Ausgabe 
6.4.1935
 
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Deutsche Wissenschaft

Heilshelden niemals auf diesem

und für immer Deutschland auf Gedeih und Ver­derb verbunden ist.

Ich muß nun heute sagen, daß es nicht mehr angeht, in diesem Punkte zweierlei Marsch­richtung zuzulassen. Die Forderung, die sie stellen können, ist die, daß ihnen in ihrem religiösen Empfinden und in ihrer religiösen Zielsetzung von uns keine Schwierigkeiten ent- gegengestellt werden. Ich erkenne diese Forderung an. Ich stelle die Gegenforde­rung: Für die Jugend unseres Volkes, die einst in eiserner Geschlossenheit, wenn sie Män­ner geworden sind, beieinander stehen soll, muh es heihen: Line Jugend steht unter einer Flagge, und sie sitzt da (wobei der Minister auf die an der Kundgebung teilneh­mende Hitler-Jugend hinwies). (Lang- anhaltender stürmischer Beifall.) Ich werde in der nächsten Zeit mit verschiedenen Mahnah­men dieser Jugend auch von mir aus noch stärker unter die Arme greifen. Sie soll an uns

Tode verurteilt oder zu jahrzehntelangen Zuchthausstrafen verurteilt werden können. Daß kleine Staaten dies noch wagen, ist die Folge des durch das frühere System vertanen Ansehens Deutschlands in der Welt. Nichts spricht aber so sehr für die Friedensliebe des heutigen Deutsch­lands als die Tatsache, daß es seine Mittel nicht so zum Schutze seiner Söhne einsetzt, wie es England, Frankreich, Italien im gleichen Falle getan haben würden. Deutschland legt sich diese unerhörte Zu­rückhaltung auf, um den Frieden Europas nicht zu gefährden. Allerdings auch in der Erwartung, daß die Mächte, die die Garanten des Rechtes in dem betreffenden Gebiete sind, endlich ihrer Verpflichtung nachkommen wiederum im Interesse des Friedens aus daß nicht der Glaube um sich greife, daß derartige internationale Verpflichtungen nur auf dem Papier stehen und letzten Endes doch d i e Macht allein den Schutz von Minderheiten und Staatsangehörigen in fremden Landen zu garantie­ren vermag.

Es ist schon viel zu viel an internationalem Vertrauen dadurch vertan worden, daß gewich­tige Teile schwerwiegender Verträge, wie die im Versailler Vertrag verankerte Zusage der Ab­rüstung der Welt nach Deutschlands Abrüstung, nicht erfüllt werden. Feierliche Versprechungen wie die 14 Punkte Wilsons wurden nicht ge­halten. Kann es die Welt Deutschland verübeln, wenn es mit größter Zurückhaltung allen Plänen gegenübersteht, in denen Deutsch­land internationale Verpflichtungen auf sich nehmen soll, ohne eine Gewähr zu haben, daß die Vertragspartner ihren eigenen Verpflichtun­gen und Versprechungen besser nachkommen wie von 1918 bis heute? Kann es insbesondere die Welt Deutschland verübeln, wenn es allen Abmachungen, an denen Sowjetruhland beteiligt ist, mit abwartender Vorsicht gegen- übersteht? Haben doch die fowjetrussischen Poli­tiker verschiedentlich erklärt, daß der Ratestaat

Verträge mit den sog. kapitalistischen Staaten zu denen Moskau vermutlich doch wohl auch Deutschland rechnet nur zu dem Zwecke schließe, um auf diesem Wege diese Staaten und deren Wirtschaft zu schädigen und die

Weltrevolution voranzutreiben!

Dennoch anerkennen wir die Bemühungen der englischen Staatsmänner um die Schaffung einer dauerhaften Basis eines euro­päischen Friedens und erhoffen Erfolg von ihnen auch wenn wir uns über die Begleit­umstände des englischen Besuches in Moskau eines leichten Zweifels nicht erwehren können. Es ist nicht ohne Reiz zu lesen, wie die Vertreter der Weltrevolution Trinksprüche auf den Kö­nig von England auswechseln, dem Ver­wandten des Zaren Nikolaus, der von Ver­tretern der gleichen Revolution in Jekaterinburg n,,f eine in der Weltgeschichte immerhin seltene Weise beseittgt worden war, nur weil er ein Mon­arch gewesen ist. Unsere Empfindungen, die vielleicht auch die Empfindungen nationalbewußter Männer anderer Völker sind, werden nicht har­monischer, wenn das Pariser Kommunistenblatt Humanitö" anläßlich des Besuches Edens in Moskau feststellt,das stolze Königreich begrüßt die Diktatur des Proletariats und b e u g t' f i ch vor dieser Macht. Die Revolution hat sich ihren Platz unter der Sonne erobert. Der Sieg über diesen großen Sektor kündigt weitere Siege an.

