Ausgabe 
6.2.1935
 
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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Mittwoch, 6.5ebruar 1935

Ur. 31 Dritter Blatt

Oer Stemhimmel im Februar

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Die Olympiade - Ausstellung in Berlin

sich bann die beiden inneren Wandler vom Saturn; liier Merkur kehrt freilich bald wieder um und ver-

Steme:

Handball im Gau XII Lahn-Dillkreis

Pause überlegen von den Gästen geführt, wurde Dam. ausgeglichener und brachte nur noch drei

schwindet dann

ebenso wie der Saturn in

Dornholzhausen

Spv. 05 Wetzlar

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Strahlen der Abendsonne. Die Venus jedoch weiter, wird dadurch immer länger sichtbar

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liegt nicht auf den breiten Landstraßen, wo großen Autos fahren, das Glück liegt ganz anders. Soll ich dir's zeigen?"

Da ließ der große Mensch sich führen wie kleines Kind. Gerlinde aber schritt mit ihm in

Jupiter

Saturn

Kleine Buch- staben

Merkur

Venus

absolvierte, ebenso die Platzmannschaft, mit dieser Begegnung das letzte Spiel der Verbandsserie. Die Elf brachte einen sicheren Sieg nach Hause. Die schlechten Platzverhältnisse hinderten die Spieler stark in ihrer Entfaltung. Der Kampf, vor der

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Da, Großvater, ist noch eine meine liebe Schwester Gisela."

Kinder Kinder meiner Klara. Oh, warum hat der Herrgott unsere Wege nicht eher zusammen­geführt? Warum so spät? Und doch, niemals ist es zu spät, wenn man wieder gutmachen will. Ach, was habe ich meinen Trotz, meine Härte gebüßt ..

In diesem Augenblick setzten die Hochzeitsglocken ein. Das war gut, sehr gut; so konnte ein jeder erst einmal der tiefen Bewegtheit Herr werden, während der Zug sich ordnen mußte.

Wie über einen Teppich ging der Hochzeitszug den Weg, der dicht mit Blumen bestreut war, vom Schloß hinüber zur kleinen Kapelle.

Feierlich spielte die Orgel. Gerlinde schien alles, alles ein wundersamer Traum, und doch war herr­liche Wirklichkeit geworden, was sie damals ge­träumt hatte nur die Mutter war nicht mehr dabei.

Wie gut der alte Geistliche predigte! Man fühlte ganz deutlich, was für ein Kinderherz er sich be­wahrt hatte.

Die Liebe ist langmütig", predigte er jetzt die schöne Stelle des Korintherbriefes;sie erträgt alles, sie.glaubet alles, sie hoffet alles, sie duldet alles .

kleinen Sorgen mit ihr, aber auch die vielen Freu­den, die das neue Leben gebracht hatte und täglich brachte.

Der alte Friedrich, der feinem Herrn so ergeben war, strahlte, wenn die junge Schloßherrin an ihm vorüberging und ihm freundlich zunickte.

Ein Engelchen, wirklich ein Engelchen un­sere gnädige Frau", sagte er dann immer wie­der. Und feine Meinung war die Meinung auf dem ganzen Schloß.

Nur Baron Gersheim machte manchmal scherz- hafterweife ein betrübtes Gesicht, und wenn Ger­linde ihn nach dem Grunde fragte, sagte er:

Ach, mein Herzlein, es will mir gar nicht ge­fallen, daß du nun auch so reich bist. Da kann man dir wohl gar keine Freude mehr machen?"

Mit diesen Worten war er auch eben wieder auf die sonnige Terrasse getreten, auf der Gerlinde und Scholzchen ihr Frühstück einnahmen.

Aber Günter!" sagte Gerlinde mit liebem Vor­wurf.Du kannst mir schon noch Freude machen. Es ist doch alles Freude für mich, was von dir kommt. Sehe ich doch, wie lieb du mich hast, und das ist doch das Allerfchönste."

Wirklich?" hatte Baron Gersheim glücklich zu­rückgefragt und feine junge Frau von ihrem Sessel emporgezogen.So komm jetzt, Lindekind!"

Lächelnd war Gerlinde dem Gatten gefolgt. Sicher plante er eine kleine Ueberraschung, wie es so seine Art war.

Dann aber staunte sie doch. Unten vor der Frei­treppe stand ein ganz entzückender kleiner Wagen ein Sportzweisitzer. Er sah genau so aus wie derjenige, den Gerlinde damals gewonnen hatte, als sie noch ein kleiner Mannequin war im Mode­haus Merkur.

