Ausgabe 
6.2.1935
 
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Aus der Provinzialhauptstadt.

Wechsel in der

Leitung des Gießener Stadttheaters.

Intendant Hanns König, der im Juli 1933 als Nachfolger des nach Darmstadt berufenen 3nfen- tanten Dr. Rolf p r a f ch die Leitung des Gießener 5tadttheaters übernahm, wird, wie wir hören, mit llblauf der gegenwärtigen Spielzeit feinen Posten «erlassen. Die Kündigung des Dienstvertrages if bereits ausgesprochen worden. Mit der für die «eue Spielzeit 1935/36 notwendig werdenden Reu- lesehung des Gießener Intendantenpostens ist, wie ' pir im Zusammenhang damit erfahren, auch eine Neuordnung der Spielplangestaltung in Aussicht genommen. Jedenfalls dürfte von der mchsten Spielzeit ab das Schwergewicht der künst- trifchen Arbeit am Gießener Stadttheater wieder iuf das Schauspiel gelegt werden, wie das früher ter Fall war und auch von uns des öfteren an­geregt worden ist; es wird mit einer gewissen Ein­schränkung des Operettenrepertoires zu rechnen sein, i inb es würde sich aus der Reugestaltung ein Spiel- j plan entwickeln lassen, der für die künstlerische Ge- I samthaltung und den über Gießen hinausreichenden Ruf des Stadttheaters nur förderlich fein könnte. Heber den Rachfolger bes ausfcheidenden Inten­danten König ist noch nichts bekannt. Obwohl über die neue Stelle noch nicht öffentlich ausge­schrieben ist, liegen bereits jetzt, wie wir hören, eine Reifte von Bewerbungen um den freiwerdenden ( Zntendantenposten vor.

Wechsel in der Studentenschasts- sührung der Universität Gießen

und bei der hochfchulgruppe Gießen des RS. Deutschen Studentenbundes.

Der seitherige langjährige Hochschulgruppenführer und Studentenschaftsführer der Landesuniversität ! Gießen Pg. Bernhard Edler von Graeve i)at, um sein Studium zum Abschluß zu bringen, | Idas langjährige Mitglied des NSDStB. cand. Itheol. Hans Stenger zu seinem Nachfolger in J der Studentenschafts- und hochschulgruppensührung j ernannt.

Landrat Ludwig Freiherr von Nordeck zur Nabenau t.

Am Sonntag verstarb unerwartet infolge eines Herzschlages in Kassel der Landrat i. e. R. Dr. Ludwig Freiherr von Nordeck zur Rabenau.

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Der Verewigte war als Sohn des Großh. Hess. Oberstallmeisters Ferdinand Freiherrn von Nordeck zur Rabenau in Darmstadt am 8. Oktober 1880 geboren und verlebte auch seine früheste Jugend in Darmstadt. Dann wohnte er mit seinen Eltern teilweise im elterlichen Schloß in Großen-Buseck I und genoß von dort aus einen Teil seiner Schul- i ausbildung in Gießen. Nach dem Studium der URechte war er als Referendar und Regierungs- ossesior in Mors (Niederrhein) tätig, von dort wurde ler nad) Danzig versetzt, wo er die Prüfung als Dr. jur. ablegte. Er war dann weiter als Regie- [ rungsrat in Sag an und als Landrat in Lauban (Schlesien) tätig. Von dort wurde er nach der nationalen Revolution an die Regierung in Kassel berufen, wo er bis zu seinem plötzlichen Tode be­schäftigt war. Seiner Militärpflicht genügte er als Einjähriger beim hessischen Dragoner-Regiment Nr. 23 in Darmstadt, wo er Reserve-Offizier wurde. Als Rittmeister der Reserve machte er den Weltkrieg bei verschiedenen Truppenteilen mit.

Am letzten Samstag weilte der Verewigte in Darmstadt in einer Sitzung, die er in voller Frische und Gesundheit leitete. Er kehrte dann nach Kassel zurück, wo er sich in seiner Wohnung umkleiden wollte, jedoch lange Zeit unsichtbar blieb, bis man nach ihm ausschaute und ihn tot in seinem Zimmer vorsand. Ein Herzschlag hatte dem Leben des schaffensfroh wirkenden Mannes ein schnelles Ende bereitet.

