Handball-Mnterhilsespiele im Kreis Lahn-Dill
Bei dem
3 Forttetzung
Nachdruck oerbotenf
b
r
(Fortsetzung folgt l)
t.
Durch werde
il i« I« t*
er id
0'
Kombination ausgezeichnet, obwohl einige Spieler bereits chr zweites Spiel machten». Zum Schluß machten sich jedoch Ermüdungserscheinungen bemerkbar, die die Gaste ausnutzten und einen knappen aber verdienten Sieg feierten.
die nunmehr beginnende Holzhauerei der Arbeitsmarkt eine Entlastung erfahren.
Einsatz der Arbeitskräfte solle aus wirt-
die Verpflichtung des deutschen Menschen zur Arbeit.
Jeder, der arbeiten könne, sei zur Arbeit verpflichtet.
Der Staat seinerseits sei nicht zur Unterstützung verpflichtet. Wer glaube, nicht arbeiten zu können, müsse dies nachweisen. Der Staat werde zu prüfen haben, inwieweit Arbeitsunfähigkeit vorliege. Berlin habe für Unterstützte Pflichtarbeit in Aussicht gestellt. Der Pflichtarbeit werde in Zukunft allgemein mehr Aufmerksamkeit entgegengebracht werden. Es müsse das Bewußtsein durchdringen, daß es ohne Pflichtarbeit keine Unterstützung geben könne. Wer nicht bereit sei, sich in irgendwelcher Form zu betätigen, habe auch von der NSV. nichts zu gewärtigen.
Mit kurzen Worten über die Lage des Land- arbeiterftanbes und über die Formalitäten bei der Meldung eines Erwerbslosen und der Stellung des Unterstützungsantrages schloß Oberregie
rungsrat Dr. L i st feine interessanten Ausführungen.
Nach einer kurzen Pause hörte die Versammlung noch einen Vortrag über das Thema: „Fragen aus der Invalidenversicherung". Der Redner,
Verwaltungs-Inspektor Kuhn
von der Landesversicherungsanstalt, gab einen Ueberblick über die Geschichte der Invalidenversicherung, über ihren Sinn und ihre Bedeutung. Er erläuterte die Versicherungspflicht, die Möglichkeiten der Versicherung, die Bedeutung der Ouittungskarte als Dokument und schließlich die Ziele der Invalidenversicherung im Dritten Reich.
Nachdem Regierungsrat Weber vom Kreisamt noch kurz über die Handwerkskammerbeiträge gesprochen hatte und durch den Versammlungsleiter einige Rundschreiben der Landesdienststelle zur Kenntnis gegeben worden waren, fand die Versammlung mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer Adolf Hitler ihren Abschluß.
Die Gemeinden imDienste derMeiisbeschaffnng
Versammlung der Bürgermeister des Kreises Gießen.
Aber sie sprach nicht. Sie preßte sich an ihn unb weinte. Viele Minuten vergingen, ehe stoßweise bie ersten Worte kamen. Eine Erklärung brachten sie nicht.
Lena war nicht feige, nur ratlos. Sie fand eine matte Ausrebe. Die Nerven — Migräne.
Er begriff nicht/ Sie hatte niemals einen solchen Anfall gehabt. Er rebete ihr sanft zu unb fühlte sich väterlich überlegen. Er war balb zwanzig Jahre älter als sie.
Dor zwölf Jahren hatte er sie geheiratet, als ber Krieg aus war, als ber Reservehauptmann beim Stabe ber Armee bie hübsche Sekretärin, an bie er sich gewöhnt hatte, nach Hause schicken sollte. Hauptmann Bassenberg war allein auf ber Welt. Zwei Brüber hatte ber Krieg gefordert.
Das Hamburger Exportgeschäft gehörte nun ihm. Nach vier Jahren Krieg also wieder Zahlen, Konferenzen, Geschäftsbriefe? Er hatte zugepackt, kurz entschlossen eigentlich entgegen seiner besonnenen nordischen Art. Und er hatte sein Glück gegriffen. Wahrhaftig. Er war bereit, sich stündlich daran zu erinnern.
Er kleidete sie aus wie fein Kind. Ihr Weinen verstummte. In feinen Armen schlief sie ein.
