Ausgabe 
6.8.1935
 
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Nr. 181 Zweites Blaff

Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Dienstag, 6. August 1935

gäbe

großen Ozeandampfers gestellt.

e.

Heinz Rosenthal.

Der neuejunge Held" des Gietzener Stadttheaters.

Wir sehen die Küche an und suchen vergeblich nach elektrischem Strom, Gas, fließend Wasser und Ausguß. Der Herd wird mit entkörnten Mais­kolben oder Kaffeeholz geheizt. Was auf dem Herd steht? Immer: Reis, schwarze Bohnen, Kaffee und gebratene Bananen. Jede Woche wird im Dorf ein Rind geschlachtet, aber nichts hält sich länger als zwei Tage. Manchmal hängt Salzfleisch an der Sonne zum Dörren, aber davon holen sich oft die Aasgeier das beste.Milch, Gott sei Dank, haben wir immer, und damit Butter und Käse, und das Schwarzbrot, das nach heimatlichen Begriffen dazu­gehört, backe ich in diesem .Hexenofen', wie ihn

einsteckt.

Ein Blick in die Küche: Täglich schwarze Bohnen

In Düsseldorf wurde ich am 29. Mai 1907 ge­boren. Dort verlebte ich auch meine Kinder- und Schuljahre und wandte mich nach Absolvierung der Oberrealschule einem technischen Berufe zu; ich wollte Ingenieur werden. Gelegentlich spielte ich bei Laienaufführungen mit und eines Tages faßte ich den Entschluß, mich prüfen zu lassen und bestand. Daraufhin war ich während zweier Jahre von 1930 bis 1932 Schüler der Dumont-Lindemann- schule am Schauspielhaus zu Düsseldorf, wo ich haupsächlich von Herrn Everth dem jetzigen Ge- neralintendanten des Hessischen Landestheaiers Darmstadt unterrichtet wurde. Mein erstes Engagement im Jahre 1932/33 führte mich als An­fänger an das Staatstheater Stuttgart, wo ich unter anderem in18. Oktober" den Bühler spielen durfte. Darauf bin ich heute noch stolz. Dann holte man mich für die Spielzeit 1933/34 als ersten jugendlichen Helden an das Stadttheater Fürth, wo ich in einer Reihe guter und schwerer Fachrollen in meinen Auf­gabenkreis hineinwachsen konnte. Die Spielzeit 1934/35 sah mich am Stadttheater München und an der Bayerischen Landesbühne. Während der Mün­chener Festspiele betraute man mich mit der Rolle des Franz von Sickingen in GoethesGötz von Berlichingen". Run harrt meiner ein neues, umfang- reiches Aufgabengebiet und ich kann bereits jetzt kaum die Zeit erwarten, wo die lockende Arbeit in Gießen beginnt. Ich freue mich sehr auf die Zu­sammenarbeit in Gießen und auf die kommende Spielzeit."

Im Rahmen des Deutschen Stenographentages, der am Samstag und Sonntag in Frankfurt a. M. stattfand, wurde auch ein großer Le istungs- wettbewerb in der Kurzschrift und i m Maschinenschreiben durchgeführt.

Am Samstagnachmittag fand das Kurzschrift- Leistungsschreiben statt, an dem in etwa 180 Schulklassen nahezu 6000 Stenographen teil- nahmen. Zuerst erfolgte das Diktat im Schön- und Richtigschreiben, dann begann das Schnellschreiben, hierauf folgte das Schreiben in der Meisterklasse (300 Silben), an dem sich nahezu 100 Anwärter um die Meisterschaft beteiligten Auch das fremd­sprachliche Leistungsschreiben wurde am Samstag in englischer, französischer und italienischer Sprache in Angriff genommen, am Sonntag wurde es in

LeistungswettbewerbderdeutschenSienogkaphen und Maschinenschreiber.

Gleiche Voraussetzungen treffen auch auf bte Schränke zu. Besonders beliebt war der breite Stollenschrank, dessen Stirnseite mit Schnitzerei ver­ziert war.

