fand ii. a. seine Anerkennung dadurch, daß die Theologische Fakultät der Universität Gießen ihn vor einigen Jahren zum Ehrendoktor der Theologie ernannte. Pfarrer D. Fritsch genoß aber nicht nur als Seelsorger und Vorkämpfer der evangelischen Sache, sondern auch wegen seiner hohen nationalen Gesinnung, seines liebenswürdigen Wesens, hervorragenden Charakters und seiner steten Hilfsbereitschaft gegenüber jedermann in weiten Beoölkerungskreisen größte Wertschätzung. Das Andenken an diesen vorbildlichen deutschen Mann wird allezeit in Ehren fortleben.
Aus parteiamilichenBekanntmachungen
In der NS. -Frauenschaft Gießen-Süd findet heute ein Vortrag des Pg. Dr. med. Kranz über „Erbforschung und Erbpflege" im Hörsaal der Universität um 20 Uhr statt. Der Besuch dieses Vortrages für die Frauenschaft ist Pflicht.
Amt für Dottswohlfahrt, Ortsgruppe Gießen-Süd.
Am Donnerstag, 6. Juni, und Freitag, 7. Juni, findet in der Ortsgruppe Gießen-Süd durch die NS.-Frauenschaft die Opferringsammlung (Lebensmittelsammlung) für die NS.-Volkswohl- fahrt statt. Es wird gebeten, die Lebensmittelspende (Pfundpakete) zur Abholung bereitzuhalten.
Heute zum letztenmal Ausstellung „Gießen und die Luftfahrt".
** E i n Doppel-Jubiläum. Gestern feierte Schuhmachermeister Karl M ö b u s dahier, Asterweg 59, sein 25jähriges Geschäftsjubiläum und beging gleichzeitig mit seiner Gattin das Fest der silbernen Hochzeit.
**,Jn den Ruhestand versetzt wurden: der 'Obergärtner bei den Universitätskliniken zu Gießen Heinrich Belz mit Wirkung vom 1. Juni 1935, unter Anerkennung seiner dem Reich geleisteten treuen Dienste; nach Erreichung der Altersgrenze der Strafanstaltsoberwachtmeister bei der Zellenstrafanstalt Butzbach Karl K n ö ß.
** Sterbefälle in Gießen. In der Zeit vom 16. bis 31. Mai verstarben in Gießen: 18.: Emma Müller, ohne Beruf, 73 Jahre alt, Weserstraße 20; Karl Stadler, Tapezierer, 60 Jahre alt, Horst-Wessel-Wall 10. 20.: Heinrich Schaub, Kaufmann, 43 Jahre alt, Ludwigplatz 5. 21.: Konrad Graulich, Amtsobergehilfe i. R., 70 Jahre alt, Löberstraße 7. 24.: Eva Reich, geb. Erbst, 43 Jahre alt, Diezstraße 13. 26.: Katharine Schart, geb. Volz, 49 Jahre alt, Wolkengasse 12; Heinrich Ritter, Invalide, 72 Jahre alt, Liebigstraße 16. 27.: Ida Melchier, Haushälterin, 32 Jahre alt, Memeler Straße 4; Anna Happel, geb. Waldt, 40 Jahre alt, Rodheimer Straße 42; Prof. Heinrich Fuchs, Studienrat i. R., 67 Jahre alt, Ebelstraße 17. 28.: Marie Schulte, geb. Zörb, 29 Jahre alt, Roon- straße 8. 29.: Anna Maria Katharine Siegler, geb. Jung, Wwe., 63 Jahre alt, Schillerstraße 16. 31.: Hans Walter Stratemann, 20 Jahre alt, Wartweg 10.
** Die Gießener Geldinstitute am P f i n g st d i e n s t a g geschlossen. In unserem heutigen Anzeigenteil geben die Gießener Geldinstitute bekannt, daß ihre Geschäftsräume am Pfingstdienstag geschlossen sind, am Pfingst- samstag aber in üblicher Weise geöffnet bleiben. Man beachte die Anzeige.