Er lag noch wach und dachte: was hat sie nur gehabt? Aber ihm wollte nichts einfallen. Das Ge- burtstagsfest war doch sehr nett verlaufen. Merkwürdig. Er betrachtete sie noch einmal, diese Züge, bie er liebte wie damals. Dann drehte er bas Licht aus und entschlief neben ihr.
Am anderen Morgen erwachte sie allein. Der Konsul war schon zeittg aufgeftanben, ohne sie zu wecken. Sie fuhr auf. fjatte sie nicht in dieser Nacht einen bösen Traum gehabt? ...
Aber bie gütige Täuschung währte nur Sekunden. Ein Griff in den Schmuckkasten, wo sie die Perlen- kette zu verwahren pflegte, rief ihr bie Geschehnisse oollenbs zurück. Basilius war hier gewesen!
Sie erhob sich unb taumelte schon wieder. Vor dem Spiegel sank sie auf den niedrigen Hocker. So hatte sie gestern abend gesessen, als sich die Tür öffnete und — mit einem Schrei sprang sie empor und fuhr herum. Aber es war nur das Mädchen, bas jetzt hereinkam.
Spielern zu besitzen unb barf getrost unb mit einiger Zuversicht in die Zukunft blicken. — Soweit sich bis jetzt übersehen läßt, haben die abgeführten Beträge Die des vergangenen Jahres bei weitem übertroffen, trotzdem mit Absicht weit weniger Spiele angesetzt worden waren.
Tv. Dorlar — Tv. Wetzlar-Niedergirmes 5:13 (1:6). Dieses Spiel, das gleichzeitig auch als Pflichtspiel gewertet wird, nahm den erwarteten Ausgang. Dorlar ist zur Zeit vollkommen außer Form, zumal einige ber besten Spieler zum Militär bzw. Arbeitsbienst eingezogen worben sind. Die Gäste dagegen roerben von Spiel zu Spiel besser.
Dutenhofen — A11 e nb o r f - M ün ch- holzhausen 9:11 (6:5). Die Paarung lautete ursprünglich anbers. Daburch aber, daß Münchholzhausen unverständlicherweise nur mit vier Mann antrat, mußte noch in letzter Minute umdisponiert
Warum Trocken-Skikurse?
Im Lager der Skiläufer gibt es eine Reihe „Zünftiger", die Trocken-Skikurse als verfehlt unb überflüssig ablehnen. Diese Ablehnung hat auch eine gewisse Berechtigung, denn Skiläufen kann man selbstverständlich nicht in einer Halle erlernen, ebensowenig wie man Schwimmen auf dem Trockenen erlernen kann. Und doch gehört das Einüben der Schwimmübungen auf dem Lande heute zum festen Bestandteil beim Schwimmunterricht des Schwimmverbandes.
Aus den gleichen Erwägungen heraus hat ber Deutsche Skiverband (Fachamt Skilauf im RfL.) in seiner amtlichen Laufschule einen breiten Raum den Trockenskiübungen gewidmet. Durch geprüfte Skilehrer wird ber Anfänger und ber Fortgeschrittene mit ben mannigfaltigen Stellungen des Skisportes schon zu einer Zeit vertraut gemacht, ba in unserer Gegend noch kein Schnee liegt.
Somit werden später im weißen Gelände Stunden und Tage des Erklärens und Dormachens ber einzelnen Uebungen gespart. Der Skiläufer kann nach Teilnahme an einem solchen Trockenskikursus nun seine Zeit zum praktischen Skilauf unter Anwendung des Gelernten ausnützen.
Selbst ein alter Skiläufer wird alljährlich nach den ersten Tagen des Ausübens seines geliebten Sportes die Spuren eines tüchttqen Muskelkaters nicht verbergen können, weil der «vkilauf, wie kaum eine andere Sportart, den ganzen Körper durch- arbeitet und bestimmte Muskelpartien, bie von keiner anderen Leibesübung betätigt werben, ganz befonbers erfaßt. Diese bestimmten Muskelpartien werden in den Trocken-Skikursen durch besondere Skigymnastik „liebevoll erfaßt" und dadurch für
du wieder verschwinden mußt! Weshalb kamst du überhaupt her? Brauchst du Geld? Ist es das? Natürlich wird es das sein!"
