Ausgabe 
6.7.1935
 
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in Gießen, wegen Versagung der Legitimations- karte für das Kalenderjahr 1935 zum Handel mit Tabakwaren verfahren.

Deutsche Arbeitsfront,

kreiswattung Gießen.

In der Zeit von 8 bis 11 Uhr vormittags blei- ben die Dienstzimmer der Kreiswaltung der DAF. für jeglichen Personenverkehr geschlossen. Ausnah­men können in keinem Falle zugelasfen werden. Diese Regelung betrifft nicht die Derwaltungs- stelle 19.

Sprechstunden sind en täglich statt von 11 bis 13 und von 15 bis 18 Uhr. Unsere DAF.- Walter im Kreisgebiet wollen diese Anordnung unter den Mitgliedern sofort bekanntgeben.

Ortsgruppe Giehen-Ost, Licher Straße 17.

Ausschneiden und aufheben! Nach­stehend veröffentlichen wir die Namen der Zellen- Walter, die für die einzelnen Straßenzüge zuständig sind. Ebenso geben wir die Namen der Blockwalter bekannt. Wir bitten unsere Mitglieder, soweit sie nicht pünktlich kassiert werden oder sonstige Diffe­renzen bestehen, sich an die genannten DAF.-Walter zu wenden, wo sie die nötige Aufklärung erhalten und auch die Beiträge bezahlen können. Wir bitten weiterhin dringend, diesen Weg einzuhalten, da der Verkehr auf der Geschäftsstelle mit sonstigen Ange­legenheiten sehr stark ist und dort Beitrage nicht mehr entgegengenommen werden. Die Mitglieder wollen dafür sorgen, daß alle Rückstände beglichen werden, da in aller Kürze die alten Mitgliedsbücher eingezogen und neue Bücher nur ausgehändigt wer­den, wenn keinerlei Rückstände bestehen. Auch ma­chen wir ausdrücklich darauf aufmerksam, daß im­mer die richtigen Beitragssätze, die nach den Ein­kommen gestaffelt sind, geklebt werden müssen, da sonst alle Unterstützungen usw. bei Antragstellung abgelehnt werden müssen. Die DAF.-Walter werden hierüber bereitwilligst Auskunft erteilen.

Z e l l e 1: Zellenwarter: Richard Herrnbrodt, Gießen, Friedensstraße 14. Die Zelle umfaßt fol­gende Straßenzüge: Licher Straße 45 bis 106, Anneröder Weg, Doeringstraße, Memeler Straße, Posener Straße, Schlesierstraße, Danziger Straße, Alter Steinbacher Weg, Georg-Philipp-Gail-Straße. Blockwalter: Ludwig Häuser, Friedensstraße 19, Karl Balser, Friedensstraße 10, Friedrich Heusinger, Licher Straße 57.

Zelle 2: Zellenwalter: Albert Mandler, Friedensstr. 13. Die Zelle umfaßt folgende Straßen- züge: Am Kugelberg, An der Kaserne, Friedens- straße. Blockwalter: Gotthold Scheffler, Am Kugelberg 20, Friedrich Henn, Am Kugelberg 48, Wilhelm Rentmeister, Friedensstraße 29.

Zelle 3: Zellenwalter: Walter Lotz, Rod- gener Straße 4. Die Zelle umfaßt folgende Straßen- züge: Rödgener Straße, Grünberger Straße, Heyer- weg, Alter Rödger Weg, Kaiserallee 28 bis Ende, Wolfstraße 1 bis 18, Eichgärten, Schlageterstraße. Blockwalter: Ernst Martin, Kaiserallee 67.

Zelle 4: Zellenwalter: Ernst. Martin, Kaiserallee 67. Die Zelle umfaßt folgende Straßen­züge: Karl-Dogt-Straße, Landmannstraße, Licher Straße 1 bis 43, Wolfftrahe 19 bis Ende, Kaiser­allee 1 bis 27. Blockwalter: Rudolf Geller, Wolfstraße 27, Hermann Schmidt, Kaiserallee 6 H., Walter I r l e, Kaiserallee 38.

Zelle 5 : Zellenwalter: Heinrich Mack, Roon- straße 31. Die Zelle umfaßt folgende Straßenzüge: Moltkestraße, Roonstraße, Großer Steinweg, Eich­weg. Blockwalter: Hans F e g b e i t e l, Moltkestraße 28. Derselbe vertritt auch zur Zeit den Zellenwalter Mack.