** Die Verbrauchergenossenschaft Gießen besuchte am letzten Sonntag — wie man uns berichtet — mittels Sonderzugs mit weit über 1000 Mitgliedern die Betriebe des Reichsbundes der deutschen Verbrauchergenossenschaften in Mannheim. lieber das Gesehene, wie Mühle, Teig-, Malz- kaffee- und Zichorienfabrik, sprachen sich Die Mitglieder sehr befriedigend aus. Ein besonderes Lob erhielt die Sauberkeit, die in diesen Betrieben herrscht. Werbeberater M e i st e r (Heidelberg) begrüßte die Mitglieder und forderte sie auf, auch in Zukunft treu zur Genossenschaft zu stehen. Alles, was sie gesehen hätten, sei ihr Werk. Ein Vorstandsmitglied hieß die Mitglieder im Auftrag der 23er- brauchergenossenschaft Gießen herzlich willkommen und dankte für die zahlreiche Beteiligung. Am Nachmittag brachte der Sonderzug die Mitglieder nach dem schönen Heidelberg, wo eine Besichtigung des Schlosses stattfand. Vielen wird dieser Besuch eine bleibende Erinnerung sein, zumal der größte Teil bisher noch nicht Gelegenheit hatte, dieses schöne Stückchen deutscher Heimat zu sehen. Am Abend brachte der Sonderzug die Teilnehmer in froher Stimmung wieder in die Heimat.
die in 26 Reihen in unser Volk hinausgehen, rech, nen kann.
Schulrat Nebeling dankte unter dem Beifall der Zuhörer dem Redner für seine Darbietungen und zeichnete noch die Bedeutung der Olympiade nicht nur von der sportlichen, sondern auch von der wirtschaftlichen Seite aus.
In der Tagung wurden noch die in den hessischen Schulen zur Durchführung geplanten
Mannschaftsspiele
vorgeführt. Schülerinnen des Lyzeums mit ihrer Turnlehrerin, Frl. Jaeger, spielten den vorge- schriebenen Grenzball, Schüler der höheren Prioat- schule, mit Studienassessor Fontius als Leiter, das neue Fußschlagballspiel. Ferner zeigte eine Klasse der Oberrealschule mit demselben Leiter Bo. denturnen, eine Gruppe Lehrerinnen aus der Ar- beitsgemeinschaft für körperliche Erziehung Körper, schulen und Turnen am Pferd und einige Lehrer, ebenfalls aus der Arbeitsgemeinschaft für körper, liche Erziehung, Körperschulen.
Kreisobmann Schulrat Nebeling schloß mit Dankesworten an alle Mitwirkenden und einem warmen Aufruf, die Segnungen des Turnens und Sportes auch dem eigenen Körper zu Gute körn- men zu lassen, die Kreisversammlung, die im Gelöbnis der Treue zu Führer und Volk ausklang.
Die Tagung war umrahmt von Vorträgen des Orchesters des NSLB. und gemeinsam gesungenen Liedern der nationalsozialistischen Bewegung.
Kreisversammlung des AELB.
Die im Saale des Caf6 Leib von der Flieger- Ortsgruppe Gießen hergerichtete Ausstellung „Gießen und die Luftfahrt", in der eine große Anzahl interessanter Bilder aus der Entwicklung der Luftfahrt-Förderung in Gießen gezeigt wird, geht am heutigen Donnerstag abend zu Ende. Um auch den werktätigen Volksgenossen, die tagsüber durch ihre Berufspflicht an dem Besuch der Ausstellung verhindert find, Gelegenheit zur Besichtigung der interessanten Bilderschau zu geben, bleibt die Ausstellung am heutigen Donnerstag bis 20 Uhr geöffnet.
Vornotizen.
— Tageskalender für Donnerstag: NS.-G. „Kraft durch Freude", 20 Uhr, im Stadttheater, Kdbarett der Komiker. — NS.-G. „Kraft durch Freude", 20 bis 21.30 Uhr, Vortrag, Professor Zwick: „Tierseuchenbekämpfung durch Tierseuchenforschung". — NS.-G. „Kraft durch Freude", 20 bis 21 Uhr, Gymnastik und Spiele, 21 bis 22 Uhr, Gymnastik und Spiele nur für Frauen im Lyzeum, Dammstraße. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das Mädchen Johanna". — Im Cqfe Leib Ausstellung „Gießen und die Luftfahrt", bis 20 Uhr geöffnet. — Oberhessischer Kunstverein (Turmhaus am Brandplatz), 16 bis 17 Uhr, Ausstellung Christian Rohlfs-Hagen.