Der Heimgegangene erfreute sich infolge feiner vortrefflichen Charaktereigenschaften und seines liebenswürdigen, gegen jedermann allezeit freund­lichen und verbindlichen Wesens allgemein großer Wertschätzung und bei denen, die in engerer Be­ziehung zu ihm standen, großer Verehrung.

Tanzen Sie!

Oft haben die Philosophen gefragt, welche der Künste zuerst bestanden habe. Und sie fanden, daß im Anfang aller Dinge der Rhythmus gewesen sei, und daß er sich gespalten habe in Musik und Tanz. Und es scheint wirklich, daß der Tanz die primärste aller Künste ist, denn bei den primitiven Völkern finden wir ihn so ausgebildet und so ge­heiligt, wie keine andere Kunst.

heute wie vor Hunderten von Jahren tanzen Südseemädchen, Arabeiünnen, Neger, Indianer, Hindumädchen den Göttern zu Ehren. Manchmal sind diese Götter auch Liebesgötter. Denn der Tanz ist die alte Brücke vom heiligen zum Vrofanen, von der Anbetung der himmlischen zur Anbetung der irdischen Liebe. Indien, Japan, Griechenland, drei alte Kulturen, haben ihre schönsten Mädchen in dieser Kunst vervollkommnen lassen, den Göttern und den Menschen zur Freude.

Wie ist es bei uns? Bei den dörflichen Festen ist dem Tanz vielfach noch ein Teil feines ursprüng­lichen Sinnes erhalten: Ausdruck eines starken Ge­fühls der Freude oder der Verehrung, der Trauer oder der Liebe zu sein. Wie da die Dorfburschen ihre Schönen umfangen, wie da die alten Bauern ihre Mütterchen feierlich Herumschwingen, das hat uoch mit richtigem Tanz zu tun.

So muß es sein. Tanz als Ausdruck des Emp­findens. Kinder wissen das ganz genau, ohne es gelernt zu haben. In ihren Spielen kommenFreu­dentänze" undTrauertänze" vor, genau wie bei Zachen noch primitiven Völkern, die uns vielfach an Lebendigkeit des körperlichen Ausdrucks über- iegen sind.

Wir wissen alle, welch großen Einfluß ein paar '$-Qfte Musik und ein paar entsprechende BewegM- 9P auf unsere Psyche haben können. Ein Marsch "Mgt von der Straße her zu uns herauf... wir Zehen im Takt, und unser ganzer Körper strafft sich, wir halten uns unwillkürlich etwas gerader... innerlich und äußerlich. Ein Walzer, den eine Dreh­orgel draußen spielt: Wir wiegen uns tm Takt, uns wird ein bißchen weich zumute, wir denken an Den Frühling, an viele Dinge, die mit diesen paar Takten vielleicht für unsere Erinnerung zusammen-

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Neubau für das pharmakologische Institut.

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Das Pharmakologische Institut, das gegenwärtig noch in sehr beengten räumlichen Verhältnissen in einem Gebäude an der Frankfurter Straße unter­gebracht ist, erhält (wir berichteten bereits vor län­gerer Zeit eingehend darüber) in absehbarer Zeit eine andere Wirkungsstätte. Das Institut wird in dem Gebäude neben der Lupusheilstätte in der Gaffkystraße Einzug halten, das gegenwärtig für die speziellen Zwecke des Instituts umgebaut wird. Erwähnenswert ist im Zusammenhang mit diesem

Umbau besonders die Schaffung eines geeigneten Hörsaales, der in der Form eines kreisrunden, kup­pelartig überdachten Gebäudes in seiner äußeren Gestalt nahezu fertiggestellt ist. Gegenwärtig ist man mit dem Innenausbau des Hörsaales beschäf­tigt. Unser Bild zeigt das künftige Pharmakologische Institut, insbesondere aber den angebauten Hörsaal (im Bilde links) und das aufgesetzte Stockwerk auf dem nach rechts angrenzenden Jnftitutsgebäude.

Opferbereitschast für die Winterhilfe.

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Einige Beamte der Losekauf-Gemeinschaft von Beamten und Angestellten des Finanzamtes beim Erwerb der Lose im Auftrage ihrer Berufskameraden. (Aufnahme: Hagemann.)