Sie sah sich suchend im Zimmer um, sand ihre Handtasche, lief hin unb öffnete sie. In bem kleinen Gelbbehälter steckten ein paar Scheine. Sie knitterte sie mit zitternben Fingern zusammen unb gab sie ihm. „Da, nimm. Laß es gut sein. Geh nun. Komme nie roieber hierher."
Er hielt bas Gelb auf ber flachen Hanb. Mit spitzen Fingern stieß er baran, baß bie gefalteten Banknoten roieber aufsprangen. Er lachte kurz auf, als er bie Zahlen erkannte.
„Nepnzm Mark", stellte er fest. „Du bist wohl verrückt? Denkst bu, ich sei noch ber kleine Agent, ber dich damals heiratete? Ich habe genau wie du Karriere gemacht, mein Schatz. Mit neunzig Mark bezahle ich nicht einmal meine Handlanger!"
Väterlich legte er seine Hand auf ihre Schulter. „Wirklich, bu scheinst etwas kindisch, Lena." Sanft streichelte er ihren Hals. Es störte ihn nicht, daß sich ihr Gesicht vor Widerwillen verzog.
Er faßte bie Perlenkette an, bie sie trug. „Ist sie echt?", fragte er. „Man sollte es annehmen. Konsul Bassenberg wird seiner Gattin nicht Talmischmuck schenken." #
Gewandt löste er die Sicherung und das Schloß auf ihrem Nacken, nahm bie Kette ab und steckte sie ein. „Sollte sie nicht echt fein", tröstete er, „bekommst du sie zurück. Sonst nehme ich sie erstmal als Betriebskapital."
Sie stand mit erloschenem Blick. „Betriebs — was heißt —"
Er nickte ihr zu. „Ich gehe jetzt", kündete er an. „Die Höflichkeit erfordert, daß man bie erste Auf- Wartung nach so langer Zeit nicht übermäßig aus- behnt. Höre zu, was ich dir jetzt sage. Wir kennen uns nicht.' Wo immer ich dir auch begegne, bu hast mich nie vorher gesehen! Verstehst bu mich?"
Sie streckte bie Hanb aus. „Oh, Basil, ich banke bir. Gott segne bich für ben Entschluß. Behalte bie Kette benn, aber geh unb komm nie roieber."
Er zog eine Fratze, es schoß ihm ins Lachen. „Unfug", knurrte er, „felbftrebenb komme ich wieder. Aber bu hast mich nicht zu kennen, klar?"
„Aber ich begreife nicht — wenn ich bich nicht kennen soll — was beabsichtigst du denn?"
Die Kreisabteilung Gießen in ber Can- desbienststelle Hessen-Hessen-Nassau bes Deutschen Gemein betages vereinigte am gestrigen Mon- tagnachmittag bie Bürgermeister bes Kreises Gießen ZU einer wichtigen Versammlung im Unioerfitätscafö m ber Plockstrahe. Als Vertreter ber Partei nahmen ber fteUöertretenbe Kreisleiter Pg. Hopfenrnül - I e r unb Pg. Dvpheibe teil, für bas Kreisamt waren Oberregierungsrat Dr. Schönhals unb Regierungsrat Weber erschienen.
Im Mittelpunkt ber Versammlung staub nach ber Begrüßung durch ben Obmann ber Kreisabteilung, Bürgermeister Euler- Wieseck, ein Vortrag von
Oberregierungsrat Or. List, dem Leiter des Arbeitsamtes Gießen, über bie Lage am Arbeitsmarkt in unserem oberhessischen Bezirk.
Der herannahenbe Winter stelle, so führte ber Rebner u. a. aus, bie Bürgermeister ber ©emeinben vor bie wichtige Frage, wie man arbeitslosen Volksgenossen burch gerneinbliche Arbeitsbeschaffung Hel- sen könne. In einem Gebiet, bas sich mit bem politischen Kreise Gießen becke, würbe mit bem 31. August 1935 ber niebrigfte Staub in ber Zahl ber Erwerbslosen mit 1005 Personen erreicht. Im Vorjahre zur gleichen Zeit belief sich bie Zahl auf 1705 Erwerbslose. Die Zahl ber Erwerbslosen habe allerbiugs in ben letzten Monaten eine saisonmäßig bebingte Steigerung auf 1407 (am 31. Oktober 1935) erfahren. Im Arbeitsamtsbezirk Oberhessen entfielen auf 1000 Einwohner 10,5 Arbeitslose. Der Reichsburchschnitt bewege sich bei 25,6 Erwerbslosen je 1000 Einwohner.
