimmer für die Herrschaften, bitte!" Der Oberkellner des Lugano-Hotels riß eilfertig die breiten Flügeltüren auf. Eine Flucht von drei Zimmern bot sich den Augen Dietrichs und Marlens. In der Mitte lag ein eleganter Wohnsalon mit seidenbezogenen Möbeln und schweren Teppichen. Die große Kristallkrone strahlte. Blumen dufteten in breiten Schalen auf dem Tisch und dem Kamin. Rechts und links sah man je ein Schlaft zimmer mit eleganten Messingbetten und eingebauten großen Marmorwaschtischen.
Badezimmer befindet sich an jebem ber Schlafzimmer", sagte ber Oberkellner. „Wir hoffen, baß ' bie Herrschaften zufrieben sind. Gepäck haben wir ; bereits nach oben geschafft. Wünschen die Herrschaften noch irgend etwas?"
i Fragend wandte sich Dietrich an Marlen:
i „Hast du jetzt noch irgendwelche Befehle, Marlen? Nein?"
। „Dann wünsche ich den Herrschaften, recht gut zu
M sanden zuemanvek.
Roman von Klothilde v. Stegmann.
vrheberrechtschutz: Fünf-Türme-Derlag Halle (S.)
20 Fortsetzung. Nachdruck verboten!
3n dem Hotel, das an ber schönsten Stelle Lu- mos erbaut war, erwartete sie bereits das kleine Mtmahl. ...
Man hatte den Tisch auf einer Terrasse gedeckt, tlt durch blühende Büsche oon den übrigen Hotel- rSimlichkeiten abgetrennt war. . .
Während Dietrich mit dem Oberkellner noch emi- W besprach, Professor Berger langsam vor dem Mel auf und ab schlenderte, gelang es Doktor Longgisser, einige Worte allein mit Marlen zu
Oberbürgermeister Ritter
würdigte vor vollbesetztem Haus die SA.-Kamerad- schaft des Musikzuges als das Zeichen treuer Verbundenheit und opferfreudiger Bereitschaft und sprach den Wunsch aus, daß solcher Kameradschaftsgeist in alle Betriebe einkehren möge. Der Volksgenosse habe nicht nur ein Recht auf Arbeit, sondern auch ein Recht auf Anteil an den Kulturgütern.
Hieraus sprach der Reichsredner des Volksbundes für das Deutschtum im Auslande
Herr Weinberger
über den Kampf des Auslanddeutschen und feine Bedeutung für die deutsche Nation unter besonderer Berücksichtigung der Verhältnisse in Deutsch-Oesterreich. Die Worte des Redners führten die Blicke über die Reichsgrenzen hinaus zu den Brüdern und Schwe- ftern deutscher Zunge und deutschen Blutes, die vor den Reichsgrenzen den Kampf um ihre Eigenart auszutragen haben. Es fei Aufgabe jedes einzelnen Volksgenossen, sich über die Bedeutung dieses Ringens um deutsche Art und deutschen Boden zu unterrichten, wie jeder Deutsche jenseits der Grenzen ein Recht darauf habe, vom Muiterlande nicht vergessen zu werden. Der Ausgang des Weltkrieges habe nicht nur das Reich der Habsburger in Trümmer gelegt, sondern auch in seiner ganzen Tendenz der Vernichtung des Deutschtums, den Brüdern in Oesterreich, großes Leid auferlegt. Für die Deutschen als die größte Gruppe fei beim Zusammenbruch Oesterreichs nur ein Raum von der Größe Bayerns geblieben, auf dem etwa 6,5 Millionen Menschen wohnten. Frankreich gestattete weder die Rückkehr zum Reich, noch den Namen: Deutsch-Oesterreich, so daß sich das neue Gebilde „Republik Oesterreich" nennen müsse. Der Kampf der überstaatlichen Mächte gegen den Anschluß Oesterreichs an das Reich, sei ein Kampf gegen das durch Den Nationalsozialismus wieder erstarkte Deutsche Reich. Es sei zugleich der Kampf
Urlaubszug Schwarzwald—Feldberg-Geblel vom 10. bis 16. August.
Die Fahrkarten zu dieser Fahrt können in den Dienststunden auf dem Büro, Schanzenstraße 18II, Zimmer 8, abgeholt werden.
Der Zug fährt in Frankfurt ab 10.21 Uhr. Von Gießen nach Frankfurt kann jeder Anschlußzug benutzt werden.
