Ausgabe 
6.3.1935
 
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Grundlage für die Begrenzung der Rüstungen geben müsse, und diese Grundlage bestehe noch nicht. Die Verhandlungen, die Simon und Eden Ende der Woche um eine Etappe weiterführen würden, er­öffneten tatsächlich die beste Aussicht auf Her­stellung eines Sicherheitssystems, die sich bisher ge­zeigt habe. Die logische Folge eines angemessen organisierten kollektiven Systems werde in der Ver­minderung der nationalen Streitkräfte bestehen.

Der liberaleNews Chronicle" macht der Regierung den Vorwurf, sie habe die Flinte ins Korn g e w o r f e n , sie verteidige ihren Be­schluß mit Argumenten, die darauf hindeuteten, daß sie die Hoffnung auf die Möglichkeit der Erhaltung des Friedens auf anderem Wege als dem militäri­scher Vorbereitungen verloren habe. Das Blatt be­zeichnet es als ein Unglück, daß höhere Rüstungs­vorschläge von England inmitten der Ver­handlungen über den englisch-fran­zösischen Plan bekanntgegeben würden, auch wenn dies durch das Arbeitsprogramm des Parla­ments notwendig gewesen sein möge Doppelt be­dauerlich findetNews Chronicle" es, daß der Vor­anschlag von einer Rechtfertigungsschrift begleitet worden sei, die den Eindruck mache, als ob das Kabinett die Sendung des Staatssekretärs des Aeußern nach Berlin und Moskau von vorn­herein zunichte machen wolle.

Daily Herold" führt aus, das Dokument des Premierministers, das eine ungeheure Erhöhung der britischen Rüstungsausgaben zu rechtfertigen suche, sei das beste Beispiel vorsätzlicher 23er« anstaltung einer Panik in England, die England seit dem berühmten Feldzug von 1909 be­wegt habe, in dem acht neue Dreadnoughts gefor­dert wurden. Das Weißbuch verfolge den offenbaren Zweck, der mangelnden Volkstümlich­keit dieser kolossalen Ausgaben für kriegerische Vorbereitungen dadurch entgegenzuwirken, daß die Nation überzeugt werde, ihre Sicher­heit sei in Gefahr. Es beide abzuwarten, welche Wirkung es auf die kommenden Verhand­lungen in Berlin und anderen Städten haben werde. Förderlich könne dieser Eindruck nicht sein, aber das scheine der Regierung gleichgültig zu bleiben.

E v e n i n g Standard" spricht von erstaun­licher und gefährlicher Logik. Der Höhepunkt der Ironie sei die Tatsache, daß der Locarnopakt, für den Großbritannien jetzt seine Rüstungen ver­mehre, das ausgesprochene Ziel gehabt habe, eine Abrüstung herbeizuführen. Im Pressedienst der Arbeiterpartei wird das Weißbuch als einB e - trug an der Sache des Friedens" bezeich­net Die Regierung habe das kollektive Friedens­system über Bord geworfen und beginne jetzt ein Rüstungswettrennen, das unvermeidlich d i e Kriegsgefahr vermehren werde. Nie zu­vor sei die Sache der Abrüstung und des Friedens fo gründlich betrogen worden. Niemand habe häu­figer als der Ministerpräsident Macdonald in der Vergangenheit das Land darauf aufmerksam ge­macht, daß Rüstung keine Sicherheit bedeute.

Vor der Wehrdebatie im Unterbaus.

London, 6. März. (DNB. Funkspruch.) Sir Herbert Samuel und die von ihm geführte li­berale Unterhausgruppe haben für die Wehrdebatte am nächsten Montag folgende Ent­schließung angemeldet:Das Unterhaus bedau­ert tief, daß die Art und Weise, in der die bri­tische Regierung die Verhandlungen mit anderen Ländern geführt hat, nicht zu größerer Sicherheit für die Erhaltung des Friedens, son­dern zu der Forderung nach einer erheblichen Mehrausgabe für Rüst ungen geführt hat."

Die Arbeiterpartei wird erst am Mittwoch über ihre Haltung Beschluß fassen. Es ist höchst wahrscheinlich, daß sie einen ähnlichen Antrag einbringen wird. Henderson ist eingeladen wor­den, an der heutigen Zusammenkunft teilzunehmen. Mehrere radikale Mitglieder der Arbeiterpartei sind der Meinung, daß der Inhalt des Weißbuches eine direkte Kränkung für Henderson bedeute, und daß er bei der Unterhausdebatte seinen Rück­tritt vom Vorsitz der Abrüstungs- k o n f e r e n z ankündigen sollte.