Wenn Deutschland sich schwer dazu entschließen kann, zu glauben, daß Verträge mit einem Staat, der die Weltrevolution mit allen Mitteln, auch mit den Mitteln der Gewalt, vorantreiben will, wirklich den Frieden Europas garantieren können, so nehmen wir bewußt für uns in Anspruch, daß unsere Skepsis aus der Sorge um diesen Frieden, auf der Sorge um die europäische Kultur beruht. Wenn das nationalsozialistische Deutschland Ver­träge abschließt, will es den Glauben habere

und Forschung aus völkischer Grundlage.

Heichsmimster Rust bei der Einweihung der neuen Kölner UniverfltSi.

aufgetreten sind. Der Führer hat für sich den Anspruch erhoben, Gebiete auch nur teilweise maß-

ausspncht, sondern es der G e s ch i ck l i ch k e i t L a o a l s überläßt, in Stresa den goldnen Mit t e l w e g zu finden.

Erfolgreiche SicherheitspoM.

nicht nur Zeugen ihres jugendmutigen Rjngens haben.

Ich habe em Wort an die Erzieher zu richten. Wer sagt:Ich stehe zum Staat , den frage ich: Wo ist der Beweis?" Ich will wissen, ob du dafür sorgst, was später kommt. Für die Gegenwart sind Partei und Staat da. Der Erzieher ist für die n ä ch st e Generation da. Wenn wir eine Generation weiter geführt haben, wenn wir einmal an einer Generation einen Beweis geliefert haben, dann liegt der deutsche Weg offen. Wenn du deutscher Erzieher fein willst, mußt du hier deine Verantwortung fühlen. (Be­geisterte Zustimmung.) Ich glaube an dich, deut­scher Erzieher, daß du deine Pflicht begreifst. Und dann kommt die Stunde, wo der Erzieher sich fragt, ob er das Kind auch richtig geführt habe in der Verantwortung vor Gott. Ich unterschätze diese Gewissensbisse nicht. .Aber darüber braucht Ihr nicht mehr zu grübeln und Euch zu quälen. Wir können immer bestehen, wenn wir sagen kön­nen Ich habe das getan, was ich vor meinem deut­schen Volke tun mußte. (Anhaltende stürmische Zu­stimmungskundgebungen.)

Nationalsozialismus und Christentum.

Grundsätzliche Ausführungen des Reichserziehungsministers Rust über das Verhältnis von Staat und Konfessionen.

hält.

3. Ein Donaupakt der Nichteinmischung mit genauer Bestimmung des Begriffes Nichtein­mischung.

4. Ein w e st e u r o p ä i s ch e r L u s t p a k t.

Deutschland, so heißt es in dem Telegramm wei-. ter, sei bereit, all diese Dokumente zu unterzeich­nen und in den Völkerbund zurückzukehren, wenn der V ö l k e r b u n d s p a k t von den Frie- densverträgen abgetrennt werde und alle Spuren einer Deutschland benachteiligenden Stellung verschwinden. Darunter sei das Recht Deutschlands auf Kolonia l m andate zu verstehen und die Aufhebung der Inter­nationalisierung der Oder und des deut­schen Teiles der Donau.

