Ausgabe 
6.6.1935
 
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Von Zrih Heinz JRetmefd)

Es muß die Zeit kommen, in der es keinen Reichsdeutschen mehr gibt, der achselzuckend an der VDA.-Arbelt oorbeigeht und erklärt, das Deutsch­tum im Ausland gehe ihn nichts an. So wie sich der Deutsche mit der Lehre Adolf Hitlers ausein- andefsetzen muß, will er sich nicht außerhalb der Nation stellen, so muß sich jeder Deutsche darüber klar werden, daß Deutschtum sich nicht mit den Grenzen des Deutschen Reiches deckt, vielmehr daß nur der seine Leistung als vollwertiger Deutscher vollbringt, der sich mit in die Reihen der Volks­genossen stellt, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, alle Kräfte unseres Volkes zu einem gro­ßen Ganzen zu verbinden, also den dritten Teil des Deutschtums, der jenseits der Grenzen lebt, seelisch mit dem Binnendeutschtum zu verknüpfen.

Wenn wir uns diese Aufgabe stellen, so tun wir damit nichts, was mitImperialismus" zu tun hat, nichts, was uns mit anderen Völkern in Konflikt bringen kann, nichts was gegen die Thesen des Na­tionalsozialismus verstößt. Die Polen und Magyaren, die Litauer, Letten und Esten, die Schweden wie die Tschechen, die Südslawen, Rumänen und Italiener haben alle große Volksbünde, deren Aufgabe die gleiche ist, wie die, die sich der VDA. gestellt hat. Nicht um andern Volkstümern zu schaden, sondern um dem eigenen zu nützen, ist Zweck solcher Verbände. Es sei dahingestellt, ob andere Völker mit denselben friedlichen Mitteln ar­beiten, wie der VDA. als der große Volkstumsver­band des deutschen Volkes. Eines ist sicher und in Hunderten von Dokumenten nachweisbar, daß die Grundgedanken, die der Führer in seiner Reichs- tagsrede am 21. Mai aussprach, nämlichEs ist weder unser Wunsch noch unsere Absicht, fremden Volksteilen das Volkstum, die Sprache oder die Kultur wegzunehmen, um ihnen dafür eine fremde deutsche aufzuzwingen" das sanktioniert, was der VDA. seit 55 Jahren tut, nämlich seinerseits dafür Sorge zu tragen, daß keine deutsche Volksgruppe innerhalb fremden Volkstums um seine deutsche Art, Sprache und Gesittung gebracht wird.

Dreißig Millionen deutscher Volksgenossen leben jenseits der Grenzen, von diesen rund vier­zehn Millionen in der Verstreuung, während sechzehn Millionen zum geschlossenen deutschen Sprachblock Mitteleuropas gehören, jedoch teils seit längerer Zeit, teils seit 1919 staatlich vom Reich getrennt sind, obwohl sie alle einmal Teile des Rei­ches waren. Da wir mit diesen Menschen eines Blutes sind, mit ihnen dieselbe Sprache sprechen und dieselben Lieder singen, so haben wir ein An­recht darauf, mit ihnen zu verkehren, sie brüderlich zu lieben, eins zu sein mit ihnen in gleicher Liebe zum Deutschtum.

Dem Deutschtum feindliche Zeitungen behaupten, die Tagung des VDA. zu Pfingsten in Königsberg seieine Verherrlichung des deut­schen Dranges nach dem Osten" odereine Revanche- Tagung". Der VDA. hat nichts mit derlei imperia­listischen Sachen zu tun. Er hat in den 55 Jahren seines Bestandes immer nur die Lebensrechte des Deutschtums verfochten, nie versucht, ein fremdes Volkstum zu unterdrücken, nie einen Kampf gegen fremdsprachige Schulen geführt, nie versucht, Fami­lien- und Ortsnamen zu enteignen, nie fremden Volkstümern Grund und Boden fortgenommen, überhaupt sich keiner Handlung unterzogen, die aggressiv gegen ein anderes Volkstum gerichtet war. Denn die Männer und Frauen, die in ihm arbeiten, haben eine viel zu tiefe Liebe für ihr eigenes Volkstum, als daß sie Menschen anderen Volkstums um die Gottesgabe des ihrigen zu betrügen ver­suchten.