Sie blickte dem Mann in die Augen, den sie so sehr lieb hatte, und ohne daß sie daran gedacht hätte, quoll ihr dieselbe Frage über die Lippen wie damals:

Was soll ich denn mit einem Auto?"

Dann aber nahm sie ihren Mann bei der Hand und sagte lächelnd:

Das hast du sehr schön gemacht, Günter, und ich danke dir auch tausendmal. Aber eines weißt du doch nicht, du lieber, kluger Mann: Das Glück

Sonnenaufgang von 7.45 bis 6.50 Uhr, Sonnen­untergang von 16.45 bis 17.35 Uhr.

Lichtgestalten des Mondes: 1. Viertel am 10. um 10 Uhr, Vollmond am 20. um 7 Uhr, letztes Viertel am 26. um 11 Uhr.

Die Zusammenkunft des äußersten Planeten, des Saturn, mit den beiden inneren, Venus und Mer­kur, die am Schluß des vorigen Monats zu sehen aiar, hält auch noch in den ersten Tagen dieses Monats an; freilich ist sie auch nur wieder in der

Preisklasse I.

In der Kreisklasse I kam die Begegnung Tv.

Bezirksklasse.

Das Spiel zwischen Mtv. Gießen Tuspo Mar­burg kam nicht zum Austrag, da die Gäste nicht antraten und Gießen so kampflos zu zwei Punkten kllm. Ueberhaupt fielen einige Spiele auch in den Kreisklassen, der schlechten Platzverhältnisse wegen, aus.

steht am 25. sehr nahe dem Frühlingspunkt, dessen Stellung man auf diese Weise leicht finden kann. Gegen Ende des Monats ist sie abends gut andert­halb Stunden sichtbar. Die beiden äußeren Wand­ler, der Mars und der Jupiter, erscheinen nun auch immer früher; beim Mars kann man schon vom Verschieben auf den Abendhimmel" sprechen, denn er ist gegen Ende des Monats schon vor 22 Uhr zu sehen. An seinem größer werdenden Abstand von der Spica kann man leicht seine Bewegung ver­folgen. Der Jupiter dagegen geht erst nach Mitter­nacht auf.

Am Fixsternhimmel beanspruchen noch immer die Winterbilder unsere Hauptaufmerksamkeit. Der Orion steht nun den ganzen Abend über so hoch, daß wir auch das unter ihm stehende Bild des Hasen sehen können. Links über ihm erstrahlen die Zwillinge, deren westlichster St^rn die höchste Stelle des Tier­kreises angibt. Seinen Namen führt das Sternbild nach feinen Hauptsternen, die den beidenDiolsku- ren" Castor und Pollux geweiht waren. Offenbar hat man die beiden Sterne als ähnlich, als eine Art Zwillinge empfinden. Nach neueren Forschun­gen ist dies nur teilweise richtig. Zwar ist die Ent­fernung der beiden nicht sehr verschieden; sie beträgt

Der die 24 Stundenzahlen von Mittet* nacht bis Mitternacht eines Tages ent» haltende Kreis und die dick punktierte Linie, der sogenannte Horizont, sind fest stehend zu denken. De. Sternhimmel dreht sich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil gewissermaßen dem Zei» ger der Himmelsuhr in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne des gebogenen Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatsmitte sicht­baren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Mo­natsmitte. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Be­obachtungsstunde zeigt; dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hin­eingedreht. Für je 5 Tage vor der Mo­natsmitte ist der gerade Pfeil % Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monats- mitte Vs Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellun­gen ein, wenn er die angedeutete Licht- Gestalt zeigt.

sonnigen Park hinein. Immer tiefer, immer tiefer bis sie zu einem ganz schmalen Weglein kamen, auf dem nur zwei Menschenkinder dicht nebeneinan­der gehen konnten.

Still gingen die beiden diesen Weg, dicht an­einandergeschmiegt, zwischen den hohen Tannen. Es war der Weg, den sie im Volksmund den Hoch­zeitspfad nannten, und von dem die Sage ging, wenn zweie ihn schritten, die sich von ganzem Her­zen lieb hätten dann führe er mitten ins Paradies»

Nun war alles so anders geworden. Gerlinde von Gersheim war nicht mehr das arme Mädchen aus dem Berliner Norden, sie war die Enkelin des reichen Grafen Nyssen und konnte sich jeden Wunsch erfüllen. Aber Gerlinde schien das wenig zu be­rühren; mehr freute sie diese Tatsache für ihre Schwester Gisela, die mit ihrem Scholzchen auf das großväterliche Schloß übergesiedelt war.