Volkstümlich und echt ist die bunte Bauernmale­rei, die sich in Thüringen, in Sachsen, in Schlesien und in Mähren entwickelt hatte, deren kunstvolle Proben noch heute in zahlreichen Bauernstuben zu finden sind.

Aus der Sprache der farbigen Ornamente, die m ähnlicher Form immer wiederkehren, sind neben den Herzen und Vögeln, dem Lebensbaum, den Blüten und Ranken vor allem jene Schmuckformcn erwähnenswert, deren besondere Bedeutung wir heute erst wieder erkennen lernten. Das altger­manische Hakenkreuz kommt verhältnismäßig oft vor, viel zahlreicher aber ist das Sonnenrad zu finden. Auch abgeleitete Formen, die auf das Hakenkreuz wie auf das Sonnenrad zurückzufüh- ren sind, finden wir zahlreich genug. Die Verwen­dung der Tierbilder geht auf altgermanische Vor­bilder zurück. Vereinzelt kommen Runen- und Heilszeichen vor, deren Bedeutung durch die bäuer­liche Ueberlieferung erklärt werden kann.

Eine besondere Rolle spielte immer das Bett im bäuerlichen Hausrat. Es ist entstanden aus der gotischen Butze, dem eingebauten Bettkasten, der von der Diele aus bestiegen werden mußte. Reich verziert und mit Täfelungen geschmückt sind solche Bettkästen, wir finden sie in Norddeutschland, in den Ostseeländern bis nach England und Norwe­gen, soweit der Kulturkreis der deutschen Hansa reichte. Wesentlich später wurde das Himmelbett und seine vereinfachte Form, das Baldachinbett, gebaut; beide Formen aber sind noch heute üblich; wir finden sie besonders häufig in Franken und Hessen, in den Alpenländern, in Böhmen und in Sachsen. Nicht ver­gessen werden dürfen die Trittbretter und Klapp- ftu en die zum Besteigen der hvchgetürmten Betten unbedingt erforderlich waren. Mit aller Liebe und Sorgfalt sind diese Bettstellen farbig ausgeschmückt worden Das Ornament und das Rankenwerk sind mit besonderer Zärtlichkeit ausgeführt worden Eine Verbindung zwischen Schnitzerei und Bauern- malerei zeichnet vor allem die Bauernstuben in Ober- und Niederösterreich aus.

Die Herkunft der Tische und Stuhle weist auf älteste Vorbilder hin. Wir finden darum habe«

Hans Knoop (Hamburg), bester Stenograph. Fräulein Lina Lohse, Deutsche Meisterin tm Maschinen, schreiben. (Weltbild-M.)_____________________________________

Deutsche Hausfrau in Liebersee.

Von der Hauswirtschaft einer deutschen Kaffee-Farmerin in Guatemala.

Von Margarete Thiel.

Anfänger und Praktiker und 200 Meisterschreiber teil. Die Prüfung bestand in der Aufnahme eines Stenogramms und dessen Uebertragung mit der Ma­schine, Übertragung einer stenographischen Vor­lage und Abschreiben eines unbekannten kurrent- schriftlichen Textes.

Oie Sieaer

im stenographischen Wettschreiben.

Im Wettschreiben der Stenographen erhielt Hans Knoop, Hamburg, den Ehren- ireis des Führers und eine Schreibmaschine ür eine hervorragende Leistung in fünf Fremd- prachen und 300 Silben in deutscher Sprache;

sein Bruder Paul Knoop, Hamburg, für

Patron ein, um aus dem Kalender den Namen zu erfahren und von mir ein Bündel Leinen für die Frau mitzunehmen. Im Februar habe ich 250 Men­schen gegen Pocken geimpft, das war bisher mein Rekord."

Eine Indianerin kommt ins Haus und fetzt lächelnd einen flachen Korb voller blü­hender Orchideen ab, den sie auf dem Kopf getragen hat. (Alle Schattenbäume in der Kaffee­pflanzung sind jetzt mit den herrlichsten Orchideen geschmückt.)Für die Patrona", sagt sie und freut sich kindlich über die zwei Eier, die sie als Gegen­

Jn allen Teilen der Welt bewähren sich deutsche Frauen in stiller Pflichterfüllung gegenüber immer andersartigen Ausgaben. Die Farmerin, von der hier erzählt wird, ist Herrin über mehrere Hundert Indios, die vor allem auch ihre ärztlichen Kenntnisse täglich in Anspruch nehmen.