Gazetta Polska" stellt dann den bisher vergeb­lichen allgemeinen Bemühungen zur Organisation eines dauernden Friedens die erfolgreiche polnische Politik zur Erhöhung der eigenen Sicherheit ge­genüber. Die Sicherheitsbemühungen Europas hätten bisher Mißerfolg gehabt, da man immer wieder einen Einfall zugunsten eines neuen aufgab. Polen habe, wie jedem Verständigen ein Blick auf die Landkarte lehren müsse, nicht aus allge­meine Lösungen warten können. Po­len habe niemals einen Vorschlag zugunsten eines anderen aufgegeben, sondern sich immer bemüht, die einmal eingeschlagene Linie zu entwickeln. Schon gleich nach dem Abschluß des Friedensoertrages von Riga mit der Sow­jetunion habe es am Ausbau des friedlichen Verhältnisses gearbeitet und schließlich den Nicht­angriffspakt mit der Sowjetunion abgeschlossen. Im Sinne dieser Richtlinien habe Polen, als es den Nichtangriffsoertrag mit dem Deutschen Reich schloß, seine Bündnis­verpflichtungen und alle übrigen früheren Verträge unberührt aufrechterhalten. Die polnische Politik habe sich immer a u s dem gra besten, wenn auch nicht immer auf dem leichtesten Wege fortentwickelt. Polen habe den Frieden vor allem mit feinem unmittelbaren Nachbarn gesucht, und zwar nicht auf Kosten anderer Verpflichtungen. In den letzten Tagen könne man erfreulicherweise in der europäischen Oefsentlichkeit ein wachsen­des Verständnis für die Politik Polens fest­stellen.

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In Warschau ist ein deutsch-polnisches Abkommen über die Behandlung der Erni - grant^n-Kautionen abgeschlossen worden. Das Abkommen bezieht sich auf die Steuer­sicherheiten, die deutsche Rückwanderer aus P o l e n, insbesondere aus den abgetrennten Ge­bietsteilen von Posen und Westpreußen, und pol­nische Rückwanderer aus Deutschland in den Jahren 1919 bis 1922 auf Grund der damals bestehenden Vorschriften bei den Finanzämtern stel­len mußten.

Danzig, 5. April. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers Reichsminister Rudolf Heß hielt eine Rede zu den Danziger Wahlen im Kurhaus Zop- pot. Gerade in Danzig, so sagte er u. a., sollte wegen seiner besonderen Lage als Außenposten des Deutschtums Einigkeit notwendiger sein, als anderswo und alle kleinen Einzelinteressen mehr noch als im Reich überbrückt werden. Die Staats­führung in Deutschland, die auf der Gemeinschafts­arbeit und der Vertretung des gesamten Volks­willens beruhe, handele nicht nach den Interessen von Klassenkampfparteien, sondern nach den In­teressen des Gesamtvolkes und sie finde für ihre Arbeit b re Zustimmung des gesamten Volkes. ,Hch wollte", betonte Rudolf Heß,jeder Danziger Arbeiter, der glaubt, seine Klassenpartei mit ihrem Haß gegen Hitler und das neue Deutsch- lanö sei notwendig, hätte vor wenigen Tagen mehr als 5000 Arbeiter in den Reichsbahnwerk­stätten z u München vor sich gehabt, mit welch leuchtenden Augen sie meiner wirklich kompromiß­losen nationalsozialistischen Rede folgten. Wie schlecht die Auslandspresse heute noch über die Stimmung im neuen Deutschland unterrichtet ist, beweist die Meldung eines englischen Blattes, daß die Wehrpflicht von den Arbeitern mit Gleich­gültigkeit und Besorgnis aufgenommen worden fei. Die Antwort der deutschen Arbeiter dröhnte wenige Stunden später der Welt in die Ohren. Diese Ar­beiterkundgebung war ein so überwältigender Aus­druck der Verbundenheit zwischen dem werktätigen Deutschland und seiner Führung, war nach Iah- ren der gegenseitigen Zerfleischung ein so zu Her­zen gehender Eindruck, daß die meisten, die Zeuge sein durften, tiefe Ergriffenheit erfaßte.

Fragen der Außenpolitik übergehend, er- klärte Rudolf Heß: Sie wifsen, daß selbst heute noch da und dort in der Welt Deutsche mehr oder weniger als vogelfrei behandelt werden können. Sie wissen, daß es heute noch vorkommt, daß Menschen deutschen Blutes in Gerichts- st/IJ10 r -e,n' noch dem Urteil englischer Nechtsanwalte keine einwandfreien Gerichtsverfah-1 ren iind, fußend auf unwahren, durch Folterungen erpreßten Aussagen zum'

Warschau, 4. April. (DNB.) Ein Berliner Telegramm derGazeta Polska" versichert, daß die deutsche Regierung die Möglichkeit eines Kompromisses in folgendem Rahmen sieht:

1. Ein europäisches Abkommen über die R ü - stungsbeschränkung, die die deutsch Gleichberechtigung nicht in Frage stellt.

