Ausgabe 
5.12.1935
 
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fliks sogar den Rückschluß ziehen, daß schon vorher die europäische Lage so flüssig und veränderlich war, daß alle Versuche, sie vorzeitig zu stabilisieren, als­bald durch die Ereignisse überholt wurden. Siehe: Ostpakt, Stresafront und Donaupakt!

Abessinischer Ourchbruchs- versuch am Takazze?

Die Abessinier melden neue Erfolge an der Südfront.

Asmara, 4. Dez. (DRV. Funkspruch.) In der Gegend des Takazze-Flusses an der Nord­front hat eine lebhafte Tätigkeit der Abessinier ein­gesetzt, die darauf hinzudeuten scheint, daß der abessinische Durchbruchsversuch in di es er Richtung zu erwarten ist, während der Kern des abessinischen Heeres vor M a - falle d i e italienischen Streitkräfte zu binden sucht. Man glaubt, daß vielleicht die innerpolitische Lage Abessiniens den Negus zwin­gen könnte, eine Entscheidungsschlacht anzunehmen, die er bisher zu vermeiden gesucht habe.

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In Addis Abeba sind Nachrichten eingelaufen, die von einer Besetzung von Gorrahai und Gerlogubi durch abessinische Trup­pen sprechen. Diese Meldungen sind von zustän­diger abessinischer Seite bisher nicht bestä- t i g t worden. Die italienischen Streitkräfte sollen die Kampfhandlungen vorläufig e i n g e st e l l t haben, da sie, so wird behauptet, ihre unter schwe­ren Opfern eingenommenen Ausgangs st el- lungen wieder verloren hätten. Militä­rische Sachverständige vertreten die Ansicht, daß die italienischen Streitkräfte an der Südfront für die nächsten drei Wochen jede Angriffsmöglich­keit verloren hätten, zumal es den abessini­schen Truppen gelungen sei, die seit dem Angriff auf Ual-Ual von den Italienern besetzten Gebiete ohne große Opfer zurückzuerobern.

General Virgin über die Aussichten Abessiniens.

Stockholm, 4. Dez. (DNB.)Stockholms Tidningen" bringt eine Unterredung mit dem früheren Ratgeber des Negus von Abessinien, dem schwedischen General Virgin. Der General, so heißt es in dem Bericht, erklärt, die Italiener seien nicht weiter als etwa 60 Kilometer ins Land vorgedrungen, und jetzt seien die Abessinier dabei, zu handeln. Es gelte vor allen Dingen, die rückwärtigen Verbindungen der Italie­ner durch Ueberfälle hinter der Front abzuschneiden. Je weiter die Italiener ins Gebirge vorrückten, desto verwundbarer würden ihre Verbin­dungen sein. Die Verbindungen der Abessinier hin­gegen seien vortrefflich. Zu dem Abfall des Ras Gugfa erklärte General Virgin, die noma­disierenden Stämme des Ras hätten von vorn­herein nicht mitgerechnet, und der Ras selbst habe von jeher gegen den Kaiser Ränke geschmiedet. Der Kaiser habe ver­gebens versucht, ihn durch die Ehe mit seiner Tochter an sich zu binden. Um so zuverlässiger sei Ras S e y u m, der Befehlshaber an der Nordfront. Auf die Stämme, die heute das abessinische Heer darstellten, könne sich der Kaiser bestimmt verlassen. Friedliche Lösung in Aordchim?

Nanking, 4. Dez. (DNB.) In einer Unter­redung mit dem japanischen Botschafter A r i y o s ch erklärte der stellvertretende Außenminister Tangyujen am Mittwochnachmittag, der Kriegs­minister H o y i n g s ch i n, der mit großen Voll­machten Nankings ausgerüstet sei, werde in den Nordprovinzen eine Sonderverwaltung ein­setzen, die den Wünschen der Bevölkerung Nord­chinas und den örtlichen Verhältnissen weitgehend Rechnung trage, ohne aber Chinas souveräne Rechte irgendwie zu schmälern. Der japanische Botschafter sprach unter Bezugnahme auf Anweisungen, die er am Dienstag aus Tokio erhalten hat, die Hoff­nung auf eine glückliche Lösung der Frage aus.