In den 55 Jahren seiner Geschichte aber hat der VDA. in seiner Eigenschaft als Schulverein Tausende von Schulen und Kindergärten im be­drohten Grenz- und Auslandsdeutschtum errichtet, unterstützt und unterhalten, Tausende auslands­deutscher Studenten hat er studieren lassen und da­mit nicht nur dem Auslandsdeutschtum, sondern auch allen anderen Völkern genützt. In tausend­facher Weise hat der VDA. alle möglichen Kultur­einrichtungen deutschen Volkstums gefördert und er hat nicht zuletzt durch den persönlichen Verkehr von Mensch zu Mensch die Verbindung zwischen Aus­landsdeutschtum und Mutterland außerordentlich ge­fördert. Er hat nie etwas getan, was das Tages­licht zu scheuen hätte, er hat immer i n b e r f r i e b= lichsten Weise gearbeitet auch in einer Zeit, ba bas Reich mächtig war, nie imperialistisch ge­bucht.

Deshalb verbient er bie Mitarbeit aller Deutschen. Wenn er in diesem Jahr nach dem O st e n, nach Königsberg, Marienburg, nach Tan­nenberg geht, so deshalb, um einerseits der Volksabstimmungen zu gedenken, die vor 15 Jahren stattfanden, um das Land zu grüßen, dessen Volkstum aus allen deutschen Stäm­men erwuchs, um seinen toten Ehrenvorsitzenden den Feldmarschall von Hindenburg zu ehren, der seit 1917 sein Schirmherr war und um das na­tionalsozialistische Aufbauwerk in Ostpreußen tat­kräftig zu fördern. Zehntausende seiner Mitglieder, aufs beste im Laufe der letzten Monate geschult, sol­len deutsches Grenzland im Osten kennen und lieben lernen. Man hat sich früher nicht be­müht, den Osten zu lieben, deshalb fehlt es ihm so oft an Verständnis. Erst wenn das ganze Deutsch­tum die Schönheiten der Samländischen Küste, die Reize der Kurischen Nehrung, die Unendlichkeit der ostpreußischen Wälder und die nordische Herbheit seiner Seen, die ragenden gotischen Backsteinbauten aus vergangener Ritterzeit und die vollsaftige Mensch­lichkeit seiner urkräftigen Bewohner lieben lernt, wird sich Ostpreußen nicht mehr vereinsamt Vor­kommen.

Die Jungscharen des VDA. wollen sich Ostpreu­ßen in Liebe erobern in diesen Pfingsttagen und das ganze Deutschland soll mit ihnen das Volks­deutsche Bekenntnis mitsprechen uns allen zum Heil!

Potemkinsche Dörfer.

Hinter den Kulissen des sowjetrussischen Paradieses.

Paris, 5. Juni. (DNB.) Eine Französin, Fräu- lein Suzanne Bertillon, hat einer Bezirks- Vereinigung für das Frauenstimmrecht in Paris über eine Studienreise Bericht erstattet, die sieaus Snobismus" nach Sowjetrußland unternommen hatte. Sie war Mitglied einer Reise­gesellschaft, die sich nicht mit dem amtlich Gebote­nen begnügen, sondern den Dingen auf den Grund gehen wollte. Die Reise wurde in her 3. Wagenklasse zurückgelegt. Fräulein Bertil­lon wies darauf hin, daß sie und ihre Mitreisenden iich nicht mit den begeisterten Schilderungen amt­licher Reiseführer abspeisen ließen, sondern ihr Ur­teil auf Grund eigener Beobachtungen bildeten. Nur ein Blinder, so berichtete sie, könne

Schafft Spiel- und Sportplätze für die deutsche Jugend!