Ganz fern und anhaltend weckt ein Hornsignal. Der Vorarbeiter Alfonso hat nach den Sternen fest- aestellt, daß es 5 U h r ist, da bläst er jeden Morgen feine eintönige Fanfare. Noch ist sternenklare Nacht, aber in einer halben Stunde ist die Sonne hoch. In allen Ranchos flackern Feuer auf, um Kaffee zu kochen, schwarze Bohnen zu wärmen und Mais­kuchen zu backen. Das Standardessen für alle. Natürlich auch für uns, denn schon hören wir aus der Küche das gleichmäßige Händeklatschen des Mädchens, das ausschließlich dazu da ist, für Herr­schaft und TroßtortiUas" zu bereiten. Also fix raus, das Moskitonetz zusamengeknüpft, das die Nacht über wie ein Gazehimmel über dem Feld­bett hing.

Wir sind heute auf dieser deutschen Kaffeefarm

Von Architekt ZritzMedermann.

Mit neuer Liebe und wachsendem Verständnis schauen wir auf die Zeugen altüberlieferter Kuttur. Besonders das alte Volkstum mit seiner festen Ver­bundenheit zur Landschaft und zur Heimat steht tm Mittelpunkt unserer Betrachtung. Der alte Haus­rat, seit vielen Geschlechtern im Besitz der Fami­lien, der so viele Geschlechter kommen und gehen ah, hat einen neuen Ehrenplatz erhalten. Sind m Hausrat doch die Zeugen des alten Lebens­tiles, die echtesten Träger der Volkskunst und des chollenverbundenen Volkstumes erhalten. In ihren Formen spiegeln sich die Gedanken unserer Vorfahren; sie sind uns ein heiliges Vermächtnis, das Erbe der Väter zu achten und zu pflegen.

Bauernstuben sind von einander so verschieden wie die Gesichter der deutschen Landschaft Brett und einladend ist die Diele tm niedersächsischen Hause, das Gerät ist um die Feuerstelle gesammelt; der Herd ist noch immer, wie in germanischer Zett, des Hauses Mittelpunkt und Kern. Wie ganz an­ders sind die Stuben der Tiroler Bauernhauser. Aus Lärchenholz sind die Wandverkleidungen ge­zimmert, die Schränke sind ins Mauerwerk einge­lassen, ein behäbig breiter Kachelofen strahlt tm Winter lebenspendende Wärme aus. Niedrig und eng sind die Stuben im norddeutschen Tieflands­hause. Ihr Mittelpunkt ist der mächtige Kachelofen, Delfter Kacheln, zierlich und weiß, leuchten als Schmuck auf; die Betten sind eingebaut als Butzen, durch Schiebe- ober Klapptüren zugänglich. Im Gegensatz dazu sind die Bauernstuben in Schlesien, Mähren und Böhmen behaglich und breit. Warm getönt sind die Balkenwände, weiße Kalkfugen zie­ren den Raum. Buntbemalte Schränke und Tru­hen legen Zeugnis ab von echter Farbenfreude. An Formen und Ausstattung sind sie alle verschieden, die deutschen Bauernstuben, aber im Wesen, doch so stark verwandt. Sie sind die wertvollsten Zeu­gen für die bäuerliche Kultur der Vergangenheit und für die unlöschbare Ueberlieferung im dörflichen Leben.

Das älteste Möbelstück, das uns erhalten blieb, ist eine Truhe aus dem rheinischen Dorfe Bernau, die rund 1060 Jahre alt ist. Die Truhe war das Hauptstück der bäuerlichen Ausstattung, sie barg ne Wäscheschätze und den Schmuck, sie gehörte darum zur Aussteuer der Frau. Lustig bemalte Truhen, bunt und mit zierlichen Ornamenten geschmückt.

die deutlichen Stilmerkmale der Frühzeit, in der die Zimmermannsarbeit noch rein unterm Ein­druck germanischer Einflüsse stand. Die schweren Eichentische Norddeutschlands mit ihrer ausdrucks­vollen und wuchtigen Schnitzerei sind köstliche Pro­ben bäuerlich-handwerklicher Kunst. Auch die um­laufende Bank, die in keinem Bauernhause fehlen durfte, soll nicht vergessen werden.

