Ausgabe 
6.7.1935
 
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stadt Gießen Bezug haben, unterhalten. Ferner sind Kinderspiele mit Brezeloerteilung und dergleichen mehr geplant.

Daß auch für das leibliche Wohl unserer 50er mit ihren Familienangehörigen durch das Vorhanden­sein einer richtiggehenden Waldwirtschaft gesorgt wird, versteht sich von selbst. Etwas zum Essen muß natürlich jeder mitbringen. Bedürftige, namentlich arbeitslose Alterskameraden erhalten aus der Kasse ihrer Vereinigung Biermarken, denn der Ausschuß legt Wert darauf, jedem 50er durch diese Feier die Möglichkeit zu bieten, einmal einen schönen, genuß­reichen und frohen Nachmittag in Gottes herrlicher Natur und im großen Kreis Gleichgesinnter zu ver­leben. So soll auch dieses Waldfest der Ausdruck echter, wahrer Volksgemeinschaft, Kameradschaft und Verbundenheit werden, und jeder Festteilneh- mer soll sich noch in späteren Jahren gerne dieser gemeinsamen Feier erinnern.

Es haben übrigens bis jetzt nahezu sämtliche noch bestehenden Altersvereinigungen bis zu den ältesten Jahrgängen hinauf ihre Teilnahme bereits zugesagt, so daß mit einem gewaltigen Betrieb am schönen Ludwigsbrunnen gerechnet werden kann.

Die Gesamtkosten des Waldfestes sind auf rund 300 Mark veranschlagt, die von zusammen etwa 30 Altersvereinigunaen nach Maßgabe ihrer Mit­gliederzahl gemeinschaftlich aufgebracht werden. Aeltere Jahrgänge, die nur noch einzelne Mitglie- der haben, sind selbstverständlich von diesem Fest­beitrag ganz befreit. Der Beitrag für die anderen Vereinigungen, der aus der gemeinschaftlichen Kasse mobil gemacht wird, bewegt sich zwischen 5 Mark und 25 Mark. Der letztere Betrag kommt natürlich nur für die jüngsten Jahrgänge in Betracht, die noch über die fast volle Mitgliederzahl verfügen.

Der Ausschuß hat mit Absicht darauf gesehen, daß alle unnützen Unkosten vermieden werden. Trotzdem soll die Feier aber, wie schon bemerkt, in durchaus würdiger, allen berechtigten Wünschen entsprechender Form zur Durchführung gelangen. Der Ausschuß rechnet bestimmt damit, daß diese Idee in allen Kreisen der Bevölkerung freudigen Widerhall findet, und daß sich niemand, ob reich oder arm, ob Arbeiter der Stirn oder der Faust, ausschließt. Hoffentlich gibt auch der Himmel seinen Segen zum guten Gelingen und beschert uns schönes Festwetter. ß.

Oberheffen.

Landkreis Gießen.

* W i e s e ck , 5. Juli. Die Sängervereini­gung von 1925 Wieseck feiert am heu­tigen Samstag und am morgigen Sonntag das Fest ihres zehnjährigen Bestehens. Für die Der- anstaltung ist am Samstag ein Umzug der Fest­teilnehmer vorgesehen, anschließend finden Ge­sangsvorträge und Konzert statt. Der Sonntag wird die Teilnehmer um die Mittagsstunde der einem Festzug vereinigen. Begrüßungsansprachen, Konzert und Tanz werden den Nachmittag füllen.

Großen-Linden, 5. Juli. Dieser Tage wur­den hier die Kriegsehrenkreuze an die Mit­glieder des Kriegervereins für die Frontkämpfer und Kriegsteilnehmer durch den Führer des Krie- gervereins, Wilh. P o st, zur Verteilung gebracht. Zu diesem Zweck versammelten sich die Mitglieder des Kriegervereins in der WirtschaftZur Sonne". Der Führer des Kriegervereins hielt eine kurze An­sprache, in der er betonte, daß die Verleihung der Ehrenkreuze eine Ehrung des verstorbenen Reichs­präsidenten von Hindenburg für die alten Soldaten darstelle, die unser Führer Adolf Hitler mit Freu­den in die Wirklichkeit umgesetzt habe.

