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Nichtsdestoweniger waren die Verfasser
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Oberheffen
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„Fastenbretzel" großzügig und humorvoll genug, auch diese Begebenheit ihrer Zeitung einzuverleiben. Ja, wer sich nicht auch einmal selbst verspotten kann...
Die „Fastenbretzel", das Gießener „türkisch-närrische" Carnevalsblättchen, das wir gestern bereits in einer kurzen Schilderung erwähnten, scheint noch in mancher Gießener Familie aufbewahrt zu sein. Herr August Michel von der Kronendrogerie in der Walltorstraße sendet uns eine ganze Reihe dieser lustigen Blätter, die recht unterhaltsam zu lesen sind.
Bei der Durchsicht der vergilbten Papiere finden wir in Nr. 7 der „Fastenbretzel" aus dem Jahre 18 65 zwei lustige Gedichte, in denen geschildert wird, wie die Verfasser der „Fastenbretzel" in der Regel zu ihrem „Material" gekommen sind, im vorliegenden Falle aber nicht dazu kamen, sondern durch den R e d e st r e i k der anderen Seite vollkommen daneben gerieten, als sie sich auf dem Erkundungsgang durch die Gastwirtschaften begeben hatten.
„Nein, als Schmähartikelschreiber Sind die Beiden hier bekannt: Bretzelmänner, Ehrenräuber, Mit dem Zuchthaus nah verwandt!
„Sonntags schleichen die Cujone Sich in jedes Gasthaus ein, Und vor ihrem gift'gen Hohne Schützt das Schweigen nur allein.
„Redacteur nennt sich der Kleine; Kurzweg heißt er Bretzelmann;
Und der And're vom Vereine Ist sein treuer Hampelmann."
gehörige frühere Amtsgerichtsgebäude in der Kaiserstraße, das ursprünglich, als Hungen noch Sitz eines Kreisamts war, für dieses erbaut wurde und danach bis zu der im vergangenen Jahre er- olgten Aufhebung des Amtsgerichts Hungen den Zwecken des letzteren diente, wird gegenwärtig einem gründlichen Umbau im Innern unterzogen, um nach Fertigstellung der Arbeiten das Finanzamt und die F i n a n z k a s f e aufzunehmen, während das derzeitige reichseigene Finanzamtsgebäude wie bisher Dienstwohnung des Amtsvorstandes bleibt und die gegenwärtigen Diensträume einem weiteren Beamten als Wohnung überlassen werden. Das Finanzkassengebäude kommt zum Verkauf. Gegenwärtig wird in dem künftigen Finanzamtsgebäude durch die Firma Kappeller & Fehrenbach in Bellersheim, die bereits ähnliche Arbeiten am hiesigen Platze ausgeführt hat, umgebaut. Lediglich das Dachgeschoß des Hauses wird als Wohnung bestehen bleiben und nach einigen Neuherstellungen einem Fi- nanzbeamten überlassen. Die nicht unerheblichen Umbaukosten fallen nahezu sämtlich der Gemeinde zur Last, indessen ist es möglich, sie durch bereits in früheren Jahren für andere Zwecke angesam- melte Rücklagen zu decken. Nach seiner Fertigstellung wird das an sich schon stattliche Gebäude mit seinen großen Räumen ein ideales Amtsgebäude darstellcn. An Entgegenkommen dem Reich gegenüber hat es die Stadt in keiner Weife fehlen lassen.
Die Auswanderer von Steinbach.