Einfach und bescheiden ist der sonstige Haushalt. Das Bord oder der Sims, von Zinntellern und Steinkrügen geziert, ist uns nicht nur aus rhei­nischen Bauernstuben bekannt. Spinnrad und Rocken vervollständigen den Hausrat in fast allen deutschen Landen. Eine schlesische Besonderheit sind die buntgestrichenen Brotschränke,Almer" genannt In Ostpreußen ist der große Wärmeofen besonders zu erwähnen, der in Verbindung mit der schwarzen Küche" den Hauptkern des Bauern­hauses bildet. So hat jede Landschaft ihre Eigen­art; denn vielgestaltig wie das Bild der deutschen (Baue ist auch das Antlitz seiner Bauernstuben und ihres Hausrates.

Wir wollen mit Liebe und Sorgfalt uns dieser Zeugen vergangener Kultur annehmen; wir wol­len die alten Bestände pflegen und sie in Ehren halten. Damit auf der Grundlage alter Ueberlic» ferungen eine neue dörfliche Kultur wachse, die im Wesen eines neuen deutschen Bauerntums ihren schönsten und sinnvollsten Ausdruck finde

meine Kinder nennen. Unermüdlich versuche ich Ge­müse anzubauen, aber Sonne und Regen der Tropen sind hier stärker als menschliche Geduld. Kartoffeln gibt es manchmal, wenn der Zufall einen Chinesen vorbeiführt, auch Zwiebeln uyd Salz. Anderes Gewürz wächst ums Haus herum: Ingwer, Vanille, spanischer Pfeffer, Muskatnuß und- die Zitronen- und Apfelsinenbäume auch. Es geht schon ohne Blumenkohl, ohne Erdbeeren und Kirschen, wenn nur unsere Kinder wachsen und der Kaffee".

Wäsche ohne Waschmittel. Wie ist das möglich? Gehen wir zu den Waschsteinen am Wassertank. Dort wäscht Naja, nur mit selbstgekoch- ter Seife auf einem schräggestellten Stein. Mit einer kleinen Schale gießt sie immer wieder Wasser über die Wäsche, klopft, reibt und walkt sie. Was so nicht sauber wird, legt sie in die Sonne zum Bleichen. Am Schluß rauft sie von den wildwach- senden Jndigostauden eine Handvoll Blatter und brüht sie auf. Den starkblauen Tee benutzt die cherin zum Blauen.Ich liebe diese duftende, weiße Wäsche", sagt die Hausfrau,ohne viele Wachmittel. Meine .Helfet sind Jndianerhande, kaltes Wasser und Sonne."

Die Farmerin kennt keine Stundenfrau, feinen Schornsteinfeger und keine Müllabfuhr. Sie hat überhaupt keine bezahlte Arbeitskraft." Zur Farm gehörige Indianerinnen sind ihre Hausgenossen: Naja wäscht, Chepa bedient bei Tisch, Mino kocht, Pilar malt Mais, Goja pflegt den Blumengarten und Flora und Guicha hüten die Kleinen. Das sind die großen barfüßigen Kinder des Hauses, treu ein­fältig und schweigend helfen sie und bleiben so lange, bis ein Freier sie in seinen Rancho holt, ,raubt". Dann helfen sie der deutschen Frau nur noch beim Kaffeeauslesen wie es alle Indianerin­nen der Farm tun.

Das Erbe in Pretoria."