— Oberhefsifcher K u n st o e r e i n. Die Jahres-Mitgliederversammlung findet am Mittwoch, 12. Juni, statt. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich.
Gießener Dochenmarkkpreife.
* Gießen, 6. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutter 1,40 bis 1,42, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 9, Wirsing (grün), das Pfund 15 bis 18, Weißkraut 18 bis 20, Gelbe Rüben, Bündel 15 bis 20, alte, das Pfund 25, Rote Rüben 10 bis 12, Spinat 15, Römischkohl 15, Bohnen (grün) 45, Suppenspargel 30, Spargel III 40, II 50, I 55, Erbsen 30 bis 35, Mischgemüse 15, Tomaten 55 bis 60, Zwiebeln 20, Schwarzwurzeln 30 bis 45, Rhabarber 10 bis 12, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,50 bis 4 Mark, neue, das Pfund 20 Pf., Aepfel, 70, Kirschen 70, Nüsse 45 bis 60, Zwetschenhonig 40 bis 45, Blumenkohl, das Stück 50, 60, 70, Salat 10 bis 15, Salatgurken 40 bis 50, Oberkohlrabi 15 bis 18, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 50, Rettich 10 bis 15, Bündel 20, Radieschen 7 bis 10 Pf.
Der NS-Lehrerbund Kreis Gießen hielt gestern nachmittag in der Turnhalle der neuen Pestalozzifchule eine K r e i s v e r f a m m l u n g ab.
Kreisobmann Schulrat Nebeling begrüßte die Versammlung und führte u. a., aus, daß diese Kreisversammlung ganz unter die Gedanken „Sport und Turnen" gestellt sei. Die Zeit, in der wir heute leben, sei eine Zeit des Wiederauferstehens unseres Volkes. Allenthalben, in der Stellung nach außen, wie im Leben innerhalb unseres Volkes, mache sich der Wiederaufstieg Deutschlands bemerkbar. Dieses Emporarbeiten könne aber nur dann von dauerndem Bestand sein, wenn die Arbeit an Volk und Vaterland von gesunden und starken Menschen getragen werde. Die Schule sei in besonderem Maße dazu berufen, durch die Pflege von Turnen und Sport ein gesundes Geschlecht zu erziehen. Während die von der hessischen Regierung ausgeschriebenen Mannschaftskämpfe den Spielbetrieb in den Schulen fordern sollten, solle das „Deutsche Jugendfest" am 22. und 23. Juni mit seinen Wettkampfübungen der Pflege des Turnens und Sportes dienen. Schulrat Nebeling berichtete weiter über die Ausgestaltung des Deutschen I u g e n d f e st e s. Die näheren Bestimmungen über das Fest sind bereits im „Gießener Anzeiger" veröffentlicht worden. Er gab ferner noch einiges über die Mannschaftskämpfe bekannt. Wichtig für alle Schulen fei, so sagte er, daß sich alle Lehrer mit allen Kräften für das gute Gelingen und den reibungslosen Verlauf der Veranstaltungen einsetzen.
Im Anschluß gab Turnlehrer Mohr (Gießen) noch Auskunft über Einzelheiten der Mannschaftskämpfe, deren Austragung bis nach den Sommerferien zurückgestellt sei.
Turnlehrer Mohr
hielt dann einen Vortrag über die Olympiade 1936 in Berlin. Einleitend schilderte er Geschichte, Sinn und Zweck der olympischen Spiele und führte u. a. aus, daß die ersten olympischen Spiele in Griechenland im Jahre 776 vor Christi Geburt durchgeführt wurden. Als ihr Schöpfer gelte Herakles. Die Spiele fanden alle vier Jahre statt. Dem Sieger winkte der
schlichte Kranz von Blättern des wilden Oelbaumes. Die olympischen Spiele waren ein Fest der Gotter, und deshalb ohne Gottesdienst und Opfer nicht denkbar. Das höchste Ziel, das die Spiele verfolgten, war, Körper und Geist in gleicher Weise auszubilden. Mit dem Niedergang des Griechentums verschwanden auch die Spiele, und Turnen und Sport wurde später nur noch von Athleten ausgeübt. Deutschen Forschern ist es zu verdanken, daß die Spiele wieder gefunden wurden und die Uebungen auflebten. Als im Jahre 1896 die erste Welt-Olympiade stattfand, wurde sie in dem neu errichteten Stadion in Athen durchgeführt. Als Ort der zweiten Welt-Olympiade wählte man Paris. Fm Jahre 1916 sollte in Berlin die Olympiade abgehalten werden, dies unterblieb jedoch infolge des Weltkrieges. Nach dem Kriege fanden die Olympiaden 1920 in Antwerpen und 1924 in Paris statt, an denen aber Deutsche nicht teilnahmen. Erst 1928 in Amsterdam und 1932 in Amerika beteiligten sich auch wieder deutsche Turner und Sportler an den olympischen Spielen.