In anerkennenswerter und vorbildlicher Weife haben Beamte und Angestellte des Finanzamts Gießen in ihren Reihen eine Geldsammlung für das Winterhilfswerk in die Wege ge­leitet. Die an dieser Sammlung beteiligten Beamten und Angestellten haben als erste Opfergabe im Rah­men dieser Aktion einen Betrag von 51 Mark auf­gebracht. Dafür ließen sie bei einem Loseoerkäufer der Winterhilfelotterie rund hundert Lose kaufen, um auf diesem Wege auch dem am Absatz der Lose pekuniär interessierten Loseverkäufer einen Verdienst zu geben. Ein besonderer Gewinn ist bei diesem

Losekauf nicht herausgekommen, es war aber auch nicht die Absicht der Sammlungsteilnehmer, etwa einen besonderen Vorteil für sich, oder für ihre Ge­meinschaft auf diesem Wege zu erlangen. Haupt- aesicytspunkt war lediglich der Gedanke, dem Winter­hilfswerk Geldmittel zuzuführen. Dieser Gedanke wird durch die Fortsetzung der Sammlung auch wei­terhin lebendig bleiben und dem Winterhilfswerk aus dem Kreise dieser Sammelgemeinschaft immer neue Spenden zuführen, bei denen auch etwaige Geldgewinne dem Winterhilfswerk wieder dienen sollen.

hängen. Man fühlt sich gespannt, abgespannt von dem vielen Sitzen über einer Arbeit, angespannt von zu großer Erregung... Tanz ist das wunder­barste Ventil, das es gibt!

Die meisten haben heute ein Radio oder ein Grammophon, jeder weiß im Notfall ein paar Takte irgendeines leichten Musikstücks zu fingen ... Versuchen Sie es! Tanzen Sie!

Oie Atomforschung.

Kürzlich fand in der Gießener Hochschulgesell­schaft ein Vortrag statt, in dem der Direktor des Physikalischen Institutes, Prof. G e r t h s e n, über den neuesten Stand der Atomforschung berich­tete. Der Vortrag wurde durch eine größere Anzahl von Versuchen ergänzt, die dem Zuhörer das Ver­ständnis für die nicht ganz alltäglichen Vorstellun­gen erleichtern sollten.

Es wurde zunächst gezeigt, wie das Bild des Atoms aussieht, zu dem uns die Forschung der letzten Jahrzehnte geführt hat. Die Atome stellen Gebilde dar, die in der äußeren Erscheinung große Aehnlichkeit mit den Sonnensystemen des Makro­kosmos aufweisen. Um einen zentralen Kern, der fast die gesamte Masse des Atoms darstellt, kreisen in weiten Abständen auf scharf definierten Bahnen negativ geladene Elektronen. Durch Wort und Ver­such wurde gezeigt, daß in der Tat der Ausspruch Lenards aus dem Jahre 1903, daß die Materie leer sei wie der Himmelsraum, der Wirklichkeit voll ent­spricht.

Während sich nun die üblichen chemischen Reak­tionen an den Elektronenschalen der Atome, also den äußeren Randgebieten abspielen, greifen die moder­nen Forschungsarbeiten über Atomumwandlungen in das innerste Gefüge des Atoms, den Kern un­mittelbar, ein. Die hierbei auftretenden Energieum­sätze sind gegenüber den bei chemischen Prozessen üblichen um das Millionenfache erhöht. Daraus folgt, daß der Aufwand an experimentellen Hilfs­mitteln ungeheuer, vor allem aber sehr kostspielig ist, wenn es gilt, derartige künstliche Eingriffe an den Atomkernen vorzunehmen. Aber wie es etwa

genügt, ein Zündholz zu entflammen, um eine große Menge Knallgas zur Explosion zu bringen, so ist der auslösende Energieaufwand bei Atomumwand­lungen ebenfalls oft wesentlich kleiner, als der bei dem Prozeß nachher frei werdende Energiebetrag. Es wurde dann dargestellt, daß das übliche Ver­fahren bei der Atomumwandlung dasjenige der Be­schießung mit sehr schnell fliegenden Atomen des Heliums («-Teilchen der radioaktiven Substanzen) oder Wasserstoffs (Protonen oder Deutonen) ist. Diese schnellen Teilchen treffen dabei mit einer ge­wissen Wahrscheinlichkeit so wirksam mit den ruhen­den Atomen zusammen, daß diese entweder zertrüm­mert, ober aufgebaut bzw. umgeformt werden, wo­bei es gegebenenfalls zum Einbau des geschossenen Teilchens kommt. Das Entscheidende ist dabei, daß die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Prozeß außerordentlich gering ist (etwa 1:1000 000). Diese Tatsache muß berücksichtigt werden, wenn man eine etwaige wirtschaftliche Ausbeutung derartiger Vor­gänge erwägt, an die heute nach Lage der Dinge leider noch nicht zu denken ist. Diese Tatsache be­stimmt aber nicht die Zielsetzung der Forschung; ohne Zweifel wird vielleicht erst nach Gene­rationen das, was heute die reine Forschung erarbeitet, seine praktische Anwendung erleben.