Zelle 6: Zellenwalter: Albert Euler, Ludwigsplatz 3. Die Zelle umfaßt folgende Straßen- züge: Ludwigsplatz, Gartenstraße, Gutenbergstraße, Nahrungsberg, Bergstraße, Hessenstraße, Kepler­straße, Stephanstraße 1 bis 14. Blockwalter: Georg G u t j a h r, Stephanstraße 43, Julius Reitz, Am Nahrungsberg 10.

Zelle 7 : Zellenwalter: Balthasar Schmidt, Stephanstraße 18. Die Zelle umfaßt folgende Stra­ßenzüge: Stephanstraße 15 bis Ende, Henselstraße, Lefsingstraße und Gnauthstraße. Blockwalterin: Martha Katzenmayer, Lefsingstraße 18.

Die Geschäftsstelle ist geöffnet: Donnerstags von 19 bis 21 Uhr. Nur für Marken­empfang der DAF.-Walter. Anwesend: Ortsgruppen- kassenwvlter Martin Römer. Für Unterstützungen und sonstige Angelegenheiten: Freitags von 19 bis 21 Uhr. Anwesend: Ortsgruppenwalter Fritz Reitz.

Sämtliche Gießener SOer-Vereinigungen feiern ein Waldfest.

Der Arbeitseinsatz der Angestellten im 3imi

Mangel an Fachkräften.

Nachfrage bestand nach Schiffbau-Technikern sowie Schiffmaschinen-Technikern. In der Maschinenindu­strie wurden außer Konstrukteuren für Kran- und Aufzugbau, weiterhin Konstrukteure im Vorrich- tungs- und Getriebebau sowie feinmechanische Appa­ratebau gesucht. An tüchtigen Konstrukteuren für den Dieselmotorenbau trat Mangel ein. Angefor­dert wurden Abnahmeingenieure von Dampfkessel- überwachungsvereinen. Im Hoch- und Tiefbau war die Einsatzlage unverändert gut. In der Elektrotech­nik machte sich erfreulicherweise ein stärkerer Bedarf an guten Fachkräften bemerkbar. Die Einsatzmög­lichkeiten in der Textil- und chemischen Industrie blieben unverändert gering.

In der W e r k m e i st e r - Stellenvermitt­lung lagen im Werkzeug- und Maschinenbau so­wie in der Feinmechanik die meisten Anforderungen vor. Spezialkräfte wurden angefordert aus der Fahrzeug-, Stein- und Transportanlagenindustrie. An erfahrenen Kalkulatoren aus dem Waggon- und Maschinenbau bestand stärkerer Bedarf. Im Bau­fach ist die Einsatzlage besonders für Eisenbeton­poliere und Schachtmeister, sowie Poliere im Hoch- und Industriebau unverändert günstig gewesen. Mangel an geeigneten Kräften bestand im chemi­schen Apparatebau und teilweise an Färbermeistern, Steinmetzmeistern und Seifesiedemeistern. Aus dem Wasserinstallationsfach lagen größere Anforderun­gen vor. Auch im graphischen Gewerbe sowie in der Holzindustrie konnten Fachkräfte untergebracht werden.

In der Stellenvermittlung für see­männische Angestellte blieb die Einsatzmög­lichkeit unverändert gut, insbesondere für den Nach­wuchs des Deck- und Maschinendienstes. Die Ein­satzlage für umgeschulte Schisssoffiziere und -inge- nieure war zufriedenstellend.

In der Behörden - Stellenvermitt­lung ist starker Bedarf an geprüften Sparkassen­angestellten. In der Land-, F o r st - und Milch­wirtschaft hält die Nachstage nach ledigen An­gestellten an. Der Bedarf an ledigen Rechnungs­führern, Jäger-, Gärtner- und Molkereigehilfen konnte nicht mehr gedeckt werden.

beeren 15 bis 20, Johannisbeeren 20 bis 25, Erd« beeren 35 bis 45, junge Hahnen, das Pfund 90 bis 100, Suppenhühner 70 bis 80, Tauben, das Stück 45 bis 60, Nüsse 45, Eier, inländische 10, Blumen« kohl 10 bis 45, Salat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 50, Einmachgurken, das Stück 6, Oberkohlrabi 8 bis 10, Rettich 5 bis 15, Suppengrün 5 Pf-

Vornotizen.