Nach einer Meldung aus Peking erklärte Gene­ral Sungcheyuan Pressevertretern, seine Po­litik in den letzten zwei Monaten sei der Nan­kinger Weisung nach äußer st em Wider- st a n d e gefolgt. Die Ankunft des Kriegsministers Hoyingfchin enthebe ihn der weiteren Verantwor­tung. Er sei bereit, unter Hoyingfchin den Posten eines Befriedungskommissars in den Provinzen Hopei und Tschachar zu übernehmen.

Die Sirafrechisän-erung in Danzig.

Das Gutachten des Haager Gerichtshofs.

Danzig, 4. Dez. (DNB.) Die Pressestelle des Senates teilt mit:Der Ständige Internatio­nale Gerichtshof im Haag ist in der ihm vom Völkerbund vorgelegten Frage zu folgender Ansicht gelangt: Die Rechtsverordnungen vom 29. August 1935 über Aenderung des Straf­rechtes und des Strafprozes- s e 5 stehen, soweit es sich um § 2 handelt, der dieanaloge Anwendung" im Danziger Strafrecht einführte, rnitder Verfassung der Freien Stadt Danzig nicht in Ein­klang. Das Gutachten ist mit neun zu drei Stimmen beschlossen worden.

Aus der Begrüdung erfahren wir: Die Verfas­sungswidrigkeit ist nicht aus formellen Gründen hergeleitet, sondern deswegen, weil die in § 2 an­geblich enthaltene freie Rechtssetzung durch den Richter mit dem Geist der Verfassung, ins­besondere mit den Grundrechten nicht vereinbar sei. Danzigs Verfassung anerkenne Grundrechte in besonders starkem Maße. Damit sei eine solche Freiheit des Richters nicht vereinbar. Es gebe zwei strafrechtliche Auffassungen: die eine gehe vom Schutz des Individuums aus; die andere vom Gemeinschaftsinteresse. Die Verfassung Danzigs erfordere das Ausge-hen vom Schutz des Individuums. Drei Mitglieder des Gerichtshofes haben von dem Recht Gebrauch ge­macht, ihre Spezialauffassung besonders niederzu­legen. So hat Graf R o st w o r o w s k i (Pole) sich als Gegner der Idee des Ermächti­gungsgesetzes bekannt und' damit das gesetz­widrige Verfahren in Danzig, das auf dem Er­mächtigungsgesetz beruhe, als verfassungs­widrig abgelehnt Ferner hat der Staats­rechtler Anzi-lotti (Italiener) den Gerichtshof für unzuständig erachtet, weil diese jetzt ihm vorgelegte Frage, die nur innerstaatliche Dinge berührte, nicht vor das Forum des Inter- nationalen Gerichtshofes gehöre. Dagegen hat N a - g a ck a (Japaner) seine Meinung dahin niederge­legt, daß von einer Verfassungsverletzung keine Rede sei."

Kreuzfahrten -es britischen Gibraltar-Geschwaders in den Atlantik.

Eine englische Geste zur politischen Entspannung im Mittelmeer?

London, 5. Dez. (DNB. Funkspr.) Wie einige Blätter melden, werden die Schlachtkreuzer Hood" undRenown", die gegenwärtig vor Gibraltar liegen, zusammen mit 4 Zer st ö- rern eine 10-tägigeKreuzfahrt in den Atlantischen Ozean unternehmen. Der Hood" soll Madeira und derRenown" Tan­ger besuchen. Die 4 Zerstörer sollen Huelva an der südwest-spanischen Küste anlaufen.

