Ausgabe 
5.11.1935
 
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Chinas Kampf um die SWerwährung.

London, 4. Noo. (DNB. Funkspr.) Die chi­nesische Regierung hat die staatliche E i n z i e hu n g des Silbers für China angeordnet. Man nimmt an, daß ein Ausfuhrverbot für Sil­ber erlassen wird, falls die ausländischen Banken sich nicht an die Verordnung halten. Alle Zahlun­gen von Steuern und alle öffentlichen und privaten Zahlungen müssen in Noten erfolgen. Der Ge­brauch von Silberdollar oder Edelmetallen ist unter­sagt. Die Noten der Regierungsbanken werden ge­setzliche Zahlungsmittel. Der chinesische Dollar wlrd auf Den augenblicklichen Stand stabilisiert. Die Regierung kündigt ferner eine Neuordnung der Zentralbank an, mit dem Ziel des Währungs­schutzes zur Sicherung des Geldmarktes für Handel und Industrie unter besonderer Berücksichtigung des Hypothekenmarktes. -Innerhalb von 18 Monaten solle außerdem der Staatshaushalt ausgeglichen werden. Weiter werden scharfe Maßnahmen gegen Spekulation und Preiswucher anoekündigt. Die ausländische wie die chinesische Presse begrüßt die neuen Maßnahmen als erfolgversprechendes Heil­mittel gegen die den Handel lähmende Krise.

Eine englische Anleihe an China?

Japan ist entrüstet.

Tokio, 4. Noo. (DNB.) Die javanische Presse meldet, daß England China eine Anleihe ge- währt habe.Tokio Aschi Schimbun" erklärt, Letth-Roß habe versprochen, nur in Zusam­menarbeit mit Japan die Frage einer An­leihe an China zu behandeln. Zwar habe Leith- Roß kürzlich der japanischen Regierung einen An­leiheplan vorgelegt, aber die Antwort nicht abge­wartet und damit unaufrichtig gehandelt. Aus­wärtiges Amt und Finanzministerium besprachen die Auswirkungen, die die Anleihe auf die chine­sisch-japanischen Beziehungen haben könnte. Vize­außenminister Schigemitsu erklärte, daß das Vor­gehen Englands gegen alle Abmachungen verstoße, und daß England für alle finanziel­len Verwicklungen, die sich aus der neuen Silber­politik Chinas ergeben könnten, die Verantwortung trage. England wolle anscheinend nach der Festi- fluna der Verhältnisse in Europa alle wirtschaftlichen Kräfte auf den Fernen Osten konzentrieren.

Oevisenprozeß gegen Pader­borner Ordensschwestern.

Berlin, 4. Noo. (DNB.) Dor dem Berli­ner Sondergericht begann ein neuer Devisen­prozeß, bei dem es um die Devisenschiebungen bei derGenossenschaft der Schwestern der ch r i st l i ch e n Liebe" in Paderborn geht. Die Hauptangeklagte, die Generaloberin Gertrud N i ck e s , ferner die erste Generalassistentin des Or­dens Ida Bauer, die Generalverwalterin Klara Schreiber, die Oberin der deutschen Ordenspro­vinz, Agnes Koch, die Verwalterin der deutschen Ordensprovinz Elisabeth Starke und der lang­jährige Finanzberater des Ordens Joseph Körner. Im Mittelpunkt der deoisenrechtlichen Verfehlungen stehen wieder Obligationsrückkäufe in Höhe von 75 000 holländischen Gulden, durch die die vom Orden im Jahre 1928 in Holland aufgenom­mene 250 000 -Gulden-Anleihe unter Aus­nutzung des niedrigen Kursstandes von 50 bis 60 v. H. zum erheblichen Teil getilgt werden sollte. Weiter wurde nach der Anklaae in den Jahren 1932 bis 1934 über Abgaben Der außerdeutschen Provinzen unter Verletzung der Devisenbestimmun­gen verfügt und eine Darlehnsschuld getilgt. Auch wurden die Auslandsschulden der deutschen Provinz nicht angemeldet. Ein kleinerer Devisenbetrag soll von den Angeklagten Bauer, Starke und Körner aum Ankauf von Obligationen über die Grenze ge­schmuggelt worden sein. Das Geld floß auf Um­wegen der von dem berüchtigten Dr. H o f i u s ge­leiteten Unioerfumbanf in Amsterdam zu. Gertrud Nickes soll in den Jahren 1932 bis 1934 über For­derungen des Generalats in ausländischer Währung gegenüber den ausländischen Provinzen in Höhe von insgesamt 51 686,68 Dollar, 59 289,75 Lire und 5000 chilenischen Pesos verfügt haben.