Aufruf der Reichsregierung zum Deutschen Zugendfest 1935.

Berlin, 5. Juni. (DRB.) Zum Deukschen Jugendfesl 1935 ergeht folgender Ausruf:

Zum dritten Male tritt die junge deutsche Ration am Tag der Sonnenwende zum Deutschen Jugend- fest 1935 an.

Wiederum stellt sie sich am 22. und 23. Juni bei sportlichem Kampf und frohem Spiel unter die Gesetze der Zucht, Ritterlichkeit und Kameradschaft. Der Einzelmehrkampf als Leistungsprüfung und der Wann- fchaftsmehrkampf der Hitlerjugend stehen im Mittelpunkt der diesjährigen und zukünftigen Kämpfe und werden dazu beitragen, diese Tugen­den in jedem Iugendgenossen stark werden zu lassen.

Am Abend des 23. Juni wird das Deutsche Ju­gendfest 1935 in Sonnenwendfeiern aus- klingen. Angesichts der lodernden Feuer wird sich die junge deutsche Mannschaft ihrem Führer und ihrem Volk erneut feierlich ver­pflichten. Der Jugendführer des Deutschen Rei­ches und der Reichssportführer haben die vorberei­tenden Arbeiten ausgenommen.

Das Jahr 1935 muß uns Aufschluß über den Stand der körperlichen Leistungs- fähigkeit und damit eines wichtigen Bestand­

teiles der rassischen Tüchtigkeit eines jeden gesunden deutschen Jungens und Mädels im Alter von 10 bis 18 Jahren bringen. Auch das letzte kleine Dorf darf sich nicht von dieser großen Lei­stungsprüfung 1935, die schon im Zeichen der Olympischen Spiele steht, ausschließen.

Mehr denn je braucht deshalb unsere Jugend Stätten zu ihrer Ertüchtigung und Erholung. Daher rufen wir gleichzeitig zur Schaffung von Sportplätzen auf mit der eindringlichen Forderung:

Schafft Spiel- und Sportplätze für die deutsche Jugend!" Deutsche Jugend an den Start!

Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda, (gez.) Dr. Goebbels.

Der Reichs- und Preußische Minister des Innern, (gez.) Frick.

Der Reichs- und Preußische Minister für Wissen­schaft, Erziehung und Volksbildung, (gez.) B. R u st.

Der Jugendführer des Deutschen Reiches, (gez.) Baldur von Schirach.

Der Reichssportführer, (gez.) von Tschammer.

Die Kurve der Arbeitslosigkeit hart an der Zwei-Millionen-Grenze.

Der tiefste Stand des Jahres 1934 bereits unterschritten.

Berlin, 5. Juni (DNB.) Wie das Institut für Konjunkturforschung in feinem neuesten Wochen­bericht ausführt, sind für bie Entwicklung ber Ar­beitslosigkeit unb Beschäftigung gegenwärtig brei Punkte entscheibenb:

1. Der Bebarf ber Wirtschaft an A r - beitskräften nimmt in ber großen Linie gesehen weiter zu.

2. Das Tempo, in bem bie Beschäftigungkon­junkturell" wächst, sich sich verlangsamt. Das hat zur Folge, baß sich bie Einflüsse ber Jahreszeit auf ben Gang ber Beschäftigung im Gegensatz zu ber Entwicklung vor einem Jahr wieder stärker auswirken.

3. Von bem stattlichen Jahrgang Iugeüb­licher, bie bas erwerbstätige Alter erreicht haben, war in ben letzten Monaten ein erheblicher Teil in Lehrstellen unb sonstigen Arbeits­plätzen unterzubringen.