Macht und Wirtschaft.

Dr. Goebbels spricht zu den Landesleitern des Reichspropagandaministeriums.

Berlin, 5. März. (DNB.) Am Dienstag fand die monatliche Tagung der L a n d e s st e l l en- lei t e r des Reichsministeriums für Volksaufklä­rung und Propaganda in Berlin statt. Dr. Goeb­bels gab diesen alten Gardisten der Partei einen Einblick in die Werkstatt der Politik. Zwei Pro­bleme ständen im Vordergrund, die beide vonein­ander abhängig seien: die Wirtschaft und die Macht. Ohne Macht könne man keine Wirtschaft aufbauen. Eine leistungsfähige Wirtschaft anderseits sei unerläßlich zur Wiedergewinnung der Macht. Hinter der Lösung dieser großen Probleme müßten die kleinen Tagesfragen zurücktreten. Die Männer in der Regierung hätten auf lange Sicht ge­arbeitet. Das letzte Ziel sei in der Politik ent­scheidend und nicht die Mittel. Dr. Goebbels wandte sich gegen das Denunziantentum und erklärte in aller Schärfe, daß er in Zukunft seine Mitarbeiter gegen alle Verunglimpfungen a u f d a s nachdrücklich st e in Schutz nehmen werde. Der Führer habe bisher bei allen seinen Maßnah­men noch immer Recht behalten und dar­aus sei das blinde Vertrauen der Gefolgschaft zum Führer erwachsen.

Der Rintelen-Prozetz.

Wien, 5 März (DNB.) Im Rintelen-Prozeß wurde der frühere Minister im Kabinett Dollsuß Dr. Kerber sowie Staatssekretär Oberlandes­gerichtspräsident Dr. Glaß vernommen. Beide weilten am 21. Juli in Graz im Hause Rintelens, als Rintelen aus Rom dort eintraf. Beide konnten nichts über eine Verbindung Rintelens mit den Nationalsozialisten oder über ein gespanntes Ver­hältnis zwischen Dollfuß und Rintelen oder gar über irgend welche Absichten Rintelens bekunden, die im Zusammenhang mit den Ereignissen des 25. Juli gestanden hätten. Der frühere General­sekretär im Bundeskanzleramt, Peter, der mit Rintelen dienstlich viel zu tun hatte, äußerte auch nichts Belastendes gegen den Angeklagten. Er sagte nur aus, daß Dollfuß ein gewisses Miß- trauen gegen Rintelen gehabt habe. Der ehemalige Chefredakteur desNeuen Wiener Jour­nal", N a g e l st o ck , äußerte sich dahin, daß das Verhältnis zwischen Rintelen und Dollfuß g u t war. Rintelen habe ihn, den Zeugen, sogar auf» gefordert, in seinem Blatt für Dollfuß einzutreten. Er kennt Rintelen nur als Chistlich-Sozialen des rechten Flügels. Irgendeine Berbindung mit den

Nationalsozialisten ist ihm nicht bekannt. Hof­rat Bohm gab an, daß zwischen Dr. Dollfuß und Rintelen nie andere als sachliche Gegen­sätze bestanden hätten. Das Verhältnis der beiden Männer zueinander sei aber später durch Quer­treibereien vergiftet worden. Der Name Rintelen sei schon während des Pfrimer-Putsches schnöde miß­braucht worden. General Wagner, ein hervor­ragendes Mitglied der Christlich-Sozialen Partei, erklärte, daß Dr. Rintelen auf dem Standpunkt stand, mit den Nationalsozialisten müsse ein Aus­

gleich getroffen werden. Diese Meinung sei von einem großen Teil seiner Parteifreunde geteilt worden, wie denn überhaupt viele Christlich-Sozia­len, insbesondere der Bundesländer, Anschlußfreunde gewesen seien. Rintelen habe selbst niemals mit den Nationalsozialisten Fühlung gehabt, außer in jenen Besprechungen, die mit Wissen und auf Wunsch Dr. Dollfuß' stattgefunden hätten. Dr. Rintelen habe nach solchen Besprechungen mit Nationalsozialisten sofort hervorragende Heimwehrführer von ihrem Ergebnis verständigt.

Der Führer leicht erkrankt.

Der Berliner Besuch des britischen Außenministers verschoben.