L Steinbach, 5. März. Zu dem Bericht in Nr. 29 des „Gießener Anzeigers" vom 4. Februar über die Auswanderer im 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts erhielt der Verfasser einige Zuschriften. Die erstaunlich hohe Zahl der Aus- Wanderer aus Steinbach, etwa 50 von etwa 500 bis 600 Seelen, läßt die Frage nach den Gründen der Auswanderungen begreiflich erscheinen. Leider schwelgen darüber die Kirchenbücher. Dagegen hat Herr Lehrer Würz (Eichelsdorf) ein Aktenstück aus dem Staatsarchiv bearbeitet, in dem Steinbacher
LPD. Lauterbach, 5. März. Auf der Straße Altenschlirf—Her bst ei n rannten gestern nacht zwei Männer aus Lauterbach mit ihrem Motorrad gegen einen Baum. Der Soziusfahr'er Franz Szczabowski erlitt bei dem Anprall einen Schädelbruch, Prellungen und einen Bluterguß, der Fahrer Schneider kam mit leichteren Prellungen davon. Sie wurden beide in das Herb- steiner Krankenhaus gebracht. Schneider gab bei seiner Vernehmung an, er sei durch ein entgegen- kommenes Auto geblendet worden und Habs dadurch die Herrschaft über das Rad verloren.
Doch sie trinken alle Beide Langsam ihren Schoppen aus. Nur zu ihrem Herzeleide Fehlet jeder Ohrenschmauß.
Nicht ein Wort wird laut gesprochen, Keiner bricht des Schweigens Bann. Einer hat sich gar verkrochen Hinter seinen Vordermann.
Nichts von Hämmeln war zu hören, Nichts vom Ochs und and'rem Vieh. Offenbar, die Beiden stören Hier die Sonntags-Melodie.
Endlich geh'n die Beiden wieder. Dieser Fischzug war mißglückt. — Hinter ihnen tönen Lieder, Alles freut sich hochentzückt. —
Und ein Fremder, der mit Staunen Dies Gebühren angeschaut, Fragte seinen nächsten Nachbar, Als der endlich aufgethaut:
„Diese Herren, wohl zwei Prinzen? Eure Ehrfurcht zeigt so was?" Dieser aber spricht mit Grinsen: „Schöne Prinzen sind mir das!"
endete die Vorführung.
< Queckborn, 5. März. Der hiesige Ge- angverein „Jugendtreu" hatte seine Mitglieder und deren Angehörige zu einem Familienabend eingeladen. Eine Anzahl Chöre, ein Sing- piel und eine lustige Handwerksburschengeschrchte orgten für die nötige Unterhaltung. Den Höhe- punkt des Abends bildete die Ueberreichung von Ehrendiplomen an die Sänger Hch. Brück III., Wilh. Peter Röder, Hch. Sch epp und Karl Junker, die 25 Jahre in vorbildlicher Treue dem Verein als aktive Sänger gedient haben. Ein Sieg- Heil auf den Führer, das Deutschland- und das Horft-Wessel-Lied beschlossen die Darbietungen. Im gemütlichen Teil blieb man bei vergnügter Stimmung noch lange beisammen.
£ Hungen, 5. März. Der hiesige Zwerg, verein des VHC. feierte am Sonntag sein diesjähriges Auszeichnungsfest, der Zeit und den Verhältnissen entsprechend in engstem Rahmen. Nach einer kleinen Wanderung in den Stadtwald und nach dem beliebtesten Ausflugsort, den Teichen, fanden sich die Mitglieder mit ihren Angehörigen im „Solmser Hof" zusammen, wo der Vorsitzende des Zweigvereins, Lehrer Schmidt, die Erschienenen begrüßte und einen Ueberblick über die Der- einstätigkeit im Jahre 1934 sowie über die Entwicklung des Vereins seit seinem Bestehen gab. Auf Grund einer mehr als 25jährigen, zum Teil nahezu 40jährigen Mitgliedschaft konnten fünf Mitglieder mit dem vom Hauptoerein ausgegebenen Ehrenzeichen ausgezeichnet werden. Die Beteiligung an den Wanderungen im letzten Vereinsjahr hatte durch das Fehlen der Jugend zu leiden, immerhin konnten sechs Mitglieder für ihre eifrige Wandertätigkeit mit dem goldenen Abzeichen bedacht werden. Erfreulich ist die Treue eines festen Stammes von Mitgliedern als Wunderer, der auch dafür bürgt, daß der Appell des Vorsitzenden, wie einiger anderer Mitglieder, zur regeren Beteiligung an den Wanderungen des laufenden Jahres seine Wirkung zweifellos nicht verfehlen wird. In fröhlicher Stimmung, die durch Gesang, Ansprachen und Vorträge erhöht wurde, verliefen die Stunden.
kreis Iriedberg.
