Ausgabe 
6.5.1935
 
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SJL-tfpoit

GerAe-Rannschastskamps in Großen-Linden

Das 1. Gaufest des RsL. und seine Vorbereitung

(Sitte wichtige Versammlung. Oie Mitwirkung der Sportorganisationen. Das Saufest, ein Hochfest vaterländischer Gesinnung.

Spielhandlung litt sehr wesentlich darunter. Es kamen keine Kombinationszüge zustande, die das Spiel hätten flüssiger gestalten können. Zwar kamen die Gäste immer wieder in gefährliche Tor­nähe, zu Erfolgen vermochte, der schwache Gäste­sturm in der ersten Halbzeit aber nicht zu kommen. Eine Ueberraschung bildete das Führungstor der Gießener. Kaps nahm einen Ball sehr schön aus der Luft auf und lenkte ihn in die linke untere Ecke. Der Tormann war darauf nicht gefaßt und

Für den Samstag sei u. a. eine feierliche Weihe st unde vorgesehen, in deren Rahmen die Dietarbeit Ausdruck finden werde.

Der Sonntag sei ganz dem Reichsbund für Leibesübungen in seiner Gesamt­heit vorbehalten. Es werde ein Schau­turnen stattfinden, daß in weitester Fassung zu denken sei. Ferner solle der Sonntag die wir­kungsvollsten Endkämpfen in den einzelnen Diszi­plinen, die Staffelentscheidungen usw. bringen.

Siegerehrung und Treueschwur zu Führer und Vaterland werden den Ausklanq des Festes dar­stellen. Zum Abschluß dieser Ausführungen wies Gauoberturnwart Paul darauf hin, daß das Gaufest unter allen Umständen als ein Fest des Reichsbundes für Leibesübungen durchgeführt werde. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Stadt Gießen alle mögliche Unterstützung zugesagt habe.

Die Beteiligung der Fachämter.

In gedrängter Ueberschau gab der Redner dann bekannt, in welchem Ausmaß und in welcher Form

Rach Wiederbeginn haben die Hiesigen umgestellt, eine Maßnahme, die sich nicht bewährte. Weiterhin sind die Hiesigen im Angriff. Sczponik geht von der Mittellinie ab durch, überläuft die gegnerische Deckungsreihe und schießt aus vollem Lauf das schönste Tor des Tages. Dann nimmt der Hombur­ger Tormann dem Gießener Halblinken den Ball vom Kopf und verhütet damit ein sicheres Tor. Jetzt kommt der Umschwung. Der Gießener Mittelläufer fällt dem Tempo zum Opfer und gerät ins Schwim­men. Hierdurch hat die gegnerische Läuferreihe Zeit zum Aufbau und Angriff auf Angriff rollt gegen das hiesige Tor. Als der Homburger Mittelläufer einen Strafstoß an die Latte schießt, war das Glück auf feiten der Hiesigen. Wieder hat der Halblinke Schwarz umgangen und kann den Ball zu dem frei­stehenden Halbrechten leiten, der den Ball nur noch einzudrücken braucht. Die Gäste sind auf 3:2 heran­gekommen. Für kurze Zeit flackert noch einmal der Kampfgeist der Hiesigen auf um dann endgültig den Gästen das Kommando zu überlassen. Ein gro­ßer Schnitzer von Schwarz gestattete den Gästen den Ausgleich.

VfB.R. II. Kinzenbach I 5:1 (1:1).

Die zweite Mannschaft konnte erst in der zweiten Halbzeit, nachdem sie in der ersten ein ziemlich plan­loses Spiel gespielt hatte, zu ihrer gewohnten Form auflaufen und einen sicheren Sieg erringen.

Vfv.-R.IN Gröningen I 2:0 (1:0).

Die Hiesigen hatten in diesem Spiele ihren Geg­ner sehr unterschätzt, und lieferten, als nicht alles so klappte, wie es wollte, das schlechteste Spiel, das man bis jetzt von der Elf sah.

VsB.-R. 2. 3gk Kinzenbach 1. 3gd. Id.

treffet entgegensetzen konnten.

VfD.-Reichsbahn Gießen.

VfB.-R. 1 Reichsbahn Bad Homburg I 3:3 (2:1).