3m Monat August finden folgende Omnibusfahrten statt:
Am 18. August: eine Fahrt nach Königstein (Taunus); eine Fahrt ins Lahntal; eine Fahrt nach Ortenberg—Vogelsberg.
Am 2 5. August: eine Burgen-Rundfahrt; eins Fahrt nach Edersee (Waldeck).
Am Sonntag, 25. August, fährt die NS.-Ge- meinschaft „Kraft durch Freude" wie im Mai noch- mals nach Heidelberg. Der Fahrpreis beträgt einschl. Mittagessen 5 Mark. Anmeldeschluß am 17. August 1935.
Urlaubszug Ur. IX/41 Allaau—Sonthofen vom 22. bis 30. August.
Der Zug wird verdoppelt. Es werden daher noch Anmeldungen angenommen. Wir bitten um umgehende Erledigung.
Krastwagenführer bei der Reichsbahn.
Die Deutsche Reichsbahn unterhält auf den bereits fertiggefteUten Reichsautobahnen einen fahrplanmäßigen Personen-Kraftwagen-Verkehr. Aus Kreisen der Kraftfahrer, wie auch derer, die es werden wollen, taucht im Zusammenhang damit häufig die Frage auf: „Wo nimmt die Reichsbahn die Kraftwagenführer her?" Von der zuständigen Stells der Reichsbahndirektion Frankfurt erfahren wir darüber auf Anfrage folgendes: Die für die Reichsautobahnen erforderlichen Kraftwagenführer werden in erster Linie aus dem Personal der Reichsbahn entnommen, unter dem sich zahlreiche Kraftfahrer befinden, die bisher nicht in ihrem erlernten Beruf untergebracht werden konnten. Diese Kraftfahrer sind deshalb bei Bedarf zuerst zu berücksichtigen. Mit Neueinstellungen oon Kraftfahrern ist deshalb in absehbarer Zeit nicht zu rechnen. Außerdem muß die Reichsbahn bei sämtlichen Einstellungen das Arbeitsamt in Anspruch nehmen, dem die Auswahl der Arbeitskräfte überlassen ist. Allen Interessenten kann deshalb nur empfohlen werden, sich an das
w.ß man sofort beseitigen. Ist erst einmal eine Entfremdung da, dann wird sie immer dunkler und
Für die Gefolgschaftsmitglieder sämtlicher städtischen Betriebe und Verwaltungen fand am Samstag» mittag im Stadttheater ein Betriebsappell statt. Eine schlichte, aber schöne Bühnenausstattung bildete den wirksamen Hintergrund für die NSBO.-Fahnen und den Musikzug der SA.-Standarte 116, der unter der Leitung von Musikzugführer Herrmann dem Betriebsappell die festliche Einleitung gab.
Urlaubszug Ur. IX/40 Bodensee—Konstanz vom 16. bis 23. August.
Der Gau Kurhessen stellt uns in seinem Zug nach Konstanz noch Plätze zur Verfügung. Wir können daher Anmeldungen für diesen Zug noch entgegennehmen.
Das IHonaf»Programm von „Kraft durch Freude" Ist erschienen.
Wie allmonatlich, so ist auch für diesen Monat das reichhaltige Programm für alle Veranstaltungen im Monat August erschienen und bei allen „Kraft durch Freude" - Warten und auf der Geschäftsstelle, Schanzenstraße 18, zu haben. Preis 10 Pfennig.___________
Leise schloß der Oberkellner die Tür hinter sich. Marlen stand regungslos im Zimmer.
„Willst du nicht ablegen?" fragte Dietrich höflich.
Er half ihr aus dem Mantel. Es ging wie ein elektrischer Schlag durch ihren Körper.
Schon trat er zurück.
„Wenn du gestattest, daß ich einen Augenblick Platz nehme?"
„Bitte!" Sie deutete auf einen Sessel und nahm ein wenig entfernt von ihm gleichfalls Platz.
„Ich denke, es ist dir recht", begann Dietrich mit kühler Stimme, „wenn wir morgen früh abreifen. Um kein Aufsehen zu machen, bitte ich dich, den Zug mit mir bis Sankt Moritz zu benutzen. Wohin wünschest du zu gehen?"
„Das — das weiß ich noch nicht!" sagte Marlen erstickt. „Aber sorge dich nicht darum. Ich werde mir meine Zukunft schon einrichten."