Ende April 1935 waren bei ben Arbeitsämtern 2,23 Millionen Arbeitslose gemelbet. In ber Zwi­schenzeit hat bie Arbeitslosigkeit zweifellos weiter abgenommen. Mit 2,23 Millionen ist bie Ar­beitslosigkeit um runb 375 000 niebriger als vor einem Jahr unb um nicht weniger als runb 3 Millionen geringer a l s vor zwei Jahren. Berücksichtigt man, baß jetzt bie Arbeitslosen bes Saarlanbes (53 000) in ben Neichszahlen mitenthalten finb, so ergibt sich, baß bie Arbeitslosenkurve ben niebrigften

Stanb bes Jahres 1934 bereits wie­der um 88 000 unterschritten hat. Hält der Rückgang der Arbeitslosigkeit im bisherigen Tempo weiter an, so wird aller Voraussicht nach die 2 - M i l l i o n e n - G r e n z e bald wieder unterschritten werden.

Ende April war mit 16,15 Millionen Beschäftigten der winterliche Einbruch wieder ausgeglichen. Das Ansteigen über das Niveau vom Herbst 1934 hinaus ist das untrüglichste Zeichen dafür, daß auch in den zurückliegenden Monaten, in denen die Saison­bewegung das Bild verschleiert hatte, die Kon­junkturkurve der Beschäftigung wei­ter zugenommen hat. Freilich ist das Tempo der Belebung gegenwärtig langsamer als vor einem Jahr, als die großen A r h e i t s - beschaffungsprog ramme die Beschäftigung sprunghaft anwachsen ließen. Jetzt, da bie damaligen Programme zum größten Teile abgeschlossen sind, kann die Beschästigungssteigerung sich nur noch in ruhigen Bahnen vollziehen. Die Zunahme der Gesamtbeschäftigung wird gegenwärtig ganz von der regulären Beschäftigung ge­tragen. Konjunkturell führend ist die I n d u st r i e, wenn auch im Winter die übrigen witterungs­abhängigen Teile der Wirtschaft, vor allem die Landwirtschaft, den Umfang ber Beschäftigung be­einflußt haben. Die Jnbustrie beschäftigt gegen­wärtig runb 8 Millionen Arbeiter. Danach ist ber Stanb vom Herbst v. I. roieber überschritten.

Die zweite ReichstheatersestwoKe in Hamburg.

Eine programmatische Rede des Reichsdramaturgen Dr. Schtoeffer in Berlin.

Vor Vertretern ber Presse sprach in Berlin Reichsbrarnaturg Dr. S ch l o e s s e r über bie Reichstheaterfe st woche in Hamburg vom 16. bis 23. Juni 1935. Er wies barauf hin, daß bie Reichstheaterfestwoche unter ber Schirm­herrschaft von Reichsminister Dr. Goebbels stehe, ber baburch beweist, daß er seine Aufgabe nicht nur in der Betreuung der Theater sehe, son­dern daß auch sein ganz besonderes Interesse und seine Leidenschaft dem deutschen Theater gehöre. Die Reichsfestwoche sei weiterhin ein Beweis der Verbundenheit dos neuen nationalsozialistischen Staates mit der Kultur unb bem kulturellen Leben überhaupt.

Der nationalsozialistische Staat wisse, bah bas Theater feit Jahrhunberten nicht nur ein Be­dürfnis unseres Volkes fei, sondern auch der vornehmste Ausdruck feiner Weltanschauung und seines Wesens, eines der wichtigsten In­strumente zur Durchführung seines weltanschau­lichen Willens.

Auf ber ersten Reichstheaterfestwoche in Dresben im Jahre 1934 habe Reichsminister Dr. Goeb­bels bie neuen Aufgaben bes beutfdjen Theaters in einer grunblegenben großen Rebe festgelegt. Die Reichstheaterwoche in Hamburg solle wie bie seinerzeitige in Dresben ben Hoch - ft a n b ber beutschen Theaterkultur unter Beweis stellen. Geplant sei, biefe Reichstheater­festwochen jährlich jeweils in einer anberen beut« schon Stabt abzuhalten, in ber ja zumeist boben« ftänbiges Theater bestehe.