= Lang-Göns, 5. Juli. Am Donnerstag fand im evangelischen Gemeindehaus ein Frauen­abend zu Ehren der hieAzur Erholung weilenden Frauen aus Offenbach a. M. statt. Der Ortspfarrer begrüßte die Erschienenen, auch aus Großen-Linden und Kirch-Göns waren Mitglieder der evangelischen Frauenhilfe erschienen, und wies darauf hin, daß man immer mehr bestrebt sein müsse, das Band zwischen Stadt und Land zu festigen. Dasselbe betonte auch die Führerin der Frauen aus Offen­bach, Frau Dr. Ohl y. In ihren weiteren Aus­führungen erwähnte sie das bevorstehende 50. Jubi­läum unserer Hebamme, Frau Elisabeth Wenzel Wwe., und sprach ihr die herzlichsten Glückwünsche aus. (Das eigentliche Jubiläum findet Sonntag, den 7. Juli, in der Turnhalle statt.) Der Ortsgeist­liche sprach dann im Namen der evangelischen Frauenhilfe die besten Glückwünsche aus und über­reichte der Jubilarin als Ehrengbe einen herrlichen Strauß Rosen und ein bebildertes Testament. Frau Wenzel dankte gerührt für diese Ehrung. Anschlie­ßend wurde ein Film gezeigt überDie großen Tage im Leben der Mutter", den Frau Dr. Ohly mit entsprechenden Erläuterungen vorführte.

= Leihgestern, 6. Juli. Am morgigen Sonntag und am Montag findet die hiesige Kirmes auf dem im Wiesengrunde an der Gießener Straße gelegenen Festplatz statt. Am 5. Reichskrieger­tag in Kassel beteiligen sich von der hiesigen Krie­gerkameradschaft 20 Kameraden.

y Watzenborn-Steinberg, 6. Juli. Am gestrigen Freitag fand die Musterung der Gestel­lungspflichtigen der hiesigen Rekruten in Gießen statt. Auf Vorschlag des Bürgermeisters Schäfer wurde die alte Sitte, die früher bei der Musterung üblich war, auch diesmal wieder eingeführt. Mit frischem Grün geschmücktem Wagen ging die Fahrt nach Gießen. Nach gemeinsamen Mittagessen in Gießen trafen sie dann gegen Abend wieder in ihrem Heimatdorf ein, wo sie von der Einwohner­schaft erwartet wurden. Nach einem Umzug durch die Gemeinde, wo mancher mit einem Rekruten- Weck beschenkt wurde, sammelte man sich noch zum Tanz, das den Musterungstag beschloß.

CO Nonnenroth, 3. Juli. Die Heuernte ist beendet. In der knappen Zeit von nur einer Woche konnte die ganze Ernte dank des vorzüg­lichen Wetters geborgen werden. Schon morgens um drei Uhr ratterten die Mähmaschinen durch die Dorfstraßen. Wagen auf Wagen rollte den ganzen Tag in die weit geöffneten Scheunen. Alles war in diesen arbeitsreichen Tagen, wo die Familien sich erst um 10 Uhr und später um den Tisch zum

Abendessen sammeln konnten, auf den Beinen. Trotz Mühe und viel Schweiß waren überall frohe Gesichter und hilfsbereite Hände, wenn es galt, neben der eigenen schweren Arbeit im Geiste echter Volksverbundenheit den anderen zu helfen. Güte und Menge der diesjährigen Heuernte wird als gleich gut bezeichnet. Am vorigen Samstag haben uns unsere Bottroper Ferienkinder wieder verlassen. Aus ihren- begeisterten Briefen und Karten an ihre Pflegeeltern und andere Bekannte ist zu schließen, daß der für ihre körperliche Ent­wicklung und seelische Haltung ^so wertvolle Land­aufenthalt noch lange als frohe Ferienerinnerung in ihnen nachklingen wird.

* Inheiden, 6. Juli. Am kommenden Mon­tag, 8. Juli, begeht unser ältester Einwohner, Herr Heinrich Frank, ehemaliger Straßenwart und Landwirt, seinen 91. Geburtstag. Derselbe erfreut sich noch einer guten Gesundheit und ziemlicher Frische. Er macht noch bei schönem Wetter seinen Spaziergang ums Dorf und hilft auch noch ein we­nig bei häuslichen Arbeiten. Lebhaft und mit gu­tem Humor nimmt er noch an allem Anteil. So genießt er im Kreise seiner Kinder und Enkel einen friedlichen und schönen Lebensabend.

kreis Friedberg.