„Davon bin ich überzeugt", gab er höflich zurück. „Du weißt, daß du in äußerer Beziehung völlig ohne Sorgen sein kannst. Ich habe mein Bankhaus in Dresden angewiesen, dir ein Konto zu eröffnen. Du wirst es noch schnell genug lernen, das Geld auszugeben. Es war doch das Ziel deiner Sehnsucht — nicht wahr?"
Marlen zuckte zusammen. Wieder dieser schreckliche Hohn! Diese Verachtung! Mußte er ihr denn immer wieder sagen, was er von ihr dachte? Sie senkte den Kopf sehr tief, damit er den Schmerz in ihrem Gesicht nicht bemerkte.
Nicht einmal ein Wort der Verteidigung findet sie!, dachte Dietrich. Wie häßlich das alles ist!
„Also, morgen um zehn Uhr zwanzig Minuten geht unser Zug. Ich werde, wenn es dir recht ist, um neun Uhr für uns beide das Frühstück servieren lassen hier im Salon, damit wir kein Aufiehen erregen. Jedoch werde ich dich mit meiner Gegenwart nur behelligen, solange der Kellner im Zimmer ist. Wir werden uns dann erst in der Halle kurz vor der Abfahrt zusammenfinden. Alle weiteren Nachrichten, die unsere formelle Ehe betreffen, gehen dir durch Justizrat Niemann, meinen Sachwalter, zu. Ich wünsche dir eine gute Nacht."
Noch einmal verbeugte er sich kurz. Dann schlugen die schweren Seidenvorhänge der Tür hinter ihm zu. Nun hörte Marlen, wie in seinem Schlafzimmer der Schlüssel herumgedreht wurde. Sie stand allein da. Allein, wie damals am Abend ihrer Verlobung. Aber jetzt hatte sie keine Tränen mehr. Es gab ein Leid, das größer war als alle Tränen. Mit schleppenden Schritten ging sie in ihr Schlafzimmer.
Da klopfte es. Die Zofe, die mit dem Zuge von Locarno herübergekommen war, fragte, ob sie der gnädigen Frau behilflich sein durfte.
„Nein, Gretchen! Ich brauche nichts! Gehen Sie nur schlafen."
Langsam entkleidete sich Marlen und legte sich zu Bett Mit brennenden Augen starrte sie vor sich hin. Sie hatte das Fenster offengelassen. Lau und mild
___ fpiechen. _ _ .... ,—
1 Fräulein Korda, Verzeihung Frau Gräfin Sie und ih^' Men mich überrascht und erfreut über die glückliche Tpr, bie al-: $;nbung Ihres Lebens. Ich habe ost daran ge- fßerhift bes ^cht, wie es Ihnen wohl gehen mag. Nun treffe [ten W' ich Sie hier unter so veränderten und glücklichen cben bis Ü Dingungen wieder. Aber was haben Sie, Frau buti Gräfin?" unterbrach er sich erschrocken, denn em 2 werben rches Zucken ging um Marlens Mund: „
gntbeM .Bitte, nennen Sie mich nicht Frau Gräfin., arunbboi la Marlen. „Nennen Sie mich Marlen. Das würbe. Di' so vertraut von früher er. Und dabei Deren Mott' zche ich auch die Gegenwart."
Mso Frau Marlen", meinte Doktor Langgisser Lu Fes! Iklzlich „Was ist Ihnen? Ich fühle es schon die aehulbi? -anze Zeit: irgend etwas steht zwischen Ihnen horrnittwi! HD Ihrem Gatten. Nehmen Sie es Nicht als Zu- >-.» dürsk' Dringlichkeit, sehen Sie es an als die Sorge Des (Jii beino!' Liztes, der alles Gute für feine Patienten wünscht, rankes bi! 0itif Veltheim ist mir aber nicht nur als Patient,
jorbern auch als Mensch sehr viel geworden. Ich . ien lvi ßte kaum einen Mann, den ich wegen seines maul Charakters so schätzen könnte, wie ihn. Und Sie,
^Stlil fiiau Marlen — nun, Sie wissen ja, was ich von
ö u-mni* Men halte. Da geht es mir naturgemäß nahe, r toinn zwei Menschen, wie Sie, beide zum vollen
es I @|j(f bestimmt, wegen irgendwelcher Mißverständ- lau1' Me von Anfang an ihre Ehe nicht richtig aufbauen fW rvti ‘ löinen. Man muß sich vor dem ersten Schatten idjen v'b einer Ehegemeinschaft hüten, Frau Marlen. Den ...... * ■—
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Hab' Zeit für deine Kinder!
