Donnerstag, 5. Dezember 1935
185. Jahrgang
Nr. 284 Erstes Blatt
Gietzemr Anzeiger
Anstand. Wir haben niemals i in lingianö magrgeriuuuirci« iiec Höflichkeit unferer Besucher i eines Systems körperlicher Ertüchtigung lieferten.
etwas anderes von
Festlicher Empfang M Ehren der deulschen Mannschast
sei, wie er sagte, die erste derartige Einmischung in den englischen Fußballsport gewesen und hoffentlich auch die letzte. Die Ruhestörer schienen vergessen zu haben, daß das Fußballspiel ein Sport sei und kein Tummelplatz für Strolche. Anschließend überreichte der 85jährige Präsident den Deutschen zur Erinnerung an das schöne Spiel eine große silberne Schale. Jeder einzelne Spieler erhielt außerdem eine Erinnerungsmedaille.
Hierauf sprach Dr. Erbach für den durch Krankheit an der England-Fahrt verhinderten Präsidenten des deutschen Fußballbundes, Linnemann. Er bedankte sich in herzlichen Worten für die vorzügliche Aufnahme, das faire Spiel und den sportlichen Geist, den die Engländer in jeder Beziehung bekundet hätten. Ein weiterer Ausbau der sportlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern sei zu wünschen und zu erhoffen. Dr. Erbach überreichte dann im Auftrage des deutschen Fußballbundes den Engländern zur Erinnerung an dieses, denkwürdige Treffen eine große Porzellanvase aus der staatlichen Porzellanmanufaktur, während die englischen Spieler und die führenden Persönlichkeiten der Football-Association Erinnerungszeichen erhielten Während der ganzen Veranstaltung herrschte unter Gastgebern wie Gästen beste Stimmung. Die Reden fanden herzlichsten Beifall.
London, 5. Dez. (DRB. Funkspruch.) Das Präsidium des englischen Fußballbundes veranstaltete am Mittwochabend im Hotel „Victoria" anläßlich des Besuches der deutschen Fußballmann- ßchaft einen E m p f a n g, zu dem außer den deutschen Spielern und ihren Begleitern der Reichs- ßportführer von Tschammer und O st e n, Botschaftsrat Fürst Bismarck, der Präsident des deutschen olympischen Komitees Exzellenz Dr. L e w a l d , der Generalsekretär des internationalen olympischen Komitees Dr. Die hm u. a. geladen ivaren. Die herzliche Aufnahme, die den Deutschen ffchon am Nachmittag von der Oeffentlichkeit bereitet worden war, fand auf dieser offiziellen Veranstaltung des englischen Fußballbundes in Wort rund Tat beredten Ausdruck.
Der Präsident des Bundes, Sir Charles C l e g g, Der das Wort ergriff, nachdem ein Toast auf den »englischen König und auf den Führer und Reichskanzler ausgebracht worden war, sagte zu den [Deutschen gewandt: „Sie zeigten uns heute, wie ^Fußball gespielt werden sollte. Ich beglückwünsche runsere deutschen Freunde zu ihrem Spiel. Wenn idie englischen Spieler sich nicht anstrengen, wird ies bald mit ihrer Vormachtstellung im Fußball zu «Ende sein." Unter Anspielung auf das gescheiterte Vorgehen des Gewerkschaftsrates drückte der Redner fein Bedauern über den Zwischenfall aus. Es
wird nirgend anderswo das Erstaunen teilen, daß die Leiter der ungarischen und der österreichischen Politik gerade in diesem Augenblick das Bedürfnis empfunden haben, ihre Ansichten über die europäische Lage auszutauschen, wie man auch in der Teilnahme des italienischen Gesandten bei den engen Beziehungen der beiden Staaten zu Italien und der besonderen Art des wahrscheinlichen Gesprächsthemas nichts Anormales ober Auffälliges erblicken kann.
Beide Regierungen, sowohl Ungarn als Oesterreich, haben sich, geleitet von politischen und wirtschaftlichen Erwägungen, von den Sanktionen des Völkerbundes gegen Italien distanziert, ihre Beteiligung verweigert, was noch zu ernsten Auseinandersetzungen mit den Sanktionsmächten und dem Völkerbund führen kann, wenn die bei diesem Anlaß ausgesprochene Drohung des offiziösen französischen Blattes richtig ist, daß man die Beeinträchtiaung der Sanktionswirkung durch den österreichischen und ungarischen Transitverkehr nach Italien „zu verhindern wissen werd e". Die Aussicht, gemeinsam einem Druck ober Repressalien der Sanktionsmächte ausgesetzt zu werben, wäre also ein hinreichender Grund zu gemeinsamer Besorgnis und zu einer Verständigung, wie solchen Versuchen zu begegnen wäre.