Berlin, 5. März. (DMB.) Anläßlich seines Besuches in Saarbrücken hat sich der Füh­rer eine leichte Erkältung, verbunden mit einer Harfen Heiserkeit, zugezogen. Aus ärztliche Anordnung sind daher zur Schonung der Stimme die für die nächste Zeit anberaumten B e - sprechungen abgesagt worben.

Unter diesen Umständen hat die Reichsregierung durch den Reichsauhenminister dem englischen Bot­schafter die Bitte übermittelt, daß der festgelegte Besuch der englischen Minister ver­schoben werden möge.

Die Mitteilung, daß die deutsche Regierung um einen Aufschub des englischen Besuches in Berlin nachgesucht hat, ist den englischen Regierungsstellen am frühen Nachmittag durch den britischen Bot­schafter in Berlin, S i r Erik Phipps, amtlich übermittelt worden. Die englischen Nachmittags­blätter veröffentlichen die Nachricht von dem Auf­schub des Besuches in großer Aufmachung und unter fettgedruckten Schlagzeilen. Der liberale S t a x * meldet, daß die Berliner Mitteilung eine große Ueberraschung in London hervor­gerufen habe.Evening News" meint, daß die

englische Regierung einesympathische Ant­wort" auf die deutsche Mitteilung absenden werde. Preß Association meldet: Anscheinend habe die deutsche Regierung noch keine Andeutung darüber gegeben, auf w i e lange Zeit die deutsch-eng­lischen Besprechungen aufgeschoben werden sollen. Etwaige Vermutungen, daß die Erkrankung Hitlers nicht der einzige Grund für die Aufschiebung der Besprechungen sei, würden in diplomatischen eng­lischen Kreisen nicht geteilt. Einige nichtamtliche Beobachter neigten jedoch der Annahme zu, daß der Aufschub der Verhandlungen mit der gestrigen Veröffentlichung des britischen Weiß­buches über die englische Rüstungspolitik zu ver­binden sei. Im Regierungsviertel sei man jedoch der Ansicht, daß der Hinweis in dem Weißbuch auf dasdeutsche Wiederaufrüsten" keine Neuig­keit für die deutsche Regierung bedeute, da der Präsident des englischen Staatsrates, Baldwin, schon vor einiger Zeit im Unterhaus in ähn­licher Weise über das gleiche Thema gesprochen habe. Es fei noch nicht bekannt, fo fährt Preß Association fort, welche Wirkung der Aufschub des Besuches von Sir John Simon auf die beabsichtigte Reife nach Moskau und Warschau haben werde. Die Lage werde am Mittwoch auf der Kabinettssitzung zur Erörterung kommen.

Giaaisminister Schemm bei einem Flugzeugunglück ums Leben gekommen.

roinnen (Italien), der die Festigung der Verhältnisie auf dem Balkan nicht in die Rechnung paßte. Aber auch für den Fall, daß Veniselos siegen sollte, könnte er das Balkanabkommen nicht ohne weiteres beiseite schieben, denn die Stimmung in Griechenland gegen die erwähnte Großmacht ist nicht besonders freundlich. DieNovosti" erinnern an die Kundgebungen gegen Italien sowie an die Zusammenstöße im Dodekanes und fahren dann fort: Griechenland würde ohne den Balkanpakt absolut nichts be­deuten, sondern in die Lage Albaniens obet eines anderen kleinen Staates geraten, die Spiel­bälle in den Händen jener Großmacht sind. Auch in Paris sehe man die Quelle des griechischen Aufstandes in einer Aenderung der Außen­politik. Veniselos sei in das Lager der Gegner Frankreichs abgeschwenkt.

Der neue Oberpräsident der Rhe'nprov'nz.

Köln, 5. März. (DNB.) Zu der Ernennung von Gauleiter T e r.b o v e n zum Oberpräsidenten der Rheinprovinz schreibt derWestdeutsche Be- o beicht er" u. a.: Die (Ernennung ist das Ergebnis einer vor kurzem stattgefundenen Besprechung der vier rheinischen Gauleiter (Simon, Koblenz; Grohe, Köln; Florian, Düsseldorf und