Lichtspielhaus Bahnhofstraße

Ein altes Hamburger Exporthaus gerät in Schwie­rigkeiten, der Handelsherr droht an der Krisis zu zerbrechen, er erblindet. Seine Frau nimmt tapfer und geistesgegenwärtig den Kampf gegen das ihrer Liebe drohende Schicksal auf. Sie errichtet um den Mann das Scheingebäude eines sich wieder beleben­den Geschäfts. Obwohl die Firma falliert, halt sie den Schein aufrecht. Ein südafrikanischer Multi­millionär, trotz seines Reichtums einsam und dem Tode nahe, lernt sie kennen und hochachten, er ver­hilft ihr in seinem Testament dazu, dem erblindeten Mann auf einer Farm in Südafrika einen ruhigen Lebensabend zu bieten. Aber der einst schier All­mächtige kann über das Grad hinaus die Freundm nicht schützen vor den Nachstellungen seines Sekre- tärs, eines machtgierigen perfiden Schurken, der auch nicht davor zurückschreckt, bas Geheimnis dieses märchenhaften Glücks blinde« (aaäen qV offen»

Zeitschriften.

Das Innere Reich". Zeitschrift für Dichtung, Kunst und deutsches Leben. Herausgeber: Paul Aloerdes und K. B. von Mechow. 2. Jahrgang. Heft 5, August 1935. Preis pro Heft 1,80 Mark, vierteljährlich 4,80 Mark. Verlag Albert Langen/ Georg Müller, München. Das Heft bringt die Rede Das Drama in der Zeitenwende", die Paul Ernst 1929 vor einem Kreis schwedischer Studenten hielt. Des weiteren gedenkt Wilhelm Rutz des schwäbischen Dichters Christian Wagner und seiner Werke, die als Zeugnisse stiller Einfalt und hoher Weisheit bis auf den heutigen Tag nicht an Geltung verloren haben. Ehrfürchtigen Sinnes erschließt die Betrach, tung die inneren Zusammenhänge dieser Dichtung, die bei aller mythischen und magischen Tiefe bis in den Kern hinein wesenhaft deutsch ist. Besonder» Beachtung verdient das künstlerisch verheißungsvoll» VerseposAntje" von dem jungen Lyriker Heinrich Ringleb. Mit dem edlen Wohllaut und Gleichmaß seiner dichterisch kunstvollen Sprache erzählt er bi» Geschichte einer Liebe, bereu still entzünbetes Glück aus Furcht vor bem Uebermaß berückenber Leiden» schäft in reifer Entsagung endet.

zu Besuch, besser gesagt bei der Hausfrau, die hier gebietet, und die ihre Arbeit im Urwald von Herzen liebt. Wir wollen diesmal gar nichts sehen, nicht Schwefelsee, Kalkhöhle, Jndianersiedlung, kein Stau­werk, nichts von Maschinen für die Kaffeebehand­lung und wir verzichten auf eine Dulkanbesteigung und das Bad im Pacific. Wir bleiben im Haus. Herrschaftlich und wichtig liegt es am Ende des Jndianerdorfes. Lustig auf einem meterhohen Sockel aus Feldsteinen, um Schlangen und Ameisen gbzuhalten. Wenn man nicht aufpaßt, zerfressen die Ameisen mit der Zeit die Hausbalken, äuch in Bücherkisten bohren sie Löcher und Gänge, das Holz zerfällt und die Bücher (die Freunde in der einsamen Regenzeit) rieseln einem in Flocken durch die Finder. Rund um das Haus läuft d i e Veranda. Vorhänge und Blumenständer teilen sie in Nähwinkel, Schreibzimmer, Musikecke und denkleinen Rosengarten".

Hier ist mein Lieblingsplätzchen", sagt die Haus­frau,es ist weiter nichts da als ein paar Fächer­farne, mein Liegestuhl, die Hocker der Kinder und der weite Blick auf Vulkan und Meer. Hier darf mich niemand stören."