Für die Verlegung der diesjährigen Reichs­theaterfestwoche nach Hamburg fei maßgebend gewesen, daß diese Stabt neben ihren wirt­

schaftlichen Belangen auch sichtbare kulturelle Belange habe. Hamburg gelte als deutsches ' Tor zur Welt in wirtschaftlicher Hinsicht, es sei aber auch zugleich der erste Berühungs- punkt, an dem die meisten Ausländer mit deut­scher Kultur zusammenträfen. Aus diesem Grunde werde in der Festwoche besonders das gegeben, was dem Ausländer am leichtesten verständlich und zumeist auch schon vertraut sei: fünf deutsche Opern aus dem deutschen Opernschaffen, die dem Ausland als Ausdruck deutschen Wesens gelten, aus der deutschen

Romantik.

Die Opernvorstellungen werben umfassen:Orpheus unb Eurybice" von Gluck,Lohengrin" unb bie Meistersinger" von Richard Wagner, benFrei­schütz" unb bieFlebermaus". Im Staatlichen Schauspielhaus wirbAmphitryon" von Heinrich v. K l e i st,Heinrich ber Hohenstaufe" von Diet­rich Eckart aufgeführt, im ThaliatheaterEin ^beliebiger Mensch" gleichfalls von Dietrich Eckart. Die Theaterfestwoche zeigt also, baß be- fonbers ber nationalsozialistische Dichter herausge- stcllt werben soll.

Auf einer großen Kunbgebung ber Reichstheater­kammer in ber Hamburger Musikhalle am Montag, 17 Juni, nachmittags, auf ber sämtliche Theater- feifnr, bie Vertreter ber Genossenschaft beutscher BühnenanAhöriger, ber Bühnenverlegervereini­gung, bes Fachausschusses ber Theaterkritiker, ber Bühnenschriftsteller unb Komponisten, ber Presse, ber zustänbigen Partei- unb Dienststellen usw. zu-- gegen fein werben, wirb Reichsminister Dr. Goeb­bels sprechen.

übersehen, baß Rußlanb von Narben bis ©üben i n schrecklich stem Elenb lebe; nur in ßeningrab unb Moskau seien für ausländische Besucher P a - rabe stücke aufgebaut. In anberen Stäbten be­gegne man ausgehungerten, schlechtge- kleideten, ungewaschenen Phanto­men. Auch sie unb ihre Mitreisenben hätten bei ihrer Fahrt mehrmals Hunger gelitten. Fräulein Bertillon wies auch auf Besprechungen mit Georgiern unb Ukrainern hin unb beren wil­den Haß gegen S o w j e t r u ß l a n b , bas sie versklave. Sie schloß mit ber Bitte, alle mögen sich Zusammenschlüßen, um sämtliche geistigen Kräfte in Frankreich gegen bie Drohung bes Kommunismus einzusetzen.

LloydGeorgerüstetfürdenWahlfeldzug

Lonbon, 5. Juni. (DNB.) Lloyb George wirb voraussichtlich an die Spitze eines wahlpropaganbi- stischen Felbzugesfür Friebe unb Arbeit^ treten, falls fein Krijenprogramm vom engli­schen Kabinett a b g e l e h n t werben sollte.News

Chronicle" melbet, baß ber Felbzug ursprünglich von ben englischen Freikirchen a u s ge­gangen sei, bie Lloyb George eingelaben hätten, bei ber Herbeiführung eines nationalen Erwachens in moralischen Fragen mitzuwirken. Die Bewegung werbe jeboch einen politischen Charakter annehmen unb, falls Lloyb George mitwirke, werbe sein Arbeitsbeschaffungsprogramm bie Grunblage ber Bewegung werben. Eine neue Partei solle nicht geschaffen werben, jeboch sei man bestrebt, bie liberale Partei Sir Herbert Samuels unb bie übrigen liberalen Splitterorganisationen heranzuziehen.