3m Landesarbettsamtsbezlrk Hessen-Nassau stehe der Bezirk Gießen in günstigem Sinne an zweiter Stelle. Die Lage sei gegenwärtig wesentlich günstiger, als um die gleiche Zeit des Vorjahres.
Der Sommer bringe saisonmäßig immer eine starke Entlastung bes Arbeitsmarktes. Im Winter trete bementsprechenb ein Nachlassen ber Beschäfti- Sin Erscheinung. Durch Die Beeubiguug von irbeiten in verschobenen Teilen bes Bezirkes seien außerbem Arbeitskräfte freigeworben. Um ber Erwerbslosigkeit weiterhin zu steuern, sei befonbers für ben Winter bie Durchführung von Not - ftanbsarbeiten burch bie ©emeinben wünschenswert. Im vergangenen Winter bzw. im ablaufenben Jahre sei in biefer Hinsicht von ben ©emetnben viel getan worben.
Es wurden im Kreisgebiet Gießen Notstandsmaßnahmen im Umfang von etwa 50 000 Tagewerken mit 300 000 Mark Kosten durchgeführt, zu denen etwa 114 000 Mark Zuschuß gegeben wurden.
Wenn bie Durchführung von Notstaubsarbetten durchaus wünschenswert erscheine, so solle boch nicht von bem ©runbsatz abgegangen roerben, baß die burchzuführenben Arbeiten in ihrer Finanzierung für bie ©emeinbe tragbar unb gußerbem wirtschaftlich sein müßten. Meliorationen unb Drainagen seien wichtig, wirtschaftlich unb in vielen ©emeinben notroenbig. mich bem Wegebau solle alle Aufmerksamkeit zugewandt werden. Allerdings müsse berücksichtigt werden, daß Wege auch ber ftänbigen Unterhaltung bebürften. Forstarbeiten würben auch in biefem Jahre wieder alle mögliche Förberung erhalten.
Für die kommende Zeit wurden durch das Arbeitsamt folgende Notstandsarbeiten in den folgenden Gemeinden genehmigt: Virklar (Kanalbau) 230 Tagewerke, Burkhardsfelden (Drainage) 1750, Beltershain (Wegebau) 400, Grohen-Vufeck (Waldarbeit) 1000, Langsdorf (Quellenfassung) 250, Muschenheim (Wegebau) 400, Stangenrod (Wegebau) 1140 und Trais- Münzenberg (Wegebau) 310 Tagewerke. Insgesamt also 5250 Tagewerke.
Darüber hinaus seien in zahlreichen Gemeinden Notstandsmaßnahmen beabsichtigt und zur Genehmigung eingereicht worden. Es handele sich um folgende Gemeinden, Vorhaben und Tagewerkszahlen: Rödgen (Drainage) 830 Tagewerke, Dillingen (Drainage) 3200, Alten-Buseck (Drainage und Wegebau) 1070, Bersrod (Drainage) 1230, Trohe (Verbindungsweg) 160, Daubringen (Wasserleitung),
bie spätere Betätigung im Schnee so vorgearbeitet, daß sich wenig ober gar kein Muskelkater bemerkbar macht und man sich sofort ben Freuden bes Skilaufens uneingeschränkt hingeben kann.
Außerbem werden in ben Ruhepausen Ratschläge über Behanblung ber Skiausrüstung unb alle not» wenbigen Fragen in Wort und Bttb gegeben.
Deshalb beginnen am Mittwoch, 6. November 1935, in der Reithalle am Brandplatz von 21 bis 22 Uhr die allwöchentlichen Trocken-Ski- unb Gym» naftifftunben bes Ski-Klubs Gießen (Fachamt Skilauf im RfL.) unter Leitung geprüfter DSV.- Lehrwarte, die für sämtliche Teilnehmer, auch Nichtmitglieder, vollkommen kostenlos und ohne jede Verpflichtung sind. Leihskier können auf Wunsch gestellt roerben.