Tageskalender für Samstag: NSG.Kraft durch Freude": 17 bis 19 Uhr, Leicht­athletik auf dem Unioersitätssportplatz am Kugel- berg. Stadttheater: 20 bis 22.15 Uhr,Zwischen Nacht und Morgen", Gastspiel mit Otto Gebühr. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße,Großreinemachen". Gießener Rudergesellschaft 1877 e. 93.: Ruder- Regatta. Turnverein 1846, Steinstraße (Oswalds- garten): 20.15 Uhr, Olympia-Werbung in der Turn­halle. Sängeroereinigung 1925, Wiefeck: 20 Uhr, lOjähriges Stiftungsfest. Reichsbund der Körper­behinderten: 20 Uhr im Hotel Hopfeld, Versamm­lung. Artillerie-Verein, Gießen: 20.30 Uhr,' Kameradschaftsabend imHessischen Hof".

Tageskalender für Sonntag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Großreinemachen", Gießener Rudergesellschaft 1877 e. 93.: Ruder- Regatta, Beginn 15.15 Uhr. Sängervereinigung 1925, Wiefeck: lOjähriges Stiftungsfest bei Gastwirt Hormann. Waldeslust am Flughafen: Konzert und Tanz. Dergschenke: 16 Uhr Künstlerkonzert.

** Polizeipersonalien. Der Hauptwacht­meister der Schutzpolizei auf Probe, Josef Schmidt in Gießen, wurde unter Berufung in das Beamten- oerhältnis zum Hauptwachtmeister der Schutzpolizei ernannt.

** Fundsachen im Monat Juni. Das Verzeichnis über die im Monat Juni gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an der An­schlagstafel im Flur der Polizeidirektion, Landgraf- Philipp-Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangs« berechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fundbüro während der Dienststunden geltend zu machen.

** Nutzholzverkauf der Stadt Gie­ßen. Das restliche Nutzholz aus der Winterfällung 1934/35 bzw. aus Windfällen im März d. I. soll auf dem Wege des schriftlichen Angebotes verkauft werden. Schriftliche Angebote sind bis zum Don­nerstag, dem 18. Juli, bei der Bürgermeisterei Gie­ßen, Stadthaus, Bergstraße, Zimmer 6, einzu­reichen. Auf die heutige Bekanntmachung fei auf­merksam gemacht.

** Der nächste Rindvieh-(Nutzvieh-) Markt findet am Dienstag, 9. Juli, der nächste Schweinemarkt am Mittwoch, 24. Juli, statt. Aus die heutige Bekanntmachung sei besonders hinge­wiesen.

** Sonntagsrückfahrkarten zum Kreisturnfest in Sinn. Für das am heu­tigen Samstag und am morgigen Sonntag in Sinn stattfindende Kreisturnfest des Kreises Lahn- Dill werden von den Strecken: AlsfeldGießen, Lich^Gießen, Lang-GönsGießen, LollarLon­dorf, BraunfelsWetzlar, GießenHaiger, Straß- ebersbachDillenburg, HerbornHartenrod und HerbornDriedorf Sonntagsrückfahrkarten ausge­geben. Die Karten gelten zur Hinfahrt vom 6. Juli, 0 Uhr, bis zum 7. Juli, 24 Uhr, zur Rückfahrt vom 6. Juli, 12 Uhr, bis 8. Juli, 24 Uhr.

** Sonntagsrückfahrkarten zum 93 r ä- miierun gs-Markt in Alsfeld. Zur Fahrt zu dem Montag, den 8. Juli, in Alsfeld ftattiin- denden Prämiierungs-Markt in Alsfeld werden Sonntagsrückfahrkarten auf den Bahnhöfen der nachstehenden Strecken ausgegeben: GießenFulda, HungenMücke, GrünbergLollar, Nieder-Ofleiden Burg- und Nieder-Gemünden, Nieder-AulaAls­feld, Nieder-Joffa Bad Salzschlirf, Gedern Lauterbach. Die Karten gelten zur Hin- und zur Rückfahrt von 0 bis 24 Uhr.

** Bellachini-Ga st spiele im Caf 6 Leib. Am Mittwoch und am Donnerstag der kom­menden Woche gibt der Zaubermeister Bellachini im Saale des Caf6 Leib Gastspiele. Aus die heu­tige Anzeige sei aufmerksam gemacht.