* Bad -Nauheim, 5. Juli. Herr Professor K i o n k a von der Universität Jena besuchte mit 30 Medizinern Bad-Nauheim. Nach einer Besichtigung der beiden wissenschaftlichen Institute und Vorträ- gen der Instituts-Direktoren, Professor Weber und Koch, fand eine Besichtigung der Kur- und Badeanlagen statt.

Kreis Büdingen.

tt Mittleres Niddatal, 5. Juli. Infolge des heißen Wetters ist die Heuernte in der Haupt­sache als beendet anzusehen. Mit dem Ertrag ist man durchaus zufrieden, da die ergiebigen Regen unmittelbar vor Beginn der Heuernte und dadurch verzögertem Schnitt zum Wachstum des sogenann­ten Untergrases wesentlich beigetragen haben. Man spricht im allgemeinen von einer guten Ernte. Lei­der haben aber die Unkräuter, namentlich die Di­steln, zwischen den prächtig entwickelten Kartof­feln nicht selten derart überhand genommen, daß deren Stauden mitunter kaum erkennbar sind. Wenn man auch hier und da vereinzelt Lager­frucht antrifft, so berechtigt das Getreide doch zu den größten Hoffnungen. Die Bienenzüchter füh­ren allseitig Klagen über den äußerst geringen Honigertrag, eine Folge des sehr langen kühlen Wetters zur Zeit der Obstbaumblüten.

z. Nidda, 5. Juli. In hiesiger Turnhalle fand eine Kreislehrerversammlung statt, in der Gaufachberater für Werkunterricht für Hessen- Nassau, Lehrer Mussel in Worms, einen inter­essanten Vortrag über W e r k a r b e i t in der Schule hielt, dem man bekanntlich von feiten der Schul­behörde lebhafte Aufmerksamkeit entgegenbringt. Der Redner entwickelte in großen Strichen einiges aus der Theorie und Praxis für die verschiedenen Schullehrgänge. Zur Ausgestaltung dieses Unter­richtszweiges wurde eine Fachgruppe gebildet, zu der sich sofort eine größere Zahl Mitglieder mel­dete. Einen üblen Scherz gestattete sich in diesen Tagen eine Gesellschaft von mehreren jungen Bur­schen eines Nachbarortes bei einem Wirte am Bahn­hof Geiß-Nidda, der nun ein unerwünschtes Nach­spiel haben wird. In jugendlichem Uebermute über­strichen sie den größten Teil des Körpers einer Kuh, die im Stalle stand, mit blauer und weißer Oel­sa r b e, die aber infolge des trockenen Wetters bald verkrustete und dadurch bei dem Tiere gesundheitliche Störungen verur­sachte. Die erkannten Uebeltäter müssen für den Schaden aufkommen.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

* Wetzlar, 6. Juli. Unter Führung von Land­rat G r i l l o fand gestern in drei Postomnibussen eine Rundreise der Bürgermeister durch den Kreis statt, um verschiedene Einrichtungen, vor allem auch die Viehzucht des Kreises zu besich­tigen. Nachdem in Breitenbach und Kölschhausen die Gemeindebullen und in Dreisbach eine Schaf­herde besichtigt waren, ging die Fahrt nach Greifen­tal. Hier wurde eine Meliorationsanlage von 50 Morgen, hergerichtet in einer Notstandsmaßnahme, in Augenschein genommen. In Greifenstein hielt Oberregierungsrat Pferdekämpfer im Saal­bau Simon einen Vortrag über das Umlegunas- verfahren. Nach einem gemeinsamen Mittagessen besichtigten die Fahrtteilnehmer unter der orts­kundigen Führung von Pfarrer Henn die alte, sehenswerte Burgruine Greifenstein. Anschließend wurde die Fahrt nach Waldgirmes und Atzbach fortgesetzt. Im ersten Orte standen die besten Bullen des Kreises; im letzteren sprach Vermessungsrat B ö ß e bei der Besichtigung der jetzt beendeten Umlegung über deren praktische Durchführung. Die Schafherde in Niederkleen, eine Musterherde, fand viele Beachtung. Tierzuchtdirektor Dr. Tornede (Biedenkopf) sprach hier über die Notwendigkeit der Schafzucht und die Staatskredite, die zur Zeit für die Anschaffung von Schafen gegeben werden. In Hörnsheim endete die Rundfahrt. Hier hatten die Hörnsheimer noch einmal ihre Zuchten auf­