Diese Uebungsftunben roerben später im Schnee fortgeführt. Man beachte bie heutige Anzeige.
Spielvereinigung 1900 Gießen.
1900 II — Vfv.-R. II 1:1.
In diesem Spiel gab es feinen Sieger. 1900 sah Zwar bis kurz vor Schluß burch ein Tor seines Mittelstürmers banach aus, aber in letzter Minute schafften bie Grün-Weißen boch noch ben Ausgleich. Den Leistungen ber beiden Mannschaften war dieses Resultat auch gerecht, benn was VfB. an spielerischem Können voraus hatte, glichen bie Blau-Weißen burch großen Eifer aus.
Garbenteich I — 1900 III 1:3.
Entgegen allen Erwartungen konnte bie Dritte einen Sieg von Garbenteich mit nach Hause bringen. Die Mitwirkung einiger älterer Spieler wirkte sich sehr vorteilhaft auf bie Jugenblichen aus.
MlMVMMW
Homan von Frank $. Braun.
schastlichen Gründen darauf gesehen werden, daß Leute, bie bisher in Rotten zusammenarbeiteten, auch in diesem Jahre wieder in ihren Rotten vereinigt würben.
Im weiteren Verlaufe ferner Darlegungen beschäftigte sich Oberregierungsrat Dr. List mit einigen allgemeinen Fragen. Er sprach von bem großen Arbeitsanfall beim Arbeitsamt burch bie 2t u 5» ftellung ber Arbeitsbücher unb wies auf bie Schwierigkeiten hin, bie baburch entstehen, baß bie gestellten Fragen nicht richtig, ober nur ungenügend beantwortet werben
Durch bas Arbeitsamt Gießen wurden bis zum 31. Oktober 17 000 Arbeitsbücher ausgestellt, wettere 21 000 Bücher sollen bis zum 1. Januar ausgestellt sein.
Bis 31. Mai sollen im Reich 21000 000 2Irbeits- bücher ausgestellt fein. Bei ber Beantwortung ber Frage nach ber bisherigen Beschäftigung komme es für bie länblichen Antragsteller nicht so sehr auf bte Berufsbezeichnung (Dienstknecht, Dienstmagb), als vielmehr auf bte Tätigkeit innerhalb bes Betriebes an. In Zukunft könne nirgenbs mehr eine Arbeit ohne bas Arbeitsbuch ausgenommen roerben.
Nach einigen kurzen Ausführungen über bie Schwarzarbeit sprach ber Rebner noch über
„Das wirst bu früh genug merken. Ich werbe bich rechtzeitig einweihen, benn natürlich brauche ich zu gegebener Zeit beine Unterstützung."
Er war im Begriff sich abzuwenben, aber Lena Bassenberg sprang vor. Sie stellte sich mit ausgebreiteten Armen vor bie Tür. „Ich lasse bich nicht hinaus, ehe ich weiß, welche Teufelei bu planst!"
„Keine Teufelei", wehrte er ab, wie man einem Kinb gut zuspricht. „Rede dir nicht etwas ein. Ein Geschäft will ich machen, ein glattes sauberes Geschäft mit bem Herrn Konsul. Laß mich jetzt hinaus."
„Nein! Erst rebe!" Sie war eine Besessene; ihr wußte baran liegen, baß Basil sich raschest entfernte, — habet hielt sie ihn auf.
Wahrscheinlich hätte er ihr seinen Plan aufgebeckt, denn über kurz ober lang brauchte er ihre Mithilfe sowieso, aber ba erscholl auf ber Straße ober im ©arten ein schriller Pfiff. Es war bas oerabrebete Zeichen, bas Jolly gab.
D" es nur ein einzelner Pfiff war, bebeutete es lebiglid) bie erste Warnung. Es hieß etwa in Worten: bie Schachpartie ist beenbet
Aber Basilius fanb, es sei genug qerebet unb alles gesagt. Besser, Jolly brauchte im ©arten nicht in Aktion zu treten.
Er packte hart zu unb warf bie Frau aus feinem Weg. „Närrin", sagte er, „sei boch vernünftig. Du siehst boch, baß ich bereit bin, eucy zu schonen. Es geht nicht an bas Leben, sondern nur an den Geldbeutel."