Personalveränderungen im HZ.-Gebiet l Z.

Die Abteilung Presse und Propaganda der Ge­bietsführung Hessen-Nassau gibt bekannt: Wegen Einrücken eines Teils der Bann- und Jungbann- suhrer in Wehrmacht und Arbeitsdienst mußten einige Versetzungen und Neubesetzungen vorgenom­men werden. Der Gebietsführer beauftragte mit der Führung des Bannes 87 (Westerwald) den bis­herigen Führer des Bannes 115 Bannführer Freudenberg, mit der Führung des Bannes 88 (Wetzlar) den bisherigen Führer des Bannes 253 Unterbannführer Krummeich, mit der Führung des Bannes 253 (Lahntal) den bisherigen Füh­rer des Baynes 87 Unterbannführer N a st o l d , mit der Führung des Bannes 115 (Darmstadt) den Jungbannführer Steubing, mit der Füh­rung des Bannes 118 (Worms) den Gefolgschafts­führer Grünewald, mit der Führung des Ban­nes 287 (Offenbach) den Gefolgschaftsführer Guyot, mit der Führung des Jungbannes 117 (Mainz) den bisherigen Führer »des Jungban­nes 303 Stammführer Änderte, mit der Füh­rung des Jungbannes 115 (Darmstadt) den Ge- folgfchaftsführer K o f ch e m a n n, mit der Führung der Geschäfte des Jungbannes 118 beauftragte der Gebietsführer den Jungzugführer K n e II.

Erste Arbeitstagung

im ^Haus der deutschen Äerzte^.

Im neuen Haus der deutschen Aerzte eröffnete am Montag der Reichsärzteführer und Hauptamts­leiter des Amtes für Volksgesundheit, Pg. Dr. W a g n e r, die gemeinsame Arbeitstagung der Gau- amtsleiter des NS. Aerztebundes und des Haupt­amtes für Volksgesundheit. Der Reichsärzteführer tonnte feststellen, daß sich in der letzten Zeit immer

Der (Sieg -«Monarchie in Griechenland Griechenlands Weg zum Nationalstaat.

Don unserem ke.-Korrespondenien.

Athen, 4. November.

Als vor einem Jahrhundert das griechische Volk aus langem, aufgezwungenem Schlaf erwachte, als es sich auf feine Tradition besann und feine natio­nale Einheit, entschloß es sich zu einem helden­mütigen Kampf gegen die Fremdherrschaft. Und, obwohl in der Minderheit, obwohl bedeutend schwä­cher als der Beherrscher, haben der Mut, die Ent­schlossenheit und der einigende Gedanke des ganzen griechischen Volkes es vermocht, die Ketten zu spren­gen, sich von der Türkenherrschaft zu befreien und einen Nationalstaat zu begründen. Die politisch in­teressierten Mächte beschlossen daraus, dieser neuen Nation einen König zu geben und setzten Otto von Wittels b ach auf den griechischen Thron. 29 Jahre regierte König Otto, von 1833 bis 1862. Nach ihm wurde der Dänenprinz Wilhelm als Georg I. zum König ernannt. Und damit begann die eigentliche Geschichte der griechischen Monarchie. Am 23. März 1924 wurde Griechenland Repu­blik und ist es seither bis zu jenem denkwürdigen 10. Oktober 1935 geblieben, an dem die Regierung Tsaldaris gestürzt und unter dem Vorsitz des Kriegsministers General Kondylis ein neues Ka­binett gebildet wurde, das noch am gleichen Tage d i e Monarchie wieder aufrichtete.

In der kurzen Zett der demokratischen Republik Griechenlands hat das griechische Volk nicht we­niger als vierundzwanzig Aufstände und Revolutto- nen erlebt, die feine Lebenskraft zwar nicht ge­schwächt, aber feine Lebensbasis erheblich verschlech­tert, haben. Und immer waren an diesen Revolten die Offiziere in starkem Maße beteiligt.