Es braucht unter diesen Umständen kaum noch versichert werden, daß alle übrigen Vermutungen, die an die Wiener Verhandlungen geknüpft werden und die wieder an jene Herbstphantasien erinnern wollen, schon von einem einigermaßen gesunden Menschenverstand verworfen werden müssen. Alle Regierungen, die der großen wie der kleineren Staaten,' sind zur Zeit darauf angewiesen, zu warten, wie Europa und die Welt aussehen, wenn der abessinische Konflikt beendet ist, oder wie sie sich verändern, wenn es nicht gelingt, ihn bald beizulegen. Aus der im flüssigen Aggregatzustande sich befindlichen europäischen Masse kann auch die genialste Diplomatie nichts Neues formen, weil keine festen und sicheren Voraussetzungen gegeben sind. Ja, man kann aus den Erfahrungen in der Entwicklung des abessinischen Kam
Mentalität in weitestem Maße Rechnung. Weder i waren Uniformen noch Abzeichen angelegt, man bummelte nicht neugierig umher, sondern beschränkte sich auf wohl disziplinierte Rundfahrten. Nur die Fußballer selbst, die 14 deutschen Mannen, bildeten eine Ausnahme; denn sie nahmen Gelegenheit, sich nach Kräften auszuspannen, um für den großen Kampf gerüstet zu fein. Zweifellos haben die 10 000 Mann eine hohe Aufgabe zu erfüllen gehabt und haben sie zur Befriedigung gelöst: die nämlich, den Engländern zu zeigen, daß sie es nicht mit Rowdies und herausfordernden Streithähnen, sondern mit ruhigen und vernünftigen Menschen zu tun haben, die wir nun einmal von Hause aus sind — wenn man es auch im Auslande nicht immer gern wahrhaben möchte.
So zivil das Auftreten der Schlachtenbummler war, fo sportlich, fair und gentlemanlike agierten unsere Mannen auf dem grünen Rasen, der leider — genau genommen — gar kein grüner Rasen war. Die „Heißsporne von Tottenham" haben den Unseren das Leben in der Tat schwer gemacht. Aber der Kampf ging ritterlich verloren, er endete fo, wie man es von dem Ringen zweier stammverwandter Nationen erwartet hatte. Sicherlich hat das Können unserer Elf den besten Eindruck auf der britischen Insel hinterlassen. Wegen der Niederlage, die mit 0:3 immer noch erträglich und achtbar ausgefallen ist, brauchen wir uns keine grauen Haare wachsen zu lassen. Noch keine Fußballnation ist wieder aus England abgereist, ohne Haare gelassen zu haben. Und dazu waren diesmal die Voraussetzungen so schlecht wie nur möglich. Albion hat uns in seine Höhle gelockt und unsere Jungens geschluckt; aber es war zweifellos ein harter und zäher Biffeii. /
Wir aber wollen uns trotz alledem freuen, daß gerade in dieser Zeit, die voll ist von Verständigungsplänen und Verständigungsgesprächen, Gelegenheit zu einem so wichtigen und bedeutsamen Länderkampf gegeben war. Der Sport verbindet die Völker und die Massen. Die siebzigtausend englischen Zuschauer haben unsere prachtvollen Spieler gesehen und haben vor ihren Angriffen gebangt. Sie haben aufs neue ein Bild der deutschen Sportnation erhalten und werden es vor Augen haben, wenn sie eines Tages von der Vertiefung der Freundschaft zwischen den beiden Großmächten hören. Der „Völkerbund des Sports", den man in England wahr haben möchte, ist tatsächlich eine andere Basis des Verstehens als der Völkerbund am Genfer See.
An dieser Ausstreuung ist manches richtig: nur nicht die Hauptsache, nämlich die in sie hineingelegte Tendenz einer geheimen Verschwörung gegen das übrige Europa und seine legitimen Interessen. Die drei genannten Staaten stehen in der Tat in den besten freundschaftlichen Beziehungen, woraus die leitenden Staatsmänner kein Geheimnis machen, und haben den Wunsch, diese Beziehungen ständig zu vertiefen. Sie wollen damit nicht warten, bis der sogenannte Donaupakt, mit dem Die Stresapolitik nicht zu Rande kam und der heute noch problematischer geworden ist, als je, wieder aus den Schubfächern des Quai d'Orsay hervorgeholt wird, sondern versuchen, ihre politischen und wirtschaftlichen Interessen, die in vielen Punkten gleich lausen oder sich ergänzen lassen, ohne fremdes Protektorat in Einklang zu bringen.