£ Steinfurth, 5. März. Am Sonntagabend trat die hiesige Ortsgruppe des Reichsbundes Volkstum und Heimat unter Führung von Lehrer N e e b erstmalig mit einer Veranstaltung an die Oeffentlichkeit. Der Saalbau H e n g st war bis auf den letzten Platz besetzt. Alle Vereine und die zwei oberen Schulklassen teilten sich in die Darbietungen. Ortsringführer N e e b verbreitete sich in seiner Begrüßungsansprache über die kulturellen und völkischen Aufgaben des Reichsbundes, dem vom Führer in erster Linie die Aufgabe gestellt sei, durch Zusammenfassung und Entfaltung aller Kräfte in der Gemeinde und darüber hinaus im Volk wahre, wirkliche Volksgemeinschaft zu pflegen. Nach dem gemeinsamen Gesang „Kennt ihr das Land so wunderschön" und einem Heimatchor des Gesangvereins hielt Lehrer Metzler als Leiter der Abteilung Naturschutz einen Vortrag über „Naturschutz im Dritten Reich". Seine vortrefflichen Ausführungen vertiefte er durch eine Anzahl Lichtbilder und Gedichte. Nach weiteren gemeinsamen Gesängen und Chören des Vereins und der beiden oberen Klassen folgte der zweite Teil des Abends, der mehr der Heiterkeit diente. Herr Heinrich T h ö n g e s XV. entpuppte sich als glänzender Rezitator für heitere Dialektdichtungen, die freudigen Beifall fanden. Hervorragend waren zum Abschluß die Leistungen der Turner und besonders die Reigen und Volkstänze der Damenriege des Turnvereins, die mit ihrem Kostümtanz stärksten Beifall erntete. — Am Samstag feierte der hiesige Gesangverein „Frohsinn" im „Darmstädter Hof" seinen Familienabend. Der Abend brachte zunächst ein Konzert, während die folgenden Stunden mehr dem Tanz und heiterer Unterhaltung gewidmet waren. Konzertstücke des Musik- vcreins Rockenberg wechselten mit Chören der Sänger unter Leitung ihres Dirigenten S ch m a n d t. Stürmischen Beifall ernteten die Sologesänge des Ehrenmitglieds Lehrer Kruger (Büdesheim), der Minne- und Volkslieder aus dem 15. bis 18. Jahrhundert zu Gehör brachte. Für viel Stimmung sorgte der Humorist Heim (Friedberg). Alle Darbietungen fanden ein beifallfreudiges Publikum. f
Kreis Lauterbach.
Das Hungener Amtsgericht wird Finanzamt.
Hungen, 5. März. Das der Stadt Hungen
Weber wurde auf das volkstümliche Profil gedeutet. In den Märschen mit Fanfaren und Kesselpauken erreichte die virtuose Spielart der 200 Musiker ihren Höhepunkt. Der „Große Zapfenstreich , das Lied der Deutschen und unser unsterbliches Horst-Wessel-Lied rundeten das farbige Bild.
Auf das Konzert, das auch in unserer Stadt größtem Interesse begegnet, sei besonders hinge- wiesen.
Gießener Karneval 1935.
Landkreis Gießen.
□ Allendorf (Lahn), 5. März. Am Sonntag stürzte der 30jährige Mechaniker Ernst U l m in der Scheune seiner väterliche Hofreite aus beträchtlicher Höhe ab und blieb besinnungslos liegen. Zum Glück haben sich die Verletzungen als nicht schwer herausgestellt, so daß mit einer baldigen Wiedergenesung des Verunglückten gerechnet werden kann.