Wenn auch die Hiesigen in diesem Spiele eine Stunde lang überlegen waren und zeitweise sogar die Gäste einschnürten, so haben diese doch das Unent- chieden verdient. Sie verstanden es in der letzten halben Stunde, die vollkommen auseinanderfallen­den Gießener zu überspielen. Die Hiesigen spielten eine Stunde lang in einer Form, wie wir sie von der Mannschaft lange nicht gesehen haben. Beson­ders der Sturm zeigte sehr gutes Verständnis. Die Mannschaft hat sich stark verbessert und hielt nur der Nervenprobe nicht stand.

Der Spielverlauf: Die hiesigen haben An­stoß und schon schießt Wlodareck dem gegnerischen Tormann in die Hände. Dann ist der gegnerische Linksaußen durch, sein flacher Paß kommt zum Halblinken, der zwei Gegner täuscht und das erste Tor, das Janz unbedingt hätte halten müssen, er­zielt. Im Gegenangriff setzt sich der Mittelstürmer der Hiesigen erfolgreich durch, seinen Schuß kann der Tormann nur noch ins eigene Tor lenken. Der Ausgleich ist erzielt. Die Hiesigen sind jetzt drückend überlegen. Janz rettet beim plötzlichen Vorstoß der Gäste zusammen mit Lehrmund in letzter Sekunde. Mit einer Vorlage von Knaus läuft der hiesige Linksaußen seinen Bewachern davon, gibt uneigen­nützig zu dem besserstehenden Erben, der die 2:1- Führung durch einen unhaltbaren Schuß in die äußerste rechte Ecke erzielt. Halbzeit!

Gestern sand in der Turnhalle zu Großen-Linden der dritte und damit letzte Geräte-Mannschafts- kampf der Turnvereine Lollar, Wieseck und Großen- Linden statt. Der sehr gute Besuch bewies das In­teresse, das dem Geräteturnen in Großen-Linden und bei den Nachbargemeinden entgegengebracht wird. Als besonderer Anziehungspunkt kann noch angesehen werden, daß sich hier Mannschaften im edlen Wettstreit gegenüberstanden, die zu den besten des Turnkreises Lahn-Dill zählen. Der Vereins- sichrer des Turnvereins Großen-Linden, Dr. Römer, begrüßte die Erschienenen und sprach über die Bedeutung der Geräte-Mannschaftskämpfe. Er hob hervor, daß hierbei auch der beste Einzel­turner nicht den Sieg erringen könne, wenn nicht auch der weniger gute Turner genüge. Mit einem Treueschwur zu Führer und Vaterland schloß Dr. Römer seine Ansprache und übergab die Lei­tung des Kampfes dem Kreisoberturnwart Schü­ler-Wetzlar. Dieser gab zunächst bekannt, daß ein Turner vom Turnverein Lollar wegen Verletzung nicht antreten könne und daher von den beiden anderen Mannschaften der Turner mit niedrigster Punktzahl bei der Gesamtwertung ausscheiden müsse.

Aufstiegspiele in Nordhessen.

Durch einen glücklichen 1:0- (0:0=) Sieg über den bisherigen Tabellenzweiten SV. Wetzlar 05 sicherte ich der Führer der Tabelle, SV. Bad-Nauheim, mit drei Punkten Vorsprung die Spitze. Da sich Alemannia Niederbrechen und der SV. Klein-Stein- Heim unentschieden 2:2 (0:1) trennten, wurden Wetzlar und Klein-Steinheim punktgleich und auf Grund des besseren Torverhältnisses nimmt nun Klein-Steinheim den zweiten Rang in der Tabelle ein.

Oie Kämpfe

um die deutsche Handballmeisterschast.

Gruppe 1: Magdeburg: PSD. Magdeburg Greif Stettin 23:1 (10:0); Berlin: PSD. Berlin MSD. Vischofsburg 14:8 (6:3).

Gruppe 2: Fürth: Spvgg. Fürth CT. Kas­sel 8:8 (3:3); Leipzig: Spfr. Leipzig PSD. Oppeln 9:8 (6:5).

Gruppe 3: Hannover: Pol. Hannover SV. Waldhof 3:5 (1:3); Siegbg.-M.: TV. Siegbd.-Mülld. Tbd. Göppingen 11:5 (6:2).

Gruppe 4. Darmstadt: Darmstadt 98 MSV. Minden 5:8 (2:5); Mülheim: Ras. Mülheim Pol. Hamburg 12:8 (6:5).