Zur Olympiade in Berlin werden nun schon seit Monaten gewaltige Vorbereitungen getroffen. Erst dem Nationalsozialismus war es Vorbehalten, Bläne von nie geahnter Möglichkeit in die Tat umzusetzen. Die Schirmherrschaft hat unser Führer, der ja schon öfters fein starkes Interesse für den Sport bekundete, übernommen. Sämtliche fünf Erdteile werden durch ihre Teilnehmer in Berlin vertreten sein. Die deutschen Turn- und Spvrtverbände sind mit großem Eifer am Werk, um Teilnehmer mit Erfolg zur Olympiade zu senden. Am 1. August 1936 wird die Glocke, die die Inschrift trägt „Ich rufe die Jugend der Welt", die Eröffnung der Olympiade einläuten. Die Wettkämpfe werden zwischen 2. und 16. August ausgetragen. Die Olympiade wird den ausländischen Teilnehmern die Wahrheit über das neue Deutschland kundtun, und viele werden, von den Schönheiten unseres Landes entzückt, mit einer ganz anderen Meinung über unser Land und Volk heimkehren. Es ist nun Pflicht jedes Deutschen, nach Kräften am Gelingen der Olympiade mitzuarbeiten. Zur Mitarbeit für eine gute Sache gehört bekanntlich auch das Opfer, zu denen man auch den Kauf der Olympiawerbehefte,
Große Strafkammer Gießen.
Die Kammer begab sich am Dienstag nach Hom. berg, um dort gegen den Karl Wilhelm Georg Stumpf aus Kirtorf wegen Verleitung zum Meineid zu verhandeln. Der Angeklagte schrieb am 19. Juni 1933 an den Willi Krug in Erbenhausen einen Brief, in dem er diesen aufforberte, bei einem am 21. Juni 1933 vor dem Amtsgericht in Homberg stattfindenden Termin wissentlich unter Eid falsche Angaben zu machen. Der Angeklagte wurde deshalb seinerzeit zu 2 Jahren Zuchthaus verurteilt. Nachdem dieses Urteil rechtskräftig geworden war, bewirkte der Angeklagte ein Wiederaufnahmever- fahren, indem er ganz neue Tatsachen vorbrachte insofern, als angeblich sein Vater den fraglichen Brief geschrieben haben sollte. Die Beweisaufnahme ergab jedoch nichts für die Richtigkeit dieser Be- Häuptling. Gegen 21.30 Uhr verkündete das Gericht das Urteil, nach dem gegen den Angeklagten auf 1 Jahr 4 Monate Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 5 Jahren erkannt wurde. Außerdem wurde gegen ihn Haftbefehl erlassen.
Erholungswerk des deutschen Volkes.
Rund 14000 Kinder
im Gau Hessen in Gaststellen.
Frankfurt a. M., 5. Mai. (LPD.) Däs Amt für Volkswohlfahrt Gau Hessen-Nassau teilt mit: 21m 4. Ium sind innerhalb des Gaues Hessen-Nassau wiederum weit über 3000 Kinder in Er - 1) olung verschickt worden, nachdem am 3.Juni CIP Transport ab Mainz nach Schleswig-Holstein mit über 700 Kindern abgefahren ist. Nunmehr bat der Gau Hessen-Nassau einschließlich der Kinder,
CREME: 15 Pf.-RM 1.00 / ÖL: 35 P1.-RM 120
KAM vakemstdu mich, Barbara?
Roman von Liane Sanden.