Die Begeisterung der Bevölkerung bei öffentlichen Versammlungen war in den Vortagen der Abstim­mung größer als sie in den besten Zeiten des Lan­des erlebt wurde, selbst auf Kreta, der Hochburg des Denizelismus haben in allen größeren Städten öffentliche Kundgebungen für die Monarchie und König Georg stattgefunden. General'Kondylis, der die Regentschaft in Vertretung des Königs über­nommen hat, ist heute der gefeiertste Mann im Staate, und nicht nur die Freunde der Monarchie, sondern auch die gesamte Armee, die gern gegen die Regierung der Rechten konspirierte, steht ge­schlossen hinter dem Kabinett.

Die Nachrichten, die in der internationalen Presse über das heutige Griechenland verbreitet werden, und die leider großenteils nicht aus Griechenland selbst flammen, sondern aus anderen Balkanstaaten, in denen die Korrespondenten gerade wohnen, sind oft falsch. Wenn der griechische Außenminister bei seinem ersten Presseempfang von der großen Tole­ranz gegenüber der Weltpresse sprach, aber den Wunsch äußerte, daß dieser Toleranz durch Wahr­heitsliebe gedankt werde, so ist es besonders für uns deutsche Korrespondenten eine Selbstverständ­lichkeit, diesem Wunsche zu entsprechen. Denn nicht allein, daß wahrhaftig über die Situation berichtet werden muß, um ein richtiges Bild zu entwerfen, nicht allein, daß ein falsches Bild den griechischen Staat beleidigen ober gar schädigen könnte, sondern die Erkenntnis, daß sich hier im Südosten Europas ein ähnlicher Gedanke verwirklicht, wie im Herzen des Kontinents, daß auch hier ein falsches, un­fruchtbares System als wertlos erkannt und entspre­chend verworfen wird, daß die Idee des National­staates, beruhend auf dem Führerprinzip, durchge­

führt wird, das ist es, was gerade die deutschen Korrespondenten veranlassen muß, Griechenland so zu schildern, wie es heute, nach dem entscheidenden Tag des 3. November sich zeigt.

Wenn man angekündigt hat, daß der Volksent­scheid eine überwältigende Mehrheit für den König bringen wird, so war dies keineswegs ein Wagnis, das Abstimmungsergebnis beweist es. Dies aber ist nicht das Ausschlaggebende, sondern, wie sich das Volk zu dem Programm seiner Regierung stellt, wie es die notwendige tätige Anteilnahme äußert, das gibt die Hoffnung auf einen raschen Wiederaufbau, auf eine fruchtbare Entwicklung Griechenlands.

Das Ergebnis der Volksabstimmung übertrifft noch das Wahlergebnis vom 10. Juni d. I., das rund 90 v. H. für die Regierung Tsaldaris und die Monarchisten zusammen und nur 10 v. H. für die Venizelisten und die Kommunisten brachte. Am 3. November haben sich nach den bisherigen Mel­dungen ungefähr 95 v. H. des griechischen Volkes für die Wiedereinführung der Monarchie ausge­sprochen und haben damit die Ereignisse vom 10. Ok­tober mit dem Rücktritt der Regierung Tsaldaris, der Uebernahme der Regentschaft durch General Kondylis und den Beschluß der Nationalversamm­lung auf Wiedereinführung der Monarchie mit im­ponierender Einmütigkeit gebilligt. Es ist bemer­kenswert, daß die Opposition so gut wie gar keine Rolle mehr gespielt hat und nur noch in ver­einzelten Trupps auftreten konnte. Es ist denn auch nicht mehr als eine folgerichtige Fortentwick­lung dieser Volksabstimmung, wenn nach Mitteilun­gen des Regenten Kondylisdie politischen Parteien glücklicherweise zu bestehen aus- hören". Aller Wahrscheinlichkeit nach wird bas am 10. Juni gewählte Parlament aufgelöst werden, wenn die letzte Entscheidung darüber natürlich auch bei König Georg II. steht. Sollte er sich dem Vor­schlag des Regenten anschließen, so kann man an­nehmen, daß das nächste Parlament überhaupt keine Vertretung der Venizelisten mehr, sondern nur noch eine einzige Regierungs­partei aufweisen wird.

Das Ergebnis der Volksabstimmung vom 3. No­vember darf man um fo mehr als Ausdruck der wahren Volksmeinung ansehen, als unbedingte Wahlpflicht bestand, deren Verletzung unter Strafe gestellt war. Wahlpflichtig waren alle Män­ner über 21 Jahre. Auch das Militär war in die­sem Fall in seinen Kasernen zur Abstimmung zu­gelassen. In Anbetracht des lebhaften Temperamen­tes des Griechen ist die Diszipliniertheit der Abstim­mung bemerkenswert.