Von der Deutschen Arbeitsfront, Amt ür Berufserziehung, Kreisdienststelle Gießen, wird ^^DieOL?ge^des Arbeitseinsatzes für Angestellte war auch im Juni, insgesamt für das Reichsgebiet ge- sehen nach den Berichten der Stellenvermittlung der Deutschen Arbeitsfront, günstig. Der Bewerber- zugang sowohl als auch der Bewerberbestand ist gegenüber dem Vormonat gesunken. Die Zahl der ungekündigten Bewerber hat wiederum zugenom­men. Leider war die Zahl der Aufträge für Ur­laubsvertretungen sehr gering. Die Lehrstellenver- mittlung ist, zeitlich bedingt, etwas ruhiger ge­worden

In sämtlichen Verufsgruppen herrscht Mangel an Fachkräften. Die Besetzung derartiger Posten bietet oft große Schwierigkeiten. Nur durch den gut ausgebauten Reichsausgleich ist es möglich, diese zu besehen. Die Vermittlungen von über 25 Iahre allen Bewerbern haben beachtlich zu­genommen.

In der Kaufmannsgehilfen-Vermitt- lung herrscht lebhafte Nachfrage nach guten Ste- notypisten und Maschinenschreiben!. Weiterhin wur­den gute Kontoristen mit vielseitigen Kenntnissen, Buchhalter, Korrespondenten und Reisende angefor­dert. Einstellungen nahmen besonders die Metall­industrie, Autoindustrie, chemische Industrie vor. Auch der Großhandel, sowie Speditions- und Schiff­fahrts-Betriebe zeigten eine Belebung. Der Lebens­rnittel- und Eisenwarenhandel hatte starken Bedarf an tüchtigen Verkäufern und Dekorateuren.

Bei den weiblichen k a u f m ä n n i s ch e n An­ge ft e l l t e n ist der Bedarf an Stenotypistinnen sehr groß. Dadurch, daß die jungen Kräfte fehlen, ist es gelungen, ältere Bewerberinnen unterzubrin­gen. Einheitlich im Reich ist die Nachfrage nach guten Verkäuferinnen, besonders für Kleiderstoffe, Handarbeiten, Gardinen- und Haushaltsartikeln.

In der Techniker-Stellenvermitt­lung wurden in den meisten Fachgebieten insbe­sondere erste Fachkräfte gesucht, so daß teilweise Mangel an geeigneten Bewerbern eintrat. Laufende

Form zu geben. So wird sich jeder deutsche Sol­dat zu seinen gefallenen Kameraden und zur Pflicht der Heldenehrung bekennen. Bei Neuville-St. 93aaft wird ein Denkmal erwachsen, das symbolhafter Ausdruck der Treue des ganzen deutschen Volkes gegenüber feinen Helden fit.

Daten für den 8. Juli.

1838: Ferdinand Graf von Zeppelin in Konstanz geboren (gestorben 1917); 1839: der amerikanische Großindustrielle John Davison Rockefeller geboren; 1855: der Polarforscher Sir William Edward Parry in Ems gestorben (geboren 1790); 1865: der Historiker Hans Ferdinand Helmolt in Dresden geboren (gestorben 1929); 1927: der preußische General Max Hoffmann in Bad Reichenhall ge­storben (geboren 1869).

Gießener Wochenmarktpreise.

Gießen, 6. Juli. Es kosteten auf dem heu­tigen Wochenmarkte: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,40 bis 1.42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käfe, das Stück 5 bis 10, Wirsing (grün) 12 bis 15, Weißkraut 15, Gelbe Rüben, das Bündel 8 bis 10, das Pfund 15, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15 bis 20, Römischkohl 8 bis 10, Bohnen (grün), deutsche, 40 bis 45, Puff­bohnen, das Pfund 15 bis 18, Erbsen, das Pfund 15, Zuckerschoten 35, Mischgemüse 8 bis 10, To­maten 40 bis 50, Zwiebeln, das Bündel 10 bis 12, das Pfund 15 bis 18, Rhabarber 8 bis 10, Pilze 35 bis 40, Kartoffeln, alte, das Pfund 47-x, der Zentner 3,50 bis 4 Mark, neue, das Pfund 12 bis 22, Pfirsiche 50 bis 55, Himbeeren 35 bis 40, Kir­schen 35 bis 45, Heidelbeeren 35 bis 40, Stachel-

Unterstütze auch du die NS. GemeinschaftKraft durch Freude", und du hilfst mit am Aufbauwerk des Führers.