Graf Nysfen liebte feine Enkelkinder mit dersel­ben Liebe, mit der er feine einzige Tochter Klara geliebt hatte, und Gerlinde und Gisela versuchten, seinen Lebensabend noch recht schön zu gestalten.

Es war nun in alle Dinge Klarheit gekommen. Manche Zusammenhänge waren aufgedeckt. Auch die Worte ihrer Mutter auf dem Sterbebett wußte sich Gerlinde jetzt zu erklären. Großvater hatte ihr von jener Anzeige in den Berliner Tageszeitungen erzählt. Gewiß hatte die Mutter diese Anzeige ge­lesen, denn eine Zeitung hatte ja bogelegen; und sie hatte darüber jenen freudigen Schreck bekom­men, der leider gleichzeitig ihr Tod gewesen war.

Die irdischen Ueberreste der stillen Dulderin waren nach Schloß Buchenrode übergeführt worden, wo man sie in der Ahnengruft beigesetzt hatte. Noch einmal war der Schmerz der Hinterbliebenen furcht­bar gewesen. Graf Nysfen war tagelang wie ver­steinert gewesen, dann aber hatte ihn das eine all­mählich getröstet, daß die Tochter ihm auf ihrem Sterbebett verziehen hatte und selig gestorben war in der Gewißheit, daß ihre Kinder nun die Liebe genießen würden, die ihr auf dieser Erde nicht mehr hatte zuteil werden sollen.

Scholzchen war glücklich in Gerlindes Nähe. Sie umsorgte sie wie eine Mutter und teilte all die

etwa 20 Lichtjahre, sie können also noch als unsere Nachbarsterne angesehen werden und sind auch in Wirklichkeit, nicht nur am Sternhimmel nicht allzu­weit voneinander entfernt, und auch ihre Helligkeit ist nicht nur für'uns, sondern auch an und für sich nicht sehr stark verschieden: Sie sind beide ungefähr 25mal so hell wie unsere Sonne. Aber sonst weichen sie doch recht stark von einander ab! Der beim Auf­gang tiefer stehende und etwas hellere Pollux ist ein Stern wie viele andere auch. Er ist einroter Riese". Sein Wärmezustand ist nicht hoch, jeden­falls viel niedriger als der unserer Sonne, und da er doch wesentlich heller leuchtet als sie, so muß er eben sehr viel größer sein. Da aber die Masse aller

3,9) aufzuweisen.

Das angefetzte Jugendentscheidungsfpiel um die Kreismeisterschaft in Allendorf/Lahn zwischen MTV. Gießen TG. Wetzlar-Niedergirmes fiel ebenfalls aus.

Preisklasse III:

Tv. Münchholzhausen Tv. Lützellin­den 11:6 (6:1): Einen überraschenden ober ver­dienten Sieg erfocht sich die zweite Mannschaft von Münchholzhausen im letzten Derbandsspiel dieser Klasse, auf eigenem Platz gegen die starken Gäste. Die Mannschaft war während des ganzen Spieles tonangebend und hatte bereits bis zur Pause einen entscheidenden Vorsprung herausgespielt. Die zweite Hälfte brachte ausgeglichenes Spiel und beiden Par­teien mit je fünf Toren die entsprechenden Erfolge.

Tv. Münchholzhausen I Tv. Heu­chelheim I 12:11 (2:10): Ein Gesellschaftsspiel mit dramatischem Verlauf zwischen einem Bezirks­klassenverein und einer führenden Mannschaft der Kreisklasse, kam in Münchholzhausen zur Durch­führung. Nach der Pause wurde dem Kampf durch die Platzbesitzer eine etwas harte Note gegeben. Die Mannschaft setzte nunmehr alles auf eine Karte und holte dann auch Tor um Tor auf. Die Gäste

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nicht zur Durchführung, da hier ebenfalls die Gäste auf die Punkte verzichteten, indem sie nicht an­traten, während in Groß-Rechtenbach sich

To. Groß-Rechtenbach To. 21 b a d) 3:3 trennten. Die Begegnung brachte einen Spiel­abbruch. Das Spiel begann flott und brachte bald die Mannschaft der Gäste in Führung, die kurze Zeit später auf 2:0 erhöhten. Der Gastgeber kam nun auch seinerseits besser in Schwung und ge­staltete bas Treffen ausgeglichen. Nachdem Die Mannschaft durch zwei abgeschlossene erfolgreiche Angriffe den Gleichstand hergestellt hatte, übernahm sie im weiteren Verlauf seinerseits die Führung. Das Spiel stand nunmehr 3:2 und wurde recht hart, das zur Folge hatte, daß je ein Spieler der Mannschaften des Feldes verwiesen wurden. Der Kamps nahm an Härte weiter zu und die Gäste glichen bald aus. Um Kollisionen zu vermeiden, brach der Schiedsrichter das Spiel ab. Damit war die erste Hälfte noch nicht abgeschlossen.