Die Kaserne ber irischen Bürgerwehr in Kil- borrery (Grafschaft Cork) würbe in ben frühen Mor- genftunben bes Dienstag von bewaffneten Männern angegriffen unb beschossen. Die Kugeln zertrümmerten mehrere Fenster, ver­letzten jeboch niemanben. Gleichzeitig würben sämt­liche Telegraphen- unb Fernsprechbrähte in bem Be­zirk burchschnitten.

Eine Erklärung des Kardinalerzbischofs Bertram.

Breslau, 5. Juni. (DNB.) Karbinalerzbifchof Bertram veröffentlicht folgende Erklärung:

1. Es wirb festgestellt, baß bie Versehlun- gen gegen ben Staat unb bie Volks­gemeinschaft auch von kirchlicher Seite auf bas ernsteste verurteilt werben. Diese Mißbilligung wirb jetzt nochmals ohne j e b e Einschränkung wiederholt.

2. Die kirchlichen Behörden werden in pflicht­gemäßer Ausübung ihres Amtes nach rechtskräfti­gem Abschluß der Strafprozesse ihrerseits das kanonische Verfahren einleiten.

3. Es war und ist nicht die Absicht ber Erklärung bes erzbischöflichen Ordinariats Breslau gegen bie bisherigen Urteile Stellung zu nehmen ober gar irgenbwelche Anschul­digungen gegen bie beutsche Rechts­pflege zu erheben. Die beutsche Rechtspflege hat den klaren Trennungsstrich zwischen ber katholischen Kirche unb ben katholischen Orden einer­seits und ben einzelnen Angeklagten andererseits gezogen. In dieser Auffassung weiß ich mich einig mit ben übrigen bischöflichen Behörben.

21. Karb. Bertram.

Schutzhast

für unsozialen Betriebssichrer.

Wilhelmshaven, 5. Juni. (DNB.) Der Ver­leger besWilhelmshavener Kurier", 21. H e n - n i n g, hat sich im Laufe der letzten Jahre viele Verstöße gegen das Gesetz zur Ord­nung bernationalen Arbeit unbgegen das Schriftleitergesetz zuschulden kommen lassen. Als er die berechtigten Wünsche des Amtes Schönheit der Arbeit" und des Staatlichen Ge­werbeaufsichtsamtes nicht nur unbeachtet ließ, son­dern durch falsche Protokolle usw. abbiegen wollte, setzte sich ein Vertreter des AmtesSchönheit der 2lrbeit" mit ber Angelegenheit in einer öffentlichen Tagung ber Vertrauensmänner aller Jabestäbtischen Betriebe auseinanber, in ber er bas Verhalten bes Zeitungsverlegers als unsozial geißelte. Ein hierüber imKurier" veröffentliche,: objektiver B e- richt veranlaßte ben Betriebsführer zur fofo r - tigen Beurlaubung zweier Schriftlei, ter, währenb eine Verlagsangestellte entlassen wurde unb brei weitere Rebaktivnsangestellte m i t Künbigung bebroht würben. Diese Vvrgänae erregten in ber Bevölkerung größtes A u f - sehen unb Aergernis, so baß die Polizei die S ch u tz h a f t über diesen Betriebsführer zur Siche­rung seiner eigenen Person verhängen mußte.

Polizeibeamte im Braunhemd.

B e r 1 i n , 5. Juni. (DNB.) Der Reichs- unb preu­ßische Minister bes Innern hat bie Voraussetzungen festgeleot, unter benen Mitgliebern ber NSDAP, innerhalb ber uniformier­ten Polizei bie Befugnis eingeräumt wirb, b e i feierlichen Parteiveranstaltungen bas Braunhernb anzulegen. Dieses Recht steht nur ben Beamten zu, bie vor bem 30. Januar 1933 ber Partei ober einer ihrer Glie­derungen angehört haben. Der Reichs- unb preußische Minister bes Innern ersucht bie nach- georbneten Stellen um Aufstellung einer Liste ber Beamten, auf bie biefe Voraussetzungen zutreffen, unb bie sich befonbere hervorragenbe Verbienste um die nationalsozialistische Bewegung erworben haben.