HandballergebniffeimKreisLahn-Oill.

Gauklasse: Wetzlar Turu Kassel 7:2.

Aufstiegspiele in der 2. Kreisklasser MTV. Gießen Turnverein Katzenfurt 11:4 (6:3); Turnverein Dorlar Burg-Gemünden 8:4 (3:3).

Freundschaftsspiele: Turnverein Wiß­mar Turnverein Londorf 3:1 (3:1); Ruttershau­sen Jugend MTV. Gießen Jugend 5:17 (3:9); Staufenberg Treis a. d. Lda. II 17:1; Turnver­ein Treis I 1900 Gießen kombiniert 6:6 (3:5); Turnverein Albach Turnverein Grüningen 11:6 (6:3).

Blitzturnier in Münchholzhausen: ^.-Klassen-Sieger: Dornholzhausen; 6-Klassen-Sie« gerr Turnverein Allendors a. d. Lahn.

Die Ergebnisse. ;

100 Meter: 1. Hill (G.) 11,8 Sek.; 2.Kermer j (W.) 11,9; 3. Scharf (G.) 12,2; 4. Werner C&j 12,3.

200 Meter: 1. Hill (G.) 23,9 Sek.; 2. Kermer (W.) 24,4; 3. Louis (W.) 25,2; 4. Bepperling (G.) 25 2

400 Meter: 1. Bepperling (G.) 53,3 Sek.; 2. Ketter (W.) 54,3; 3. Louis (W.) 55,0; 4. Peters (G.) 56,8.

800 Meter: 1. Peters (G.) 2:07,5 Min.; 2. Baumstieger (G.) 2:08,2; 3. Ketter (W.) 2:12,6; 4. Schwertel (W.) 2:18,4.

1500 Meter: 1. Maxeiner (G.) 4:29,8 Min.; 2. Schwertel (W.) 4:38,6; 3. Sobezak (G.) 4:39,6; 4. Hensen (W.) 4:41.

3000 Meter: 1. F. Reidel (G.) 9:13,6 Min.; 2. H. Reidel (G.) 9:16,9; 3. Schranke! (W.) 9:53,4; 4. Goßmann (W.) 10:36.

4X100-Meter-Staffel: 1. Gießen 46,1 Sek.; 2. Weilburg 46,2.

Weitsprung: 1. Kermer (W.) 6,44 Meter; 2. Acker (G.) 6,28; 3. Bungart (G.) 5,89; 4. Werner (W.) 5,76.

Hochsprung: 1. Beyer (G.) 1,62 Meter; 2. Acker (G.) 1,59; 3. Werner (W.) 1,53; 4. Heinen (W.) 1,53.

Stabhochsprung: 1. Jung (G.) 3,30 Meter; 2. Werner (W.) 3 Meter.

Diskuswerfen: 1. Kilo (G.) 41,35 Meter; 2. Acker (G.) 39,54; 3. Kermer (W.) 38,92; 4. Pfeif­fer (W.) 32,45.

Speerwerfen: 1. Kermer (W.) 49,45 Meter; 2. Gitter (W.) 48,30; 3. Felsing (G.) 41,90; 4. Reb- scher (G.) 40,80.

Kugelstoßen: 1. Rebscher (G.) 12,43 Meter; 2. Kilo (G.) 12,12; 3. Werner (W.) 12; 4. Pfeiffer ( H a m m erwerfen : 1- Puffer. (W.) 26,63 Meter; 2. Werner (W.) 24,66; 3. Birkenstock (G.) 20,10; 4. Rebscher (G.).

19001 -Olympia^ Frankfurt I 2:1 (1:0).

Das Spiel, das man am gestrigen Sonntag auf dem Sportplatz der Spielvereinigung 1900 zu sehen bekam, konnte nicht voll befriedigen. Erstens be­gann es mit einer dreiviertelstündigen Verspä­tung, die das Publikum in Anbetracht des schonen Wetters jedoch nicht Übelzunehmen schien. Zwei­tens spielten beide Mannschaften sehr unter ihrer Form. Die Mannschaft der Spieloereinigung 1900 zeigte längst nicht das, was man am Sonntag vo^ her zu sehen bekam. Die Mannschaft fand sich fast während des ganzen Spieles nicht und der Sturm vergab die sichersten Chancen. Die Vertei­digung arbeitete zwar sehr sicher und gut, hatte aber auch häufig das Glück zur Seite. In der Läu­ferreihe war Heilmann wieder einmal sehr gut und eifrig. Er war es wesentlich, der den Sturm immer wieder nach vorne riß.