Daß weder Polen, das mit Frankreich verbündet ist, noch Ungarn, das ein Bündnis mit Italien hat, sich dadurch nicht abhalten lassen, ihr Verhältnis zu Deutschland selbständig zu ordnen, mag zwar den Vorstellungen von der politischen und diplomatischen Vorherrschaft Frankreichs und dem Vasallencharakter der anderen mißfallen, aber es ist in Wirklichkeit nur der Ausdruck der Tatsache, daß die zwischenstaatlichen Verhältnisse Europas viel zu mannigfach und zu kompliziert sind, als daß sie sich von einer Stelle und unter einem Gesichtspunkte regeln ließen. Der Tatsache auch, daß die Erstarkung Deutschlands, die sich wie ein europäisches Naturgesetz durchsetzte, die diplomatische Universalität Europas im französischen Sinne beseitigt hat.
Dasselbe unruhige Mißtrauen, daß in Europa und besonders in dessen Milte etwas geschehen könnte ohne Vorsitz und Segen Frankreichs, scheint der Besuch hervorzurufen, den soeben der ungarische Ministerpräsident G ö m b ö 5 und der Außenminister von Kanya in Wien abgestattet haben, wo sie mit dem Bundeskanzler Schuschnigg, dem Außenminister Berger-Waldenegg und dem Vizekanzler Fürst Starhemberg unter Beiziehung des italienischen Gesandten in Wien, was der Pariser „Temps" als besonders verdächtig bemerkt, verhandelt haben. Die offiziellen Wiener und Budapester Berichte über diese Unterredungen betonen, wie dies immer zu geschehen pflegt, die Uebereinftimmung Der Staatsmänner in den besprochenen Fragen und heben besonders hervor, daß die Einfuhr von Weizen und Fett aus Ungarn nach Oesterreich Gegenstand der Verhandlungen gewesen sei. Nun ist es richtig, daß dies „auf dem gewöhnlichen diplomatischen Wege" hätte geregelt werden können, wie der „Temps" rügt, aber man
das jetzt mit solcher Begeisterung in Deutschland betrieben wird. Die deutschen Spieler werden herzlich willkommen sein, wann immer sie wiederkehren.
In einem Leitaufsatz der „Daily Mai l" heißt es, das deutsch-englische Fußballspiel habe gezeigt, daß es in England keine deutsch-feindliche Stimmung gebe, soviel auch die Kommunisten und der Gewerkschaftskongreß das behaupten. Der Versuch, das Länderspiel für politische Zwecke auszubeuten, sei fehlgeschlagen. Das Ereignis habe die lächerlichen Behauptungen der Gewerkschaften im wahren Licht erscheinen lassen und habe nicht nur keine Feindschaft erregt, sondern viel getan, um d i e freundliche Stimmung zwischen den beiden Ländern zu fördern.— „Daily Expreß" schreibt, der Futzballkampf England—Deutschland, von dem eine Minderheit glaubte, daß er für die Erhaltung freundschaftlicher Beziehungen ebenso gefährlich fein werde, wie die Anwendung von Sühnemaßnahmen, fei so fried- l i ch und so ohne bedauerliche Zwischenfälle geblieben, wie ein Frühstück auf einer Landpartie. Tatsächlich habe es niemals ein Sportereignis gegeben, bei dem eine s o vollkommen angenehme Stimmung herrschte. Niemals habe sich eine fröhlichere Menschenmenge versammelt. Der jüdische Boykott gegen das Spiel, Don dem so viel gesprochen worden war, sei nicht durchgeführt worden. Falls Kommunisten anwesend waren, müssen sie sich versteckt haben. Eine andere einzigartige Tatsache war es, daß nicht ein unfreundlicher Ruf und nicht ein foul passierte. Es war das sauberste Fußballspiel, das jemals stattgefunden hat.
Die Meise der Deutschen.
Sehr freundliche Verabschiedung in London
Englisch-deutscherSeemannswettkampf 3:2 für England.