Don H. Glaß.
Es ist leider häufig der Fall, daß die Mutter Hausfrau die Zeit an den Kindern spart, fo- t>aö diese nicht mehr so klein sind, daß sie fort- vchrend Hilfe brauchen. Wie ost wünschen ^ich die Rirber: „Bitte, spiel doch heute mit uns , ober „E-zähle uns eine Geschichte" ober „Bleibe heute einmal bei uns", unb wie ost heißt es bann: Km» b 1, wo benft ihr hin, ich habe keine Zett! Ich muß Wische legen, bas Abenbbrot anridjten, Strumpfe Wen ober einen Besuch machen." Alles anbere sch,int in diesem Augenblick wichtiger. Noch schlim- ine7 ist es wenn die Mutter den Kindern, um sie tu beruhigen, verspricht: „Ich spiele morgen mit m". Unb bann tut sie es boch nicht, weil sie Diberum keine Zeit hat.
Bare sich boch jebe Mutter darüber klar, wie sie bwch dieses Nichtzeithaben den Seelen ihrer Kin- ber schadet. Freilich macht sich dieser Schaden large nicht bemerkbar und kommt auch den Kist- Sern selbst nicht recht zum Bewußtsein. Doch die Mutter verliert schließlich die innere Fühlung mit jhpn Kindern, die sie nur durch ein beständiges ii^eres und vor allem innerliches Antettnehmen iiy ihrem Leben gewinnen kann. Keine Zeit Ha- Ser heißt, die Kinder sich innerlich entfremden.
Das Kind hat immer Bedürfnis nach Trost und Hör. Wir Erwachsenen machen uns gar keine Vor- stchung von der Größe und Wucht einer kindlichen (Enttäuschung. Die Ursachen des kindlichen Kum- mlrs erscheinen oft nicht schwerwiegend, aber Kinder leiden ebenso sehr darunter wie Erwachsene linier ihren Fehlschlägen, oft noch schwerer und hoffnungsloser, weil sie in ihrer kindlichen Unerfah- cecheit keinen Ausweg aus ihrer Not sehen. Hat nur die Mutter fortwährend keine Zeit, ihre Kin- Sei anzuhören und ihnen zu helfen, so wenden sie chr Vertrauen anderen Menschen zu. Vor allem 'ir werden stille, verschlossene Kinder noch ver- vssener und scheuer und schließlich innerlich ganz ei am. Es gibt viel mehr einsame Kinderseelen, alt man denkt. Erst wenn es zu spät, ist, kommt Dien Müttern zum Bewußtsein, daß sie das 23er» iruen ihrer Kinder nicht mehr ungeteilt besitzen. Denn könnte vielleicht der Augenblick eintreten, ivr die Kinder keine Zeit mehr für die Mutter len. Und das wäre eine schmerzliche Erkenntnis. Da heißt es Auswege finden. Vor allen Dingen sckte jeder Mutter oberster Grundsatz fein: Von ain Anforderungen, die an mich gestellt werden, si> meine Kinder das Wichtigste. Man soll ruhig eirnal eine Hausarbeit zurückstellen und mit den Ki-dern spazierengehen oder spielen. Die Mutter ka n dabei auch das Praktische mit dem Angeneh- ntn verbinden. Sie kann sich beim Nähen zu ihnen ejm und das Spiel beaufsichtigen und anregen. Uch mit der Näharbeit in der Hand kann man Ge- (legten erzählen oder ein Lied fingen. In anbe- rer Fällen ist es von Wert, bie Kinber mitarbeiten J taffen unb sie daburch zur Freube an ber Arbeit xii erziehen. Das schafft bie beglücfenbe Atmosphäre De* Vertrauens unb Geborgenseins.
Me Unannehmlichkeiten, bie bas Zeithaben für Riiber mit sich bringt, werden tausendfach belohnt du ch die innere Verbundenheit zwischen Mutter un> Kind. Je mehr das schlimme Wort: „Ich habe ftne Zeit" aus ber Kinberstube verschwinbet, um fo megr fühlen sich bie Kinber glücklich, sie werben st? und stöhlich und können später an ihre son- ttite Jugend denken, an die Zeit der Sorglosigkeit ur> des Geborgenseins.
pie öeutfdie Rrbcitefront n.S.=6cmeinf(haft „firaftdunh freute"