Die Spielvereinigung trat mit folgender Elf an: Schmidt; Zeiler, Livpert; Monk, Heilmann, Hein- bach; Wilhelmi, Schmelz, Birkenbiel, Horz, Kaps.

Der RsL. werde seine Kräfte in den Tagen vom 2. bis 4. August zu einer eindrucksvollen Werbung sammeln. Das 1. Gaufest solle ein Hochfest vater­ländischer Gesinnung werden.

Die Durchführung sei der Turnerschast übertra­gen, weil man ihre Erfahrung und vorbildliche Form der Festorganisation neidlos anerkennen müsse. Das Gaufest solle ein Fest aller Sportler werden.

Man werde peinlich darauf bedacht fein, das Fest nicht als ein Gau turn fest anklingen zu lassen.

Deshalb müßten alle Vereine Mitwirken. Jeder Verein könne mitwirken und zum Gelingen bei­tragen. Die Vereine müßten aber auch gewillt sein, das Fest zu einer großen völkisch-vaterlän­dischen Sache zu machen.

Gauoberturnwart Paul, Gießen referierte sodann als technischer Leiter des Gau- festes über die F e st g e st a l t u n g. Er betonte jedoch, daß das, was er vorzutragen habe, durch­aus nicht endgültigen Charakter trage, sondern das Festprogramm lediglich in grobem Rahmen dar- stelle. Das 1. Gaufest solle der Wegbereiter für andere Feste dieser Art sein. Die Vereine des VfL. würden zu beweisen haben, daß sie die Auf­gabe mit Energie anpacken. Eine Anzahl Fach­ämter habe sich begeistert zur Mitarbeit bereit er­klärt.

Zum Gaufest soll die gesamte Turn- und Sportbewegung geeint auf den plan treten.

Das Fest gliedere sich in Arbeitsveranstaltungen und in Festveranstaltungen.

Der Donnerstag (1. August) werde letzte vorbe­reitende Sitzungen bringen. Der Freitag, (2. August) sei der Durchführung der Einzelwettkämpfe, der Samstag der Durchführung der Mann­schaftskämpfe vorbehalten. Am Freitagabend finde die feierliche Eröffnung auf Oswaldsgarten statt, an die sich nach einem gemeinsamen Marsch zur Volkshalle ein Begrüßungsabend anschließe.

mußte den Ball passieren lassen. Die Frankfurter gingen daraufhin mächtiger ins Zeug, aber auch jetzt, trotz zeitweise überlegenem und bruckvollerem Spiel, konnten sie nichts Zählbares erreichen. Ge­gen Ende der ersten Halbzeit gestaltete sich das Spiel spannender. Die Hiesigen kamen verschie­dentlich auf und schufen sehr gefährliche Situatio­nen vor dem Gästetor. Es blieb aber beim Halb­zeitergebnis von 1:0.

Die zweite Spielhälfte trug keinen wesentlich anderen Charakter als die erste. Wieder wurde von den Hiesigen manche sichere Chance vergeben. Der Sturm zeigte sich manchmal geradezu hilfslos. Die Gäste kämpften sehr matt. Zeitweise kamen i<? zwar auf und erzielten eine stattliche Anzahl Ecken, diese wurden aber nicht ausgewertet. Ein Torerfolg der Gäste konnte nicht gewertet werden, da der Schiedsrichter vorher abgepfiffen hatte.

Wenig später gelang den Gästen aber dock der Ausgleich, dem Die Gießener erst in den letzten Minuten und abermals durch Kaps den Sieges-

2)er Kampf endete mit dem Siege Wiesecks mit 419 Punkten vor Großen-Linden 397V2 und Lollar mit 355V2 Punkten.

Die Ergebnisse an den einzelnen Geräten:

Barren: Lollar 101 Punkte; Großen-Linden 113 Punkte; Wieseck 118 Punkte.

Pferd: Lollar 106 Punkte; Großen-Linden 113V2 Punkte; Wieseck 123 Punkte.

Reck: Lollar 99V2 Punkte; Großen-Linden 117 Punkte; Wieseck 125V2 Punkte.