Urheberrechtschutz: Fünf-Türme-Derlag, Halle (S.) 3 Fortsetzung Nachdruck verboten!
Wie bitter hatte er sich getäuscht! Barbara von Stechow schien vergessen zu haben, daß er einst hier gleichberechtigt im Hause verkehrt hatte. Sie sah in ihm weiter nichts als den Angestellten und ließ ihn das von Anfang an fühlen. Hätte er mit einem Wort sich verraten, hätte sie seine Liebe zu ihm irgendwie tzespürt, dann hätte er diese eisige Zurückhaltung vielleicht begriffen. Denn er konnte ia vicht erwarten, daß sie seine Gefühle irgendwie erwiderte. Daß sie ihn aber so geringschätzig behandelte, nur weil er bei ihr in Lohn und Brot war, das war eine herbe Enttäuschung.
Wie em eisiger Reif fiel ihre Kälte auf sein leidenschaftliches Empfinden für sie. Ihr Bild, das er so schon und klar in seinem Herzen trug, wurde wm durch diesen Hochmut gemindert. Beinah hatte er gewünscht, daß er nicht anders wie dienstlich mit ihr zu tun hätte. Aber eine gewisse gesellschaftliche Beziehung ließ sich nicht vermeiden. Es gab eine alte Tradition, die in sämtlichen deutschen Familien hochqehalten wurde. An jedem Sonntag aßen die höheren Angestellten des Gutes am Tisch der Gutsherrschaft. Diese Tradition hatte Barbara von Stechow sofort nach dem Tode ihres Mannes wieder ausgenommen. Sie hatte beim Dienstantritt Eckehards ihn kurz davon unterrichtet und gesagt:
„Ich bitte, daß Sie mit Rücksicht auf die hergebrachte Sitte neben Herrn Oberinspektor Roke sch Sonntagmittag bei mir speisen."
Er hatte sich stumm verbeugt. Zuerst war bei Barbaras Worten etwas wie heiße Freude in ihm aufgebrochen, doch sie schwand so schnell, wie sie gekommen war. Barbara hatte ja ausdrücklich auf die althergebrachte Sitte hingewiesen. Nur aus diesem Grunde würdigte sie ihn, an ihrem Tisch zu erscheinen.
Bon diesem Tage an hatte Eckehard mit eiserner Energie versucht, in Barbara nichts anderes zu sehen als die Gutsherrin. Im Verkehr mit ihr gelang ihm das auch. Aber jetzt, wie er so dasah und sie anschaute, die im Tanz an ihm oor- uberglitt, war fein Herz voll Sehnsucht und Kummer.
5. Kapitel.
„Na, Herr von Mackenroth, so nachdenklich?" klang eine spöttische Stimme hinter ihm. Er wandte sich um. Der junge Graf Josef Bannosch war aus einem der Zimmer herausgekommen und stand nun neben ihm.
Eckehards schlechte Laune wurde durch die Be» g'egnung mit Bannosch nicht gebessert. Er war früher viel mit Bannosch und Stechow im Reit- klub zusammen gewesen, damals, als seine Eltern noch das Gut hier an der Grenze besessen. Bannosch war ein tollkühner und erfolgreicher Reiter. Daneben aber ein Spieler und Frauenjäger. So sehr Eckehard die Reitkunst Bannoschs bewundert hatte, so stieß ihn immer wieder sein Wesen ab. Bannosch gehörte zu den Männern, die sich in Gegenwart von Frauen der Gesellschaft der liebenswürdigsten Ritterlichkeit befleißigten. Aber in Herrengesellschaft war er einer von denjenigen, denen kein Witz frei genug war. Es war im Reit- Uub eine Art und Weise eingerissen, sogar über die Damen der Gesellschaft zu sprechen, die Eckehard empörte. Er war so erzogen, daß er auch heute noch in einer Frau ein Ideal sah, das man nicht mit zynischen Worten erniedrigte.
Es war einmal zu einem harten Zusammenstoß zwischen ihm, Bannosch und Stechow gekommen. Denn auch Stechow hatte im Herrenkreise leicht vergessen, was er der Würde der Frauen schuldig war. Hätten sich nicht einige Klubkameraden ms jmittel gelegt, so wäre es wohl zwischen Bannosch und Eckehard damals zu einem Zweikamp gekommen.