Geschäftsstelle

der NS. GemeinschaftKraft durch Freude- Gießen. Schanzenstraße 18.

Rheinfahrt am 14. Juli.

Der für den 23. Juni geplante Sonderzug an den Rhein ist, wie schon bekannt, auf den 14. Juli verlegt worden. Die Fahrt mit dem Schiff geht nun, wie ursprünglich vorgesehen, nach Bingen. Es können sich noch einige Volksgenossen melden.

Sonderzug an den Nürburgring.

Am 28. Juli findet auf dem Nürburgring das Entscheidungsrennen um den großen Preis von Deutschland statt. Die NS. - GemeinschaftKraft durch Freude" beabsichtigt, einen Sonderzug laufen zu lassen. Die Fahrtkösten einschl. Eintrittspreis betragen nur 5 Mark. Wir bitten die Kameraden, sich umgehend bei den KdF.-Warten zu melden, da­mit wir einen Ueberblick bekommen.

Arbeitslose herhören!

DAF. Das Arbeitsamt Gießen weist in einer Mitteilung an die Rechtsberatungsstelle Gie­ßen der DAF. darauf hin, daß in letzter Zeit häufig Einsprüche auftauchen, die den Arbeitslosen von bestimmten Personen geschrieben werden, die scheinbar das Aufsetzen von Beschwerden und dgl. gewerbsmäßig betreiben und schließlich noch dafür eine Gebühr erheben. So sollen z. B. verschiedene Beschwerden von einem früheren Kampfbundleiter der Eisernen Front verfaßt fein. Die Schreiben enden meistens mit der Drohung, daß die An­gelegenheit der Reichsregierung bzw. einer vor­gesetzten Dienststelle des Arbeitsamtes vorgetragen werden.

Es liegt die Gefahr nahe, daß derartige Perso­nen, die sich als Rechtsvertreter aufspielen, i$re frühere zerfetzende Tätigkeit auch jetzt noch zum

Die teutfthe Rrbcitofront V*^^n.9.=6emcinf(haftKraft öurm freute"

Gastspiel des Schumann-Theaters im Stadttheater.

Am Donnerstag, 11. Juli, gastiert das von seiner letzten Tournee in bester Erinnerung stehende Schumanntheater aus Frankfurt a. M. mit voll- kommen neuem und großem Darietöprogramm im Gießener Stadttheater. Die Preise der Plätze sind sehr niedrig gehalten, so daß es jedem Volksgenos­sen möglich sein wird, diese Vorstellung zu besuchen. Preise der Plätze sind: 0,60, 1, 1,30 und 1,50 Reichsmark. Karten sind u. a. zu haben im Vor­verkauf im Musikhaus ©ballier, Schokoladen­haus Huntemann, auf der Kreisdienststelle, Schanzenstraße 18, bei Ortswart Pg. Fritz Rich­ter, Feuerbachstratze 10, und bei sämtlichen Be­triebswarten der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude".

kdF.-Sonderzüge aus Kassel 3um Gauturnsest in Gießen.

Die NS-GemeinschaftKraft durch Freude", Gau Kurhesfen, hat die Absicht, zu dem vom 2. bis 4. August stattfindenden Gauturnfest einen ober Zwei Sonderzüge mit je 800 Teilnehmern nach Gießen zu fahren. Da diese 800 bis 1600 Teilneh­mer nicht alle in Gasthäusern untergebracht wer­den können, rechnet man stark mit der Gastfreund­lichkeit unserer Gießener Mitbürger, besonders derer, die schon an KdF.-Fahrten teilgenommen haben. Wir bitten deshalb darum, die in nächsten Tagen wegen der Quartiere vorsprechenden Volks­genossen nicht abzuweisen und für das große Sport­fest das gastliche Haus zu öffnen.

Sendet Bilder und Berichte vonkrast-durch-Freude-Fahrten".

Alle Volksgenossen, die schon an einer Fahrt Kraft durch Freude" teilgenommen haben und bei dieser Gelegenheit die Schönheit der Landschaft mit ihrem Photoapparat festhielten, bitten wir, solche Bilder für uns zur Verfügug zu stellen. Wir wollen aus dem besten Bildmaterial Diapositive Herstellen, um im Winter allen, die noch keine Gelegenheit hatten, an einerKrast-durch-Freude"-Fahrt teilzu­nehmen, zu zeigen, daß diese Fahrten eine wirklich gute und billige Erholung bedeuten. Es werden auch Stimmungsberichte und Berichte über fröhliche Er­eignisse entgegengenommen.