Als Begründung für diese Kreuzfahrt wird an­gegeben, daß die Mannschaften Hebungen brauchten. Zweifellos bedeute diese Anordnung aber, so sagt Daily Mail, eine Entspannung der Lage im Mittelmeer.Daily Telegraph" schreibt, es handele sich bei den Schiffsbewegungen nicht um den Versuch, die Italiener zu besänftigen. Die bri­tische Flotte im Mittelmeer werde vorsichts­halber nach wie vor in voller Kriegs- st ä r k e gehalten. In den nächsten Tagen werde es sich entscheiden, ob das Ende des italienisch­abessinischen Krieges in Sicht sei oder die durch den Krieg verursachte Spannung fortdauern oder grö­ßer werden solle. Die Entscheidung liege bei Mus­solini. Bisher hätten weder Frankreich noch Eng­land offiziell etwas gehört, was die Hoffnung auf eine baldige Regelung rechtfertige. Erst bei der Pariser Begegnung zwischen Hoare und Laval werde es sich zeigen, welche Schritte getan werden könnten. Die Wahl werde zwischen einem g e - meinfamen englisch-französischen Schritt gegen­über Italien, einem französischen von Eng­land gebilligten Schritt und einem von Frankreich unterstützten englischen Schritt liegen. Bisher sei in London wie in Paris nur die Grund­lage einer Vereinbarung erwogen worden.

Nach Pariser Blättermeldungen weichen die An­sichten Frankreichs und Englands noch in mehre­ren Punkten voneinander ab. Man habe an fol­gende Vorschläge gedacht:

1. Italien tritt an Abessinien einen Hafen in Italienisch-Eritrea ab.

2. Eine leichte Grenzberichtigung im Tigre-Gebiet, wobei die Heilige Stadt Aksum abessinisch bleiben soll.

3. Abessinien tritt an Italien die Provinzen süd­lich des achten nördlichen Breitengrades, also Ogaden, ab, im Westen soll die Grenze des italienischen Gebietes nach englischer Ansicht auf dem 40. Längengrad, nach französischer auf dem 38. Längengrad liegen. Hierbei spiele die Frage, ob Italien einen Zugang zum Seen­ge b i e t erhalten soll oder nicht, eine Rolle.

Der Rest Abessiniens würde unabhängig bleiben und auch nicht unbedingt unter eine internationale Schirmherrschaft gestellt werden. Dem Negus würde freigestellt werden, mit dem Völ­kerbund einen Beistandspakt abzuschlie­ßen oder nicht.

Daily Telegraph" meint, man habe jetzt eine neue Schwierigkeit wahrgenommen. Der

Völkerbund werde zweifellos auf einem Waffen» ftiUftanö in Abessinien beharren und Mus» folini auf einer Aufhebung der Sühne- maßnahmen. Nun frage es sich, ob bei einem Fehlschlag der Friedensbesprechungen und bei einer Wiederaufnahme der Feindseligkeiten die Sühnemaßnahmen von neuem ange­wandt ober ausgedehnt werden müßten.

RälselralenumdasErdölmonopolderSlandardOil

Italien dementiert.

Rom, 4. Dez. (DNB.) Die Agentur Stefani teilt mit: Einige amerikanische und englische Zeitungen haben eine Meldung über ein angebliches Petro­leummonopol veröffentlicht, das die italienische Regierung der Standard Oil Company of New Jersey zugestanden haben soll. Diese Meldung ist vollständig unbegründet. Sollte der Achtzehner-Ausschuß in seiner nächsten Sitzung die Erdölsperre gegen Italien beschließen, so würde davon vorerst nur bie Zivilbevölke­rung betroffen werben. Heer, Flotte unb Luft­flotte Italiens unb feiner Kolonien sollen über f o ausgebehnte Vorräte verfügen, baß Italien .einer Erbölfperre für eine geraume Zeit entgegen­setzen könne. Schon aus biefer Sachlage allein er­gebe sich bie Unrichtigkeit amerikanischer Mel­dungen über ein Erdolmonopol der Neuyorker Standard Oil.

Das Abkommen nur noch nicht unterzeichnet?