gestellt: Erstklassige Bullen, Kühe, Rinder, Ziegen. Geschäftsführer Sauer von der Viehzentrale Frank­furt machte noch Ausführungen über die genossen­schaftliche Viehoerwertung, die von Kreisobmann Langsdorf ergänzt wurden. Mit einem Gruß an den Führer wurde die anregende und sehr lehr­reiche Rundfahrt beschlossen.

* Wetzlar, 6. Juli. Für das Schuljahr 1935/36 hat der Landrat die Sommer- und Herbstferien der Volksschulen in den Landgemeinden des Kreises Wetzlar wie folgt festgesetzt: Sommerferien 22 Tage. Schulfchluß am 27. Juli 1935; Wieder­beginn am 19. August 1935. Herbstferien: 27 Tage. Schulfchluß am 20. Sept. 1935; Wieder­beginn am 17. Oktober 1935.

DNB. Wetzlar, 5. Juli. Einem Unglücks- f a l l fiel auf dem Platz des Wetzlarer Reiteroer­eins der 29jährige Erich Sarges zum Opfer. Er trainierte für das bevorstehende Herborner Reiter- Turnier. Dabei bockte das Pferd vor einer Hürde, rannte aber im letzten Augenblick los und riß die Hürde mit sich. Sarges, der als vor­züglicher Reiter bekannt war, stürzte über den Hals des Pferdes herunter. Das Pferd kam eben­falls zu Boden und stürzte auf den Reiter. Sarges trug einen schweren Schädelbruch und eine tiefe Halswunde davon und war sofort tot.

00 Rodheim a. d. Bieber, 6. Juli. Unser Dorf stand in diesen Tagen ganz im Zeichen der

1. Musterung für unsere neuerstandene Wehrmacht. War schon die Freude darüber groß, daß Rodheim wieder wie ehedem als Musterungsplatz bestimmt wurde, so ist die Freude um so größer, als schon die ersten Musterungspflichtigen erkennen ließen, daß die heutige Jugend gewillt ist, die von alters- her geübten Bräuche wieder aufleben zu lassen. Und so kamen sie denn in geschmückten Leiterwagen von Odenhausen, Wißmar, Salzböden und Launs- bad), dazu die einheimischen Gestellungspflichtigen, ferner die von Krofdorf-Gleiberg, Vetzberg, Fel­lingshausen, Crumbach und Frankenbach, sie ka­men von Erda, Ahrat, Mudersbach, Hohensolms, Königsberg, Dorlar, Atzbach und Kinzenbach. Im Gemeindehause (Kleinkinderschule u. Schwestern- station) entwickelt sich bald ein geschäftiges Treiben. In den Mittagsstunden sah man überall in den Straßen und Speisewirtschaften die angehenden Soldaten wie einst zu Großvaters Zeit reich mit Blumensträußchen und Bändern geschmückt. Sin­gende Gruppen durchzogen den Ort.

* Dutenhofen, 4. Juli. Der 62 Jahre alte Landwirt Karl A g e l von hier stürzte vom Heu­wagen und erlitt eine Schulterverletzung. Der Verunglückte mußte nach Gießen in ärztliche Behandlung gebracht werden.

kreis Biedenkopf

m. Gladenbach, 6. Juli. Der traditionelle Gladenbacher Kirschenmarkt hatte wieder viele Fremde angelockt. Auf dem Schweinemarkt waren 470 Tiere aufgetrieben, und kosteten Ferkel 19 bis 24 Mark, während für Läüferschweine 30 bis 40 Mark und für stärkere Läufer bis zu 58 Mark gezahlt wurden. Der Krammarkt hatte eine beson­ders starke Beschickung wieder nachzuweisen. Die Kirschen kosteten 40 bis 45 Pfennig. Die in der hiesigen Ortsgruppe der NSV. durchgeführte Mit- gliederwerbung brachte bis jetzt 35 Neuaufnahmen. Ein neuer Schritt im Zuchtviehhandel in Heffen-Naffau.