Lena Bassenberg taumelte auf bas Bett. Sie ließ sich ber Länge nach in die Kissen fallen. Als die Tür klinkte, sah sie auf unb fand sich allein.
Es blieb still im Hause. Minuten vergingen. Dann kamen ruhig und gelassen die Schritte zweier Mäm ner die Treppenstufen herauf, und sie horte, wie Zerny sich mit einem Gutenachtwunsch von ihrem Manne verabschiedete.
Als sich die Tür öffnete unb Bassenberg eintrat, als sie sein gütiges Gesicht, feine Gestalt an ber Stelle sah, rod eben noch Basilius geftanben hatte, warf ein Gefühl sie um unb sie brach haltlos in ein lautes Schluchzen aus.
Der Konsul sprang zu ihr hin. „Lenakinb, Liebste, was ist benn?" Er nahm sie in seine Arme unb hielt sie an seiner Brust fest. ,Lst dir etwas ge» schehen, sprich dochl"
„Nicht? Höchst sonderbar. Ich besitze nämlich Antworten von dir, lange Schreiben, in denen du mich bittest, dich freizugeben."
„Diese Briefe hast du aufbewahrt?"
Freundlich nickte er. „Ich trenne mich schwer von solchen Schriftstücken. Sie können immer noch einmal von Nutzen sein. Hier zeigt es sich wieder einmal."
Sein offenkundiger Spott machte sie vor Zorn und Ratlosigkeit sieden.
„Was willst du tun?", keuchte sie. „Ist es deine Absicht, mir heute nach zwölf Jahren Schwierigkeiten zu machen? Ich liebe meinen Mann. Ich habe zw>i große Jungen. Du kannst nicht kommen und hier das Gespenst der Vergangenheit spielen! Ich warne dich. Mein Mann wird sich weder so noch so auf eine Erpressung einlassen!"
„Es wird am besten jein, du rufst ihn herauf."
„Wie — meinst du das?" Ihre Zähne schlugen aufeinander; sie vermochte ihn nicht länger anzu- sehen.
„Genau wie ich es sage. Ich will mit ihm sprechen. Ich werde ihm sagen, daß du nach dem Gesetz noch meine Frau bist. Daß du die in Frage kommenden Behörden betrogen hast und zu Unrecht aussagtest, daß ich verschollen sei. Du hast seinerzeit ben zwar spärlichen, aber immerhin zwischen uns bestehenben Briefwechsel abgebrochen. Du bist ba« üongegangen unb hast bie Verschollene gespielt! Als ich zurückkam, erfuhr ich, daß bu mit unbekanntem Ziel ins Auslanb abgereift feiest."
„Was dir bestimmt ganz außerorbentlich gelegen kam! Denn bu hattest nicht so viel" — sie tat eine Bewegung, bie ein Stäubchen vom Fingernagel schnippte — „für mich übrig. Mein Gelb hatte bir in bie Augen gestochen. Als es zu Enbe ging, war ich bir gleichgültig."
„Eine sentimentale Geschichte. Glaubst bu, baß sie beinen Mann rühren wirb?" .
„Basil ...", sie ftanb ganz dickt vor ihm „wenn bu ein Mensch bist — begreifst bu denn nicht, daß
Grünberg (Schaffung eines Fischteiches), Staufenberg (Walbarbeit) 240, Allenborf a. b. ßba. (Walbarbeit) 340, Wiejeck (Walbarbeit) 206, Nonnenroth Bachregulierung) 1200; Trais - Horloff, Beuern, Ober-Bessingen unb Röthges beabsichtigen Wegebau; Harbach (Wasserleitung), Albach (Walbweg), 300, Gießen (Lahneinbeichung), Mainzlar (Wege- bau) 360, Wetterfelb (Walbweg) unb Garbenteich (Drainage) 980 Tagewerke. Insgesamt handele es sich also um Arbeitsvorhaben, die einen Arbeitsaufwand von etwa 14 000 Tagewerken erfordern.
Boch im Gange befindliche Botstandsmaß- nahmen.