leitend über das deutsche Lied, sowie über den deutschen Männergesang und schloß mit dreifachem „Sieg-Heil!" auf den Führer. Die sodann unter der Stabführung von Chormeister Georg H a r - n i s ch (Steinberg) vorgetragenen Chöre („Flamme empor", „Schlußgebet", „Lustiger Matro ensang ) zeugten uon guter Schulung. Die anschließenden leichteren Chöre („Wohlan, die Zeit ist kommen , ,Kir teure Heimat dort am Rhein") und die Volkslieder („Morgen marschieren wir" und "Beim Kronenwirt"), gaben zu erkennen, daß der Verein auch in dieser Hinsicht auf der Höhe ist. Zwei verdienstvollen Mitgliedern wurden Ehrungen zuteil. Friedrich Kissel erhielt für 30jährige Treue im Verein ein Diplom und August Kullbach für 35jährige Gesangstätigkeit ein Geschenk überreicht. Im weiteren Verlaufe des Abends wurde die für - die Volksbühne neubearbeitete Schauspieloper „Preciosa" aufgeführt und mit stärkstem Beifall ausgenommen, um so mehr, da sämtliche Mitwirkende Mitglieder des Vereins und Laiendarsteller sind. Die Pausen wurden durch Musikstücke der Kapelle Harnisch ausgefüllt, die in würdiger Weife der Vortragsfolge angepaßt waren. Verlosung und Tanz beschlossen den in allen Teilen gut verlaufenen Abend.
<D Grüningen, 5. März. Im Saale der Gastwirtschaft von Bender fand aus Anlaß der Erzeugungsschlacht eine Versammlung der Geflügelzüchter statt. Frl. Ott von der Bäuerlichen Werkschule in Gießen sprach über die „Verbesserung der Geflügelzucht und Steigerung der Legeleistung". Die Rednerin gab eine Fülle von praktischen Ratschlägen. Durch geeignete Lichtbilder wurden ihre Ausführungen außerdem veranschaulicht. Mit Dankesworten an die Rednerin und dreifachem „Sieg-Heil!" auf den Führer wurde bte Versammlung vom Ortsbauernführer geschlossen. —- Die Gaufilmstelle der NSDAP, zeigte im Saale der Gastwirtschaft von Bender den Tonfilm „Stoßtrupp 1917". Die Veranstaltung war gut besucht. Auch das Beiprogramm interessierte sehr. Eine kurze Ansprache des Ortsgruppenleiters be-
LPD. Friedberg, 5. März. Der hiesigen Kriminalpolizei gelang es, einer Diebesbande auf die Spur zu kommen, die hier, in Bad-Nauheim und Butzbach Diebstähle begangen hatte. In Fried- stahlen die Diebe zwei Motorräder. Das _ esgut konnte restlos wieder herbeigeschafft werden. Die Täter wurden verhaftet.
Auswanderungslustige aus dem Jahre 1772 erwähnt sind. Genannt werden: Johann Ludwig Keßler, Jacob W a l b , Jakob Haas, Conrad L a u n s - p a ch, Peter Arnold und Peter R e u s ch l i n g. Die Auswanderungslustigen sind nach unseren Kirchenbüchern nicht ausgewandert, nur einer (Walb) starb 1776 „in einem hanauischen Dorf bei Frankfurt". Die Gründe, die die Auswanderungslustigen angeben, sind Ueberschuldung, verursacht durch den letzten Krieg und den Mißwachs, anno 1770 in hiesigen Feldern geschehen. Daß Steinbach und auch A l b a ch im Siebenjährigen Krieg und auch unter Napoleon um die Jahrhundertwende Schweres zu erdulden hatten, davon berichten die Kirchenbücher. Die Angaben in dem angegebenen Aktenstück tragen zur Erklärung der Auswanderungen bei. Im Verlauf der Forschungen über die obigen Auswanderungslustigen fand sich noch folgende Randnote bei dem Taufeintrag des Johannes Haas, geboren 10. Febr. 1730: „vivit in civitate quadam Livoniae, Walch dicta“. Vielleicht ist einer der Leser in der Lage, diese unverständliche Land- und Ortsbezeichnung Livoniae und Walch aufzuklären.
Verhaftung einer Diebesbande.
Fastnachts-Erinnerungen aus 1865
Noch einmal: „Die Fastenbrehel".