Außer diesen Vorgängen der reinen Atomum­wandlung, die bereits seit 1919 einen breiten Be­reich physikalischer Forschung ausmachen, kam auch das Problem der künstlichen Radioaktivität zur Sprache. Es umfaßt Prozesse der obenbeschriebenen Art, wobei aber instabile Kerne entstehen, die mit einer endlichen Wahrscheinlichkeit zum Zerfall kom­men. Gerade hier besteht vielleicht am ehesten Aus­sicht für eine wirtschaftliche Ausnutzung, da For­schungen vers-tzedenster Art, vor allem aber auch die Medizin, sehr unter dem Mangel an natür­lichem Radium leiden.

Der Redner gedachte besonders der Tatsache, daß die deutsche Forschung bedauerlicherweise bei all diesen Forschungen dem Ausland gegenüber stark im Nachteil ist, da die in ausländischen Forschungs­instituten verfügbaren Mittel in keinem Verhältnis

Mittwoch, 6.8ebruar 1935

stehen zu dem, was in deutschen Laboratorien auf­gewandt werden kann.

Im Anschluß an den Vortrag wurden die Teil­nehmer in Gruppen durch die Räume des Institutes geführt, wobei ihnen in den einzelnen Laboratorien eine Reihe von Versuchen gezeigt wurde, die das im Vortrag Dargestellte veranschaulichen und ver­tiefen sollten. Außerdem war Gelegenheit gegeben, durch Einblicke in die Werkstatträume und das Maschinenhaus des Institutes ein Bild von dem Arbeitsstil und den technischen Anforderungen mo­derner physikalischer Forschungen zu gewinnen.

Dr. Reuße.

Nie Sturmschäden im Gießener Stadtwald.

Der in der Nacht zum Sonntag über unsere Land­schaft gegangene Sturmwind hat auch im Gießener Stadtwald, insbesondere in der Nähe der Abtriebe, viele Bäume entwurzelt. Das Erdreich, das durch die starken Regenfälle der letzten Zeit sehr weich geworden war, bot den Bäumen nicht genügend Halt, um den Angriffen des Windes Widerstand leisten zu können. Es wurden insgesamt etwa 400 Bäume (etwa 200 Festmeter Holz) festgestellt, die vom Winde entwurzelt wurden. Im Schiffenberger Wald ist der Schaden bedeutend geringer.

Das Winterfest der Gastwirte.

Im Dienste des Winlerhilfswerks.

Die Kreiswaltung Gießen des Reichseinheitsver- bandes des Deutschen Gaststättengewerbes hatte für den gestrigen Dienstagabend zum Winterfest in die Liebigshöhe" eingeladen. Die Veranstaltung er­freute sich eines lebhaften Besuches, der um so er­freulicher war, als die Veranstaltung mit ihrem Ertrag dem Winterhilfswerk dient. Der Abend brachte ein sehr unterhaltsames Programm. Den größten Teil des Abends bestritt die hiesige Reichs­wehrkapelle in starker Besetzung, die unter der Leitung von Obermusikmeister E. Krauß e mit ebenso guter, wie handfester Musik aufwartete. Ein MarschDeutsche Einigkeit", eine vaterländische Festouvertüre, eine schwäbische Rapsodie und die stimmungsvolle Einleitung des 3. Aktes zur Oper Lohengrin" bildeten den musikalischen Auftakt. Der stellvertretende Kreiswalter im Gaststättengewerbe, Herr Keil, hielt eine kurze Ansprache. Er hieß die Teilnehmer im Namen der Kreisverwaltung willkommen. Der Führer Adolf Hitler habe es sich, so führte er u. a. aus, zur Aufgabe gemacht, alle Volksgenossen innerhalb vier Jahren in Arbeit und Brot zu bringen. Zwei Jahre seien vergangen und der größte Teil der Erwerbslosen habe in Arbeit gebracht werden können. Noch aber sei vielen an­deren zu helfen. In Verbindung mit dem Winterfest einen Teil zu diesem großen nationalen Werke bei- zusteuern, betrachteten die Gastwirte als Ehren- fache. Nach einem kurzen Gedenken an die vor­bildliche nationale Haltung unserer Brüder und Schwestern an der Saar und nachdem der Redner noch die Lage des Gaststättengewerbes in der Gegen­wart Umrissen hatte, nachdem er ferner dazu auf­gefordert hatte, den Mut und die Hoffnung auf eine endgültige Besserung auch im Gaststätten­gewerbe nicht zu verlieren, schloß er mit einem dreifachenSieg - Heil!" auf den Führer Adolf Hitler. Gemeinsam wurden sodann die ersten Verse des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes ge­sungen.