London, 5. Dez. (DNB. Funkspruch.) Das Fußballspiel zwischen der Mannschaft des „Columbus" und einer Mannschaft britischer Seeleute, das am Mittwochnachmittag gleichzeitig mit dem großen Länderkampf i n Southampton stattfand, endete mit einem 3 : 2 - $ i e g der Engländer. Das e r st e Tor war von den Deulschen erzielt worden. Auch in diesem Falle herrschte das beste Verhältnis unter den Mannschaften und einer Zuschauermenge von 6000 Personen. Vach dem Treffen waren der Bürgermeister von Southampton und andere führende englische Persönlichkeiten als Gäste des Kapitäns von Theulen auf dem „Columbus" zum Tee.
Eine französische Stimme.
Paris, 5. Dez. (DNB. Funkspr.) In der Besprechung der Pariser Sportzeitung „L'A u t o" über den deutsch-englischen Fußballwettkarnpf heißt es: alle deutschen Spieler könnten dazu beglückwünscht werden, daß sie sich mit so großem Nachdruck für die Ehre ihres Landes eingesetzt haben. Die englische Mannschaft habe keinen großen Kampf gespielt und keine großen Anstrengungen gemacht. Sie habe die deutsche Mannschaft geschlagen, aber diese schien selbst im Unglück neue Kräfte zu schöpfen. Die deutschen Spieler hätten ihr Bestes für •bie Ehre ihrer Farben hergegeben.
London, 5. Dez. (DNB. Funkspruch.) Das «Gastspiel der deutschen Fußballmannschaft, der Be- ssuch der 10 000 deutschen Sportfreunde in London hat in jeder Beziehung einen äußerst b e • «friedigenden Verlauf genommen. Man darf daher den gestrigen Tag als in jeder Beziehung wohl gelungen bezeichnen. Dies geht auch vus den Aeußerungen der Londoner Morgenblätter hervor. „Sailt) Telegraph" sagt, der internationale Fußballkamps zwischen Gngtonb und Deutschland, der die Herzen des Gewerkschastsrates |o unnötig aufgeregt hat, ist °°ruber^ Aus der deutschen Invasion in London ist nichts schlimmeres entstanden als eine Verkehrsstörung: aus dem Fuß- ballseld von Tottenham herrschte vollkommene Ordnung und A n st a n d. Wir haben niemals
Ausgezeichneter Verlauf des deuisch-englischen IußbaMesfens
Guter Eindruck der deutschen Mannschaft auf die englische Oeffentlichkeit. Lebhafte Anerkennung des deutschen Spiels.
Das Echo in der englischen presse.
„(Sitte wunderbare Schaustellung besten Fußballspiels."
oder von der Ritterlichkeit der Londoner erwartet. Das Spiel selbst war ein Muster dessen was ein internationaler Kampf fein sollte, und stand in entschiedenem Gegensatz zu dem internationalen Kampf des letzten Jahres der viele Leute veranlaßt hatte, sich ernst ich zu fragen, ob solche Begegnungen nicht mehr UnfteundUches als Gutes zeitigten. Der Geist der das Spiel be- herrfchte war wunderbar, und obwohl England 3.0 qeroann,' brauchte die deutsche Mannschaft sich nicht wegen ihrer Niederlage zu gramen Kem Zweifel herrschte unter den Augenzeugen, daß die deutschen Amateure e i n f a che i n e w underb ar e Schaustellung be st en Fuß - ballfpiels gaben und daß sie das beste bisher in England wahrgenommene Argument zugunsten
politische Besuche.
Als im Herbst dieses Jahres der ungarische Ministerpräsident Gömbös einige Tage in Deutschland war, gab dieser Besuch und seine besonderen Begleitumstände, die Jagdeinladung zu dem preußischen Ministerpräsidenten General Göring und die Unterredung zwischen Gömbös und dem Führer und Reichskanzler den diplomatischen Spähern und Spezialisten der internationalen Presse reichlichen Stoff zu jenen geheimnisvollen Vermutungen, die nur insoweit Interesse verdienen, als sie manchmal, nicht immer, von der offiziellen Diplomatie dazu benützt werden, um kleinere oder größere Brandraketen in mißliebige Häuser zu werfen. Namentlich die französische Presse und die der Kleinen Entente erhitzten sich damals an der angeblich in Berlin verhandelten Konstruktion eines engen Zusammenschlusses zwischen Deutschland, Polen und Ungarn, durch das man den in der abessinischen Krise steckengebliebenen D o n a u p a k t endgültig erledigen wollte.