Paris, 5. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der hollän­dische Berichterstatter desM a t i n" greift die gestern von Rom und von Neuyork als falsch be­zeichneten Gerüchte über ein amerikanisch-italieni­sches Erdöl-Lieferungsabkommen wieder auf. Das Dementi, fo erklärt er, beziehe sich nur auf die Unterzeichnung des Abkommens; diese sei wirklich nicht erfolgt. Es liege aber ein fertiges Abkommen.vor, für den Fall, daß der Völkerbund Erdöllieferungen an Italien verbiete. Diese Vereinbarung sehe im Falle einer Blockade im Mittelmeer sogar unmittelbare amerikanische Erdölsendungen nach

Eritrea und I t a l i e n i s ch - S o m a l i l a n b vor. Die amerikanischen Ausfuhrhänbler würben außerbem einen Krebit oon eine Milliarde Golblire bereitstellen, um bie Erbölgewinnung in Albanien zu steigern, wo auch schon eine Rohr­leitung vom Erdölgebiet zur Küste gelegt worben sei. Nach Ansicht italienischer Fachleute soll bie albanische E r b ö l a u s b e u t e im Jahre auf 3 0 0 0 0 0 Tonnen gebracht werben kön­nen. Schließlich sollen sich Oesterreich unb U n - garn als ßänber, bie nicht an ben Sühnemaßnah­men teilnehmen, verpflichtet haben, bie Durch­fuhr rumänifd)en CErböls nad) Italien zuzulassen. Die Vereinbarungen zwischen ben ame­rikanischen Erböl-Hänblern unb Italien seien nur für ben Fall abgeschlossen, baß ber Völkerbunb über Italien bie Erdölsperre verhängt.

Staatssekretär Hüll weiß nichts von einem Bonovowertra^.

Washington, 4. Dez. (DNB.) Staatssekretär Hüll erklärte, baß er von einem angeblichen Mo- nopolvertrag ber Stanbarb Oil mit Italien nichts wisse. Er bleibe bei seiner Stellungnahme, baß bie Ausfuhr von Kriegsmaterial, fobalb es über bie gewöhnlichen Mengen hinaus an bie kriegführenden Länder geliefert werde, eine Verletzung des amerikanischen Neu» tralitätgesetzLs darstellt. Zu diesen Kriegs­materialien gehöre auch Petroleum und Kupfer. Man steht auf dem Standpunkt, daß die Regierung ohne Ermächtigung durch ben Bunbes- kongreß bie Ausfuhr von Petroleum nicht d er­bte t e n könne, unb baß ber Bunbeskongreß biefe Ermächtigung nur bann geben werbe, wenn auch alle anberen Ausfuhrländer Petroleum auf bie Verbotslifte fetzen würben.

Die Noiwen-igkeiien -er -euischen Wirtschaft erfor-ern in erster Linie Disziplin.

Reichsbankpräsi-eni Dr. Schacht spricht zu -en Amtswaltern -er Deutschen Arbeitsfront.

Leipzig, 4. Dez. (DNB.) Der zweite Tag ber 5. Arbeits- unb Schulungstagung ber DAF. erhielt Bebeutung burch eine Rebe bes Reichsbankpräsiden- ten Dr. Schacht. Dr. Schacht erklärte, baß man ben von allen Nationalsozialisten auf bas schärfste bekämpften Kapitalismus nicht mit bem Wirtschaftssystem verwechseln bürfe, bas sich ber fortschrittlichen Werkzeuge unb Maschinen bebiene, um ben Erfolg ber Erzeugung auf ein möglichst großes Ergebnis zu steigern. Man könne nicht mit bem Spinnrad in der Spinnstube einen modernen Staat aufrecht erhalten. Dr. Schacht wandte sich gegen jede Gleichmacherei. Denn darüber sei Klarheit, daß auch das deutsche Volk immer einen großen Teil wohlhabender Leute werde brauchen müssen. Man könne niemals Kunst und Schönheit in die Welt hineinbringen, wenn man nicht die Menschen habe, die ihr Geld dafür gerne ausgeben wollten. All dies dem Staat allein zu überlassen, sei eine Unmöglichkeit. Auch er hoffe, daß der Wohlstand unserer Volkes in den breiten Massen steigen möge, das sei der Wunsch jedes an­ständigen deutschen Menschen.