Eckehard und Bannosch hatten sich dann aus den Augen verloren. Bannosch lebte lange in Paris. Eckehard hatte nach dem Gutsverkauf feiner ^“crn keine Fühlung mehr mit den Kreisen hier aufrechterhalten.
?o§.?onnosch tat jetzt, als wäre zwischen ihm und Eckehard niemals etwas gewesen. Er streckte ihm liebenswürdig die Hand entgegen. Zögernd 'chlug. Mackenroth ein. Josef Bannoschs Gesicht war immer noch das gleiche. Mackenroth fand, er sah aus wie ein liebenswürdiger Windhund: Aro» gertenschlank; mit feiner durchtrainierten .Keiterfigur in dem tadellosen Frack war er das
männlicher Eleganz. Wären nicht um feinen Mund die Zuge schon ein wenig schlaff gewesen, können ° S G’nen fä®nen Mann bezeichnen
mar begreiflich, daß Josef Bannosch alle Mädchen- und Frauenherzen zuflogen. Nur Ecke- Hard wußte, daß hinter der bestrickenden Aeußer- lichkeit ein unzuverlässiger Charakter steckte, der keiner Illusionen und keines Glaubens fähig war.
Ä ^hört, Sie haben scheußliches Pech arfeI!r0 $a' la' man hat's nicht leicht letzt. Ich muß mich auch gewaltig einrichten."
Eckehard lächelte bitter. Man wußte, wie Graf Josef Bannosch sich einrichten mußte! Seine Verwandten, die Tschewnicks, hatten einen Narren an Mem einzigen Neffen gefressen. Sie gaben von ihren ungeheuren Einkünften aus den Braun- ^hlenwerken für den leichtsinnigen Lebenswandel Bannoschs ungeheure Summen.
Bannosch schien Eckehards schweigende Abwehr nicht zu bemerken.
„Hätten es klüger anfangen müssen, Mackenroth", meinte er vertraulich. „Sie hätten sich durch eine reiche Heirat rangieren müssen."
Eisig erwiderte Eckehard:
„Das würde mir nicht liegen, Graf. Ich würde mich schämen, einer Frau unter solchen Voraussetzungen von Liebe zu sprechen!"
Graf Joses Bannosch schnippte nachlässig die Asche von seiner Zigarette in den Aschenbecher auf dem kleinen Tisch.
„Große Worte! Wenn man ein einigermaßen netter Kerl ist, kann es sich jede Frau nur zur Ehre rechnen, wenn man sich um ihretwillen lebenslange Ehefesseln auferlegt."
/-Diese Auffassung teile ich nicht, Graf Bannosch. Für mich ist eine Frau etwas so Hochstehendes, daß ich mich nicht als ihr überlegen ansehen kann."
Er hatte es sehr scharf gesagt. Joses Bannosch verstand. Ein ironisches Lächeln spielte um feine üppigen Sippen.
„Es kommt immer daraus an, um wen es sich handelt, mein lieber Mackenroth. Ihre gesamte gesellschaftliche Situation hat sich ja gegen früher gewaltig verschoben. In Ihrer jetzigen Stellung kann ich es begreifen, daß Sie zaghafter geworden sind. Hätten es sich eher überlegen müssen, mein Lieber. Dann wären Sie heute vielleicht etwas anderes als Inspektor bei unserer schönen jungen Wirtin. Aber ich bin Ihnen nicht böse. Wirklich nicht. Hatte früher manchmal die Idee, daß Sie mir bei gewissen Leuten ins Gehege kommen könnten. Nun ist das wohl nicht mehr möglich."
Er schaute mit einem bezeichnenden Blick hinüber zu Barbara, die gerade mit einem Tänzer von der Seite her den Saal betrat. Eckehard sah ihn drohend an, als wollte er Bannosch geradeswegs an die Kehle springen.
Der hielt es für geraten, schnell in einer Gruppe Herren unterzutauchen, die dort am Eingang zum Rauchzimmer standen. Josef Bannosch kannte die Zornanfälle des sonst so ruhigen Mackenroth. Er hatte ja damals im Klub eine Probe davon bekommen. Aber er hatte erreicht, was er wollte. Er hatte Eckehard deutlich zu verstehen gegeben, baß ein Versuch Eckehards, sich Barbara von Ste- chow zu nähern, geradezu lächerlich sein würde.
