Ausgabe 
6.3.1935
 
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Mr den Bücheriisch.

dem

Neue Romane deutscher Erzähler

führt, ein Stück Vergangenheit, das viele von

uns

von 15000

Fünfzig Gedichte

Bemerkungen zu einer Anthologie.

blick nachdenken sollte.

y

gehörte, aufbaute und die heute wieder immer stärker zur Geltung kommen.

Drei Krieger. Don H. E. Gilbert. Roman des Frontoffiziers. (Gerhard Stalling, Verlag, Oldenburg.) Ganzleinen RM. 4,80. (177) Das Buch geht als künstlerische und menschliche Leistuna weit über sein erstes BuchHauptmann Latour" hinaus. Es dürfte in der zahlreich gewordenen Kriegsliteratur kaum ein Buch geben, in dem das Wesen und der innere Sinn des deutschen Offiziers klarer und eindeutiger herausgestellt ist. An drei charakteristischen Offiziersgestalten vollzieht sich das Schicksal des Krieges. Der Vater, eine unkomplizierte Soldatennatur, vor dem Krieg als Generalleutnant verabschiedet, wird vom stellvertretenden Brigade­kommandeur zum Kommandeur einer Kavallerie- dioision ernannt. Sein Schicksal vollendet sich in der Tragik des von ihm am wenigsten gewünschten

von den männlichen; mit ausgezeichneten Gedichten sind, neben der Kaschnitz, Hedwig Forstreuter (In der Nacht"), Erika Mitterer (Heilige Nacht") und Elisabeth Langgässer (Trost") vertreten; aller­dings kennen wir sowohl von der Langgässer als auch von Ruth Schaumann und Martha Saalfeld lyrische Werke von stärkerer Beschwörungskraft; aber vieles war ja durch die früher bereits erfolgte Veröffentlichung von vornherein von der Teil­nahme am Wettbewerb ausgeschlossen. 38 Dichter und Dichterinnen, bekannte und unbekannte Namen aus den verschiedensten Altersgenerationen, füllen mit 50 Gedichten ein zierliches Bändchen von 80 Seiten. 300 solcher Bändchen mit schätzungs­weise 24 000 Seiten würde man aus sämtlichen Einsendungen dieses einen Wettbewerbs haben drucken können. Das scheint uns ein einfaches Rechenexempel zu sein, über das man einen Augen-

Frauen. Drei Krieger sind in knappen, holzschnitt- artigen Szenen dargestellt. Aus ihm spricht der tiefe illusionslose Ernst und die Heiterkeit des echten Soldaten. Selten ist wohl in einem Buche der ethische Wert des unerschütterlichen Ausharrens des deutschen Soldaten auf seinem Posten schöner und klarer dargestellt als in denDrei Kriegern", dem Roman des deutschen Frontoffiziers.

Politik und Geschichte.

Erich Maschke:Ser deutsche Or.» densstaat, Gestalten seiner großen Meister , kart. 3,60 Mark. Hanseatische Derlagsanstalt Ham­burg (47) Der deutsche Orden wurde zu einer Zeit, da die mittelalterliche Kaiserherrlichkeit ver­sank, zum Vertreter einer deutschen Politik. Aus einer Gemeinschaft deutscher Männer erwachsen, die ihr Leben unter ein hartes, unbeugsames Gesetz stellten, diente er einer allein herrschenden Idee und begründete das Verhältnis des deutschen Vol­kes zum Osten. Erich Maschke entwirft nach einem einführenden KapitelVom Wesen des Ordens­staates" in fünf Kapiteln, in deren Mittelpunkt jene Hochmeister stehen, die in schwerwiegenden Ent­scheidungen den Orden geprägt haben, ein Bild vom Werden, Glanz und Vergehen des deutschen Ordens. Plastisch erstehen die Hochmeister vor uns: Her- mann von Salza, der dem Orden die politische Auf­gabe wies, Luther von Braunschweig, der die inne­ren Kräfte zur Entfaltung bringen konnte, Winrich von Kniprode, der die Zeit der höchsten Blüte ver­trat, Heinrich von Plauen, der sich gegen den Or­den stellen mußte, um den Staat zu retten und end­lich Albrecht von Brandenburg, der in gefahrvoller Stunde aus dem geistigen Ordensstaat ein welt­liches Herzogtum schuf und damit den Osten für Deutschland 'erhielt. Der Verfasser hat die große Linie zu wahren gewußt und so seinem Werk eine Geschlossenheit gegeben, die die gestaltenden Kräfte des deutschen Ordens sichtbar werden laßt.