Nachteil der Volksgemeinschaft fortfetzen. Es be­steht kein Anlaß für Arbeitslose, sich derartiger uner­wünschter Elemente zu bedienen. Denn von der Deutschen Arbeitsfront werden feit 1. Mai 1934 Rechtsberatungsstellen unterhalten, die u. a. speziell auch für Unterstützungsfragen der Arbeitslosen zuständig sind.

Die Rechtsberatungsstellen der DAF. ierteilen Rat und Auskünfte in allen Fragen des Arbeits­und Sozialrechts, in allen Zweigen der Sozial­versicherung sowohl für die Versicherten selbst, als auch im Todesfall für die Hinterbliebenen von Versicherten. Ferner übernehmen die Rechtsbera­tungsstellen die Vertretung vor den Arbeitsgerich­ten und den Spruchinstanzen der Sozialversiche­rung. Beratungen und Vertretungen erfolgen kostenlos. Beraten und vertreten werden sämtliche Mitglieder der Arbeitsfront, Arbeitslose im gleichen Maße, wie die in Arbeit und Brot stehenden. Auch Arbeitslose, die bisher der DAF. nicht angehörten, werden betreut, wenn sie die Versicherung abgeben, daß sie der Arbeitsfront beitreten wollen.

Es besteht somit für jeden Arbeitslosen die Mög­lichkeit, sich des Rates und der Unterstützung der Rechtsberatungsstellen der DAF. zu bedienen. Glaubt ein Arbeitsloser Anlaß zu Beschwerden zu haben, dann gehe er zur nächsten Rechtsberatungsstelle der DAF. Hier wird seine Beschwerde von rechts- und sachkundigen Beamten aufgesetzt und vor den Spruchinstanzen der Sozialversicherung dann ver­treten.

Wehrmacht und Kriegsgräberfürsorge.

Vom Dolksbund Deutsche Kriegs- gräberfürforge, Kreisgruppe Gießen, wird uns geschrieben:

Am 16. März, am Vorabend des Heldengedenk­tages dieses Jahres, hat das deutsche Volk seine Wehrhoheit wiedererhalten. Unter dem 26. März hat sich der Reichskriegsminister bereiterklärt, für die Wehrmacht die Patenschaft über die größte deutsche Ehrenstätte, Neuville-St. Daast,La Mai- son Blanche", in Frankreich, auf der über 40 000 deutsche Soldaten ruhen, und über das zu errich­tende Ehrenmal in Saloniki zu übernehmen. Da­mit bekundet die junge Wehrmacht ihre tiefe Ver­pflichtung gegenüber den Leistungen der alten Ar­mee. In jährlichen freiwilligen Sammlungen am Heldengedenktag will sie die Mittel zusammentra- gen, die es dem Volksbund Deutsche Kriegsgräber­fürsorge ermöglichen sollen, auchLa Maison Blanche",dem Weißen Hause", die versöhnende

Treue, Freundschaft und gegenseitige Hilfsbereit­schaft sind die hervorragendsten Tugenden der deut­schen Nation. Diese Eigenschaften bilden die Grund­idee, die vor jetzt 43 Jahren 45 Gießener Bürger, die damals, im Jahre 1892, die 50er-93ereinigungen ins Leben riefen, leitete.

Die Sache war im Anfang so gedacht, daß nur solche Leute sich zusammenschließen möchten, die je­weils alle Jahre ihr 50. Lebensjahr vollendeten, die in Gießen geboren und zu gleicher Zeit in die Schule gegangen waren. Es sollten damals Jugend- und Schulerinnerungen ausgefrischt werden, und außerdem wollte man die Menschen wieder einmal zusammenführen, die durch Berus, Herkunft, Bil­dungsgang usw. sich gegenseitig fremd geworden waren. Der Schreiber dieses, dessen Vater bei der ersten 5Oer-Vereinigung im Vorstände beson­ders eifrig tätig war, erinnert sich noch sehr genau der damaligen gemeinsamen Feier des 50. Geburtstages dieses verhältnismäßig kleinen Kreises. Die Feier fand im Saale des alten Hotel Einhorn" statt. Seinerzeit beschränkte man sich auch nur immer auf diese eine Veranstaltung in jedem Jahr. Die Leute, die, der seinerzeitigen Mode entsprechend, durchweg Voll­bärte trugen, und deshalb schon mit 50 Jahren wie richtige Großväter aussahen, waren überaus ver­gnügt und mancher hatte seine Last, in sehr vorge­rückter Stunde den heimatlichen Hafen zu erreichen.