Jugend ein gut Teil der Liebe zur Natur und ihren Kreaturen gibt. Lehrer, die im Werkunterricht auch Nistkästen Herstellen lassen, fördern damit zugleich im weitesten Kreise den Sinn für den dringeno notwendigen wirtschaftlichen Vogelschutz und tragen so nicht unwesentlich bei zur Hebung und Sicherung der heimischen Ernten. Eine Anleitung zur Herstellung praktischer Nistkästen für die verschiedensten Kleinvogelarten kann gegen Einsendung des einfachen Briefportos kostenfrei bezogen werden von der Hauptstelle für Pflanzenschutz der Landesbauernschaft Hessen-Nassau in Gießen, Senckenbergstraße 7.
Große Strafkammer Gießen.
Die Kammer hatte sich gestern in längerer Sitzung mit einem Mann aus Langendiebach zu beschäftigen. Gegen den Angeklagten ordnete die Große Strafkammer in Gießen die Sicherungsverwahrung an Dagegen verfolgte er das Rechtsmittel der Revision. Das Reichsgericht hob das Urteil auf und verwies die Sache zur nochmaligen Verhandlung zurück. In der gestrigen Hauptverhandlung sah die Kammer von der Anordnung der Sicherungsverwahrung ab, da sich der Angeklagte mittlerweile verheiratet hat und die Gewähr geboten ist, daß er wieder auf ordentliche Bahnen kommt. Zugleich wurde auch der Haftbefehl aufgehoben.
Kleine Strafkammer Gießen.
Vor den Schranken des Gerichts standen gestern der Johann H. G., der G. G. und der W. H., fämtlid) aus Büdingen. Die Angeklagten überfielen am 10. August 1934 in Büdingen einen kaufrnänni-
** Straßensperre. Wegen Ausführung von Kanalisationsarbeiten ist die Provinzialftraße Ortsdurchfahrt Treis a. d. Lumda gegenwärtig für den schweren Lastwagenverkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Alten-Buseck—Beuern—Climbach und umgekehrt.
** Vier Sonderzüge fuhren über Gießen zur Saar. Aus Anlaß der Saar- befrciungsfeiern verkehrten am 28. Februar vier Verwaltungssonderzüge, und zwar zwei von Berlin, einer von Kassel und einer von Gießen aus, nach Saarbrücken. Die Züge waren mit je 1000 Personen besetzt. Am Sonntagabend passierte der Kasseler Sonderzug auf dem Rückweg den hiesigen Bahnhof. Der Gießener Sonderzug traf am Sonntagabend um 20.11 Uhr wieder hier ein. Die beiden Berliner Züge fuhren am heutigen Mittwoch hier durch.
** Freie Lehrer st eilen. Erledigt find eine Lehrerftelle für einen evangelischen Lehrer an der Volksschule in Ober-Mockstadt, Kreis Büdingen, Dienstwohnung ist vorhanden. Bewerber müssen seit mindestens acht Jahren die Prüfung abgelegt und eine Anwärterdienstzeit von mindestens fünf Jahren zurückgelegt haben: eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Dolks- fchule in Ilbeshausen, Kreis Lauterbach. Dienstwohnung ist nicht vorhanden. Bewerber müssen seit mindestens acht Jahren die Prüfung abgelegt und eine Anwärterdienstzeit von mindestens fünf Jahren zurückgelegt haben.
** 7 5. Jubiläumsfeier von Garde- regimentern. Am 4., 5. und 6. Mai feiern das 3., 4. Garde-Regiment, Regiment Elisabeth und 2. Garde-Dragoner-Regiment in Berlin ihr 75jäh- riges Bestehen. Mehrere andere Garde-Regimenter (Maikäfer, 5. Garde usw.) wollen sich an der Feier beteiligen. Alle, die im Krieg und Frieden in den Reihen der Garderegimenter und deren Kriegsformationen gestanden haben, und Freunde derselben, sind eingeladen. Auskunft über Fahrt mit Sonderzug, Feftfolge usw. erteilt Oberst a. D. Kock, Gießen, Wartweg 14. Eine Anzeige über ein Zusammenkommen aller Interessenten wird in Kürze erscheinen.