2. Ein o st europäischer Sicherheits- Pakt, der die Verpflichtungen zum Nichtangriff, zur Nichteinmischung, zur Nichthilfeleistung für den Angreifer und zur Konsultation ent-

Deutschland hält geschloffene Verträge.

Oie deutschen Bedenken gegen Bindungen mit Gowjetrußland.-Rudols Heß spricht in Danzig

Köln, 5. April. (DNB.) Die neue Kölner Universität wurde am Freitagmittag im Rahmen eines Festaktes im Gebäude der Univer­sität durch den Reichsminister für Wissenschaft, Er­ziehung und Volksbildung, R u st, eingeweiht. Vor der Hauptfront der Universität, die mit Girlanden geschmückt war, hatten zum Empfang des Reichs­ministers Rust Ehrenabordnungen der SA., SS., PO., des Arbeitsdienstes und der HI. Aufstellung genommen. In der festlich geschmück­ten Aula war der gesamte Lehrkörper der Univer­sität, die Professoren in ihren Amtstrachten, zahl­reiche Vertreter der Parteigliederungen, der Reichs­und Staatsbehörden, des wissenschaftlichen Ledens sowie die Studentenschaft versammelt. Nach dem Einmarsch der Chargierten und der Fahnen­abordnungen der Bewegung traf kurz nach 11 Uhr Reichsminister Rust ein, geleitet vom Rektor der Universität, Hofrat Prof. Dr. von Haberer, dem Reichskommissar der Universität, Gauleiter Staatsrat Grohs, dem Vorsitzenden des Kurato­riums, Dr. Winkelnkemper, dem kommissa­rischen Oberpräsidenten der Rheinprovinz, Gau­leiter Staatsrat Terboven und dem Oberbür­germeister der Stadt Köln Dr. Riesen.

Nach einem Orgeloortrag dankte Oberbürger­meister Dr. Riefen dem Minister für die Förde­rung, die er stets der Universität habe angedeihen lassen. Er gab einen Ueb erb lick über die Geschichte der Universität und schilderte die Schwierigkeiten, die sich bei Erstellung des Neubaues ergeben hatten, der von 1931 bis 1933 stillgelegen fyabe, aber dann "dank der Hilfe des neuen Reiches jetzt fertiggestellt werden konnte. Auch der Rektor sprach ttofemp- funbenen Dank aus für die kühne Tatkraft, Weit­sicht und Einsatzbereitschaft, mit der die verantwort­lichen Männer des neuen Deutschland sich für Er­haltung und Ausbau dieser Universität im Geiste ber natioalsozialistischen Revolution eingesetzt hätten. Ein Orgelvortrag, Händels Andante larghetto 8-Dur leitete dann über zur Festrede des Ministers.

Aeichsmimster Aust

erinnerte daran, daß, während die französische Re­volution Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit pre­digte, in Königsberg ein Mann gesessen habe, der den Mut hatte, die Menschheit zu mahnen an die Grenzen alles Erkennens. Er gehe noch einen Schritt weiter und sage, daß alle Erkenntnisse

Frankreichs Rüstunqsvermehrung.

Die Verlängerung der Dienstzeit für ausgebildete Soldaten.

Paris, 6. April. (DNB.-Funkspruch.) Im Mi­litärausschuß der Kammer, der sich mit der Frage zu beschäftigen hatte, ob die Soldaten, die im April ausgedient haben, noch länger unter den Fahnen behalten werden sol­len, wurde, wiePetit Parisien" in Uebereinstim- mung mit anderen Blättern meldet, die Dienst- zeitverlängerung grundsätzlich be­schlossen. Agentur Havas bestätigt diese Nach- richt und erklärt, es sei beabsichtigt, die Soldaten mindestens 3 Monate länger im Dienst zu be­halten. Als Begründung wird angeführt, daß die in diesem Monat einberufenen Rekruten erst eine gewisse Ausbildungszeit hinter sich haben müßten, ehe man die ausgebildeten Soldaten ent­lassen könne. Da das französische Militärgesetz die Einziehung der Rekruten in zwei Abteilungen, April und Oktober, vorsieht, darf man wohl damit rech­nen, daß auch das im Oktober freiwerdende Kontin­gent über d i e einjährige Dien st zeit hin­aus unter den Fahnen behalten werden wird.