Maurice Lachin, Japan heute und morgen. Geh. 3,60 Mark, Seinen 4,80 Mark. Rotapfel Verlag, Leipzig. (20) Maurice La- chin zeichnet Japan wie es selten einem großen Publikum enthüllt worden ist. Die Entwicklung des Landes wird politisch und wirtschaftlich gezeigt, die Lage des Bauerntums, die Strömungen in der Ar­mee. Die besondere Struktur, die der Kapitalismus in Japan angenommen hat. Wir erhalten Aufschluß über die Stellung des Volkes zum Kaiser und über die treibenden Kräfte in der Innenpolitik. Die Ent­wicklung Japans zum Exportlande, ferner per ja­panischen Kolonisierung in Korea und in der Mandschurei, sind aufschlußreiche Kapitel gewidmet. Die Beziehungen zu Amerika, China und Rußland und die sich daraus ergebenden Konfliktsstoffe wer­den gründlich erörtert. Die Frage wird aufgewor- fen, ob Japan einen Krieg finanzieren könnte. Da- zwischen werden mir unterrichtet über die Lebens­bedingungen der Massen des Proletariats, über die Tragweite der Arbeiterbewegung, schließlich über ' die Stellung der Frau. Kursum das Problem Ja- 1 pan, sicher eines der interessantesten und schwerwie- * gendsten unserer Zeit, wird von allen Seiten be­leuchtet und diskutiert.

Oie Welt der Germanen.

Fritz Martini: Germanische Hel­densage. Entstehung, Entwicklung und Wesen der deutschen Heldendichtung. 316 Seiten. In Halbleder 2,90 RM. Bdlksverband der Bücherfreunde, Weg­weiser-Verlag G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg 2. (25) Aus Mythen, Dichtungen und Denk­malen der germanischen Vorzeit ragt in deutlichstem Umriß die Heldensage empor, deren unvergängliche Stoffe noch heute im Bewußtsein des Volkes leben, wie sie einst die Krieger und Bauern zu großen Taten anspornten. In ihrer Entstehung, ihrem viel­fachen Wandel spiegelt sich die geistige Geschichte des deutschen Volkes wider, in ihrem inneren Wesen und heldischen Sinn lebt der Charakter des germa­nischen Menschen, in ihrer dichterischen Größe hat sich die schöpferische Kraft von Jahrhunderten gefan­gen. Ausführliche Jnhaltsbeschreibungen sollen dem Leser zugleich das Eindringen in die vielfachen Schichten ihrer Entwicklung erleichtern, ein Bild der germanischen Kultur geben und an ihrer Hand zu einem Verständnis jener dichterischen, ethischen und volkhaften Werte führen, die dieser Reichtum der Ueberlieferung heute wie einst für jeden Deutschen birgt. m ,

Heinar Schilling: Germanische Führerköpfe. Leipzig 1935. K. F. Koehler G. m. b. H., Verlag. Ganzleinen 2,85 RM. (27) Wenn man in diesem Buche Schillings liest, der sich durch seine großeGermanische Geschichte" schon einen guten Ruf geschaffen hat, ist man gepackt von den gewaltigen Heldengestalten unter den germani­schen Führern. Wer weiß von dem Friesen Ratdod, der lieber im tiefsten Höllenpfuhl bei seinen Ahnen schmachten als Christ werden wollte, dem Sachsen Hengist, der den angelsächsischen Staat gründete, von dem Ostgoten Ermanarich, der ein Weltreich be­herrschte, dem alle germanischen Stämme nördlich der Donau und östlich des Rheins bis in das Gebiet der unteren Wolga huldigten? Sie haben nichtauf der Bärenhaut gelegen", die alten Germanen, sie haben vielmehr Geschichte, oft Weltgeschichte gemacht; es wird Zeit, die germanische Geschichte und die Taten germanischer Führer ebenso, ja besser kennen­zulernen, als die eines Cäsar, Hannibal oder Pe- rikles. Dieses billige Buch mit seinen zwanzig packen­den Lebensbildern will jung und alt dabei Hilfen.