** V o g e l n i st k ä st e n im Handfertigkeitsunterricht. Vogelnistkästen im Handfertig- keitsunterricht der Schulen von den Schülern selbst geschaffen, sind ein Gegenstand, dessen Herstellung zu sorgfältigem und gewissenhaftem Arbeiten er- ziebt und dessen Verwendung und Beobachtung der
Mit dieser Ueberschrist ist eigentlich etwas zu viel gesagt. Denn war wir am gestrigen Fastnachtsdienstag an Faschingstreiben in den Straßen unserer Stadt bemerken konnten, war nur eine ganz schwache Nachahmung dessen, was man eigentlich unter Karneval versteht. Nachdem am Rosenmontagabend die ersten schüchternen Ansätze eines Kar- nevaltreibens zu sehen waren, erschienen von gestern Mittag ab einige Maskierte mehr in den Straßen, aber in der Maskerade war nichts dar- gestellt, was irgendwie als Originalität, oder als Maskenschönheit hätte angesprochen werden können. Das ganze Maskentreiben bestand eigentlich nur aus dem primitiven Mummenschanz einiger musik- beflissenen Zeitgenossen, die mehr laut als schön die Straßen mit musikalischem Lärm erfüllten und dabei nicht nur Töne, sondern auch eingesammelte Geldstücke klingen ließen, anscheinend um darzu- tun, daß man den Fasching auch auf solche Weise begehen kann. Im übrigen waren noch einige andere Masken zu beobachten, die mit lautem Sing- Sang in den Hauptstraßen auf- und abmarschierten, dazu kamen etliche verschiedenartig herausgeputzte Kinder, die übliche Pritschenschlacht und als Haupt- unb Kernstück eine große Menge Volk, die im Seltersweg, über den Kreuzplatz und in der Mäus- burg fpazierengehend im Alltagsgewand bummelte. D as war in den Nachmittags- und in den ersten Abendstunden das Bild des diesjährigen Gießener Karnevals. Erft am späteren Abend konnte man in den Straßen verschiedentlich hübsche Masken bemerken, die sich auf dem Wege zu den -karnevalistischen Veranstaltungen in den Gaststätten befanden und deshalb rasch aus dem Straßenbild verschwanden. In den Gaststätten herrschte naturgemäß frohe Karnevalsstimmung, die verschiedentlich sogar heute in den frühesten Morgenstunden, als manche Volksgenossen sich schon wieder auf dem Wege zur Arbeit befanden, noch andauerte, womit bewiesen wurde, daß die kurze Herrschaft Sr. Tollität des Prinzen Karneval manche Männlein und Weiblein noch bis weit in den Aschermittwoch hinein begeistert hat. Erfreulicherweise verlief das frohe Treiben in voller Ordnung, so daß die Sicherheitsorgane keinen
Anlaß zum Eingreifen hatten.
Ein Kind
unter einem Straßenbahnwagen
Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich am gestrigen Dienstag gegen 18.40 Uhr in der Licher Straße. Dort kam ein Straßenbahnwagen die Licher Straße herab. Als der Wagen in der Nähe des Portals zum Alten Friedhof war, balgten sich einige Buben, offenbar in Karnevalslaune, herum, wobei ein Junge mit einer Narrenpritsche nach dem anderen schlug. Dieser Bub, der acht Jahre alte Fritz Krausch aus dem Anneröder Weg 45, sprang beim Ausweichen vor dem Pritschenschlag auf bas Straßenbahngleis unb unmittelbar vor den gerabe herankommenden Straßenbahnwagen. Obwohl der Wagenführer mit größter Geistesgegenwart auf die kürzeste Entfernung seinen Wagen sofort stellte, wurde der Junge von dem Vorderteil des Straßenbahnwagens zu Boden geworfen und kam dann unter das Schutzbrett vor den Rädern des Wagens. Der Kopf des bedauernswerten Kindes wurde dabei zur Hälfte unter das Schutzbrett eingeklemmt, so baß es erst ben vereinten Bemühungen zahlreicher Männer gelang, das Kind aus seiner schlimmen Lage zu befreien. Aus einem benachbarten Grundstück wurde eine starke Holzstange herbeigeholt, mit deren Hilfe und mit dem tatkräftigen Zupacken einer Anzahl Soldaten und anderer Männer es schließlich gelang, den Straßenbahnwagen soweit zu heben, daß das Kind hervorgezogen werden konnte. Der Junge wurde in dem Straßenbahnwagen sofort mitgenommen und von hilfsbereiten Männern in erste ärztliche Hilfe gebracht, hierauf der Chirurgischen Klinik zugeführt. Dort liegt das Kind mit erheblichen Weichteilverletzungen am Kopfe darnieder. Ob der Unglücksfall für den Knaben noch schlimmere Folgen haben wird ober nicht, kann zur Zeit nicht gesagt werben.