ImPopulaire" wendet sich Leon Blum scharf gegen die Verlängerung. Es fei unmöglich, von einer rekrutenarmen Periode im Jahre 1935 zu sprechen, da diese Periode erst 1 936 be­ginne. Es fei auch nicht möglich, die Notwendig­keiten der Landesverteidigung in den Vordergrund zu schieben; denn diese Notwendig­keiten hätten sich seit dem 22. März, als der Mili­tärausschuß sich gegen die Beibehaltung der augen­blicklichen Kontingente über die einjährige Dienst­zeit hinaus aussprach, nicht verändert. Vom 22. März bis 5. April habe s i ch nichts e r - eignet, was eine Zuspitzung der internatio- nalen Lage herbeiführen könnte. Die Wiederein­führung der Wehrpflicht in Deutschland sei vor dem 22. März erfolgt. Die ultrareaktionären Kreise hatten diese Dienstzeitverlängerung gefordert. Flan- dm, der in seiner Rede in Vincennes gedroht habe, sie zu verprügeln, leiste ihnen heute Gehorsam.

Frankreichs Sicherung der Nordostgrenze.

Paris, 5. April. (DNB.) Das Kriegs - minifterium gibt bekannt: Entsprechend den Angaben, die Der Ministerpräsident am 2. April vor der Kammer gemacht hat, wurden kürzlich eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, die dazu bestimmt sind, die Wacht an der Grenze zu gewähr- lellten. Es handelt sich vor allem um die tatsäch- liche Besetzung der französischen be­festig t e n W e r k e i m N o r d o st e n. Zu diesem Zweck sind einige, übrigens begrenzte Trup pen- Verschiebungen vorgenommen worden: Ein Bataillon des 8. motorisierten Regiments hat seine bisherige Garnison verlassen und vorläufig im Oberelsaß Garnison bezogen, zwei Bataillone des 80. Infanterie-Regiments in Nar- banne werden nach Metz übergeführt, wo sie vom 7. April ab liegen werden

Köln, 5. April. (DNB.) Aus Anlaß des Köl­ner Besuches des Reichserziehungsministers fand am Freitagabend in der Rheinlandhalle in Köln eine große kulturpolitische Kundgebung statt, an der die Erzieher der Rheinprovinz sowie Führer und Führerinnen der HI. und des BdM. und Ab­ordnungen der Deutschen Arbeitsfront teilnah­men.

Deutschland ist für uns, so führte der Minister aus, niemals etwas anderes als die Summe sei­ner Menschen. Der Nationalsozialismus ist nicht gesonnen, für irgendeine Ideologie den Einsatz der Gefolgschaft zu fordern, denn jeder, der zur Fahne kam, wußte, daß feine Aufgabe nur sein konnte, am Neuaufbau des deutschen Volkes zu helfen, mit dessen Bestand oder Untergang auch fein Schicksal sich entschied.

Leider gab es in Deutschland eine Reihe von Menschen, denen die Aielsehung der national­sozialistischen Bewegung nicht ausreichte und die forderten, daß das- deutsche Volk auch über eine gemeinsame Welt­anschauung hinaus gesammelt werden müsse in einer gemeinsamen Auffassung über das, was jenseits von Volk und Raum liegt. Sie wollten auch die reli­giöse Einigung des deutschen Volkes auf das Programm der Bewegung gesetzt sehen. Adolf Hitler Hal diesem Wollen nicht eine Minute und einen Zentimeter Raum gegeben. Gewiß hat es in der Weltgeschichte Gestalten gegeben, die zu gleicher Zeit als religiöse Führer und völkische Frei-

an bas völkische Erbe gebunden seien. Das sei auch das, was uns zu Treitschke hingezogen habe. Die Gebundenheit an das Völkische trete viel­leicht noch stärker als bei der Erkenntnis beim Willen in die Erscheinung. In allem hätten wir uns dem Gesetz des Lebens zu unter­werfen, es uns zur Richtschnur zu machen, zum kategorischen Imperativ. Dabei müsse betont wer­den, daß in Verfolg der nationalsozialistischen Rev» lutton niemals Grenzen der Erkennt­nis auf gerichtet worden feien, sondern nur immer wieder darauf hingewiesen werde, daß diese Grenzen notwendigerweise seit je beftanben hätten. Wenn es eine Sorge gebe, die unberechtigt sei, bann sei es bie, baß mit einem biktatorischen Druck von oben den deutschen Wissenschaftlern der Weg der Forschung irgendwie verleat werden solle.