Eckehard war voll tiefster Erregung. Hatte dieser Josef Bannosch seinen Plan immer noch nicht aufgegeben? Das durfte nicht sein. Diesem Mann durfte Barbara nicht anheimfallen — diesem nicht. Barbara tanzte jetzt an Eckehard vorbei. Ihre schlanke Gestalt in dem weißen Seidenkleid lehnte weich und doch zurückhaltend in dem Arm ihres Tänzers. Mit Gewalt riß sich Eckehard von seinen Gedanken los. Es ging nicht, daß er hier den ftemernen Gast spielte. Er benahm sich geradezu unhöflich gegen seine Tischnachbarin. Wie verloren
die Kleine neben ihm saß! Nein, er durfte sie nicht so schlecht behandeln.
„Wollen wir nicht tanzen?" Es kam so plötzlich Un ct,Leina^ ^^9, daß Magdalena zusammenschrak.
„Ich glaube, ich kann nicht tanzen", meinte sie ganz schüchtern. Ihr wurde plötzlich eng bei dem Gedanken, Mackenroth so nahe zu sein.
Wonnen", sagte er herrisch. Er stand auf. Erschrocken erhob sie sich gleichfalls. Sein Blick bannte sie geradezu.
Schon standen sie beide auf dem glänzenden Parkett des Saales. Er hatte sie in feine Arme gezogen, sie glitten im Takt des Tages dahin.
Eckehard wußte selbst nicht, was ihn dazu be- roogen hatte, die kleine Magdalena Gerwig plötzlich aufzufordern. Er hatte ja gar keine Lust zu tanzen, da er es mit der einen nicht durfte. Aber es war etwas wie Trotz in ihm aufgestiegen. Barbara hatte feinen sehnsüchtigen Blick ja gemerkt. 2ßte sie den Kopf fortgewandt hatte mit einem hoch, mutig vereisten Gesicht, war es ihm Beweis ge» wesen: sie hatte sein Anstarren wie eine lästige Ungehörigkeit empfunden. Sie sollte nicht denken, daß er um ihre Freundlichkeit bettelte. Sie sollte nicht denken, daß er sie liebte, sie nicht und Josef Bannosch nicht. Der schaute beobachtend zu ihnen herüber. Ein wilder Trotz stieg in Eckehard auf. Tor, der er war! Immer wieder von etwas zu träumen, was niemals fein konnte! War er schon unglücklich, so wollte er wenigstens nicht lächerlich wirken! '
Gerade glitt Barbara, weiß und schmal, am Arm 'hres Tänzers an ihm vorüber. Da faßte er die Ueine, zarte Gestalt Magdalenas fester. Warum wollte er nicht auch versuchen, was taufend Menschen taten, eine unglückliche Liebe durch einen Flirt zu übertäuben?
Barbara von Stechow war ja schließlich nicht die einzige Frau der Welt. Es mußte doch gelingen, fein Herz von ihr loszulofen. Seit dem Zusammen- bruch der elterlichen Existenz hatte feine Energie ipm ja über so vieles hinweggeholfen. Ein ganzes Leben hatte er sich neu formen müssen. Sollte er m diesem einen Punkte versagen? Diese kleine Magdalena Gerwig war ein süßes, reizendes Ge- schopfchen. Jeder Mann mußte glücklich fein, einen so fernen, lieben Menschen leben sich zu haben. Sicherlich, sie war sanft und fügsam, nicht hochmütig und auf ihre Stellung pochend wie Barbara von Stechow. Vielleicht konnte man in einem kleinen Flirt mit dieser Magdalena Gerwig feinen eigenen Kummer etwas vergessen. Und doch, eine innere Stimme mahnte ihn. Er hatte noch nie im Leben leichtsinnig eine Liebelei angefangen. Selbst bas einfachste Mädchen hatte ihm dazu zu hoch gestanden. Und Magdalena war ein Mädchen feiner Kreise. Aber da sah er wieder Barbaras Gesicht, es stieg wieder in ihm auf wie maßloser Trotz. Er mußte sich irgendwie befreien.
(Fortsetzung folgt!)
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