LPD. Frankfurt a. M., 5. Juli. Die von den Landesgruppen der Züchterverbände in Hessen-

Nassau durchgeführten Mannviehversteigerungen haben besten Erfolg gezeitigt. Nachdem nunmehr der Handel mit Bullen und Ebern einwandfrei ge­regelt und durch die Abhaltung der Mannviehver­steigerungen Züchtern wie Käufern bestmdglichst Rech- nung getragen ist, muß ein weiterer Schritt in der Unabhängigmachung unserer Bauern und Land­wirte vom nichtarischen Handel getan werden.

Die Diehoerwertungsgenossenschaften bemühen sich bereits seit längerem, die Versorgung J)er Diehhalter mit Nutzvieh sicher zu stellen. Der Erfolg ist in den Abmelkgebieten befriedigend, in den Gebieten der Landestierzucht jedoch sehr bescheiden geblieben. Insbesondere muß eine Verbesserung in der Versor- gung mit hochwertigen Zuchttieren in den anerkann­ten Rassen erreicht und dabei die Nachzucht der hei- mischen Züchter auf zweckmäßige Weise den Vieh­haltern der Landesbauernschaft nahe gebracht wer­den. Die Tierzuchtämter werden deshalb in nächster Zeit versuchen, im Anschluß an die Mannviehver­steigerungen der Landesgruppen auch weib­liche Zucht- und Nutztiere zur Versteigerung zu bringen. Der Anfang mit dieser Ein­richtung wird mit einigen Tieren der Fleckvieh- und der Lahnrasse im Anschluß an die Bullenversteige­rung in Limburg gemacht werden.

Es liegt nunmehr an den Interessenten, sich die Kaufgelegenheit nutzbar zu machen, zumal für die wertvollen Tiere Ankaufsbeihilfen des Fleckviehzucht- vereinsLahn" gegeben werden. Zeigt sich, daß auf diesem Wege der direkte Handel zwischen den Bauern angebahnt werden kann, dann kann schon heute für die am 12. September 1935 vorgesehene Mannviehversteigerung die Beschickung mit einer größeren Zahl weiblicher Tiere in Aussicht gestellt werden. Da es sich durchweg um in Nassau gezogene Tiere handelt, roirb jeder Käufer bestimmt hinsicht­lich der Bodenständigkeit und Anpassung an unsere Verhältnisse zufrieden gestellt werden. Die Versteige» rungsbedingungen bieten außerdem die Möglichkeit, etwaige Meinungsverschiedenheiten wegen Trächtig- keit usw. in einwandfreier, beiden Teilen Rechnung tragender Weise zu regeln.

G.JL-'Svovt

Der Reichssportführer zum Reichswettkampf der GA.

Berlin, 5. Juli. (DNB.) Der Reichssportführer von Tschammer und Osten hat folgende Er. klärung an die NSK. gegeben:

Der Führer hat mit der Anordnung des Reichs- Wettkampfes der SA. eine große Aufgabe für d i e Sommermonate gegeben. In dem Reichswettkampf, den die Stürme nun in den näch- ften Monaten ausfechten, nehmen die Prüfun­gen für die Leibesübungen einen breiten Raum ein.