Freiübungen (ausgeführt von je drei Tur­nern eines Vereins:) Lollar 49 Punkte; Großen- Linden 54 Punkte; Wieseck 52V2 Punkte.

Die besten Einzelturner waren: Ernst S ch ö f f m a n n, Wieseck (78 Punkte). Richard Seth, Großen-Linden (77V2 Punkte) und Karl Bett in, Wieseck (76V2 Punkte).

In den Pausen wurden von Turnerinnen des Turnvereins Großen-Linden rhythmische Bewe- gungs- und Ballspiele vorgeführt. Die Sieger­ehrung wurde durch den Obmann Schüler vor­genommen. Anschließend sprachen noch Bürgermei­ster Michel- Großen-Linden und der Kreisführer D a u p e r t - Wieseck.

Das Spiel begann bei gleichwertigem Feldspiel, das aber sehr bald zeigte, daß die Frankfurter nicht die Erwartungen erfüllten, die man ihnen entgegenbrachte. Vor allem vermißte man den vielberühmten südwestdeutschen Flachpaß. Es wurde von den Gästen sehr hoch gespien. Die

Der Hauptausschuß für die Vorbereitung des 1. Gaufestes des Reichsvundes für Leibesübungen, der bisher in Internen Sitzungen die ersten Vor­arbeiten für das Fest traf, trat am Samstag mit einer großen Versammlung im Hotel Schütz an einen breiteren Kreis heran und brachte gleichzeitig die Fülle der Vorarbeit auf eine breitere Basis. Die Sportvereinigungen unserer Stadt, die zu dieser Sitzung eingeladen waren, hatten fast ausnahmslos ihre Vertreter entsandt und bewiesen damit ihr Interesse am 1. Gaufest.

Der Vorsitzende des Hauptausschusses, der Führer der Gießener Turnerschaft, Andreas R e i n i n g, hieß die Teilnehmer willkommen und deutete den starken Besuch der Versammlung als ein gutes Zeichen. Er wies mit allem Nachdruck darauf hin, daß das Gaufest eine Veranstaltung des Reichs­bundes für Leibesübungen sei und als solches durch­geführt werde. Sodann sprach der

Führer derGießenerOrtsgruppe ö.2Rf£., Or. Möckelmann.

Er wies zunächst auf die Notwendigkeit der sport­ärztlichen Betreuung der aktiven Sportler, insbesondere aber der Olympiakandidaten hin. Dann gab er Kenntnis davon, daß der Ortsgruppe nun auch einige Geldmittel zur Verfügung stehen, die allerdings nur für die Olympiavorbereitungen und für das Gaufest eingesetzt werden könnten. Ferner erinnerte er an die allgemeine Sport­werbewoche zu Ende des Monats Mai und betonte, daß es jedem Fachamt überlassen sei, in welcher Form es werbend auftreten wolle. Es solle lediglich vermieden werden, daß sich Veranstaltungen überschneiden. Schließlich sprach er die Bitte aus, daß die Vereine innerhalb des RfL. unbedingte Disziplin wahren sollten, insbesondere solle der Wechsel in der Vereinszugehörigkeit fair gehand­habt werden. Wichtig fei nicht die Vereinszugehörig­keit an fick, sondern die Tatsache, daß der einzelne Volksgenosse überhaupt Leibesübung treibe.

Nachahmung verdienlen die Beispiele der Rude­rer und der Wanderer, die durch Zusammen­legungen ihrer Sache dienten.

Eingriffe feien nicht beabsichtigt. Die Zusammen­schlüsse von Vereinen sollten organisch wachsen. Nur solle es schneller gehen!

In seinen weiteren Ausführungen beschäftigte sich der Redner mit dem eigentlichen Thema des Abends, mit dem RfL. und feinem 1. Gaufest. Der Reichs­bund für Leibesübungen fei jung, ohne Erfahrungen und ohne Tradition. Noch ringe man um die feste Form. Aber der RfL. habe kommen müssen, denn innerhalb der deutschen Sportbewegung sei in der Zeit vor der nationalsozialistischen Revolution eine unüberbrückbare Kluft gewesen. Jeder einzelne Ver­band habe geglaubt, sich in den Vordergrund drän­gen zu müssen. Damit sei ein Ende gemacht worden.