Scherl-Bildmatemdfenst,

Bayreuth, 5. März. (DNB.) Das Sportflug­zeug des Gauleiters der bayerischen Ostmark Hans S d) e m m verunglückte am Dienstag, 17 Uhr, auf dem Bayreuther Flugplatz. Die Maschine, die von dem Gaupiloten Michael Schmidt gesteuert wurde, war aus bisher ungeklärter Ursache unmittelbar nach dem Start mit einer Tragfläche an den Winbsack auf dem Dach der Flugzeug­halle geraten. Die Tragfläche brach, und die Maschine st ü r z t e ab. Während der Pilot mit leichteren Verletzungen davonkam, waren die Ver­letzungen des Gauleiters e r n st e r Natur. Er wurde sofort in das Städtische Krankenhaus Bay­reuth gebracht und dort operiert, ist jedoch gegen Mitternacht den schweren Verletzungen erlegen. Der Führer sandte auf die Nachricht vom Tode des Gauleiters folgendes Telegramm an Frau Staatsminlster Schemm, Bayreuth: Auf das ttefste erschüttert über das Unglück meines alten treuen Parteigenossen und Mitkämpfers spreche ich Ihnen mein bewegtes Beileid aus. (gez.) Adolf Hitler."

*

Der auf so tragische Weise ums Leben ge­kommene Gauleiter und Staatsminister Hans S ch e m m war gleichzeitig Führer des Natio- nalsozialistischen Deutschen Lehrer- b unb es, Leiter bes Hauptamtes für E r - Ziehung bei ber Reichsleitung ber NSDAP, unb bayerischer Minister für Unterricht unb Kultus. Er würbe 1891 in Bayreuth ge­boren, besuchte bas Lehrerseminar unb war zunächst Lehrer in Neufang bei Wirzberg. Währenb bes Krieges würbe Schemm als nicht voll verwenbungs- fähig in bakteriologischen Laboratorien unb beub schen Lazaretten eingesetzt. Hier holte er sich eine Tuberkuloseinfektion. Nach bem Kriege trat er roieber in ben Schulbienst. Er nahm an ber E r - oberung Münchens burch bas Freikorps Epp teil. 1921 würbe er Leiter eines bakteriologisch- chemischen Institutes in Thale am Harz, ein Jahr

Athen, 5. März. (DNB.) Der Kampf zwischen ben Regierungstruppen unb ben Aufstänbischen h a t seinen Anfang genommen, bie Artil­lerie ist in Tätigkeit getreten. Bei ber Insel Amor- gos würbe ein Schiff ber Aufstänbischen gesichtet, bas mit Vollbampf auf bie Insel Santorin Kurs hält. Wie bie Flugzeuge melben, fahren bie Meu­tererschiffe getrennt Der Stanbort bes Kreuzers Aweroff" ist unbekannt. Der heutige Kriegsrat hat fünf weitere Altersklassen einberufen. Buba- pester Blätter stellen übereinftimmenb fest, baß Zwar auf bem Festlanb bie Lage für bie Regierung günstig sei, jeboch bie Inseln sich voll st ä n - bi g in Hänben ber Aufstänbischen be­fänden. Auf Kreta habe Veniselos einen breigliebrigen revolutionären Voll­zugsausschuß gebilbet, ber biktatorische Maß­nahmen ergriffen habe. Alle Staatsgelber seien von ben Aufstänbischen beschlagnahmt worben; ber Voll­zugsausschuß beabsichtige, eine Zwangsanleihe auf­zulegen. In Saloniki sollen bie Aufstänbischen nach einem blutigen Gefecht zurückgeschlagen worben sein. Die Macht ber Aufstänbischen stütze sich hauptsächlich auf bie Flotte, bie v o l l st ä n b i g in ihren Hänben sei. Auf bem KreuzerAwe- roff" sollen 25 Matrosen, bie sich gegen bie Revo- lution erklärt hätten, erschossen worben sein; ebenso soll ber Präfekt ber Insel Kreta Segu- r o w, sowie ber ehemalige Präfekt Meimara - k i s stanbrechtlich erschossen worben sein. Die Regierung habe bie Anorbnung, wonach Sparein- iagen von ben Banken nicht ausgezahlt werben surfen, roieber aufgehoben. Veniselos habe jetzt bie ^bstcht, zum Angriff überzugehen unb Truppen an ber Subtufte zur Besetzung Athens zu lanben

-Der frühere Außenminister unb Mitarbeiter von Veniselos Michalakopulos hat sich an Deni- |eios gewandt unb unter Hinweis auf bie Vater­landsliebe den Abbruch des Aufstandes

später wiederum Lehrer in Bayreuth. Hier wurde er Mitglied ber NSDAP, unb grünbete 1925 ben Gau Oberfranken. Schemm hat auch ben Nationalsozialistischen Deutschen Lehrerbunb geschaffen. Im April 1933 würbe er bayerischer Minister für Unterricht unb Kultus. Mit Hans Schemm ist einer ber ältesten Nationalsozialisten unb eine ber markantesten Gestalten im politischen Leben, insbesondre Bayerns, ein Führer unb Weg­weiser ber beutschen Erzieherschaft hingegangen.