Treueid des Kabinetts auf den König.

Athen, 4. Nov. (DNB.) Das oorläufige End­ergebnis der griechischen Volksabstimmung wurde am Montag gegen Mittag bekanntgegeben. Don 1 527 714 Wahlbeteiligten stimmt 1 491 992 für die Monarchie und 32 454 für die Republik. 3540 Stimmen waren ungültig. Die Mitglieder des griechischen Kabinetts haben vor dem Regenten Kondylis dem König Treue geschworen. Der Regent betonte, daß es nur dem König zu­stehe, die schwebenden politischen Fragen zu ent­scheiden.Wir werden unseren Rücktritt erklären und den König über unsere Pläne entscheiden lassen."

mehr eine klare Linie und eine ebenso klare Füh­rung in der Gesundheitserneuerung herausgebildet habe. Dabei fei wesentlich, daß stets das Dorrecht der Partei gewahrt bleibe. Bei der Aerzte- Auslese und Niederlassung werde am Grundsatz des Landjahres für den jungen Arzt festgehalten. Der Stellvertreter des Reichs­ärzteführers Dr. Bartels stellte als Richtschnur allen Handelns für den nationalsozialistischen Arzt den Satz auf,Des Volkes Wohl ist oberstes Ge­setz". Der Derwaltungsführer des NS.-Aerztebundes und Leiter des Hauptamtes für Volksgesundheit Pg. Wi11mann sprach über organisatorische und ver­waltungstechnische Fragen. Der Beauftragte des Reichsärzteführers für die kassenärzliche Vereini­gung Deutschlands, Pg. Dr. Grothe, hob als fundamentalen Grundsatz für die KDD. hervor, daß nur d e r Arzt zugelassen werde, der die Sicherheit biete, daß er neben einer fachli­chen Eignung s i ch rückhaltlos für den Nationalsozialismus einsetze. Damit werde in der Zukunft der nationalsozialistische Aerztestand erreicht.

Oie Kriegsschiffe

der deutschen Kriegsmarine.

Im Marineverordnungsblatt wird nunmehr die Lifte der Kriegsschiffe der Deutschen Kriegsmarine nach dem Stand vom 1. Oktober 1935 bekannt- gegeben: Nach dieser Aufstellung verfügte die Kriegsmarine über 5 Panzerschiffe, von de­nenDeutschland" undAdmiral Scheer" Dienst tun.Admiral Graf Spee" befindet sich noch im Bau, das gleiche gilt für das PanzerschiffD" (Ersatz Elsaß) undE" (Ersatz Hessen). Am Be­stand der Linienschiffe hat sich nichts geändert. Hier verfügen wir noch über die 3 alten Linien­schiffeHannover",Schlesien" undSchleswig-Hol­stein", die aus den Baujahren 1905 und 1906 stammen. In der Liste der Kreuzer sind auf­geführt:Emden",Königsberg",Karlsruhe", Köln",Leipzig". Der KreuzerNürnberg", der demnächst dienstbereit ist, wird noch als im Bau befindlich aufgeführt. Weiter befinden sich im Bau die KreuzerQ" (Ersatz Berlin) undH" (Ersatz Hamburg). Die aufgeführten Zerstörer befin­den sich noch sämtlich im Baustadiurn. Von den Untersee-Booten sind die Bote U 1 bis U 12 in Dienst gestellt. Im Bau befinden sich noch U 13 bis U 20 und I bis VIII. Ebenfalls befinden sich die Fl o 11 e n b e g 1 e i t er Fl bis F10 im Bau. Am Bestand der Minensuchboote hat sich nichts geändert. 3 Räumboote und 3 Schnell- >

boote werden als im Bau befindlich aufgeführt. Ebenso befindet sich noch im Bau das Artillerie- SchulschiffBrummer".

Aus aller Wett.

3n Erinnerung

an die Schlacht bei Torgau.