Es waren auch damals, wie hsute noch, alle Stände und Berufe vertreten, und es faß alles so, wie es sich gerade ergab, kunterbunt durcheinander. Menschen, die sich seit der Schulzeit nicht wieder gesehen und seitdem kein Wort mehr miteinander gewechselt hatten, kamen sich wieder näher und tauschten ihre Erinnerungen aus. Diese Einrichtung, die sich natürlich in der ganzen Stadt herumgespro- chen hatte, fand überall ungeteilten Beifall, und so kam es, daß sich alle Jahre seitdem die Gleichaltri­gen zum Zwecke der Erneuerung alter Bekannt­schaften und Freundschaften zusammenschlossen.

Mit der Zeit erweiterte sich der Kreis derjeni­gen, die sich Jahr für Jahr zusammentaten, und so kommt es, daß die Vereinigungen heute alle Män­ner umfassen, die jeweils 50 Jahre alt werden und die in Gießen leben, auch ohne daß sie in unserer Vaterstadt geboren sind. Wer das Wesen dieser Altersvereinigungen kennt, weiß, wie ungeheuer segensreich dieselben ganz im Stillen wirken. Ich kenne rührende Beispiele von Opferbereitschaft und

gegenseitiger Hilfeleistung bei unverschuldet eintre­tendem Unglück. So hat sich aus diesem Gedanken heraus mit der Zeit von Jahr zu Jahr eine Gruppe von Menschen herausgebildet, die vom wahren Geist echter Brüderlichkeit, Kameradschaft und Volksver­bundenheit beseelt und durchdrungen ist.

Kein Wunder, daß schließlich der Gedanke aus­tauchte, sämtliche Altersvereinigungen hin und wie­der zu einer gemeinsamen Feier zu versammeln. Don diesem Gedanken ausgehend, hatten sich, dessen wird sich die Bevölkerung Gießens noch erinnern, im Herbst 1933 sämtliche Altersvereinigungen im Cas6 Leib zu einem recht würdig und schön ver­laufenen Abend zusammengefunden. Die Veranstal­tung verlief so, daß damals der Entschluß gefaßt wurde, diese alles umfassenden Zusammenkünfte alle zwei Jahre zu wiederholen.

In diesem Jahr wollen die 50er nun einmal ein Daldsest abhatten, und zwar am Lud- wigsbrunnen am Fuße des Schiffenbergs, der sich wie kein anderer Platz in unserem schönen Gießener Wald für eine solche Veranstaltung eignet

Dieses Waldfest soll am Sonntag, 14. Juli, vor sich gehen.

Es hat sich ein engerer Ausschuß gebildet, in wel- chem Schreiber dieser Zeilen den Vorsitz führt, der sich seit etwa 14 Tagen tatkräftig um die Vorbe­reitungen dieser Veranstaltung bemüht. Die Begei­sterung, die alle Mitglieder des Ausschusses beseelt, läßt einen glänzenden Verlauf der Feier erwarten. Damit auch die alten 50er, deren es noch eine statt­liche Anzahl gibt, und solche, denen man einen lan­gen Fußmarsch nicht zumuten kann, teilnehmen können, sind Postautobusse bestellt, die diese Leute zum Ludwigsbrunnen und abends wieder zurück zur Stadt befördern sollen. Die jüngeren 50er, ebenso die Frauen und Kinder, soweit sie marschsähig sind, marschieren in geschlossenem Zug vom Fuldaer Bahnübergang am Schiffenberger 9Seg mit Musik und unter Voraustragung der vorhandenen beiden 50er Fahnen zum Festplatz, der selbstverständlich für die Zwecke dieser großen Veranstaltung besonders hergerichtet und mit genügend Sitzplätzen speziell für die älteren Leute, versehen wird. Der Abmarsch ist auf 14.30 Uhr festgesetzt.

Nach einer Begrüßung aller Festteilnehmer im Walde werden die Versammelten durch Konzert, Gesang, und mundartliche Vorträge (Georg H e ß), die auf unsere engere Heimat und auf unsere Vater-