Steuerbefreiung für neuerlichste Kleinwohnungen und Eigenheime

Berlin, 5. Juni. (DNB.) Das Reichs­finanzministerium teilt mit: Für neuerrich­tete Kleinwohnungen und Eigenheime kann Steuer­befreiung nach den maßgebenden Vorschriften nur bann gewährt werben, wenn die nutzbare Wohn­fläche bestimmte Größen nicht über- (leigt. Diese Vorschriften sind bindend unb müssen unbedingt eingehalten werben. Alle Volksgenossen, die einen Neubau errichten und Steuerbefreiung in Anspruch nehmen wollen, müssen sich rechtzeitig darüber vergewissern, daß die Wohnfläche das zulässige Maß nicht Übersteigt. Wer irgendwelche Zweifel hat, tut gut daran, den Antrag auf Anerkennung ber Steuerbefreiung b e - reits vor Errichtung bes Neubaues beim Finanzamt zu stellen, bamit etwaige Bean- ftanbunaen nach berücksichtigt werben können. Der Einwand, daß bie zulässige Größe aus Un­kenntnis ber gesetzlichen Vorschriften überschrit­ten worben sei ober baß man sich auf den Archi­tekten verlassen habe, kann keine Ausnahme rechtfertigen. Erteilt das Finanzamt vor Errichtung bes Neubaues auf ©runb ber ein- gereichten Unterlagen einen Anerkennungs­besch e i b , so ist sorgfältig barauf zu achten, daß bei ber Ausführung des Baues keine zlenbe- r u n g e n vorgenommen werden, die die ©teuer- befreiunq hinfällig machen. Sollten sich bei der Nachprüfung solche Verstöße ergeben, so muß die Anerkennung unweigerlich zurückgenommen werden.

Kunst und Wissenschaft.

Erstaufführung des Hänbel-Festoratoriums im Berliner Sportpalast.

Einen würdigen Abschluß des deutschen Händel- estes im Rahmen der Berliner Kunstwoche unb )er deutschen Bach-Händel-Schütz-Feier 1935 bilbete bie von ber Reichsmusikkammer mit Unterstützung des Gaues Groß-Berlin der NSDAP, im Berliner Sportpalast veranstaltete Erstaufführung des Fe ft oratoriurns von Georg Fried­rich Händel, das Professor Dr. Fritz Stein ür die Aufführung eingerichtet hat. In der Mitte )es ersten Ranges war eine Jnterimsorgel aufge­legt worden. Etwa 1300 Sänger und Sängerin­nen aus neun großen Berliner Chören, darunter der Berliner Lehrergesangverein, die Berliner Lie­dertafel, der Bruno Kittelsche Chor, der Hochschul­chor und der Ercksche gemischte Chor, wirkten mit. Das Berliner Philharmonische Orchester war durch das Hochschulorchester verstärkt. Die einzigartige Aufführung, der stärkster Beifall zuteil wurde, stand unter Leitung von Professor Dr. Fritz Stein. Dem Konzert wohnten u. a. Vertreter von Reichs­und Staatsbehörden, der Partei unb ber Wehr­macht bei.

Kleine politische Nachrichten.

Der österreichische Staatssekretär für Unterricht, Dr. Pernter, erklärte bei ber Beratung des neuen Hochschulgefetzes im Staatsrat, daß bei aller Anerkennung der wissenschaftlichen Leistun­gen doch gesagt werden müsse, daß leider vielfach nicht ber richtige Gebrauch von ber Freiheit ber Lehre an ben Hochschulen ge­macht werbe. Diele Hochschullehrer versuchten, der