Sonntag Nachmittag im „Schwarzen Rößlein".
„Alles schweige, Jeber neige Nach ber Eingangsthür sein Ohr! Macht mir keine dummen Streiche, Von dem Platz mir Keiner weiche, Gradgesessen, Kopf empor!
„Denn sie werden jetzt bald kommen Die Halunken, die Ihr kennt, Die uns schmählich mitgenommen.
Zeigt Euch auch nicht zu beklommen, Das gaubirt die Kerls am End'!"
„Sie kommen!"
Tiefe Stille herrscht im Saale;
Keine Zunge regt sich mehr.
Kommen da mit einem Male Zwei vom Narrenstaat daher.
Setzen sich wie and're Gäste An den Tisch und trinken Wein. Einer greift dann in die Weste, Sucht, ob nicht ein Bleistift drein.
Mancher schielt auf sie verstohlen.
Deutlich spricht sein Liebesblick: „Mag Euch Kerls ber Teufel holen;
Bräch't Ihr doch noch heut' bas G'nick."
schen Angestellten und einen Studienassessor und schlugen auf beide mit einem harten Gegenstand ein. Das Amtsgericht Büdingen verurteilte G. zu drei Monaten, H. zu zwei Monaten Gefängnis und sprach G., da er ber Tat nicht hinrelchenb überfuhrt war, frei. Auf bie Berufung ber Staatsanwaltschaft würbe bas vorinstanzliche Urteil aufgehoben, H. frei- gesprochen unb G. zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. , _ .
Wegen Beleibigung würbe ber H. V. aus Billertshausen zu 17 Tagen Gefängnis verurteilt.
Amtsgericht Gießen.
Der W. K. II. aus Großen-Bufeck ließ am 14. November 1934 feine Gänse unbefugt auf frembem Gelände weiden. Er erhielt einen Strafbefehl über 2 Mark, gegen den er Einspruch einlegte. In ber gestrigen Hauptverhankstung wurde bie oben erwähnte Strafe beibehalten.
Die bereits mehrfach vorbestraften A. L. aus Hamburg unb H. H. aus Kroppenstebt befanden sich mit gestohlenen Fahrrädern auf Wanberschaft. Am '31. Januar 1935 begaben sie sich in em Kino- theater und suchten sich danach eine Gelegenheit, um einen Diebstahl auszuführen. Im Evangelischen Schwesternhaus zu Gießen fanben sie einen Fensterflügel offen, stiegen ein und versuchten mit einem gestohlenen Jagbknicker die verschlossene Ture zu öffnen, was ihnen jedoch nicht gelang. Unverrichteter Dinge mußten bie Angeklagten wieder abziehen. Während H. zu drei Monaten Gefängnis verurteilt wurde, erkannte bas Gericht gegen den schon vorbestraften L. auf fünf Monate Gefängnis.
"Y" Garbenteich, 5. März. Zu einem schönen Erfolg gestaltete sich das vom Gesangverein „Frohsinn" am vergangenen Samstag im überfüllten Saale des Gastwirtes von S t e u p gefeierte 57.Stiftungsfest. Lehrer Mörschel sprach ein-