W iEinger entdecken Amerik a." Die altisländischen Berichte übertragen und mit einer Einführung versehen von Theodor Steche. Mit 8 Karten. Preis kartoniert 2, RM. Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg. Als wichtigste Quelle der altgermanischen Lebensformen besitzen die alt-islän­dischen Sagas heute unschätzbaren Wert. Deshalb ist es auch besonders zu begrüßen, daß die von Walter B a e t k e herausgegebene SammlungBauern und Helden" diese Quellen wieder erschließt. Das Heft 10 enthält die Saga von der ersten Entdeckung Ame­rikas durch die Wikinger. (Grönländische und islän­dische Ueberlieferungen der Winlandfahrten.) Ein echtes Bild altgermanischer Sitten und Lebens­anschauungen entsteht hier vor uns in den Taten der Nordmänner. Beide Sagas enthalten wichtige erdkundliche und geschichtliche Aufschlüsse über Land und Leben der altgermanischen Menschen. (16)

Karl Theodor Strasser:Nieder- sachsen und das Reich." Preis kar- toniert 1,50 Mark. Hanseatische Verlagsanstalt. Hamburg. (6) Es ist sicher einer der per. hängnisvollsten Wendepunkte der deutschen Ge­schichte, daß die germanische Reichsidee gegenüber der römischen, universalen, christlichen sich nicht durchsetzen konnte. Von Hermann dem Cherusker über Widukind bis zu Heinrich dem Löwen laßt sich die klare Reichsidee, die vom Germanischen be­stimmt war, feststellen. Es ist gewiß nicht Zufall, daß diese Idee von Niedersachsen, dem Land, das sich am längsten unverfälschte germanische Lebens- formen bewahrt hatte, ihren Ausgang nahm. Ihr

selber erlebt haben.

Karl Benno von Mechow: Das länd- l i ch e Jahr. Roman. Neue Ausgabe 1935. In Seinen 6 Mark. Verlag Albert Langen/Georg Mül­ler, München. (35)' Als twr fünf Jahren der Name Karl Benno von Mechow zum ersten Male genannt wurde, da geschah es mit so viel Anerken­nung, wie es selten einem Erstlingswerk geschieht. Man sah, daß etwas Besonderes, etwas Neues sich in diesem Roman ankündigte, daß wieder ein Mensch wußte um die tiefe Stille und Einfachheit des echten Lebens, um die große Ordnung, den ewig gleichbleibenden Rhythmus von Saat und Ernte, Sommer und Winter, Werden und Ver­gehen. Heute legt Mechow eine neue Bearbeitung desLändlichen Jahres" vor. Mit unendlicher Mühe hat er sein Werk neu geformt. Der Ausbau des Ganzen ist straffer und dichter geworden. Das Buch gibt die Atmosphäre des Landlebens mit gro­ßer Eindringlichkeit. Es geht darin nicht um Gestal­ten und Figuren obwohl die Menschen auf dem Gut und im Dors ganz lebendig vor uns stehen es geht um das Wesen des Landlebens, lieber den Menschen und ihren Mühen und Sorgen stehen die Jahreszeiten, die ihnen das Gesetz ihres Handelns aufzwingen, die sie säen und ernten heißen im I ewigen Gleichmaß des Jahres. Dem Buch ist das Motto vorangestellt:Wo man arbeitet, da ist genug, wo man aber mit Worten umgeht, da ist Mangel." Und darin liegt der tiefe Sinn des Buches, daß man einsieht: es kommt nicht auf den Menschen und sein kleines Werk an, sondern daß er erfüllt, was von ihm verlangt wird, daß die Ar­beit getan wird, auf der der Segen der Erde ruht.