London, 4. Dez. (DNB.) Die Abreise der deutschen Fußballspielbesucher wickelte sich dank der ausgezeichneten Organisation der Londoner Polizei und der Eisenbahnbehörden reibungslos ab. Die ersten Züge verließen London gegen 19 Uhr Ortszeit. Die 'Londoner Bevölkerung zeigte sich gegenüber Den Deutschen Besuchern sehr freundschast- lich. Von Den Bürgersteigen unD aus Den Häusern winkte man ihnen zu unD überall hörte man Lob und Anerkennung für ihr sportliches Verhalten. Die Deutschen Fußballspieler unD ihre Begleiter rourDen mit besonders lebhaftem Beifall begrüßt. „Preß Association" schreibt: Als Die Spieler Das Feld verließen, manche von ihnen Arm in Arm, brach Die Menge in langanhaltenDe Beifallsstürme aus. Auf allen Seiten hörte man einstimmiges Lob über Die Leistung Der Deutschen Mannschaft. Sie hat auf Die Zuschauer nicht nur Durch ihre Leistungen EinDruck gemacht, sonDern auch Durch ihr sportliches Verhalten.
Die Polizei teilt mit, Daß keinerlei ernstliche Ruhestörungen Durch feinDfelige Elemente vorgekommen seien. Sieben Personen, Die außerhalb Des Fußballplatzes Fähnchen mit deutsch- seinDlichen Aufschriften gezeigt hätten, seien verhaftet worden. „Evening News" schreibt, Dte Unruhestifter hätten einen schweren Schock erlitten, als sie Die Begeisterung Der Massen auf Dem Fußballplatz sahen. Die Deutschen selbst hätten am m e i ft e n Dazu beigetragen, um irgendwelche KunDgebungen zu verhüten. Die meisten Fußballbesucher hatten Die vor Dem Platz verteilten kommunistischen Flugblätter zerrissen unD in Den Schmutz geschleudert.
I Die englische Presse hat in vergangenen Jahrzehnten nicht sonDerlich liebenswürdige Worte für Deutschland unD in Den letzten Jahren noch weniger freundliche Worte für Das Dritte Reich gefunDen. Man weiß zur Genüge, wo Die Quellen Dieser Pressekampagne flössen, wo sie auch heute noch — schaler allerdings unD nicht mehr so emsig spru- ÖelnD — fließen. Man braucht nur Die Vorge- schichte Dieses verflossenen LänDerkampfes zu studieren, um zu wissen, woran man ' ist. Der in letzter Stunde noch angezettelte Feldzug Der Gewerkschaften gegen Das bedeutungsvolle Treffen beweist mehr, als Worte sagen können. Er zeigt, Vaß man uns aus Prinzip zu schäbigen trachtet, wo es eben möglich ist.
Mit um so größerem Interesse sah Die englische Oeffentlichkeit Dem Auftreten unserer Ländermann- sschaft entgegen. Die gewerkschaftlichen Boykottver- Üudje hatten höchstens Dieses Interesse noch verstärkt itnD Neugierde erweckt, wie Die „Hunnen" Denn eigentlich aussehen unD was sie tun unD lassen würden. — LonDon hatte in Der Tat reichlich Gelegenheit, Den „Deutschen Fritz" zu beobachten, wie er [leibt unD lebt. In zehntausenD Exemplaren war Fritz" _ so nennt man Den Deutschen nicht nur in Frankreich, sonDern auch in EnglanD mit Vorliebe — erschienen.
Es war eine in mancher Beziehung merkwürdige Huldigung, Die man DeutschlanD bereitete. Eine große englische Zeitung brachte einen Deutsch geschriebenen Leitartikel, eine anDere eine Deutsche Beilage. In Der RiesenstaDt war Der Fußballkampf Tagesgespräch; ünD wenn auch von einer Volksfest- Ütimmung nichts zu verspüren war, wie sie hin unD roieDer aufglimmt, wenn etwa SchottlanDs Fußballer antreten, fo herrschte Doch Der EinDruck eines festlichen Ereignisses allgemein vor.
Die Deutsche „Invasion", Die selbst von wenig : [deutschfreundlichen Blättern als höchst Diskret unD unauffällig geroürDigt rourDe, trug Der englischen
England fiegt 3:0.
London, 4. Dez. (DNB.) Der Fußball-Länder- Pampf Deutschland—England endete nach interessantem Verlaus mit einem verdienten 3:0-Sieg der eng- > lischen Berufsspieler, die schon zur Pause mit 1:0 in Führung lagen. Einen ausführlichen Spiel- Bericht finden unsere Leser im Sportteil des heutigen Blattes.
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