DieTrauer der deutschen Erzieher

Das Hauptamt für Erzieher unb ber Na tionalsozialistische Lehrerbunb roibmen ihrem verstorbenen Reichsamtsleiter fol- genben Nachruf:

Tiefste Trauer erfüllt alle beutschen Erzieher unb Erzieherinnen, bie, im Nationalsozialistischen Lehrerbunb geeint, ben so plötzlichen unb allzu frühen Tob ihres unersetzlichen Leiters Hans Schemm beklagen. Sein Wille unb seine Tatkraft schufen b i e große beutsche Erziehergemeinschaft, bie seit Pestalozzis unb Fichtes Zeiten als Sehn­sucht in ben Herzen ber Erzieher aller beutschen Schulzweige glühte. Als ragenbes Symbol bieser Gemeinschaft erftanb aus feiner Jbee heraus bas Haus ber beutschen Erziehung in Bay­reuth, ber Stabt Wagners unb Chamberlains, ber Bahnbrecher für ben Weg ins Dritte Reich. In ber gotisch gerichteten Weihehalle bieses seines Lieb­lingswerkes wirb Hans Schemm aufgebahrt werben. Hans Schemms Größe im Denken, feine unerschütterliche Kameradschaftstreue zu seinen Volksgenossen, seine Wärme bes Herzens für Deutschlands Jugenb charakterisieren ihn als ben geborenen beutschen Erzieher. Hans Schemm ist tot. Sein ©eift lebt in seinen Werken unb Taten unb verpflichtet alle beutschen Erzieher zu treuer Nachfolge.

(gez.) Max Kolb,

Hauptstellenleiter im Hauptamt für Erzieher, Reichsgeschäftsführer bes NSLB.

geforbert, ber bem Laube eine Wunbe schlage, bie kaum in zehn Jahren sich schließen werbe. Grie­chenland werbe zu einem Fetzen Europas.

Kriegsminister Konbylis hat sich zum letzten­mal in einem Aufruf an bie Aufstänbischen mit ber Forderung gewandt, d i e Waffen abzugeben und sich ber rechtmäßigen Regierung zu ergeben, ba sonst ber Schrecken bes Krieges in Ostmazebo- nien burch Bombenflieger, Reiterei, Artillerie unb Infanterie noch erhöht werben würbe. Er hoffe, baß bas Vergießen von Bruberblut, das durch die Schuld von Veniselos fließe, ein Ende nehme. Kondylis hat sich an die Strymon-Front begeben, um persönlich die militärischen Unterneh­mungen zu leiten. Die Regierungstruppen haben nach Wiederaufbau der von den Aufständischen zer­störten Brücken ben Strymon überschritten unb be- jinben sich im Vormarsch. 21 Flugzeuge bom- barbieren bie Aufstänbischen, bie in großer Un- orbnung flüchten. Die brahtlose Station von Pha - leron fing einen Funkspruch des Aufstandischen- Admirals D e m e st i ch a auf, wonach der Kreuzer Aweroff" nur noch mit sieben Seemeilen fahre, was auf das erfolgreiche Bombardement durch Flugzeuge zurückgeführt wird.

Außenpolitische Hintergründe?

Veniselos und der Balkanpakt.

Belgrad, 5. März (DNB.) Die südslawische Presse betrachtet bie Entwicklung in Griechenlanb nicht ohne Sorge. Die Agramer N o v o st i " er­klären, bie Haupttolle beim griechischen Aufstand spielt zweifellos bie Außenpolitik. Veni­selos hatte vor etwa einem Jahre betont, baß er nicht gesonnen sei, bas Abkommen über ben Balkanpakt anzuerkennen. Es war ihm gelungen, für seine Politik eine Großmacht im Mittelländischen Meer zu ge=

Ierbdden, Essen) mit Ministerpräsident Hermann Göring. Die Gauleiter hatten die Bitte ausge­sprochen, die akut gewordene Nachfolgefrage des rheinischen Oberpräsidenten durch die Ernen­nung des di en st ältesten rheinischen Gauleiters zu losen. Dieser Bitte ist entspro­chen worden. Diese Regelung ist bis zurSchaf- f u ng ber Reichsgaue gedacht, da die jetzige Rheinprovinz nicht Reichsgau werden, sondern in mehrere Reichsgaue aufgehen wird.