Walter von Molo: Der kleine Held. Roman. 391 Seiten. Kart. 4, Leinen 6,50 Mark. Holle & Co., Verlag, Berlin. (8) Mit diesem Roman zeigt sich Walter von Molo von einer neuen Seite. Der Dichter desFridericus", der Volkserhebung von 1813, des Luther- und des Schiller-Romans, erzählt hier von sich selber, er schreibt die Geschichte seines Lebens oder doch seiner Jugend und seiner Sturm- und Drang-Jahre. Es ist eine lebendige, liebenswürdige, überlegen von der Höhe des Lebens und Schaffens zurück­blickende Schilderung voller Humor und gutmüti­ger Selbstironie, und es wird für viele, die Molos Bücher kennen und lieben, nicht ohne Reiz sein, etwas von ihm und über ihn zu erfahren aus der Zeit, als er noch weit davon entfernt war, ein deutscher Dichter zu sein. Das alte Oesterreich vor dem Kriege wird lebendig in den Schilderungen die­ser Schüler- und Studentenjahre, dieser Erlebnisse im Examen, in der Tanzstunde, auf der Studenten­kneipe und auf dem Paukboden, wo der junge Fuchs im ersten Gang blutig abgeführt wird; auch in der Beschreibung der häuslischen Umwelt, der Familie mit demPäpäsle" als Oberhaupt, der Liebesgeschichte, der Ingenieur- und Beamtenzeit. Das alles ist zwar nur Vorspiel, Auftakt und Vor­bereitung zu anderen, neuen, wichtigeren Aufgaben. Doch rundet sich die Erzählung mit vielen charak­teristischen Gestalten und Szenen zu einem Bilde deutschen Lebens um die Jahrhundertwende, und es führen überall aus dem Privaten und Persön­lichen dieser Erinnerungen Beziehungen und Ver­bindungslinien zum Allgemeineren; so gibt dieser Roman zugleich auch einen Ausschnitt aus der Ent- 1 wicklung, die in die nächste Gegenwart hinein-

Kraft würdigt. M ,

-Volk in Wehr." Roman von Rudolph

Stratz. (August Scherl G.m.d.H Berlini SW 68 Geheftet RM. 3,00, Ganzleinen RM. 4,50 (i»i)

1910 in Potsdam: Rekruten werden imSchwarzen Adler" ausgehoben. Aus Nord und Sud, aus U|t und West des deutschen Vaterlandes stammen st . der Arbeiter, der junge Gelehrte, der ßanbtDirt, per Tischlergeselle. Sie sind stolz, nun auch bald Den bunten Rock anziehen zu dürfen. Ein neuer ßebens= abschnitt beginnt für sie, aber nicht allen fallt_ er gleich leicht. Der eine muß erst in !Ap^s)aften Erlebnissen lernen, den ungebändigten Willen dem Dienst des Vaterlandes unterzuordnen; der anoere ist zu verweichlicht, um sich sofort an die rauhe Lust der Kameradschaft und den soldatischen Ton zu ge­wöhnen. Solchen wiederum, die den Berus und Trieb des Soldaten in sich tragen, machen es Die äußeren Verhältnisse, die Familie, die Braut schwer, ihrer Pflicht zu leben. Aber ßiebe zu Volk und Heimat, Sauberkeit der Gesinnung und Zucht siegen. So wird der Roman zu einem Hohelied der deut­schen Armee, die bald darauf im Kampf mit einer Welt von Feinden unvergleichlichen Ruhm erwerben soll. Wir finden in ihm nicht nur die farbigen Äußerlichkeiten des Soldatenlebens, die in den Weiteren von uns manche Erinnerung wecken, son­dern auch die geistigen Grundlagen, auf denen sich die alte Armee, der der Verfasser viele Jahre an-

Strohtodes. Auch seine beiden Söhne gehen den ihnen vorgezeichneten Weg. Der jüngere, der als junger Offizier Schiffbruch erlitten hat, kommt nach abenteuerlicher Fahrt bei Kriegsausbruch in die Heimat zurück; er fällt vor Arras. Bleibt noch übrig der Hauptmann Otto von Gregersdorff, der letzte Mohikaner, wie er sich selbst betitelt. Auch er fällt dem Krieg zum Opfer, stirbt unpathetisch, ohne Hoffnung, ohne Klage. Es ist im warsten Sinne des Wortes ein männliches Buch, ein Buch ohne

Deutsche Wehrpolttu.