Dr. Schacht sprach weiter über die ungeheure Ge­fahr, die in einer Verwechslung von Geld und Kapital läge. Es würden täglich neue Maschinen gebaut, neue Erfindungen gemacht, um den Produktionsprozeß zu verbessern und auch die Lage des Arbeiters in der Produktion zu heben. Hierzu benötige man Mittel. Hinter dem deutschen Gelbe stehe das höchste, was das deutsche Volk an Werten besitzt, nämlich das.Vertrauen des deutschen Volkes zur Führung und unterein­ander. Jeder, der sich überlege, welche Mittel der nationalsozialistische Staat für feine verschieden­artigen Aufgaben benötige, werde verstehen, daß der Staat versuchen müsse, soviel an Steuern zu erhalten, wie nur möglich sei. Unter diesen Umständen sei es verständlich, wenn es zur Zeit noch keine Steuerherabsetzungen gebe. Auch der Nationalsozialismus könne nicht an der Tatsache vorbeigehen, daß wir unerhörte Opfer zu bringen haben. Er selbst habe noch nie einen Arbeiter gefunden, der nicht verstanden hätte, wenn man ruhig und sachlich über die Not- Wendigkeiten dieses Lebens mit ihm gesprochen habe, daß das, was geschehen müsse, wichtig sei, und daß er seinen Teil zu alldiesen Din­gen beitragen müsse.

Dr. Schacht sprach weiter über seine A n - teihepotitik und erklärte, daß die Spa r- gelber nirgends fo sicher seien wie bei unseren Sparkassen. Dr. Schacht wies die Möglichkeit einer Infla­tion zurück.Ich garantiere Ihnen", erklärte Dr. Schicht unter brausendem Beifall, daß ich diesen Betrug niemals mitmachen werde, wenn er irgendwo empfohlen wird, und Sie, meine Freunde, haben das Wort des Führers dafür, daß er dies nie­mals zulassen wird."

Das Wesentliche sei die Vermehrung unse- rer Güter im Rahmen des Möglichen. Es gebe aber gewisse Güter, die wir in Deutschland überhaupt nicht hätten. Wir müßten also gewisse Dinge aus dem Auslande hereinholen. Dr. Schacht wandte sich gegen eine falsche Propa­ganda, die unsere Ausfuhr erschwere

und durch die Hunderte von Millionen Devisen uns verlorengingen und die Arbeitsplätze in der Aus­fuhrindustrie gefährdet würden. Es sei vor allem notwendig, daß wir Rohstoffe aus dem Aus­lande beschaffen, und je mehr wir von diesen Roh­stoffen hereinschaffen konnten, um so stärker und großer sei unsere Arbeitsbeschaffung. Er selbst sei Überzeugter Nationalsozialist, und müsse von jedem verlangen, daß er dieses große Ziel vor Augen habe. Es gilt, alle Disziplin auszurichten auf die­sen einen Punkt der Arbeitsbeschaffung und auf den der W e h r h a f t m a ch u n g. Es gilt,

für Ruhe im Betrieb zu sorgen und Betriebs­erschütterungen nach Möglichkeit überall zu verhin­dern. Es gilt auch Konzentration im welt­anschaulichen Kampf. Darunter leidet nicht das Ziel unserer Weltanschauung und nicht unsere innere Gesinnung, sondern wir erhalten die Mittel, um unsere Weltanschauung durchsetzen zu können. Wenn Dr. Ley dieser Tage zu Ihnen von den gro­ßen weltanschaulichen Erkenntnissen gesprochen hat, die wir uns alle zu eigen machen müssen, so mochte ich besonders die eine unterstreichen:Haltet Disziplin!"

Die nationalsozialistische Sozialordnung.

Reichsorganisationsleiter Dr. Ley sprach dann über die neue nationalsozialistisch-' Sozialordnung. Arbeit sei für den Nationalsozialismus keine Ware, sondern eine Funktion der Persönlich­keit des Menschen und sein Wertmesser. Unterneh­mer und Arbeiter seien beide Soldaten der Arbeit, die auf verschiedenen Kommandoposten ständen und sich als Kameraden ehrten und achteten. Eine Ge­meinschaft nationalsozialistischer Prägung unter­scheide sich von dem Kollektiv bolschewistischer Prä­gung dadurch, daß jeder in dieser Gemeinschaft an feinem Platze sei. Wir wollen eine lebendige Ge­meinschaft, ausgerichtet nach Fähigkeiten, erzogen zum Kampf. Und wir werden eifersüchtig darüber machen, daß die Einheit und Reinheit auch in den Urzellen des Betriebes niemals angetastet wird. Nur em vernünftiges und gerechtes System der Wertung der Arbeit sichere den gerechten Lohn. Hatten wir das gefunden, so sei der'Klassen- *£mPf für olle Zeiten vernichtet. Der einzelne Mensch könne aber nicht nur verlangen, daß er für Öen Beruf stark gemacht, sondern auch in sei­nem Lebenskampf gefunderhalten werde. Dazu diene Schönheit der Arbeit, die For­