Im weiteren Verlauf des Abends hatte man Ge­legenheit, die außerordentliche Gewandtheit ver­schiedener Mitglieder des Radfahrvereins von 1885 Gießen im Kunstfahren zu bewundern. Herr Haas zeigte im Einer-Kunstfahren ein beachtliches Kön­nen und die Herren August Deibel und Willi V o n - E i f s erwiesen sich im Zweier-Kunstfahren, auf einem bzw. auf zwei Rädern, als vollendete Techniker. Die sportlichen Vorführungen wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Dann folgten wieder musikalische Darbietungen. Herr Eifert machte den Zuhörern mit zwei Violinsolis große Freude, während Herr Kleinert mit Meister­schaft ein Trompetensolo zu Gehör brachte. Schnei­dige Märsche, vaterländische Potpourris, schließlich zwei schneidige Märsche für Fanfaren und Kessel­pauken lösten stürmischen Beifall aus, so daß sich die Kapelle zu einer Reihe von Zugaben ent­schließen mußte. Nach dem Loseverkaus und der Verteilung der Gewinne beschloß Tanz zur guten Musik der Mitglieder des Stadttheaterorchesters den überaus harmonisch verlaufenen Abend.

Dornotijen.

Tageskalender für Mittwoch. NSLB. Gießen-Stadt und Gießen-Land, 15.30 Uhr, Zu­sammenkunft in der Schillerschule. NSLB. Gießen-Stadt, 17.30 Uhr, Pflichtoersammlung in der Neuen Aula über das ThemaDie Stellung der Deutsch-Amerikaner zum neuen Deutschland", von Prof. Dr. Krüger. Stadttheater, 19.30 bis 22.15 Uhr:Vier Schlaumeier". Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße:Pat und Patachon". VDA. und Studentenschaft, 20 Uhr, in der Neuen Aula Vortrag von Dr. R a u p a ch überDas Reich und die Tschechen". Reichstreubund, Kame­radschaftsabend im Filmsaal der Zeughauskaserne. Deutsche Kolonial-Ausstellung, 15 bis 21 Uhr im Einhorn. Frühjahrs-Modenschau, 16.30 und 20.30 im Stadt-Cafe.

Sta*d11heater Gießen. Heute abend die Biedermeier-PosseDie vier Schlaumeier" von Walter W. Gvetze. Spielleitung hat Heinrich Hub, musikalische Leitung Kapellmeister Fritz C u j 6.

Stickerei- und Spitzen-Werk schau. Im heutigen Anzeigenteil wird auf diese Ausstellung des Reichsbundes Volkstum und Heimat im Turm­haus am Brandplatz aufmerksam gemacht. Näheres in der Anzeige.

Deutsche Himalaja-Expedition 19 3 4 (N a n g a - P a r b a t). lieber dieses die ganze Welt im vorigen Jahr in Spannung haltende deutsche Bergsteiger-Unternehmen wird am mor­gigen Donnerstagabend in der Universitätsaula der Teilnehmer an der Expedition Willy Schneider einen Vortrag halten, bei dem auch viele Lichtbilder gezeigt werden sollen. Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht.

** Kulturbauamts-Personalie. Er­nannt wurde durch Urkunde des Herrn Reichsstatt­halters der Regierungsbaumeister Karl Berg in Heppenheim a. d. B. mit Wirkung vom 1. Januar ab zum Regierungsbaurat bei einem Kulturbauamt.

** Eine Fünfundsiebzigjährige. Am kommenden Freitag, 8. Februar, wird Frau Elise Rühl, Mittelweg 12 wohnhaft, 75 Jahre alt. Die Jubilarin ist seit etwa 30 Jahren treue Leserin des Gießener Anzeigers.

** Fahrpreisermäßigung derReichs. bahn zum 2. Großen Nationalen Reit-