Als Sportreferent der Obersten SA.- Führung habe ich mich stets dafür eingesetzt, daß die Leibesübungen als eines der haupt­sächlichsten Erziehungsmittel der beut, schen jungen Generation zur Heranbildung des neuen Kämpfertyps der Nation an und durch die SA. weiteste Verbreitung finden. Dieser Reichs- wettkampf ist auf dem Gebiet der Leibesübungen ein Prüfstein dafür, daß die SA. in zäher stiller Arbeit eine wertvolle Durchschnittslei- ft u n g bereits e rfe i ch t hat und in zielbewuß­ter Arbeit diese weiter entwickeln wird. Ale Reichs­sportführer und Führer des Deutschen Reichsbundes für Leibesübungen freue ich mich besonders, daß die SA. in fo vorbildlicher und systematischer Weise die Leibesübungen pflegt. Es ist eine Selbstver­ständlichkeit, daß die unter meiner Führung stehen­den deutschen Turn - und Sportvereine es als ihre Ehrenpflicht ansehen werden, in weitest­gehendem Maße der SA. ihre Anlagen und Geräte zur Durchführung dieses Reichs­wettkampfes zur Verfügung stellen. Die SA. ist es gewesen, die durch ihren kämpferi­schen Einsatz das neue Deutschland geschaffen hat, unter dessen kraftvollem Schutz die Leibesübungen einen so wunderbaren Aufschwung genommen haben. Die kameradschaftliche Hilfeleistung der deutschen Turn- und Sportgemeinde in der Durchführuna dieses Reichswettkampfes der SA. ist die beste Gelegenheit, die Verbundenheit aller Truppen und Sportler mit der SA. praktisch zu bekunden. Dieser Reichswettkampf selbst aber ist eine letzte großartige Steigerung der olympischen Vorbereitung des ganzen deutschen Volkes, die erst dann ihren besten Auftrieb erhalten wird, wenn sich der kämpferische Wille der SA. für den Erfolg der deutschen Farben einsetzt."

v. 6/amm ver irrt gegen Perry .. .

Unsere wohlbegründeten Hoffnungen auf einen deutschen Sieg im Männereinzel in Wimbledon sind zunichte geworden, und wir müssen uns damit bescheiden, daß es nach 21 Jahren endlich wieder einem Deutschen gelungen ist, überhaupt so weit zu kommen und in die Endrunde vorzubringen. Es bleibt uns der Trost, um den uns das darf keineswegs vergessen werden viele Tennisnatio­nen beneiden: von Cramm ist der zweitbeste Ten­nisspieler der Welt!

In einem mörderischen Kampf, den das 6:2, 6:4, 6:4 Fred Perrys gar nicht richtig widerspiegelt, hat der Engländer eindeutig bewiesen, daß er Nummer Eins im Welttennis ist. Den Weg hierzu konnte von Cramm ihm nicht verlegen, wohl aber so wenig leicht wie möglich machen, wenngleich es ihm nicht vergönnt war, dem Engländer einen Satz abzunehmen. Die 18 000 Zuschauer sahen in einem interessanten Kampf von Gramms Untergang, ju­belten ihremMann" zu, aber verfehlten auch nicht dem Deutschen Beifall zu spenden, wenn ihm ein guter Schlag gelang. Man spricht schon kein Ge­heimnis mehr aus, wenn man behauptet, daß von Cramm gerade gegen Perry nie feine wahre Form findet. So war es schon in Paris, und das Gleiche konnte man am Freitag auf dem Hauptplatz in Wimbledon feststellen.

Im Gemischten Doppel kämpften sich Sper­ling-Mathieu (Dänemark-Frankreich) durch einen 6:4-, 8:6-Erfolg über das belgisch-englische Paar Meulemeester-Howard ins Endspiel, wo sie auf die Engländer Stammers-James treffen. Olympisches Feuer mit flü sigem Sas.

Das Feuer, das gemäß den internationalen olympischen Regeln während der Zeit der Olympi­schen Spiele über dem Stadion brennen muß, wird bei der Berliner Olympiade durch ein Gas gespeist werden, das flüssig in Stahlllaschen komprimiert bereitgestellt wird. Die Amerikaner hatten in Los Angeles zur Speisung der Flamme ein sehr billiges

Naturgas zur Verfügung. Für Berlin ist durch eine Reihe von Proben und Berechnungen das Propan- Gas, das von der Gewerkschaft Elwerath-Deurag in Hannover im Rahmen ihrer Erdölvroduktion gewonnen wird, als der beste und wirtschaftlichste Brennstoff erwiesen. Die genannte Gewerkschaft hat sich in dankenswerter Weise bereiterklärt, die für Oie Verfeuerung voraussichtlich erforderlichen meh­reren hundert Flaschen kostenlos zur Verfügung zu stellen.