Torgau feierte die 175. Wiederkehr des Tages der Schlacht bei Torgau. Die HI. gedachte am Denkmal auf den Süptttzer Höhen an der Stelle, wo damals die Entscheidung gefallen war, der gro­ßen Tat der Vorfahren. Aus den Feldern in Elsnigk lohten in der Nacht die Lagerfeuer des Biwaks auf, das von Wehrmacht, SS., SA. und den politischen Leitern sowie dem Kyffhäuserbund auf demselben Gelände aufgeschlagen war, auf dem in der Nacht nach der Torgauer Schlacht versprengte Preußen und Oesterreicher um die Lagerfeuer stan­den. Eine stille Feier in der kleinen Elsnigker Kirche, in der der Alle Fritz die Siegesbotschaft Ziethens empfing, stand im Mittelpunkt des Abends. Eine Kundgebung auf dem Marktplatz, bei der die Wehr­macht durch eine Schwadron des Torgauer Reiter­regiments vertreten war, fand ihren Höhepunkt in der Rede des Gauleiters. Auf dem Sans­souci-Exerzierplatz führte das Reiterregiment pferde- unb motorsportliche Hebungen vor, während eine Flugzeugstaffel über dem Platz kreuzte. Den Ab­schluß der Feiern bildete eine Festaufführung von Otto LudwigsTorgauer Heide" und eine Huber­tusjagd des Reiterregiments. Der Gießener An­zeiger roirt) am kommenden Samstag im Rahmen seiner Wehrbeilage einen Gedenkaufsatz über die Schlacht von Torgau aus fachkundiger Feder bringen.

Jubiläum der Deutschen Humboldlschule in Buenos Aires.

Die Deutsche Hurnboldtschule in Buenos Aires feierte am 2. und 3. November ihr Schulfest, das im Zeichen des 25jährigen Bestehens der Schule stand. Die Schule ist aus kleinsten Anfängen heraus entstanden, ihr Aufbau war ein gewaltiges Stück Arbeit deutscher Erzieher, die fern der Heimat für die Güte deutschen Schullebens beredtes Zeugnis ablegen. Don 41 Kindern im Gründungsjahr hat sich die Humboldtschule in Buenos Aires zur größ­ten deutschen Schule in Südamerika mit einer Schülerzahl von rund 900 Kindern entwickelt. Die Schule wird überwiegend von deutschen Kindern besucht; ferner gehen hier 95 argentinische Kinder,

48 österreichische, 4 schweizerische, ein skandinavisches und 11 finnische und baltische Kinder zur Schule. Der Leiter ist der Rektor Josef A l d i ck e r, der seit 1925 an der Schule tätig ist. Außerdem wirken 34 Lehrer und Lehrerinnen an der Anstatt, darunter 27 deutsche.

Unfall Im Ceunaroerf.

Im Leunawerk bei Merseburg entstand infolge Undichtwerdens einer Leitung ein Brand, der leider ein Todesopfer forderte. Dem Arbeiter Alfred Wucherer, Merseburg, gelang es nicht mehr, den Flammen zu entkommen. Er starb in treuer Pflichterfüllung als Opfer der Arbeit. Der Brand verursachte erheblichen Materialschaden, konnte jedoch in etwa einer Stunde gelöscht werden.

Explosion

in einer österreichischen Sprengstoffabrlk.

In der neuen Nitroglyzerin-Erzeugungsanlage der österreichischen Sprengstosfabrik Blumau ereig­nete sich beim ersten Probebetrieb eine Explo- Hon, deren Ursache bisher nicht festgestellt wer- den konnte. Die Anlage wurde durch die Explosion vollkommen zertrümmert. Personen wurden nicht verletzt. Der Schaden beträgt etwa 300 000 Schil­ling.

Sechzehn Arbeiterinnen durch Einatmen von Petroleumdampfen erkrankt.

Die Dresdener Berufsfeuerwehr wurde nach einer Einlegesohlenfabrik in Attnaußlitz gerufen. Dort hatten sich beim Reinigen von Maschinen mit Pe­troleum Dämpfe gebildet, durch die sich 16 in dem Betrieb beschäftigte Arbeiterinnen Vergiftung s- e r f d) e i n u n g e n zugezogen hatten. Die Sani­tätsabteilung der Feuerwehr nahm sofort mit Sauerstoffapparaten Wiederbelebungsversuche vor. Elf Arbeiterinnen mußten mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht werden, während fünf an Ort und Stelle bleiben konnten. Nach den bis­herigen Feststellungen besteht bei keiner der Ver­unglückten Lebensgefahr.

Schwerer Orkan an der Küste von Florida.