derung nach einem ausreichenden Erholungsurlaub, die Fürsorge des Unternehmers für feine Gefolg­schaft. Die Sozialversicherungen heutiger Prägung müßten in eine Sozialverpflichtung der Gemein s ch a f t gegenüber dem einzelnen umge­baut und völlig neu geschaffen werden. Völlig neue Wege müßten wir gehen. Dies gelte namentlich für die Alte rs Versorgung, die durch ver­nünftige Arbeitsmethoden völlig neu zu ordnen fei. Die Arbeitsmethoden müßten wir nach den Kräften des Menschen je nach den Altersklassen laufen las­sen. Bei der Krankenversicherung müßten alle Volksgenossen verpflichtet sein, zur Gesunderhal-' tung des Volkes beizutragen. Wenn die Interessen des einzelnen die Interessen der Gemeinschaft sind, dann sind sie am besten zu befriedigen. Wer etwas leistet, soll etwas fordern. Jede Forderung hat aber dort aufzuhören, wo die Interessen der Gemein­schaft anfangen. Es ist undeutsch und falsch, wenn der eine glaubt, sich gegen den anderen schützen zu müssen. Deutschland muß begreifen, wir sind eine Burg und die Bürger in dieser Burg sind auf Ge­deih und Verderben zusammengeschweißt und ver­schworen.

Ser koloniale Gedanke marschiert!

General von Epp spricht in Hamburg über die Notwendigkeit des Besitzes eigener Kolonien für Deutschland.

Hamburg, 5. Dez. (DNB.) Bei einer vom Reichskolonialbund veranstalteten Kundgebung sprach der Führer des Deutschen Kolonialkriegerbundes und stellvertretender Präsident des Reichskolonial­bundes Reichsstatthalter General Ritter von E p p. Er gab seiner Freude über den starken kolonialen Willen Ausdruck und wies auf die gro- ßen Verdienste der deutschen Kolonialoer­bänd e hin, denen allein es zu verdanken fei, daß oer koloniale Gedanke in den Nachkriegsjahren er­halten blieb und heute wieder zu feiner vollen Kraft erwache.

Alle unsere Nachbarvölker, so fuhr General von Epp fort, haben großen Kolonialbesitz. Sie legen hierauf den größten Wert und wissen genau, was oiefer Besitz bedeutet und wie wertvoll er ist. lieber

,N o twendigkeit seiner kolonial- p oli tischen Forderungen ist das deutsche Lolk sich einig. Die Frage, worüber noch zu reden ist, ist nur das W i e u n d W o. Wir können

mcht einem anderen Land Kolonien fortnehmen. M Dom Nordpol bis zum Südpol ist die ganzeü Welt mit Beschlag belegt. Aber auf! unsere eigenen ehemaligen Kolonien haben wir nach wie vor einen klaren und ausgesprochenen Rechtstitel. Die kolo- male Schuldlüge ist heute auch im Auslande längst als ein Machwerk der Propaganda während des Weltkrieges erkannt.

General von Epp schilderte, wie Deutschland durch die Befriedigung seiner kolonialen Ansprüche in die Lage versetzt sein werde, seinen dringenden Roh- st o f f b e b a r f auf zahlreichen Gebieten selbst zu befriedigen und betonte die Wichtigkeit kolonialen Besitzes als Betätigungsfeld deutscher Tatkraft und Initiative. Die Erklärung, daß Deutschland mit wiedererlangtem Kolonialbesitz keine imperialistische Machtpolitik treiben werde, löste stürmischen Beifall aus. Wir brauchen Arbeit und Brot für unsere Volks-

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