Major H. Foertsch: Die Wehrmacht im nationalsozialistischen Staat. Ver­lagsbuchhandlung Broschek & Co., Hamburg. (19) Der Verfasser hat bereits in einer Reche von Zei­tungsaufsätzen, die auch im Gießener Anzeiger ver­öffentlicht worden sind, seine Gedanken über die Stellung der Wehrmacht im neuen Staat nieder­gelegt. Sie sind hier in Form einer Broschüre zu­sammengefaßt. Major Foertsch geht aus von den Grundlagen des Aufbaues der jungen Wehrmacht: alte Armee, Versailler Diktat und Weimarer Staat. Er schildert die ungeheuren Schwierigkeiten dieses Aufbaues und die gewaltige organisatorische und vor allen Dingen moralische ßeiftung der jungen Wehrmacht, die durch ihre überparteiliche Haltung, bestimmt durch die Bindung an den Reichspräsi­denten und den Artikel 48 der Weimarer Verfassung, die eiserne Klammer der Reichseinheit wurde. Durch diese Haltung hat sich die Wehrmacht als in sich geschlossenes soldatisches Machtmittel dem Führer und Reichskanzler erhalten können. Der Führer hat dies warm anerkannt und der Armee und ihrer Führung bescheinigt, in bedingungsloser Treue und Gefolgschaft zum neuen Staat gestanden und der nationalsozialistischen Bewegung erst den Erfolg ermöglicht zu haben. Die Armee wurde nun aus ihrer Vereinsamung herausgehoben und wieder mitten ins Volk gestellt. Durch den Treueid auf das Staatsoberhaupt, das gleichzeitig Führer der Bewe­gung ist, wurde die denkbar stärkste Verbindung zwischen Wehrmacht und Nationalsozialismus her- gestellt. Neben die Partei tritt die Wehrmacht als die eine Säule des neuen Staatsgebäudes. Der Verfasser schließt seine prägnanten Ausführungen mit einem Ausblick auf die Gestaltung der künf­tigen Wehxverfassung im Sinne einer Wehrgemein­schaft des ganzen Volkes, wie sie unseren ßefern aus dem großen grundlegenden Aussatz im Gießener Anzeiger vom 27. und 28. Februar bereits nahe­

gebracht worden ist.

Waffenträger der Nation", ein Buch der deutschen Wehrmacht für das deutsche Volk. Herausgegeben vom Reichswehrministerium, erschienen bei Dr. Riegler, Verlag für vaterländische Literatur, Berlin SW 68. Preis RM. 3,50. Der Reichswehrminister, Generaloberst von Blomberg, hatte für die gesamte Wehrmacht im Frühjahr 1934 zwei Preisausschreiben erlassen, die den Zweck ver­folgten, lebendige und wahrheitsgetreue Schilderun­gen und Bilder aus dem Leben und Wirken des heutigen deutschen Soldaten zu erhalten. Beide Preisausschreiben haben bei Heer und Flotte große Anteilnahme gefunden. Aus Tausenden von Bei­trägen wurden die besten Arbeiten und Bilder aus­gesucht und mit Preisen ausgezeichnet. Sie erscheinen jetzt in diesem Buch. 46 preisgekrönte Aufsatze und gegen 80 Bilder geben eine Zusammenstellung dessen, was unsere Soldaten und Matrosen in und außer Dienst erleben.So ist der deutsche Soldat und so ist unsere Wehrmacht". Das war nach den Worten des Reichswehrministers das Ziel für Die Herausgabe des Buches. Einheitlich in Der Gesin­nung, gibt es einen farbenreichen Querschnitt durch Seele und Geist des heutigen Soldaten. Es wendet sich nicht nur an den Soldaten der neuen und alten Wehrmacht, sondern an alle Deutschen, Die soldatische Haltung als die Grundlage unseres völ­kischen Lebens anerkennen, an die deutsche Jugend und an die Kameraden des waffentragenden Sol­daten im braunen, schwarzen und erdfarbenen Ehrenkleid. Wer Einblick gewinnen will m das Leben und Wirken der heutiaen Wehrmacht m die Gefühls- und Gedankenwelt des heutigen Soldaten, der lese dieses Buch!

Deutsche Wehr - Bücherei (Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O.) Jeder Band broschiert RM. 1,00.(21) Bisher erschienen: Heft 1: Sie Brandfackel im Fern en 9 ft e n. Von einem der besten Kenner der fernöst­lichen Fragen, Hauptmann a. D. H a n s W a g n e r, geschrieben. Die Entwicklung durch die letzten Jahr­zehnte, Rußlands Drang nach dem Osten, Japans Streben nach dem Festland, Chinas Geschick als politisches Objekt zwischen der Eifersucht der beiden starken Gegner werden behandelt und aus diesen Problemen die Fragen der Gegenwart gestellt und beantwortet:Hat Japan ein Recht auf die Man­dschurei als Siedlungsland? Warum greift es gerade chinesisches Gebiet an? Wird es zum Krieg zwischen Rußland und Japan kommen? Wird Rußland sich die Bundesgenossenschaft Chinas sichern? Wie wer­den sich die übrigen Großmächte verhalten? Wagner warnt eindringlich: Der Ferne Osten mit feinen brennenden Fragen bleibt ein offenes Pulverfaß, ein Funke genügt; es zu entzünden - Heft 2:

Kriegsgewinn und Wirtschaft von Dipl-Jng. Heinz Schmid, Hauptmann und Batteriechef, schneidet eine Frage an, die ebenso schwierig wie heikel ist. Vom ^Befen der Kriegs­wirtschaftspolitik allgemein ausgehend, eröffnet em interessanter geschichtlicher Rückblick auf die Kriegs­gewinne die Untersuchung, um dann den Begriff Krieqsgewinn" im Geiste von heute zu definieren. Die Entstehung der teilweise großen Gewinne im Weltkriege wird einer besonderen Untersuchung unterzogen. Gerade darauf.baut der Verfasser strne Zukunftserwägungen" auf, wobei er sehr wohl auch den Gewinnreiz zu äußerster Anspannung aller

Im Herbst vorigen Jahres veranstaltete die Ber- : liner ZeitschriftDie Dame" ein Preisausschreiben für Lyrik. Das beste, bisher ungedruckte deutsche Gedicht sollte mit einem Preise von 1000 Mark, fünf weitere mit je 200 Mark ausgezeichnet werden. Dem Preisgericht gehörten sehr namhafte Vertreter unseres Schrifttums an. Jeder Einsender durfte höchstens fünf Gedichte einreichen. Das hier in Ge­stalt eines schmucken, sehr gediegen ausgestatteten Bändchens vorliegende Ergebnis war überwälti­gend: der Almanach der Dame (Propyläen- Verlag, Berlin 14.) enthält die nach der An­sicht der Preisrichter 50 besten Gedichte... von 15 000 Einsendungen. Fünfzehntausend ungedruckte deutsche Gedichte, deren jedes von jedem der etwa 3000 Autorenals eines Preises würdig ausge­sandt wurde"! Die Herausgeber bemerken im Geleitwort, sie hätten mit ihrer Sammlung, die außer den sechs preisgekrönten auch den kleinen Kreis der in die engste Wahl gestellten Gedichte umfaßt, nicht etwa einen Querschnitt durch die ge­samte deutsche Lyrik der Gegenwart geben, vielmehr diewertvollen und entwickelten Kräfte im lyrischen Schaffen der Gegenwart sichtbar machen oder in neuem Lichte zeigen" wollen. Gleichzeitig nimmt Die Zeitschrift Damit einen klassischen Brauch Der Deutschen Literatur roieDer auf unD gibt mit Der Drucklegung Dieses Almanachsihrem Glauben an Die immer jungen, unversiegbaren Seelenkräfte Des Deutschen Menschen lebenDigen AusDruck". Kein Zweifel, Daß Derartige Bemühungen, Die junge lyrische Dichtung unserer Zeit in solcher Form iDeeü unD materiell tatkräftig zu förDern, allgemeine Be­achtung unD Dankbare Anerkennung verDienen. Kem Zweifel aber auch, Daß es ein beDenkliches Unter­nehmen ist, aus einer so nahezu unübersehbaren Fülle von EinsenDungen D a s absolut beste Gedicht auszusondern und preiszukrönen. (Man mache sich die entmutigende Aufgabe der fünf Preisrichter einmal klar, von denen jeder jedes Der 15 000 fünfzehntausend! Gedichte im vollen Bewußtsein seiner Verantwortlichkeit zu lesen und zu bewerten hatte.) Es kann auch kaum eine Meinungsver­schiedenheit darüber bestehen, daß jedes Preis­gericht (und wahrscheinlich auch jeder Leser dieses Almanachs) zu einem andern Ergebnis gelangt fein würde. Da uns die 14 950 nicht preisgekrönten Ge­dichte nicht bekannt sind, müssen wir uns an ine hier vorgelegten fünfzig aus der engsten Wahl halten, und wenn wir sie kritisch betrachten, so möchten wir, ganz allgemein, zunächst zweierlei feststellen: daß nämlich Das qualitative Ergebnis, gemessen am zahlenmäßigen Eingang, Doch etwas bescheiDen genannt werben muß; und daß ferner die Entscheidung Der Preisrichter nicht Durchaus be- frieDigen kann. Den ersten Preis erhielt Marie Luise Kaschnitz, Die bereits mit einem guten Roman bekannt geworben ist. Das PreisgebichtDie Wellen" unb auch bie beiden anbern, bie biß Sammlung aus ihrer Einsendung abbrudt, sind respektable Leistungen, doch enthalt der Almanach wertvollere Arbeiten, die nicht ausgezeichnet wur­den. Vollends unverständlich, daß eine so mäßige Arbeit wie dasAprikosengedicht" von Otto Mana Polley mit einem Preis bedacht werden konnte^ Von den vier anderen Preisträgern Friedrich Bischoff, Hellmut von Cube, Heinrich Dachs und Josef Leitgeb scheint uns nach den hier mitge- teilten Proben Friedrich Bischoff (Die Bienenode ) der begabteste zu sein. Im übrigen mochten mir sagen, daß im Gesamtbilde Dieser Sammlung - die übrigens bekannte und bisher unbekannte Kräfte der jungen deutschen Dichtung etwa im gleichen Verhältnis zu Worte kommen laßt von den weiblichen Stimmen tiefere Eindrücke ausgehen als