Nach jabrefangem schweren Kampf, so führte der Minister weiter aus, hat unser Führer und Reichs­kanzler Adolf Hitler eine neue Grundlage für eine gedeihliche Fortentwicklung geschaffen, und nun muß langsam die allmähliche Umstellung des ganzen deutschen Geisteslebens erfolgen, auf bie weber Verzicht geleistet werden soll noch kann. Die Grundlage unserer wissenschaftlichen Forschung ist völkisch. Daraus folgert, daß auf manchen Ge­bieten der Wissenschaft eine wesentliche Um- stellung erfolgen muß. Wir werden uns daran gewöhnen müssen, die Universitas nicht danach zu beurteilen, ob sie mit dem letzten entbehrlichen Lehrstuhl versehen ist, sondern sie unter dem Gesichtspunkt einer großen geistigen Einheit au sehen, die mit einem Neuerstehen des organischen Bodens unter unseren Füßen ver­bunden ist. Seit dem Entstehen der Landesfürsten­tümer haben die deutschen Hochschulen vornehmlich aus landesherrlicher Grundlage existiert. Heute ar­beiten wir auf der Grundlage eines Deutschen Reiches und auf der Grundlage einer deutschen Wissenschaft. In der Zukunft soll die Mittel­mäßigkeit an deutschen Hochschulen keinen Platz haben. Wir wollen Forscher haben, die auf den deutschen Hochschulen inter­nationale Höhen erreichen und Künder eines unerhört schöpferischen deut- schen Geistes sind.

Nach der von lebhaftem Beifall häufig unter­brochenen Rede des Ministers wurden die beiden Nationalhymnen gesungen. Damit fand die ein­drucksvolle Feier ihren Abschluß.

gebend zu sein.

Adolf Hitler ist bei seiner Ablehnung eines An- pruches religiöser Sendung nicht stehen geblieben, sondern als Führer der nationalsozialistischen Be­wegung weitergegangen. Er hat in aller Deutlich­keit den Satz in sein Programm hineingesetzt:Der Nationalsozialismus bekennt sich zum posi­tiven Christentum." Religiöse Sendung ist dazu da, die Menschen zu bessern und sie in ihrem Leben und in ihrer Verantwortung gegen­über den Mitmenschen und gegenüber der Nation zu einer sittlichen Grundhaltung zu bringen.

Wenn aber in verschiedenen Kreisen geglaubt ivird, daß der Streit um kirchliche Dinge fortgeführt werden muh, dann soll er dort ausgetragen werden, wo der platz dafür ist.- Dir wollen das Kreuz auf den Kirchen schützen, aber wir wollen das Hakenkreuz» aus den Thing- und Sportplätzen leuchten lassen, wir kommen niemandem ins Gehege und müssen, fordern, dah man auch uns bei der Lösung aller Pro­bleme, die wir uns nicht selbst aufgeladen haben, sondern die uns das Schicksal auf die Schultern gelegt hat, nicht hineinredet.

Zweimal hat der Führer sein Wort gegeben, daß er nicht nur die Kirche, sondern auch ihre Be­kenntnisse schützen werde. Wenn aber wie heute in der großen Evangelischen Kirche eine volle Einheit über Das Bekenntnis nicht erreicht wird, dann ist es natürlich auch ür den Staat ungeheuer schwer, sein Wort zu er- üllen. Der Schwierigkeiten, die sich gerade in die- em Punkte uns entgegenstellen, bin ich mir voll bewußt. Aber gerade deshalb will ich, daß alles geschieht, damit die maßgebenden politischen Füh­rer, vor allem die Führer der Jugend, nach dem Befehl des Führers handeln und damit die letzte Möglichkeit denen nehmen, denen es nicht um Gott geht, sondern um eine langsame Un­terminierung einer Bewegung, mit der heute