Kreisklasse II.

Auch in dieser Klasse kam das angesetzte Treffen Lollar Launsboch nicht zur Durchführung.

Tv. Staufenberg Tv. Dorlar 2:6 (1:4). Der Tabellenführer und Meister dieser Gruppe

1,74 D.j).

2,70 D.j), feine N5.«

]ingen ein: 54 + 28), nere 9)1 fr fßoltstag Wäscher cgung in t, Dörrn« Kenntnis« Syrisches 57 + 54).

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Tore, von denen der Gast zwei und die Platzelf eins auf ihr Konto brachten. Dorlar hat nach Be­endigung der Runde aus zehn Spielen ein Punkt­verhältnis von 19:1 und 119:31 Tore (Durchschnitt

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Sterne nicht sehr verschieden ist, so müssen wir ihn uns sehr dünn vorstellen. Also kurz gesagt, er ist ein nicht allzu hell glühender, aber mächtig aus­gedehnter Gasball. Sein Zwillingsbruder Castor Dagegen ist einer der merkwürdigsten Sterne des Himmels. Schon lange wußte man, daß er ein so-, genannter Doppelstern ist und daß die beiden Son­nen sich in einem Zeitraum von ungefähr 300 Jahren umkreisen. Nunmehr aber hat sich heraus­gestellt, daß jede dieser beiden Sterne auch wieder aus zwei Sonnen besteht, von denen das erste Paar 3, das zweite 9 Tage zu einem Umlauf braucht. Bei so schnellem Umlauf müssen sie sehr nahe beieinander stehen. Um diese ganze innere Gruppe läuft in größerer Entfernung wieder ein Begleiter, und auch dieser hat sich als doppelt er­wiesen. So ist das, was wir so schlechtwegCastor" nennen, eine Gruppe von nicht weniger als 6 Son­nen. Die hellsten von ihnen sind im Gegensatz zum Pollux sehr viel heißer als unsere Sonne, sie leuch­ten demnach heller, Dürften aber etwa von Der­selben Größe sein.

Taten für den 6. Februar 1935.

1813: Aufruf Yorcks an Die preußischen Stände; 1872: der Dichter Wilhelm Schmittbonn in Bonn geboren; 1922: Kardinal Achille Ratti wird Papst (Pius XI).

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Was soll ich denn mit einem Auto?

ROMAN VON KÄTHE METZNER.

Urheberrechtsschutz: Fünf-Türrne-Verlag, Halle (S.).

(Schluß.)

In dem alten guten Herzen der Direktrice wogte es auf und nieder. Ach, wenn das möglich wäre sie würde sich gewiß niemals aufdrängen; aber ein bißchen von ferne Gerlindes Glück sehen, das schien ihr doch das Schönste, was der Herrgott ihr auf Erden noch schenken konnte.

Aber die Firma?" warf sie doch noch ein.

Ach, Scholzchen, die haben ja deine Kraft vierzig Jahre gehabt Nun ist's genug. Man darf auch nicht so egoistisch sein. Schließlich wird ein junges Blut auch recht froh, wenn so 'ne Alte mal abgeht und eine Stell- frei wird", scherzte Gisela, Die sich bei Der guten Nahrung Der letzten Tage unD Der Sorglosigkeit, Die ihr nun mit einem Male be- schieden war, schon etwas kräftiger fühlte und sich mit Scholzchen ebenfalls bereits angefreundet hatte.

So fuhren denn die Schwestern mit ihrer mütter­lichen Freundin nach dem herrlichen Süden. Gers­heim aber fuhr zurück in die geliebte Heimat, die nun bald auch Gerlindes Heimat sein sollte. Er hatte den Kopf voll schöner Pläne; aber er dachte nicht an sich selbst bei alledem, sondern am aller­meisten an Gerlinde, die er so glücklich machen Wollte, wie eine Frau nur sein kann.

11. Kapitel.

Traumhaft schön lag der Frühling über dem lieblichen Thüringer Land. In dem geheimnisvol­len Schoß Der Dunklen WälDer regte sich neues Leben, unD Die herrlichen WalDwiesen ftanDen, von weißen Margueriten übersät, bräutlich geschmückt.

Aber schöner als dieses alles fand Günter von Gersheim feine junge Braut, die er heute zum Altar führen wollte.

Gerlinde sah ergreifend schön aus in ihrem bräutlichen Gewand. Ihre Augen strahlten, wie Don einer Sonne durchleuchtet, die tief aus ihrem Innern kommen mußte.