Großen-Bufeck (Feldwege und Wegebau) 5800 Tagewerke, Gießen (Straßenbau) 8000, Villingen (Kanalisation) 200, Allertshausen (Wegebau) 1900 und Watzenborn (Kanalbau) 1400 Tagewerke.
Der Gesamtunkostenbetrag für Die im Gang befindlichen Vorhaben betrage etwa 112 000 Mark mit einer ©runbförberung von 49 300 Mark.
Oberregierungsrat Dr. List betonte bann bie Notwendigkeit bes gegenseitigen Einsatzes. Die Arbeitsbeschaffung müsse in ber Schicksalsgemeinschaft verstanden werden. Gemeinden, die wenig Arbeitslose haben unb bementsprechenb weniger große Lasten tragen müßten, seien verpflichtet, bas meiste zur Arbeitsbeschaffung beizuttagen. Gerabe jene ©emeinben, bie bisher immer Zurückhaltung übten, müßten jetzt mehr tun. Befonbers gelte es, ben langfristig Erwerbslosen Arbeitsmöglichkeit zu geben.
Die Reichsanstalt habe bie Möglichkeit, bie Gemeinden mit Darlehen zu unterstützen, wenn sie es ermöglichen, Arbeitslose aus ber Großstadt in die ländliche Gemeinde zu bringen.
Die Unterbringung von Arbeitslosen aus den großen Städten auf dem Lande fei um so dringender, da es darunter manchen gebe, der schon seit fünf und sechs Jahren unter der Arbeitslosigkeit leide.
In Lehrbach, Kirtorf unb Wahlen seien etwa 400 Arbeitslose aus Der Großstadt unterae- bracht worben. Wenn es auch nicht leicht gewesen sei, so führten sie sich bock gut ein. Das Ergebnis ber Bemühungen in diesem Sinne sei durchaus gut. Darüber hinaus müsse die Unterbringung der Großstädter auf dem Lande als eine nationalsozialistische Erziehungsarbeit betrachtet werden. Der Redner forderte die Bürgermeister auf, wenigstens je drei ober vier großstädtische Erwerbslose in ihren Gemeinden unterzubringen. Ferner müsse alle Aufmerksamkeit auf die Unterbringung alter Kämpfer gerichtet werden, deren in Oberhessen noch 60 Mann seien, die sich bisher vergeblich um Arbeit bemühten. Arbeit müsse ihnen nach Fähigkeit und Leistung verschafft werden.
Die diesjährigen Winterhilfespiele haben vom I werden. Die Platzbesitzer hielten sich gegen die Wetter begünstigt einen ausgezeichneten Verlauf Knmhtmnftnn nusnoiot^r.^ a^w-am «ma« genommen. Nicht nur, daß recht schöne Beträge dem Winterhilfswerk zugeführt werden konnten, es wurden auch fast ohne Ausnahme ausgezeichnete Leistungen geboten. Gerade derartige Spiele können viel zur Werbung beitragen und haben es vor allem in sich, auch Zuschauer heranzuziehen. — Der Kreis VIII jedenfalls barf stolz barauf fein, eine fo einsatzbereite Gefolgschaft in ben Vereinen unb
Tv. Heuche 1 heim — Tv. Atzbach 6:12 (3:4). Heuchelheim kann sich biefe Niederlage selbst zu- schreiben. Anstatt zu spielen verlegte man sich nämlich auf das kritisieren, was zur Folge hatte, baß nicht nur bas Spiel verloren ging, sondern auch noch zwei Mann bes Feldes verwiejen wurden. — Im übrigen muß gesagt werden, daß Atzbach z. Z. groß in Fahrt ist und daß ihm in dieser Form aller Wahrscheinlichkeit nach die Meisterjchast der 1. Kreisklasse in diesem Jahr kaum zu nehmen fein wird.
Tv. Lützellinden -- Sp.D. 1900 Gießen 7:13 (2:6). Es war schade, daß die Platzbesitzer nicht ihre komplette Mannschaft zur Stelle hatten, fönst wäre es vielleicht zu einem Kampf gekommen, der noch mehr alle Zuschauer in feinen Bann gerisfen hätte. Trotzdem lieferten sich beide Mannschaften
Aufregung? Warum denn?
♦
.. auf Kaffee Hag umstellen!