Dichtungen her Naturvölker.

Dichtungen der Naturvölker. Reli­giöse, magische und profane Lyrik. Gesammelt, ge­sichtet und in deutscher Sprache herausgegeben von Eckart von Sydow. 267 Seiten. Phaidon-Verlag, Wien. (38) Das sehr solide ausgestattete Buch gibt einen interessanten Einblick in das dichterische Empfinden und Ausdrucksvermögen der Natur­völker, in ein Gebiet, welches, wie der Herausgeber in der Einführung bemerkt, bei uns bisher erheb­lich weniger beachtet oder gar gesichtet und unter­sucht worden ist als etwa die aus den gleichen Kulturkreisen hervorgegangene Plastik der Primi­tiven. Wenn man die Sammlung aufmerksam durchsieht, wird man finden, daß das hier be­handelte Teilgebiet primitiver Kunstübung zu Un­recht übersehen und vernachlässigt wurde, und daß die Beschäftigung mit diesen Dichtungen aus allen Teilen unserer Erde sehr lohnend und vielfältig aufschlußreich genannt werden Darf. Die Auswahl rourDe nicht nach ethnographischen, fonDern nach künstlerischen Gesichtspunkten getroffen unD Dabei auf eine möglichst getreue Übertragung befonDers Wert gelegt. Der Stoff mürbe nicht nach Kultur­kreisen, fonDern nach Motiven georDnet; so er­gaben sich folgenDe Gruppen: Religion und Magie; Tod und Krankheit; Liebe und Familienleben; Ge­selligkeit; Kampf, Triumph, Lobpreis, Jagd; Mono­loge; Kinderschlaflieder; Tierlieder; Landschaft. Der Leser wird sich mit Staunen in eine ihm bis dahin völlig fremde Welt versetzt fühlen: er findet hier Gedichte autz allen Erdteilen, von Hottentotten, Buschmännern und Massais, aus der Südsee und aus Sibirien, von Indianern und Eskimos, und er wird oft überrascht sein von der Kraft und Bild­haftigkeit des Ausdrucks wie von der Ursprünglich­keit des Gefühls in den dichterischen Aeußerungen von Menschen, die sich der durchschnittliche Mittel­europäer als mehr oder minder nackte und ent­sprechend kulturlose Wilde vorzustellen pflegt. Der Herausgeber hat dem Leser das Eindringen in den fernabliegenden und durchaus ungewohnten Stoff nach Möglichkeit bequem gemacht. Neben der all­gemeinen Einführung, genauen Quellenangaben unö den notwendigen, erklärenden Anmerkungen findet man im Anhang zu den Texten knappe und aufschlußreiche Abhandlungen über Form und seelischen Ursprung dieser Dichtungen, über Dichter und Sänger in der Gemeinschaft, über die Stil- einheit der bildenden und der lyrischen Kunst. Die gründlichere Beschäftigung mit dem weitverzweig­ten Stoff wird durch dankenswerte Literaturnach­weise angeregt und erleichtert.y