Scholzchen, die die Brautmutter vertrat, wandte keinen Blick von ihrem Liebling; aber auch Gisela, bie wenn sie sich auch noch sehr schonen mußte ihre Gesundheit völlig wiedergewonnen hatte, ichaute ohne den leisesten Neid auf die Schwester.

Heute wußte Gisela, daß Gerlinde, Die sich nicht hatte ablenken lassen von ihrem reinen Wege, rich­tig gegangen war. Aber auch sie war nun innerlich stark geworben durch das Leid, das sie hatte durch­gehen müssen, und ihre Seele war auch zu Ruhe unD FrieDen gekommen. Niemals mehr sehnte sie sich in die Welt Des Ruhmes und Glanzes zurück.

Die OlympiaDe-Ausstellung in Berlin enthält neben WieDergaben von BilDwerken, Die frühere olym­pische Wettkämpfe Darstellen, auch Modelle Der in DeutschlanD für 1936 bestimmten Sportanlagen. Der Mittelpunkt Der Ausstellung ist Das hier wiedergegebene Modell des zukünftigen Reichssport» feldes in Berlin-Grunewald, das Der Schauplatz Der Olympischen Spiele 1936 fein wird.

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^oon Der sie früher geträumt hatte, unD Die sich als eine so tückische Welt Der Lüge und des Scheins erwiesen hatte.

Auch aus Giselas Antlitz waren die Spuren ihres einstigen Lebens so gut wie ausgelöscht. Sie hatte wieder Den Hauch gefunDer Röte auf Den lieblich gerundeten Wangen wie Gerlinde.

Es war eine ganze Anzahl Gäste geladen. Und keiner hatte Gersheim eine Absage gegeben selbst sein alter Schachfreund Graf Nysfen nicht, den er als Trauzeugen gebeten hatte.

Eben fuhr unten wieder ein Wagen vor, dem ein alter, würdiger Herr entflieg, der mit rüstigen Schritten und in noch immer tadelloser Haltung vor den beiden Lakaien her die Freitreppe des Schlosses hinaufeilte.

Es schien, als ob Gersheim diesen Gast ganz be­sonders auszeichne. Zumindest strahlten feine Augen beim Anblick des Alten hellauf, der ihm ebenfalls herzlich beide Hände drückte.

Oh, wie ich mich freue, Graf Nysfen, daß es mir gelungen ist, endlich einmal Den alten Fuchs aus Der Höhle zu locken", scherzte Baron Gersheim qlückstrahlenD. Dann schob er sanft Gerlinde zu dem Grafen hin:Und hier mein Bräutchen! 2Zrld nun meine kleine Frau Fräulein Gerlinde Steinbrück."

Graf Nysfen schaute Gerlinde an, Doch plötzlich schien ihn ein SchwinDelanfall zu überkommen. Er taumelte unD fiel schwer in Den Sessel, Den Gers­heim im Moment noch, geistesgegenwärtig, herbei­gezogen hatte. Graf Nyssen war aschfahl.

Aber auch GerlinDe war nicht ruhig geblieben. Ihr Gesicht war auch jäh erblaßt.

EnDlich stieß Graf Nyssen hervor:

Gersheim Sie erinnern sich im Turm­zimmer Das BilD ..."

Gersheim nickte. Ja, er erinnerte sich nur zu ge­nau. Aber ..?

Ihre Braut kein Zweifel, Der Name stimmt. Wie hieß Ihre Mutter, liebes KinD?" roanDte sich Graf Nyssen, bebenD vor Erregung, an Gerlinde.

Meine Mutter? Klara Steinbrück geborene Grä­fin Nyssen", sagte Gerlinde wie unter einem Zwang

O Gott!" Der alte Mann stöhnte auf.Klara meine Klara! Gerlinde, du mein, liebes Enkel­kind, wo wo ist deine Mutter?"

Mutter ist tot." Jetzt schluchzte Gerlinde laut. Sie war auf den alten Mann zugetreten, Der bei Gerlindes Antwort völlig in sich zusammengesunken war, und ihre weiche Hand streichelte behutsam über sein silberweißes Haar.

Großvater lieber, lieber Großvater ..."

Graf Nyssen schämte sich seines Schmerzes nicht. Mühsam raffte er sich auf, und da stand der große Mann wie eine alte Eiche, aber die Tränen liefen ihm über die Wangen wie einem kleinen Kind.

Er zog Gerlinde an sein Herz, diese aber wandte sich nach der Schwester um, Die noch gar nicht recht begriffen hatte.

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