Die Mütterschulung in der NG.-Frauenschaft.

Die letzte Rede des verunglückten bayrischen Kultusministers.

Koburg, 5. März. (DNB.) Auf Schloß Hohenfels würbe am 5. März eine Tagung über Mütterschulung eröffnet. Hierzu waren außer den Gauamtsleiterinnen aller deut­schen Gaue auch bie Sachbearbeiterin­nen für Mütterschulung erschienen. Nach einer Eröffnungsansprache ber Reichsführerin ber NS.-Frauenschaft, Frau Schultz-Klink, leitete ber heute abenb bei einem Flugzeugunglück ums Leben gekommene bayerische Kultusminister Schemm bie Tagung mit einem Vortrag über bie Erziehungsinbee im nationalsozialistischen Staate ein. Eine wahre Mutter sei, so sagte er, in ihrem kleinen Kreise von jeher Nationalso­zia l i st i n gewesen, beim sie habe ja von Natur aus bie große Aufgabe, für bie Gemein­schaft ihrer Schutzbefohlenen Tag für Tag zu sorgen. Es gelte nun, biefen Gemeinschafts- gebauten von ber Familie a u f bas ganze Volk z u übertragen. Die beutsche Frau und Mutter sei bie Repräsentantin bes Zukunftsgeban- kens unb ber ewigen Erneuerung bes beutschen Volkes. Dieses Bewußtsein, hochgemut unb ibeali- stisch betätigt in sorgendem Wirken für Familie unb Volk, sei praktische Religion. Die äußere Form bes Dogmas unb ber Kirche sei babei nicht bas Wesentliche Vielmehr werbe sich manche Form, bie bas kommende Zeitalter noch zu gestalten habe, ergeben aus derjenigen Ideenwelt, der es am besten gelingen werde, die Liebe zur Gemeinschaft in werktätiger Hilfe zum Ausdruck zu brin­gen. So sehr es für die deutsche Frau notwendig sei, sich für die praktischen Ziele ihres Wirkens vor- zubereiten unb zu schulen, so sei doch ausschlag- gebenb für ben Erfolg bie primäre Einstellungsbe­fähigung unb Gewilltheit, über ben Egoismus ber Vergangenheit hinwegzugelangen unb mitSelbst­losigkeit, Opfermut unb warmem Her­zen Helferin, Retterin unb Fürsorgerin bes beut­schen Volkes zu sein. Als bas große Ziel müsse ber beutschen Frauenwelt oorschweben, eine neue tatkräftige unb glückliche Jugenb bem beutschen Volke zu schenken.

Reichsminister Sr. Goebbels auf ber Leipziger Messe.

Der Reichsminister für Volksaufklärung unb Pro- paganba Dr. Goebbels ist zum Besuch ber Leip­ziger Frühjahrsmesse eingetroffen. Zunächst würbe bie Kunstgewerbeschau im Grassi-Museum besucht, bann bie große Technische Messe unb schließlich noch einige Meßpaläste in der Innenstadt. Dr. Goebbels wurde überall herzlich begrüßt. Der Minister hat seinen Eindruck von ber Messe in bie Worte zusam­mengefaßt:Die Leipziger Messe erfüllt jeben Be- sucher mit tiefer Bewunberung für deutsche Tatkraft, Intelligenz unb Unternehmungs- freube; sie ist auch biesmal roieber eine Musterschau ber beutschen Gesamtprobuktion."

Dr. Goebbels unb Begleitung besuchten am Abenb bas Geroanbhaus-Sonberkon- zert, bas von Hermann Abenbroth birigiert würbe. Nach ber Ouvertüre zu Benvenuto Cellini von B e r l i o z brachte Kammersänger W i 11 r i s ch von ber Staatsoper Berlin u. a. zum Vortrag0 kommt im Traum" von Franz Liszt,Verbor­genheit" unbWer ifts?" von Hugo Wolf sowie Morgen" unbCäcilie" von Richard Strauß. Den Abschluß bes Konzert bilbete Beethyvens

S 9 w p hon i e. Währenb ber Pause unterhielt id) Reichsminister Dr. Goebbels angelegentlich mit Jem Dirigenten Hermann Abenbroth unb bem So­listen Marcel Wittrisch.

Der Kampf gegen die Aufständischen in Griechenland Hai begonnen.