Leibesübung sei keine privalsache, sondern Sache des Volkes und des Vaterlandes.

Der RfL. fei geschaffen worden zum Zwecke der Einigung im Sport. Es fei mit ihm ein einheitlicher, m Fachämter aufgegliederter Verband entstanden.

brach bewußtlos zusammen und mutzte in die Klinik nach Gießen gebracht werden. Die Ursachen der Schlägerei wie auch die Täter konnten noch nicht endgültig feftgeftettt werden, da der Verletzte, der mutmaßlich einen Schädelbruch erlitten hat, noch nicht vernehmungsfähig ist. Die Ge-ndarmerie ist mit den Ermittlungen beschäftigt.

y Odenhausen, 6. Mai. In unserem Dorfe geriet gestern gegen 17.30 Uhr ein Kraftwagen in Brand. Ein Herr aus Gießen, der mit Frau und Kind auf einem Maiausflug unterwegs war, merkte innerhalb unseres Ortes, daß an seinem Wagen etwas nicht in Ordnung war. Er veranlaßte zum Glück und rechtzeitig seine Angehörigen aus­zusteigen. Plötzlich stand der Wagen in hellen Flammen. Die hiesige Feuerwehr rückte sofort zur Hilfeleistung an, der Wagen war aber nicht mehr zu retten. Lediglich eine wertvolle Kamera wurde geborgen. Der ausgebrannte Wagen mußte abge­schleppt werden. Personen kamen glücklicherweise nicht zu Schaden.

Kreis Schollen.

Q Laub ach, 5. Mai. Am Freitag fand hier ein Heimabend der NS. -Frauenschaft statt, bei dem die Gauamtsleiterin von Hessen- Nassau, Frau Brinkhoff, über die Ziele und Aufgaben der NS.-Frauenschaft sprach. Die Mit­arbeit der Frauen sei seit der Machtergreifung noch nötiger geworden als zuvor, wo es nicht mehr zu kämpfen, sondern aufzubauen gilt, und jede deutsche Frau habe sich mit ihrer ganzen Person einzusetzen für Volk und Vaterland. Die Aufgaben, die der Führer dem deutschen Frauenwerk, an dessen Spitze die NS.-Frauenschaft steht, gestellt hat, sind Mütter­schulung, Volks- und Hauswirtschaft, Auslandshilfe, Leibesübungen, Pressearbeit und Aufgaben in kul­tureller Beziehung. Sich für diese vom Führer ge­stellten Ziele einzusetzen, ist die Pflicht der Frauen­schaft und jedes einzelnen ihrer Mitglieder.

Um die deutsche Fußballmeisterschast.

Das Fußball-Geschehen des ersten Maisonntags stand im Zeichen der ersten Rückrundenspiele in Den vier Gaugruppen. Dabei gab es diesmal aus­nahmsweise keine besondersüberraschenden" Er­gebnisse. Dies hatte zur Folge, daß mit einer Ausnahme die Lage so ziemlich geklärt wurde. Man kann heute schon sagen, daß sich neben Schalke 04 noch der VfL. Benrath und Hertha- BSC. Berlin den ersten Tabellenplatz und damit die Teilnahmeberechtigung an der Vorschlußrunde endgültig sichern werden.

Restlos verfahren ist nur die Situation in der Gaugruppe IV. Hier sind alle vier Vereine an diesem Sonntag punktgleich geworden. Hanau 93 verlor in Stuttgart gegen den VfB. mit 1:2 und die Spvgg. Fürth verschaffte sich durch ein 1:0 in Jena gegen den 1. SV. Jena wieder den Anschluß. Bei je 4:4 Punkten führt Hanau 93 mit 5:3 Toren die Tabelle vor Stuttgart (7:7), Fürth (4:5) und Jena (3:4) an.

In der ©augruppe III bestand der Nieder­rhein-Meister VfL. Benrath den entscheidenden Kampf gegefi Phönix Ludwigshafen in Saar­brücken vor 15 000 Zuschauern mit 2:1 erfolgreich. Der VfR. Mannheim holte sich seine ersten Punkte in Bonn mit 3:2 gegen den VfR. Köln.

Die klarsten Verhältnisse hat die G a u g r u p p e II, in der der deutsche Fußballmeister Schalke 04 den schweren Kamps gegen Hannover 96 in Braun­schweig mit 4:1 klar und sicher gewann. Eimsbüttel mußte in Stettin gegen den Stettiner SC. mit 2:2 einen Punkt abgeben. Schalke 04 ist nach Lage der Dinge nicht mehr einzuholen.