Die Küste von Florida (USA.), vor allem zwi­schen Miami und Palm Veach, ist von einem schwe­ren Tropenorkan heimgesucht worden. Der Orkan raste mit einer Geschwindigkeit von über 120 Kilometern an der Küste entlang. Obwohl die Wetterwarte Jacksonoille Stunden vorher die betrof­fenen Gebiete hatte warnen können und weitest­gehende Sicherungsmaßnahmen getroffen werden konnten, ist der Schaden dennoch beträchtlich. In Fort Lauderdale deckte der Orkan die Dächer sämt­licher Häuser ab und verursachte große lieber« schwemmungen. Die Küstenschiffahrt ist ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Der nor­wegische FrachtdampferSneland" teilte durch Funkfpruch mit, daß er im Orkan nicht manövrieren könne und der Küste zutteibe. Ein Küstenwachschiff ist ihm zu Hilfe geeilt. Durch den Wirbelsturm wurden vier Personen getötet. In der Nähe des Strandes von Miami hat ein bisher noch nicht erkannter Dampfer Notsignale ausgesandt. Ge­nauere Schätzungen über das Ausmaß der Ver­heerungen konnten noch nicht erfolgen. Der Wir­belsturm ist nach Süden weitergezogen.

Schwere Stürme im Schwarzen Meer.

Im Schwarzen Meer herrschen fett Tagen ver­heerende Stürme. Die Schiffahrt ist zum größ­ten Teil unterbunden. Die meisten Dampfer kön­nen aus den rumänischen Häfen nicht auslaufen. Der Hafen Constanza ist voll von Fahrzeugen aller Art, die Zuflucht vor dem Sturm gesucht haben. Der rumänische DampferDucuresti" kämpft nach den letzten Nachrichten auf offenem Meer gegen den Sturm und kommt mühsam kaum eine Meile stünd­lich vorwärts. Die Funkstatton von Constanza hat verschiedene unverständliche SOS-Rufe aufgefangen. Der fowjetrussische DampferCicerin" ist nördlich von Constanza auf einer Sandbank gestrandet.

Bier Todesopfer in den Bergen.

Die beiden jungen Münchener Bergsteiger Wie­nand T o 1 ch und Walter Koehler stürzten von der Südkarspitze im Karwendelgebirge to d 1 i chad. Am (Puffert bei Tegernsee verunglückte eine Frau Veronika Lettner aus Warngau tödlich.

Bei einer Klettertour über den in dieser Jahres­zeit völlig oeeeiften Südgrat des Großen Priel im Toten Gebirge (Oberösterreich) sind ein Kletterer und feine Begleiterin abge stürzt. Das Mädchen war auf der Stelle tot, während der Hochtourist mit schweren Verletzungen geborgen und ins Krankenhaus gebracht wurde.

Betrunkener Matrose als Amokläufer in Gdingen.

In der polnischen Hafenstadt Gdingen wurden durch einen betrunkenen Matrosen vier Fußgänger durch Messerstiche so verletzt, daß sie in hoff­nungslosem Zustande ins Krankenhaus ge­bracht werden mußten. Der Amokläufer konnte schließlich von der Polizei überwältigt und gefesselt werden.

Bollstreckung eines Todesurteils.

In Weimar ist der 1910 geborene Walter Kai- ser hingerichtet worden, der vom Schwurge­richt in Altenburg am 30. April 1935 wegen Raubmordes an der Zigarrenarbeiterin Marta Georgi in Altenburg zum Tode verurteilt wor­den war.

Bombenanschläge jüdischer Kommunisten in Amerika.

In Milwaukee (Visconsin, USA.) ereignete sich in einer Garage eine furchtbare Explosion. Zwei Männer und ein achtjähriges Mädchen wurden getötet und elf Personen verletzt. Die Garage wurde völlig zerstört und zahlreiche Häuser der Nachbarschaft beschädigt. Die Polizei vermutet, daß die beiden getöteten Männer die Urheber des Anschlages waren. In der letzten Zeit haben sich bereits mehrere ähnliche geheimnisvolle Anschläge gegen öffentliche Gebäude ereignet. Der Zeitung Ny American" zufolge ist es gelungen, die Ur­heber der Bombenanschläge zu ermitteln. Es handelt sich um die beiden jüdischen Kom­munisten Jdzy Rutkowski und Paul Cha» d a n e t, die bei dem letzten Anschlag in einer Garage zusammen mit einem Kinde ums Leben kamen. Die beiden Kommunisten hatten innerhalb einer Woche zwei Polizeistattonen, ein Rathaus in

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