Das Gas liefert eine helleuchtende, rotgelbe Flamme mit leichtem Rauch, ohne aber Ruß zu er­zeugen. Das Feuer wird auf einem Kandelaber über dem Osteingang des Olympia-Stadions auf einer Höhe von fast 30 Meter über dem Erdboden brennen und auf eine Brennhöhe von drei bis sieben Meter bei einer Breite von zwei Meter einreguliert werden können. Es soll am Eröff­nungstage durch einen Brand entzündet werden, der 12 Tage vorher an der Geburtsstätte der Olym­pischen Spiele, nämlich im Heiligen Hain von Olympia in Griechenland entfacht und dann durch eine großartige Stafsettenorganisation von 3000 einander ablösenden Käufern mittels Fackeln durch sieben Länder hindurch den 3000 Kilometer langen Weg nach Berlin herangetragen worden ist.

Da das Olympia-Stadion auf einer Anhöhe liegt, die sich etwa 30 Meter über die durch schnitt- liche Höhe von Berlin erhebt, unö. zu der man noch die 30 Meter der Stadiontribüne und des Kandelabers hinzurechnen muß, wird die Flamme weithin über die ganze Umgegend sichtbar sein.

Deutschlands erster Olympia-Neubau eingeweiht.

Zu Beginn der diesjährigen, vom 16. bis 22. Juni abgehaltenen Kieler Woche, Deutschlands S:ößter segelsportlicher Veranstaltung, wurde das lympia-Heim der Segler eröffnet. Es ist der erste von den mehreren im Hinblick auf die Olympischen Spiele des nächsten Jahres in Angriff genommenen Neubauten, der bereits fertig geworden ist. Die Bauzeit betrug nur etwa acht Wochen.

Das Heim wird im nächsten Jahr wenn nicht alle, so doch die Mehrzahl der Segler beherbergen, die zu den Olympia-Regatten vom 4. bis 14. August mit ihren Booten nach Kiel kommen. Der Haupt­tag dieser Regatten wird Dienstag, der 11. August, fein. Hierzu kommen die Mitglieder des Jnter- nationalen Olympischen Komitees, des deutschen Olympischen Ausschusses und des Organisations­komitees sowie sonstige offizielle Persönlichkeiten in einem Schlafwagen-Sonderzug von Berlin nach Kiel herüber. Nach Abschluß der Regatten am Samstag, dem 15. August, wird den Seglern Ge­legenheit geboten, mit einem Sonderzug nach Ber­lin zu fahren, um an der Siegerfeier im Olympia- Stadion teilzunehmen.

Moderner Fünfkampf in Budapest.

Bei den Europameisterschaften im Modernen Fünfkampf in Budapest wurde am Donnerstag das Degenfechten abgewickelt. Dabei belegte den ersten Platz der Ungar Oblt. Petnehazy mit 30 Punkten vor Oblt. Orgera (Italien) mit 28 und Oblt. H a n d r i ck (Deutschland) mit 23 Punk­ten. Im Gesamtergebnis führt Oblt.. Petnehazy vor Oblt. Handrick und Oblt. Gillenstierna (Schwe­den).

Sour de France": 2. Etappe

Die zweite Etappe derTour" von Lille nach Charleville über 192 Kilometer gewann im Spurt der Franzose Charles P e l i s s i e r nach 5:32:18 Stunden Fahrzeit vor seinem Landsmann Speicher und dem Italiener Bergamaschi. Bester Deutscher war Hodey als 24. in 5:34:23 Std. vor Roth, der als 27. in gleicher Zeit einkam. Stöpel wurde in 5:39:37 Std. 35., Weckerlin in 5:42:15 Std. 38. und Kijewski in gleicher Zeit 40. Im Länderklasse­ment führt nach wie vor Belgien vor Frankreich, während Deutschland hinter Italien auf den vierten Platz zurückgefallen ist.

Kurze Sportnotizen.

Die Diamond-Sculls, das Einer-Rennen der Henley-Regatta, wird auch in diesem Jahre wie­der ein Nicht-Engländer gewinnen. In den beiden Vorschlußläufen am Freitag siegten Zavrel-Tschechei in 8:41 Min. mit l8/< Längen vor dem Engländer Winstone und Rusli-Schweiz über seinen Lands­mann Studach in 8:49 Min. Die beiden Sieger werden am Samstag den Endlaus bestreiten.