Auch in der G r u p p e I ist Hertha-BSC. Berlin so gut wie sicher bereits Gruppenerster. Die Ber­liner überfuhren in Königsberg Yorck Insterburg mit 9:0. Die Chemnitzer Polizisten holten sich gegen Vorwärts-Rasensport Gleiwitz in Breslau mit 3:1 beide Punkte.

tagszug von den Stationen Herbstein, Jlbeshausen- Hochwaldhausen, Grebenhain-Crainfeld, Hart- mannshain und Gedern erfolgen. Mit der Ein­führung dieser Wochenendverbindung ist ein lang­gehegter Wunsch der Dogelsbergsreunde in Erfül­lung gegangen. _

Auch die Strecke F r a n k f u r tF r 1 e d b e r a Schotten hat Verbesserungen erfahren, so daß nunmehr der Besuch des Dogelsberges für die Be­wohner der Mainftädte erheblich erleichtert ift.

Entschließt sich die Reichsbahn, noch Fahrkarten auszugeben, die gestatten, für die Rückfahrt die eine oder andere Strecke wechselseitig zu benutzen, so würde ein weiterer berechtigter Wunsch erfüllt, der weiteren Möglichkeiten zu lohnenden Wanderun­gen über den hohen Vogelsberg schaffen würde.

Die Bewohner des Vogelsberges danken allen beteiligten Stellen für die Fahrplanverbefferungen und hoffen auch weiterhin Verständnis und Ent­gegenkommen für ihre berechtigten Wünsche zu finden. Die Gaststätten, Pensionen und Erholungs­stätten des Vogelsberges werden bemüht sein, den Besuchern die Erholungstage angenehm zu ge­stalten, so daß ihnen Landschaft und Volkstum erschloßen und bei Jung und Alt der Wunsch le° benoig wird:Auf in den Vogelsberg!". g.b.

Landkreis Gießen.

j Steinbach, 6. Mai. Nachdem vor kurzem die Bürgermeisterei Steinbach unter Nr. 297 an das Fernsprechnetz Lich anaeschlossen wurde, hat nun die P f ar r ei Steinvach mit Albach ebenfalls einen Anschluß unter Nr. 201 Lich erhalten.

* Heuchelheim, 6. Mai. Im Laufe der Der» aangenen Nacht kam es vor einem hiesigen Gast­haus zu einer schweren Schlägerei zwischen auswärtigen jungen Leuten, in deren Verlauf der Konrad Vis 0 wsky aus Allendorf an der Lahn einen schweren Schlag über den Kops erhielt. Er

Gießen siegt über Weilburg lmMannschastökampf derTrainingS- gemeinschasten mit 79:59 Punkten. Der Mannschaftskampf wurde von den Gieße­nern überlegener gewonnen, als ursprünglich an­genommen werden konnte. Dies ist in erster Linie darauf Hurückzufichren, daß die Einheimischen über den besseren Durchschnitt verfügten. Die Kämpfe verliefen im allgemeinen sehr anregend. In den Sprinterstrecken stellte Hill (G.) sein Können unter Beweis. Er gewann seiner Vertretung auch die 4X 100-Meter-Staffel. Heber 400 Meter lief Bep. v e r l i n g ein schönes Rennen. In den Mittel­strecken hätten die Gießener bei besserer Einteilung ihre Zeiten noch verbessern können. Die wohl ab­solut beste Leistung boten die Gebrüder Neide! über 3000 Meter (9:13,6 Min. bzw. 9:16,9 Min.). In den Sprüngen hätten sich bei in besserer Ver­fassung befindlichen Sprunganlagen bessere Ergeb­nisse erzielen lassen. Deshalb sind 6,44 Meter im Weitsprung (Kermer, Weilburg) und 1,62 Meter im Hochsprung (Beyer, Gießen) beachtlich. Auch die 3,30 Meter Stabhoch von Jung (G.) können sich für Saisonbeginn sehen lassen. In den Wurfübun­gen wurden die Punkte geteilt. Weilbura brachte das Speer- und Hammerwerfen, Gießen Das Dis­kuswerfen und Kugelstoßen an sich.