Wir fragen nach Keller und Boden. Sie sind nicht vorhanden, überflüssige Möbel gibt es nicht, und für die Koffer zur Europareise ist ein kleiner Schuppen auf dem Hof da. Wie hält man das Haus sauber? So einfach! Ohne Mop, Bohner­wachs, Staubsauger. Gardinen und Teppiche wären zu warm, der Zementfußboden wird täglich feucht aufgewischt. Das Zimmermädchen sorgt auch dafür, daß sich keine Eidechsen, Göttesanbeter und Fleder­mäuse einnisten.Neulich abend lag auf den Trep­penstufen zum Hof eine zusammengerollte Gift­schlange", erwähnte die Hausfrau beiläufig. Sie ist an solche Vorkommnisse gewöhnt, warum sich dar­über noch nachträglich aufregen?

Oie Hausfrau alsMedizinmann".

Auf diesen ausgetretenen Stufen sitzen immer nttine Kranken, heute morgen waren schon zwölf Indiokinder hier, die Abführmittel gegen Würmer nehmen müssen. Viele Indianer sind Erdesser und vollkommen verseucht. Da sehen Sie den Medizinschrank mit mancherlei Del (Rizinus ist bas billigste, bie Stauben wuchern überall herum), Branbsalben, Augenwasser, Jnjektivnsnabeln, um bei Schlangenbissen zu impfen. Oft muß ich auch Wunben nähen, nach jedem Fest gibt es eine Schlägerei und Messerstecherei, am nächsten Mvr- gen werbe ich in ben Rancho bes Verletzten gerufen und muß helfen. Aber bas Seltsamste erfahre ,ch bei schweren Geburten. Welch ein Wust von Aber­glauben, Unwissenheit, Armut unb Schmutz! Der Vater bes Kinbes finbet sich tags braus beim

baren, um bie Frau an sich zu fesseln unb seinen nichtigen Zwecken bienftbar zu machen. Doch bie reine Wahrheit ist stärker als schurkische Verbächti» gungen. Der blinbe Gatte verliert nicht ben Glauben an Die Treue her Frau, bie nur aus unenblicher Liebe zu ihm bas Schwerste auf sich nahm.

Der Film ist nach einem Roman von Lubwig von Wohl gebreht. Charlotte Susa wächst aus ber sorglosen Gattin eines reichen Hamburger Han» belsherrn an ber Aufgabe, vor bie urplötzlich bas Leben sie stellt, zu innerer Größe und Ueberlegen- - heit empor. Ihr Gegenspieler Gustaf Gründgens schöpft mit Raffinesse alle Möglichkeiten an Gesin­nungslumperei und Schuftigkeit eines abgefeimten brutalen Schurken aus, in dessen Charakterbild man vergebens nach einer versöhnlichen Note sucht. Der Kupferkönig als deus ex machina ist Max Weyb » n e r, aus vielen Filmen mit dem Gehabe selbstlos wohltätiger Multiinillionäre vertraut. Eine sehr hübsche Rolle macht Paul Henckels aus dem alten treuen, ängstlich besorgten Prokuristen. Paul Hartmann ist ber blinbe Gatte. Die an span» nenben Szenen reiche Hanblung ist in bas schillernbe Milieu bes Hamburger Hotellebens unb eines

spanisch, portugiesisch,, hollänbisch, lateinisch unb griechisch fortgeführt. Englisch würbe von 97 Tell- nehmern stenographiert, bie faft lOOprozenttg be­standen, von 23 Teilnehmern in französischer Steno­graphie wurden 17 Preisträger, in italienisch wür­ben bei 9 Teilnehmern 6 Preisträger ermittelt Es würben bis zu 200 Silben erreicht; ein Teilnehmer schrieb in sechs verschiedenen fremden Sprachen.

Am Sonntag wandte sich das Hauptinteresse der Tagungsteilnehmer der Austragung der Me ister- schaft im Maschnenschreiben zu das in ben brei Gruppen Anfänger (üRmbeftleiftung 180 Nettoanschläge in ber Minute), Praktiker (Mmbest. leiftung 240 Nettoanschläge) unb Meister (Mmbest- leiftunq 300 Nettoanschläge) in ber Minute) ausge­tragen würbe. An bem Wettbewerb nahmen 450

, . kennen wir aus späterer Zeit. Besonbers Sub-

Don dtfCttl 25ÜUCntbOU0rüu beutschland, Schlesien unb bte Alpenlänber liefen bie schmückenbe Malerei.

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